Archiv für den Monat: Mai 2015

Swaopmund – Nebel, Wüste und mein Geburtstag

Es ist der 18. Mai 2015

Heute wird geschrieben, sonst ist bald alles vergessen. Ich befinde mich schon wieder in Windhoek, wo ich morgen um 10 Uhr abgeholt werde. Die große Safari durch das Buschmann Land bis Botswana und den Vic Falls in Simbabwe beginnt. Die nächsten 3 Wochen werden mich vollends ausfüllen mit tausenden von Eindrücken -schon jetzt komme ich gefühlt ins Taumeln.

Swakopmund! Die vierstündige Fahrt dorthin mit dem Town Hoper ab Windhoek gestaltete sich als sehr interessant. Mit mir im Auto saß ein Herr, dessen Familie schon vor sehr langer Zeit nach Südwestafrika ausgewandert ist. Er selber, ein Ingenieur, hat seinen Lebensmittelpunkt in Swakopmund gewählt. Von ihm erfuhr ich die tollsten Geschichten, Legenden aus unterschiedlichster Geschichtsepoche, über Minen, heute hauptsächlich Uran abbauend, Goldfunde, Diamanten, Honeymine, 11 Gräber in Brandberg, White Lady……..! Alles Geschichten, denen ich später einmal nachgehen möchte.

Die Zeit der Anreise verging wie im Fluge und plötzlich stand ich vor dem in der Kolonialzeit erbauten „Princess Rupprecht Heim“. Mein Hotel, welches vom Roten Kreus gleichzeitig als ein Altersheim geführt wird. Auch hier wurde wieder nur Deutsch gesprochen – hatte ich den Kopf doch gerade erst auf Englisch umgestellt, purzelte mir gleich wieder alles durcheinander.
Doch wie ist das kalt hier, nebelig und grau. Noch gab ich die Hoffnung auf den nächsten Tag nicht auf, es wird schon die Sonne durchkommen. Gewarnt wurde ich oft genug; doch wer nicht hören will, muss eben fühlen.
Mit großem Eifer versuchte ein junges Mädchen von der Rezeption Ausflüge und Restaurants für meine nächsten Tage zu buchen. Ich fühlte mich etwas überrumpelt, doch nach 2 Tagen wusste ich auch warum sie so viel buchen wollte – damit ich auch ja bleibe!

Eine Woche wollte ich mir die Füße im Meer umspülen lassen, nicht einmal habe ich sie hinein gesteckt. Mein Körper ist hier auf Wärme eingestellt, schon nachts friere ich fürchterlich und gehe mit Socken ins Bett. Hier in Swakop fror ich auch tagsüber bis auf die Knochen. Nach 2 Tagen bekam ich endlich einen „Heater“ ins Zimmer, der auch zum Wäsche trocknen nötig war.
Am ersten Abend war ich noch mit bester Vorfreude erfüllt und ging in das verrückteste Lokal ever, das „Tugs“, ein angeschwemmter alter Dampfer. Die Bar befand sich in den ehemaligen Schiffsaufbauten, der Rest wurde dazu gebaut. Ich bekam nur an der Bar einen Platz, doch das war genau richtig für mich. Tief Schwarze wirbelten dahinter mit Getränken und Essen herum, immer einen Spaß abgebend, lachend singend, tanzend; das pure Leben. Mit mir an der Bar mehrere Spätkommer, alle begeistert vom frischen Fisch in riesigen Portionen. Ich bestellte mir ein Tunasteak mit Sesam auf Salat. Mir wurde ein großer Teller mit einem riesen Steak gebracht, der Salat war damit fast bedeckt. Für meinen Magen nicht zu schaffen. Trotzdem war es ein sehr witziger Abend mit netter Unterhaltung und einem Glas zu viel Wein.

TunaSteakTunasteak mit Sesamkruste.

Am nächsten Morgen pochte mir mein Kopf ganz fürchterlich, zum einen weil ich ein sehr hartes Kopfkissen hatte, zum anderen wohl wegen des vielen Weins und dann noch diese Kälte. Eigentlich wollte ich gleich wieder weg, doch so leicht gebe ich ja nicht auf.
Also Stadt anschauen, alles soll hier so Deutsch sein! Einige sehr schöne alte Häuser stehen hier und erinnern an die Gründerzeit, doch Deutsch empfinde ich hier wenig. Es ist ein Deutsch der „Deutschstämmigen“ hier in Namibia. Breite Sandstraßen, die mich eher an Amerika erinnern, es fehlen nur die großen Reklameschilder. Bauten aus Holz, angestrichen wie unsere Gründerhäuser. Auf den Straßen sieht man viele Schwarze, dazwischen viele alte weiße Menschen; Swakopmund hat sich zu einer „Retired“ Stadt entwickelt. Die vielen alten Menschen vertragen das heiße Klima im Landesinneren nicht und ziehen sich daher lieber an die Küste zurück, die aber feucht und kalt ist.

Am zweiten Tag hatte ich eine „Tommi Living Dessert“ Tour gebucht, um 7:30 Uhr wurde ich abgeholt. Hoffentlich scheint dahinten auch die Sonne, ich brauchte dringend eine Aufwärmung.

Tommi war und ist „die Marke“ schlechthin. Ein gut aussehender Endfünfziger mit braunen krummen Beinen, Schnellredner in drei Sprachen gleichzeitig, doch jeder hat ihn verstanden und Spurenleser in der Wüste kann er wie ein Buschmann.
3 Allrad Fahrzeuge, gefüllt mit einer Menge Menschen. Ich hatte das Glück im nagelneuen Land Rover nur mit zwei jungen Amerikanern zu sitzen. Spannend wurde es gemacht. Nach ein paar Kilometern mussten wir die Luft der Reifen bis auf 1 Bar ablassen, damit man im weichen Sand fahren kann.
Mit viel Spaß zeigte uns Tommi die verborgenen Spuren in der Namib Wüste. Im Sand versteckte Schlangenaugen konnte er ausmachen – ich habe nichts gesehen. Ob Sandspuren, die sich in den Dünen bildeten, weil sich dort unter dem Sand eine Schlange bewegt hatte oder Kamelions, die sich farblich der Umgebung anpassen – Tommi fand so einige Spuren. Danach kamen die 4×4 Fahrzeuge zum vollen Einsatz. Dünen rauf und runter mit traumhaften Dünenformationen. Doch ganz wichtig ist zu erwähnen, dass diese Dünen unter Naturschutz stehen und man nicht wild umher fahren darf, sondern nur in den eingefahrenen Spuren.

Wüste 2

Mit einem großen Fundus an schönen Fotos kam ich wieder in Swakopmund an. Dort angekommen, ist es wieder sehr kalt. „Da werde ich nicht meinen Geburtstag verbringen, ich suche mir einen schönen warmen Ort“, dachte ich.

Ich wollte nur weg aus diesem für mich trostlosen Ort. Auch wenn es zu einer Weltreise gehört, nicht immer an den schönsten Plätzen sein zu können, mein Geburtstag wollte ich doch schöner gestalten. Wunderschöne Plätze fand ich im Internet, Lodges direkt in den Bergen am Rande der Salzpfannen mit spannenden Geschichten – doch für mich als Autoloser Mensch unerreicbar, die Entfernungen sind hier einfach endlos.
Also ging ich in die Namib Touristeninformation. Eine sehr hilfsbereite, deutschstämmige Dame half mir mit endloser Geduld. „Ja, diese Lodge gefällt mir“. „Sie können dort mit dem Bus hinkommen, man holt sie dann ab“. „Oder soll ich doch noch in den Namib Naukluft Park zu den roten Dünen“? „Ja, ab Freitag geht eine 3-tägige Tour dorthin, sie endet am Sonntagabend in Windhoek“. Meine Gedanken: Windhoek, da muss ich doch erst Dienstag sein, da mag ich auch nicht so gerne hin. „Ich rufe mal bei der Lodge an, ob die überhaupt frei haben“. Was für ein hin und her, ich konnte mich einfach nicht entscheiden. In der Ruhe vor dem großen Sturm „Safari“ wollte ich gerne noch etwas Ruhe genießen und an einem schönen Platz meinen Geburtstag verbringen; eine Entscheidung musste her!
Die Lodge hat erst ab Samstag freie Kapazitäten. „Ok, dann die 3 Tagestour in die rote Namib Wüste, da wollte ich doch so gerne hin“.

Gebucht und gestartet an meinem Geburtstag, Freitag, morgens um 10 Uhr.
Am Ende des Tages kam ich an einem wunderschönen Ort und konnte dort sogar ein wenig feiern. Es gab eine Geburtstagstorte und mein erstes afrikanisches, sehr rhythmische Geburtstagsständchen: mein Highlight diese Tages!

BdayCake

In Swakopmund hatte ich allerdings noch einen Tag mehr, den Donnerstag, der sogar etwas Sonne hervorbrachte. Ich machte einen langen Spaziergang an der „Palm Beach“. Das Bild veränderte sich total, plötzlich tauchten direkt an der Küste all die Prachtvillen auf, in denen wohl diese wohlhabenden Retired Menschen leben. Moderne, teilweise sehr interessante, architektonisch eigenwillige und moderne Gebäude, die mich sehr für diesen Ort überraschten.
An meinem Geburtstag bin ich nun an einem wunderschönen Ort am Rande des Namib Naukluft Parks im Dessert Camp angekommen. Das Zelt bestand eigentlich aus gemauerten Wänden mit einem Dach aus dicken Zeltbahnen, das Bad ensuite. Unser Guide Gabrielle war nicht nur Fahrer und Guide, sondern auch unser Koch.
Unsere Gruppe hatte viele Nationalitäten aufzuweisen, eine junge Japanerin, 2 Kanadier, 2 aus UK, ein Amerikaner und ich als Deutsche. Alle waren wir Einzelgänger, davon drei Frauen. Unglaublich wie viele Menschen alleine reisen. Auffallend war jedoch für mich, dass meine Begleiter auch gerne für sich bleiben wollten. Sie alle machten Urlaub und nicht wie ich eine lange Reise. Wenn ich Urlauber Paaren begegne, sind diese viel offener als meine Gruppe in der Namib Wüste. Sie wollten meist ihre Ruhe haben. Was auch immer sie zum allein reisen bewegt haben mag. Es muss schon ein großer Unterschied sein, sich lange bewusst alleine auf den Weg zu machen, als ein allein reisender Urlauber. Auch wieder eine interessante Erfahrung, die ich hier nicht weiter kommentieren möchte.

Gabrielle war nicht nur ein interessant aussehender junger Mann, er konnte auch unglaublich gut kochen. Er kochte allerdings nicht am Herd, sondern am offenen Feuer, mit Topf und Grill wie alle Schwarzen. Ich glaube dies macht Vieles besonders schmackhaft und das Fleisch besonders saftig.

Um 5:30 Uhr am nächsten Morgen war die Nacht zu Ende und es ging los nach Sossusvlei, mitten in die rote Sandwüste von Namibia. Schon die Fahrt war ein Traum. Das Licht kam langsam über die Dünen gekrochen, plötzlich erschien ein roter Ball, die Sonne, genau scheinend auf einen der Ballons, mit denen man auch die Wüste bewundern kann; ein erhebendes Gefühl.

Vorbei fuhren wir an der Dune 45, die höchste Düne dort, die leider von vielen Menschen bestiegen werden kann. Doch der Wind pustet die Spuren wieder fort.
Bis zu einem Parkplatz; ab hier fahren nur noch 4×4 Fahrzeuge. Mit 2 großen Kisten steigen wir um in so ein Fahrzeug und es geht tiefer hinein in die Dünen Landschaft, durch weichen, schwimmenden Sand, vorbei an steckengebliebenen Fahrzeugen.
Angekommen erklettern wir nun die „Big Papa“ Dune, „Ohje, wirklich ganz bis nach oben“? Gabriele grient! Step bei Step geht es aufwärts, auf dem Rücken mein schwerer Fotorucksack, wie ich den jetzt schon verfluche! Die Stiefel füllen sich langsam mit Sand, Platz habe ich keinen mehr darin und meine Zehen tun mir langsam weh. Auf der Hälfte eröffnet sich uns eine seit Jahrhunderten ausgetrocknete Flusspfanne. Abgestorbene Bäume vervollständigen dieses fantastische Bild; nix wie runter da! Alle lassen wir uns mehr taumelnd als laufend die Düne herunter rutschen, die Schuhe allerdings nicht mehr fühlend. Barfuß wäre eine Option, doch nicht in dieser Wüste, der Sand ist zu heiß.

Unten angekommen stolpern wir auf den ersten sichtbaren Stein. Schuhe aus, Füße wieder fühlen und den grandiosen Blick erhaschen. Lange hält es mich nicht auf dem Stein, was für tolle Motive, sicher schon hundertfach fotografiert, doch jeder schaut anders, so auch ich. Eine Stunde laufen, staunen, Fotos machen. Zwischen 500 bis 1000 Jahre war hier kein Wasser mehr und doch scheint alles gerade erst erstarrt zu sein, so als wäre erst vor kurzem das Wasser vergangen.

Foto Namib WüsteEin unglaublicher Ort, den die Natur hier bereithält.

Zurück zum 4×4 Fahrzeug geht es noch eine kurzes Stück weiter bis zur „Big Mama“ Dune. Unter schattigen Kameltrees stehen Bänke und Tische bereit. Unsere Kisten werden ausgeladen und ein perfektes Frühstück wird uns von Gabrielle bereitet; Café und Tee werden durch Mangosaft ersetzt.
Gabrielle, nachdem wir uns gestärkt haben: „Wer geht jetzt die „Big Mama“ rauf? Ich nicht, zu heiß“. Die drei Jungen, mit einem der älteren Kanadier und ich natürlich! „Big Mama“ muss ich doch wohl als fünffache Mama besteigen! Rucksack mit auf den Rücken, sehr blöd, hätten doch die Drei darauf aufgepasst. Wieder Step by Step aufwärts. Die Jungen allen voran, ich hinterher. Auf halber Strecke fragt der Kanadier, „wie alt bist du eigentlich gestern geworden?“. „61“. „Ok, ich bin 65.“ Na dann man los wir zwei. Auch wir waren fünf Minuten später als die Jungen, um die 30-jährigen, oben. Ein traumhafter Bick belohnte uns für diesen Aufstieg, doch da die anderen warteten, mussten wir nach kurzer Zeit wieder runter. Oh weh, meine Füße waren schon wieder eingeklemmt zwischen Schuh und einem Kilo Sand, die Zehen taten mir inzwischen sehr weh. „Nützt nichts, runter muss ich“.

Nach dieser langen Tour freuten wir uns auf unser Camp, Badelatschen an und keinen Schritt mehr gehen. Um 15:30 fahren wir zum Sisirem Canyon. Oh von dem hatte ich schon in einem Buch gelesen, „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste.“ Zwei deutsche Männer, die sich 1942 mit Hund Otto 2 ½ Jahre in die Namib Wüste versteckt haben. Einer von ihnen wurde so krank, dass sie zurück mussten und danach ins Gefängnis kamen. Sie haben trotzdem überlebt, konnten somit das Buch schreiben. Wer das liest, weiß wie die Wüste hier tickt.

Ich dachte, bis dahin haben sich meine Füße wieder erholt. Nicht ganz, ich zog dummerweise auch noch meine Joggingschuhe an, anstatt die Wanderstiefel, vor denen hatte ich Respekt, dachte da passe ich jetzt noch nicht wieder rein.

Am Canyon angekommen, war es wieder Zeit zu Klettern. „Klar, eben Canyon“. Autsch, meine Zehen. Gabrielle fragte mich noch, ob ich joggen wollte. Haha!  Schmerz lass nach, funktionierte ganz gut nach einiger Zeit. Dieser Canyon kann schlagartig in der Regenzeit sehr viel Wasser führen, doch ist hier in dieser Gegend nicht jedes Jahr Regenzeit, zuletzt in 2011. Am Ende erkletterten wir immerhin ein kleines Wasserloch.

Am Abend konnten wir unsere Füße lange schonen und pflegen. Gabrielle kochte für uns einen riesigen afrikanischen Eintopf mit viel Gemüse und Fleisch, auch wieder am offenen Feuer. Ich habe zweimal zugelangt, so gut hat es mir geschmeckt.

Am nächsten Morgen gab es um 6:15 Uhr Frühstück, zuvor musste aber noch gepackt werden. Seitdem ich durch Afrika toure, bin ich zu einer Frühaufsteherin geworden. Um 6 Uhr bin ich immer schon auf den Beinen. Auf der großen Safari wird es es bestimmt ähnlich sein, schließlich hat der Tag hat hier in Afrika genau 12 Stunden Helligkeit, da passt man sich an.
Mein Packen an diesem Morgen war zum ersten Mal Stress pur. Mein weniges Gepäck hatte sich irgendwie zerflattert, nichts passte mehr zusammen, geschweige denn in meine Tasche. Fotoequipment zwischen Kleidung, schmutzige Kleidung zwischen Schuhen, Duschzeug im Rucksack, wo sind meine Ladegeräte….?

Wie soll das erst auf der Safari funktionieren, da krabbel ich ja schließlich auf dem Boden herum?! Da muss wieder System rein! Alles was ich auf der Safari nicht brauche kommt nach unten!

Nach dem Frühstück ging es auf langer Schüttelpiste nach Windhoek. Dort bleibe ich noch bis Morgen. Ab Mittwoch (20. Mai) geht es auf Safari! Viele Berichte werden folgen!

Da bin ich zur Stunde noch bis morgen früh. Bin heute 2 mal in die Stadt gelaufen, mit den schon oben geschilderten Erlebnissen. Campmatte gekauft.
Morgen habe ich hoffentlich noch Zeit in der Pension Uhland zu posten und den Blog zu füllen. Danach brauchen meine Fans etwas Geduld!

19.Mai.

Warte auf meinen neuen Safari Guide Frank.
Ist inzwischen gekommen und ich bin in der Pension Uhland gelandet.
Morgen um 8 Uhr startet meine große Safari, da werde ich lange nicht berichten können. Etwas Geduld müssen meine Leser dann aufbringen.

Die dritte Woche auf Kuzikus war wieder sehr spannend.

So spannend, dass ich gerne einiges davon erzählen möchte. Viel Spaß beim Lesen und Bilder schauen.

6.Mai.

Heute ist schon Mittwochmittag, wo sind nur wieder die letzten Tage geblieben?

Was war noch gleich am Sonntag, Ruhetag? Nein natürlich nicht!

Die Datenverarbeitung hat mich sehr lange in der Bibliothek sitzen lassen, weil es in meinem Zelt, nachdem die Sonne um 18 Uhr untergegangen ist, saukalt wird. Da hilft dann nur Socken an und ins Bett gehen. Allerdings noch nicht um 18 Uhr.

An einem dieser Tage erwischte mich Fritz mit meinem Laptop unterm Arm. So ergab es sich, dass wir gemeinsam die Fotos betrachteten. Die Website von Kuzikus wird gerade neu gestaltet. Fritz: „ Oh, die sind ja wirklich schön, können wir davon welche für unsere Website bekommen“? Das ging natürlich runter wie Butter!

Weitere Tage vergingen mit einem Botanik Ausflug, gemeinsam mit zwei Gästen und Berend. Wieder habe ich sehr viele Zusammenhänge über Fauna und Flora in der Savanne erfahren.

Wir fuhren bis tief in die Dunkelheit hinein. Es war schon ein besonderer Abend. Die Sterne leuchten hier zusammen mit dem Kreuz des Südens, das am Anfang der Milchstraße steht, besonders hell. Alles ist still zur Stunde Null des Dunkelwerdens, kein Lüftchen schwebt durch die Luft. Plötzlich fängt es an zu zirpen, knacken und rascheln. Die nachtaktiven Tiere erwachten!

Mit dem Scheinwerfer eingeschaltet, fuhr Berend sehr langsam durch die Savanne. Plötzlich aufleuchtende Augen zeigten an, dass dort ein Tier saß und uns beobachtete. Am häufigsten entdeckten wir die Löffelhunde, meist im Familienverband unterwegs. Das sind sehr putzig aussehende fuchsähnliche Tiere, mit sehr großen Ohren und dunklen Augen. Sie ernähren sich von Skorpionen, Spinnen, Mäusen und auch Früchten.

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Einer der vielen Löffelhunde.

Kurz vor der Farm entdeckte ich einen roten Schein am Horizont. Ich dachte so bei mir; ok, das ist wohl das Dorf der Buschleute mit einem Feuer in der Mitte.
Berend stoppte den Wagen und machte den Motor aus. Wow, das ist ja unglaublich, der Vollmond steigt knallrot über den Horizont der Savanne auf, zum Greifen nahe. Da stockt einem fast der Atem. So wunderschön.

Der nächste Morgen. Was wird heute auf mich zukommen?

Ich duschte ausgiebig um etwas warm zu werden, trödelte herum, bis Berend fragend auf mich zukam, ob ich schon gefrühstückt hätte. Nein. Ich könne mit Watson Zäune kontrollieren fahren, so in zwanzig Minuten. Das war natürlich nicht wirklich eine Frage für mich, ich sage doch immer „ja“.

Schnelles Frühstück, Kamera, Jacke und los, Hut vergessen. Wird schon nicht so lange dauern.

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Zaunkontrolle mit Watson.

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Eine junge Kudu Antilope stellte sich uns neugierig in den Weg.

Die Geschichte mit dem vergessenen Hut gestaltete sich etwas anders. Denn Pustekuchen, vier Stunden in der prallen Sonne waren wir unterwegs, zwischendurch hörte ich mich selber stöhnen. Doch der Ausflug brachte mich nun endlich bis zum äußersten, nordöstlichen Ende der Farm. An diesem Punkt beginnen die Dünen der Namib Wüste. Es liegt noch höher als die ganze Farm, die schon auf einem großen Plateau in 1.300 m liegt. So hat man einen unglaublichen Blick über die große Savanne, deren Vegetation dort oben sehr kärglich ist. Auch die Tiere bleiben wegen der Trockenheit näher an der Farm.

Zwischendurch gruben wir immer wieder Löcher am Zaun entlang. Ehrlichkeitshalber half ich nur bei den großen mit, Watson hatte da auch so seinen Stolz.

Wir fuhren an endlos langen Rinderfarmen entlang, auf denen man keine Tiere, außer ein paar weiß gescheckte Pferde entdecken kann. Doch plötzlich, was ist das? Eine Schildkröte; was die gibt es hier auch!? Mit einem hohen Panzer und Gras kauend schaute sie etwas skeptisch in unsere Richtung. Sie muss so um vierzig Zentimeter groß gewesen sein, ein wunderbares Tier.

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Eine wunderschöne Schildkröte saß auf unserem Weg …

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Gras fressend.

Langsam merkte ich, dass ich dringend aus der Sonne musste, von der Farm waren wir allerdings noch weit entfernt. Zischsch……..! Watson steigt aus, der Reifen ist platt, ein Kamelbaumdorn hat dies vollbracht.  Bildschirmfoto 2015-05-10 um 07.43.48

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Watson schafft den Wechsel in 20 Minuten.

Der Wagenheber eines großen Land Rovers ist schon schwer, doch Watson war in 20 Minuten damit fertig. Mein Kopf 20 Minuten länger in der ungeschützten Sonne…Punkt 12 Uhr kamen wir zurück, die anderen Buschleute liefen schon zu ihrem Dorf und ich ganz schnell in den Schatten. Trinken und in den Schatten legen.

8.Mai.

Gerade liege ich auf meiner Sonnenliege der Zeltterrasse mit Blick in den wunderbaren Sternenhimmel, wie fast jeden Abend, wenn ich nicht gerade in der Savanne unterwegs bin. Ich kann mich gar nicht von diesem Anblick lösen; doch stehen gerade wieder einmal alle Zeichen auf Trennung und Abschied nehmen!

Die Bestätigung der Buchung für Swakopmund kam gerade rein, nun noch den Town Hoper, der mich von Windhoek nach Swakopmund bringt buchen und Montag verlasse ich Kuzikus. Abschied nehmen heißt dies so plötzlich. Fast drei Wochen hat es gedauert bis sich hier alles vertraut anfühlt. Jetzt bin ich angekommen – soll ich wirklich an die Küste fahren?

Wie es scheint wird dies eines der Phänomene meiner Reise sein. Kaum fühle ich mich heimisch geht es weiter und die nächste Etappe beginnt. Gleichzeitig zieht mich meine Neugierde weiter, kann ich doch selber ganz frei für mich entscheiden. Eben diese Neugierde; wie sieht es denn nun an der Küste von Namibia aus und die Namib Wüste, die Flamingos in Waves Bay …., das ist genau mein Antrieb, der mich weiter ziehen lässt. Frei nach unserem Falkschen Familienantrieb: „Nur mal schauen was es da noch hinter der nächsten Ecke zu sehen gibt“.

Gerade heute hörte ich, wie einfach, wie patient und wie flexibel ich sei. Das hätten sie so noch nicht gehabt. Wenn es eine Aufgabe gibt, tue ich sie, wenn keine, weiß ich mich auch zu beschäftigen. Hallo alle Lieben daheim, so erlebt man mich weit weg von zu Hause!

Die hiesige Bibliothek hat mich ganz in ihren Bann gezogen. Heute Vormittag fiel meine Aufgabe aus und ich hatte plötzlich sehr viel Zeit. Finnen haben über Namibia einen Atlas erstellt, der sehr viele Forschungsergebnisse über die Fauna, Flora, Bevölkerung, Geschichte, Wachstum, ethnische Unterschiede, Krankheiten, Sterblichkeit, Politik, ……… vieles mehr darin wunderbar dargestellt hat.

Vier Stunden saß ich mit diesem Atlas unter einem Schatten spendenden Baum, mit einem Blick auf die Pferde, tief versunken. Um mich herum fand das Farmleben trotzdem statt. Wie habe ich das genossen!

Eine wirklich sehr intensive Zeit liegt hinter mir.

Diese Farm ist etwas Einmaliges auf der ganzen Welt und ich habe sie gefunden. Auch das ist typisch für meinen Instinkt. Ich suche und finde oft die Einmaligkeit, auch das hat etwas mit meiner Neugierde zu tun, doch hauptsächlich damit, ja nicht mit der Masse zu schwimmen, gern gehe ich deshalb viele Umwege.

So ist auch die Einmaligkeit dieser Wildfarm Kuzikus, die alles andere als einfach zu führen und zu halten ist, leider ein Exot in Namibia. Die Menschen, die diese Farm haben entstehen lassen, sind schon von einer Einmaligkeit, die eine immense Kraft und Ideologie voraussetzen lassen.

Sie habe ich kennengelernt, tiefe Gespräche mit ihnen geführt, Dinge erfahren, die in keinem Reiseführer stehen, auch von ihren Problemen gehört. Doch am meisten beeindruckte mich ihre Energie, ihr Glaube und ihre Liebe für das was sie hier tun, für den Erhalt des Artenschutzes von Namibia – NACHHALTIGKEIT kann man hier groß schreiben!

Alle drei Faktoren, Glaube, Liebe, Hoffnung sind hier tief bewegend vorhanden und passen genau in das Konzept von der Schmuckdesignerin Judith Lotter. Genaueres kommt später.

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Dies ist der Reisepaß mit dem Anhänger „Glaube, Liebe, Hoffnung“ gestaltet von Judith Lotter, der mit mir um die Welt reist.

Fragt man einen der erwachsenen, wissenschaftlich gebildeten Kinder, in Lausanne, Edinburgh, Berlin studiert: „Wo würdet ihr am liebsten leben“? „Na hier auf der Farm“!

Hildrud und Fritz, Eure Kinder sind mit dem Aufbau dieser Farm aufgewachsen, doch wie es scheint auch „mitgewachsen“!

Liebe Hildrud, vielen Dank auch an Dich für die intensiven Gespräche und die Einblicke Eures engagierten Lebens für diese Naturschutz geführte Farm“.

Diese Farm wird nun nicht nur von der Familie Reinhard geführt, sondern 12 sehr engagierte Mitarbeiter unterstützen sie tatkräftig dabei.

Gestern Nachmittag, Treffen um 15:30 Uhr auf der Farm. Alle hübsch angezogen, es ging zum Fotoshooting hinaus in die Savanne. Mit einem Unimog, der aus 1952 historische Land Rover, einem weiteren Land Rover und drei Pferden ging es hinaus.

„Wer und was kommt mit auf das Gruppenfoto? Der Unimog; nein der alte Land Rover auch; nein nur der Land Rover ……!“

Nur der alte Land Rover, mit dem Vater Fritz in Afrika ankam wurde als Statist gewählt. Familie und Mitarbeiter kletterten auf den Wagen, standen davor, daneben. Nun noch die Pferde, geritten von Hildrud und ihren Schwiegertöchtern Nicola und Louisa, Hund Sola neben Hildrud. Enkelin Amelie, 2 Jahre alt, mit auf dem Pferd, Brian,1 Jahr alt, hat immer den Hut im Gesicht, Janni man sieht dein Gesicht nicht, Hut ab…..!

Das Licht war wunderschön, der späte Nachmittag lässt alle warm erleuchten.

Klick, klick, klick ……………. 450 Bilder machte ich an diesem Nachmittag.

Gruppenfoto, jede Familie für sich, Portrait von jedem, Brüder, Schwester, Kinder ….!

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Nur gemeinsam lässt sich so eine große Wild Farm führen.

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Jeder hat seine eigene Aufgabe …

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Sie pflegen unter anderem den Garten.

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Johannes und Silva sorgen für das leibliche Wohl.

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Fritz, Johanna und Berend haben mir in diesen 3 Wochen sehr viel gezeigt und beigebracht. Ich danke euch dafür sehr.

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Mit diesem Unimog kommt man auch aus tiefen Löchern wieder heraus – zum großen Spass von Fritz.

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Louisa, Nicola und Hildrud wieder zurück auf der Farm.

Es ist schon eine große Herausforderung die tief dunklen Gesichter mit den hellen Gesichtern in Einklang zu bringen, doch macht es mir besonders viel Spaß, all die unterschiedlichen Momente spontan zu erfassen und genau im richtigen Moment auf den Auslöser zudrücken. 340 Bilder von 450 sind nun die Auslese, alle 340 möchte die Familie gerne haben, einige als Nutzen für ihre Website.

Sehr gerne, mein kleiner Beitrag in der Hoffnung auf ewigen Erhalt dieser Wild Farm, umgeben von Rinder- und Schafsfarmen, die Elektrozäune bauen, um den Wechsel der Wildtiere zu verhindern!

9.Mai.

Das Leben auf dieser Farm geht täglich mit neuen Aktionen weiter. Heute ist wieder die Jagd angesagt.Der Schütze muss perfekt schießen können, damit die Tiere nichts merken: „Erst kommt die Kugel, dann der Schall, das Tier merkt nichts!“ Aussage von Berend. Ein Schulkamerad von ihm ist der beste Schütze weit und breit. Er verbringt das schon zweite Wochenende gemeinsam mit Familie und Freunden hier.

Am vergangenen Wochenende habe ich gestreikt, wollte dies eigentlich miterleben, doch irgendwie habe ich mich davor gedrückt, durch allerlei Ausreden. Berend ist allerdings der Auffassung, dass ich dies miterleben sollte, allein um zu sehen, das die Tiere nicht leiden, sondern einfach nur umfallen. Reduziert werden müssen sie, das ist mir sehr wohl klar und habe ich auch schon nachhaltig erklärt. Das Fleisch wird hier auch sehr gerne abgenommen und schmeckt viel besser als antibiotisch behandeltes Vieh.

Morgen werde ich mich nicht drücken wollen, Stadtmensch du!

Fast bis zuletzt habe ich mich gedrückt, doch bei der letzten Ausfahrt war ich dabei!

Zuvor habe ich schon mehrfach erwähnt, dass das Wild hier kaum natürliche Feinde hat. Die großen Raubtiere Afrikas sind nicht zwischen den vielen Rinder- und Schafsfarmen zu halten. Dies führt zu einer sehr großen Population der Tiere auf dieser Wild Farm, das Gras kann dagegen nicht anwachsen. Die Folge wäre ein Verhungern der Tiere auf jämmerliche Weise.

Um dies nun zu verhindern, hat man sich hier zu zwei Formen der Reduzierung entschieden. Zum einen der Wildfang mit Hubschrauber und großem Trichter, die Tiere werden an weitere Wildfarmen verkauft. Zum anderen eben diese Jagd, die jetzt gerade zwei Tage lang stattgefunden hat. Die Tiere kommen in den Fleischhandel von Namibia. Man begegnet ihnen in den Restaurants als afrikanische Delikatesse.

Beides habe ich mehr durch Zufall miterlebt und erlaube mir hier kurz meine Eindrücke darzustellen.

„Stadtmensch du“, dass bin ich durch und durch, gleich wohl ich auf dem Lande wohne. Am Rande von Hamburg wohne ich umringt von Feldern und Wald. Rinder, Kühe und Schafe sind hier nicht mehr vorhanden, lieber baut man Raps als Viehfutter oder als Öl für die Industrie an. Getreide wird auch nicht mehr nur zu Mehl verarbeitet. Wildschweine in großen Rotten von bis zu 14 pro Familie freuen sich riesig über die Rapsfelder, doch auch zum Ärger der Bauern und vielen Gartenliebhabern.

Hier nun Kuzikus mit der Wild Farm, deren Tiere sich zum Glück hier gerne wieder ansiedeln – sie waren fast schon nicht mehr vorhanden in Afrika. 43 % der Fläche von Namibia ist mit Rinder- und Schafsfarmen in privater Hand mit Tieren, die hier in Afrika eigentlich gar nicht hingehören. Dazwischen befinden sich einige Wildfarmen, Kuzikus ist eine Naturschutz geführte Farm.

Ob nun in unserer Region oder hier in Afrika, auf beiden Seiten muss von Menschenhand reduziert werden. Dies wird gleich wohl durch die Jagd geregelt.

Um 15:30 am Nachmittag ging es los. Ich stieg gemeinsam mit dem Jäger Dirk hinten auf den Land Rover, seine Frau saß unten am Steuer, beide sind ein eingespieltes Team. Berend fuhr mit einem weiteren Wagen hinterher. Ein großes Präzisionsgewehr mit Fernrohr und Schaldämpfer oben auf dem Dach. Mir wird erklärt, dass die Tiere keinen Stress erleben dürfen, daher schießt man aus einer Entfernung von 200 Metern. Nach einiger Zeit entdecken wir zwei Gnus, am Morgen wurde eine große Herde von rund 80 Tieren gesichtet. Der Wagen wird im Bogen um die Tiere gelenkt, bleibt bei 200 m stehen. Paff, ein Knu fällt um, es ist sofort tot. Das andere schaut etwas verwirrt und läuft davon. Wir fahren an das Tier heran; Kopfschuss, kaum etwas ist zu sehen. Das Tier hat nichts davon mitbekommen – was ist nun schonender? Wildfang oder dieser Schuss.

Mir wird immer wieder erklärt, wie wichtig es ist, die Tiere nicht in Stress zu bringen. Zum einen um nicht das Wildschutzgebiet in Unruhe zu versetzen, zum anderen wäre dies auch am Fleisch zu merken, Stress setzt Hormone frei, die das Fleisch verderben.

Wie sieht es denn da so mit unserer Massentierhaltung und Massenschlachtung aus? Ich werde mir kein Fleisch mehr im Billigsupermarkt kaufen!

Es wurden auf diesem Wege noch einige Tiere geschossen, immer mit dieser genauen Präzision. Am Schluss war ich umringt von geschossenem Wild; doch der Schrecken davor wurde mir bei dieser Form der Jagd genommen. Am Abend aßen wir alle gemeinsam Oryx Steak!

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Streifengnus

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Hier in Afrika wird mich dieses Thema noch einen Monat weiter begleiten. Am Meer ziehe ich erst einmal an Fisch vor, doch auf der Safari werde ich hierzu noch ganz andere Erfahrungen sammeln. Nach Afrika geht es wohl eher fleischlos einige Monate in Indien und Südostasien zu. Da brauche ich nur einmal über einen Markt zu gehen und der Appetit ist mir vergangen. Noch ein weiteres Fleisch-liebendes Land wird mir auf dieser Reise begegnen, Argentinien! Auch dort hoffe ich einige Zeit auf einer Naturschutz geführten Farm zu verbringen. Kennt jemand vielleicht eine?

Was für Erfahrungen werde ich als Schatz meines Lebens mit nach Hause bringen….!

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Unimog fahren hat schon was.

Auf bald aus Swakopmund!

 

 

Drei aufregende Tage mit Wildfang auf Kuzikus.

Nun sitze ich in meinem Zelt, schreibe und genieße dabei ein Glas Weißwein „Jordan aus Stellenbusch“, in ungewöhnlicher Abwechslung mit einer Tasse Rooibushtea.

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Riesige Viehtransporter warten auf den Wildfang.

Seit gestern Abend stehen hier drei riesige Viehtransporter die darauf warten, mit Wild gefüllt zu werden. Um den Wildbestand zu regeln, werden ab und an Tiere für andere Wildfarmen zum auswildern gefangen. Das wird nun wohl die nächsten Tage passieren, man wartet nur auf den Hubschrauber, mit dem dies wohl nur geht. Das wird alles sehr spannend werden. Ich werde sehen was morgen passiert.

Eines steht fest, flexibel muss ich hier sein, alles machen, was mir auch sehr kurzfristig aufgetragen wird. Eine sehr interessante Aufgabe für mich, nicht groß nachdenken, sondern einfach machen!

Auf Morgen.

1.Mai. (28.4.-30-4.)

Heute ist schon der erste Mai – oh je bald habe ich Geburtstag. Werde ich dann noch hier sein und verlängern oder fahre ich nach Swakopmund? Jeden Tag denke ich anders darüber. Einerseits ist es hier sehr interessant und meistens fühle ich mich hier auch puddelwohl, andererseits denke ich, dass 3 Wochen in der Wildnis absolut reichen, da ich mir ja noch auf der anstehenden Safari ab 19. Mai auf dem harten Boden die einen oder anderen Schwielen holen werde. Meine Neugierde möchte auch noch die Küste von Namibia kennenlernen und vor allem den Abbruch zur Küstenregion, der wunderschön sein soll. Heute tendiere ich wieder in diese Richtung, allerdings werden hier ab dem 17. Mai Drohnen zu wissenschaftlichen Zwecken eingesetzt. Auch interessant, doch muss ich das alles kennenlernen auf meiner Reise?

Zurück zu den letzten drei aufregenden Tagen mit Wildfang und Rhino Pirschgang.

Gleich am nächsten Morgen ging es damit los. Der Hubschrauber war nachts schon gekommen. Ein hin und her der Brüder über meine Verwendung ergab, dass ich erst gegen 10 Uhr mit Berend an der Fangstelle ankam, während Fritz zuvor zwei Stunden mit dem Hubschrauber jeden Quadratmeter der Farm abgeflogen ist, um eine Tierzählung vorzunehmen.

Riesige Stoffwände flatterten durch die Buschlandschaft, endlos als Trichter aufgebaut, der sich in Richtung Wildnis weit öffnete.

Die Mündung war mit hohen Metallwänden bis zu einem der großen Viehtransporter verbunden. Sofort war mir klar wie der Wildfang ablaufen sollte. Der Hubschrauber treibt die Tiere in die große Öffnung des Trichters hinein, zwischendurch gab es riesige Quervorhänge, die im Laufschritt von den Wildfängern geschlossen wurden, wenn die Tiere durch waren. So konnten sie nicht wieder ausweichen.

Als erstes wurden die Oryxantilopen, auch Spießbock genannt, mit riesig langen und sehr spitzen Hörnern gefangen. Es sind sehr schön gezeichnete und würdevolle Tiere.

Der ziemlich kleine Hubschrauber, von weitem aussehend wie eine Biene, kreiste um die Tiere herum und trieb sie so bis in den Trichter hinein. Waren sie erst darin, ging alles rasend schnell.

Schiebetüren am Ende des Trichters sorgten dafür, dass nicht alle auf einmal in den Transporter kamen, denn vorher bekamen die Tiere zugeschnittene schwarze Plastikrohre aufgesteckt. Zum einen, damit sie sich nicht selber verletzten und zum anderen, auch nicht die Wildfänger verletzt wurden. Mit wilden, lautem Getöse landeten die Oryx in abgetrennten Kammern in das Innere des Transporters.

Ich stand währenddessen bei einer der Wände und hielt meine Kamera in die Höhe, den großen Bildschirm eingeschaltet und schoss staubige Bilder von der ganzen Szenerie. Später fand ich ein Loch in der großen Plane, steckte das Objektiv durch und konnte ebenfalls über den Bildschirm aufregende Fotos machen. Ein drittes Mal hockte ich auf dem Dach des Viehtransporters, der fürchterlich wackelte, weil die Oryx darin sehr aufgeregt herum trampelten.

Meine Gefühle waren dabei doch sehr gespalten. Das Wild muss reduziert werden, doch habe ich diese schönen Tiere die ganzen Tage zuvor in ihrer ganzen Freiheit erlebt, galoppierend durch die Savanne und nun in diesen Viehtransportern! Kamera und ich kamen später völlig verstaubt wieder auf der Farm an; eine Dusche für mich und Püster für die Kamera waren von Nöten.

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Der Hubschrauber treibt die Tiere in den großen Trichter hinein.

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Sie gelangen durch eine Stiege in den großen Transporter.

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For rural poverty reduction!

Inzwischen waren wieder Gäste, dieses Mal ein Ehepaar aus München, eingetroffen, sodass ich wieder in der Lapa, dem runden Beobachtungsgebäude, mit essen konnte. Bei sehr netten Gesprächen mit Wein und Trüffeln am Abend bekamen wir von Fritz viele interessante Infos über den praktizierenden Naturschutz einer Wild Farm in Namibia.

Am nächsten Morgen um 6 Uhr ging es mit der Münchner Familie und den Buschmännern John sowie Gouse auf Rhino Pirsch. Bei unserer letzten Pirsch suchten wir drei Stunden, dieses Mal präsentierten sich nach einer Viertelstunde die ersten drei: eine Familie mit einem vier Jahre alten Jungen. Solange sie uns nicht wittern, kann man sich heranpirschen, doch sollte dies einmal anders herum der Fall sein, können die Black Rhinos sehr gefährlich und schnell werden.

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Black Rhino Mama mit ihrem Kind.

Weiter ging die Fahrt in Richtung einer der 14 Wasserstellen. Zu dieser Tour gehört auch ein Fußmarsch, um das Spurenlesen kennenzulernen. Also stiegen wir vorher aus und machten uns auf den Weg. Buschmann John hat eine sehr amüsante Art, seine eigene Lebensweise uns beizubringen, besonders liebt er es uns die unterschiedlichen „Kackas“ zu zeigen. Daran kann man genau erfassen, wann und welches Tier sich hier und dort befunden hat, sehr wichtig für die Jagd. Auch, dass die Tiere immer wieder zum Markieren ihres Reviers zurückkehren, sich dort aber an andere Bullen heranschleichen um zu zeigen, „ich bin auch noch hier“. Sollten sie sich dort begegnen, kommt es zum Kampf.

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John und Gouse zeigen uns das Spuren lesen.

Weiter Richtung Wasserstelle – Gouse ist inzwischen zum Wagen zurückgekehrt und fährt dorthin – entdecken wir eine liegende Giraffe, den Kopf halb hoch reckend. Beim näheren herankommen sehen wir, dass sie tot ist. John schmeißt sich auf ihren Rücken, „Foto“! Mich schaudert es, doch das ist eben auch Wirklichkeit der Wildnis; vermutlich hat ein Schlangenbiss das Tier verenden lassen.

Oskar ist ihr Name und sie liegt dort schon ein halbes Jahr. Von weitem unversehrt, doch haben die Geier das Tier durch relativ kleine Löcher am Bauch ausgeweidet. Auch am Kopf sind nur noch Haut und Knochen, das Fell ist zu Leder mit Zeichnung geworden.

Der Wagen ist inzwischen angekommen, Kaffee ist heute nicht dabei, Cola und Wasser müssen auch reichen. Wieder wurde gezeigt, wie man Feuer im Busch entfacht. Doch viel spannender war die Nachricht, dass ein Stückchen von uns entfernt noch mehr Black Rhinos sind. Also nichts wie hin. Unglaublich, an einem Morgen mehrere Rhinos, zwei Familien mit ihren Jungen. Diesmal war das Licht auch perfekt, wir konnten viel dichter heran, dies selbstverständlich nicht ganz ohne Bauchkribbeln. Einige schöne Fotos kamen dabei auch heraus.

Zurück auf der Farm gab es ein late Breackfast.

Viel Zeit hatte ich nicht zum durchschnaufen, Berend kam auf mich zu: „Karin, gleich geht es wieder raus zu den Wildfängern, willst du mit“? „Klar“. Sprung und los.

Diesmal sollten Zebras gefangen werden, „oh je, nein diese wunderschönen Tiere auch“? „Ja, nur eine junge Hengstgruppe“! 600 Weitere leben noch auf Kuzikus. Nun war der Eingang zum Transporter regerecht verbarrikadiert, für meine Kamera kein Reinkommen. Ich pirschte mich zu meinem gestrigen Loch vor, das gerade mit großen Stichen geschlossen wurde. „Halt, bitte ein Loch für mein Objektiv lassen“! Wieder ging es rasend schnell, die Tiere galoppierten in einem rasenden Tempo an mir vorbei, Staub wirbelte wieder durch die Luft. Ich stieg nochmals auf das Dach des Transporters und erhaschte noch ein paar Fotos.

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Diese Zebras wollten doch lieber wieder raus.

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Wunderschöne Tiere!

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Falsche Richtung.

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Auch hier wieder gespaltene Gefühle. Werden sie wirklich alle wieder gesund in die Freiheit entlassen? Wenn diese Hengste sich allerdings immer weiter vermehren und die vielen anderen Grasfressenden Tiere auch, wird hier bald kein mehrjähriges Gras mehr wachsen und die Savanne wird „verbuschen“. Das heißt, der Boden hat keinen Platz mehr, mehrjähriges Gras entstehen zulassen. Übrig bleibt für die Tiere erst einjähriges „Saures Gras“ und wenn dies aufgefressen ist, ungenießbares Wildkraut. Sie würden hier jämmerlich verhungern. Wasser hätten sie durch die Brunnen-Wasserstellen genug, doch das reicht nicht zum Leben.

Nachhaltiger Naturschutz hat hier in Namibia eine andere Bedeutung. Da die Tiere hier durch große Raubtiere keine natürliche Dezimierung haben, muss von Menschenhand eingegriffen werden, damit der Erhaltungsschutz bestehen bleibt.

Am gestrigen und dritten Tag des Wildfangens sollten erst einige Straußhähne und später Springböcke gefangen werden. Diesmal fuhr ich mit Fritz raus. Von beiden Brüdern erfahre ich sehr Vieles über die Praxis einer Naturschutz geführten Farm, das mich sehr zum Nachdenken bringt über diese so andere Welt hier in Namibia.

Auch ihr Herz ist schwer, angesichts der Tatsache, dass man gezwungen wird zu solchen Mitteln zu greifen, dazu zählt auch die mehrmalige Jagd im Jahr. Dies ist allerdings auch in unserem Lebensraum nicht anders. Gerade am Rande des Sachsenwaldes bei Hamburg, meiner Heimat, muss regelmäßig gejagt werden, damit uns die Wildschweine nicht in die Stadt laufen oder unsere Felder zerstören. Auch dies ist Naturschutz für unsere Region, unser Lebensraum ist nur sehr viel kleiner, so auch der Tierbestand.

Zurück zum dritten Wildfangtag. Fritz führte mich zum zweiten Vorhang mitten in dem Trichter. Dort konnte ich mich verstecken und auf die Strauße warten. An jeweils einer Seite stand ein Wildfänger zum Schließen des Vorhanges bereit.

Der Hubschrauber in Hörweite und schon rasten die Strauße an mir vorbei. Vorhang zu und weg waren die Wildfänger. Ich dachte schon etwas enttäuscht, das war’s nun? Doch auf einmal kamen drei Strauße direkt auf mich zu gerast. Ich sprang schnell hinter einer Vorhangmulde. Herzklopfen und Neugierde, Kamera draufhalten; huh kommen die mir nahe. Immer wieder rannten sie im Kreis, wieder kamen sie in meine Richtung, ausweichen konnte ich nicht, hinter mir war alles dicht; also aushalten und abwarten. Nach gefühlten Minuten kamen einige Wildfänger zurück gerannt. Mit einer gekonnten Rolle sprang der eine hinter einen Busch, als einer der Strauße auf ihn zu raste, zum fotografieren war ich da gerade zu fasziniert von dem Anblick dieses Schauspiels. Endlich Ruhe, so wagte auch ich mich aus meinem Versteck heraus und krabbelte durch die Absperrung. Am Ende angekommen floh genau vor mir doch noch ein Strauß durch die Absperrung. Alle anderen waren sehr schnell im Transporter und verhielten sich eher ruhig.

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Wer kann hier wohl schneller rennen?

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Die drei Rückläufer!

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Die Drei kamen mir wirklich sehr nahe!

Jan, der Hubschrauberpilot, der auch gleichzeitig der Wildfangunternehmer und Händler ist, war an diesem Tag nicht sehr glücklich. Für diese Gruppe Strauße ist er drei Stunden in der Luft gewesen, die Suche nach Weiteren lohne sich nicht. Auch steht der Wind heute nicht sehr gut, um sie in den Trichter zu führen. Doch der Transporter sollte noch voll werden. So beschloss er Springböcke einzufangen und ging wieder in die Luft und ich in mein Versteck hinter dem Vorhang, trotz Herzklopfen war der Standpunkt doch recht spannend. Warten, warten, warten, natürlich wurde es auch immer heißer, inzwischen war es schon Mittag. Die Treiber hatten sich alle schlafend in den Schatten verdrückt.

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Warten, warten, warten ….

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Kaum hörte man den Hubschrauber in die Nähe kommen, kehrte spannendes Leben zurück, alle bereit zum schnellen Springen und Laufen, ich bereit mir meiner Kameraeinstellung. Diesmal sollten Springböcke kommen, meine Lieblingstiere hier in dieser Wildnis. Sie sind wunderschön gezeichnet, grazil im Lauf und Sprung. Sicher werden sie sehr schnell hier durchrennen.

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Hubschrauberpilot Jan, immer dicht über den Boden.

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Schnell geht der Vorhang zu.

Staub, springende und rasende viele kleine Böcke flogen nur so an mir vorbei. Der Vorhang schloss sich durch rennende Treiber ebenfalls sehr schnell. Ich wartete einige Zeit, erwartete auch einige Rückläufer, doch niemand kam. So ging ich zum Trichterende und wieder flitzten einige durch die Trennung davon. Es herrschte ein lautes Getöse und viel Aufregung am Eingang des Transporters. Die Springböcke sind sehr schwer zu fangen angesichts ihrer schnellen, lebendigen Art. Stellen doch diese Tiere ein Bild der totalen Freiheit dar. Ihre Sprünge draußen in der Savanne haben etwas fliegendes, leichtes an sich, ein Sinnbild der Freiheit! So ließen sich nicht sehr viele einfangen, die Sonne stand sehr hoch, es war heiß und alle schienen erschöpft.

Auch Jan entschied: „Kein guter Tag für Wildfang heute, wir hören auf“.

Inzwischen war es schon Nachmittag, die Farm ist fast ausgestorben. Berend, Johanna mit Tochter und Mutter sind in Windhoek, Gäste wieder abgefahren, Mittagessen nicht gekocht. Fritz fand Reste in der Lapa vom Vorabend. Wir schälten Trüffel dazu und fertig wurde ein köstliches Essen. Wie immer mit interessantem Gespräch über das Leben hier in der Savanne.

Ich war ziemlich erschöpft durch die letzten drei Tage. Wohl auch durch die viele Sonne, der man dort draußen ausgesetzt ist. Email, Finanzen checken, Familie kontakten waren nun mal wieder dran. Süße Bilder von meiner Enkelin Emma wurden mir geschickt. Ja, ich vermisse Euch schon alle ein wenig.

2 kleine Gläser Vino und eine kalte Nacht mit schlechtem Schlaf folgte. Den darauffolgenden Morgen sitze ich nun auf meiner Terrasse und schreibe dieses Obige. Scheint heute ein ruhiger Tag zu werden. Schön, kann ich gut gebrauchen.

2.Mai.

Neue Gäste sind angekommen. Wieder die Gelegenheit um 6 Uhr morgens in die Kalahari zu pirschen. Durch die letzten Wildfangtage waren die Wildgruppen etwas weiter entfernt. John führte uns wieder zu Fuß zu einer der Wasserstellen, in einer Reihe gehen, Spuren lesen, „Kackas“ erkennen und leise sein. „Schaut vorne ein Rhino“. Ich erkenne überhaupt nichts, wo? Leise gehen wir gegen den Wind näher heran. „Oh ja wirklich“. Wir kommen sehr dicht an eine riesige Mutter mit Kind heran. Leises Herzklopfen, so dicht! Unglaublich, dass diese Tiere auch sehr schnell rennen können. Diese Beiden bemerkten uns zum Glück gar nicht und fraßen genüsslich von den stacheligen Büschen. Ich konnte sie schnaufen hören, während sie ganze Äste brachen und diese zermalmten.

Die Black Rhinos sind wirklich besonders Schützens würdig. Noch vor sehr vielen Jahren gab es über 200.000 Stück, um 1906 sogar 400.000.  2003 nur noch 2000. Heute ist die Zahl, dank des Schutzprojektes der Namibischen Regierung und der Naturschutz geführten Farmen wieder auf 4000 gestiegen. Leider steigen auch die Zahlen der gewilderten Black Rhinos wieder.

Wirklich eindrucksvoll diese großen Tiere, die hier auf Kuzikus zum Glück noch sehr geschützt leben. Das wird hoffentlich auch so bleiben!

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Rhinos gut versteckt in der Savanne von Kuzikus

3.Mai.

Heute ist Sonntag, dieser Tag steht für mich zur freien Verfügung. Also eine Gelegenheit meine Erlebnisse der letzten Zeit hier auf Kuzikus in meinem Blog zu veröffentlichen. Nächste Woche wird es eine neue Website von Kuzikus geben. Für Naturliebhaber und Wissenschaftler ein toller Ort um das Leben in der Kalahari kennenzulernen.

 

 

Bei meinem Volontariat auf Kuzikus lerne ich sehr viel Neues kennen.

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Mehrjähriges Gras!

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Hier wächst kein Gras mehr.

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Springböcke und andere Tiere brauchen das mehrjährige Gras als Futter.

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Nicht nur wunderschön anzuschauen, sondern auch vielfach nutzbar. Wie ich hörte als Daunen oder Ohrstöpsel

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Diese Bohnenartige Akazienfrucht ist Futter für viele Tiere.

Sonntag 26.April    

Am Morgen ging es mit Johanna, Biologin/Zoologin, in die Savanne und nicht Steppe! Von ihr lerne ich viel über die Gegebenheiten hier an der Kalahari Grenze. Steppe: da wächst nur Gestrüpp oder gar nichts. In der Savanne wächst im besten Fall mehrjähriges Gras, stehen Büsche und Bäume, doch man muss durch Überweidung aufpassen, dass es nicht verbuscht. Das würde das Gras zerstören und die Wildtiere hätten nichts zu fressen. Ihr heutiges Projekt waren nicht die hier blühenden Pflanzen, sondern untersucht sie die verschiedenen Insektenarten auf unterschiedlichem Grund. Der eine ist sogar absichtlich abgebrannt worden, der andere völlig abgeteilt von der Wildnis.

Dort stehen Fallen in Form von eingegrabenen Eimern. Sie sammelt diese Tiere und katalogisiert sie, auch in Schaukästen. Einen Skorpion haben wir auch entdeckt, doch den ließen wir nach einem Foto laufen. Die Eimer wurden von mir auf den Knien rutschend wieder eingebuddelt. Ich hatte eine zu kurze Hose an, sodass ich mir dabei die Knie auf dem roten, heißen Sand etwas zerschunden habe. Jetzt brennen sie. Das Leben ist hart in der Kalahari!

Am Nachmittag bekam ich überraschend die Aufgabe unser kleines Straußenbaby aus dem Gehege zulassen, dabei aber nicht aus den Augen zulassen. Mir hat es einen riesen Spaß gemacht, komme ich dabei so richtig zur Ruhe und mit Tieren kann ich umgehen. Auch ein paar schöne Fotos kamen dabei heraus. Nach einer Stunde sattfressen ging es fast von selbst wieder ins Gehege. Diese Aufgabe obliegt mir nun fast jeden Nachmittag.

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Dieses Straußenbaby wurde vor einiger Zeit eingeklemmt im Zaun gefunden.

Jeden zweiten Tag mache ich auf meiner kleinen Zeltterrasse etwas Joga und Stretching, damit ich nicht einroste. Einer der Gärtner erhascht davon einen Blick, griente vor sich hin; so was verrücktes, dachte er bestimmt.

Morgen geht es wieder zur Solarpumpe. Ob sie wohl fertig wird?

 27.April.

Die Solarpumpe hat es wirklich in sich. Wir kamen gar nicht erst los, weil ein Elektrostecker verschwunden war. Eine Stunde vergeblichen Suchens hat Berend auf die Idee gebracht mich mit John los zuschicken und bei der Pumpe nachzuschauen. Diesmal fuhr ich schon ganz locker mit dem Land Rover durch den roten Sand. John und ich schauten uns um, es war nichts zu finden. Ich wollte gerade meinen Kreis des Suchens vergrößern, als John ganz aufgeregt zu mir winkte. Hier hat uns ein Nashorn gewittert und dabei ganz wütend geworden. Er hatte wilde Spuren hinterlassen, kleine Pflanzen waren herausgerissen. Schnell, wir fahren noch einen Bogen und dann wieder weg! Das sah in der Tat nicht harmlos aus, auch ich wollte diesem Nashorn nicht begegnen.

Am Nachmittag ergab sich die Gelegenheit mit Fritz weitere Trüffel von den Schwarzen der Nachbarfarm einzukaufen. „Ok, Karin da kannst tolle Fotos machen“. Wir nahmen noch eine riesen alte Waage mit, wegen der Fotos. Bei der Fahrt über die Farm entstand sehr schnell ein interessantes Gespräch über die Entwicklungshilfe aus den Neunzigern und dem Naturschutz heute. So erfuhr ich, wie wichtig es ist, die Einheimischen in alle Aktivitäten mit einzubeziehen und warum die Jagd, sowie andere Natur schützenden Maßnahmen wichtig sind. Den Menschen wird der Nutzen beigebracht, indem sie immer etwas davon abbekommen. Sie merken dadurch, wie wichtig es ist auf ihr Wild zu achten und verhalten sich entsprechend achtsam.

Am Ausgang der Farm angekommen, kamen uns gleich vier Schwarze mit zwei großen Tüten Trüffel entgegen. Die große Waage ergab in der Tat ein sehr dekoratives Bild mitten im roten Sand, dahinter die Schwarzen und Fritz. 10 kg Trüffel plus etwas Foto Geld für 20 €.

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10 kg Trüffel, ausgegraben von dieser Familie.

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