Meine kulturreichen und großartigen Erlebnisse in Peru werden mich immer bewegen!

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Titicacasee

9. März, inzwischen schon in Ecuador!

Lange blieb es stumm auf meinem Blog. Ja, ich war sehr viel mit dem Reisen durch eine fantastische Kultur in Peru beschäftigt, zahlreich an Erlebnissen und tiefen Eindrücken. Zum Schreiben kam ich kaum, vor allem nicht regelmäßig. So springe ich ein wenig durch meine eigene Geschichte dieser Reise. Mein letzter Monat eines ganzen Jahres bricht bald an – geniessen werde ich diesen, nun schon in Ecuador, aus vollen Zügen!

24. Februar, in Arequipa.

Neun Tage liegen schon wieder zwischen dem letzten Eintrag meiner Reisegeschichte. Umhergezogen bin ich reichlich im südlichen Peru; keine Zeit zum Schreiben. Schnelle Einträge in mein kleines Büchlein, das immer mit mir umher zieht, werden mir bei meinen Erinnerungen helfen die Fülle der letzten Tage aufzuschreiben.

Eine Aussage, die mich gerade hier in Peru beschäftigt: Es gibt auf dieser Erde keinen Platz der uns absolute Sicherheit beschert. In der westlichen Welt versucht die IS mit Terror zu beherrschen, das uns in Europa die tausenden von Flüchtlingen beschert. Naturgewalten, so wie in den Anden, Nepal oder Neuseeland schwere Erdbeben und Vulkanausbrüche, geben uns Grenzen auf, Grenzen die uns immer wieder daran erinnern nicht Unsterblich zu sein. Die Frage bleibt nur, wie gehen wir damit um?

Besonders in Peru, ein hoch kulturelles Land, das noch heute an die Inka Kultur andockt, wie kein anderes Südamerikanisches Land. Armut und Reichtum klaffen hier so unglaublich stark auseinander. Fährt man mit dem Bus in eine dieser vielen Städte hinein, möchte man dort eigentlich gar nicht hin. Doch kommt man in der Mitte an, meist am Plaza de Armaz, wird man angesichts des Kultur Reichtums ganz schweigsam. Noch heute leben die Nachfahren der Inkas diese Kultur, besonders in den Anden nach, zum Glück ohne ihre Kinder zu opfern.

Schockierend, so wie beeindruckend war es für mich in dem „Sanctuaries Anden Museum“ in Arequipa die Geschichte der Kinderopfer und ihre Mumien zu sehen, waren doch die Inka jener Zeit im Glauben, die Götter, die die Vulkane zum kochen brachten, mit diesen unglaublichen Kinderopfern zu besänftigen. Noch bis heute haben sie sich nicht besänftigen lassen. 2001 wurde Arequipa beträchtlich durch ein Erdbeben zerstört, ein Turm der wunderschönen Kathedrale stürzte ein. Die Aussage der Bewohner,: Ja, wir leben täglich damit, irgendwo wackelt es immer.

Juanita, das wunderschöne Mädchen von dem „Vulcano Ampato“ wurde nach einem Ausbruch des Nachbar Vulkans durch dessen warme Asche im Eis frei gelegt. Weitere Ausbrüche legten insgesamt 17 Kinder Mumien frei, die seit 1989 mit dem Projekt „Santarios de Altura del Sur Andimo“ zusammen mit der Catholic University in Arequipa erforscht und weiterhin im Eis konserviert werden. Tief beindruckend!

Die Bauweise der Inka, zylindrisch Türen und Fenster zu errichten, bewährt sich schon seit Jahrhunderten, halten auch größte Erschütterungen stand. In diesem Teil der Anden, im südlichen Peru stolpert man fast über die Inka Kultur. Machu Picchu, Klöster, die zwar von den Spaniern übernommen wurden, alte Terrassenbauten an den endlosen Hängen der Anden, Tempel, Aquädukte, Mauerreste ……! Jede Stadt hat mindestens ein Museum, welches sich mit dieser Zeit auseinander setzt, der Hochkultur der Inka. Wenn man sich tiefer mit Perus Kultur beschäftigt stößt man unweigerlich auf noch viel frühere „Pre Inka“ Kultur, davon werde ich noch viel zu sehen bekommen.

Auch wenn es überall wackelt oder Vulkane tätig sind, die Peruaner bleiben ein fröhliches Volk mit ihrer Musik und den Rhythmus, zusammen mit ihren farbigen Trachten, denen man überall begegnet, trotz oder wegen der Moderne, die auch hier aktiv Einzug nimmt.

Peru zählt zu einem meiner Lieblingsländer meiner Weltreise!

Seitdem ich Machu Picchu und Cusco verlassen habe, bin ich durch viele unterschiedliche Gebiete in denHochanden gekommen. Meine 10 stündige Bustour von Cusco nach Puno mit seinem Titicacasee führte mich immer weiter hinauf. Dabei konnte ich wunderschöne Kirchen besichtigen, wieder ohne Fotoerlaubnis, San Pedro in Andahuuaylillas, aussprechen kann ich dies nicht. Spanische Wandmalereien vermischen sich mit der indigenen Kultur, wunderschön zusammen gefügt. Prächtige Gold und Silberaltare zusammen mit spanischen Gemälden schmücken diese Kirche aus.

Lange fuhren wir einem Hochtal entlang, begleitet von einem reißenden Fluss, der auch bis Machu Picchu fließt, bis dahin seinen Namen dreimal wechselt. Neben dieser Straße fährt auch der PeruRail mit seinem Luxuszug von Cusco nach Puno. Bei diesem Bau waren auch die Engländer beteiligt, die gleichzeitig dieses Tal mit Eukalyptuswäldern bepflanzten, heute ökonomisch für Peru sehr wichtig.

Weiter führte unser Weg zu der Inka Tempelanlage Raqchi, die direkt am Inka Trail liegt. Der Inka Trail ist 5300 km lang, startet in Kolumbien führt über Ecuador nach Peru und Bolivien, streift dabei Teile von Chile und Argentinien. Die Inkas waren seiner Zeit nur ein Teil des gesamten indigenen Volkes, dargestellt in einer Pyramide. Der höchste Teil, das der Könige, danach kamen die Noebelos, Geologen, Astrologen, auch Frauen und Kinder …., danach kamen die Pueblos, Farmer und Handwerker, die Erbauer der Inka Stätten. (Vollständigkeit dieser Geschichte folgt später, dies waren die Erklärungen unseres Guides)

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Inka Tempelanlage „Raqui“, hier noch einer der Türme, der das Dach hielt.

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Heute steht hier noch eine 100 m lange Wand.

Die Fahrt führte uns immer höher die Anden hinauf bis zu einem kurzen Stopp in 4335 m, Abra la Raya. Ein kleiner Markt der Anwohner dieser Hochanden befand sich hier oben – an einem kleinen Vikunja, die Wildform eines Lamas, für meine Enkelin Emma mit echtem Fell konnte ich nicht vorbei gehen. Plötzlich aufkommender Regen ließ uns dieses Vergnügen schnell beenden. Folien flogen in Windeseile über die Marktstände und wir stiegen ganz schnell wieder in den Bus. Nun wird dieses kleine Tierchen noch 2 Monate mit mir reisen müssen.

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Auf 4335 m Höhe fand ich ein Vicuna Kuscheltierchen für mein Enkelkind, in der Mitte! unten.

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Plötzlicher Regen ließ alles ganz schnell verschwinden.

Höhenkrankheit zog leider in unseren Bus ein. Es muss schrecklich sein, der Kopf platzt einem fast von ständigen Übergeben begleitet. Die junge Frau wurde sofort mit Sauerstoff behandelt, doch wirklich geholfen hat es ihr nicht.

Puno selber liegt in 3835 m Höhe. Ich merke diese Höhe hauptsächlich daran, dass ich keinen Tiefschlaf finde und meine Augen brennen und rot werden. Beim Klettern, in den Anden keuche ich nach einigen Höhenmetern, muss für eine Weile stehen bleiben; mein Alibi: fotografieren!

Puno, auch diese Stadt hat beim Hineinfahren ein großes Potential an Hässlichkeit. Die alten Städte waren einst sehr schön, doch heute wird ziemlich wild gebaut, hoch wie breit und nichts scheint fertig zu werden. Müll und Bauschutt liegt überall dazwischen, die Hunde fressen sich durch die Müllberge, sowie in Indien die heiligen Kühe. Peru ist Kultur, sind seine Menschen, ist ihre Musik, Pre Inka Zeit, Inka Zeit, farbig, künstlerisch, fröhlich, ausgestattet mit einer wunderschönen Natur; daher trotzdem wunderschön!

Bisher kenne ich hauptsächlich die Hochanden, morgen werde ich zum ersten Mal in die Wüstenlandschaft eintauchen. Amazonas, Dschungel und die Küste bleiben mir noch. Temperaturunterschiede herrschen dazwischen, die man bei uns mit den vier Jahreszeiten vergleichen kann; hier könnte man sie an einem Tag erleben.

Puno liegt in einem Gebiet, indem es nur zwei Jahreszeiten gibt, Regenzeit und Trockenzeit, in der ersten befinde ich mich. Heftige Ergüsse fließen zum Teil vom Himmel, je nach Höhe als Eis oder Wasser, ohne Regenzeug geht man nicht vor die Tür.

Den ersten Abend schlenderte ich trotz Regen ein wenig durch die Stadt, die Lage meiner Bleibe konnte nicht direkter sein. Mein Blick aus dem Fenster ging direkt auf die Kathedrale. Erstaunlicher Weise war es gerade zur Nacht hier besonders leise, befürchtet hatte ich es gerade anders herum. Schlaf ist wirklich nicht das, was ich auf meiner Reise in Fülle habe. Trotzdem geht es mir gut – eben der vielen Eindrücke und Erlebnisse, sie geben mir genügend Kraft! Schlaf ist nicht immer die beste Kraftquelle – ein wenig ja, ein Zuviel kann noch müder machen.

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Mein grandioser Blick aus dem Fenster in Puno.

Nicht wirklich viel Lust hatte ich lange zu suchen, so kehrte ich in eine Art Pizzeria ein, in Peru hat fast jedes Restaurant einen steinernen Ofen, so passt meist auch Pizzeria dazu. Nach 10 Minuten erschien etwas tropfend nass eine 4 köpfige Musikgruppe, Gitarre und traditionelle Flöten, wie Panflöten und eine Art Pauke. Sie stellten sich mitten im Restaurant auf und spielten herrliche Andenklänge – ich liebe diese Musik!

Am nächsten Morgen wollte ich nicht lange herum probieren, über Lonley Planet fand ich eine Travel Agentur, zufällig gegenüber und ließ mich über die Möglichkeiten beraten. Puno liegt am Titicacasee, den ich kurz von oben gesehen hatte, vom Stadtzentrum lag er einige Kilometer weiter weg. Gelesen hatte ich von den vielen ursprünglichen Dörfern auf den einzelnen Inseln dieses größten und höchsten Sees der Welt.

So buchte ich tatsächlich zwei Touren, die eine wäre ohne Gruppe nicht zu erreichen. Also biss ich in den gedachten sauren Apfel und ließ mich schon am Nachmittag mit einem Kleinbus zu den Sallustani Grabtürmen fahren. Die ersten stammen noch aus der Pre Inka Zeit, gebaut mit kleinen Steinen, lange nicht so haltbar wie die späteren Inka Türme. Die Menschen wurden damals mit dem Glauben hier bestattet, dass sie das Morgenlicht aus Osten brauchten, um auf die Reise gehen zu können. So hatten die Türme im Osten eine Öffnung. Gleichzeitig wurde den Verstorbenen Grabbeilagen, wie Essen und alles nötige mit auf den Weg der Reise durch diese Öffnung gegeben.

Heute sieht man die Türme in unterschiedlicher Verfassung und Höhe, einige der hier gefundenen Mumien wurden in Museen verteilt. Natürlich lagen diese Türme in grandioser Landschaft am Umayosee. Dunkle Wolken und ferner Regen unterstützten die Stimmung dieser Grabtürme um einiges mehr.

Auf dem Rückweg hielten wir an einem Haus der indigenen Menschen, wurden mit gebackenem Brot empfangen. Sie zeigten uns ihr Leben, wie sie kochen und schlafen und wovon sie leben; vom Herstellen Kunsthandwerklicher Produkte. Natürlich hatte dies einen touristischen Beigeschmack, doch diesen Menschen gibt es eine Chance zum besseren Leben. Ich wurde von einer jungen Frau aufgefordert mit ihr in ihre Hütte zu kommen. Sie bestand aus einer großen Matratze, Gegenstände hingen an den Graswänden und hinter mir lag ein Knäul Stoff. Das Knäuel entpuppte sich als ein kleines Baby, das seelenruhig weiterschlief. Natürlich sollten wir auch etwas kaufen, bei den Preisen für uns eine Kleinigkeit. Mein Rucksack füllt sich zusehends, wenn ich etwas kaufe dann nur direkt bei den Menschen, die dies selber hergestellt haben.

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Grabtürme am Umayosee …

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Auch Regen kann wunderschön aussehen.

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Diese Andenfamilie ließ uns in ihr Reich schauen.

Am Abend ließ ich es mir nach langer Zeit einmal wieder richtig gut schmecken im Mojsa Restaurant, eine Empfehlung von LP. Lomo, ein Steak, mit Süßkartoffeln und Minze Sauce, zu Hause müsste ich das Dreifache dafür bezahlen. Wieder brach ein junges Mädchen mit Höhenkrankheit zusammen, dieses Mal half der Sauerstoff. Jedes Restaurant, vielleicht auch Geschäfte haben so eine Flasche im Hintergrund stehen. Wie froh kann ich sein, dass ich mit der Höhe fast gut zu Recht komme.

Am nächsten Morgen ging es wieder sehr früh los auf meine zwei Tagestour zu den Inseln des Titicacasees, Isla Amantani und Tequile, vorher noch zu den Floating Islands, Islas Uros. 90 Inseln, die schwimmend auf Schilferde gebaut wurden.

Unsere Gruppe war zum Glück sehr klein, fünf junge Frauen aus Australien und Neuseeland und ein Ehepaar aus Schottland; wir sollten nun die nächsten zwei Tage miteinander verbringen.

Nach einer Stunde auf dem Boot erreichten wir eine dieser Inseln, empfangen wurden wir sehr herzlich von vier Familien, die hier geboren waren und seitdem auf diesen Inseln leben. Gekleidet waren sie wieder in den wunderschönen farbigen Trachten, die Frauen mit ihren mehrfach geschichteten Röcken während die Männer weiße Hemden mit Bordüren trugen. Jede Familie bewohnt eine eigene Schilfhütte, verwandt sind diese hier nicht. Jedes Jahr wird einer von ihnen zum „King“ bestimmt, dies können auch Frauen sein. Dieser King hat das Sagen über diese Insel und wenn es zum unüberwindlichen Streit kommt, wird die Insel ganz einfach mit einer sehr langen Säge geteilt. Das Leben auf diesen Inseln geht sehr demokratisch zu, jeder hilft jedem, die einen verstehen etwas von der Naturmedizin, der andere mehr vom Handwerk oder Fischfang, alles wird geteilt. Die Frauen verbringen die meiste Zeit damit die Kunsthandwerklichen Dinge herzustellen. Der Tourismus ist für sie zum Überleben geworden, ohne diesen könnten sie dieses Leben nicht schaffen. Fast jede Hütte hat ein Solarpanel stehen, genutzt wird diese Energie für Licht, monatlich müssen sie dies mit 10 Soles an den Staat bezahlen.

Umgeben sind diese Inseln von dem schnellwachsenden Schilf. Mit dem Schilf wird zuerst der Boden aufgebaut, danach daraus die Hütte bebaut. Der helle junge Teil wird als Gemüse meist roh gegessen. Ich habe es probiert, schmeckte eher nach nichts, wässerig und etwas bitter. Soll sehr gesund sein. Während unseres Besuches kauen sie ständig an diesen Stangen. Auch ihre Boote, Totora genannt, werden aus diesem Schilf gebaut, unglaublich was diese Menschen mit nur einer Pflanze alles anfangen können.

Diese Inseln besitzen eine Pre- und eine Primary School, unterrichtet werden die Kinder von Lehrern aus Puno in Spanisch, zu Hause sprechen sie Aymara, eine alte Sprache von Teilen der Anden Menschen. Die Inka sprachen Quechua, dass noch heute von Teilen der Landbevölkerung gesprochen wird.

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Ticketkontrolle von der ich nichts bemerkt habe.

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Isla los Uros …

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Unser Empfang!

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Die Kleine ließ mich zusammen mit ihrer Mama in ihr Haus schauen, dort schlief tief verpackt noch ein kleines Baby.

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Bitte probieren, getrocknetes Huhn ….

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Das Weiße des Schilfs isst man.

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Wie soll ich daran nur vorbei kommen?

Weitere drei Stunden ging es noch über den Titicacasee zu der ersten Insel auf der wir Übernachten sollten, Amantani, eine gemütliche Überfahrt mit netten Gesprächen. In Amantani wurden wir von den „Mamas“ unserer Familien, die uns in ihre Häuser eingeladen haben, empfangen. Drei Mamas waren für uns acht gekommen, aufgeteilt wurden wir somit in drei Gruppen. Die Mädels zu Zweit und Dritt und das schottische Ehepaar mit mir zusammen.

Eine besonders sympathische und hübsche junge Mama wurde unsere Familienmutter, Lucile so ihr Name. Begrüßt wurden wir mit Küsschen rechts und links, sehr Französisch, doch mitten im Hochplateau der Anden. Danach mussten wir noch einen kleinen Hügel erklimmen, nicht ganz einfach, befanden wir uns inzwischen auf über 4000 Meter. Während Lucile voranschritt, webte sie laufend einen Faden auf eine Spindel, ein Knäul unter dem linken Arm, in Windeseile wurden aus drei Fäden einer, dies alles frei schwebend. Gestern habe ich dieses Verfahren im Museum der Inka Mädchen gesehen, also eine uralte Technik, die noch heute praktischer Weise im Laufen genutzt wird.

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Meine Fahrt auf dem Titicacasee.

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Diese Familien holten uns beim Schiff ab.

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Lucile schreitet mit ihrer Spindel flott voran.

Mittagessen ……

  1. Februar, noch 2 Stunden in Nasca.

Mittagessen, schrieb ich vor vier Tagen, damit ich gleich weiß wo ich gestoppt habe. Inzwischen habe ich schon wieder drei intensive Tage in Nasca, hauptsächlich in großartiger Pre Inka Zeit verbracht, sodass mein Denken ans Mittagessen bei meiner netten Familie auf Amantini mitten in der indigenen Welt von heute, mir jetzt sehr schwer fällt. Wieder einmal erlebe ich so viel Geschichte, dies zusammen mit unglaublich netten Menschen, dass ich zum Schreiben nicht komme.

Wow, gerade hat Remy mir einen Spezial Pisco, Cocktail Time um 13:30 Uhr, gemixt. Pisco mit Lemon Gingerale, Eis und Lemonensaft. Nachdem ich heute auf dem Sonntagsmarkt bei gleisender Hitze die erste Tageshälfte verbracht habe, sitze ich nun auf der Hollywood Schaukel im Schatten meiner vergangenen Bleibe, El Jardin in Nasco bei der Familie Remy und Natalia. Schon vor vier Tagen wurde ich hier am frühen Morgen mit einer Dusche und großartigen Frühstück empfangen und jetzt mit diesem Pisco verabschiedet. Das nennt man großzügige Gastfreundschaft mit Leib und Seele. Remy kommt aus Holland, die Liebe hat ihn schließlich hier in Peru stranden lassen, Natalia ist eine besonders strahlende hübsche junge Frau und Fabian ihr 11- jähriger Sohn, der besser Holländisch als Englisch spricht, ein sehr wissbegieriger Junge. Drei Gästezimmer im oberen Stockwerk mit Bädern und einer Küche, Frühstück im Garten, ein kleiner Pool ohne Wasser, dahinter eine Bar. Auf der anderen Seite des Garten lebt Natalias Vater David. Dazwischen ein paar Hühner, Tauben ein Hase und zwei drollige Mini Hunde mit platter Schnauze. Eine rund um nette Familie, bei der man sich zu Hause fühlt. Leider werde ich diesen netten Platz heute noch gegen einen touristischen Küstenort eintauschen, Paracas mit den Inseln Ballestas, wie immer muss ich weiterziehen, um irgendwann in Quito zu landen. Dort wird mein Flug nach Hause starten.

Mittagessen auf Amantani! Mit Lucile, meiner „Mama“ für diese Nacht, liefen wir, Mavine und Kerry aus Schottland den Berg weiter hinauf, Lucile drehte ständig ihre Spindel und der grüner Faden wickelte sich darauf auf, so schnell, dass ich es kaum nachvollziehen konnte. Durch einen kleinen Garten in dem Blumen, wie Gladiolen und Dahlien neben Gemüsebeeten blühten, gelangten wir zu einem sehr kleinen Innenhof. Eine Treppe führte nach oben, wo sich drei Türen befanden.

Lucile führte uns zu zwei Zimmern, in denen mehrere Betten standen. Das erste, kleinere nahmen sich Mavine und Kerry, ich als einzelne Person bekam das Zimmer, indem drei Betten standen, viel zu groß für mich. Welches Bett nehme ich jetzt für diese Nacht? Ich wählte leider das Falsche aus, die Matratze war mir am sympathischsten. Wie sich nachts herausstellte, wanderte sie unter mir, mein Bett stand nicht in der Waage. Auch die schweren Decken rutschten mir ständig herunter und die Laken von oben und unten verschwanden durch mein Gewühle völlig.

Unten im Hof befanden sich tatsächlich zwei Toiletten mit einem Waschbecken. Draußen davor eine Regentonne mit Wasser, eine kleinere Tonne mit einem Hahn, Seife und ein Handtuch. Ach ja, und eine kleines Bord auf dem etliche Zahnbürsten und ein Rasiermesser lagen.

Die Toilettenspülung funktionierte nur beim ersten Mal, danach schöpfte ich aus der Regentonne das Wasser zum wegspülen. Das Waschbecken hatte zwar einen Hahn, allerdings genau wie die Toilette keinen Wasseranschluss. Um sechs Uhr wird es hier dunkel, ohne Taschenlampe ging gar nichts. Was für uns abenteuerlich ist, für die Familie ist dies Normalität, ja sie sind sogar sehr stolz darüber im Besitz dieser „modernen“ Gegenstände zu sein, auch wenn sie nicht angeschlossen sind. Wie auch, das Wasser holen sie sich noch von weit her!

Lucile rief uns schon nach fünf Minuten zum Mittagessen in ihr Reich, eine Küche mit einem Feuerofen in der einen Ecke und schon sehr fortschrittlich, zwei Gasplatten in der anderen. Ansonsten gab es einen Esstisch mit vier Stühlen, Waschwannen zum Abwaschen des Geschirrs standen am Boden und ein „Sideboard“. Das Ganze befand sich in einem Raum, der aus Lehmwänden gebaut war.

Die Herzlichkeit von Lucile, später noch mit ihren drei Kindern zusammen, überstrahlte alles; man konnte sich nur Wohl fühlen. Die Quinoa Gemüsesuppe schmeckte hervorragend, alles mit selbstangebautem Gemüse. Leider waren wir drei Gäste des Spanischen nicht mächtig. Mit meinem kleinen Wissen konnte ich mich trotzdem mit Lucile unterhalten, einige Englische Wörter kannte sie und mit Hilfe von allen möglichen Geesten verstanden wir uns prächtig. Sam ihr zwei Jahre alter Sohn tat dieser Sympathie noch einiges oben drauf. Seine Augen blickten sehr direkt, doch eine leichte skeptische Frage stand immer dahinter; wer sind diese Leute, mag ich sie ….? Meine Kamera und ich freuten sich über diese Augen sehr.

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Das Badezimmer ….

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….

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Sam beobachtete mich genau.

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Lucile hat mal eben unser Abendbrot ausgebuddelt. Die Wäsche trocknet auch ohne Leine.

Diese zwei Tage waren gut ausgefüllt mit interessanten Informationen über das Leben dieser Menschen, gepaart mit einer Portion Mystik, ausgehend von den beiden Bergen rund um dieses Dorf, Pacha Mama und Pacha Tatta, beide über 4100 Meter. Pacha Tatta wurde der Berg, den wir zum Sonnenuntergang besteigen wollten. Eigentlich schien der Höhenunterschied nicht wirklich dramatisch zu sein, in dieser Höhe allerdings eine Herzklopfende und Atemraubende Angelegenheit. Mein Alibi Fotos zu machen funktionierte perfekt, gleichzeitig das Herz wieder beruhigen und zu Atem kommen. Unser Kletterweg war gesäumt mit Frauen und Kindern dieses Ortes, die ihre handgefertigten Dinge anboten, nicht leicht daran einfach vorbei zu gehen. Die Handwerkskunst dieser indigenen Menschen ist großartig und sehr farbig.

Oben angekommen hatte ich einen unglaublich schönen Blick über den Titicacasee, einige Wolken verzauberten das Licht noch mehr. Drei Mal sollte man um die Bergspitze laufen, erste Runde einen Wunsch innerlich äußern, zweite Runde einen Zweiten, dritte Runde sich wünschen, dass sie in Erfüllung gehen. Für meine Wunschrunden brauchte ich besonders lange, entweder machte ich Fotos mit meiner Kamera oder wurde gebeten ein Foto von jemand anderen zu machen, nette Gespräche mit eingeschlossen. Besonders mit einer jungen Spanierin vertiefte sich das Gespräch bei jeder Runde etwas mehr. Meine Wünsche bekamen nur ab und zu einen Platz zum Denken – klar gehen sie in Erfüllung.

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Wir bekamen auch gezeigt wie Quinoa hier zu Pulver wird …

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Gewebt wird noch wie zur Inka Zeit.

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Mein Blick vom Pacha Tatta auf den Titicacasee…..

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….

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Beim Abstieg kam ich bei ihr vorbei und kaufte noch eine Mütze.

Auf der Hälfte unseres Abstiegs wurden wir wieder von unserer Familie, dieses Mal von Danny, dem ältesten Sohn von Lucile abgeholt. Halb rennend kamen wir in der Dämmerung wieder zu unserer Bleibe. Empfangen wurden wir von einer kleinen Prinzessin, Mia, die vierjährige Tochter, die vergnügt in ihrem weißen Kleidchen umher tanzte. Lucille schälte zusammen mit ihrer Mutter fast im Dunkeln einen Berg Kartoffeln in der kleinen Küche.

Kann ich helfen; Si und schon hatte ich einen Hocker geformt aus einem Baumstamm, ein stumpfes Messer in der Hand und jede Menge kleiner und großer Kartoffeln auf meinem Schoss. Während Lucile in Windeseile, nicht hinschauend die Kartoffeln schälte, mühte ich mich mit diesem stumpfen Messer ziemlich ab, vor allem im Dunkeln. Wieder gab es Suppe, gekocht von diesen Kartoffeln und Gemüse. Dazu tranken wir viel Tee mit Kräutern aus dem Garten, besonders gut gegen diese Höhe hieß es.

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Kartoffeln schälen in Luciles Küche, nur der Blitz erhellte sie.

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Mia und Sam …

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und Danny, Luciles ältester Sohn. Robin, der Papa war nur einmal kurz zu sehen. Ein herzliche Familie!

Gleich nach dem Essen erschien Lucile mit einem großen Bündel ihrer typischen Kleidung. Party heute Abend, dies müsst ihr anziehen, wir tanzen alle zusammen. Dies machte sie uns in Spanisch klar, gehört hatten wir schon davon. Also gut, der erste Rock, ein Zweiter oben drüber, noch ein gesticktes Hemd mit in den Bund und fast fertig war die Wurst, darunter trug ich meine Jeans und Trekkingschuhe. Verbunden wurde dies noch mit einer breiten Schärpe, die über den Rippen begann und in der Taille aufhörte, Luft zu bekommen ging jetzt noch weniger. Das Ganze wird noch mit einem großartig bestickten schwarz grundiertem Schal, den die Frauen hier um den Kopf und Schultern hängen, abgerundet. Nun war ich endlich fertig angezogen. Die Männer hatten es etwas einfacher, einen großen Poncho über den Kopf und fertig.

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Lucile sieht eindeutig hübscher damit aus.

So zogen wir, das Schotten Pärchen und ich im Dunkeln zusammen mit Lucile zum Gemeindesaal. Dort trafen wir auf etliche weitere schwer bekleidete Leidensgenossen, zusammen mit ihren „Mamas“, die viel hübscher darin aussahen als wir. Eine Kapelle, bestehend aus mehreren Flötenspielern, Gitarren und rhythmischen Gegenständen wartete auf uns. Eine kleine Bar, bestehend aus einigen 1 Liter großen Bierflaschen, Cola und Wasser stand daneben. Wir saßen alle rund herum um die große Tanzfläche und schon ging es los. Keiner hatte eine Chance sitzen zu bleiben, irgendeine Hand streckte sich entgegen, zu greifen und mittanzen. Mit den Füßen ging es flott im Takt über den Boden, dies bitte schön mit Trekkingschuhen. Dabei kräftig mit der Hüfte drehen und noch vorwärts laufen. Ziemlich schnell wurde uns kochend heiß mit unseren Schichten an Röcken und etlichem mehr. Wasser bitte schön, Bier traute sich erst keiner zu kaufen, dies löste sich nach etwa einer Stunde, nachdem unsere Kapelle Durst bekam und dies mit Bier löschte, natürlich ausgegeben von uns Gästen. Ein Liter Bier, nein danke, doch was ist mit den jungen Mädels, wollen wir uns eine Flasche teilen? So kamen wir alle zu einem genussvollen Becher, der besonders gut in dieser für uns so fremden Welt schmeckte.

Lucile war eine besonders freudige Tänzerin und forderte uns nacheinander auf, zum Sitzen kamen wir für zwei Stunden nicht. Schnaufend und Schwitzend hatten wir alle gemeinsam großen Spaß, eine gelungene Veranstaltung, auch wenn sie extra für uns ausgerichtet wurde.

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Die Mädels aus Australien und Neuseeland, die sich mit mir ein Bier teilten.

Um 22 Uhr stolperten wir quer Feld ein zu Luciles Haus, schnell raus aus diesen schweren Kleidern, die von den Einheimischen täglich getragen werden, egal was für eine Temperatur draußen herrscht und ab ins Bett. Zähne putzen fiel bei uns allen aus, ohne Licht und fließend Wasser keine freudige Sache. Endlich lang machen und bitte schlafen – so müde!

Nach zwei Stunden des Wühlens wurde ich langsam ärgerlich mit mir. Oh sind diese Lama Decken schwer, wo ist denn mein Lacken geblieben, hätte ich doch nur meinen Schlafsack mit genommen, jetzt hängen die Decken alle am Boden ….., Wucht, alle wieder oben, irgendwie steht meine Bett schräg.

Am sehr frühen Morgen, 5:45 Uhr Frühstück, bemerkte ich erst mein ganzes Dilemma, meine Matratze war ebenfalls mit gewandert und hing gerade noch auf dem Bettgestell. Egal, diese Nacht war eben nicht zum Schlafen da! Zähne putzen mit meinem restlichen Wasser aus der Trinkflasche, Klöchen mit Regenwasser nach spülen und zum frühen Frühstück zu Lucile in die Küche. Viel geschlafen hat sie wohl auch nicht können, der kleine Sam wirbelte auch schon umher. Wieder lächelte Lucile uns freundlich entgegen, brachte uns die typischen Pappbrötchen, die wohl auf unserem Schiff mitgebracht wurden, Andenkäse und Omelette, ein sehr kontinentales Frühstück.

Sie selber backte irgendeinen Teig in Öl auf ihren Feuerplatz aus, die viel besser schmeckten. Gleichzeitig wurde es dadurch langsam etwas wärmer. In der Nacht hatte es zudem noch kräftig geregnet, trommelnd auf das Metalldach über uns. Nein dies waren Hagelkörner, die in weißen Haufen noch im Innenhof zu sehen waren. Auf über 4000 Metern regnet es auch im Sommer nicht sondern hagelt es. Das Gleiche erlebte ich ein weiteres Mal noch in Puno mit seinen 3800 m.

Um 8 Uhr sollten wir wieder am Anlegesteg sein. Schnell packen und los ging es, inzwischen wieder bei Sonnenschein und Wärme – was für Temperatur Schwankungen.

 

Eine Stunde Schifffahrt und wir landeten auf der nächsten Insel des Titicacasees, Taquille. Hier kommen viele Tagesausflügler von Puno, doch waren wir so früh fast noch alleine. Elvis, unser Guide hatte uns schon vorgewarnt, Fotos von den Leuten kann man nur mit Fragen und einem Soles je Fotos machen. Oh wie schrecklich, doch gerade hier tragen die Menschen wunderschöne Trachten und Kopfbedeckungen, die allesamt auch noch eine bestimmte Bedeutung haben. große Bommels, gleich „Single“, Kappen mit weiß das Gleiche, bunt „Verheiratet“, …..! Erst hielt ich mich mit Fotos zurück, doch mit der Zeit fand ich mein eigenes Prinzip, sodass sich meine Motive gerne für mich präsentierten. Gesäumt waren unsere Wege mit Kunsthandwerklichen Dingen, die von den Inselbewohnern gefertigt werden. Eine wichtige Einnahmequelle, sogar strickende Jungen laufen einem entgegen. Auch hier geht alles wieder in das „Kollektivo“ der Inselbewohner, doch an ihren Ständen bleibt es direkt für sie selber.

So manche Kleinigkeit erwarb ich auf meinem Streifzug, gab noch ein paar Bonbons, erhaschte ein Strahlen und durfte Fotos machen. Doch auch die Natur dieser Insel ließ so manchen Spot zu, besonders von ganz oben durch die typischen Torbögen dieser Gegend, verziert mit indigenen Köpfen. Klettern in großer Höhe wurde langsam zu meinem neuen Sport.

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Dieser hübsche junge Mann ist schon verheiratet, zu sehen an seiner Mütze.

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Große Bommels, an der Seite, Single!

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Sie zeigte uns wie man mit einer Pflanze schmutzige Wolle weiß bekommt.

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An diesen Beiden kam ich auch nicht ohne einen kleinen Einkauf vorbei.

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Ein – und ….

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wunderschöne Ausblicke, Isla Taquille.

Nach einem köstlichen Mittagessen mit einem Blick über die Landschaft wurden wir noch zwei Stunden über den Titicacasee bei herrlichem Sonnenschein geschippert, entspannend und rund herum zwei herrliche, interessante Tage.

Am Abend schlenderte ich etwas lustlos durch Puno, eine nicht wirklich attraktive Stadt, doch der Ausgangspunkt um auf den Titicacasee zu kommen. Plötzlich entdeckte ich die Spanierin, mit der ich mich schon auf Amantani unterhalten hatte. Hola, so sieht man sich wieder. Sie war mit einer bunt zusammen gewürfelten Gruppe unterwegs, die ich schon auf der Insel gesehen hatte, nur konnte ich sie dort nicht zu ordnen.

Gemeinsam kehrten wir zu einem gemeinsamen Drink ein. Die jungen Leute, wohl zwischen 30 und 40 Jahre alt trafen sich alle auf dieser Tour und hatten nun beschlossen zusammen nach Bolivien zu reisen. Die meisten kommen aus dem Norden und machen meine Route genau umgekehrt.

Es entfachte sich ein ungemein lebhaftes Gespräch zwischen uns, dies mit mindestens vier Sprachen. Drei Franzosen, ein Belgier und die Spanierin. Spanisch konnten außer mir alle, Englisch vier und Deutsch ein wenig zwei der Franzosen, die eine Online Sprachenschule entwickelt haben, bei der man gleichzeitig mehrerer Sprachen lernen kann. Fast and Fluent!

Auch hier konnte ich wieder durch meine Reise junge Menschen inspirieren, besonders als sie mein Alter erfuhren, welches sie mir nicht glauben wollten – was für ein herrliches Gefühl mitten zwischen diesen anregenden Menschen in Peru zu sein. Die Sprachler werde ich wohl im Mai in Berlin wieder treffen, die anderen vielleicht irgendwann einmal in ihrem jeweiligen Land.

Mit tiefer und erfüllter Freude verließ ich am nächsten Morgen sehr früh Puno mit dem Bus nach Arequipa.

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Wir verbrachten einen Gesprächsreichen Abend miteinander und werden uns zum Teil bald in Berlin wiedertreffen.

4. März in Colan!

Wie an dem Datum zu erkennen ist, habe ich lange den Anschluss zum Schreiben verloren. Wirklich sesshaft war ich wirklich nicht mehr in der letzten Zeit. So bleibt mir wieder einmal nur mein kleines Büchlein, indem ich täglich die Ereignisse in Kurzform einfüge, um sie jetzt in meine Geschichte einzureihen.

So fuhr ich also von Puno sehr früh am Morgen bis nach Arequipa mit einem Bus, der uns zusätzlich zu den Attraktionen auf dieser Strecke brachte, inklusive eines Guides. Diese Form des Weiterkommens habe ich in Peru einige Male mitgemacht, unterbricht die lange Fahrt und man bekommt noch etwas zu sehen, sogar etwas zu essen.

Aus der Höhe von Puno fuhren wir noch einige Kilometer durch die Hochanden, vorbei an kleinen Farmen, die Menschen leben dort oben sehr karg zusammen mit ihren Schafen und Lamas. Hoch oben am Himmel zogen die großen Andengänse mit uns, auch sie leben in dieser extremen Höhe.

In Arequipa hatte ich mir eine Bleibe aus der vergangenen Welt gebucht, Casa del Melgar, ein typisches spanisches Gebäude. Von außen kaum erkennbar, innen riesig mit verschiedenen Innenhöfen, Treppen und dicken Mauern an denen herrlich blühende Blumen wuchsen. Mein Zimmer lag ganz hinten, tief verschachtelt, zum Verlaufen versteckt. Fenster und Türen lassen sich nur mit roher Gewalt öffnen, die Wände sind einfach weiß getüncht, das Bett quietscht – trotzdem ist alles da, was man braucht.

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Casa del Melgar, meine Bleibe in Arequipa.

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Mein Zimmer …

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Einer der Innenhöfe.

Leider regnete es in Strömen, sodass ich mich auf den nahe gelegenen „Plaza de Armas“, hier in Arequipa begeben habe. Er ist besonders groß und umgeben von dreiseitigen Arkaden Gebäuden mit großen durchgehenden Balkonen. Die vierte Seite nimmt die weiße Kathedrale komplett ein, alles in weißem Vulkangestein erbaut, oft heißt es daher „die weiße Stadt“. Dies trifft aber wirklich nur für den historisch alten Teil zu, die heutige Stadt scheint wie in allen Peruanischen Städten eine Dauer-Großbaustelle zu sein.

Auf den Straßen versuchen, auch mit Erfolg Frauen laut rufend: Poncho, Poncho, zu verkaufen. Eine praktische dünne Plastikhaut gegen den Regen. Ich dagegen bin noch von der Antarktis gut gegen Feuchtigkeit ausgerüstet. Hungrig habe ich mich auf einen der „Balcony“ Restaurants zurückgezogen, auf denen auch wieder eine Gruppe Musiker traditionelle Musik spielte, diese Klänge gefallen mir sehr.

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Arequipa, Plaza de Armas mit den Balcony Arkaden ….

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Kathedrale …

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……..

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Hunderte von Tauben werden hier gefüttert …

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Blank poliert!

Warum nur vernachlässigen die Peruaner ihre Städte außerhalb der historischen wunderschönen Bauten so unglaublich? Jede Einfahrt mit dem Bus in eine dieser Städte versetzte mich ins Grauen, verschmutzt ist gar kein Ausdruck, Häuser, die nie fertig werden, Bauschutt vermengt mit anderem Müll, Hunde, die darin herum wühlen, alles grau, schwarz und kaum zu glauben. Auch entlang der Wüstenstraßen hier im Norden fliegen Mülltüten durch die Luft, ganze Müllhalden am Rande der Straßen.

Die Menschen sind meist liebenswürdig und stolz auf ihre große Geschichte, der kleinste Bauarbeiter erzählt stolz über seine Teilnahme an einer der vielen Restaurierungen. Warum gehen sie so fürchterlich ignorant mit ihrer und unserer Umwelt um? Erwachsene mit ihren Kindern habe ich beobachtet, wie sie ihren Müll einfach liegen lassen oder gar fallen lassen, weg kicken sogar. Mir juckte es fürchterlich in den Fingern, sie darauf hinzuweisen, doch wäre ich sicher kläglich mit meinem Spanisch gescheitert.

Peru ist mein drittes Südamerikanisches Land, überall herrscht nicht der Standard unserer Welt, in Peru geht es auch auf den Straßen fast wie in Indien zu. Abgas Richtlinien hat man hier noch nicht gehört, ja und wir zahlen jedes Jahr höhere Steuern dafür. In Peru leben sehr viele arme Menschen, ein Auto zu besitzen ist schon ein großer Vorteil, ganz egal, ob dieses Auto fast auseinander fällt. Hauptsache es fährt noch und man kann etwas damit transportieren; Menschen, Touristen oder Dinge zum Leben. Besonders in den letzten Tagen habe ich in so manchem dieser Gefährte gesessen, immer froh heil dem entkommen zu sein.

Am 16. März soll in Peru eine neuer Präsident gewählt werden, Plakate und etliche laut schreiende Veranstaltungen konnte ich miterleben. Die Armut und der viele Dreck ist sicher nur über die Politik zu lösen, die Menschen müssen erst einmal lernen, am Besten schon in der Schule, was sie mit ihrem Land anstellen, wenn sie es so verschmutzen.

Zurück nach Arequipa mit seiner wunderschönen Altstadt. Am nächsten Morgen strahlend blauer Himmel, Kamera geschultert und in das schönste Kloster unserer Welt ging es, Monesterio de Santa Catalina. Ganze vier Stunden verbrachte ich in diesen farbenprächtigen Gebäuden, besonders das tiefe Blau neben dem Weiß und dem tief Dunkelrot herrscht hier vor, immer wieder aufgelockert durch üppig blühende Geranien. Meine Kamera lief heiß, Motive, die eher für Postkarten und Kalender aus Spanien passen würden als nach Peru.

Das dominikanische Kloster wurde natürlich von den Spaniern 1580 erbaut. Jede zweite Tochter einer gehobenen Familie musste in diesen Orden eintreten, bezahlt wurde dies mit vielen Goldtalern. Es gehörte zum guten Ruf einer Familie; sicher war dies auch ein Brauch von Spanien kommend. Die vielen Goldtaler ermöglichten den Bau dieses Klosters, das einen ganzen Straßenzug einnimmt. Jede dieser Nonnen lebte in einer eigenen Wohnung, selbst Personal und die Lebensmittel wurden von der Familie gestellt.

Erst nach 3 Jahrhunderten änderte Papst Pius IX mit seinem strengen katholischen Glauben diese Privilegien. Die Nonnen mussten im großen Saal zusammen leben und schlafen, die Wohnungen verwaisten seitdem. Heute leben noch 20 Nonnen versteckt hinter einer verschlossenen Mauer, stellen dort Lebensmittel wie Kuchen her, die in der Cafeteria verkauft werden. Kein Arequipa ohne einen Besuch dieses Klosters!

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Monesterio de Santa Catalina, einer der vielen Klostergänge ..

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Klosterkirche …

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Der Eingang einer der Wohnungen …

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Eine unglaubliche Farbenpracht …

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Die Wäscherei!

Den letzten Abend bevor ich in den Nachtbus stieg, ging ich in ein Restaurant direkt neben meiner Casa del Melgar, der Name etwas ungewöhnlich Zig Zag. Das Essen war etwas für Gourmetzungen, Lammkrone auf heißen Lavastein! Doch das interessanteste war die Rundtreppe in der Mitte. Durch nachschlagen im Lonley Planet erfuhr ich, dass der Eiffelturm Erbauer, Gustave Eiffel diese Treppe entworfen hat, somit schon vor mir hier war! Genügend mehr Historie an diesem Ort, nicht alles beschreibe ich jetzt hier, später!

In der Nacht zum 25. Februar saß ich mal wieder im Bus. Die Fahrt ging von Arequipa bis nach Nasca, bekannt durch die „Nasca Linien“, Glyphen, die von Menschenhand vor ungefähr tausend Jahren angelegt wurden.

Meine Nacht verlief etwas ruhiger und wohl auch mit etwas Schlaf, sodass ich am Morgen der frühen Ankunft zwar nicht fit war, doch mein Kopf denken konnte. Wichtig hier, denn schon der Temperaturunterschied könnte einen umhauen. Gelandet war ich nun langsam in der Dessertgegend von Peru, die sich an der Küste von Süden bis zum Norden erstreckt, 32 Grad im Schatten!

Wieder hatte ich einen guten Riecher mit meiner Bleibe, El Jardin. Hier wurde ich schon an so einem frühen Morgen warmherzig empfangen, durfte als erstes Duschen und bekam ein herrliches Frühstück im Garten, mit frischen Früchten. Remy und Natalia sind die Eigentümer. Remy ist Holländer, seit 12 Jahren mit Natalia verheiratet, zusammen leben sie mit ihrem Vater David und den gemeinsamen Sohn Fabian. Alle vier waren unglaublich herzlich und nahmen mich wie eine Freundin auf.

Sie vermieten gerade einmal 3 Zimmer im ersten Stock in ihrem Haus, selber leben sie unten und David am anderen Ende des Gartens. Alles ist liebevoll eingerichtet, eine Küche kann man benutzen und im Salon einen riesigen Esstisch. Remy ist für die Gästebetreuung ein fabelhafter Gastgeber. Der Flug über die Nascalinien ist gleich gebucht, zusammen mit einem weiteren jungen Paar aus Holland, Eline und Maarten. Herrlich, so brauchte ich mich gar nicht erst um die Tarvel Agenturen kümmern.

Am nächsten frühen Morgen ohne Frühstück ging es für uns Drei los. Frühstück bekommt ihr hinterher, besser, so die Aussage von Remy. Der Flug in der kleinen Propeller Maschine soll recht schwankend sein. Zu Fünft gingen wir in die Lüfte über die Wüste von Nasca. Sehr sanft fühlte es sich in dieser kleinen Maschine an. Ich war nicht ganz entspannt, hatte von so einigen Abstürzen gelesen, soll natürlich jetzt alles anders sein! Auch ließ sich die Sonne nicht blicken, sodass die riesigen Linien, die von oben überhaupt erst richtig zu erkennen sind, sich nicht so schön abhoben wie ich es als Fotografin gerne gehabt hätte.

Wie diese Linien wirklich entstanden sind, wird heute immer noch erforscht, obwohl eine deutsche Mathematikerin, Maria Reiche sie fast fünfzig Jahre hier vor Ort entdeckt und vermessen hat. Für Nasca ist sie eine Heldin, verhalf sie dadurch noch heute diesem Ort zu seinem Ruhm, obwohl sie seit 1996 mit 95 Jahren hier verstorben ist.

Riesige Mengen dunkler Steine wurden von den zu zeichnenden Linien entfernt, sodass sie so kenntlich wurden. Man sieht Zeichnungen von einem Kondor, Hund, Kolibri, einen Wahl, eine Spinne und Linien die in bestimmte Richtungen zeigen; ihre Bedeutungen haben sicher mit der Pre Inka Zeit, der hier genannten Nascazeit zu tun, doch wirklich gedeutet hat sie noch niemand, alles Vermutungen und ein wenig wie Legenden.

Der Flug hier rüber war sehr beeindruckend, ohne jegliche Probleme setzten wir wieder sehr sanft auf dem Boden auf und bekamen danach gemeinsam von Remy ein fürstliches Frühstück im Garten serviert.

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Nasca Linien aus der Vogelperspektive, hier ein Baum und die Hand …

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der Kondor…

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Kolibri …

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Blick auf die Anden der Wüste …

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und der Wal.

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Bin glücklich wieder gelandet!

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Der Frühstücksplatz im El Jardin.

Gleichzeitig wurde für uns weiter geplant. Am Nachmittag teilten wir uns ein Taxi plus dem Guide und fuhren tiefer in die Wüste hinein Richtung Cahuachi. Vorbei kamen wir an einem Pre Inka Friedhof, der allerdings vor 60 Jahren von Grabräubern geplündert wurde.

Ein Friedhof aus dieser Zeit hat mit den unseren nichts gemeinsam. Die frühen Völker hier in Südamerika mumifizierten ihre Toten, gaben ihnen Lebensmittel und Getränke, gefüllt in besonders schönen verzierten Tontöpfen mit in die Grabstätte. Höher gestellte bekamen meist Dinge und Figuren aus Gold, Silber und Kupfer mit in die Gräber gelegt. Die Grabräuber waren ziemlich gründlich, zerstörten fast alles, was einige Meter unter dem Wüstensand vergraben war.

Heute läuft man über herum liegende Knochen, uralten Geweben und zertrümmerten Tontöpfen umher. Erst erstarrt man angesichts dieser tausend Jahre alten Knochen. Erstaunlich sind die Fetzen der Mumientücher, ja selbst Haare sind erhalten geblieben. Zwischen Staunen und ein wenig Gruseln lief ich hier zwischen herum, machte Fotos, gleichzeitig auch wieder ungläubig, dass dies hier einfach so herum lag. Unser Guide Lui hat Archäologie studiert, sicher nur den hiesigen Teil, doch versicherte er mir, dass sie noch tausend weitere Funde dieser Art hätten, in denen noch ganze Mumien gefunden wurden und werden.

Plötzlich pinselte Lui Sand beiseite, bis ein kleiner Fuß zum Vorschein kam. Immer weiter, zuletzt konnte ich ein ganzes Bein, ein Kinderbein entdecken. Oh wie schaurig, gleichzeitig hoch interessant. Selbst die Nägel waren noch zu sehen, die Fußsohle und das Band, das einmal zu einer Sandale gehörte. Ja auch dies habe ich fotografiert. In ganz Peru, in den Anden hoch oben auf den Bergen fand man Eismumien, in der Wüste durch die Trockenheit lange konservierte Sandmumien. Für Archäologen ist Peru ein großartiges Land für ihre Forschungen, ganze Camps soll es hier bisweilen geben.

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Auf dem geplünderten Friedhof in Cahuachi stolpert man über Knochen …

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Lui hat dieses 1000 Jahre alte mumifizierte Kinderbein entdeckt ….

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schaurig, doch auch ungemein interessant, wie lange die Wüste konserviert …

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Reste einer Sandale sind noch zu erkennen …

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Diese Haare fanden wir ein Stück weiter entfernt.

Nach diesem Friedhof gelangten wir an unser eigentliches Ziel, den Pyramiden Cahuachi, die erst vor einiger Zeit entdeckt und ausgegraben wurden. Es ist wirklich unglaublich, was die Menschen in jener Zeit an riesigen Anlagen bauen konnten. Hier in der Wüste meist aus Lehmziegeln, die alle sehr lange unter dem Sand konserviert waren. Die nächsten Tage sollte ich noch einiges zu sehen bekommen.

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Die Pyramiden von Cahuachi …

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Sind erst 1996 gefunden worden …

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In dieser Nasca Umgebung befinden sich noch ungeahnte archäologische Kulturschätze!

Gerade fällt es mir angesichts dieser Fülle schwer, jede einzelne Anlage zu beschreiben, es purzelt ein wenig durcheinander in meinem Kopf. Wichtig ist mir nur, dass Peru einen unglaublichen Schatz an Kulturstätten hat, diese auch touristisch beinahe erschlossen sind. Manche erreicht man nur sehr abenteuerlich, manche werden von vielen Travel Agenturen angefahren – nicht meins!

Am nächsten Tag fuhren wir gemeinsam zu den Cantallo Aquädukten aus der Nasca Zeit, die noch heute für die Bewässerung der Felder rundherum genutzt werden. Erstaunliches wurde auch hier wieder geleistet. Um in einem Tal eine große Hazienda zu bewässern, wurden die unterirdischen Quellen so geleitet, dass sie mit Gefälle auch dort ankamen. Zusätzlich wurden riesige Labyrinthe, Ventanas darüber errichtet, um diese als Tank zu nutzen und über den spiralen Weg nach unten das Wasser in großen Töpfen nach oben zu befördern. Was für ein intelligentes Volk muss hier schon gelebt haben, ungefähr 200 vor und bis 800 nach Christi.

Also in Nasca kommt man aus dem Staunen nicht raus und nicht nur hier.

Zusammen mit Natalia und Remy versuchte ich Kontakt zu einem sozialen Hilfsprojekt zu bekommen. Eine Französin hat in einem kriminellen Viertel von Lima etliche Kinder zu einem Agra Projekt von der Straße geholt. Sie lernen sich dadurch selbst zu versorgen, werden schulisch weitergebildet und etliches mehr. Auch dies wäre ein sehr engagiertes Projekt für meinen Sozial Pass, Glaube, Liebe, Hoffnung gewesen, wenn nicht gerade die Französin in Frankreich weilen würde. Die großen Ferien hier in Südamerika machen es mir schwer, meinen Pass zu füllen.

Am Sonntag fand in Nasca ein riesiger Markt statt, fast jede Straße war in dieser kleinen Stadt mit Ständen aus dem Umland mit frischem Gemüse und frischen Fisch von der Küste gefüllt. Daneben wird so ziemlich alles verkauft, was ein Haushalt und die Menschen brauchen, alles kunterbunt gemischt und mit fotogenen Gesichtern. Leider lassen diese sich nicht gerne fotografieren und meine Energie war durch schlechten Schlaf etwas verzögert.

Paracas, eine Halbinsel etwas nördlicher gelegen, war mein nächstes Ziel. So arbeite ich mich langsam Richtung Norden vor; in Süd Peru halte ich mich schon sehr lange auf. Ich hatte inzwischen ein wenig genug von kulturellen Städten und wollte gerne etwas Natur erleben. Vorgelagert von Paracas liegen die kleinen Ballestas Inseln, die mit einer reichen Vogelwelt besetzt sind, betreten darf man sie nicht.

…… Einschub meiner Gedanken zwischendurch.

„Nun bin ich seit langem wieder am Meer, dort zieht es mich immer hin, besonders wenn ich Ruhe brauche. Ja, nun bin ich in Paracas, direkt vor den Isla Ballestas und dem Nature Reservat de Paracas.

Mein B&B liegt direkt an der Promenade, mein Zimmer mit Blick auf die rückwärtigen Mauern – glücklich bin ich gerade nicht hier. Sofort macht sich in mir meine innere Revolte breit. Wollte ich unbedingt aus den Höhen der Anden heraus, schon wegen meiner brennenden Augen, so fehlt mir hier die großartige Kultur dieser Region schon nach zwei Stunden. Allerdings muss ich zugeben, dass ich im Dunkeln angekommen bin, doch meistens täuscht mich mein Inneres seit Monaten nicht.

Hey Karin, Abwechslung ist die Würze der Inspiration. Ok, also werde ich morgen früh um acht Uhr eine Bootstour zu den Ballestas Islands unternehmen, so wie es hier alle machen, in schnellen Booten, die uns zu den Humboldt Pinguinen und Seelöwen führen. Ja, weiß ich doch, hatte ich alles in völlig unberührter Natur in der Antarktis, die Humboldt Pinguine fehlen noch in meiner Sammlung. Statt eisige Temperaturen läuft mir jetzt der Schweiß herunter, hohe Feuchtigkeit und in der Sonne kann es glatt um 40 Grad werden. Den National Park werde ich privat organisieren, damit ich nicht mit einem Bus durch gefahren werde, so die Aussage eines Einheimischen.

Wirklich zufrieden bin ich nur, wenn ich mit einer fremden Kultur in Berührung komme und diese kennenlerne, touristische Attraktionen im Massenformat schrecken mich zurück, machen mich schnell unzufrieden. Den morgigen Tag über stelle ich mich diesen Attraktionen, vielleicht kommt ja etwas ganz anderes dabei heraus – habe ich auch schon erlebt und bei Tageslicht sieht alles ganz anders aus“.

 

Beides zieht leider eine Menge Touristen an, Paracas selber ist eigentlich nur eine Hotel und Restaurant Meile mitten in der Wüste, einige Fischerboote davor. Doch die Haupteinnahmequelle sind die Schnellboote zu den Ballestas. Um 8 Uhr morgens strömen die Touristen zu deren Anleger. Jedes Boot wird bis auf die letzte Lücke gefüllt und ab geht es mit Gebraus!

Ich saß dummerweise zu weit hinten, bekam daher laufend Duschen ins Gesicht gepeitscht, meine Kamera musste ich tief unten vor diesem Wasser schützen. Ein zweistündiger Ausflug an wunderschöner Küste vorbei bis zu den Ballestas ging somit schnell vorbei. Eigentlich sollten dort die Humboldt Pinguine zu sehen sein, doch die hatten sich ins Innere der Inseln zum brühten verzogen. Große Kormorane, und jede Menge Pelikane und weitere Vogelarten und Seelöwen konnte man hier beobachten – doch auch hier nur im rasenden Tempo.

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Meine rasende Bootstour zu den Ballestas …

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gefüllt bis auf den letzten Zentimeter!

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Noch eine wundersame Formation in dieser Wüste, die nicht wirklich erforscht ist.

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Isla Ballestas mit seiner Vogelwelt …

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Guanotölpel. Guano, ein Düngemittel ist hier eine große Einnahmequelle.

Am Nachmittag ließ ich mich noch auf eine Bustour durch den National Park, eine wunderschöne Wüstenlandschaft ein, eigentlich mit einem Englisch sprechenden Guide. Statt dessen saß ein unglaublich dicker Mann in seinem Kleinbus und erzählte alles auf Spanisch, aussteigen konnte er nicht mehr. Keine Ahnung wie er am Abend dort herausgekommen ist?

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Bustour durch den Paracas National Park …

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Wüste, die bis an die Küste reicht …

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Mitten darin eine Restaurant Oase in der Fischer zusammen mit den Pelikanen leben …

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Start – und Landeplatz …

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Paracas Strandmeile.

Wie schon so oft, wenn ich mich auf solche Touren einlasse, verspüre ich eine große Revolte in mir und möchte ganz schnell wieder weg. Klar, man kann auch alles alleine organisieren, doch hierzu Lande muss man das teuer bezahlen.

Das war eigentlich schon der Auslöser mich nicht mehr so lange in Peru aufhalten zu wollen, hatte ich hier doch eine so schöne Zeit. Plötzlich zog es mich Richtung Ecuador. Von Paracas war es nicht mehr weit bis nach Lima, dort wollte ich allerdings nicht noch einmal übernachten, hatte mir auch schon einen Flug nach Trujillo im Norden gebucht.

Am 1. März fuhr ich morgens mit dem Bus von Paracas direkt zum Flughafen und landete spät Abends in Trujillo, auch wieder eine alte Kolonial Stadt. Mit einem rasenden Taxifahrer landete ich in meinem Hostal Colonial, wieder eine alte Villa mit großen Innenhof, dieser mit wunderschön verzierten Gittern vor den Fenstern, so wie überall in Trujillo. Die ganze Altstadt war mit farbigen Häusern und Villen bebaut, man fühlte sich wie in Spanien.

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Trujillo mit seinen farbigen Häusern, hier die Kathedrale.

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Blick in den Innenhof meines Hostal Colonial.

Durch mein vieles Reisen der letzten Tage war ich doch etwas mürbe geworden, meine Neugierde kam fast zum Erliegen. Doch hierhin bin ich vor allem wegen der Chan Chan Kultstätte gekommen, eine riesige Pre Kolumbianische Stadt, die einst von dem Chan Volk aus Lehm erbaut wurde. Nur einen kleinen Teil restauriert man noch heute, deckt die Verzierungen auf und versucht dies mit großen Überdachungen vor dem El Nino, ein starker Regen zu konservieren. Dies war noch nicht alles an Kultur in dieser Region. Vorher ließ ich mich, dieses Mal ohne Tourigruppe zu den „Huacas del Sol y de la Luna“ Pyramiden bringen, erbaut in der Moche Kultur noch 700 Jahre vor den Chan Chan. Auch dies wurde mit Lehmziegeln erbaut, die durch die Trockenheit lange konserviert waren. 1500 Jahre hielten sie verborgen unter Sandbergen stand. Huaca bedeutet Grabmal, gleichzeitig waren dies wohl Tempelanlagen, die jeweils auf einer Seite des großen Mocha Valleys erbaut wurden. So wurden hier im Huaca de la Luna etliche Mumien von jungen Frauen entdeckt – eine grausame Zeit des Glaubens ließ sie opfern.

Hier darf man nicht alleine durchlaufen, so hatte ich zusammen mit ein paar jungen Leuten eine sehr nette Führung auf Englisch. Staunend kann man die verschiedenen Etagen mit noch zum Teil erhaltenen Figuren betrachten. Ganz bis in die unterste Etage kann nicht ausgegraben werden, damit würde alles zusammen brechen, so wie leider die Huaca del Sol, die von Grabräuber fast zerstört wurde. Heute nur noch ein großer Sandhügel.

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Chan Chan aus der Chan Kultur, konserviert im Sand seit 1300  …

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Die Reste der Mauern werden geschützt vor dem „Ninos“ Regen.

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Huaca de la Luna aus der Moche Kultur, Pyramiden, die 700 Jahre vor Chan Chan erbaut wurden.

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10 Stockwerke wurden hier aus Lehmziegeln errichtet. Nur an dieser Wand kann man sie noch erahnen.

Den Rückweg fuhr ich gemeinsam mit den jungen Leuten in einem Collectivo Bus, er hält fast an jeder Ecke und die Menschen stapeln sich mehr oder weniger. Interessant und sehr günstig!

Langsam hatte ich das Stadtleben völlig über, ich hatte mir zu viel angeschaut, manches purzelt sogar in meiner Erinnerung durcheinander. Vor Ecuador wollte ich nun wirklich noch ein paar Tage ausspannen und buchte mich zusammen mit den Tipps von Lonley Planet in Colan an der Küste ein, nichts ahnend wie es hier wirklich ist.

Schon 3.März, nachts.

Individuell zu Reisen erfordert eine unglaubliche Eigenlogistik, die man erst im Laufe so einer Weltreise erlernt. Will man es bequem haben, muss man kräftig dafür bezahlen. Will man es individuell haben, muss man dies mit viel Engagement und Eigeninitiative tun, was sehr viel Zeit „kostet“. Will man es bequem haben und verzichtet dabei auf Individualität, braucht man sich nur in eine Travel Agentur zu begeben, die buchen alles, allerdings zusammen mit mindestens 25 anderen und in einem Zeitlimit von wenigen Stunden – Guide inklusive, nicht immer English spoken!

Die zweite Variante ist mir die Liebste, doch nicht immer durchführbar, die letzte am wenigsten – löst bei mir immer eine Revolte aus; die erste war notwendig für die Antarktis, anders kommt man als nicht Wissenschaftler dort nicht hin – und war trotz alledem großartig wegen der vielen Wissenschaftler, die mit uns reisten!

So reise ich meist mit dem Bus in ein Zentrum und von dort je nach Gepäck und Preis mit dem Taxi zur Bleibe. Ohne Gepäck gibt es hier in Südamerika oft die Kollektivo Busse, sie sammeln bis der Bus voll ist, dies für wenig Geld. Für mich mit meiner Fototechnik hat zuerst die Sicherheit eine Priorität, das manches Mal belastend sein kann, selbst Taxis muss man sich sehr genau vorher anschauen. Registriert und dies sichtbar müssen sie sein.

 1. März in Colàn an der Nordküste von Peru.

Wieder habe ich noch viel zu erzählen von meinen letzten Wegen durch Peru, kurz vor dem Absprung in mein letztes noch zu entdeckendes Land Ecuador. Gebucht habe ich eben gerade meine endlose Bustour für den 6. März in der Nacht, ganze 12 Stunden werde ich im Dunkeln durch die Gegend schaukeln. Richtig, irgendwo zuvor schrieb ich, nicht nachts in Peru mit dem Bus fahren zu wollen. Bei diesem Beschluss wusste ich noch nicht, dass die Busse am Tag nicht fahren, so bin ich auch heute Nacht von Trujillo um 1:30 Uhr gestartet. Erst ging es mit dem Schlafbus 7 Stunden nach Piura, eine am Besten nicht zu erwähnende Stadt. Dort mit einem irrwinzigen und irrwitzigen Taxi zur lokalen Busstation, 50 km nach Colan mit einem lokalen Bus, der uns irgendwo in der Pampa aussteigen ließ, den Rest mit einem Motortaxi. Angekommen bin ich mit großer Enttäuschung und völlig erschöpft in einer Bleibe, die wohl einmal bessere Zeiten hatte. Die Lage direkt am Meer war das Einzige was stimmte und das die Wellen ständig an die Terrasse donnern. Mein Zimmer mit Meerblick musste ich mir auch noch erkämpfen.

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Colan mit Blick von meinem kleinen Balkon ….

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Kein Starnd zu sehen, auch die Hunde gehen auf dem Dach spazieren!

Eigentlich wollte ich hier vier Tage ausspannen, am Strand laufen und endlich einmal schwimmen gehen. Strand finde ich hier keinen, die kleinen halbfertigen Häuser stehen direkt am steinigen Meer, ja fast im Meer. Das wiederrum ist sehr fotogen. Laufen und schwimmen, nur im trüben Pool, angefüllt mit 20 Peruanern am Wochenende, laufen auf der staubigen Wüstenstraße!

Ein kleiner Balkon zum Meer ersetzt nun für nur noch zwei Tage das Fehlende. Hier genieße ich das Rauschen des Pazifiks und für ein paar Stunden auch die Sonne. abends und am Morgen zieht der Himmel sich zu. Dabei treffen die Wärme aus dem Hinterland auf die feuchte kältere Luft vom Meer aufeinander.

So habe ich mich jetzt arrangiert, werde mit Meeresrauschen einschlafen und wieder aufwachen, nicht jedermanns Sache; ich liebe es! Über mir schweben Pelikane und riesige Albatrosse, mit einer Flügelbreite, die ich von der Antarktis nur kenne. Den Namen muss ich noch herausbekommen.

 

Einschub meiner sozialen Ideen.

„Nach einem kleinen Balkon Nickerchen kam mir meine adaptierte Idee der Ninos Hotels in den Sinn. Es sprudelte nur so in meinem Kopfe herum. Die Ninos Idee wird wohl nur ein kleiner Teil meiner eigentlichen Idee werden, doch zusammen mit Allem was mir durch den Kopf geht, kann dies ein tolles Projekt werden.

Im Großen und Ganzen wird aus Allem zusammen wohl eine Art Foundation entstehen, damit dies auch rechtlich Hand und Fuß hat. Das ist allerdings nur der äußere Rahmen, den ich vorerst nur im Hinterkopf haben möchte, rechtliche Dinge verhindern oft jegliche Ideen!

Myanmar und Kambodscha, vielleicht nehme ich auch noch Kapstadt mit einem Teil der Township hinein. Jeweils habe ich persönliche Kontakte und Menschen die vor Ort leben. Ich selber sehe mich als Mittler zwischen meinen Projekten. Mit dabei werden sich hoffentlich viele engagierte Menschen beteiligen. Menschen, die mit entwickeln, mit den unterschiedlichsten Wissen. Menschen, die sich finanziell beteiligen, Menschen vor Ort, die durch Weiterbildung diese Projekte durchführen können…….!

Meine Aufgabe wird jetzt erst einmal sein, alles inspirierende, Gesehene an Ideen zu einem Ganzen werden zu lassen. Eines steht auf jeden Fall fest, der Nutzen gehört den Menschen der jeweiligen Projekte“!

Wenn ich an einem Ort weile, ohne auf Entdeckertouren zu gehen, habe ich Zeit meinen vielen Gedanken freien Lauf zu lassen. Einige davon gehören mit in meine Geschichte, stellte ich doch einst die Frage:

Was macht es mit mir“? ….

  1. März, 22:35 in Colan an der Küste von Nord Peru, 2 Tage Auszeit!

Denke die ganze Zeit darüber nach, warum es mir so schwer fällt mich auf mein nach Hause Kommen zu freuen. Was hindert mich daran?

Vor diesen fragenden Gedanken war ich mit meinen ganzen Ideen beschäftigt, die ich alle so in der nächsten Zeit in die Tat umsetzen möchte. Große Dynamic in mir, voller Kreativität und dem Drang es zu verwirklichen. Kaum denke ich an mein Zuhause wird mir ganz anders zu Mute. Kein Hund begrüßt mich und begleitet mich an meiner Seite. Arbeiten wie bisher, nein nicht alleine! Ich brauche um mich herum aktiv denkende Leute, die ich mit reißen kann und die mich inspirieren. Dies war einer meiner Fehler der letzten Jahre, zu viel alleine gearbeitet!

Also raus aus diesen vier Wänden und ein Team zusammenstellen! …… Wer ist mit im Team?

Doch der Schlüsselgedanke kam mir gerade eben. Hier und jetzt auf meiner Reise bin ich weit entfernt genug, um Abstand zu Allem zu haben, frei genug um mich auch frei zu fühlen, von all den Verpflichtungen, die ich die letzten Jahrzehnte gerne ausgefüllt habe, doch für mich persönlich heute so nicht mehr funktionieren.

So empfinde ich heute Respekt davor und traue mir noch nicht so recht, auch vor Ort wirklich frei mich zu fühlen, kenne ich mich doch zu gut!

Es ist mir sehr wichtig, dass ich meine Ideen auch in die Umsetzung bringe. Es hat lange in meinem Leben gedauert, mein Eigenes soweit zu bringen, dass ich genau weiß was mir wichtig ist. Das ist natürlich meine Familie, das wird immer so bleiben, doch sind alle inzwischen erwachsen. Jetzt entwickele ich meine ganz eigenen Dinge in dieser Welt!

Meine Ziele und Visionen sind klar – Verhinderungen werden beseitigt!

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8. März, in Guayaquil Ecuador.

Seit gestern Morgen bin ich nun in meinem letzten Land der Weltreise angekommen. Wieder wohne ich hinter sehr alten Gemäuern, nur sind diese Mauern aus Holz gebaut. Ein ganzes Viertel, San Penas, wird hier vom „Ministerio Cultura“ geschützt, gelegen auf einem Hügel über der sonst eher modernen Stadt. Die Villa „Cino Fabiani“ wird auch als Theater und für Ausstellungen genutzt. Beschreiben kann man diesen Ort kaum, da reicht die Vorstellungskraft kaum aus. In der Mitte wieder ein Innenhof, zu einer kleinen Bühnenseite offen, der Blick geht direkt auf einen riesigen Wassertropfenden Felsen mit tropischen Bewuchs. Mein riesiger Raum geht davon ab, gebaut eigentlich wie ein Holzverschlag in gigantischer Höhe. An den Wänden hängen große Fotos und Plakate unter anderem von James Dean, zwei große Fans sorgen für etwas Wind und ein kleiner Balkon zur Straße für den Romeo und Julia Effekt – wie schon gesagt, es lässt sich nicht wirklich beschreiben!

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Der Innenhof, gleich Theatersaal der Casa Cino Fabiani …

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Mein Fenster von aussen …

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San Penas, ein wunderschönes Viertel,

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….. von dem man alles in Guayaquil herrlich erreichen kann …

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und diese Urtiere Leguane begegnen einem manches Mal auf dem Fussweg.

Auch hier wurde ich nach meiner Höllen Nacht Busfahrt herzlich am frühen Morgen empfangen von Analdo, einem perfekt Englisch sprechenden Ecuadorianer. Höllen Bustour, weil ich schon am letzten Tag in Colan zum ersten Mal auf meiner Reise mit den Magen und Darm durch etwas Essbarem verdorben habe. Die letzte Nacht verbrachte ich nicht im Bett, sondern auf dem stillen Örtchen. Wie soll ich nur die Nacht im Bus überstehen? So holte ich meine kleine nie genutzte Apotheke hervor und schluckte „Hammertabletten“ dagegen. Eine Lösung, die mich Reisefähig machte, doch die Bauchschmerzen blieben.

Am Nachmittag startete ich meine Tour wieder mit Collectivo, lokal Bus, Taxi etc. bis ich zur internationalen Busstation kam. Hier wurde ich meine großes Gepäck los und begab noch einmal zum Plaza del Armaz, dieses Mal von Piura. Gegessen hatte ich bis dahin noch nichts. Eine Suppe würde mir jetzt gut tun, dachte ich. Tatsächlich fand ich ein Lokal, die mir eine Sopa de Pollo servieren konnte, mit Genuss löffelte ich die Brühe – was für ein herrliches Gefühl nach der Tortur.

Unser Bus startete um 20 Uhr, wie immer hatte ich einen bequemen Schlafsessel, nur fehlten bei diesem Unternehmen eine Decke und das Kissen, doch die Klimaanlage war sehr aktiv. Aktiv war ebenfalls der Fernseher, 80 cm vor meiner Nase, beschallend von oben mit einer Lautstärke für Schwerhörige. Auch mein mehrmaliges Bitten, dies doch abzustellen verhallte im Nichts, hinter mir schaute und hörte man zwei Actionfilmen schließlich zu. Gegen 23 Uhr wurde es endlich still, nur wie wird mir bloß wieder warm, meine Jacken waren im Bauch des Busses verstaut.

Schlafmaske auf, Ohrstöpsel und selbstumarmen und tief durchatmen war meine versuchte Methode. Mitternacht, alle müssen ihre Pässe vorzeigen, an der Grenze waren wir allerdings noch nicht? Eine Stunde später ging es weiter bis 2:30 Uhr – Grenze zu Ecuador. Nun mussten wir zwei Stunden auf unseren Beinen stehen, ich immer meinen schweren Fotorucksack auf dem Rücken. Etliche Leute hatten ihre Papiere nicht in Ordnung, dies dauerte ewig und war schon Nervenzerrend.

Die letzten Kilometer schaffte ich es wohl aus völliger Erschöpfung auch ein wenig zu schlafen, um acht Uhr am Morgen war ich in Guayaquil – Höllentour!

Arnaldo gab mir alle nötigen Informationen, brachte mich sogar noch ein Stück des Weges und erklärte mir die Stadt von hier oben aus, no go Viertel und Viertel, die ohne Probleme zu begehen sind.

Ich hatte schon vorher beschlossen mich direkt von hier aus zu den Galapagos Inseln aufzumachen, Guayaquil ist der beste Ausgangspunkt dort hinzufliegen. Auch bekam ich zwei Agenturen für die Organisation genannt. Mein Plan war es, die Inseln zum Teil alleine zu erobern und vor Ort ein Schiff für eine Rundreise zu finden. Ja, das ist schwierig, wirklich nicht vertrauensvoll und alleine kann man nur auf die drei bewohnten Inseln gelangen. Die Tagestouren kosten meist so um die 100 $ ……!

Die Galapagos sind genau wie die Antarktis geschütztes Gebiet, somit wird jeder Schritt dorthin mit sehr vielen Auflagen und Geld belegt. Somit habe ich tatsächlich gestern schon von hier eine achttägige Schiffstour auf einem recht kleinen Boot gebucht und danach bleibe ich noch auf eigene Faust ein paar Tage dort. Somit werde ich also am 10. März eines meiner großen Abenteuer dieser Reise starten!

Danach fliege ich nach Quito, allerdings nur als Zwischenstopp, möchte ich noch einiges mehr von Ecuador sehen, dies allerdings im Zeitluppen Tempo. Zum Glück ist Ecuador nicht so groß wie Peru.

 

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