Traumhafte Erlebnisse aus Neuseeland.

Neuseeland hat nicht nur Schafe ….

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Mein Zuhause über 5 Wochen lang!

19. Oktober noch in Auckland.

Schon wieder sitze ich am Flughafen, dieses Mal auf dem Domestik in Auckland, gelandet bin ich hier vor zwei Tagen am Nachmittag. Warum schon wieder auf dem Flughafen?

Neuseeland werde ich auf eine neue Art meiner Weltreise bereisen, mein Bett nehme ich mir direkt mit, in einem kleinen Camper Van, den ich mir für die nächsten Wochen gemietet habe. Da ich am 30. November von Auckland meinen längsten Flug nach Südamerika starte, habe ich beschlossen Neuseeland von Süd nach Nord zu erforschen. So fliege ich nun heute auf die Südinsel nach Christchurch, besonders bekannt geworden durch die schweren Erdbeben in 2010/11, um dort meinen Camper zu übernehmen.

Langsam komme ich wieder an die Abenteuer meiner Weltreise vor der Sunshine Coast heran. Es war wirklich sehr gut in der Mitte meiner Reise einen festen Punkt für eine Weile zu haben. Doch hat mich dies auch etwas faul gemacht.

Nun komme ich wieder in Bewegung! – boarding time again!

21:21 pm, sitze in meinem Mini Camper mit Candle light und Daunenjacke und chatte mit meinen Kindern. 24 Stunden Internet musste ich mir für 7 $ kaufen. Mein Campground liegt am Rande von Christchurch, neben mir zwei Zelte, ansonsten nur Luxus Camper mit Stromanschluss, auch dies habe ich nicht!

Das wird wirklich eine spannende Zeit, fast wie im Zelt, etwas komfortabler schon. Nur beim Fahren kann ich meine diversen technischen Geräte, wie Kamera Akkus, Laptop, Phones, etc. aufladen. Stecker habe ich mir inzwischen so allerlei angeschafft, dafür spare ich Campground Gebühren für Plätze mit Strom.

So startet für mich ein neuer Zeitgeist, wieder ein Stück dichter dran an den natürlichen Ressourcen dieser Erde und auch bei mir selber und meiner Idee dieser Reise. Back to the Roots without any comfort!

Mein Camper nennt sich Backpacker Camper, mehr habe ich auch nicht wirklich bei mir, nur dass ich meinen einen Backpacker lieber hinter mir herziehe, der andere mit 12 kg reicht mir schon völlig. 21 kg hinten und 12 kg vorne, da falle ich immer noch um!

Das Kontrast Programm direkt kommend aus einer Luxusvilla an der Sunshine Coast mit Temperaturen um die 25 Grad, nun in einen kleinen sehr kuscheligen Camper mit Nachttemperaturen um die 6 Grad kann kaum größer sein. Sitze ich auch noch mitten in einem zweimal schwer getroffenen Erdbebengebiet, 2010 und 2011. Etliche Spuren davon konnte ich noch an den Kreuzungen wahrnehmen, morgen werde ich davon mehr sehen. Alles sieht hier sehr friedlich und sauber aus, sehr viel bescheidener als in Australien. Diese Menschen haben hier Fürchterliches durchgemacht, scheinen sich aber mit großer Kraft aus dem Tief wieder herausgeholt zu haben, nur verschlossener sehen sie aus, nicht so offen und freundlich wie in Auckland.

Schon der Gedanke, unter mir bricht die Erde einfach weg, mein Haus bricht zusammen, oder jetzt und hier, mein Auto fängt an zu wackeln und fällt in ein Loch, ist schon kaum erträglich und überhaupt nicht nachvollziehbar, was diese Menschen alles durch gemacht haben müssen. Sind sie allerdings erst eine kurze Weile dem Pioniergeister entwachsen, so scheint es, dass sie dies noch tief in ihren Wurzeln verankert haben. Zu lesen bekommt man überall von dem großartigen Geist der Erneuerung und des eher zum Besseren werden lassens. Da steckt eindeutig noch der Entdecker Instinkt tief verwurzelt in diesen Überlebensmenschen.

Bin müde, die Nase läuft auch wieder einmal nach Monaten der Sonne und Wärme, doch gemütlich und sehr kuschelig wirkt meine neue Bleibe auf mich und irgendwann finde ich die verstauten Dinge auch auf Anhieb wieder, momentan suche ich nach jedem Ding.

Nun baue ich mir zum ersten Mal mein Bett, das eher wie eine Koje wirkt, dies kenne ich reichlich aus meinen Seglerjahren.

Good night!

20. Oktober in Christchurch

An diesem Tag entdeckte ich Christchurch, hatte ich doch so einiges schon über den Earthquake gelesen, doch eine wirkliche Vorstellung von den Ausmaßen konnte ich mir nicht machen.

Entsprechend war ich getroffen von dem was ich zu sehen bekam. Natürlich ging ich zu erst zur Kathedrale, sie wird noch immer schwer gestützt und ein Teil ist völlig zusammen gebrochen. Seltsamer Weise steht die Kirchturmspitze daneben. Drum herum ist ein riesiger kunstvoll bemalter Zaun, Zutritt völlig unmöglich. Daneben viel Freifläche, der Schutt ist schon lange beseitigt, doch die umliegenden Hochhäuser sind alle unbewohnbar und gesperrt. Durch die ganze Stadt zieht sich ein Kunstprojekt „Scape Public Art“. Moderne Kunst von Künstlern der ganzen Welt, die sich mit diesem Thema Earthquake auseinander gesetzt haben. Überall trifft man auf einen neuen Geist, Zerstörung und Aufschwung dicht beieinander. Glaube, Liebe, Hoffnung leben hier sehr stark.

Eine kleine schmucke Straße ist schon wieder aufgebaut, die „New Regent Street“, spanisch anmutend mit kleinen farbigen Häusern, gefüllt mit kleinen Geschäften, Cafés und Galerien. Eine kleine historische Bahn durchfährt dieses Gebiet, heute eine touristische Attraktion, früher eine Straßenbahn.

Durch ein Gespräch erfahre ich von der schnellen Besiedelung der Briten vor 150 Jahren. Sie legten Christchurch erst trocken und bauten somit ihre Stadt auf ein sogenanntes Wetlandgebiet. Doch tief unter der Erde verlaufen Wasserstraßen, die bei den beiden Erdbeben einbrachen und so für diese Total – Zerstörung sorgten. So kommt es auch, dass an einer Stelle an der zwei Schulgebäude standen, eines völlig unversehrt blieb.

Besonders beeindruckend ist auch eine kleiner Platz, der sich „Container ReStart“ nennt. Hier versuchen Geschäfte und Restaurants, deren Gebäude nicht mehr stehen in Containern, die sehr kunstvoll gestapelt und bemalt wurden, zu überleben. Ein sehr junger Geist lebt hier. Verteilt in der Stadt stehen alte Wohnanhänger lustig bemalt. Sie überleben als Cafés oder Lunch Restaurants.

Tief bewegt machte ich mich am Abend wieder zu meinem neuen Schlafplatz auf, um am nächsten Morgen meine Tour durch Neuseeland zu starten.

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Die Kathedrale …

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Das neue Christchurch.

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Künstler sind hier überall am Werke.

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Nicht mehr zu betreten!

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Im botanischen Garten geht es friedlich zu.

21. Oktober, in Akaroa, Banks Peninsula

Die dritte Nacht in meinem kleinen Camper startet gerade, dieses Mal zum Glück mit wärmeren Temperaturen. Zum ersten Mal habe ich meinen unglaublich bequemen Campingstuhl aus dem Untergrund meiner Schlafbank gezaubert und sitze direkt vor meinem Auto mit einem grandiosen Blick, der sich zur Nachtzeit in hell und dunkel verzaubert. Vor mir eine sanfte Bergkette, die vorhin in sanften Grün sich dahin streckte, links von mir schimmert noch die Bay of Akaroa silbern in der Abenddämmerung, eingebettet in ebenfalls sanften Bergketten.

Hinter mir habe ich mein erstes Camping Mahl, Lamb Shops mit Tomaten und Schafskäse auf dem Schoss gegessen. Dies wird sicher öfter auf meinem Speisezettel stehen; immerhin bin ich in Neuseeland! Schafe haben mich reichlich von Christchurch bis hierher begleitet. Die satten hügeligen Wiesen, auf denen die Schafe grasen gaben mir das perfekte Bild meiner Träume von Neuseeland wieder. Kein Klischee, nein, pure Wirklichkeit.

So vieles an Erlebten ist in meinem Kopf und im Herzen, wie soll ich das nur alles festhalten. Immer hinke ich hinterher, besonders jetzt, wo ich selber auch fahre, nicht ganz ohne Anstrengung, so komme ich weniger dazu meine tiefen Eindrücke aufzuschreiben. Die Nächte bleiben auch im Camper eher kurz, sodass ich abends sehr müde und erschöpft bin. Besonders hier in Neuseeland habe ich noch nicht den richtigen Ausgleich gefunden, oder wie es Neudeutsch heißt, das richtige Timing!

Zum einen habe ich das Gefühl viel Zeit zu haben, um mich ganz in Ruhe auf dieses Land einlassen zu können, zum anderen habe ich überhaupt kein Gefühl für die Distanzen. Besonders heute empfand ich die Strecke sehr viel länger als es die Kilometer anzeigten. Kurvige, sich langziehende schmale Straßen lassen das Tempo herunter fahren. 50 km sind in unseren Gefilden schnell bewältigt, so doch nicht hier. Holperig, kurvig und schmal gestalten sich diese teilweise sehr einfachen Straßen, dazu noch mein Luxus Auto aus dem Jahr 1997, das die Berge auch nur im Schritttempo erklettert bevor es an zu kochen anfängt.

Da ich nicht über die beiden Inseln jagen möchte, werde ich wohl einiges aus meinem Programm streichen müssen. Entscheidungen kläre ich hierzu morgen.

Auch werde ich morgen einen Rasttag einlegen, der ohne Auto fahren stattfinden wird. Mein bisher Erlebtes möchte ich ebenfalls festhalten. Es muss doch möglich sein, jeden Tag am Abend zu erzählen und nicht Tage hinterher!

Bis Morgen!

Aus der Erinnerung:

An diesem Morgen machte ich meine erste Bootstour dieser Reise, sonnig aber eise kalt, so kam meine Daunenjacke wieder zum Einsatz. Akaroa ist eine Halbinsel unterhalb von Christchurch, sehr hügelig und wunderbar grün. Es gefiel mir dort sehr gut. Die Menschen lächelten, Ältere kamen mir mit Farbtöpfen und Leitern entgegen. Sie erzählten mir mit Begeisterung, dass sie ja viel Zeit hätten und gerade dabei seien das Städtchen wieder aufzufrischen, alles freiwillig und sehr gut gelaunt.

Am Hafen suchte ich mir das kleinere der Ausflugsboote aus, der netter Kapitän Tony mit seinem kleinen Bord Hund Cara, ein Kern Terrier, fuhr ein paar Amerikaner und mich hinaus auf die offene See. Kräftige Wellen schaukelten uns heftig durch, immer auf der Suche nach Delphinen und kleinen Pinguinen. Beides bekamen wir zu sehen, doch die Pinguine waren so schnell wieder unter Wasser und bei dem Geschaukel nicht zu fotografieren, die Delphine sausten neben und unter dem Boot herum, toll anzuschauen. Ein wunderschönes Erlebnis für den Start.

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Blick auf Akaroa.

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…… Das „Morgen“ ist nun auch schon wieder ohne eine Silbe vergangen. Schon wieder ist es hier dunkel und 22 Uhr. Eines habe ich immerhin geschafft, meine schon wieder sehr vielen Fotos von gerade mal vier Tagen NZ herunterzuladen.

Mein Elan heute zu schreiben wurde durch eine heimatliche für mich sehr traurige Nachricht gestoppt. Mein zweiter treuer Hund Liana ist nun doch so furchtbar krank, dass wir uns verabschieden müssen. Sie hat inzwischen große Schmerzen, durch sehr große Geschwüre, ihr Herz wird nur durch Tabletten stabil gehalten – Mein eigenes Herz ist gerade verdammt schwer, haben wir doch gerade Ende letzten Jahres uns von ihrer Hundeschwester Ranja verabschieden müssen. Doch eines habe ich mir geschworen, kein Hund soll bei mir leiden müssen, wenn das Hundeleben kein Leben mehr ist!

Traurig sage ich schon wieder gute Nacht.

…… Wieder ist der nächste Tag zu Ende, 23. Oktober. Heute bin ich viele Kilometer gefahren und jetzt am Lake Tekapu in den Bergen, südöstlich von Christchurch in Richtung Queenstown gelegen. Inzwischen habe ich beschlossen den Süden ganz auszulassen, sonst fahre ich nur Auto.

Zum Glück ist in Neuseeland Frühling, sonst wäre hier eine Alpine Schneelandschaft. Der Geruch und die Temperaturen nähern sich diesem allerdings noch reichlich an.

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Lake Tekapu.

Bevor ich hier weiter erzähle möchte ich doch endlich Neuseeland nacherzählen, sonst komme ich bald in heftige Zeitnot. Denn durch mein Selbstfahren verliere ich immense Zeit, auch damit herauszufinden, was sich alles so entdecken lässt auf meiner Strecke. Fährt man zu zweit, kann der Nichtfahrer dies alles erledigen, ich dagegen muss erst lesen, dann fahren oder zwischendurch heraus bekommen ….!

 

Nicht nur den Anfang von Neuseeland habe ich noch nicht erzählt, auch das liebevolle Ende in Australien nicht. So noch einmal zurück nach Australien….

…… Gerade befinde ich mich noch einmal in meiner Lieblingsfischhalle in Mooloolaba am 16. Oktober. Um 11 Uhr mussten Marisa und ich uns, nach einer von mir gefühlten langen Zeit von einander verabschieden, nicht leicht nach einer so intensiven und ideenreichen gemeinsamen Zeit. Vorher übte ich mal wieder meinen Beruf als Portraitfotografin aus. Marisa brauchte dringend ein paar Fotos von sich – warum dies am letzten Morgen; zeigt unsere intensive Zeit, die wir mit anderen Dingen füllten.

Pünktlich zum Lunch aß ich ein letztes Mal herrlich frischen Fisch mit Blick auf den Fischereihafen. Das „Deck“, so der Name ist voll, Austern, Prawns und frischer Fisch werden hier gespeißt, dazu trinkt man eine Flasche Vino, auch „Oyster“ genannt.

Die Australier sind alle wirklich sehr freundlich, doch nur als Urlaubsgast kommt man nicht wirklich an sie heran. Erst wenn man hier lebt und gleichzeitig arbeitet oder studiert öffnet man darüber die Kontakte und manches Mal auch Freundschaften.

Marisa und ich haben so manche Idee gemeinsam im Sinn, gerne würde ich hier die mir genehmigten drei Monate im Jahr verbringen, allerdings nur mit einer sinnvollen Arbeit.

Ich stelle gerade fest, dass meine Erzählungen in der Vergangenheit zwar stimmen, doch die vielen Zwischentöne, die ich zum Glück in mein kleines Tagebuch geschrieben habe fehlen völlig. Sie heute in den Zusammenhang hinzubekommen schaffe ich einfach nicht. Zum einen bin ich erschöpft vom langen Autofahren, doch eher mental durch die Tatsache, dass ich mich von meiner Hündin Liana verabschieden muss. Es blockiert mich doch sehr und macht mich traurig.

Ein Abschied von dieser Entfernung ist eine Entscheidung die sein musste, doch für mich gerade schwer auszuhalten. Da kommt zum ersten Mal das Gefühl der Einsamkeit und des Allein seins hoch! So versalze ich eben den Lake Tekapu etwas mit meinen einsamen Tränen. Auch dies gehört mit zu meiner Reise, ein Gefühl der Einsamkeit kannte ich bisher noch nicht. Immer wieder war ich von meinen Entdeckungen zu inspiriert.

Morgen geht es weiter, die herrliche Natur wird meiner Seele gut tun und mich mit dem kleinen Hundeleben verbinden. Liana war ein besonders treue kleine Seele!

Morgen ist jetzt. Eine chaotische Nacht liegt hinter mir. Mit der Nachricht, Liana hat nun ihren Regenbogen Weg angetreten wurde ich langsam ruhiger, vorher habe ich mich mit meinen eigenen Gedanken völlig verrückt gemacht. Ich wurde das Gefühl einfach nicht los, meinen Hund Liana im Stich gelassen zu haben. Dies brachte mich in einen Zustand der Verzweiflung mit viel Wasser für den Lake Takepo. Meine liebe Tochter Christina hat zusammen mit ihrem lieben Freund Jan Liana bis zum Schluss begleitet. Großartig, danke euch beiden wirklich herzlich. Auch meine Housesitterin Helga hat die letzten Wochen großartiges geleistet. Sie war es, die Liana verarztet hat, mit ihr kleine Spaziergänge gemacht hat …..! Und da kamen wieder meine Tränen. Hätte ich nicht dort sein müssen, so habe ich mich noch nie verhalten in meinem Leben. Eine Ahnung hatte ich von dem Zustand meines Hundes, doch wie sich ihr Ende gestalten würde nicht. Meine Reise war schon vorher gebucht und organisiert – hätte ich alles absagen müssen? Diese Gedanken plagten mich fürchterlich, obwohl es eben ein Hund ist und kein Mensch. Ja, dies ist der Unterschied, einen Menschen hätte ich so niemals alleine gelassen. Bei meinem süßen Hund hatte ich das Gefühl alles für sie vorbereitet zu haben. Meine Kinder haben sich rührend um sie gekümmert, Helga war für sie da und Christina hat die große Verantwortung übernommen die Entscheidung zusammen mit der Tierärztin zu treffen. Auch dies hatte ich so verabredet. Ja, ich hatte für alles gesorgt, doch dies alleine reicht einfach nicht, die Gefühle lassen sich nicht vor organisieren, so war ich eben für zwei Tage etwas außer Kontrolle.

Jetzt ist es Tatsache und meine beiden Hunde, die uns über 13 Jahre begleitet haben sind nun im Hundehimmel. Dies ist der einzig wirklich große Nachteil, wenn man sich Hunde oder auch Katzen mit in sein Leben nimmt; sie gehen nach einigen Jahren von uns.

Wie bekomme ich jetzt wieder den Bogen zu meiner Reisegeschichte?

Ganz einfach sollte es sein. Das Obige gehört mit zu meiner Reise, nicht alles kann ich einfach zurück lassen.

Nun schreibe ich heute schon einmal am Tag, um meiner Müdigkeit am Abend zuvor zu kommen. Gerade sitze ich an einem unglaublichen Fleckchen Erde. Vor mir liegt der Lake Tekapo. Mein Auto parkt neben mir auf einem Hügel mitten im Nichts. Der Wind bläst etwas zu stark von Vorne, die irrwitzigsten Wolken am Himmel bewegen sich auf mich zu, Cirrus?

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Lake Tekapu …

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Herrlicher Schreibplatz.

Nach dieser kurzen Nacht am Lake Tekapo weckte mich ein sonniger Tag, keine Wolke am Himmel, die Temperaturen allerdings der bergigen Landschaft angepasst. Wach wurde ich durch einen Cappuccino, der mir direkt neben meinem Camper in einem fahrenden Café zubereitet wurde. Dies war schon mal ein guter Start.

Mit langsamen Schritten machte ich mich auf in die herrliche Natur dieser bergischen Landschaft und erkletterte mit etwas keuchender Lunge den Mount John. Die Ausblicke auf den Lake und den dahinter liegenden schneebedeckten Bergen besänftigte meine angeschlagene Seele und ließ mich wieder tief durchatmen. Eine viereinhalb stündige Wanderung mit vielen Fotos, auch von Schafen, tat mir einfach nur gut.

Danach schnappte ich mir mein Auto und fuhr damit an das gegenüber liegende Ufer. Hier sitze ich nun und schreibe, solange mein Akku mit macht. Wo war ich noch stehen geblieben? Richtig, immer noch in Australien, in der Fischhalle.

Gerade fällt es mir schwer den Zusammenhang wirklich herzustellen, von Australien bis nach Neuseeland. So habe ich mich entschieden meine Aufzeichnungen aus meinem kleinen handschriftlichen Tagebuch aufzuzeigen, so komme ich eher an das Jetzt heran. Ich schweife sonst immer wieder ab..

Nochmals Mooloolaba und meine Gedanken an diesem Tag, es war der 16. Oktober.

Morgen um diese Zeit bin ich schon in Neuseeland, in Auckland auf der Nordinsel. Heißt wieder Abschied nehmen von Marisa. Seit gestern sind Marie France und Olivier, enge Freunde aus Neuseeland bei uns. Sie besuchen Marisa für fünf Tage. So habe ich mein riesiges Reich einen Tag früher verlassen und für die beiden vorbereitet. Mein großes Gepäck weilt schon im Auto, der Rest ist in zwei Handgriffen auch verstaut. Die letzte Nacht verbringe ich bei Marisa in ihrem riesigen Bett mit einem kurzen Schlaf. Um sechs Uhr Morgens war es vorbei, so vieles hatte ich gedanklich in meinem Kopf; Vorfreude auf Neuseeland gepaart mit tausend Erlebnissen in Australien.

Marie France und Olivier leben beide auf Waiheke Island, ein Teil von Auckland und doch eine besondere Insel. Besonders viele begabte Künstler leben dort, so wie Paul Radford und Olivier Duhamel, beide großartige Künstler. Olivier brachte eine seiner wunderschönen Skulpturen, einen Frauentorso mit, hergestellt in hunderten von Schichten, die sich allerdings verschieben. Daher hat diese Frauenskulptur je nach Sicht einen völlig anderen Charakter. Unglaublich schön!

Mit Marisas Iphone machte ich noch einige interessante, perspektivische Aufnahmen, zu spät hatte ich die Frage, ob ich ein paar Fotos machen könnte verstanden.

Dafür hat mich unmissverständlich Olivier zu sich auf Waiheke eingeladen. Dort kann ich vielleicht mit ein paar Aufnahmen experimentieren. Diese Skulpturen in ihrer ganzen Schönheit zu fotografieren ist keine leichte Aufgabe.

Immer noch auf Abschiedstour in Aussies Land! Auch bei Lyn und Lloyd wurde ich sehr herzlich wieder empfangen. Wo warst du überall, was hast du erlebt ….., diese Fragen wurden mir bei einem Gläschen Wein gestellt. Ich brauche noch ein Taxi zum Flughafen, leider sehr früh, mein Flug geht um 8:30 Uhr. Ach wir wollen noch auf den Markt, da können wir dich auch fahren! Dies hieß allerdings um kurz nach fünf Uhr aufstehen! Ich war ganz überwältigt von dieser Herzlichkeit, alle saßen wir um halb sechs bei einer Tasse Tee zusammen, bevor die Fahrt zum Flughafen losging.

Noch auf dieser Fahrt erfuhr ich besonders von Lyn, wie großartig Neuseeland sei, sie schrieb mir etliche Orte auf, die ich unbedingt sehen müsste. Auch sie lieben NZ, auch sie lebten dort für viele Jahre, auch sie verließen NZ wegen der Ausbildung ihrer Kinder, so wie Marisa. So kann NZ doch nur grandios sein, allerdings gab es von allen Seiten eine einvernehmliche Einschränkung: „Aber das Wetter“!

Zu diesem Zeitpunkt jagte es mir schon ein wenig den Schrecken ein. Habe ich nicht schon um einen halben Monat meinen Aufenthalt in Australien genau wegen dem Wetter verschoben, so heißt es immer noch – wegen dem Wetter!

Ok, in Australien habe ich die letzten Wochen an Kleidung keine große Auswahl gehabt, zwei Blusen, eine Shorts, ein Rock, ein Kleid und zwei Hosen. Das wird sich nun wohl mit dem Klima etwas ändern. In NZ werden meine Jeans und die grüne Daunenjacke wieder aktiviert werden, in Capetown zuletzt getragen!

Ziemlich einseitig seit einigen Monaten, wie auf den Fotos sicher schon zu erkennen war. Die Versuche etwas Neues zu kaufen scheiterten bisher immer daran, das dies überhaupt nicht dran ist. Einige Versuche habe ich schon gestartet, doch wirklich lange habe ich dies nicht ausgehalten – schnell weg!!!!

Weiterziehen ist in meinem Drang zu spüren, mich wieder in Bewegung setzen. Einkaufen hat etwas Gesetztes an sich, man möchte bleiben und braucht Abwechslung. Ich dagegen habe meine Abwechslung in ganz anderen Dingen, ich erlebe neues, sehe andere Menschen, spreche mit ihnen, erfahre meine Grenzen täglich, spüre mich genau darüber und nicht: „Wie sehe ich heute aus“?

Vier Wochen bei Marisa haben mich allerdings auch etwas bequem gemacht auch ein paar Kilos schwerer dank Marisas wunderbarer Küche jeden Abend. Immer wieder hatte ich ein Gefühl der Müdigkeit in mir, ok mein frühes Erwachen zusammen mit den Vögeln hat auch dazu beigetragen. Doch die Erkenntnis daraus, zumindest für mich ist: „Bequemlichkeit macht müde“!

So sollte mein Kontrastprogramm ab morgen mich wieder wach und aktiv machen! Diese vier Wochen haben mich allerdings nur äußerlich bequem gemacht, innerlich bin ich zur Ruhe gekommen, was notwendig war nach fünf Monaten „Reisen“. Gleichzeitig hat mich diese Ruhe zu neuen Ideen gebracht, neue für mich völlig unbekannte Visionen, auch den dafür nötigen Mut spüre ich tief innerlich.

Für wirkliche Veränderungen aus dem bisherigen Leben benötigen wir eine riesige Portion Mut! Mein Jahr Auszeit vom bisherigen Leben ist davon nur ein kleiner Schritt – die Großen werden erst noch folgen!

Immer noch in Mooloolaba. Jetzt muss ich mich erst einmal auf den Weg machen durch Brisbane zu fahren und mein Auto abgeben. Eine Nacht bleibt mir noch in Aussie. Früh aufstehen und Neuseeland öffnet sich für mich.

Inzwischen ist es Abend, mein Auto abgegeben, Taschen in Lota und ich sitze in Manly vor dem Jachthafen in einem kleinen Weinlokal und genieße den letzten Abend – leider alleine; wäre gerne von Marisa aus mit dem Auto direkt zum Flughafen gefahren.

Doch so hätte ich aus meiner jetzigen Sicht nicht noch einmal Lyn und Lloyd wieder getroffen. Sie sind jetzt meine treuen Begleiter dieser Reise und vielleicht treffen wir uns als Freunde in Deutschland oder Brisbane wieder. Auch euch beiden danke ich für mein tiefes Erlebnis euch auf meiner Reise begegnet zu sein.

So langsam muss ich mich wieder daran gewöhnen alleine unterwegs zu sein, Australien hat mich doch ein wenig zu sehr verwöhnt. So geht es nun weiter zum nächsten unbekannten Abenteuer Neuseeland. Endlich, wie lange möchte ich dort schon hin, weit, weit weg von Deutschland, elf Stunden früher bin ich schon unterwegs, noch weniger erreichbar.

Noch ein Thema schiebe ich hier aus Australien nach, Hunde! Sehr erstaunt hat mich die Tatsache, dass genau die Hunderassen, die bei uns alle verboten sind, besonders häufig vorkommen. Pittbull, und ähnlich gefräßig aussehende Rassen laufen hier als friedliche Familienhunde herum. So frage ich mich doch tatsächlich, liegt es vielleicht an der Haltung, wie gehe ich mit meinem Hund um? Bei uns haben sie das Image kleine Kinder anzugreifen, hier leben sie zusammen mit ihnen?

Immerhin bin ich jetzt schon in Neuseeland angekommen. Noch immer befinden sich Aufzeichnungen in meinem Büchlein, die ich noch erzählen möchte, Schon wieder macht sich meine Müdigkeit breit – nach der chaotischen Nacht kein Wunder!

Es sind zu viele Eindrücke, die ich gerne mit frischem Geist erzählen möchte. Also hinke ich immer noch hinterher.

Auf ein Neues, morgen geht es wieder auf die Straße, wohin entscheide ich unterwegs, je nachdem wie leicht es sich fahren lässt, entscheide ich mich noch weiter für den Süden oder langsam gen Norden!

Sonntag, davon merke ich inzwischen nichts mehr. Wochentage sind für mich fast völlig untergegangen, wäre da nicht meine Iphone, wüsste ich sicher oft nicht welchen Tag wie haben.

25. Oktober, Richtung Mount Cook

Meine Müdigkeit hat mich gestern früh schlafen lassen, so war es nicht verwunderlich, dass ich heute morgen früh aufwachte. Im Geiste hatte ich die Nacht über, erst alles aufzuschreiben, bevor ich weiter ziehe. Doch am frühen Morgen wollte ich unbedingt woanders hin. Der Blick auf die Karte bescherte mir ein einfaches neues Ziel, der Mount Cook, oder Aoraka Mt Cook. Etwas über 100 km entfernt, genau richtig für meine Konstitution.

Eine herrliche Strecke öffnete sich für mich, meist mit wenigen Autos um diese Zeit. Mit etwas Musik von meinem Ipad fuhr es sich noch leichter, das Wetter schien sich auch wieder eher sonnig zu stabilisieren. Die Sonne fungiert hier in NZ ungefähr so wie bei uns eine Heizung. Ohne sie ist es verdammt kalt, scheint sie klar und kräftig, heizt sie zu stark, man fängt an sich zu entblättern. Meist nur für Minuten, denn um die nächst Ecke fegt wieder ein kalter Wind im Schatten der Berge. Dies ist schon anders als bei uns. Der Schatten bringt uns auch Kälte, doch der Unterschied ist hier sehr viel stärker.

In Aoraki angelangt begab ich mich erst einmal zur Touristeninformation, hier National Park Info. Dies habe ich mir inzwischen angewöhnt. Dort erhält man zwar auch all die Infos zum Massentourismus, doch eher hier in NZ mehr von dem Individuallisten. Massen Tourismus für die NZ gibt es so nicht wie bei uns.

So bekam ich die aktuelle Wanderkarte und die Info, dass es nur den einen DOC Campground  gäbe. DOC bedeutet Campen in der freien Natur. Fließend kaltes Wasser und Toiletten sind vorhanden, finish. Dafür liegen sie oft sehr schön und mitten in dem Naturgeschehen. 20 km vorher konnte ich einen Luxuscampground anfahren, Entscheidung fiel erst nach meiner Wanderung zum Gletschersee des MT Hooker.

Auf meinem Weg zurück traf ich wieder auf ein junges Pärchen aus Deutschland, schon gestern am Lake Tekapo kamen sie mir entgegen. Wir unterhielten uns über unser Vorhanden sein in NZ. Ich von meiner Weltreise, sie von ihrem Work and Travel, zur Zeit auf Travel Tour. Heute kamen sie mir wieder entgegen.

Ich entschied mich natürlich für den DOC Campground direkt am Fuße des MT Cook. Endlich traute ich mich meinen Kocher, angebracht hinten im Kofferraum zu benutzen – endlich, so fühle ich mich noch freier, kann überall halten und Wasser heiß machen. Diesmal gab es Gemüse aus der Tiefgefriertüte, leider vor Begeisterung versalzen. Dazu hatte ich mir auf dem Weg hierher von der Lachsfarm Mt Cook frischen geräucherten Lachs gekauft. Dieser war nicht versalzen und sehr schmackhaft.

Seit dem die Sonne verschwunden ist, sitze ich allerdings jetzt schon wieder etwas frierend in meinem Camper. Dabei konnte ich so manchen Zeltaufbau staunend beobachten,  frieren scheine ich nur hier so besonders!

Schweren Herzens habe ich mich vernünftiger Weise gegen den ganzen Süden von NZ entschieden, obwohl gerade diese Vernunft mir so widerstrebt. Doch abgesteckt nach Tagen würde ich eigentlich nichts wirklich genießen können, da ich nur ans Weiterziehen denken müsste.

Um mich einlassen zu können brauche ich Zeit und etwas Ruhe zwischendurch.

So auch heute, übrigens die DOC verfügen nicht über Strom, geschweige denn Internet!!!!

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MT Cook …

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und sein Gletscher…

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MT Cooks Spitze ist zu sehen.

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Oldtimer Treffen am MT Cook …

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27. Oktober, Arrowtown

Arrowtown ist eine alte Goldgräberstadt, alt heißt hier 1834. Diese kliene Stadt liegt 19 km von Queenstown entfernt. Beide Städte befinden sich mitten im Gebirge von NZ. Doch dieses Gebirge unterscheidet sich um eine Tatsache von unseren Europäischen extrem. Hinter fast jedem Berg lauert ein grandioses Tal mit einem großen Bergsee auf. Meist sind sie sehr tief und strahlen bei Sonnenschein in einem uns blendenden Türkis.

Da ich mit meinem Schreiben momentan nicht wirklich kontinuierlich voran komme, bleibe ich im Jetzt, sonst verliere ich wirklich noch meine ganzen Erlebnisse. Das Vergangene werde ich hoffentlich gut gespeichert haben.

Nach dem MT Cook und dem DOC Campground ohne alles fuhr ich sehr früh Richtung Süden los. Ein eisiger Wind blies an diesem allerdings herrlich sonnigen Morgen. Ich versuchte trotzdem mit meinem kleinen Gaskocher Teewasser zu erhitzen, doch nach fünf Minuten lauwarmen Wassers gab ich auf; sicher werde ich irgendwo einen schönen Cappuccino finden.

Wieder ging es die ersten 50 km die gleich Strecke an dem herrlichen See Pulkaki vorbei, natürlich tief Türkis. Mit mir startete auch ein sehr bunt bemalter Klein Camper, ansonsten war die Straße leer. Immer wieder stoppte ich an den schönsten Ausblicken, machte Fotos über Fotos – ob ich diese je sichten kann, steht gerade völlig in Frage. Immer wieder trafen wir uns wieder, der bunte Bus und ich, jeder hielt an einer anderen Stelle. Nur mit einer Banane und Wasser im Bauch fühlte ich mich unglaublich wohl und freute mich einfach nur über meine totale Freiheit.

Seit ein paar Tagen weiß ich am Abend nicht was ich am Morgen machen werde. So konnte ich mein Leben bisher nie gestalten. Es machte mich völlig verrückt, wenn ich nicht genau wusste, was morgen sein wird. Meist waren es tausend Termine, die natürlich in einen Arbeitsalltag gehören.

Doch war da bei mir noch mehr! Ich war unzufrieden, wenn ich nicht wusste was morgen sein wird, fühlte mich verloren! Jetzt fühle ich die uneingeschränkte Freiheit erst am Morgen zu entscheiden wo es hin geht, mich den Gegebenheiten anpassen müssen, das ist der Plan.

Besonders heute früh bekam ich dies zu spüren. Mein Campground in Wanaka/Glendu lag direkt am See, natürlich Türkis. Doch in der Nacht zog ein wilder Sturm mit heftigen Regenfällen auf. Zwischendurch lugte ich durch mein Fenster, Mein Auto eignet sich kaum als schwimmendes Objekt. Durch den Wind wurde es massiv eiskalt, um die 2 Grad. Aufstehen am Morgen; nein ist das kalt, ich müsste mal wohin …, nein verkneifen, zu kalt, zu früh …..! Das geht leider nicht ewig, also raus musst du schon! Daunenjacke an, dicke Socken passen nicht in die Schuhe, also nur reinschlupfen. 50 Meter zum Klo, nein, schaffe ich nicht mehr …. Buschtoilette, hier eher Strandtoilette – keiner sieht’s. Soll in NZ unmöglich sein, nicht für mich!

Einmal wach, gehe ich nun wieder unter die Decke, wird auch nicht mehr warm. Ich entschied mich für Tee kochen und die Jeans im Trockner zu trocknen, die ich nachts zum „Trocknen“ raus gehängt hatte.

Wie werde ich nur wieder warm? Losfahren, wohin auch immer, einfach nur fahren, und die Heizung an. So fuhr ich erst einmal weiter ins Gebirge hoch, vielleicht erhasche ich doch einen tollen Ausblick, denn eigentlich wollte ich heute zu Fuß diese Gegend erklettern. Die Ausblicke waren eher Wolkenverhangen, die Gravelroad zwang mich dann auch zum Umdrehen. Ok, dann fährst du eben nach Wanaka und trinkst dort einen Cappuccino.

An einer Kreuzung sah ich die Kilometerangabe nach Queenstown, 68 km nur. Rechts ab und weg war ich von Wanaka. Davor lagen noch zwei wunderschöne kleine „historisch“ wichtige Städtchen für Neuseeland, Cardrona und Arrowtown.

Arrowtown wurde zur Goldgräberstadt, Cardrona eine Station dazwischen, das heißt Hotel Cardrona war schon damals Poststation und ein Tradecenter. In Arrowtown wird heute noch Gold gewaschen, ob nur für die Touristen? Jedenfalls konnte ich Goldstaubkörnchen wahrnehmen, auch ein wenig das Gefühl, dies auch auszuprobieren. Arrowtown ist ein hübsches kleines Städtchen ganz in der Vergangenheit lebend. Sehr fotogen, rund herum von einer wunderschönen Waldlandschaft umgeben.

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Am frühen Nachmittag fuhr ich weiter die 19 km bis nach Queenstown. Eigentlich wollte ich von hier aus meine Tour durch NZ starten, doch dies hätte mich 350 $ mehr gekostet, sodass ich von Christchurch startete.

Queenstown ist ein, ja was ist es denn nun? Jedenfalls voller Touristen, so viele habe ich hier noch nicht erlebt. Die meisten kommen aus China und anderen asiatischen Ländern. Arrowtown war auch besonders für die Chinesen eine wichtige Goldgräberstadt. Sie wurden zwar nur geduldet, doch machten wohl auch sie ihr Glück. Heute haben sie einen eigenen Museumspart. Welcher Chinese lässt sich hier nicht gerne fotografieren!

Queenstown von heute ist in erster Linie für die Touristen ausgerichtet. Im Winter muss es hier nur so von Skitouristen wimmeln. Heliskiing, Snowboarding …….., vom See aus sah ich eine riesige Bergstation. An den Hängen kleben hunderte und mehr Appartementhäuser, ein Shop nach dem anderen, Restaurants ohne Ende….!

Man könnte sicher sagen, oh wie schrecklich. Doch eines lässt sich nicht leugnen!

Ich habe noch nie so einen schönen Ort gesehen, damit meine ich nicht die Stadt, sondern die unbändige Natur rundherum. Jeder Blick überrascht einem von Neuem. Schneebedeckte Gipfel, Sonnen angestrahlte Wiesen mit Schafen, Granitabbrüche in gigantischem Maße und in der Mitte ein riesiger Bergsee. Es ist einfach nur überwältigend – niemals zuvor gesehen.

Mein Auto parkte ich am Ufer unter Weidenbäumen. Unsere Vegetation begegnet mir hier überall. Doch immer wieder passt es auch nicht zusammen mit der Unsrigen. Palmenartige Pflanzen dazwischen, Kakteen ….!

Noch habe ich dies nicht wirklich erfasst, wer hat hier nun was angepflanzt und was stand hier vorher?

Ich machte also eine sehr spontane Schiffstour mit einem historischen Dampfer. Zuvor habe ich über so etwas viel zu lange nachgedacht und meist als zu touristisch abgeschrieben.

Ja, es war sehr touristisch und doch auch richtig schön. Interessant war für mich zu erfahren, wie hier eine erfolgreiche Sheepfarm zu noch mehr Popularität kommt. Sie besitzt zwei Schiffe, eines davon auch noch historisch und lässt die Touristen sich auf ihre herrlich anzuschauende Farm schippern. Dort empfängt man sie mit einem Restaurant und Besichtigung der Farm. Wiegesagt, alles sehr schön anzuschauen. Ein riesiges Marketing Gebilde. Selbst am Steg stehen noch hemdsärmelig die Rancher und tragen ihre Produkte an Bord, dies auch noch mit Spaß.

Da könnte ich glatt bleiben!

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Queenstown lebt natürlich auch von seinen vielen Geschäften und Restaurants. Alles Dinge, die mich eher verscheuchen. So fuhr ich nach meiner Bootstour wieder zurück ins beschauliche Arrowtown und stehe dort nun auf einem Campground, der zwar nicht mehr Wärme bietet, doch Duschen mit Musik, absolut modern. Meine Nachbarn sind ebenfalls unglaublich nett und haben mich zum Kuchen essen eingeladen.

Einen Schock gab es allerdings wieder einmal für mich am Abend, abgesehen von den Schocks, die mich von zu Hause leider diese und letzte Woche immer wieder erreichen. Liana auf ihren Regenbogenweg und Niclas ist mal wieder zur OP im Krankenhaus, der arme Kerl. Heute morgen habe ich doch tatsächlich meine Power Station von meiner Kamera in der Laundry auf dem Glendu Camp vergessen. Hilfe, ohne diese kann ich keine Fotos mehr machen! Anruf der Erste, keiner da. Mail geschickt, keine Antwort. Nochmals Anruf. Ja, wir haben das Gerät schon sicher gestellt! Uff das war knapp.

Ok, Reise kann weiter gehen, allerdings mit einem Umweg von 100 Km, um dieses Gerät wieder abzuholen!

Müde und kalt ist mir gerade wieder. Da hilft es leider nur noch in die Auto Koje zu schlüpfen.

28. Oktober….

Wieder sitze ich an einem See, den Lake Havea, nicht weit entfernt vom Wanaka Lake. Wie immer ein fantastischer Blick und zur Abwechslung kein Wind und noch nicht so kalt. Das lässt mich auf eine etwas entspannendere Nacht hoffen. Die letzte hat mich dank Frost durch frieren lassen. Vollmond war diese Nacht, der mich nachts noch einmal zur Kamera greifen lies.

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Lake Havea ….

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Meist treibt mich der Drang der Blase nach draußen, an Schlaf ist danach nicht mehr zu denken. Um 7 Uhr war noch kein Mensch auf dem Campingplatz wach. Ich dachte an die tollen Duschen und machte mich auf den Weg dorthin.

Keine Musik am Morgen und die Luxus Duschen fühlen sich an einem so eiskalten Morgen nicht gerade luxuriös an. Ok, raus aus den warmen Sachen, heiße Dusche an und dann ganz schnell eincremen. Ist die Creme aber kalt, direkt mit mir aus dem Camper kommend. Wach war ich nun allemal, dachte ich jedenfalls.

Nach einem schlechten Frühstück fuhr ich als erste von diesem Platz los, Heizung wieder auf Höchstleistung, sogar Handschuhe hatte ich zum ersten Mal an.

So machte ich mich auf den Weg Richtung Wanaka, doch eine längere Strecke, Zeit hatte ich dank des frühen Morgens genug. Vor mir eröffnete sich eine Traum Landschaft. Das frühe Licht tat so einiges an Faszination hinzu. Berge frühmorgendlich beleuchtet, leicht in Nebel getaucht, Wasser, Flüsse und Farben die mich ständig anhalten ließen um Fotos zu machen.

Ich war so fasziniert, dass ich zum ersten Mal völlig von Sinnen wieder auf die Straße fuhr. Oh, da kommen mir ja zwei Autos entgegen. Zwei wilde Schlenker und ich war nun endlich wirklich wach – Linksverkehr!

Gerade gestern fragte mich Niclas danach; ja, ich komme super damit klar; ist schon in Fleisch und Blut übergegangen! Nur Träumen darf man nicht, dann kommt das andere „Fleisch und Blut“ wieder zum Vorschein! Zum Glück waren die beiden Fahrzeuge auch so überrascht, dass sie langsam fuhren.

Die Strecke, die ich heute fuhr hatte so einiges zu bieten, historisch, sowie auch landschaftliche Schönheiten. Ich fuhr auf der Straße von Queenstown Richtung Cromwell, eine Wein und Obstanbau Gegend, die ganze Zeit den Fluss Kuvatstrau entlang.

Vorbei kam ich an einer alten Brücke über diesen Fluss. Heute dient sie zum einen zum Bangin springen, wie auch schwebend über diesem Fluss baumelnd ….! Wen’s gefällt. Doch gehen auch von diesem Punkt wunderschöne Trecks entlang dieses rauschenden Flusses entlang, dies gefällt mir natürlich besser.

Weiter auf dieser Strecke kam ich an dem größten „Tiger Goldrausch“ Zentrum vorbei, heute eine Art lebendiges Museum, mit Trekking Tour oder eine Guiding Tour.

Eigentlich wollte ich mich erst gar nicht lange dort aufhalten, irgendwie war ich etwas getrieben durch meinen vergessenen Akku, auch hatte ich Hunger und nichts mehr in der Kühlbox. So bestellte ich mir erst einmal einen Cappuccino, den ich allerdings nicht bezahlen konnte. Bargeld war alle und die Kreditkarte ging auch nach dreimaligen Versuchen nicht durch.

Nun war meine Unruhe wirklich perfekt. Auch das noch, nicht nur meine Kühlbox war alle, auch mein Benzintank wartete auf die nächste Tankstelle. Den Kaffee bekam ich gratis, sie waren sich nicht sicher ob es an ihrer Maschine lag oder an meiner Karte.

Na super, ohne Kreditkarte bin ich aufgeschmissen. Habe zwar noch eine Zweite, die gehört aber nicht zu meinem Reisebudget und ist nur im Äußersten zu benutzen. Diesen Fall wollte ich jetzt nicht haben.

Irgendwie wollte ich jetzt unbedingt herausbekommen ob meine Karte defekt ist oder ich pleite bin. So ging ich doch zum Museumstresen und erzählte mein Dilemma. 25 $ sollte der Eintritt kosten, dies war mir eigentlich zu viel, doch angesichts meines Problems ließ ich diese Summe anweisen und es funktionierte. Ha, doch nicht meine Karte!

Das Wetter war nach der frostigen Nacht so herrlich und warm, die Landschaft so grandios direkt an dem rauschenden Fluss, dass ich beschloss, alles hier zu genießen.

So verbrachte ich ein paar wunderbare Stunden ganz im Goldrausch. Die Geschichte ist schon faszinierend; was diese Menschen alles auf sich genommen haben, nur um hier ihr Glück zu versuchen. Speziell hier an diesem Platz, dem Größten in Neuseeland, konnte ich mir dies alles sehr gut vorstellen. Die Schotten kamen hier zuerst an, die Briten natürlich auch. Sie lieferten später die riesige Ausstattung, um im großen Stil Gold abzubauen. Noch heute stehen diese gigantischen Pumpen und Waschanlagen aus schwerem Eisen gefertigt hier. Sie sind sogar noch so gut im Schuss, dass ich eine persönliche Vorführung bekam.

Doch am Anfang wurde drei Jahre lang nur mit den Handwannen Gold gesucht. Hotels entstanden ebenfalls und die Prostitution. So wurden so manche Nuggets in einer Nacht mit Alkohol und anderen Vergnügungen verprasst. Diese Geschichten sind wohl reichhaltig verfilmt worden.

Schon in Arrowtown gab es eine Chinatown direkt nebenan. Heute erfuhr ich, dass sie zwar in Massen hier erschienen, doch sie waren von Anfang an fleißiger und suchten nicht nur nach den großen Nuggets. Letzt endlich haben sie viel mehr Gold gefunden als die Europäer. Auch bauten sie ihre Hütten in Windeseile mit Steinen, während die Europäer Holz und Blech verwandten. Auch wurden sie sehr schnell krank, nicht nur durch den Alkohol, sie aßen kein Gemüse oder Obst. Die Chinesen kamen stets mit ihrem Reis hier an und brachten auch ein paar Kräuter und Samen mit. Vor ihren Hütten legten sie kleine Gärten an, so war ihre Verpflegung ausgewogener.

Heute stehen diese kleinen Hütten hier noch zur Besichtigung, auch die der Europäer. Letztendlich übernahm England das Ruder hier in Neuseeland, so auch den Goldabbau.

Zum Schluss durfte ich selber noch Gold waschen, allerdings ohne Erfolg. Ein herrliches Erlebnis in die Vergangenheit.

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…. schon etwas gebraucht!

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Goldrausch der Chinesen…

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… schon etwas komfortabler.

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Kein Goldnuget gefunden.

Irgendwann am Nachmittag kam ich dann in Wanaka zu meinem Akku Gerät und fuhr weiter zum nächsten Bergsee, den Lake Havea. Hier stehe ich wieder auf einem herrlichen Platz mit spektakulärem Blick auf die Berge samt Abendlicht. Etliche Fotos werden dies belegen.

Für heute hoffe ich auf eine frostfreie Nacht, scheint nicht so kalt zu sein. Schlaf wäre einmal wieder von Nöten.

Morgen fahre ich weiter an die Westküste, sie soll sehr viel rauer und felsiger sein.

 

  1. Oktober, 20:40 Uhr am „Lake Mahinapua“ an der Westküste, schon über das Glacier Land hinaus.

Gestern schon fuhr ich eine recht lange Strecke, besonders auf den Spuren des Epos Herr der Ringe, hier genannt „The Lord oft the Rings“. Ian Brodie hat ein herrliches Buch, Location Guidebook herausgebracht, das ich mir nach mehrmaligem Anschauen nun doch gekauft habe. Später bekommt es der größte Fan in meiner Familie Patrick.

Einige Locations habe ich schon besucht, doch ist es schon interessant zu sehen, wie diese Geschichte hier ihre Szenen entwickelt hat. Gerade wenn das Wetter etwas gemischt oder eher dunkel und nass ist, kann man die Szenen sehr gut nachvollziehen. Auch meine eigenen Fotos geben teilweise diese Stimmung wieder. Völlig unbeabsichtigt und ich wie immer ohne Ahnung hat Patrick kurz vor meiner Abreise mit mir alle Filme angeschaut. Dieser Surrealismus war für mich schon um einiges zu viel, doch hier in Neuseeland jetzt in dieser unglaublich vollen Natur umher zu reisen, lässt mich vieles an diesem großartigen und fantasievollen Epos anders sehen. So macht es mir inzwischen richtig Spaß nach diesen Spuren zu suchen. Nicht überall komme ich hin, 4×4 oder ein Helikopter wären da gefragt.

So fuhr ich gestern schon aus einem dieser Gebiete heraus, Lake Wanaka war einer der Filmorte. Ich fuhr in Richtung Haast, welches an der Westküste liegt. Mitten durch das Gebirge hindurch führte dieser Weg immer am gleichnamigen Haast River entlang. Am Haast Gate und in den späteren Wetlands wurde gedreht. Die Stimmungen konnte ich so völlig anders nachvollziehen.

Doch auch ohne Lord oft the Rings kam ich an einen herrlichen Treck vorbei. Endlich traf ich auf die großen Baum Farne, hier Ponga oder in Maori Whegi genannt. Schon am Straßenrand nahm ich sie wahr. Sie fingen gerade an ihre jungen Triebe auszubreiten. Alles ist hier gerade für mich schon merkwürdig anders herum. Im Oktober kommen hier die Lämmer auf die Welt, die Vögel bauen ihre Nester, die Bäume, auch heimatliche, wie die Weiden treiben jetzt ihre jungen Triebe aus. Fliederblüten und sogar Rapsgeruch bekam ich in meine Nase.

Auch wenn ich seit meinem Start der Weltreise kein wirkliches Zeitgefühl mehr besitze, es scheint wirklich alles durcheinander zu sein. Nur der Blick auf mein Iphone korrigiert meine Unsicherheit des Öfteren. Die Vorstellung, dass zu Hause sich alles auf den Winter einstellt, ist so weit von mir entfernt.

Jahreszeiten sind in meinem innersten völlig verloren gegangen. Ich wundere mich immerzu, warum ich so friere, während hier die Neuseeländer beim ersten Sonnenstrahl Shirts tragen. Die Antwort liegt bestimmt an meinen vorherigen sehr unterschiedlichen doch meist warmen Reisezielen. Mein Körper versteift regelrecht, wenn ich nachts an zu frieren anfange. Bei 0 bis 2 Grad im Camper Van kein Kunststück. Ich fange erst wieder an beweglich zu werden, wenn die Sonne herauskommt oder ich am Fahren bin und die Heizung auf Volldampf habe, dabei allerdings fängt meine Gesichtshaut an sich zu vertrocknen. Cremes und Öle, nichts hilft wirklich, die Luft ist einfach zu trocken, was allerdings auch an der Luft von Neuseeland liegen muss, irrwitziger Weise ist hier überall Feueralarm, heißt es ist zu trocken. Hinzu kommt das Ozonloch, wenn die Sonne scheint hat sie eine sehr starke Strahlung, was zur Folge hat, dass kaum ein Neuseeländer ohne Hut und Sonnenbrille sich draußen aufhält. Schon dies wäre für mich undenkbar hier leben zu können. Ich bin hauptsächlich draußen glücklich und die Sonnenwärme tut mir einfach gut.

Weiter geht es mit meiner Tour. Nach meiner Wanderung durch den Farnen Wald kam ich zu den Billy Falls, die in ein riesiges Flussbett hinabfielen. Das Flussbett bestand allerdings hauptsächlich aus großen Kieselsteinen, der kleinere Teil war der Billy Fluss. Diese Flussbetten begegnen mir inzwischen ständig hier an der Westküste, alle entstanden zu der Zeit, als die Gletscher sich noch bis an die Küste erstreckten. Inzwischen sind sie weit in das Landesinnere zurückgewichen und weichen täglich um Millimeter weiter.

In Haast angekommen, hieß auch an der Westküste angekommen zu sein. Haast lag direkt an der Mündung des gleichnamigen Flusses. Die Küste verlief mit vielen flachen Dünen und Wald in beide Richtungen, entsprechend konnte der Wind vom Pazifik blasen. Erst einmal eine Jacke mehr anziehen.

Alle Autos, die aus dem Landesinneren kamen fuhren als erstes die einzige Tankstelle an. Nicht nur mir scheint es unheimlich zu sein, keinen Ort oder eine Tankstelle auf der langen Strecke durch die Berge gefunden zu haben.

Doch diese Tankstelle war nicht nur zum Tanken gedacht, sie schien auch für die Menschen hier eine Art Kontaktstelle zu sein und besonders wichtig auch für mich, ein Lebensmittelgeschäft. Mein Vorrat ist dank nur einer Kühlbox immer sehr eingeschränkt. Die ganze Atmosphäre hatte etwas von Ursprünglichkeit und absoluter Naturgegebenheit, – weit entfernt von üblicher Infrastruktur.

Tank war gefüllt, die Kühlbox nicht wirklich gut, die Auswahl entsprach nicht so ganz meiner Vorstellung. Für diese raue Landschaft hat sich auch die Essgewohnheit der Menschen angepasst, dicke fette Würste ….!

Diese Wildnis reichte mir noch nicht, so musste ich noch weiter bis ans Landsend bis nach „Jackson Bay“ fahren. Die Straße hört dort auf, doch genau dies reizte mich, wie leben diese Menschen dort?

50 km durch wilde Landschaft, die Bäume haben sich dem rauen Wind geneigt und die Kronen landeinwärts geneigt. Zwischendurch stehen ein paar Häuser, selbst ein paar kleine Farmen haben sich dort angesiedelt. Meerseits geht es eher wild zu. Nach fünfzig Kilometern bauen sich hohe Felsen auf und eine große Bucht ist dort eingebettet. Einige bunte Häuser unterbrechen das Bild. Ein kleiner Hafen mit einer langen Wharf, auf der auch Autos fahren können ragt weit hinaus. Das wilde Meer hat sich hier völlig beruhigt, weit draußen kann man die Schaumkronen erst wahrnehmen. Fischerboote dümpeln an ihren Ankerbojen.

Bei dem Anblick freue ich mich schon auf den frischen Fisch. Ein kleines Krebsrotes Lokal gibt es direkt an der Bucht. Eine Frau räumt gerade alles von draußen wieder hinein, es windet ziemlich, „Crap Bowl“ heißt es. Doch als ich nach frischem Fisch gebraten fragte, oder nach dem angepriesenen Crape Bowl, wurde ich leider etwas sehr unfreundlich und sehr unwillig darauf hingewiesen, dass ich gekochten Fisch bekommen könnte, mehr nicht. Mir verging bei der Unwilligkeit leider der Appetit auf Fisch total, war gerade nicht der richtige Zeitpunkt für die zwei Damen, die Küche war kalt.

So wanderte ich ein wenig durch den sehr geschichtsträchtigen Ort. Hier versuchten vor langer Zeit Menschen sich von See aus anzusiedeln. Eine schwierige, zwar geschützte Bucht, doch wohl für eine große Siedlung nicht geeignet gewesen. So befinden sich heute nur einige Häuser dort, meist Fischer haben sich hier angesiedelt und wie mir scheint, im Sommer auch einige Feriengäste.

Nach meinem Spaziergang fuhr ich einen Kilometer wieder zurück und fand eine kleine windstille Ecke am Strand. Dort machte ich Picknick mit einem Kraut Salat, den ich mir vorher gekauft hatte. Der Fisch muss leider auf mich noch warten oder ich auf ihn.

Auf dem Rückweg kehrte ich kurz vor Haast Beach auf deren Campground ein, meist von Einheimischen besetzt. Entsprechend zünftig ging es in der Küche zu. Schon der Geruch erschlug mich in die Flucht. Fett gebratenes, Wurstiges, Fleischliches gemischt mit Fischgeruch …..! Nur Männer mit entsprechendem Habitus, kräftig gebaut, die nichts anbrennen lassen.

Ich verkniff mir mein Kochen in der Küche und zog meinen kleinen Kocher im Autoheck vor. Nudeltaschen mit Fertigsauce konnte ich auch dort zubereiten.

Gerade in Arrowtown fragte mich eine ältere Frau, ob ich mich immer sicher fühlen würde; klar ja, keine Probleme. Ok, an diesem Abend habe ich zum ersten Mal darüber nachgedacht, wie schnell ich in der Lage wäre, aus dem Schlaf zu meinem Autosteuerplatz zu kommen und mit dem Auto davon brausen könnte, wenn nötig!

Heute Morgen um sieben Uhr wurden schon wieder Würste im Wasser erhitzt, ich nur mein Teewasser. Ich entschied mich für ein Frühstück in freier Natur, Brötchen konnte ich auch in der Pfanne aufbacken statt im Toaster.

Vorher habe ich mein Auto und mich erst einmal warm gefahren und als die Sonne richtig warm wurde, stellte ich mich in eine Strandeinfahrt und frühstückte schöner als je zuvor. Danke ihr lieben Kerle, dass ihr mich vertrieben habt.

So begann der heutige Tag eigentlich recht beschaulich, fahren wollte ich zu den beiden Gletschern, Fox und Franz Josef Glaciers. Wo kommen nur diese Namen her?

Den Fox Glacier habe ich auch noch trocken erlebt. Eine einstündige Wanderung den Berg hinauf brachte mich 200 Meter an ihn heran, weiter kommt man nicht. Jeder Tritt würde ein Stück mehr von dem Gletscher zerstören, auch nicht ganz ungefährlich scheint es zu sein dichter heran zukommen. Wenn man mehr sehen will, muss man einen Hubschrauber Flug mieten, der bringt einem bis nach oben.

Da ich noch meine Reise in die Antarktis vor mir habe, wo ich noch sehr viel Eis betreten werde, verkneife ich mir so einen sehr teuren Flug für gerade 20 Minuten.

Ich finde es schon sehr beeindruckend den Gletschern, hier jetzt schon den Zweiten so nahe zu kommen. Besonders wenn man bedenkt, dass sie mit jeder Minute wenige Millimeter im Sommer weniger werden. Hierzu möchte ich noch einiges nachlesen, doch dank des Mangels an Strom oder gar Internet wird dies erst später erfolgen.

Den Franz Josef habe ich mir nur vom Parkplatz angeschaut, es goss in Strömen und zwei Glaciers reichten mir. Danach fuhr ich also weiter gen Norden, leider immer etwas Druck im Bauch. Es braucht doch viel Fahrzeit NZ zu durchfahren. Viele Kurven, dank der Berge lassen einen langsam fahren, immer wieder stoppt man um sich etwas anzusehen …!

Die nächsten Orte schienen alle gleich langweilig zu sein, hier wurde Gold abgebaut, dort war ein Flugzeugabsturz, eben Neuseeländische Geschichte …..! So fuhr ich immer weiter, auch veränderte sich die Landschaft seit gestern nicht gravierend. Endlose Farn bewachsene Straßen mit Bergmassiven im Hintergrund, grandios, doch sogar für mich auf die Dauer zu langweilig.

So landete ich endlich mit meiner guten Spürnase kurz vor Hoikitika wieder an einem kleinen See, Lake Mahinapua. Ein Doc Natur Campground, für 6 $ die Nacht nur mit Toiletten und kaltem Wasser. Herrlich gelegen von einem Farnwald umgeben, das Abendlicht war besonders schön.

31.Oktober morgens um 7 Uhr. Die Blase drückte wie immer am frühen Morgen, manches Mal ist das Aufstehen wie eine Schocktherapie. Bin ich erst einmal aus dem noch fast warmen Bett gekrabbelt und nach draußen gegangen, werde ich schon von der Kälte wach. Danach lohnt es sich nicht mehr wieder in die inzwischen ganz kalte Bettdecke sich zu hüllen. Also bleibe ich meistens auf. Diesen Morgen war es allerdings noch sehr kalt. Dick eingemummelt machte ich einen kleinen Spaziergang, die Morgenstimmung über dem See brachte wieder ein ganz anderes wunderschönes Licht. Inzwischen war ich so durchgefroren, dass ich erst einmal Wärme brauchte. Der einfachste Weg warm zu werden ist mit dem Auto loszufahren und die Heizung auf Volldampf zu stellen. Dieses Prinzip habe ich so manchen Morgen angewandt. Nachdem ich dann endlich warm war suchte ich mir einen schönen Frühstücksplatz.

An diesem Morgen war ich allerdings zu schnell in der Stadt Hoikitika. Am Strand fand ich nur Wildnis und zu viel Wind. Die Stadt selber bestand aus sehr breiten Straßen, die von vielen Jadegeschäften umsäumt waren. Das Gebirge um diese Stadt hat große Jadevorkommnisse. Hier begegnete mir endlich einmal etwas intensiver die Maori Kunst, die besonders schöne Dinge aus Jade herstellen.

Es regnete leicht, sodass ich beschloss kein Frühstück selber zu machen, doch die Cafés waren auch nicht so einladend. So kaufte ich mir einen Café to go, hier take away und einen Scone. Beides nahm ich während des Laufens zu mir. So richtig warm wurde ich nicht mit dieser Stadt und mir selber auch nicht, sodass ich weiter fuhr bis nach Shantytown, eine ehemalige Goldgräber Stadt.

1. November Punakaiki

An der Küste entlang fuhr ich weiter bis zu den Pancake Rocks, eine Felsenformation aus Sandstein. Hier haben sich die Steinplatten quer miteinander verbunden und zu gigantischen Gebilden geformt. Durch riesige Löcher schießt das Wasser, ausgelöst durch riesige Wellen in die Höhe, was sich durch einen lauten Knall noch verstärkt wird. Begeistert, doch müde und noch nicht wissend wo ich nächtigen werde ging ich zurück zum Auto.

An der Scheibe hing ein Werbezettel, den ich schon vernichten wollte. Doch nein, Beach Camp Punakaika, 700 m weiter! Das schaue ich mir an. Volltreffer, direkt am Strand durch einen Knick geschützt verbrachte ich hier einen herrlichen Abend und Nacht. So gab es zum ersten Mal für mich auch ein Sonntagsfrühstück mit gekochtem Ei hinten am Auto gekocht.

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Pankake Rocks …

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Danach ging es weiter in Richtung Westport. Die Stadt interessierte mich weniger, ich wollte zu Cape Foulwind. Auch hier wieder eine traumhafte Landschaft, hohe Felsen werden im Hintergrund mit saftigen Wiesen und Schafen eingerahmt. Eine Wanderung um das Cape bringt mich zum ersten Mal mit den Seals, den Seelöwen in Kontakt. Doch diese werde ich noch reichlich und bis zum Abwinken genießen dürfen.

Die nächsten Tage machte ich viele kleine Stops, doch am meisten hat mich Kaikora an der Ostküste begeistert. So musste ich einmal die Südinsel durchqueren, das heißt viele Berge auf und ab fahren. Dabei kam ich bei dem ersten Weingut, von denen mir später noch viele begegnen vorbei. Doch dieses hatte einen spektakulären Ausblick über die bergige Landschaft und ein kleines Café.

So saß ich lange Zeit draußen auf der zwar windigen Terrasse und genoss diesen Ausblick. Tausende an Schafen auf grünen Hügeln, durchbrochen durch einen rauschenden Fluss. Doch hatte diese Terrasse noch eine Besonderheit, frei laufende halbwilde Schweine mit ihren kleinen Ferkeln. Sie lebten zum Teil in einem Beet, welches sie ziemlich umpflügten oder mit den Schafen auf den Wiesen, nur waren sie schlauer und schlüpften durch den Zaun. Hinter mir lagen die Weinberge dieses Weingutes, sodass ich mir eine herrliche amüsante Lunchzeit mit einem Glas Wein und einer Quiche gönnte.

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Marple Point …..

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Terrassen Besuch …

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im Blumenbeet …

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Ein Platz zum Träumen!

Kaikora lag noch ein Stück entfernt, doch die Strecke dorthin war fantastisch. Erst gegen Abend kam ich dort an, viel Campauswahl gab es nicht. Nach diesem Tag war mir dies auch völlig egal, so viele schöne Dinge hatte ich gesehen.

Am nächsten Morgen machte ich mich auf Erkundungstour, nichts ahnend wo ich hier gelandet war. Kaikora liegt auf einer kleinen Halbinsel, die man von einer Seite auf die andere erwandern kann. Ich fuhr immer weiter bis es nicht mehr ging, hielt mein Auto direkt am Wasser an. Hoppla, was liegt denn direkt vor mir, ein Seal Baby und nicht nur eines, viele ……! Hinter mir im Gebüsch lagen sie, auf kleinen Felsen am Wasser, im Wasser; es war unglaublich. Sie ließen sich von den Menschen überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. Nur die Hinweisschilder wiesen einem daraufhin ihnen nicht zu nahe zu kommen.

Die Wanderung um die Halbinsel versetzte mich weiter ins Staunen, nicht nur die Landschaft war grandios, auch tausende Seals lagen hier an der Küste auf weißen Sandstein Felsen. Von oben und von unten konnte man diese Tiere beobachten. Besonders war gerade die Jahreszeit, alle hatten sie ihre Jungen und zogen sie hier vor der Küste groß. Es war unglaublich diese verspielten Kleinen zu zuschauen, wie sie sich drehten, mit einander spielten, davon schossen und wieder mit ihren riesigen Augen einen anschauten. Eine Nasenklammer gegen den Geruch wäre sicher nicht schlecht, doch gewöhnt man sich daran.

An diesem 3. November hatten auch meine Zwillinge Geburtstag. So kam ich auf die verrückte Idee, ihnen einen kleines Video zusammen mit mir zu drehen. So saß ich vor meinem Auto auf der Kaimauer, hatte mein Iphone an der Motohaube befestigt und mit dem Hintergrund der spielenden Sealbabys meine Glückwünsche überbracht. Ich wurde natürlich dabei reichlich von den anderen Menschen beobachtet, die sich sichtlich darüber amüsierten.

Da ich den ganzen Tag hier verbrachte, blieb ich noch eine Nacht länger auf diesem nicht so gemütlichen Camp, doch dies war mir wieder einmal egal nach einem so schönen Tag.

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SEal Baby in Kaikora ..

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Am 4. November fuhr ich in Richtung Picton weiter. Weit kam ich nicht, ein Hinweis Schild, welches bei uns auf Wild hinweist, wies mich auf Seals die nächsten vier km hin und schon waren sie direkt vor mir. Die Küstenstraße führt direkt an der felsigen Küste entlang, doch sind diese hier ziemlich flach, sodass die Seals wirklich einen Meter neben der Straße liegen oder sich weiter robbten.

Ich hatte nach dieser Begegnung das Gefühl ihren Geruch nicht mehr aus meiner Nase zu bekommen, bis ich mich langsam bei den Weinbergen des Malborow Sounds befand. Doch fuhr ich weiter, noch hatte ich ein paar Tage auf der Südinsel, die Fähre fuhr erst am 9. Nov.

Ich fuhr an diesem Tag auch an Nelson vorbei, auf Stadt hatte ich an dem Abend keine Lust mehr und fand ein Stückchen weiter wieder einen schönen Campground am Meer. Am nächsten Tag fuhr ich weiter bis zum Anfang des Abel Tasman NP.

Sehr kleine kurvige Straßen führen dort hinauf. Mein Ziel waren die Ngana Caves. Tropfsteinhöhlen die sich endlos dort befinden. Oben liegt weißer Marmor, der sich im Laufe der Zeit schwarz gefärbt hat, wie hin gewürfelt herum. Ein Filmset von Herr der Ringe und Hobbiton!

Die Cave Tour hat mich tief beeindruckt, auch Jan Brodie hat sich lange mit seinem Filmteam hier inspirieren lassen. Leider gab es dort keinen Campground, so blieb ich lange auf dem Marmor hocken und habe die Stimmung und den Blick genossen.

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Cave Ngarna ..

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Hier wurde „Herr der Ringe gedreht, jetzt stehen hier Bienen.

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Hier wäre ich gerne länger geblieben!

Die Nacht verbrachte ich auf einem Farm Campground, der „Old Macdonald Farm“. Bei Marahau, meinem nördlichsten Punkt der Südinsel. Wieder kochte ich mir hier mein Lammcarre.

Am 6. November wollte ich endlich nach Picton, so viele schwärmen von den Malborough Sounds, dies wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Unterwegs machte ich doch in Nelson halt, eine der größeren Städte dieser Insel. Eine nette Einkaufsstraße führte direkt auf die große moderne Kathedrale zu, gebaut ist sie aus dem Marmor, den ich schon oben erwähnte. Für meinen Geschmack nicht besonders hübsch.

Da fuhr ich doch lieber bald weiter über eine herrliche Gravel Road von Havelock nach Picton. Wieder einmal grandiose Aus- und Einblicke beglückten mich auf dieser etwas anstrengenden Strecke. So ganz traue ich den Reifen meines alten Autos nicht mehr so viel zu.

In Picton fand ich einen schönen Platz am Rande der Stadt, man konnte zu Fuß in den Hafen laufen. Nun wollte ich auch gleich die vielen Inseln des Malborough Sound sehen und machte am nächsten Tag wieder eine Boots Tour. Für mich herrlich als Gegenpool zum vielen Auto fahren. Auch war das Wetter herrlich sonnig. Wir bekamen viele Geschichten zu hören, die ich jetzt nicht mehr schaffe aufzuschreiben. Muss bis zum späteren Buch warten!

 

  1. November, wieder sitze ich zu spät vor meinem frisch aufgeladenen Computer, dieses Mal im Office des Campgroundes, während ich unterwegs war, möchte endlich weiterschreiben.

Gelingt mir überhaupt nicht mehr. Ich weiß nicht was ich vorher geschrieben habe, weiß nichts mehr über die Zusammenhänge – lebe komplett im Jetzt.

Mein kleines Büchlein, indem ich jeden Tag kurz den Ablauf hinein schreibe, manchmal auch intensive Gedanken, hilft dabei auch nicht weiter. Zeit und Muße brauche ich, um den Anschluss wieder hinzubekommen.

Dies sind einige kleine Schwierigkeiten auf dieser Reise, die ich nicht eingeplant habe. Das Schreiben ist für mich wichtig geworden, besonders wichtig für die eigene Reflektion nach der Reise. Auch bin ich etwas ins Schleudern geraten durch die vielen nicht wirklich guten Nachrichten von zu Hause. Sie haben mich fest in den Griff genommen und von meinem eigenen Weg abgebracht.

Seitdem ich fort bin, ist mein jüngster Sohn vier Mal im Krankenhaus operiert worden. Mein lieber Hund Liana eingeschläfert worden. Auch Hunde haben bösartige Tumore, die sich rasch vermehren können. Diese Nachrichten haben mich die letzten Wochen nicht wirklich frei sein lassen. Mutter bleibt man auch aus der Ferne.

Nun hoffen wir alle diese Themen hinter uns lassen zu können und die Nächte können wieder mir gehören. Wenn es Abend ist in Deutschland startet bei mir in NZ der Morgen, wenn bei mir Morgen ist gehen zu Hause alle ins Bett. Bleibt also nur meine Nacht um mit ihnen zu kommunizieren, auf die Dauer zermürbend.

Morgen verbringe ich meinen letzten Tag auf der Südinsel, am nächsten Tag fahre ich mit der Fähre durch den Malberough Sound bis nach Wellington, die Hauptstadt von Neuseeland. Es fühlt sich an, als sei die Hälfte meiner NZ Zeit vorbei, doch wirklich habe ich keine Ahnung wie lange ich schon hier bin.

Ein Phänomen meiner Weltreise ist mein Zeitgefühl. Es existiert nicht mehr wirklich, nicht einmal die Monate haben noch eine Bedeutung für mich. November, zu Hause starten alle Geburtstage meiner Familie, Weihnachten will geplant werden, im Garten der Winter vorbereitet werden …..!

Auch in Neuseeland ist Weihnachten in den Geschäften nicht mehr zu übersehen. Ich strafe dies jedes Mal mit einem Lächeln ab; – nicht für mich! Tut mir leid zu Hause, doch ich genieße diesen Gedanken geradezu. Sicher, ich lebe gerade meinen „Alltag“ ziemlich frei und ohne jede Bindung. Nach über sechzig Jahren Leben ist dies eine herrliche Erfahrung, die meistens nur den jungen Menschen vorbehalten bleibt.

Ist das nun ignorant? Nein, sage ich dazu gleich. So eine Erfahrung sollte jeder von uns einmal machen können. Besonders bewusst geschieht dies allerdings erst in meinem Alter, vor allem wenn man vorher eine Familie heranwachsen ließ.

Diese „Brise Freiheit“ bringt neuen Schwung in das etwas angestaubte Leben, macht frei für Neues und Mut Altes abzuschütteln. Keinen Tag möchte ich missen von meiner bisherigen Reise durch einen Teil unserer Welt.

Soweit einmal wieder ein paar Gedanken zu meiner Frage: Was macht es mit mir, siehe meine Beweggründe/Titel dieser Reise!

 8. November in Picton

Mein letzter Tag neigt auf der Südinsel sich dem Ende zu und ein schöner Tag liegt hinter mir. Den Morgen verbrachte ich beim Frühstück damit meine Route lesbar und ordentlich in zwei Karten einzutragen, die erste war schon völlig zerflattert. Das war gar nicht so einfach angesichts meiner schlecht geführten Aufzeichnungen. Das muss wieder besser werden. Es ist einfach zu schade, vieles geht doch verloren an Erlebtem.

Gestern auf meiner Schiffstour durch den Malberoughsound traf ich ein Hamburger Ehepaar, die auch noch auf meinem Campground stehen. Sie fahren wie die meisten von Norden nach Süden. Typisch, ich mache dies gerade andersherum, was sich auch auf meiner Straßenseite bemerkbar macht. Meist kommen mir viele Camper entgegen, doch wenige befinden sich auf meiner Seite, sodass ich kaum überholen muss und oft alleine fahre. Auch ist das Licht von Süden nach Norden viel schöner und weniger Gegenlicht. Diesen Tipp habe ich von der Tourismus Messe eines Neuseeland Anbieters. Danke dafür nochmals.

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Picton …

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Schiffstour ..

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Hier landete Thomas Cook …

So konnten wir unsere Erfahrungen der jeweiligen Inseln perfekt austauschen, besonders mit den frischen Erlebnissen. Ansonsten war es wohl für uns beide merkwürdig gerade Hamburger hier zu treffen. Ich ahnte schon gleich, dass sie von dort kommen, ihr Verhalten war so typisch für die Hamburger. Sehr nett und freundlich aber nicht verbindlich, nicht einmal die Vornamen haben wir ausgetauscht und zum ersten mal seit langem habe ich das „Sie“ wieder anwenden müssen, richtig befremdlich. Es war augenscheinlich, dass wir uns nicht näher kommen wollten so weit entfernt von zu Hause.

Etwas später als gewohnt fuhr ich zu einem Tagesausflug zu einer Küstenstraße los. Auf der Karte war nicht genau zu erkennen, ob diese befestigt ist oder eine Gravel Road, doch führte sie direkt an der Ostküste entlang und war als „Scienic“ ausgezeichnet. Das reizte mich natürlich besonders.

Kurvenreich und sehr schmal ging es auf und ab, zuerst lagen noch einige Ferienhäuser versteckt in den waldigen Bergen, später nur in den Tälern einige Farmen und kleine Strandbuchten. Nach sieben km war es vorbei mit der Befestigung, Gravel Road! Es zitterte und schüttelte kräftig, zum Glück ohne Schlaglöcher, das wäre für mein altes Auto zu viel gewesen. Bergab musste ich sehr aufpassen nicht ins rutschen zu kommen, die kleinen Steine kullerten schnell und meine Räder griffen nicht wirklich tief. Gefühlt waren dies bestimmt tausend Kurven die ich in zwei Stunden durch kurbelte. Belohnt wurde ich allerdings mit grandiosen Ausblicken auf die Cook Strait und die Nordinsel. Das Licht an diesem Tag schien besonders klar zu sein, ein Sonne Wolken Gemisch und ein sehr kräftiger und kalter Wind sorgten für sehr fotogene Bilder.

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Robin Hood Bay

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In der Robin Hood Bay, ein historischer Ort machte ich eine Picknick Pause, allerdings flog ich dort beinahe weg. Die Berge machten im Hintergrund einen Knick, sodass der Wind wie eine Düse auf die Bucht schoss und mich fast umwehte. Erst siedelten hier die Maoris an, die Braut des ersten Königs soll hier umgebracht worden sein. Ein Steinhaufen zeugt von ihrem Grab. Daher ist der Name Robin Hood entstanden. Später siedelten sich die Engländer hier an und gründeten eine kleine Schule. Das kleine Gebäude steht hier immer noch. Heute ist hier nur noch ein kleiner Camping Platz.

Auf der Anhöhe dieser Bucht verweilte ich einige Zeit, es war ein gigantischer Ausblick mit grandiosen Farben. Ich machte dort einige Fotos, die ich mit „typisch New Zealand Light“ bezeichnete. Der Wind zerrte dort oben kräftig an meinen Haaren, zwischendurch fühlte es sich an, als würden sie mir vom Kopf fliegen.

Den Abend verbrachte ich zu Fuß in Picton, lief einmal durch den ganzen Hafen. Danach setzte ich mich in mein übliches Café. Üblich, weil ich dort jeden Tag sitze, mit dem Blick auf die Bucht von Picton und den Fähren.

Heute Abend wollte ich seit langem einmal nicht kochen, so aß ich dort Fischfilet mit Salat. Neben mir saß ein sehr junger Franzose. Wir unterhielten uns sehr lange über unsere Erfahrungen in NZ. Seine waren sehr interessant, lebt er hier schon seit 7 Monaten, wie immer Work and Travel. Er freut sich über die Offenheit und Freundlichkeit der Neuseeländer, seine Erfahrungen waren bisher nur positiv.

Nun sitze ich hier schon seit einigen Stunden. Vorher habe ich meinen Text gesichtet und etwas sortiert. Immer noch fehlen einige Abschnitte. Laptop Akku und meiner schwächeln gemeinsam um die Wette inzwischen, doch fühlt es sich heute besser an. So weiß ich was fehlt und werde dies später nachtragen.

Morgen Mittag geht es auf die Fähre nach Wellington, Hauptstadt von NZ.

9. November, Fahrt nach Wellington.

Den Morgen verbrachte ich erst mit einer Wanderung auf einen Hügel neben der Bucht von Picton in die Bob Bay. Zu weit wollte ich an diesem Morgen nicht laufen, damit ich rechtzeitig zur Fähre komme. Der Hunger ließ mich in ein sehr stylisches nettes Café gehen, indem auch noch leckere Dinge zubereitet werden. Ich entschied mich für einen kräftigen Salat, die Überfahrt dauert 3 1/2 Stunden.

Schon das Beladen dieser Fähre dauerte sehr lange, 10 Reihen neben einander und noch ein Oberdeck, das heruntergelassen werden muss um es zu befahren. Auf diesem landete ich schließlich. Na, das kann ja heiter werden beim entladen!

Leider verkroch sich bei der Überfahrt die Sonne, sodass der Malborough Sound sich nicht in seiner ganzen Pracht zeigen konnte. Zum Glück hatte ich schon eine Tout mit dem Schiff gemacht.

Nach fünf Stunden war ich endlich in Wellington angekommen. Ich wollte mir die City gerne zu Fuß anschauen, sodass ich mich für einen Stellplatz hinter einer sehr einfachen Backpacker Lodge entschied.

Am Morgen schaute ich mir die Stadt samt Museum und Hafen an. Eine sehr lebendige Stadt mit vielen jungen Menschen. Mein Frühstück nahm ich in einem Café ein, dort sah ich zum ersten Mal in Neuseeland Leute mit Anzügen und Krawatte.

Eigentlich möchte ich noch viel mehr von Wellington erzählen, doch gerade hier fehlt die Zeit diese Lücke zu füllen. So bleibt fürs Erste nur ein kleiner Eindruck.

Fast den ganzen Tag bummelte ich durch die City, gerne wäre ich länger geblieben, doch das Gefühl die Nordinsel auch nicht ganz sehen zu können trieb mich noch am frühen Abend weiter.

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Wellingtons ältere Stadtteil …

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Sportlich ist man in Wellington.

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Im großartigen Museum Le Tapu ….

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Auch die Beatles waren einmal hier!

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Dies ist eine Brücke.

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Überall sieht man interessante Menschen ….

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und Kunst …….

12. November, am Lake Taupo.

Mein kleines Büchlein hat sich handschriftlich schon wieder fast gefüllt, nun muss dies alles noch hier in meine Geschichte eingefügt werden, wann?

Momentan sitze ich ziemlich spektakulär am Lake Taupo, der größte See Neuseelands in der Mitte von North Island liegend. Spektakulär, weil es draußen stürmt, ich stehe jedoch mit dem Heck zur Seeseite auf einem Parkplatz, der hier über Nacht für Wohnmobile mit Selbstversorgung geöffnet ist. Über dem See neigt sich gerade die Sonne, zwar versteckt hinter einigen kräftigen Wolken, zur Nachtruhe. Doch ihre Kraft sendet sie mit roter Farbe über den Himmel hinaus. Zwischendurch schaukelt mein kleiner Van durch die Böen ziemlich stark, um mich herum legen sich langsam die zahlreichen Enten zur Nachtruhe.

Im Hintergrund habe ich noch einen richtigen Campground, den ich sogar schon bezahlt habe. Zu der Zeit wusste ich noch nichts von dieser Parkmöglichkeit. Allerdings brauche ich dafür auch eine Toilette in der Nähe – sie ist nach einigen Schritten vorhanden! Neben mir stehen einige großformatige Camper, bleiben sie?

Es ist herrlich hier, doch alleine möchte ich hier nicht nachts stehen. Abwarten.

Die halbe Insel habe ich schon fast in zwei Tagen durchquert. Ich hatte gestern eigentlich vor in der wunderschönen Hawke’s Bay länger zu bleiben, doch Dauerregen und die Kälte ließen mich weiter fahren bis eben zu diesem großartigen Lake Taupo. Ein riesiger Vulkan See, entstanden vor 30 000 Jahren. Mützen und die Wintermäntel kommen auch hier wieder zum Vorschein, durch die Höhe kühlt es noch mehr ab. Auch meine dicke Daunenjacke wärmt mich wieder einmal.

Gleich ist die Sonne verschwunden, der Wind zerrt doch sehr an meinem Auto und durch die undichten Fenster kommt kalte Luft hinein. Vielleicht sollte ich doch zu meinem etwas geschützteren Platz fahren.

Für diese vulkanische Gegend braucht man auf jeden Fall besseres und stabileres Wetter, die meisten Trails führen in die Höhe, Bootstouren auf den See…., eine kleine Abendtour habe ich heute am Seeufer gemacht, so kalt!

In diesem riesigen vulkanischen Plateau gibt es so Vieles zu sehen, so wie heiße Quellen, Schwefelhaltige in verschiedenen Farben, Wasserfälle, Vulkane …., da werde ich morgen schon das Richtige dem Wetter angepasste finden.

Ich entscheide mich für den richtigen Campground, die letzte Nacht war schon schlecht, dank des Dauerregens auf mein Autodach. Heute nun dem Wind sich auszusetzten ist zwar spannend, doch nochmals sehr unruhig. So werde ich noch einmal fünf Minuten das Steuer in die Hand nehmen!

Liege in meiner Auto Koje, geschützt vor dem Wind hinter einer Hecke und wärme mir die Füße unter meiner Decke! Gute Nacht für heute, habe etwas Schlaf nachzuholen.

13. November, inzwischen im „Waikite Valley“

21:30 Uhr mal wieder, doch nach einem herrlichen Tag. Das Tief konnte ich heute in ein echtes Hoch verwandeln. Aktivität! Das hilft immer. Nur in Kurzform den Ablauf, weiteres wie immer später.

Nach einer langen Nacht, den ich schlief früh ein, auch wieder früh aufgewacht, startete ich meinen Tag doch wieder mit meinem üblichen Frühstück, eine Kiwi, Brot mit Manuka Honig und Tee. Aktiv wollte ich heute sein!

Als erstes fuhr ich zum Hafen, ich wollte mir die Maori Rock Carving anschauen, die nur mit einem Boot zu erreichen sind, diese starteten allerdings erst um 10:30 Uhr. So mummelte ich mich wie immer frierend in meine Daunenjacke und machte am Ufer des Lake Taupo einen Spaziergang, auch wie immer so dicht wie möglich am Wasser. Ein kleiner Creek floss in den See, schien jedoch zum Wasser trocken zu sein. Dies schien leider nur, denn meine beiden Schritte versanken tief in dem nassen Sand, Schuhe und Füße waren klatsch nass! Wie soll ich denn mit diesen nassen Füßen eine Bootstour machen, Alternative wären nur meine Wanderstiefel?

So ging ich erst einmal Barfuß weiter, oben mit Daunenjacke gekleidet. Die Schuhe befreite ich so langsam vom nassen Sand. Plötzlich dampfte es am Ufer, so richtig bewusst war mir gestern noch nicht, wo ich mich eigentlich befinde. Vulkanisch, das war mir schon klar, doch das es hier an jeder Ecke plötzlich dampfen könnte nicht.

Ein Schild wies mich darauf hin, dass ich vorsichtig sein muss, es ist sehr heiß! Vorsichtig fühlte ich mich an diese Stelle heran. Oh wie herrlich warm ist hier das Wasser, doch nicht nur das Wasser, auch die Erde unter meinen Füßen wurde ziemlich heiß, ich musste zurück weichen. Richtig, du bist hier in einem vulkanischen Thermalbereich!

Inzwischen habe ich so viele dampfende Quellen besucht und sogar darin gebadet, sodass ich jetzt weiß wo ich mich befinde.

In einer unglaublichen geologischen Landschaft, unter irdisch befinden sich hier kochende Wasserquellen, die bis zu 300 Grad heiß werden können. Durch unzählige Krater entweichen hier die Wasserdämpfe, sogar ein dampfendes Feld konnte ich heute ausmachen.

Ich habe heute so viel gemacht, wie gesagt Aktivität war angesagt. Allerdings war dies in dieser Gegend auch sehr einfach. Meinen Spaziergang beendete ich also mit warmen Füßen und später Socken in den nassen Schuhen. Danach die zwei stündige Bootsfahrt bei Sonne doch eisigem Wind auf dem ……….! Die Felsen Carvings waren wunderschön, dazu später mehr. Danach fuhr ich zu den Huka Falls, ein Kraftgebilde, dass jede Minute 10 Pools fühlen könnte und danach zu mehreren Trails mit Thermalquellen, die mich tief beeindruckten. Überall dampft und kocht es aus unserer Erde tief unten nach oben heraus mit leicht schwelhaltigem Duft.

Auch fand ich zu der Stelle, wo NZ diese Kraft sich zu Nutze macht und eine riesige Energieanlage gebaut hat, um diese Ressourcen unter der Erde in Kraft und Energie umzuwandeln, dort dampft und spuckt es nur so vor sich hin!

Langsam ging der Tag zur Neige und meine Intention ging eher in die Richtung einen Campground für mich zu finden. Mein Weg führte mich schon seit einiger Zeit weiter in Richtung Norden, doch zu weit wollte ich heute nicht, denn ganz bestimmte dampfende Stellen möchte ich mir erst morgen anschauen.

Zu erst fuhr ich nach Wairakei Thermal Valley hinein, am Ende sollte ein Campground sein – Gravelroad, kennen wir ja schon. Nach einiger Zeit kam ich zu einem kleinen Zoo, Lamas lagen im Gras, mehrere Pfauen versuchten ihre Stärke dem weiblichen Geschlecht zu zeigen, sehr imponierend für mich, weniger für die Pfauinnen. Hühner samt Kleinkinder liefen überall herum; ja eine Art Campground sah man auch und viele kleine und große „Bruchhütten“.

Ein Holzhaus dominierte diese Szene allerdings in der Mitte, anscheinend ein Café. Ich ging hinein, es sah ganz gemütlich aus. Draußen putzte ein junges Mädchen die Fenster mit Haushaltspapier, drinnen telefonierte jemand. Angezeigt war allerdings ein Nature Thermal Trail, nur wo der losgehen sollte fand ich nicht. So ging ich wieder zu meinem Auto und wollte gerade losstarten, als ein älterer Herr herauskam und meinte, ob ich nicht den Nature Trail gehen wolle, sehr schön! 10 $, ok, dies bin ich hier langsam gewöhnt, bezahlen muss man hier für jede Quelle. Kein Wunder, dass es hier nur so von Traumvillen am See wimmelt.

Ich bekam nicht nur eine Karte in die Hand, sondern auch ein Digital Thermometer. Ein traumhafter Weg erwartete mich und nur mich! Bisher befand ich mich immer mitten im touristischen Teil dieser Gegend, doch dies hier war Privatgrund und wunderschön Naturbelassen, doch mit diesen Quellen zusammen unglaublich schön. Es brodelte unter mir, neben mir und über mir. Es machte Spaß mit dem Thermometer in die heißen und dampfenden Löcher zu schauen. Die Erde ohne Dampf hatte 18 Grad, die dampfenden Austritte bis zu 85 Grad, darunter muss es ganz schön kochen! Fotos, Fotos …… und Fotos!

Der Campground wäre wieder nur für mich alleine gewesen, dafür war es hier zu verlassen für mich, also weiter fahren. Rotorua ist mein morgiges Ziel, doch diesem kam ich immer näher! Davor gibt es noch einiges zu besichtigen, alles ab 17 Uhr geschlossen. Auf der ganz normalen Map von NZ war noch ein Campground eingezeichnet, den wollte ich unbedingt finden, allerdings keine Ahnung was sich dahinter verbirgt.

Waikite Valley war die Angabe. Links abbiegen und 6 Km weiter fahren. Thermal Pools stand dort plötzlich, nein keine öffentlichen Pools wollte ich, einen Campgraound! Fast war ich schon vorbei, als ich entdeckte, dass dort lauter Camper standen. Na gut, schaust du dir das mal an, viel Auswahl hast du nicht mehr, sonst bist du wieder in einer Stadt.

Das ist nun mein Highlight, ein kleiner Campground, gelegen an einem herrlichen Thermal Fluss, der überall von heißen Quellen gespeist wird, den Thermal Pools!

Die Sonne stand hier heute besonders günstig an dem Natural Trail, der Dampf im Gegenlicht, Fotomotive ohne Gleichen. Strahlen zwischen meinen Lieblings Baumfarnen, ein Licht das mich in eine unglaubliche Begeisterung versetzte!

Zum Tagesabschluss badete ich noch eine Stunde in einer dieser heißen Quellen und bin seit Wochen zum ersten Mal wieder richtig durch gewärmt. Mit glühenden Wangen saß ich nun hier und habe doch mehr geschrieben als ich wollte. Bevor ich wieder kalt werde schließe ich für heute langsam. Ab 6 Uhr dürfen wir wieder in diese Pools, doch mit der großen Warnung, es könnte noch kochen! Jeden Abend wird das ganze Wasser abgelassen und wieder neu aufgefüllt!

Um sechs Uhr werde ich sicher noch nicht darin baden, doch eines ist sicher, frierend werde ich morgen hier nicht abfahren!

Nach langer Zeit geht ein wunderschöner Tag zu Ende – eben Freitag der 13. November!

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In dieser vulkanischen Gegend kocht die Erde an vielen Stellen …

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Wairakei Thermal Valley ….

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Eine unglaubliche Landschaft.

18. November in Habei, Coromandel Peninsula.

An dem oben beschriebenen Freitag Abend war die Welt noch in Ordnung, mein Tag in Neu Seeland endet schon 12 Stunden früher. 24 Stunden später, die Attentate in Paris. Seitdem habe ich keine Silbe hier hinein schreiben können. Wie soll ich von meinen Erlebnissen und vielen Eindrücken schreiben können, während im Nachbarland meiner Heimat der Terror herrscht. Alles fühlte sich plötzlich so verlogen und unwichtig an.

Immer wieder habe ich mich gefragt, wie bekomme ich nur den Bogen wieder zurück zu meiner Geschichte. Diese schockierenden Nachrichten gehören hier mit hinein, sie bewegen mich, beschäftigen mich. Trotzdem möchte ich nicht meinen Glauben an unsere Welt verlieren, möchte das Gute dem Bösen entgegen stellen, möchte an das Leben glauben können.

Auf Facebook meine tollen Bilder zeigen, ging auch nicht mehr. Obwohl und gerade deshalb brauchen wir Menschen positive Nachrichten, positive Geschichten. Bin ich nicht diese Reise angetreten um gerade von den schönen Dingen dieser Erde zu berichten? Gegen den Terror!

Die gemeinsame Trauer und das Wir Gefühl ist auch schon ein Weg in diese Richtung, auch hier fühle ich mich solidarisch mit allen Menschen die Unsagbares gerade durchmachen müssen. Was ist mit unserem Europa? Waren wir uns nicht immer viel zu sicher; bei uns doch nicht?

Nun haben die IS einen neuen Weg gefunden die ganze Welt wieder zu entsetzen, tiefe Angst haben sie damit ausgelöst. Ihr Ziel ist erreicht unser ganzes System steht wieder Kopf. Keiner weiß wirklich sich dagegen zu wehren.

Nur eines darf niemals verloren gehen; der Glaube an das Gute, der Glaube daran, dass uns der Terror nicht beherrschen wird!

So schrieb ich gestern aus einem tiefen Bedürfnis heraus folgende Worte auf meinen Facebook Seiten:

“Believe for the Goodness and Love all over the World”!

Nobody could say these after the horrible terror in Paris?

For me:

I start this world trip in April 2015 for one year –

Had a great idea!

Telling a story about:

”The goodness all over the world”!

 

To believe for the goodness in our great world –

Necessary for believe, hope and trust in our life!

We can’t exist without!

 

The terror is shaking now our believe,

For the goodness all over!

We sorrow all together!

 

Far away from Europe I travel now in the beautiful New Zealand.

The cover of newspaper here are full of these bad news ……!

 

Had a great idea!

Again and against this terror again!

 

On my trip I met a lot of heartfelt people,

With different believes.

Buddhism, Moslem, Hindu and Christen.

 

Lovely friends now of me –

With Believe, Faith, Love and Hope,

For the Goodness in our World!

 

Please:

“Believe for the Goodness and Love all over the World”!

Against the terror!

 

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Alles hat zwei Seiten ….

Alles hat zwei Seiten,

ein Oben, ein Unten.

Scheinbild oder Wirklichkeit?

Das was wir sehen,

fühlen, denken und hören!

Der Glaube an die Güte in diesem Leben –

Dürfen wir niemals verlieren.

Scheinbild und Wirklichkeit!

Während ich gerade an einem der wunderschönsten Punkte dieser Erde verweile, In Coromandel Peninsula bei den Cathedral Coves, kommen mir zuweilen prosaische Gedanken in den Kopf.

Doch hauptsächlich tief in meinem Herzen möchte ich weiterhin an das Gute in uns Menschen glauben und mich weiterhin nicht mit Angst durch diese Welt gehen lassen. Vertrauen, Liebe und der tiefe Glaube etwas für eine gerechtere Welt tun zu können, treiben mich an, weiter in diese Welt zu ziehen und von den Wunderbaren Geschichten zu berichten! Für die negativen sind andere Menschen zuständig.

So spanne ich meinen Bogen zurück zu meiner Reise in der Hoffnung, dass weiterhin mir einige treue Begleiter meines World Trips folgen und mich bei meinen zukünftigen Projekten unterstützen mögen.

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…………….

Wo war ich noch gleich stehen geblieben?

Richtig, ich badete in den heißen Thermal Quellen von Waikita Valley und schlief seit langem wieder einmal herrlich durchwärmt ein. Aus meiner Koje wirft mich meist meine eigene Blase jeden Morgen, so auch an diesem Tag, heraus. Alles schien noch zu schlafen so gegen 6:30 Uhr. Wie warm sind denn nun die Quellen wirklich, dies wollte ich natürlich gleich wissen; verbrenne ich oder kann ich mich darin aufwärmen von der Kühle der Nacht?

Es fühlte sich wunderbar warm und angenehm an, sodass ich ganz schnell in meinen Badeanzug stieg und in die Wärme meiner Lieblingsquelle stieg. Oh wie war das herrlich entspannend, der ganze Körper konnte die Anspannung der kalten Nacht loslassen, fast wäre ich wieder eingeschlafen. Doch ganz alleine war ich doch nicht, in einem anderen Becken entdeckte ich zwei junge Männer, denen es wohl ähnlich ging wie mir. Sie lagen mit geschlossenen Augen in ihrem Becken und schienen weiter zu schlafen.

Langsam kam die Sonne über den Berggipfel und schien sanft in das Tal hinein. Irgendwann sagte mir mein Kreislauf, dass ich aus dem Wasser müsse. Ohne Frühstück und Flüssigkeitszuvor kann man darin schon wegsacken. Sehr schnell war ich in meiner trockenen Kleidung, doch hatte ich vergessen mich einzucremen. Später stellte ich fest, dass diese Thermalquellen meine Haut ziemlich ausgetrocknet haben.

Ein wunderbares Frühstück direkt vor meinem herrlichen Campground in der Sonne mit Manuka Honig und Tee machten mich wieder munter. Ein neuer Tag konnte beginnen!

  1. November Wai O Tapu Quellen.

Ohje, da habe ich noch viel nachzuholen ……………….! An diesem Abschnitt kann jeder gut erkennen wie wenig Zeit ich wirklich zum Schreiben hatte. So purzeln die Ereignisse und Tage häufig durcheinander. Die Zeit dies zu sortieren bleibt mir auch nicht, auch dies werde ich erst mit meinem Buch von zu Hause aus schaffen.

22. November in Russel, Bay of Islands

Eben gerade kam mir genau das klar in den Kopf, was ich seit über sieben Monaten mache!

Ich lebe von einem Tag auf den nächsten!

60 Jahre meines Lebens, nein nicht in meiner Kindheit und Jugend, also die meisten Jahre meines Lebens wusste ich meist schon, was ich am nächsten Tag zu tun habe. Völlig unwichtig war mir persönlich meine eigene Intuition dabei oder vielleicht auch das was ich gerade fühlte. Es gab mir Sicherheit und das Gefühl wichtig zu sein.

Ja, es gibt Notwendigkeiten, die einfach zu tun sind, Kinder zur Schule bringen, Essen vorzubereiten, im Job den Termin einhalten, zum Zahnarzt zu gehen, die Klausur nicht verhauen ……!

Doch hier erlebe ich mich persönlich so ganz anders. Ich muss auch Termine einhalten, auf Vertrautes verzichten, auf Menschen zu gehen, die ich noch nie in meinem Leben gesehen habe, mit ihnen Vereinbarungen treffen, im Kopf behalten, dass ich in 8 Tagen nach Südamerika fliege, mein Auto da wieder heil abgeben wo es hin soll …..!

Der Alltag hat da natürlich seine Tücken. Was ich hier zum ersten Mal in meinem Leben mit mir selber erlebe ist die Tatsache, dass es mir leichter fällt auf mein Gefühl zu hören, immer mein Ziel dieser Reise vor Augen; am nächsten Morgen lässt sich alles leichter entscheiden.

Immer wieder erwische ich mich beim ewigen Nachdenken, was mache ich nur, wohin will ich noch, oder will ich da überhaupt hin…? Im Tun weiß ich meist sehr schnell was geht und was nicht, wohin ich noch kann, wohin nicht. Immer wieder mache ich einige umständliche Extrakurven, ärgere mich erst darüber, etwas später merke ich, dies war noch nötig um klar zu werden.

Wie kann man oder ich nun diese Erkenntnis auf das alltägliche Leben übertragen?

Ein Ziel vor Augen haben ist die erste Richtung, wo ich ankommen möchte habe ich vor Augen. Wie gelange ich dorthin, ist eher offen, dies entscheide ich meist erst, wenn ich in Aktion bin oder eben unterwegs.

Es fühlt sich jedes Mal, wenn mir dies so klar wird, so leicht an. Das ewige Nachdenken hindert nur an der Intuition, die einem leichter fällt ohne sich zu viele Gedanken zu machen.

Mir wird dies erst auf diesem Worldtrip bewusst, wie schwer ich mir das Leben oft gemacht habe, immer in der Meinung dies gebe mir Sicherheit. Vieles ist mir dadurch entgangen, sehr viel Lebendiges!

Lebe Jetzt, verplane nicht dein Morgen, das Morgen entwickelt sich meist von selbst!

Eine grandiose Erfahrung für mich auf dieser Reise, gesagt bekommen habe ich dies einige male, doch nur die eigene Erfahrung lehrt einem das Leben.

 

Eigentlich müsste ich jetzt endlich weiterschreiben, warum mir dies so schwer fällt habe ich noch nicht herausbekommen. Momentan schreibe ich lieber in Kurzform in mein kleines Büchlein per Hand. Nur berichten was ich gerade tue ist auch nicht meine Idee vom Schreiben. Mir geht es eher darum, was es mit mir macht, was sich verändert, wenn man ein völlig anderes Leben beginnt.

Da passiert so viel, sodass die Reise selber in den Hintergrund tritt, vielleicht mag ich deshalb nicht einfach nur berichten. Es ist so viel mehr, ja vielleicht auch ein Stück Reise zu mir selbst. Doch auch haben die Erlebnisse  mit den Menschen zu tun, die sich besonders hier eine Existenz aufgebaut haben, mit einer Geschichte, die um 1840 begann und diese meist aus Europa.

Ich durchquere seit fünf Wochen ein zauberhaftes Land, mit Natur Ressourcen, die trotz totaler Veränderungen noch immer grandios sind, deren Geschichte noch so jung ist. Überall empfinde ich gerade wegen dieser jungen sehr eigenen Geschichte, dass die Menschen, die seit wenigen Generationen hier sich etwas aufgebaut haben, besonders stolz auf ihre Leistungen und ihr Pioniergeist sind. Dies zeigen sie sehr bescheiden damit, dass sie hier in Neu Seeland gerne leben und bleiben möchten.

Wie wunderbar dort gerne zu sein wo man angekommen ist!

Für mich als europäischer Besucher, spüre überall die Spuren aus Europa. Nur leben sie diese hier völlig anders aus, um einiges lockerer!

Hier gehören nun die Maoris mit ihrer eigenen Geschichte hinein oder eher hinzu. Sie waren zu erst in Neuseeland schon vor 700 Jahren von Polynesien eingewandert. Ja und sie wurden fürchterlich vertrieben von den Pakeas, den europäischen Weißen! So ganz bin ich noch nicht eingetaucht in das heutige Leben der Maoris. In einigen Gegenden, hier im Norden in Bay of Islands sind sie nicht zu übersehen. Hier begann auch die gemeinsame Geschichte. Thomas Cook und die Maoris unterschrieben hier einen Pakt der Verständigung und die Briten hissten in „Waitangi“ ihre Flagge, die von Heke, einem der größten Maori Anführer vier mal zerstört wurde, bis es zu einer gegenseitigen Akzeptanz kam. Die genaue Geschichte werde ich erst von Zuhause weiter erzählen, zu schnell bin ich von einem Punkt zum nächsten gelangt. Die vielen Informationen dazu werde ich später sichten. Jetzt würde ich keinen Schritt mehr weiter kommen. So bitte ich um etwas Geduld auf das spätere Buch zu warten.

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Maori Kultur ohne Museum….

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………. Gerade habe ich einen Chat mit meiner Tochter Christina gehabt. Sie ist so richtig glücklich, dort wo sie sich aufhält und mit wem sie dort ist. Da geht mir das Herz auf und ich freue mich nur für die beiden und wünsche ihnen alles Glück dieser Welt.

Doch gleichzeitig kam auch von Christina meine wohl ersehnte Rückkehr im April. Für mich kommt dieser Zeitpunkt immer näher, die Mitte habe ich schon seit über einen Monat erreicht. Aus heutiger Sicht mag ich noch gar nicht an diese Rückkehr denken. Tief im Innersten merke ich, dass diese Reise mich so verändert hat, dass ich nicht mehr in mein altes Leben zurück kehren kann. Gleichzeitig fühle ich mich jetzt noch nicht gefestigt genug dieses Leben auch so zu ändern, dass es mich zufrieden macht und gleichzeitig für meine Familie leb bar werden kann. Fünf und ein halber Monat bleiben mir noch und eine sehr große Herausforderung startet ab dem 30. November für mich, Süd Amerika. Spanisch wollte ich in Neu Seeland lernen, hier schaffe ich es nicht einmal meinen Blog zu füllen.

Alles wird wieder völlig fremd für mich sein, ja, dies muss ich erst wieder üben. Seit fast drei Monaten lebe ich in Ozeanien, gemäßigt Europäisch angehaucht und nicht wirklich fremd. In Asien stand ich ständig unter dem Begeisterungsstrom des Fremdseins und für mich daher so ungemein inspirierend – wird es mir in Südamerika genau so ergehen? Spannung steigt!

24. November, in Waiheke, meiner letzten Station in Neu Seeland!

Seit gestern Nachmittag bin ich auf dieser kleinen Insel Waiheke, die noch zu Auckland gehört, mit der Fähre eine Stunde Fahrt entfernt.

Seit fünfeinhalb Wochen lebe ich wieder in einem Haus bei dem Künstler Olivier Duhamel und seiner Familie, mit einem eigenen Zimmer, Terrasse und Blick auf die Bucht von Oneara, einer kleinen sehr unkonventionellen Stadt. Hier leben sehr viele Künstler, Reiche und angeblich auch Hippies, die ich allerdings noch nicht gesehen habe. Diese herrliche Insel hat 8000 feste Bewohner, die in den Sommermonaten auf 30 000 durch Feriengäste anwachsen. Von jedem Hügel schaut man in herrliche Buchten mit türkisen, glasklaren Wasser, dass einem zum Baden ein lädt.

Das sich hier viele Reiche aus Auckland oder auch aus Übersee angesiedelt haben ist kein Wunder. Trotzdem wirkt Waiheke auf mich sehr natürlich, die Autos sind eher klein und alt, dies schon wegen der engen Straßen.

Hier werde ich nun meine letzten vier Tage hauptsächlich damit verbringen zu schreiben, meine Fotos zu sichten und einiges davon in meinen Blog einfügen.

Es ist hier völlig normal Gäste bei sich aufzunehmen, Freunde von Freunden, eben so wie ich. Olivier ist ein sehr guter Freund von Marisa. Wir haben uns auch in Australien kennengelernt, dort waren Olivier und Marie France auch ihre Gäste.

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Ein Blick von Oliviers Haus auf Waiheke.

Inzwischen haben sich die Temperaturen in Neu Seeland auf den Sommer eingestellt. Das geht hier sehr schnell, kaum kommt die Sonne heraus, brennt sie einem so auf der Haut, dass man in den Schatten fliehen muss. Ich sitze jetzt drinnen, mit Blick auf die kleine Terrasse, auf der die Sonne brennt. Das will für mich schon was heißen, liebe ich es doch in der Sonne zu sein.

Die letzten Wochen auf der Nordinsel!

Mein Auto steht nun etwas unnütz herum, die letzte Nacht vorgestern wurde mir zum Abschied noch kräftig verleitet. Zum ersten Mal hatte ich Moskitos Alarm in meinem Auto. Sie kamen durch jede Ritze hinein, da ich auf einem Campground mit Festbeleuchtung stand, fühlten sie sich bei mir scheinbar besonders wohl. So saß ich nachts in meinem Camper und schlug ziemlich verärgert auf die Biester ein. Irgendwann musste ich mein Bett hochklappen, um ein mein „No Bite“ Spray zu kommen – sehr stinkig aber hilfreich.

Versöhnlich stimmte mich allerdings der Platz an dem ich mich befand, Muriwai Beach an der Westküste, gerade einmal 50 km von Auckland entfernt. Eine grandiose, wilde Küste befand sich direkt beim Camp, ich musste nur über die Dünen klettern.

Der Sand ist dort tief schwarz, die Wellen lang und ungemein riesig, das Tasmanische Meer trifft hier auf die Küste, der Strand wird hier durch große ebenfalls schwarze Felsen unterbrochen. Doch das Besondere kommt noch im wahrsten Sinne oben drauf. Auf diesen Felsvorsprüngen nistet die zweite riesige Gannets, Basstölpel Kolonie, die ich schon einmal an der Ostküste bei Napier vor 14 Tagen gesehen habe. Dort brüteten sie noch auf ihren Eiern, doch gestern waren die meisten weißen Gannets, kleine weiße, flauschige Knäuel schon geschlüpft und regten ihre Schnäbel hungrig den Eltern entgegen. Ihre Nester liegen alle sehr dicht neben einander, sodass man diese Kolonien schon von weitem auf den schwarzen Felsen ausmachen kann, bevor man das Geschrei und den Geruch wahrnimmt. Bildhübsche Vögel mit ihrer gelben und schwarzen Zeichnung am Kopf. Diese Kolonie war für mich durch diese unglaublich wilde Küste noch beeindruckender. Die Sonne schien, so waren die Farben noch prächtiger.

Mit einem Nasenkneifer hätte ich dort ewig bleiben können, leider musste ich viel zu schnell nach Auckland aufbrechen, die Fähre war für 14 Uhr gebucht. Da mein Prepaidphone nicht funktionierte, ich daher keinen Navi hatte, war ich auch etwas nervös in Auckland an der richtigen Stelle anzukommen.

Mein innerer Navi funktionierte doch wieder einmal sehr gut, die Karte muss ich mir vorher nur genau anschauen. Auf der achtspurigen Highway habe ich mich allerdings schon einmal verfahren, plötzlich landete ich auf der großen Brücke, die Auckland mit dem Norden verbindet. Letztendlich war ich zwei Stunden früher dort, konnte mein Auto am Fähranläger parken und die Harbor Front erkunden. Auckland scheint eine sehr lebendige und interessante Stadt zu sein, die ich auf dieser reise nicht vollends erkundet habe. Sollte ich mit meinem Text und den Fotos schneller voran kommen, könnte ich mit einer Fußgänger Fähre dort hinfahren. Momentan fühle ich mich allerdings auf Waiheke wohler, Buenos Aires wird mich noch genug fordern.

Wie schließe ich nun die Lücken meiner Neu Seeland Tour.

Eine Tour, die mich zu vielen Naturerscheinungen brachte, die ich so vorher noch nicht gesehen hatte. Erst war ich von der Nordinsel etwas enttäuscht. Das Wetter schien hier schlechter zu sein und die ständigen Highlights an jeder Strecke der Südinsel fehlten mir hier. So fuhr ich manches Mal etwas gelangweilt durch die Gegend, mit dem Gefühl diese Landschaft sieht hier immer gleich aus, nicht so spektakulär wie die Südinsel mit ihren hohen Schnee bedeckten Bergen, der reicheren Buschlandschaft, großen Seen und herrlichen Küsten.

Je länger ich die Nordinsel durchfuhr, umso interessanter wurde sie. Von Wellington kam ich an die Ostküste, zwischen Hastings und Napier in der Hawkes Bay. Dort traf ich zum ersten Mal auf die Gannets, dies war am 11. November. Der Küstenstreifen schien etwas verlassen zu sein, nicht so touristisch, dachte ich. Ich hatte es dort besonders auf die Gannets abgesehen, fand am äußersten Ende, am Cape Kidnapper in der Clifton Bay einem ziemlich wilden Campplatz. Das Wetter sollte am nächsten Tag schlechter werden, sodass ich nicht lange zögerte und gleich eine Tour buchte.

Eintrag aus meinem Büchlein:

Stehe mit meinem Van in der Clifton Bay direkt am Wasser. Nichts los hier. Dicke Wolken und heftiger Regen prasseln auf mich nieder. Sitze im Auto meine Seitentür zum Meer trotzdem offen um Luft zu bekommen. An den Türen dieses Camps hängen Hinweise, wie man sich bei einem Tsunami zu verhalten hat. In einem Tsunami Gefahrengebiet habe ich auch noch nicht gecampt. Man soll sich schnell auf eine höher gelegene Ebene begeben, hier allerdings muss man ziemlich gut klettern können. Im I-Point gab es heute einen kleinen „Earthquake., Ich dachte erst ich selber zittere etwas, doch Caroline, eine Mitarbeiterin meinte völlig ungerührt : „Oh little erarthquake“! Mir wurde da schon etwas mulmig, Tsunami und Earthquake zusammen, da sollte ich nun beruhigt direkt am schlafen können?

David war unser Tourguide, ein älterer Herr, der nicht nur hier sehr gerne lebt und sich für den Erhalt der Kiwis engagiert. Er besitzt auch einen der ältesten Jaguars, mit dem er zum Meeting Point gefahren kam. Viele Fotos machte ich von diesem noch mit Holz verkleideten Auto. David erzählte mir, warum es in Neu Seeland so viele gut erhaltene Oldtimer gibt. Viele Siedler brachten in den frühen Jahren ihre Autos aus Europa mit nach Neu Seeland. Lange Zeit konnte man keine Autos mehr von dort bekommen, so pflegten sie ihre besonders gut. Inzwischen hat wohl fast jede Familie hier einen Oldtimer mit dem sie auch gerne umherfahren.

Wir waren nur vier Gäste, sodass unsere Tour sehr persönlich wurde. Um zur Kolonie zu gelangen, kann man nur bei Ebbe und wenig Wind zu Fuß an der rauen Küste hingelangen, mit einer Trecker Tour dort entlang kommen oder mit einem 4×4 Bus über Land fahren. Ich entschied mich für die Land Tour. Die Kolonie liegt auf einer riesigen privaten Farm, der Gilian Robertson Farm, die einem der reichsten Amerikaner gehört. Hierzu werde ich später noch recherchieren.

Diese Farm wird mit Unmengen Schafen und Rindern bewirtschaftet, doch eine kleine Nebeneinnahme ist auch erwähnenswert. Mitten drin wurde eine Lodge für die Super Reichen erbaut. Je nach Service, ein Buttler ist auch buchbar, kostet eine Nacht zwischen 1000 und 3000 $. Etwas sehr dekadent für meinen Geschmack. Gleichzeitig ist dies eben auch eine „Cape Sanctuary“ Farm, die sich für den Erhalt vieler fast ausgestorbener Tiere in Neu Seeland engagiert. Man kann sich dort auch als Volontär bewerben.

Während wir zu den Gannets fuhren, hörten wir viele Geschichten aus der Vergangenheit. Endlich kamen wir zu den laut kreischenden Tölpeln, die hier an August bis in den Sommer hinein ihre Nester bauen und die Jungen groß ziehen. Bis zu 20 000 sollen es sein. Sie können bis zu 25 Jahre alt werden. Ich kam bis auf drei Meter an sie heran, hoch oben auf den Felsenvorsprüngen. Immer wieder starteten die Vögel mit ihren riesigen Schwingen, um ins Meer zu tauchen und Nahrung nach oben zu bringen, sie benötigen pro Tag ein halbes Kilo Fisch. Mancher Anflug kam meinem Kopf gefährlich nahe, schnell ducken!

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David mit seinem Oldtimer Jaguar.

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Gannets oder Basstölpel ….

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Meine Entscheidung noch an diesem Tag diese Tour zu machen war goldrichtig. Noch in der Nacht fing es an zu stürmen und zu gießen an, es hörte erst auf, als ich in Napier, einer Art Deko Stadt landete. Für mich eine etwas zu sehr herausgeputzte Stadt, ich verließ sie mit einem Take Away Cappuccino ziemlich schnell.

Ich fuhr weiter Richtung Norden, kam wieder einmal an Weingütern vorbei und landete schließlich am Lake Taupo, der in der Mitte der Nordinsel liegt. Unterwegs machte hielt ich bei der „Crap Farm Winery“ zu einer Lunchpause an, ein kleines Weingut direkt am Meer. Noch vor dem großen „Earthquake in 1931“ gab es dieses Land überhaupt nicht. Danach entstand durch die Erdverschiebungen sehr fruchtbarer Boden, sodass sich darauf eben einige Weingüter und Obstfarmen ansiedelten.

Draußen regnete es immer noch, so freute ich mich direkt an einem Feuerplatz sitzen zu können. Ich machte dort eine kleine Weinprobe und zum neutralisieren aß ich eine Suppe., für später nahm ich mir eine Flasche Chardoney mit. Die Fahrt führte durch das Gebirge. Ich fühlte mich an diesem Tag ziemlich erschöpft und ein wenig frustriert. Wenig Schlaf zu viel Fahren, wenig Bewegung, Regen und Kälte machten mich mürbe und lustlos auf Neues zu entdecken. Sehnte mich nach der Südinsel zurück.

Gleichzeitig beschäftigten mich immer wieder Aufzeichnungen von Neuseeland vor der großen Besiedelung, die ich im Museum von Wellington gesehen hatte. Gerade hier auf der Nordinsel wurde die Buschlandschaft und der Regenwald fast völlig abgeholzt oder durch Feuer schon von den Maoris zerstört. Heute sieht man die berühmten endlosen Weidehügel und riesige Pinienwälder, die für die Holzwirtschaft angepflanzt werden. Alle 30 Jahre werden sie gefällt und neu bepflanzt. Inzwischen gibt es für die Rückführung oder auch zum minimalen Erhalt so manche Initiative, doch wenn man so wie ich durch diese Landschaft fährt, bekommt man ein Gefühl dafür, was hier alles vor 150 Jahren geschehen sein muss.

Endlich gelangte ich aus dem Gebirge kommend zum Lake Taupo, immer wieder grandios plötzlich von oben auf einen See zu schauen. Sogar ein wenig Sonne kam heraus …….

Gerade hatte ich eine herrliche kleine Unterbrechung, Schwimmen an der Oteanga Beach, die längste Bucht auf Waiheke, die ich gestern schon entdeckt hatte. Ich habe sie gerade zu meiner Lieblingsbucht auserkoren, muss allerdings acht km dort hinfahren. Wieder einmal stelle ich bei mir fest, dass ich Weite brauche um mich wohl zu fühlen und atmen zu können. Herrlich kuschelige kleine Buchten findet man auf dieser Insel, zum Anschauen mag ich sie auch. Um wirklich zu entspannen und den Kopf frei zu bekommen muss ich in die Weite schauen und mich auch bewegen können. Beides bietet mir diese Bucht. Dabei finde ich auch noch sehr kleine, völlig flache Muscheln, die innen einen starken Perlmuttanteil haben, daher silbern bis bläulich glänzen. Für welche Idee auch immer sammle ich sie – Schmuck ….., Judith ist gefragt!

Das Meer ist hier viel wärmer als überall auf der Nordinsel, wohl weil das Wasser hier durch die vielen anderen Inseln ruhiger ist. Das Baden fühlte sich wunderbar an. Die Sonne hat sich auf meiner Terrasse hinter den Bäumen verkrochen, trotzdem ist es noch warm; ebenfalls eine neue Erfahrung in NZ für mich. Bisher wurde es eise kalt, wenn die Sonne verschwunden war. So gibt es auch hier wirklich einen Sommer.

Big dinner today, Paul Radford ebenfalls ein Artist und best friend of Marisa ist heute mit dabei. Auch Paul traf ich schon in Australien bei Marisa. Beide Künstler gestalten eine sehr unterschiedliche Kunst, teilen sich mit fünf anderen eine Galerie hier in Oneara, von beiden mag ich ihre Kunst sehr und soweit ich das überblicken kann werden sie auch gut gekauft. Beide sitzen auf der hintersten Terrasse, erst jetzt habe ich sie entdeckt, also mal wieder ein Stop mit dem Schreiben.

Inzwischen ist schon wieder Morgen, der Himmel heute bedeckt. Für mich ganz angenehm, so kann ich draußen verkabelt mit einer Powerstation auf der Terrasse sitzen, da es trotzdem angenehm warm ist. Noch drei Tage verbringe ich hier, da kommt schon ein wenig Bauchgrummeln mit ins Spiel. Der letzte und mal wieder völlig fremde Sprung ins kalte Wasser steht für mich auf dieser Reise an. Die letzten viereinhalb Monate werde ich in Südamerika verbringen, fest geplant sind nur drei Wochen Exkursion in die Antarktis, sicher eines meiner größten Highlights. Die restliche Zeit muss ich mir wieder ganz langsam erst erobern, dabei drei Flughäfen rechtzeitig erreichen, doch dazu komme ich noch später.

Am Lake Taupo beginnt der große Teil der „Kochenden Landschaft“ auf der Nordinsel, so fühlte es sich für mich jedenfalls an. Aktives Vulkangebiet, dass sich von dort bis nach Rotorua erstreckt, Der Lake Taupo ist der größte See Neu Seelands, eingefasst von Vulkanen, umgeben von reißenden Flüssen und Wasserfällen und unter der Erde brodelt kochendes Wasser, das Thermalgebiet.

Bei einem Strandspaziergang kam ich an einer Stelle vorbei, an der es blubberte. Vorsichtig tastete ich mich dort heran. Tatsächlich, das Wasser was mir dort entgegen sprudelte war kochend heiß.

Meine Zeit schien knapp zu werden, sodass ich mich auf dem Lake Taupo für eine Bootsfahrt zu einem riesigen Maori Relief entschied, dass nur vom Wasser aus zu sehen ist. Somit konnte ich etwas von der herrlichen, gar nicht mehr langweiligen Landschaft sehen und ein Stück Maori Kultur mit bekommen. An diesem Morgen war es fast sonnig, doch bitter kalt. Von weitem konnte ich die Vulkane sehr schön bewundern, man kann diese auch alle erwandern oder mit einem Helikopter von oben bewundern. Das Maori Relief, ein riesiges Gesicht wurde erst 1970 von einem Meister Maori Carver erstellt, doch erzählt eine tausend jährige Geschichte. Sehr beeindruckend, denn wir fuhren mit dem Boot, das dagegen sehr klein wirkte bis auf einen Meter heran.

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Lake Taupo mit seinen Vulkanen …

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Boot Trip …

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Maori Carving …

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Die nächsten Tage verbrachte ich zwischen Schwefeldämpfen und Geysiren und brodelnden Schlammtümpeln, mal türkis, mal giftig grün oder knall rot, ein Farbenspektrum der Superlative. Überall konnte man hindurch wandern, selten alleine, denn dies ist mit die größte Attraktion der Nordinsel. Zwischendurch kamen ganze Busladungen meist asiatischer Herkunft an.

Die Orte nannten sich Wai O Tapo, Wairiake, Waikite, ….. eben bis Rotorua, die auch die Schwefelstadt genannt wird. Auch sie liegt an einem See, an dessen Strand man sich die Füße verbrennen kann. Mein Campground lag direkt hinter einer Düne, so machte ich meinen Abendspaziergang an den Strand. Barfuß durch das Wasser waten konnte gefährlich sein, zehn Zentimeter unter der Oberfläche konnte ich es schon nicht mehr aushalten, meine Fußsohlen brannten vor Hitze.

Eine herrliche Nacht verbrachte ich im Waikite Valley, das an einem kochenden Fluss liegt. Der Campground war auch gleichzeitig eine Bäderlandschaft mitten im Grünen. Die Sonne schien durch die dampfenden Wasserschwaden zwischen großen Farnen und anderen Urwald ähnlichen Pflanzen hindurch, es brodelt und spuckte nur so um mich herum.

In Rotorua kam ich zum ersten Mal der Maori Geschichte etwas näher, allerdings auch wieder nur in dem Te Puia Zentrum, also nicht wirklich dem heutigen Leben.

Dieses Zentrum steht unter der Leitung der Maoris. Die Hauptattraktion ist ein riesiger Geysire, der bis zu 30 Meter Wasser ausspeien kann. Die Maoris nennen diesen Platz „Ihr Land“, denn schon vielen hundert Jahren siedelten sie sich hier an. Davon zeugt auch ein dahinter liegender sehr alter Maori Friedhof, den man nicht betreten darf. Auf diesem Gelände kocht und brodelt es ebenfalls überall und ein riesiges „Moudloch“, ein kochender Schlammtümpel aus dem niemand heraus käme.

So wurde uns von einem Maori natürlich auch so manche Schauergeschichte erzählt, heute ist es reichlich abgesperrt, doch früher!

Ich bemerke gerade, dass ich mich mit einigen Orten wiederholt habe und dies vielleicht auch weiterhin tun werde. Dies kommt denn dabei heraus, wenn man nicht gleich alles aufschreibt. Momentan fühle ich mich nicht in der Lage dies zu korrigieren, der Druck erhöht sich stündlich noch alles zu schaffen.

Dies ist eben auch ein Teil dieser Reise, nicht alles ist perfekt – herrlich!

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Viele Menschen bestaunen diesen riesigen Geysire ..

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der bis zu 30 m hoch schießen kann.

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Es dampft und stinkt überall nach Schwefel

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…..

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…… diese Dämpfe kamen im Schwall auf einem zu. Man konnte teilweise nichts sehen.

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Es kocht und blubbert …

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sehr heiß

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und gefährlich!

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Rotorua hat viele Gesichter. Heiße Dämpfe, Maori Kultur ….

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……. und

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sehr britisch ….

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The Club!

Nach Rotorua fuhr ich weiter mit einer großen Regenfront nach Matamata, einem Ort den die Insider der Hobbit Welt vielleicht kennen. Matamata wird auch gerne „Hobbiton“ genannt, doch das liegt noch einige Kilometer davon auf einer privaten Farm, der Alexander Farm entfernt in Hinuera. Auf dieses Gelände kommt man nur mit großen Bussen hinein, ein riesiger touristischer Zirkus – tief durchatmen meine Liebe, Menschenaufläufe sind nicht gerade meine Särke. Man kann sich „Little Earth“ trotzdem anschauen, selbst wenn man kein Fan von dem Herr der Ringe ist. Während der Drehzeiten wurden hier aus der Umgebung 500 Menschen mit beschäftigt, auf einigen Farmen die Schauspieler untergebracht. Also kein Wunder, dass sie in dieser Umgebung alle sehr große Fans sind.

Ich traf dort bei strömenden Regen an, dies blieb auch noch für die ganze Tour so, doch dem Zauber dieses kleinen Ortes machte dies nichts aus. Mit großen Regenschirmen durchwanderten wir geführt von einer netten Tour Begleitung. Ihre Begeisterung für diesen Ort konnte auch der Regen nichts anhaben.

Unglaublich mit wie viel Liebe die Details ausgearbeitet wurden, selbst ich bekam wieder Lust mir die Filme zusammen mit meinem Sohn Patrick, der ein großer Fan ist, anzuschauen. Vielen Spuren dieses Epos bin ich in Neu Seeland begegnet. Einige Fotos von Hobbiton werden hier für sich selber sprechen, allerdings haben sie alle einen leichten Regenschleier, den ich persönlich ganz reizvoll finde.

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Hobbiton ….

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mit einem Hobbit!

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Noch an diesem späten Nachmittag fuhr ich ein langes Stück in Richtung Norden bis zur Coromandel Peninsula. Die westlichen Punkte habe ich wegen dem schlechten Wetter gestrichen. Einen Campground fand ich hier zum ersten Mal nicht, doch zwei großer Wohnmobile wiesen mir auf einem Parkplatz den Weg und ich gesellte mich mit meinem Kleinen zu ihnen. Ein sogenannter Free Camp Parking Place für die Nacht, direkt mit Blick auf eine herrliche Bucht, Whangamata nannte sich dieser Ort.

Ein nettes Gespräch mit meinen Nachbarn ließ mich auch nicht erahnen, dass ich hier nicht stehen durfte, eine Toilette hatte dieser Parkplatz auch und um neun Uhr Morgens musste man verschwunden sein. Ziemlich müde viel ich nach einem Abendspaziergang in mein Bett, entsprechend früh wachte ich auch wieder auf.

Das Wetter schien besser zu werden, zum Frühstücken hatte ich nicht viel dabei und ein Hinweis der Coast Guarding an meiner Windschutzscheibe, dass ich hier als „No Self Containing“ nicht stehen dürfte und 200 $ riskiere ließ mich schnell starten und unterwegs zum ersten Mal in einem Café Frühstücken.

So kam ich schließlich nach Hahei „Cathedral Cave“, einem herrlichen Platz direkt am Meer. Da ich etwas müde vom vielen fahren war und an mein Schreiben dachte, blieb ich dort für drei Nächte. Das Schreiben fiel allerdings auch dort aus, viel zu viele Erlebnisse und Gedanken gingen mir durch den Kopf, die ich zum Glück in mein kleines Büchlein geschrieben habe. Gerade merke ich jedoch, dass ich diese Gedanken später schreiben möchte, es fällt mir schwer mich darauf gerade einzulassen. So wird das Buch noch einiges mehr beinhalten.

Das Wetter war endlich einmal herrlich sonnig und ich genoss diese traumhafte Natur, wieder türkises Wasser, die traumhaften Sandstein Cathedral Coves, die Klettertouren an der Küste und viele nette Nachbarn unterschiedlichster Herkunft.

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Hahei und …

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the Cathedral Cove ….

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Ein Ehepaar kam aus Brisbane, geflohen von der dortigen Hitze. Doch am zweiten Tag gesellte sich eine Familie mit drei kleinen Kindern zu mir. Sie kamen gerade direkt aus Deutschland und sind mit ihrem großen Wohnmobil von Auckland bis hierher gefahren. Die Jüngsten waren Zwillinge, die am nächsten Tag ihren ersten Geburtstag feierten. Sie krabbelten überall herum, jagten Gänseartige Enten, die sich nicht aus der Ruhe bringen ließen. Mir kamen da so einige Erinnerungen hoch, was habe ich früher nur alles mit meinen Kindern gemacht. Diese Familie hat viel auf sich genommen, um hier nun fünf Wochen durch Neu Seeland zu reisen. Wir hatten viel Spaß miteinander und mir tat es mal wieder gut etwas Familienleben mit zu bekommen.

Die Zeit schien immer schneller zu vergehen, wollte ich doch noch in den Norden und die letzten Tage in Waiheke bei Olivier verbringen. Nur noch 10 Tage blieben mir.

So fuhr ich am 20. November weiter bis nach Coromandel, das Wetter hatte sich auch wieder verschlechtert. Coromandel schaute ich mir nur kurz an und fuhr weiter wieder gen Süden, soweit bis ich nicht mehr konnte und einen Platz für die Nacht brauchte.

Ich befand mich schon kurz vor Auckland, doch durch diese große Stadt wollte ich nicht müde weiterfahren. So nahm ich was ich bekam, zum ersten Mal einen fürchterlichen sehr spießigen Platz, mit kleinen Gärten und Zäunen von den Dauer Campern. Egal, ich wollte nur Schlafen.

Am nächsten Tag hielt es mich dort nicht sehr lange, ich wollte einfach nur weiter. So startete ich meinen längsten Trip und fuhr bis nach Russel zu den Bay of Islands, 310 km in sieben Stunden. Berg auf, Berg ab, in den Kurven 35 km. Ich wundere mich inzwischen nicht mehr, warum mir mein linker Arm und meine Hand weh tun, immer wieder muss man gegen den starken Wind das Steuerrad halten. Kurz vor Russel musste ich von einem kleinen netten Ort Opua mit einer Fähre übersetzen.

Am nächsten Tag machte ich am Vormittag bei herrlichem Wetter, wie meistens an der Küste, eine längere Bootstour durch die vielen Inseln bei sehr stürmischen Wind. Ja, da waren sie endlich einmal wieder, meine Lieblinge, die Dolphins. Sie schwammen mit unserem Boot um die Wette, sprangen ein paar Mal in die Luft. So schnell, dass meine Kamera dies nicht scharf aufgenommen hat. Eine Wanderung auf einen Berg war inklusive, mit einem überwältigenden Blick die Insel und natürlich türkises Wasser.

Mein Campground lag oben auf einem Berg mit Blick über die Bucht von Russel. Immer wieder, wenn ich mich dort zum Essen setzte bekam ich Besuch von seltsam anmutenden Vögeln, die nicht fliegen können, den Wekas. Sie gehören auch zu der Familie der Kiwis, scheinen aber nicht so gefährdet zu sein. Sehr zutraulich und frech sind sie allerdings dort oben gewesen. Plötzlich hackte mir einer in den großen Zeh. Ich hatte mich so erschrocken, da ich ihn nicht bemerkt hatte. Zwei Tage blieb ich dort. Schon Russel selber ist ein sehr hübscher und Geschichtsträchtiger Ort. Die kleine Kirche mit ihrem Friedhof davor zeugt von den ersten Siedlern, die hier ihr neues Leben begannen. Die kleinen Häuser sind wunderhübsch herausgeputzt und an den vielen Hängen und auf den Hügeln hat sich wie überall wo es schön ist in Neu Seeland so mancher Wohlhabender mit einer Villa niedergelassen.

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Bay of Islands …

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mit Russel …

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und der alten Kirche. Die Grabsteine zeigen einem die alte Pioniergeschichte auf.

Nach zwei Tagen musste ich leider wieder weiter, wollte ich doch noch mehr sehen von der Nordinsel. Endlich befand ich mich auch dort, wo viele Maoris leben. Ich durchquerte den Nordteil von Ost nach West, dort begegnet man an vielen Orten der Geschichte der Maoris und der Pakeas, die weißen Siedler.

So kam ich nach Waitangi Treaty Grounds, hier wurde 1840 der erste Staatsvertrag von den Maoris und den Pakeas geschlossen, doch noch lange nicht wirklich eingehalten. Es gab eine Maori Version und eine Britische, keiner der Seiten wusste wirklich was darin stand. Heute ist dort ein Museum und der Flaggstaff mit der Neuseeland Flagge.

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Waitangi Treaty Ground …

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Kerikeri war mein nächster Stop, „Mission Stone House “ und das älteste Missionar Haus kann man hier in wunderschöner Umgebung besichtigen. Die Geschichte dieser Orte werde ich auch erst später erzählen.

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The old Mission House

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Das älteste Wohnhaus auf Neuseeland in Kerikeri

Noch so mancher Ort befand sich auf dieser Querung, am Ende kam ich mit einem Überraschungsblick an der Westküste an. Die Mündung einer tiefen Bay in Opononi öffnete sich mit einer riesigen weiß scheinenden Düne, so dachte ich am Anfang. Am nächsten Morgen entdeckte ich erst, dass dies Sandstein war.

Hier wollte ich bleiben, einfach nur stoppen und einen Campplatz finden. Schon lange befand ich mich im Maori Gebiet, mit dem Unterschied, dass die Häuser kleiner und nicht immer so gepflegt waren. Die Farmen schienen ausnahmslos Rinder und Kühe zu haben. Schafe halten wohl nur die Pakeas. Tatsächlich, ein Stückchen weiter fand ich diesen Platz, Opononi Beach Camp.

Ich durfte mich hinstellen wo ich wollte, mit dem Rat mich eher rechts zu platzieren, den links seien viele Kinder. Viele Kinder war da noch glatt untertrieben, ein riesiges Camp mit Jungen zwischen acht und dreizehn. Eine fröhliche Bande mit schon fast unheimlicher Disziplin. Ich unterhielt mich mit einem Lehrer darüber, so etwas hatte ich bei uns noch nicht gesehen. Sie haben viel Spaß und genießen es hier zu sein, so die Antwort meiner Frage. Drei Tage Trekking Tour mit allem was dazu gehört. Selber das Gepäck tragen, keine Technik dabei ….! Das kommt mir schon bekannt vor, meine Kinder machten ähnlich Ausflüge. Doch hier wurde die Pfeife getrillert und alle rannten sofort dorthin und waren still.

Ich genoss diesen Ausblick und machte einen langen Spaziergang an der Küste. Dort fand ich zum ersten Mal heutige Maori Boote, sehr schmal, die durch einen kleinen Ausläger stabilisiert werden. Ein paar Paddel Schläge genügen und sie bekommen ein sehr hohes Tempo. Ich war an diesem Abend sehr zufrieden mit mir selber, hatte mich mein Instinkt wieder einmal gut geleitet.

Mit dieser Zufriedenheit bereitete ich mir mein Lieblingsdinner Lammcarre a la NZ Camper Einflammenkocher zu. Mit einer Flamme ist dies eine kleine Herausforderung, auch nicht immer ganz ungefährlich, denn dieser kleine Gaskocher kann auch reichlich Flammen werfen. Öl in der zu flachen Pfanne erhitzen, das Carre hinein, kräftig anbraten. Mangels Deckel benutze ich einen meiner zwei Teller dafür, aber Vorsicht, anfassen geht nicht, also runterschupsen. Nach der Garzeit, je nach Wunsch, ich liebe es medium, wird a la Camper gewürzt. Knoblauch, Thymian, Salz, Pfeffer und der Hit, Sweat Chillisauce aus der Flasche hinein und schnell mit Wasser ablöschen. Spritzer bitte vermeiden, könnte zum Flammenwerfer werden. Ziehen lassen und dann nur noch genießen. Meist esse ich einen Salat dazu, meist heißt einmal die Woche. Es schmeckt so unglaublich saftig und zart, zu Hause habe ich dies noch nie so gut hinbekommen. Nachahmung nicht unbedingt empfehlenswert.

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Opononi mit der Mündung zur Westküste.

Während mein Kochaktion bauten vor mir ein Pärchen um die Vierzig ihr Zelt auf und zwei süße kleine Campingstühle dazu, am Baum angelehnt standen zwei Räder. Dies konnte ich schon öfters beobachten, sehr fitte Menschen fahren durch Neuseeland mit dem Rad, Berge ohne Ende!

Doch bei diesem Pärchen wirkte alles sehr durchdacht und perfekt abgestimmt. Wir kamen ins Gespräch und so erfuhr ich einiges mehr von ihnen, was mich aus dem Staunen nicht mehr heraus brachte.

Ein Schweizer Ehepaar, dass ein Jahr lang mit ihren Rädern einen Teil der Welt erobern will, Start hier in Neuseeland, später Australien und China. Da wurde ich ja ganz klein mit Hut. Nachdem alles stand machten sie erst einmal Joga um gelenkig zu bleiben, wie ich noch erfuhr. Leider wurde das Wetter wieder schlechter, beide wollten wir noch mehr von uns erfahren. Doch sie krabbelten in ihr Zelt und ich in mein Auto und am Morgen schliefen sie noch als ich los fuhr.

Man trifft unterwegs wirklich erstaunliche Menschen. So traf ich schon die Familie aus Canada, die mit ihren drei halbwüchsigen Kindern die Welt erwandern wollen und eben diese beiden Radfahrer.

Mich hielt es, wie so oft am Morgen nicht lange in meinem Bett, heute wollte ich weit in den Süden fahren, inzwischen hatten wir schon den 24. November. Vorher machte ich noch eine Wanderung an die Spitze dieser Bucht. Dort konnte ich schon ein wenig erahnen von der Wucht des Tasmanischen Meeres, riesige lang gezogene Wellen donnerten auf die Küste zu. Gestärkt mit einem Frühstück an der Küste fuhr ich los, mein Ziel: „Muriwai Beach“ mit ihrer Gannets Kolonie, ganz in der Nähe von Auckland! Einen Tag später wollte ich endlich nach Waiheke.

Einige wunderschöne Unterbrechungen machte ich auf dieser Strecke. Der erste Stop waren die Kauri Bäume, die größten Urbäume in Neusseland. Früher wuchsen sie überall, durch Abforstung und Krankheitsanfälligkeit wurden sie sehr reduziert. Doch in dem „Kauri Forest“ hier im Norden stehen noch einige über 1000 Jahre alte Exemplare. Beeindruckend und wie klein fühlt man sich in deren Gegenwart. Leider fallen viele einfach um, sie sind Flachwurzler und daher so anfällig. In einer entsprechend großen Galerie, der Nelson Kari Galerie kann man diesem Holz etwas näher kommen. Riesige Tische oder einfach nur Skulpturen aus dem Wurzelgebilde kann mir bewundern. Auf dem Vorplatz warten noch Hunderte dieser Stücke auf Verarbeitung. Ich fragte natürlich nach, ob dies auch wirklich Bäume seien, die schon umgefallen waren, was mir mit ja beantwortet wurde!

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Über 1000 Jahre alter Kari Baum

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und die Nelson Galerie.

Nach einem kurzen Küstenabstecher zu den riesigen Wellen fuhr ich ohne Unterbrechung immer weiter, bis ich endlich 50 km vor Auckland in Muriwai ankam.

Ein sehr wild gelassener Campground mit ein paar wenigen Campern empfing mich. Wieder durfte ich mich hinstellen wo ich wollte. Ziemlich angestrengt kletterte ich über die Dünen hinunter zu einer Atem beraubenden Küste. Schwarzer ganz feiner Sand, der von den weiß schäumenden riesigen Wellen überspült wurde, der Himmel kaum sichtbar durch den feinen Wassernebel der Wellen. Da kommt keine Westküste von Australien mit, die ich dort schon bewunderte. Eingerahmt wurde von der linken Seite dies noch von schwarzen großen und hohen Felsen, weit entfernt konnte ich die Gannets mit ihrer großen Spannweite fliegen sehen. Dort wollte ich erst morgen früh hin. Ich war froh und dankbar, dass ich diesen Ort noch besucht habe, meine letzte Nacht im Auto sollte es werden.

Nun wurde gerade diese Nacht zu meiner schlechtesten der letzten Wochen, Mückenalarm, die sich nicht fangen ließen. Um drei Uhr saß ich entnervt im Auto und versuchte sie mit einem Handtuch zu erschlagen, diese kleinen Biester. Alle Fenster zu, doch irgendwie schienen sie auch durch die Ritzen zu kommen. Von außen wurde mein Auto besonders stark von einer Lampe angestrahlt, auch das hat sie wohl angezogen. Irgendwann sprühte ich mich dann mit „No Bite“ voll, giftig und nicht in geschlossenen Räumen zu benutzen, doch so bekam ich etwas Ruhe.

25. November am frühen Morgen.

Trotz dieser unruhigen Nacht stand ich wieder früh auf, seitdem ich auf meiner Weltreise bin mache ich dies eigentlich immer. In Afrika bin oft sogar vor sechs Uhr aufgestanden.

Zuerst wollte ich die Fähre telefonisch vor buchen, Olivier hat mir dies geraten. Ich hoffte eine am frühen Abend zu bekommen, wollte ich doch diesen Küstenabschnitt noch genießen. Doch alles anders. Die letzte Fähre mit einem Platz fuhr schon um 14:30 Uhr ab, die einige Chance für mich nach Waiheke zu kommen.

Schnell packte ich wieder mein Auto um und fuhr etwas dichter an die Gannets Felsen heran. Was für ein Anblick, inzwischen waren die Jungen ausgeschlüpft. Weiße Puschel lagen unter den Bäuchen der Eltern. Besonders beeindruckend ist auch der wunderschöne Kontrast der schwarzen Felsen und der weißen Vögel oben drauf. Sie suchen sich immer Plätze direkt am Meer aus, die mehrere Plateaus aufweisen. Großes Geschnatter und aufgeregte Blesstölpel Eltern, nur ihr tierischer Gestank vertreibt einem etwas den Genuss. Ich lief von einem Felsen zum anderen, gigantisch im Hintergrund die Wellen, die auf die Felsen zu donnerten und der endlose Strand. Wie gerne wäre ich hier noch länger geblieben.

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Muriwai Beach, mit dem schwarzen Sand besonders reizvoll ….

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Lang auslaufende Wellen brettern auf die Küste zu.

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Meine Lieblinge, die Gannets …

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inzwischen sind die Jungen geschlüpft …

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und haben Hunger.

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…..

Die Zeit drängte und so löste ich mich von dieser Küste und fuhr um 11 Uhr los, immer mit dem Gedanken auch in Auckland an der richtigen Stelle zu landen. Mein Prepaid Handy bekam ich nicht in Gang, so musste ich ohne Navi ans Ziel kommen.

Von einer Highway auf die nächste Wechsel gelang mir sehr gut, an der Stelle war sie Achtspurig, doch die richtig Ausfahrt verpasste ich. So fuhr ich zweimal über die riesige Auckland Brücke und fand den Fähranleger schon um kurz nach 12 Uhr. So hatte ich noch zwei Stunden Zeit die Harbor Front zu erkunden, sehr reizvoll und interessant.

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Auckland Harbor Front ……

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Hamburg ist auch überall vertreten.

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Maritime …

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Segelbegeistert …

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Modern!

Die Fährfahrt war eher langweilig, die Wolken kamen wieder zurück und die Sicht schlecht. Doch auf Waiheke strahlte wieder die Sonne. Ich wollte erst einmal ein Gefühl für diese Insel bekommen, bevor ich zu Oliviers Familie fuhr. So entdeckte ich gleich den für mich schönsten Strand, alles viel kleiner und sanfter hier, doch wunderschön. Muscheln sammeln und ein herrlicher Spaziergang entspannte mich langsam, sodass ich mich endlich auf machte anzukommen. Ich habe genau das Plätzchen gefunden, das ich für mein Schreiben brauche. Wie viele Menschen hier wohnen habe ich noch nicht ganz mit bekommen. Erwachsene Kinder, ein vermietetes Zimmer und viele fleißige Hände, die Olivier bei seiner Fertigung der Skulpturen helfen, doch ich habe ein ruhiges Plätzchen mit Terrasse und alle respektieren, dass ich hier arbeiten möchte.

Heute schreibe ich schon den ganzen Tag, obwohl es draußen herrliches Wetter ist. Ich habe ich heute dafür entschieden, um in Fluss zu bleiben. Ist mir nicht ganz gelungen, einiges habe ich doppelt erzählt und vieles fehlt noch. Sogar in meinem Text von der Südinsel befinden sich noch Stellen, die mir wichtig sind. In Südamerika muss dies anders werden!

Nun geht es auf Lückensuche. Lücken sind gefüllt, doch nicht so ausführlich wie an anderer Stelle. Dies wird später in meinem Buch folgen. Eine leise Idee bekomme ich durch dieses Schreiben davon, warum sich Schriftsteller so zurückziehen müssen. Um einzutauchen in die ja sogar eigene Geschichte braucht man Ruhe, einen schönen Ort und endlos viel Zeit.

Über 7000 Kilometer bin ich durch Neuseeland gefahren, für deutsche Autobahnen kein Problem, doch Kurvenreiche und schmale Straßen schon. Wer sich schon einige Male durch die alpen geschraubt hat, kann sich dies vielleicht besser vorstellen.

Noch habe ich zwei volle Tage auf Waiheke, allerdings noch keine Fotos herausgesucht. Ich glaube für jeden Kilometer gibt es ein Foto, da kann ich lange suchen und auswählen. Auch hier ahne ich eher, dass es nicht ganz so ausführlich wird wie bisher. Ein wenig möchte ich auch noch von dieser Insel entdecken, zum Glück ist mein Gastgeber Olivier sehr fleißig in seiner Werkstatt beschäftigt.

Nachdem ich endlich fertig geworden bin mit meinem Blog und der Fotobearbeitung, konnte ich noch bei herrlichem Wetter Waiheke etwas genießen. Zum Lunch wurde ich von Paul an das andere Ende der Insel auf ein Weingut „Man O War“ zum Lunch eingeladen. Eine herrliche Bucht, ein wunderschöner Platz zum ausspannen, ein wunderbare Location zum Hochzeit feiern, sogar eine kleine Kapelle wurde dort erbaut.

Später zeigte mir Paul noch sein Haus und Werkstatt, ich mag seine Kunst besonders gerne. Sein Haus liegt fantastisch in der Kennedy Bucht, die einen herrlichen Ausblick auf das Meer bietet. Danach packte ich schon einmal meine völlig durcheinander gewirbelten Sachen, nach sechs Wochen kein Wunder. Danach wollte ich eine Wanderung unternehmen, der sich Olivier anschloss. So bekam ich noch viele Insider Information über die Insel und ihre Bewohner. Sehr spontan zeigte auch Olivier mir ein weiteres Weingut „Mudbrick“, ein eher exquisites mit Bistro und Restaurant, zu dem sich manche Auckländer per Heli fliegen lassen. Die Lage und der Ausblick ist allerdings Atem beraubend und die Preise moderat. So war mein letzter Tag ein sehr entspannter und wunderbarer Tag in NZ.

Impressionen aus Neuseeland zum Abschluss.

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Goldrausch

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Ein Aktion gegen den Brustkrebs!

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Natural Art

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Tui, der erst krächst, dann wunderschön pfeift

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Weka, ein Vogel der nicht fliegen kann.

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Jedem der Seine!

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Weiter geht es um die Welt.

 

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