Ist Cuba eine Reise wert …!

Cuba fehlte mir noch auf meiner Weltreise –  zu kurz war das eine Jahr für so viele andere Traumziele dieser Welt.

Havanna, Kunst und Leben dicht beieinander.

Aus jeder Bar schallt einem die Musik entgegen …

Hier haben sich viele Berühmtheiten verewigt.

Fidel Castro lebt überall auf Cuba weiter …

Das Leben in Havanna …

Genau vor einem Jahr landete ich dieses Mal zusammen mit meiner Schulfreundin Tina im Dunkeln in Havanna. In drei Wochen wollten wir Cuba entdecken – ist das wirklich zu schaffen?

»Schade dachte ich, gerne hätte ich Havanna bei Tage von oben gesehen.«

Lange Passkontrollen hatte man uns prophezeit, doch widererwarten schob man uns schnell durch, wir waren wohl der letzte Flieger für diesen Tag. Erst einmal ging es zu einer Wechselstube direkt auf dem Flughafen. Geldautomaten wie bei uns sind auf Cuba wenig zu finden. Am besten reist man mit einigen Euros an, die direkt in CUC, die Währung für die Ausländer getauscht wird. Natürlich waren wir nicht die einzigen Tauschwilligen, fast das ganze Flugzeug brauchte „Monetas“; daher durfte jeder nicht mehr als 100 € umtauschen! Zum Glück entdeckte ich dort doch einen Geldautomaten, so konnte ich mit meiner Kreditkarte reichlich Bargeld abheben; nur wohin mit all dem Baren? Auf meiner Weltreise hatte ich ein System für zu viel Bargeld entwickelt. Verteilen an verschiedenen Stellen, die nichts mit Wertgegenständen zu tun haben, aber bitte nicht in ein Portmonee, das könnte Beine bekommen.

Wir hatten uns viel zu viele Gedanken um unsere Sicherheit gemacht; Cuba entpuppte sich als eines der sichersten Länder weltweit.

Endlich konnten wir den Flughafen verlassen. Welche Überraschung, wir wurden doch tatsächlich gleich von einem Oldtimer abgeholt.

Da auf Cuba das Internet kaum zu finden ist, hatte wir uns entschlossen schon von zu Hause die Casa Partikulares, typische private Unterkünfte, vor zu buchen, bedeutete allerdings, uns schon für eine Route festzulegen. Wir hatten nur 20 Tage Zeit, die wollten wir nicht mit langem Suchen verbringen. Natürlich klappte nicht alles wie gedacht!

So war auch gleich der Start ein Reinfall. Die erste Casa in Havanna war ein dunkles Loch, kein Fenster, keine Dachterrasse wie so oft prophezeit und die Lage in einer düsteren Gegend, doch wurden wir sehr herzlich empfangen! Nach dem langen Flug, das Prozedere am Flughafen …, waren wir vollkommen ausgehungert – wohin nur?

Wir bekamen auch eine Empfehlung mit, die wir nicht fanden. So liefen wir nicht weit, damit wir später wieder zurück finden würden. Musik schallte uns entgegen, und dort zog es uns hin. Vor uns lag eine kleine Tapas Bar, mit dem sinnigen Namen Café Brown. Einfach ausgestattet, nur vier kleine Tische, eine kleine Steh-Bar und ein Fernseher an der Decke, aus dem amerikanische Videoclips schalten. Glücklich bestellten wir einen Mix aus Tapas und so manchen Mojito, unterhielten uns mit einem Schweizer Paar, den es ähnlich erging wie uns.

Endlich waren wir auf Cuba angekommen.

Havanna

Für Havanna sollte man sich viel Zeit nehmen; soweit vorne weg! Wir hatten leider nicht mal Ansatzweise genügend davon!

Unsere Casa Partikulares und das Auto waren schon von Deutschland aus gebucht. Ein Fehler den wir im Nachhinein bereuten. Am nächsten Morgen schlenderten wir gut gelaunt von unserer Casa entlang des Malecóns, der Uferpromenade von Havanna, bis zum Zentrum. Wir hatten eine Verabredung mit einem Oldtimer, hofften auf ein Cabrio, wie sie hier zu Hauf umher fahren.

Auf meiner Weltreise in Südamerika habe ich viele Malecóns gesehen, doch der von Havanna war schon sehr bemerkenswert. Nüchtern und ohne Schnickschnack verläuft der breite Fußweg direkt am Golf von Mexico entlang. Keine gemütliche Bank lädt zum Verweilen ein, kein Baum liefert Schatten. Alles wirkt grau in grau, wären da nicht auf der Straße die bunten Oldtimer, die meist als Taxen für eine Rundtour durch Havanna gebucht werden können. Alle sind sie auf Hochglanz poliert. Kaum zu glauben, obwohl schon sehr alt, zurückgelassen aus der Zeit der amerikanischen Intervention, die mit der Revolution 1959 durch die Enteignung amerikanischer Firmen und mit einem Embargo der USA zu Ende ging. Zurückgelassen wurden ihre Autos, heute ein großes Potential im Tourismus für Cuba. Wer einen Oldtimer besitzt, kommt auch an die ersehnte CUC Währung heran.

Auszug aus Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Kuba#Intervention_der_USA

»In Kuba gibt es zwei offizielle Währungen, der Peso Cubano (CUP oder MN für Moneda Nacional) als die ursprüngliche Währung, in der die staatlichen Löhne ausgezahlt und die wesentlichen einheimischen Grundnahrungsmittel und einfachen Dienstleistungen bezahlt werden, sowie den Peso convertible (CUC), der als Ersatz-Devisenwährung direkt an den Wert des US-Dollars gekoppelt ist und insbesondere für importierte Waren und höherwertige Dienstleistungen erforderlich ist. Seit dessen Einführung nimmt die Zahl der Artikel des täglichen Gebrauchs zu, die nur noch in CUC und damit zu Preisen verkauft werden, die für Verbraucher ohne direkten Zugang zu Devisen schwer erschwinglich sind. Die Nachfrage nach Waren des täglichen Bedarfs für nationale Währung übersteigt auch nach offiziellen Angaben deutlich das Angebot.

Das seit März 2005 staatlich festgelegte Tauschverhältnis ist 1:24 beim Kauf von kubanischen Pesos für CUC und umgekehrt 25:1 wenn man kubanische Pesos in Pesos convertibles eintauschen will. In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wird jedoch eine Relation von 1:1 zwischen beiden nationalen Währungen angesetzt. Ende Juli 2013 kündigte Raúl Castro an, die beiden Währungen zusammenzufügen, da deren Dualität die Wirtschaftsreformen behindere. Das Kabinett hat am 22. Oktober 2013 dazu einen Zeitplan für einen Übergangsprozess gebilligt.«   …

Bei einem Tauschverhältnis von 1 CUC zu 24 Peso kann man sich vorstellen, dass die Nachfrage der Cubaner an den CUC heranzukommen sehr groß ist, besonders wenn man die Monatsgehälter der Cubaner kennt. Die sehr hoch gebildeten Cubaner, wie Lehrer, Mediziner, Rechtsanwälte …, haben ein durchschnittliches Monatseinkommen von 640 Pesos, bedeutet umgerechnet 26 US Dollar/CUC. Wie oft geben wir Touristen Trinkgelder in ähnlicher Höhe?

So ist es auch kein Wunder, dass wir auf unserer Oldtimer Tour von einem Pärchen begleitet wurden, die sehr gebildet waren. Kaerli war Anwältin, Grey arbeitete in einer Bank, beide miteinander verheiratet. Ihr einziges Kind bleibt bei der Großmutter, während sie mehrmals in der Woche Touristen Havanna zeigen.

Zurück zum Malecón. Beeindruckend waren auf der anderen Straßenseite die alten Fassaden aus der lang vergangenen Kolonialzeit. Sie wurden seit der Revolution vollkommen vernachlässigt, daher fast verfallen. Heute stehen viele Städte in Cuba unter dem Schutz des Weltkulturerbes der UNSECO, in Havanna sind es die gesamte Altstadt Vieja und die Festung.

Durch diesen Schutz ist eine morbide Schönheit entstanden, die mir als Fotografin großartige und ungewöhnliche Motive gab. Nur noch die Fassaden standen abgestützt durch viel Metall, dahinter nichts als Schutt und Staub. Ob diese Gebäude je wieder in ihrer alten Pracht erstrahlen werden, wage ich im Moment zu bezweifeln.

Nur noch Fassaden zeugen von einer alten Pracht entlang des Malecons …

… gehalten von viel Stahl …

UNESCO Weltkulturerbe!

Unser Oldtimer stand bereit, leider kein Cabrio, für mich besonders enttäuschend. Eine Limousine schränkt den Blick nach oben ein, besonders, weil man in der hinteren Sitzbank sehr tief versinkt, weich wie in einem Sofa, vorne saß unser Pärchen Kaerli und Grey.

Eine zweistündige Autofahrt führte uns durch die Stadtteile Havanna Nuova, Miramar, Havanna Vieja. In Miramar vereinen sich die Wohlhabenden aus Kuba. Kaerli und Grey behaupteten, dass hier der ganze Castro Clan leben würde. Auch haben sich hier die ausländischen Vertretungen und einige Nobelhotels angesiedelt. Wirklich viel zu sehen bekommt man als Tourist und Einheimischer nicht. Jede Straße wird durch das Militär bewacht, zu sehen durch kleine bemannte Hütten, die an jeder Kreuzung stehen; Sozialstaat … !

Beeindruckend ist der Plaza de la Revolucion, nicht wegen seiner Schönheit. Ein übergroßes Portrait Che Guevaras ist nicht zu übersehen, das an der Fassade des Innenministeriums prangt und ein gigantisches Monument von dem Nationalhelden Jose Marti ziert diesen riesigen Platz der vielen Aufmärsche aus der Revolutionszeit. Heute ein Ziel für die Touristen, die hier fast alle mit einem der vielen Oldtimer herkommen. So kann man nebenbei diese ganzen heißen „Schlitten“ auf einmal bewundern und die sind beeindruckend.

Plaza de la Revolucion …

und viele Oldtimer; besonders chic waren die pinken Pünktchen …

Manches Mal musste auch nachgeholfen werden.

Am reizvollsten ist die Altstadt, für die man sich sehr viel Zeit nehmen sollte, wir hatten sie leider nicht; die komplette Fehlplanung!

Mindesten drei ganze Tage braucht man in Havanna, um die Sehenswürdigkeiten und das Flair dieser lebendigen Stadt zu erobern. Wir hatten nur einen ganzen Tag zur Verfügung. Am Abend mussten wir auch noch unseren Leihwagen abholen und für den folgenden Tag hatten wir in Vinales eine Casa gebucht.

So ließen wir uns nach unserer Oldtimer Tour einfach nur noch treiben, kamen vorbei am Kapitol, das dem Original in Washington nachempfunden wurde und für Cuba sehr prächtig aussah. Schlenderten durch die vielen kleinen Gassen, kehrten dort ein, wo Livemusik herausschalte und genossen die cubanische Atmosphäre, welche bisher nur in meiner Fantasie vorhanden war. Einfach schön!

Havannas typischen kleinen Gassen sind voller Leben.

Markt mitten in Havanna, die Auswahl ist nicht groß!

Altes Vergessenes …

Prächtige Straße mit dem Kapitol …

Gegensätze treffen in Havanna ständig aufeinander …

Dieses Penthouse liegt tatsächlich in Havanna.

Arkaden und Cafés

Mini Taxis …

Meine Empfehlung für Havanna:, bleibt mindesten vier Nächte, sucht euch eine Casa Partikulares mit Dachterrasse in der Altstadt, Havana Vieja, um alles Fußläufig auch am Abend zu erkunden und den Charme Havannas dabei zu erleben.

Vinales in der Provinz Pinar del Rio, das Tabakland.

Am nächsten Morgen verließen wir etwas traurig diese interessante Stadt mit unserem Leihwagen, neugierig auf das was noch vor uns lag. Diese Karte zeigt, was wir noch alles vor uns hatten!

 

Ganze 190 km an einem Tag sind auf unseren westlichen Straßen kein Problem, doch auf Cuba stets eine Herausforderung. Schon aus Havanna herauszukommen war nicht einfach. Kreuzungen, die nach unserem Verständnis eigentlich keine sein können, weil sie plötzlich mehr Baustelle als Straße waren. Wie oft wir hin und her fuhren, erinnere ich mich nicht mehr; bis wir uns trauten diesen unwirtlichen Weg doch zu nehmen, der uns letztendlich hinaus führte aus Havanna.

Eine cubanische Autobahn führte uns langsam Richtung Westen. Cubanisch deshalb, weil sie zwar vierspurig gebaut war, nur ohne jegliche Randbefestigung, sodass alle Fahrzeuge in der Mitte fuhren; manches Mal auch ein gefährliches Ausweichmanöver vollzogen. Ein Schlagloch musste umlenkt werden.

Unser Leihauto, ein MG, passte so gar nicht in das cubanische Straßenbild, eigentlich hatten wir etwas Kleineres bestellt. Upgrade oder typische Leihwagen? Jedenfalls hätten wir von der Motorleistung schneller fahren können. Nur wie sollte man auf dieser Autobahn überholen? Oldtimer und andere zum Teil undefinierbare Gefährte fuhren für unsere Verhältnisse sehr langsam. Mit einer gewissen Vorausahnung, kein dunkler Fleck auf der Straße voraus sichtbar, gab ich nach einiger Zeit doch Gas und überholte mutig. Einmal nicht aufmerksam sein, strafte mich sofort mit einem Schlagloch; Rumps, bitte keinen Achsenbruch!

Mit einem kleinen Zwischenstopp in „La Terrassa“, ein UNESCO Naturschutzgebiet, deren Ausblick wir mit einem Mojito auf einer der Terrassen genossen, kamen wir nach sechs Stunden endlich in Vinales an.

Vinales, das Tabakland

Vinales, die Stadt, die mitten in den cubanischen Tabakfeldern liegt. Wer verbindet mit Cuba nicht gleich das Bild einer Zigarren rauchenden Schwarzen! Gelandet waren wir in einer lauten touristischen Stadt, die sich entlang einer langen Straße entwickelt hatte. Zigarren rauchende Schwarze bekamen wir hier nicht zu Gesicht, Zigarren rauchende Touristen dafür zu Hauf.

Baustelle vor unserer Terrasse. Unsere gewohnten Lebensbedingungen gelten hier nicht!

Unsere Casa, die Villa la Esquinta war noch eine Baustelle, doch wie überall, waren unsere Gastgeber sehr nett. Langsam dämmerte es uns; auf Cuba herrschen andere Standards und vieles ist im Aufbau. So nahmen wir unsere Unterkünfte von da an mit Humor, wurden später noch mit wunderschönen Casas belohnt.

Die Landschaft des Valle de Vinales mit den sogenannten Mogotes, den mächtigen Kegelkarstfelsen aus der Urzeit, und den satt grünen Tabakfeldern lädt zu leichten Wanderungen zu Fuß oder auf einem Pferderücken ein. Wir wollten mehr über den Tabak erfahren, sodass wir für den kommenden Tag ein „Horsebackriding“ durch die Tabakfelder gebucht hatten.

… entlang der Straße von Vinales

Blick auf die Kegelkarstfelsen Mogotes.

Am späten Nachmittag liefen wir zu Fuß durch die nahe gelegenen Tabakfelder. Vorbei kamen wir an sehr einfachen Hütten, in denen die Tabakbauern wohnten. Meist stand direkt davor ein mageres Pferd angebunden, deren Rippen wir zählen konnten. Dieser Anblick schockierte uns so sehr, dass wir uns sofort entschlossen am nächsten Morgen keine „Horsebackriding“ Tour mitzumachen. Wir wollten uns nicht auf diese armen Pferderücken setzen, sondern unsere eigenen Füße bewegen.

Mit diesen dünnen Pferden wollten wir nicht durch die Tabakfelder reiten.

Markt in Vinales für die Touristen

Kaffeerösterei mitten zwischen den Tabakfeldern.

So leben hier die Familien …

Nach der langen Autofahrt und dem Spaziergang freuten wir uns auf eine schönes Essen und den Mojito, der für diese Reise zu unserem Lebenselixier wurde. Aneinandergereiht konkurrierten auf beiden Straßenseiten ein Restaurant und Bars nach dem anderen. Für welches sollte man sich da nur entscheiden? Wir entschieden uns für einen schönen Blick und bekamen dafür das schlechteste Essen bis dato. Da hielt es uns nicht lange, wechselten in die Bar „Cuba“, tranken an diesem Abend einige Mojitos zusammen mit einem Pärchen aus den USA, Mark und Jennifer. Diese Bar wurde für Vinales zu unserer Stammtreffpunkt.

Am folgenden Morgen wachten wir mit einem Schock auf. In Tinas Haaren hatten sich kleine Moskitos amüsiert; doch viel schlimmer, es goss draußen in Strömen. Hey, wir sind in der Karibik! Trotzdem gingen wir zu unserem Treffpunkt, buchten unsere Tour um und starteten mit einem stark gebauten Guide unseren Weg zu Fuß in die Landschaft. Der Regen ließ zum Glück nach, so konnten wir auf diesem vierstündigen Weg alles über die Tabakfelder, Trocknungsarten und das Zigarrendrehen erfahren. Jeder bekam von einem jungen Bauern seine eigene Zigarre, die wir auch paffend testeten. Ganz wichtig ist es, den Tabakblättern die Blattnähte zu entfernen. Sie besitzen zu 80% Nikotin, welches beim wachsen Insekten abweisend wirkt, rauchend würde uns diese Stärke sofort umbringen. Ich kaufte direkt von dem Bauern noch ein paar Zigarren für 25 CUC, die in ein Palmenblatt eingewickelt wurden – damit sollten die Zigarren auch angezündet werden, niemals mit einem Feuerzeug – ein cubanisches Zigarren-Gesetz!

Aus Cuba dürfen nur Zigarren mit einer offiziellen Banderole ausgeführt werden, die hatte ich schon für die anstehende Hochzeitsfeier meiner Tochter im Juli in Havanna gekauft. Angeblich der einzige Ort, wo man als Tourist Zigarren kaufen darf, wir haben später noch in Trinidad eine Fabrik besichtigt. Auch dort hätten wir Zigarren kaufen können! Diese Informationen werden wohl gerne passend weiter gegeben.

Den Nachmittag verbrachten wir etwas außerhalb von Vinales in einem wunderschön gelegenen Restaurant, „Balcon des Valles“. Dort hatten wir einen herrlichen Blick über das ganze Tal, Val de Mogotes. Das Essen schmeckte auch sehr gut und wir hatten Zeit unsere Tagebücher zu füllen. Am Abend trafen wir uns wieder mit Mark, Jennifer und Mojitos.

Frisch geerntete Tabakblätter werden erst draußen angetrocknet …

später unterm Dach.

Dorfidylle mitten in den Feldern.

Unser Tourguide …

Vorführung, vom Blatt zur Zigarre …

fast fertig.

In Palmenblätter verpackte Zigarren halten länger frisch.

Nicht ganz mein Geschmack!

Vinales bis Cienfuegos

Am nächsten Morgen ging unsere Tour weiter. Erst einmal mussten wir bis Havanna zurück.  Dort hatten wir wieder das selbe Theater mit den Straßen, die einfach mitten drin aufhörten. Auch mein GPS auf meinem Mobil Phone wusste nicht weiter, mehrmals drehen, abbiegen gegen den Verkehr, dann waren wir auf der richtigen Straße. Um sich auf Cuba zurechtzufinden sollte man sich ein Offline Navi App herunterladen. Trotz mancher Irrungen kann ich „maps.me“ sehr empfehlen, auch nutzbar in vielen anderen Ländern auf dieser Welt. Auf Cuba haben die Straßen oft mehrere Namen, in den Städten sucht man lange nach den angegebenen Adressen. Mit dieser App kann man diese Adressen eingeben und wird auch meistens hingeführt.

Trotz 430 km kamen wir nach Havanna schneller an als erwartet, nur die Strecke war langweilig. Die Landschaft ist sehr karg und braun. Früher war fast ganz Cuba mit Zuckerrohr bepflanzt, heute hauptsächlich nur noch der Südosten. Der Zuckerexport ist nach dem Embargo der USA vollkommen zurückgegangen. So soll hier nur noch für den Rum Zuckerrohr angepflanzt werden. Der Boden wurde durch jahrelanger Zuckerrohrbepflanzung ausgebeutet, heute kann dort fast nichts mehr gedeihen.

In Cienfuegos angekommen fanden wir dank maps.me unsere La Casa de Cecilia sehr schnell. Von außen etwas enttäuschend, doch innen wurden wir sehr freundlich von der jungen Dahlia in perfekten Englisch begrüßt. Die ersten beiden Räume, Empfang, Wohnzimmer und Esszimmer waren sehr gepflegt eingerichtet. Dahinter ging es durch einen sehr schmalen hohen Flur mit offenen Fenstern unterm Dach in drei Zimmer, die alle dunkel und ohne eigenes Fenster gebaut waren. Nicht schon wieder ein Zimmer ohne Licht und Luft! Die Luft kam oberhalb unserer Zimmertür durch das Flurfenster, das versöhnte uns ein wenig. Langsam begriff ich, dass diese privaten Casas mit einfachen Mitteln für Gäste gebaut wurden, doch immer wurden wir von sehr freundlichen Menschen empfangen und mit einem interessanten Frühstück versorgt.

La Casa de Cecilia auf der linken Seite …

… von hier gingen die Zimmer ab …

Cienfuegos war einst eine wunderschöne Stadt, geprägt durch die französische Architektur, die durch die damalige Zuckerrohrindustrie zu großem Reichtum kam. Unser Weg führte uns entlang an einst wunderschönen Häusern bis zu dem Plaza Jose Marti, auf dem der einzige Triumphbogen auf Cuba steht und natürlich eine Kathedrale. Durch den bedeckten Himmel wirkte alles noch maroder, doch sehr sauber und aufgeräumt. Da alles zu schlafen schien an diesem Sonntag gingen wir weiter Richtung Punta Gorda, ein Stadtteil direkt an der großen zum Meer geöffneten Bucht. Ein großer Boulevard mit einst prachtvollen Villen und Palästen lässt uns den Reichtum des 19. Jahrhunderts erahnen. Nach einem langen Marsch, nur mit einem Frühstück im Bauch hofften wir auf ein schönes Restaurant. Gefunden haben wir ganz an der Spitze, die Punta, einen riesigen prachtvollen Jachtclub, in den wir erst mit einem Eintritt von 10 CUC hineinkamen. Die Hoffnung auf etwas Essbaren ließ uns dazu hinreißen.

Der Triumpfbogen von Cienfuegos.

Che ist überall dabei.

Cienfuegos, einst eine wohlhabende Stadt …

Das Rathaus …

Oldtimer zum mitnehmen …

Manches ist schon renoviert.

Vor uns öffnete sich eine ganz andere Welt! Es war noch früher Abend, eine Band spielte sich gerade ein. Junge hübsch gemachte Leute fingen verschämt direkt bei ihren Tischen sich nach den Rhythmen zu bewegen, die Tanzfläche blieb lehr. Erst meine Freundin Tina brachte Leben hinein; sie zog lachend einfach ein junges Pärchen mit auf die Tanzfläche und schon lockerte sich die Stimmung.

Dieses noch nicht …

autenticacuba.com … ???

Der Himmel war inzwischen wieder aufgeklart, die Mojitos taten ihre Wirkung, denn etwas zum Essen gab es dort nicht. Etwas selig genossen wir diesen überraschenden Tanzabend mit einem herrlichen Blick über die Bucht, doch irgendwann mussten auch wir etwas zu essen bekommen.

Den Yachtclub gibt es wirklich …

… diese traurige Palme steht wohl nicht am rechten Fleck!

In der Dunkelheit hielten wir ein Bici an. Ein Fahrrad mit drei Rädern, wie ein Tucktuck in Asien, nur ohne Motor. Ein lustiger junger Mann strampelte uns ziemlich angeheiterten Mädels mit Musik aus einem Lautsprecher, montiert an seinem Lenker, direkt bis vor die Tür eines Fischrestaurants, Brisas del Mar. Dort rettete uns eine kräftige Fischmahlzeit vor zu viel Umdrehungen – ein herrlicher Tag mit einigen Überraschungen!

Dahlia bereitete uns am nächsten Morgen ein wie immer sehr süßes Frühstück mit Obst und allerlei süßes Teiggebackenes, für mich oft nur ein fruchtiger Start. Cienfuegos bei Sonne, der Himmel strahlte in herrlichem Blau, das rief meine Fotografin Seele hervor. Diese Stadt wollte ich zu gerne bei strahlendem Licht in meine Kamera einfangen, etwas zum Leidwesen meiner Freundin. Mit einem Fotografen zu verreisen kann für den anderen zur Qual werden. »Sorry Tina!«

Luftige Terrasse einer Casa Particulares …

Lebendige Einkaufsstraße und

ein Frisiersalon …

Bekleindungsgeschäft …

Schaufensterdeko …

Touristenshop …

Haushaltswaren und Stoffe …

Ein wunderschönes Hotel mit passendem Auto.

Cienfuegos nach Trinidad

Heute sollte es nur nach Trinidad gehen, gerade mal 81 km entlang der Südküste. Erst fuhren wir wieder durch karge Landschaft, abgebrannte Flächen und erste Zuckerrohrfelder.

Erst einmal mussten wir tanken, nicht ganz einfach auf Cuba. Hierzu wurde uns genau erklärt, welche Tankstellen wir anfahren dürfen und welche nicht. Denn genau wie mit der Währung gibt es auch hier für die modernen Touristen Leihwagen und den alten kubanischen Gefährten Unterschiede im Sprit. Auch hieß es als Rat, den Tank nicht ganz leer zu fahren, die Tankstellen „Cupet-Cimex oder Oro Negro“ sollten nicht oft vorhanden sein. Wenn man sich daran hält, ist es überhaupt kein Problem. Wir hatten uns angewöhnt den Tank morgens noch in den Städten zu füllen, so konnten wir beruhigt über die oft einsamen Landstraßen fahren.

Die Küstenstrecke war sehr reizvoll, und von der Zeit her konnten wir uns noch eine Mittagspause in Valle de Yanguanabo direkt am Meer gönnen.

In Trinidad angekommen waren wir erst verloren, unser Navi funktionierte hier nicht, und alle engen Gassen sahen für uns gleich aus. Hinzu kam, dass die Gassen sehr schmal, somit Einbahnstraßen waren. Irgendwann standen wir überraschend direkt vor unserer Casa, Hostal la Espanola, denn Trinidad ist eine der kleinsten Städte auf Cuba.

Die engen Gassen waren beidseitig mit bunten Häusern gesäumt, das Pflaster nichts für Stöckelschuhe. Alles wirkte nett restauriert, oft stand auch hier nur noch die Fassade, doch dahinter waren kleine Lokale oder Läden entstanden. Hier tobte das Leben, der Tourismus war hier schon länger angekommen, es strahlte alles und verzauberte uns. Mit viel Kreativität, Kunst, Musik und allerlei Skurrilem ist aus dieser kleinen Stadt ein Juwel geworden. Wir waren froh, hier drei Nächte verbringen zu können. Da hatten wir es einmal richtig getroffen. Unsere Casa hatte mehrere kleine Dachterrassen, auf denen wir uns auch einmal von dem Trubel erholen konnten. Wir erkundeten die ganze Stadt, die uns auch mit viel Livemusik am Abend in kleinen Restaurants rund um den Plaza Mayor verwöhnte.

In Trinidad; hinter verfallenen Mauern entsteht ein neues, modernes Leben.

Endlich hatten wir eine Dachterrasse, hier mit vier stummen Wächtern.

Eine Bicitour führte uns in eine kleine Tabakfabrik. Dort konnten wir hautnah erleben, wie reglementiert das System ist. Am Eingang mussten wir Eintritt bezahlen und versichern keine Zigarren von den Mitarbeitern anzunehmen, dies sei strengstens verboten. Drinnen herrschte ein lautes Treiben, Frauen und Männer drehten sitzend an den Zigarren, unterhielten sich lautstark, und schauten uns aufmerksam an. Diese Aufmerksamkeit hatte zur Folge, dass man immer wieder versuchte uns unter den Tischen Zigarren anzubieten. Plötzlich zog mich eine junge Frau in einen anderen Saal. Etwas verschreckt folgte ich ihr, obwohl mir dabei nicht sehr wohl war. Hier wurden die fertigen Zigarren mit den Papierbanderolen versehen. Die junge Frau wollte mir diese Banderolen schenken, damit wir die Zigarren, die sie uns in der Fabrik verkaufen wollten, auch außer Landes bekommen würden. Sie konnten nicht wissen, dass wir schon reichlich mit Zigarren versorgt waren. Mir tat es etwas leid, denn mit diesem Fabrikbesuch wurde mir klar, wie wenig die Menschen von diesem großen Zigarrengeschäft abbekommen. Soziale Gerechtigkeit?

In dieser Zigarrenfabrik ging es lebhaft zu …

… man vesuchte uns Zigarren unter dem Tisch zu verkaufen.

Hier wurden die Zigarren mit der Banderole versehen.

Eine weitere Tour führte uns in das Trinidad der Cubaner. Kleine offene Geschäfte, wie ein Fleischer werden uns gezeigt. »Unten ist eine Klappe, dort kommt morgens das Schwein lebend hinein, später wird es oben am offenen Tresen verkauft. Alles ganz frisch, Rindfleisch essen wir Cubaner nicht, wichtig für die Milch …,« erfahren wir von unserem Guide. Ein kleines Warenhaus besichtigen wir. Hier können die Cubaner mit den staatlichen Rationsmarken Reis, Seife etc. einkaufen. Den alten Bahnhof, der seine Pracht in der Zeit erhielt, als das Zuckerrohr um 1920 Hochkonjunktur hatte. Heute wird nur noch Melasse für den Rum hergestellt, Zucker nur für den Eigenbedarf. Den Park Cespedes schauen wir uns noch an, für die Cubaner ihr Datingplace!

Schwein kommt morgens unten rein, am Nachmittag oben wieder raus …

Schwein gewesen …

Obst und Gemüse …

… was dieser Cubaner sich wohl denkt?

… hauptsache die Schuhe glänzen …

Hier wurde früher das Zuckerrohr verladen, heute ein Museum mit Livemusik …

und Oldtimer Präsentation …

Gleich nebenan Skulpturen jeglicher Art.

Park Cespedes – Dating place.

In der Casa de Musica entspannen wir bei einem Mojito und schreiben an unseren Tagebüchern. Später versuche ich noch Telefonkarten von „Etesca“ zu bekommen, denn zu Hause weiß keiner wie es uns geht. Rund um den Plaza Major kann man diese Karten für 5 CUC erstehen, doch hier in Trinidad komme ich nicht ins Internet. So rufe ich einmal kurz Zuhause an; man hatte sich schon Sorgen gemacht. Keiner kann sich das Leben heute ohne Internet mehr vorstellen, auf Cuba schon.

Wir hatten Sehnsucht nach Ruhe und Natur und buchten daher eine Pferdekutschenfahrt in das nahe gelegene Val de Ingenios, dachte allerdings unsere Fahrt würde nach Val Colentos gehen. Wie aus der Zeit gefallen, laufen wir zuerst den Berg neben der Kutsche hinauf; für das eine Pferd sind drei Personen zu schwer. Oben ging es via Kutsche durch die Natur über Stock und Stein, durch große Löcher, über tiefe Gräben – aua, unsere Popos mögen dies gar nicht.

Irgendwo im Nirgendwo halten wir an, bekommen eine Vorführung, wie man Zuckerrohrsaft herstellt, diesen vergären lässt und dürfen diesen dann probieren. Tina bekommt dieses Getränk überhaupt nicht und ich nippe nur daran. Nicht wirklich glücklich über diesen Ausflug landen wir mittags wieder erschöpft in Trinidad, immer noch mit einer großen Sehnsucht nach Ruhe.

Dieses Pferdchen zog uns aus Trinidad hinaus in die Natur …

Frischer Zuckerrohrsaft wird extra für uns gequetscht …

Wir fahren mit unserem Auto nach Playa Ancon, nicht weit von Trindad entfernt, dies sollte der schönste Strand der Südküste sein. Ein riesiger Hotelkomplex, grau und hässlich war unser erster Eindruck; da wollten wir auch nicht bleiben. Etwas weiter kamen einige Hütten direkt am Strand zum Vorschein. Die schönste war für uns geschlossen, eine Hochzeit sollte hier stattfinden. Etwas weiter hatten wir Glück, aßen gegrillte Garnelen zusammen mit unserem geliebten Mojito. Unsere Erschöpfung ließ unsere Nerven etwas blank liegen, heißt: wir waren nicht wirklich locker und großzügig, sodass uns der spätere Strandbesuch auf die Palme brachte. Einmal am Straßenrand parken, kam eine Hand, die von uns 2 CUCs haben wollte, für eine Liege an diesem steinigen Strandabschnitt sollte 5 CUC kosten …!

Playa Ancon, der schönste Strand der Südküste … ?

Auf Cuba dürfen alle weiß gekleidet auf eine Hochzeit gehen, das finde ich sehr schön.

Mit etwas Abstand kann ich diese Menschen besser verstehen, irgendwie versucht jeder an die heiß ersehnten CUCs zu gelangen, mit dem Peso kommt niemand weit. Doch hatte ich mir Cuba in meinen Träumen anders vorgestellt!

So hatte uns Trinidad sehr schnell wieder und wir genossen trotzdem den letzten Abend an der Plaza Major in unserem Lieblingslokal hinter der Galeria del Arte, Los con Spirados bei Livemusik, Pasta mit Garnelen und Wein. Wir mussten langsam akzeptieren, dass man auf Cuba kaum Ruhe finden kann, zumindest nicht in den touristischen Hochburgen.

… so sieht es am Tage aus.

Zum Ausklang noch ein paar Trinidad Impressionen …

In Trinidad wurde auf der Straße Domino statt Schach gespielt …

Hier geht es um Frauenrechte, die von dieser jungen Frau mit Begeisterung vertreten wurden!

Pferdestärken …

der kleinste Gemüsehändler …

und noch ein gepflegter Oldtimer.

Trinidad nach Camagüey

Von Trinidad ging es 265 km wieder über Schlaglöcher weiter in den Osten von Cuba hinein. Vorbei führte uns die Fahrt an endlosen Zuckerrohrfeldern, die uns euphorisch werden ließen, endlich wurde die Landschaft karibisch interessanter. Wir hatten Glück, denn die Ernte begann gerade, es war der 9. März. Große Mähdrescher häckseln das Zuckerrohr direkt in einen daneben fahrenden Trecker Hänger oder auch riesige Lastwagenhänger. Später wird es in den uralten Zuckerrohr Fabriken zu Melasse verarbeitet, die wir erst weiter östlich entdeckten.

Endlich Zuckerrohrfelder …

… da hat unser MG einmal Pause …

Mähdrescher für das Zuckerrohr.

und hier wurden die Erntehelfer verpflegt: Cocina- Comedor!

Riesige LKW Hänger warten auf die Ernte …

Mit flotter Musik schafften wir diese Strecke in 5 Stunden. Immer wieder mussten wir kleine Pferdekutschen überholen; je östlicher wir kamen, desto einfacher wurden die Gefährte auf den Straßen. Die Fahrt in die Stadt Camagüey hinein war wie überall erschreckend von baufälligen Gebäuden gesäumt. Umso überraschender war für uns die Innenstadt, die uns mehr als beeindruckte. Endlose Prachtstraßen mit großen Arkaden, gesäumt mit unzähligen Säulen und alten Bäumen – als ob die Zeit hier stehen geblieben wäre. Nur die abgeblätterte Farbe erinnerte uns daran, dass wir auf Cuba waren. In den vielen Eingängen der Arkaden befanden sich hinter den geöffneten Türen mehrere kleine Pizzerien und kleine Handwerksbetriebe; dahinter meist nichts mehr als nackte Wände. Uns gefiel dieser morbide Charme.

Camagüey überraschte uns mit dieser Säulenprachtstraße …

und den innen liegenden kleinen Shops …

… Pizzerien …

kleinen Haushaltswaren Shop …

Bäckerei …

Wie lange werden diese Säulen noch halten?

Alles im Zeichen von Fidel Castro!

Weiter in der Innenstadt kamen wir zu unserer großen Überraschung in eine moderne Fußgängerzone mit kleinen Supermärkten, Modeshops und sehr vielen Geldautomaten. Die Supermärkte waren allerdings nicht wirklich mit vielen Waren gefüllt. Seit 1975 befindet sich in Camagüey eine große Universität, die dadurch zu den kulturellsten und wissenschaftlichsten Städten des Landes zählt. Die reizvolle Altstadt wurde zum UNESKO Kulturerbe ernannt, weil sie besonders gut erhalten geblieben ist. Man schlendert durch die vielen verwinkelten Gassen, landet unwillkürlich auf irgendeinen der vielen Plazas, auf denen es sich meist sehr gut verweilen lässt.

In der Fußgängerzone von Camagüey zeigte sich uns dieses Bild …

… eine Boutique

Unser Café hinten rechts.

Wir setzten uns in eines dieser vielen Cafés, belohnten uns wieder einmal mit einem Mojito und kamen zu unserer großen Überraschung ins Internet. Da wurde gleich auf Whatsapp und Instagram nach Hause gepostet!

Am Abend waren wir gerade auf der Suche nach einem schönen Restaurant, schlenderten laut redend durch die kleinen Straßen. Plötzlich wurden wir in klarem Deutsch von hinten angesprochen. Kaum zu glauben, vor uns stand ein Cubaner in einem Deutschland Trikot und lächelte uns freundlich an. Schnell erfuhren wir woher er so gut Deutsch sprechen konnte. In der damaligen DDR hatte Juan in Jena eine Optiker Ausbildung gemacht und dort vier Jahre lang gelebt. Wieder in Cuba hat er die deutsche Sprache weiter gepflegt und nun spricht er deutsche Touristen an, denen er seine Stadt zeigt. So auch uns!

Unser neuer Freund Juan im Deutschlandtrikot …

 

Schnell saßen wir zusammen mit Juan in einem typischen Restaurant, konnten viele Fragen über das Leben auf Cuba stellen und gut essen. Für den nächsten Morgen organisierte Juan uns mit ihm gemeinsam noch eine Bicitour durch Camagüey. Wir hatten einen sehr fröhlichen Abend, wurden noch zu unserer Casa Miriam Guerra de la Cruz geleitet. Eine Schwindel erregende, frei fliegende Treppe führte in unser Zimmer mit Fenster, dafür hatten wir eine kalte erfrischende Dusche! Nachts wachte ich plötzlich durch ein merkwürdiges Gewicht auf meinen Beinen auf. Ohje, eine riesige Katze lag auf meinem dünnen Lacken, die durch unser geöffnetes Fenster sich einen gemütlichen Platz gesucht hatte. Zu dumm nur, ich mag leider keine Katzen und schon gar nicht in meinem Bett.

Das Frühstück war hier so reichhaltig, süßes Gebäck, dicke Schweinewurst, die wohl den Cubanern besonders gut schmeckt, uns eher abschreckt, Käse und ein Omelett. Gut gestärkt packten wir unser Gepäck schon in das Auto, stiegen aber erst einmal in das bereitstehendes Bici und fuhren zusammen mit Juan zu einem Bauernmarkt. Endlich ein Markt, die sammele ich doch weltweit. Märkte sind für mich die Lebensadern eines jeden Landes.

Auf diesem Markt gab es alles, was zu dieser Jahreszeit wächst und gedeiht, für Cuba eine reichhaltige Fülle. Auch Hüte jeglicher Größe und allerlei Küchengerät konnte hier erstanden werden. Wirklich viele Käufer gab es nicht, dafür ist zu wenig Geld vorhanden.

Zwei Kirchen und den wunderschönen Platz, Plaza del Carmen mit sehr vielen kleinen Galerien, die eher für uns Touristen sich dort angesiedelt hatten, zeigte uns Juan auch noch. Die Galerie der Künstlerin „Martha Jimenez Peres“, gefiel uns besonders gut. Ihr Werk zählt zu der zeitgenössischen Kunst Cubas, ihr Gesamtwerk ist sogar von der UNESCO ausgezeichnet worden. Ein Besuch lohnt sich allemal, auch kauften wir ein paar kleine Kunstwerke. http://www.martha-jimenez.es/

Für diesen Tag hatten wir noch einige Kilometer Autofahrt in die Sierra Meastra vor uns, sodass wir uns von Juan gegen Mittag verabschieden mussten.

Camagüeys Arkaden Shops

Diese Statuen im ersten Stock beeindruckten mich sehr …

Kontraste …

Plaza del Carmen …

Bauernmarkt …

Haushaltswaren …

 

Camagüey nach Sierra Meastra

Schon die Fahrt in die Sierra Meastra wurde zu einem aufregenden Abenteuer. Die Straßen gestalteten sich immer wilder, je weiter wir in den südöstlichen Zipfel der Insel vordrangen, Zuckerrohr wo wir nur hinschauten. Manche Straßen waren Schotterwege, die für unser Auto eigentlich nicht geeignet waren; was wie eine Abkürzung laut unseres Navis aussah, endete mitten in der Pampa – lieber umdrehen!

Bis Bartolome Maso, der letzte Ort der Zivilisation und einer alten Zuckerrohr Fabrik; so schien es uns, gingen die Straßen noch einiger Maßen; danach schoss es ab in die Höhe. Steigerungen, Kurven gepaart mit Schlaglöchern, die ich bis dahin noch nie gesehen hatte. Mit kochendem Motor kletterten wir in die Sierra Meastra hinauf, wieder hinab, wieder hinauf! Das Versteck von Fidel Castro und Che Guevara konnte natürlich nicht leicht erreichbar sein! Trotzdem brachte es mir Spaß in Schlangenlinien die Berge hinaufzufahren.

Dahinten sind die Sierra Meastra vor den Zuckerrohrfeldern schon zu sehen.

Diese Lok hat sicher viele endlose Zuckerrohr Ladungen gezogen.

Eine Zuckerrohrmühle hatte ich mir auch anders vorgestellt …

… da rattert und stampft es kräftig.

Überall findet man derartige Plakatwände …

Santo Domingo mit dem gleichnamigen Hotel, welches aus Holzhütten gebaut wurde, ist der Ausgangspunkt für die Trekking Tour zur „Comandancia de la Plata“. Von hier aus hat Fidel Castro seine Revolution geplant.

Der kleine Ort hat außer dem Hütten Hotel nur noch eine Casa Partikulares zu bieten, wir befanden uns mitten in der Natur, fast wie in einem Dschungel. Endlich hatten wir die ersehnte Ruhe, nur die wunderbaren Laute der Natur klangen in unsere Ohren.

Die Hütten waren sehr schön eingerichtet, hatten eine Terrasse oder Balkon. Von den Mitarbeiterinnen war unser Zimmer liebevoll mit Blumen geschmückt, dies hätten wir nun dort oben in den Bergen überhaupt nicht erwartet. Einzig das Essen war grauenhaft, so lebten wir für zwei Tage von Obst und Mojito; nach der Trekking Tour. Geschlafen haben wir wie die Murmeltiere.

Zweistöckige Hütten mitten in der Sierra Meastra …

Am Morgen, nach einem Frühstück mit trocken Brot und Salz wurden wir mit ein paar anderen Gästen abgeholt, nur geführte Touren sind dorthin erlaubt. Eine Stunde sollte die Tour dauern, doch war dies ein großer Irrtum. Knapp 10 km Auf- und Abstieg zeichnete mein Iphone auf, dies in der Wärme und wenig Wasser. Da war ich auf meiner Weltreise weit aus besser vorbereitet. Hier bekam ich einen leichten Kreislaufkollaps, nur das Studentenfutter einer reizenden Engländerin rettete mich vor dem Absturz. Ähnlich erging es meiner Freundin Tina.

Oben auf der Comandancia angekommen, fühlte man sich mitten in der Revolution. Alle Hütten und Verstecke sind so geblieben, werden gepflegt und gehegt. Man bekommt eine leise Ahnung, was hier in dieser Sierra Meastra vor sich ging, selbst das Bett von Fidel Castro, sein Toilettenhäuschen, sein Schreibtisch, alles tief verwachsen, ist noch vorhanden. Nach den vielen Stadtbesichtigungen war das für mich genau das Richtige. Doch der Abstieg überforderte uns doch ein wenig, es regnete inzwischen die ganze Zeit, machte die Steine rutschig und wir wurden total nass. Unten beim Parkplatz kaufte ich frische Bananen und Grapefruits von einem Jungen, wo auch immer der in dieser Einöde herkam. Beide waren wir glücklich, er bekam einen CUC von mir und ich etwas zum Essen. Ein Cuba Libre wurde uns dort auch noch spendiert.

Hier ging es los …

… wunderschöner Blick …

Fidels Hütte mit Klohäuschen …

… mit Kühlschrank, nur wo kam der Strom her?

Platsche naß kamen wir unten wieder an …

Meine Notfall Ration, gekauft von einem Jungen …

Für den Abend hatten wir schon umdisponiert. Junge Franzosen, die wir auf der Tour kennengelernt hatten, schwärmten von dem Essen in der Casa Partikulares, auf Vorbestellung konnten wir dort mit essen. Nach dieser Wanderung und kaum Essen vom Vortag waren wir so ausgehungert. Wir bekamen hier die typische cubanische Küche serviert. Pollo/Huhn und Gemüse gut gewürzt miteinander gemischt, lecker. Ausklingen ließen wir diesen aufregenden Tag noch mit Taschenlampe lesend auf unserer Terrasse.

Ein herrliches Erwachen mit Dschungelgeräuschen, die Duschen waren wieder einmal kalt, das Frühstück außer ein paar Eiern nicht genießbar und meinen Grapefruits (staatliches Hotel!); man kann eben nicht alles haben!

Unser nächster Stopp sollte in 190 km Santiago de Cuba sein, wir waren sehr gespannt darauf. Doch erst einmal mussten wir die Berge wieder herunter kurven. Von oben wieder ein ganz anderer Blick. So bekam ich einige schöne Fotomotive vor die Linse, dort lebten Menschen rechts und links, die wir auf dem Weg nach oben gar nicht bemerkt hatten. Baseball spielende Kinder, Nationalsport der Cubaner, direkt neben der kurvigen Straße, dahinter standen ihre Häuser. Hier wurde Tina auch ihre vielen kleinen Geschenke los, die sie mitgebracht hatte. Stifte, Seife, kleine Kosmetikproben …! Oft wurden wir nach Seife gefragt, scheint eine Mangelware auf Cuba zu sein, oder zu teuer. So waren sie alle sehr freundlich und glücklich und ich durfte sie fotografieren.

Die Kleine war so glücklich über dieses kleine Geschenk …

… diese Jungs auch …

Baseball am Straßenrand – dies mit großen Eifer!

und die Mamas schauen zu …

Nachdem wir die Berge verlassen hatten, wurde die Landschaft wieder eintönig, erst kurz vor Santiago schien eine Art grüne Lunge mit Obst und Gemüse entstanden zu sein.

Santiago de Cuba

Unsere Ankunft in Santiago verlief so einfach wie bisher noch nie; wir hatten unsere Bleibe sofort gefunden und konnten direkt vor der Tür parken. Die Casa, Villa Maria del Carmen hatte einen grandiosen Blick von einer stets windigen Dachterrasse über die sehr heiße Stadt. Diese Temperaturen kannten wir auf Cuba noch nicht, knapp an die 40 Grad. Unser Zimmer war angefüllt mit unglaublich viel Kitsch, doch ruhig gelegen für diese pulsierende Stadt, die wir erst einmal mit einem köstlichen Mojito auf der Dachterrasse begrüßten. Da fühlten wir uns noch gut und waren glücklich, und mit großer Neugierde endlich in dieser Musik erfüllten Stadt nach zwei Wochen angekommen zu sein.

Unser Traumzimmer in Santiago …

Über den Dächern von Santiago.

Nachdem unsere Pässe kontrolliert waren, bekamen wir unseren geliebten Mojito …

auf dieser Dachterrasse serviert.

noch ein schattiges Plätzchen zum Luft holen.

Patio dieser Casa Maria del Carmen …

Wieder hatten wir einen Sonntag, den Vergangenen verbrachten wir noch in Cienfuegos. Ein Sonntag in einer großen Stadt auf Cuba zeigt nur die halbe Wahrheit. Auch hier in Santiago war es verhältnismäßig ruhig, so gefiel uns die Stadt hervorragend, nichts ahnend wie es wirklich dort zu gehen konnte.

An diesem Nachmittag schlenderten wir trotz Hitze durch die Altstadt, kamen unweigerlich auch zu dem Parque Cespedes, das Herz von Santiago.

Bestimmt wird der Platz von der Kathedrale. Sie thront wie auf ein Podest gehoben über dem Platz, während der Engel über dem Eingang der Kathedrale den ganzen Platz Cespedes überschaut und bewacht. Diese Kathedrale war für mich die schönste aller Südamerikanischen Städte, die ich auf meiner Weltreise besichtigt hatte. Doch genau dort, wo es wunderschön ist und viele Touristen sich hinbegeben, versammelt sich genau das Gegenteil. So viel Armut und bettelnde Menschen hatte ich zuvor auf Cuba noch nicht gesehen. Sozialistischer Staat!?

Gleich gegenüber des Einganges der Kathedrale lag eine Schachschule, die wir besuchen durften. Auch dies war für mich ein Déjà-vu meiner Weltreise durch Südamerika, speziell Santiago de Chile und hier Santiago de Cuba; das Schachspiel auf Cuba hat sicher einen revolutionären Hintergrund, siehe Artikel aus der Zeit:

»Als „Che“ als Elfjähriger 1939 bei der Schacholympiade in seiner Heimatstadt Buenos Aires die fantastischen Erfolge des Kubaners José Raúl Capablanca unmittelbar mitverfolgte, erwachte erstmals sein Interesse an Kuba.

Während des revolutionären Kampfes hatte er immer sein Schachbrett dabei; Fidel Castro erinnerte sich einmal, wie sie im Versteck vor Batista in der Sierra Maestra bei Kerzenlicht miteinander spielten.

Dank Che Guevara fand 1962 das erste Capablanca-Memorial statt, an dem auch ich einige Male teilnahm. Das kubanische Schach erlangte wieder große Popularität, nachdem es mit dem Weltmeister Capablanca (von 1921 bis 1927) glanzvolle Zeiten erlebt hatte.

Heute ist Kuba das bei Weitem stärkste Schachland Südamerikas. Einer seiner Spieler ist Leinier Domínguez, der zur Weltelite gehört und 2008 Weltmeister im Blitzschach wurde.«

ZEITmagazin Nr. 19/2014 30. April 2014, von Helmut Pfleger

Dieses Schachfieber hat sich wohl in weite Teile von Südamerika verbreitet. In dieser Schachschule verbrachten auch Kinder und Jugendliche ihren Sonntag; habt ihr so etwas je in Hamburg gesehen?

Die schönste Kathedrale, die ich in Südamerika bisher sah …

Eine Glockenparade am Rand.

Sonntag in Santiago, da sind die Straßen leer.

Schachschule …

Sie wollte wohl nicht von mir gestört werden.

Nach einigen gefühlten Kilometern mit der Hitze Santiagos diese Stadt zu erkunden, brauchten wir wieder ein schönes und ruhiges Plätzchen zum Ausruhen. Gefunden haben wir diesen nur auf der großen Terrasse des Kolonial Hotels Casa Grande direkt neben der Kathedrale. Hier blieben wir ziemlich lange. Der Blick über den Parque Cespedes bis zum späten Abend war einfach zu schön.

Erst belohnten wir uns wieder mit dem Mojito und später gegrilltem Pollo; die Auswahl war wirklich nicht groß; Schweinefleisch wäre die Alternative gewesen. Später ging direkt über der Kathedrale die Sonne unter und auf dem Platz unter uns baute sich die große staatliche Kapelle auf; jeden Samstag und Sonntag. Da hatten wir doch einmal richtig Glück!

Erst wurden wir von unten mit den schwungvollen Rhythmen beschallt, später standen wir mitten drin. Die mit allen Hautfarben gemischte Musikkapelle hatte inzwischen für gute Stimmung auf dem Platz gesorgt. Besonders die Schwarzen tanzten mit großer Freude, ein Junge schlug Räder im Rhythmus und meine Freundin Tina ließ sich ebenfalls mitreißen, während ich mich mit meiner schweren Kameratasche abmühte. Den schönen Tag ließen wir noch auf unserer Dachterrasse ausklingen, zum Schlafen war es leider viel zu heiß, auch unser Zimmer kühlte sich nicht ab.

Dachterrasse der Casa Grande am Plaza Cespendes …

Hier blieben wir bis zum späten Abend …

… mit herrlichem Blick auf die Kathedrale …

und der Plaza mit Musikkapelle …

Am nächsten Morgen machten wir uns wieder zu Fuß auf den Weg, über etliche Nebenstraßen gelangten wir zum Hafen. Doch heute Morgen war alles anders, die Hitze war das Einzige was geblieben war. Die Straßen waren überfüllt mit laut knatternden, stinkenden Mopeds. »Womit tanken sie die nur«, fragten wir uns ständig. Ganz Santiago schien in dieser Hitze ohne ein einziges Lüftchen unterwegs zu sein. Der Hafen war für diese große Stadt sehr klein, nur ein Schiff lag an der Pier, ein kleiner Malecon führte in einen modernen Park, einige Lagerhallen waren hauptsächlich mit Reis aus China und Korea gefüllt, der einzige Handel in diesem Hafen.

Das einzige Schiff im Hafen von Santiago …

Ein moderner Platz am Hafen …

Diese Lagerhalle war mit Reis aus China gefüllt.

Das Bar Schiff für unseren ersten Drink … statt Cola!

Dringend brauchten wir etwas für unseren Kreislauf, wollten auf einem Bar Schiff eine Cola trinken, bekamen aber nur Mojito, das National Getränk aus dem Havanna Club. Die Zutaten: sehr viel Limonen Saft, Zuckersirup, frische Minze, Sodawasser und kubanischer weißer Rum. Erfrischend schon, doch bei der Hitze geht der Rum schnell in den Kopf. Nicht ganz das, was wir für diesen Tag brauchten.

Weiter erkundeten wir nun mit ein paar Sternchen im Kopf diese Stadt, kletterten in den Stadtteil „Tivoli“ hinauf, um dort ein Haus zu bewundern, indem Fidel Castro zwei Jahre gelebt hatte. Hübsche bunte kleine Häuser und ein paar Bäume säumen diesen Teil der Stadt. Schulkinder in ihren hübschen rotweißen Uniformen klettern dort umher. Eine Bank im Schatten zum Ausruhen fanden wir nicht. Weiter geht es wieder hinab ins Getümmel, auch unsere Nerven klettern auf den Tiefpunkt. Genervt sind wir hauptsächlich von der ständigen Anmache der Schlepper, die etwas erbetteln oder verkaufen wollten. Besonders meine blonde Freundin hatte darunter zu leiden; ich blieb etwas verschonter. Durch meine dunkle Haut und den Haaren falle ich, wie schon auf meiner Weltreise erfahren in Südamerika nicht so als Tourist auf. Doch hier waren einige Schlepper richtig aggressiv, schimpften und hauten sogar Tina einmal auf den Rücken. In jedem Reiseführer kann man von ihnen lesen. Mein Rat; Sonnenbrille auf, so wenig wie möglich sich auf die Anmache einlassen, am Besten ignorieren, Ohren zu und weiter gehen.

In dem rechten Haus, im Stadtteil Tivoli soll Fidel Castro zwei Jahre gelebt haben.

Schulkinder auf dem Weg nach Hause.

Schlüsseldienst im Hausflur …

Schattiges Plätzchen …

Schach spielen mitten in der Stadt …

Auf dem Weg zum Straßenkonzert …

Wir wollten natürlich die Highlights dieser Stadt erkunden, liefen zufällig direkt zu der berühmten „Casa de la Trova“. Hier wurde auch der Grundstein für die cubanische Kulturpflege gelegt. Die Feierstätte der cubanischen Musik ist unter anderem diese Casa de la Trova in der Calle Heredia im Herzen Santiagos. Hier entstand das erste und urtypische afro-cubanische Musik-Haus für den Urtypus der cubanischen Musik, den Son. Er ist die Basis für viele lateinamerikanische Musikrichtungen. Im traditionellen Son wird der spanische Gesang mit den afrikanischen Rhythmen und der spanischen Gitarre verschmolzen.

Casa de la Trova …

… und einige Zuhörer.

Nebenan wird Aerobic getanzt …

Schon von draußen hörte man die Musik, denn alle Fenster waren geöffnet und getanzt wurde auch dazu. Tina wollte mit ihrer ganzen Begeisterung dort gleich hinein, nur meine dünnen Nerven machten mich Übellaunig und meine übliche Spontanität war in den Straßen von Santiago untergegangen. Wir schauten eine Weile von außen zu, doch auch hier war die Anmache der Schlepper unerträglich, sodass wir gestresst von dannen zogen. Schade, denn damit war unser Besuch von Santiago fast beendet. Meine Freundin zog sich völlig erledigt in unsere Casa zurück, ich trieb mich noch etwas in den Straßen umher, immer in der Hoffnung auf gute Motive. Schließlich gab auch ich auf, stieg auf unsere Dachterrasse und blieb dort oben, bis wir gemeinsam unseren Reiseplan besprechen konnten.

Unsere Route sollte noch ganz in den reizvollen Osten bis nach Baracao gehen, noch hatten wir eine Woche auf Cuba. Dies hätte zweimal die gleiche Strecke mit 234 km je auf noch schlechteren Straßen bedeutet und in Baracoa sollten noch von dem Hurrikan des letzten Jahres Zerstörungen zu finden sein. Für die späteren vier Tage hatten wir uns schon für die Erholung ein Hotel mit Meer und Strand gebucht.

Nein, wir wollten nicht mehr stundenlang Auto fahren, wir hatten schon so viel erlebt, aufnehmen konnten wir auch nichts mehr. So entschieden wir uns gegen den Osten, genossen unseren Abend auf der Dachterrasse, bekamen ein leckeres Fischgericht gekocht und organisierten die neue Route direkt Richtung Küste nach Guardalavaca. Nur noch Erholung wollten wir.

 

Santiago de Cuba bis Guardalavaca

Unser Aufwachen am nächsten Morgen begann mit einem Schrecken. Starkregen schoss von dem Himmel und das seit 6 Monaten zum ersten Mal. Die Straßen von Santiago schwammen, an Auto fahren war nicht zu denken, und nun?

Unser Abschiedsbild von Santiago de Cuba. Plaza de la Revolucion.

Unser Frühstück im Patio unter dem Dach unserer Casa dehnten wir sehr lange aus, allerdings hatten wir eine Strecke von 175 km vor uns. Sicher hört das bald wieder auf, dachten wir, doch da irrten wir gewaltig. Also Koffer durch den Regen ins Auto und langsam Richtung Holguin aus der Stadt fahren.

Tatsächlich hörte der Regen nach der Hälfte der Strecke auf und je näher wir an die Küste kamen, strahlte die Sonne wieder vom Himmel. Euphorisch und glücklich mit unserer Entscheidung fuhren wir die letzten Kilometer durch endloses Niemandsland, bis wir das Meer entdeckten. Magisch angezogen hielten wir an der ersten Stelle am Strand an, hinter uns das erste all inklusiv Hotel, ein großer weißer Kasten; anderes als all inklusiv kann man hier auf Cuba nicht buchen.

Unser Hotel das Resort Blau, lag an der Playa Pesquero. Schon der Eingang, der in eine riesige Halle führte, ließ uns erschauern, ein Toilettenbesuch uns vollkommen erschüttern; Baustelle. Der Garten war zum Teil mit Betonblatten statt Rasen oder vielleicht Palmen belegt, etwas weiter noch eine Baustelle …! Am Strand stand eine Bar aus der laute Musik schallte und das all inklusiv Publikum walzte sich mit großen Thermobehältern, gefüllt mit „Bargetränken“ auf den Liegen am Strand oder am Pool herum. Nein, hier wollten wir nicht bleiben.

Das „wunderschöne“ Resort Blau …

… traumhafter Park …

… nur noch die Zuschauer fehlen für die Beschallung; von den Balkonen aus gratis!

Und nun? Wir wussten schon, dass all diese Hotels dem Staat gehörten, nur mit unterschiedlichen Sternen versehen waren und dass wir sie nicht mit unseren Erwartungen vergleichen können. Doch wenigsten einen schönen Strand und keine Ballermann Atmosphäre wollten wir!

Inzwischen schon etwas leidgeprüft, klapperten wir ein Hotel nach dem anderen ab, irgendwo mussten wir doch etwas schönes finden, und landeten dann schließlich beim „Playa Costa Verde“. Auch all inklusiv, doch mit einem schönen Garten, weitläufige Anlage und gepflegt. Nach langem hin und her konnten wir mit einigen CUCs mehr ein schönes großes Zimmer mit Poolblick und großen Balkon beziehen, zum ruhigeren Strand war leider nichts mehr frei. Endlich konnten wir uns fallen lassen, gingen gleich im herrlich klaren Meer schwimmen und genossen in aller Ruhe unseren liebgewonnenen Mojito.

Doch hatte sich die Regenfront von Santiago in unsere Richtung aufgemacht, schon am Abend goss es auch hier in Strömen und es hörte erst am letzten Tag wieder auf, nur zwischendurch gab es etwas blauen Himmel! Ja, wir sind in der Karibik …

… abtrocknen brauchten wir uns eigentlich nicht mehr …

… doch nicht immer war der Ausblick so schön !

Das Abendessen unter einem Terrassendach schmeckte uns trotzdem überraschend gut. An die Lautstärke in der angeschlossenen großen Halle mussten wir uns allerdings erst gewöhnen. So wurde für die nächsten Tage unser Balkon zu unserem Rückzucks Ort, dank all inklusiv und geschmackvollen spanischen Cava und den geliebten Mojito unser Leitsatz: „Wir trinken uns das schön“!

Trotz Regen gingen wir im Meer schwimmen, machten Spaziergänge, lasen in unseren Büchern, schliefen mit Ohrstöpseln, um die Beschallung am Pool auszuschalten und kamen so zur Ruhe.

Drei Tage hatten wir noch unser Auto, fuhren damit zu einem Indianerdorf, wo wir auf die einzigen indigenen Ureinwohner trafen, aßen in einem kleinen Strandrestaurant, „La Maison“ karibischen Lobster, pendelten zu anderen Hotels, konnten auch dort essen gehen und genossen jeden Moment am Strand, wenn für ein paar Stunden die Sonne heraus kam, was eher selten war. Sechs Monate kein Regen, nun jeden der sechs Tage. Cuba hatte vorher Wasserknappheit und wir wollten genau jetzt Strandurlaub machen!

Lobster a la Cuba …

… mit diesem Ausblick.

… und ich ging auch im Regen am Strand spazieren, still sitzen ist nichts für mich.

Am letzten Tag, unser Flug ging erst am Nachmittag, war die Sonne wieder da. So verbrachten wir die letzten Stunden auf Cuba am und im Meer; von Holguin starteten wir mit einem langen Flug und endloser Verspätung wieder Richtung Heimat; empfangen wurden wir in Frankfurt Hahn nachts mit Eis und Schnee.

Drei Wochen erlebnisreiches Cuba ging zu Ende!

 

Fazit dieser Cuba Reise mit einigen Abstand gesehen!

Ja, es war eine Mojito lastige Reise. So bekamen wir dank der vielen Limonen und sehr viel frischer Minze starke Abwehrkräfte; der weiße Rum wurde zum Stressblocker. Bitte nicht nachahmen!

Schon auf meiner Weltreise hatte ich einige Ziele, bei denen ich erst froh war von dort mich verabschieden zu können. Doch mit etwas Abstand gesehen zieht es mich überall wieder hin. Jedes Mal lag es an der Anstrengung, die mich zu dieser Wahrnehmung verführte. Cuba ist ein sehr kontroverses Land. Um sich dort wohl zu fühlen sollte man sich etwas auskennen, die Erwartungen lassen sich darauf besser abstimmen. Heute würde ich gerne diese Reise mit diesem Auskennen wiederholen können, meine Wahrnehmung wäre eine ganz andere. Auch würde ich mir entweder mehr Zeit nehmen wollen oder die Strecke halbieren. Die Straßenverhältnisse sind Zeit- und Energiefresser, man fühlt sich ständig nur halb angekommen, weil man ja gleich wieder weiter muss.

Unsere Reiseroute war einfach zu lang für 20 Tage …

Havanna, Trinidad und vielleicht auch Santiago nicht bei 40 Grad würde ich gerne länger besuchen wollen, Cienfuegos und Camagüey auf der Strecke mitnehmen. Strandnacherholungsurlaub würde ich lieber auf einer anderen karibischen Insel machen wollen und bitte nicht ALL INKLUSIV.

JA, CUBA IST EINE REISE WERT!

Mit der „Granma“ kamen zusammen mit Fidel Castro 82 bewaffnete Männer 1956 nach Cuba – Anfang der Revolution!

Diese Kutschen werden noch heute auf dem Lande als Transportmittel genutzt.

Moderne Kunst ist auf Cuba sehr lebendig.

herrliches Farbenspiel …

gemalte Architektur …

eine Zigarre, ein Pferd und ein Mann … Cuba!

Camagüey lässt grüßen …

spricht für sich …

das ist Cuba in unseren Träumen …

die Oldtimer …

Thats CUBA!

 

Meine Reise geht nicht nur um die Welt – meine Reise geht auch auf dieser Welt weiter! Februar 2018

Hallo da bin ich wieder! Hier gerade in Venedig.

5 Kontinente, 14 Länder und 12 Monate später war ich wieder zurück in Hamburg.

Ich hatte Unglaubliches erlebt, Eindrücke aus den unterschiedlichsten Kulturen gesammelt, war mit großartiger Begeisterung an Neues herangegangen – teilweise bis zur Erschöpfung. Und dennoch steht fest: Für diese Erfahrungen würde ich jeden Tag wieder auf meine Weltreise starten. Dabei konnte ich erleben, dass sich alte festgefahrene Strukturen einfach auflösen, wenn man sich ganz „Neuem“ stellt. Wenn das Neue dann noch ein lang ersehnter Lebenstraum ist, dann stellt man sich gern vor solch große, unbekannte Herausforderungen. Für mich war es die Weltreise. Nur mit mir alleine, 20 kg Gepäck und meiner gut gebrauchten Freundin „Kamera“ – ein perfektes Team.

Wie ist es danach weitergegangen?

Ein letzter Eintrag in diesem Blog, Juni 2016:

»Natürlich brauchte ich fast zwei Monate in meiner alten, neu empfundenen Umgebung, um auch nur annähernd wieder bei mir selber anzukommen. Die Ablenkungen vielfältiger Art waren besonders groß, so viel ist schon passiert in der kurzen Zeit.

Aus meiner 20 kg Tasche ist wieder eine große Familie, Freunde, Sorgen um liebe, mir nahestehende Menschen, neu gefundenen Menschen und ein Haus mit Garten geworden – reichlich mehr Gewicht habe ich wieder bei mir, nur meine Reisefreundin Kamera liegt gut verstaut im Schrank und darf sich ausruhen.

Zwei Monate ist nicht wirklich lange, dafür bin ich schon unglaublich weit. Meine Neugierde und die Leichtigkeit, beides meine Antriebskräfte auf meiner Reise, sind wieder in mir eingezogen, öffnen mich für Neues, machen mich lebendig und begeisterungsfähig, bringen mir meine Kreativität zurück und lassen mich strahlen!

Mit dieser Kraft gehe ich meine vielen Projekte, die sich alle während meiner Reise entwickelt haben, an. Schon kann ich einiges als erledigt abhaken; weil es mir leicht fällt, gelingen die Dinge schneller und einfacher. Das private Vermietungsportal Airbnb, mit dem ich in einigen Ländern großartige Menschen kennengelernt habe, ist eines dieser Projekte. Auch ich möchte drei meiner Privatzimmer für Reisende dieser Welt anbieten, schaut euch meine Airbnb Seite an, dann wisst ihr mehr; freue mich schon auf euch! So werdet ihr wohl bald von mir weiteres hören und zu sehen bekommen, meine nie gezählten Fotos werde ich auch bald sichten und in die Projekte einfließen lassen. Ein Buch! Nein es werden „Bücher“.                                                                                                                            

Ja ich bin wieder in Hamburg angekommen, bleibe ein wenig und fliege wieder davon – komme doch immer wieder zurück! «

Davon geflogen bin ich tatsächlich ein wenig, Kuba, Venedig und Marrakech waren meine kurzweiligen Ziele – in Hamburg geblieben bin ich doch viel länger als geahnt.

Einst war meine Idee:

„Losgelöst“

– auf meiner Reise allein um die Welt von

  • Sicherheiten
  • Gewohnheiten
  • Alter

„Zurückgekommen“ bin ich

– mit Neugierde und Leichtigkeit!

 

So sollte es von da an in meinem Leben weitergehen – doch das Leben lässt sich nicht immer voraus planen.

Inzwischen sind 19 Monate seit meinem letzten Eintrag im Juni 2016 vergangen, den Februar 2018 haben wir jetzt.

Warum habe ich mich solange aus der Öffentlichkeit zurückgezogen?

Die Auswahl und Entwicklung meiner Fotos hat bis jetzt, Ende Januar angedauert. Nein so viele sind es nicht, dass ich dafür 19 Monate brauchte. Zum einen forderten andere Projekte von mir viel Geduld, zum anderen traf ein Schicksalsschlag meine Familie, die von da an meine ganze Aufmerksamkeit benötigte.

Das Lebensgefühl meiner Reise war vorerst verschwunden, doch gemeinsam mit meinen Erfahrungen aus dieser Zeit und den tiefen Gefühlen des vergangenen Jahres, fühle ich mich jetzt um einiges gewachsen und knüpfe nun mit großer Freude an meinen Projekten aus dieser Zeit mit großem Elan wieder an!

Nun sind alle Fotos gesichtet, ein erstes Projekt, eine Geschichte aus der Antarktis, erzählt aus der Sicht der Tiere, schon beim Lektorat und ich habe wieder große Freude von meinen Erlebnissen dieser Weltreise persönlich zu erzählen.

Auch habe ich beschlossen diesen Blog wieder zum Leben zu erwecken. Berichten werde ich über meine weiteren Reisen, Kuba und eine kleine Story über Marrakech werden folgen. Meine Projekte, die alle aus der Weltreise entspringen bekommen hier auch etwas Raum.

Freut euch auf einen Weltreise-Reiseblog und mehr!

 

Dies waren meine Highlights, zuletzt in Ecuador . . . , erinnert ihr euch noch?


  • Ecuador

Das Ende meiner Reise hat mich zu abenteuerlichen Aktionen beflügelt: Rafting am Rande des Amazonas, Trekking im Regenwald, wohnen in einer Bambushütte.

Rafting: mehr unter Wasser als oben drüber.

Trekking im Regenwald: ziemlich matschig …

… üpiges Grün …

… und wunderschöne Pflanzen im Regenwald …

… in dieser Korbseilbahn gings im Freiflug über die Baumwipfel hinweg auf die andere Seite der Schlucht.

Schreiben in meiner Bambushütten-Bleibe, hier befindet sich die Küche.

  • Galapagos

Mein Abenteuer zwischen einer unglaublich bunten Vogelwelt, Riesenschildkröten, Leguanen und Haien, jeden Tag bis zu 4 Stunden Schnorcheln, grandiose Lavaformationen …

Fantastische Vogelwelt, hier ein aufgeplustetes Fregatt-Männchen …

… und ein junges Küken.

Wunderhübsche Rotfusstölpel saßen überall im Gebüsch auf ihren Nestern.

Diese über 100 Jahre alten Riesenschildkröten haben mich tief beeindruckt.

Meer-Leguane saßen gerne auf den Lavafelsen in der Sonne.

Diesen Galapagoshai konnte ich beim Schnorcheln entdecken.

Rote Klippenkrabben beeindruckten mich durch ihre Größe und Farbe.

Faszinierende Lavalandschaften …

… morgens um 6 Uhr, später wäre diese Lavainsel durch die Reflektion der Sonne zum Betreten zu heiß gewesen.

  • Peru

Die indigenen Menschen mit ihrem Kulturreichtum haben mich tief bewegt, die Landschaft der Anden und des Titicacasees fasziniert. Individuell durch Peru zu reisen, hat mir viel Freude bereitet.

Zwischen den Marktfrauen fiel ich kaum auf …

Das Leben der Kinder auf meiner Reise haben mich überall tief bewegt …

Diese Menschen leben auf Grasinseln auf dem Titticacasee

Ein beeindruckender Marktbesuch in den Höhen der Anden …

… wieder eines der vielen Kinder mitten in den Inka Ruinen …

Faszinierende Farbigkeit der peruanischen Trachten.

Machu Picchu von oben, nach einer Kletterpartie und Glück mit dem kleinen Sonnenloch direkt auf die Stadt …

Unglaublich ist diese Bauweise der Inka. Sie hält schon seit Jahrhunderten, alles mit der Hand gefertigt.

Pre Inka Ausgrabungen in der Nähe der Nasca Linien.

Ein typisches Inka Tor, das sich nur durch die Verjüngung der Steine hält, mit Blick auf den Titticacasee.

Pre Inka Grabstätte beim Titticacasee.

  • Chile

San Pedro de Atacama mit der höchsten Wüste der Welt, den Salzseen und grandiose Formationen faszinierten mich. Valparaiso, ein buntes Kunst-Paradies mit tollen Künstlern. Die Schattenseiten und seinen Fischmarkt. Eine verrückte Schiffstour durch die südlichen Schären.

Einer der sehr hoch gelegenen Salzseen der Atacama Wüste in den nördlichen Anden von Chile …

… sie waren für mich unglaublich schön, doch Atem raubend angesichts der enormen Höhe.

Mein „Traumhaus in Valparaiso …

… für mich eine der Kreativsten Städte der Welt …

… mit tollen Künstlern, hier Jose Vazques mit seinen schauenden Händen …

Valparaisos „Funicular“ Tram, schon etwas in die Jahre gekommen.

Der Fischmarkt von Valparaiso ist nichts für empfindliche Nasen – da geht es rau zu.

In der Halle ist der Verkauf, am Meer werden die großen Fische zerlegt, Reste landen wieder im Meer.

Vier Tage mit der Monster-Fähre „Eden“ durch die chilenischen Fjorde.

  • Antarktika mit Falkland Islands und South Georgia

Große Faszination zwischen Eis und Meer, jeder Tag brachte noch ein Highlight, meine Kamera lief heiß, angesichts der unglaublichen Tiervielfalt und Eislandschaften. Die Pinguine erzählten mir Geschichten, die ich zu einer Kinder-Sach-Geschichte, „Pingu Nici verloren in der Antarktis“ verarbeitet habe und bald an die Öffentlichkeit kommt.

 

Antarktische Eisberge in gigantischer Größe …

Wir mussten teilweise weite Umwege machen, um an diesen riesigen Eisbergen vorbei zu kommen, hier ging gerade die Sonne unter.

Königspinguinen Küken kühlen ihre Füße gerne im Modder.

Hier eine Kolonie mit 150 000 Brutpaaren auf Südgeorgien …

… zusammen mit Seeelefanten.

Stolze Königspinguine.

Ein Felsenpinguin-Pärchen „Rockhopers“, sie gehen sehr fürsorglich miteinander um.

Albatross Kolonie mit ihren gerade geschlüpften Küken beeindruckten mich sehr.

In voller Montur gings via Zodiac zur nächsten Anlandung …

… kleine Eisberge versperrten uns den Weg!

Am Strand auf Saunders Island entwickelte ich die erste Idee zu meinem Pinguin-Buch „Pingu Nici – verloren in der Antarktis“! Geschrieben ist die Geschichte inzwischen, nun brauchts noch die öffentliche Umsetzung. Freut euch auf ein Geschichten-Sachbuch über die Antarktis!

Titelbild dieser Geschichte!

 

  • Argentinien

2 Wochen in Buenos Aires und am 10. Dezember 2015, ein denkwürdiger Tag für Argentinien, Regierungswechsel und ich war mitten drin, Sonntags Markt in San Telmo, Buenos Aires, einer der schönsten Märkte der Welt. Die Kraft der temperamentvollen Argentinier und der Tango! Feuerland, die Südspitze Südamerikas mit Ushuaia, Absprung in die Antarktis.

Von Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt, ging meine Antarktis Expedition los.

… Aus der Schiffs-Perspektive.

Vorher hatte ich noch Zeit mir Feuerland bei schönem Wetter zu erwandern.

Zwei Wochen Buenos Aires, meine Südamerikanische Lieblingsstadt,

während des Regierungswechsel aus der langen Kirchner Ära!

Buenos Aires stand Kopf und ich mitten drin!

Der Sonntagsmarkt in San Telmo ist ein muss in Buenos Aires …

… nur auf die Taschen muss man gut aufpassen.

San Telmo PLaza …

… Tango, überall Tango …

Mitten am Tag wird in Buenos Aires Tango getanzt …

ob Profi oder …

… Jedermann.Mit

  • Neuseeland

Meine große Freiheit mit meinem „Backpacker Van“ 6 Wochen über die traumhaften Inseln mit fantastischen Landschaften zu fahren, dabei tolle Menschen kennengelernt.

Mit meinem Backpacker-Van konnte ich überall halten, essen, schlafen oder zu Fuss die Inseln erobern.

Mont Cook erwandern oder …

schreiben in der Natur …

Berge und Seenlandschaft genießen …

… dabei einen Cappucchino trinken …

oder auf dem Wasser mit tollen Menschen Delphine suchen …

… windig und kühl …

oder auf diese netten Herren treffen, die freiwillig ihre Stadt verschönern …

Von diesem Goldgräber das Gold waschen lernen – leider ohne Erfolg.

Heiße Quellen und Geysire im …

Maori Land entdecken …

… oder nur die wunderschöne Landschaft bewundern …, hier habe ich übernachtet …

oder hier …!

Am Schluss genoß ich noch ein paar herrliche Tage auf der Insel Waiheke, bei dem Künstler Olivier Duhamel. Hier kam noch Paul auch ein großartiger Künstler zu Besuch – eine großartige Gastfreundschaft!

  • Australien

Nothern Territory, eine harte Welt und jede Menge Krokodile. Queensland und die endlosen Strände. Wale, die ich jeden Tag vom Felsen aus beobachten konnte. Die liebenswürdige Gastfreundschaft der Multi-Kulti Menschen.

Diesen Krokodilen kam ich ziemlich nah …

… immer gut getarnt.

Buschbrände gehören dort zum Alltag,

so wie diese Schilder.

Natürlich auch die Kängeruhs.

Termitenbauten in jeglicher Größe sind in dieser harten Welt im Nothern Territory häufig zu finden …

… dieser war besonders groß.

Queensland beeindruckte mich mit endlosen Stränden …

… auf Fraser Island …

… nur mit 4×4 Drive zu befahren – oder eben nicht!

Angeln ist nur eine der Lieblingbeschäftigungen der Australia.

Ein Schiffswrack auf Fraser Island.

Ja die Wale haben mich jeden Tag auf die Felsen gelockt …

um von dort ihre Sprünge mit meiner …

… Kamera festzuhalten!

oder eine ihrer Schwanzflossen.

Marisa war für vier Wochen meine wundervolle Gastgeberin – wir hatten eine tolle Zeit, hier klettern wir auf den Mount Colon.

Etwas Heimat konnte ich auch entdecken.

  • Malaysia

Für mich ein Land der großen Widersprüche. Kuala Lumpur mitten im Chinesenviertel, deren Street Kitchen, lecker und eine kleine Revolution, den Berish! Etwas Dschungel und weite Teeplantagen in den Camerun Highlands, Schnorcheln auf der Insel Redang und jede Menge neue Freunde aus Malaysia, Italien und USA.

Chinesenviertel in Kuala Lumpur …

… wo sind hier die Malayen, fragte ich mich öfters.

Fischmarkt und …

… Sreetkitchen. Jeden Tag rollten diese „Küchen“ auf Rollen mitten auf die Straßen. Das Essen, immer frisch zubereitet, hat mir vorzüglich geschmeckt.

Wir lernten uns mitten auf der Straße in Kuala Lumpur kennen und verbrachten dort zwei Tage zusammen. Coli, eine junge Amerikanerin.

Dschungel Tour via Boot zeigte mir Malaysia von einer anderen Seite …

riesige Bäume …

… verbunden mit Hängebrücken in den Baumwipfeln …

ein Waran …

… eine Äffchen Mami …

… Lianen …

… und diese netten Menschen aus Italien – wir hatten viel Spaß zusammen.

Camerun Highlands …

… die Teeplantagen von Malaysia …

endlose Teeplantagen.

Entspannen auf der Insel Redang, jeden Tag Schnorcheln …

zwischen bunten Fischen …

Zurück in Kuala Lumpur. Die Stadt steht Kopf – eine friedliche Demonstration, genannt „Berish“.

Sie erklärten mir bei einem leckeren Essen, worum es ging.

… Um alle Missstände in Malaysia!

  • Myanmar

Große Erlebnisse mit unglaublichen Menschen, mein Schulprojekt, die unsagbaren Schätze der “goldenen Kultur“, die Kreativität ihrer Handwerkskunst, Regen und Überschwemmungen – trauriges und eine Freundschaft.

Eine Freundschaft in Myanmar. May heißt sie, spricht perfekt Deutsch, gelernt im Goethe Institut in Yangon. Inzwischen hat sie mich schon in Hamburg besucht – möchte später noch Maschinenbau in Deutschland studieren.

Eine andere junge Frau wollte gerne ein Foto mit mir machen – wer war hier wohl der Exot?

Swedagon Pagode – Gold, Edelsteine, wo man nur hinschaut. May führt mich herum.

Künstler am Werk …

Junge Nonnen trifft man häufig …

oder diesen jungen Mönch …

… noch Kinder, doch so können sie lernen und bekommen etwas zum Essen.

Überall freundliche Menschen …

Kinder verlassen gerade die Schule …

Sie zeigte mir ihr Haus …

Eine Trekking Tour mit der sehr jungen Carol, 8 Stunden durch matsch und Regen in den Bergen bei Kalau …

… danach mit nassen Hosen mit dem Moped zum Markt …

…  ein anständiges Regencape wurde dort gekauft.

Mein Schulprojekt bei dem Inle Lake machte mir große Freude. Flip Flops, Schulhefte, Medizinische Grundversorgung waren nur einige Dinge, die ich für diese Schulkinder in einem weit entfernten Dorf mitgebracht hatte, ausreichend für die nächsten zwei Jahre.

Sehr ernste Kinder nahmen meine Unterstützung schüchtern an.

Zum ersten Mal in ihrem Leben bekamen sie Schuhe an ihre Füße.

Hier zeigen sie ihre neuen Schulbücher.

Typische Fischer auf dem Inle Lake winkten mir zu …

… sie steuern und treiben ihre Boot mit den Beinen.

Myanmar, das goldene Land mit ihren goldenen Pagoden …

… fast jedes Dorf hat eine Tempelanlage.

  • Ladakh

Mein tibetanisches Traumziel, liebenswerte Menschen mit ihrer Kultur. Abenteuerliche Himalaya Touren in Atemraubender Höhe, die mein Herz höher schlagen ließen, fantastische Landschaft.

Sehr hoch im Himalaya traf ich auf dieses liebenswerte Ladakhi-Pärchen.

Wunderschöne tibetanische Gompas, Tempelanlagen, entdeckte ich in Ladakh …

… auf den Dächern trocknet die Wäsche der Mönche.

Diese Mönche leiteten dort eine Schule für Jungen …

… ich wurde sehr herzlich zum Tee eingeladen.

Dieser Mann kam gerade vom Beten.

Auf dem Weg nach Ladakh musste ich einige abenteuerliche Straßen durch das Himalaya Gebirge überstehen …

… hier wurde mir ziemlich mulmig!

Einen der vielen Pässe, die ich überqueren musste.

Endlich in Ladakh.

Das Himalaya Gebirge mit seiner wunderschönen Landschaft …

und hohen Seen …

… und einer Oase, in der sich ein Dorf angesiedelt hat.

  • Indien mit Kaschmir

Vier Wochen täglich eine Herausforderung als allein reisende Frau in dieser von Männern geprägten Welt. Extreme zwischen Faszination und Entsetzen, hat mir die Augen geöffnet über die unterschiedlichen Glaubensrichtungen. In Kaschmir leben auf einem Hausboot, Trekkingtouren mit Zelt zwischen einer Schafsherde im Himalaya, unfreiwilliger Krankenhausbesuch in Srinagar.

Von Delhi ging es auch zum Taj Mahal

Familienleben in Agra, die Frauen stellen Bürsten her …

ihre Kinder waren sehr freundlich zu mir…

obwohl sie in dieser Armut leben.

Fahrrad-Rikschas in Old Delhi. Jede Fahrt bedeutet für sie etwas zum Essen zu bekommen. Das Gleichgewicht stimmte hier überhaupt nicht!

Mobile Küche …

Eine Basargasse …

Gebetsstunde.

Ali, mein sehr netter Fahrer verwöhnte mich jeden Morgen mit drei Mangos, die ich jeden Tag zum Frühstück aß.

Ein Schulbus vollkommen überfüllt, in Kaschmir keine Seltenheit.

Hausboot-Leben auf dem Dal Lake in Srinagar …

…alles geht nur via Boot …

Abentstimmung auf dem Dal Lake.

Eingang des Krankenhauses, welches ich wegen eines Sturzes unfreiwillig besuchen musste!

Alle rannten umher um Hilfe zu bekommen, doch für viele blieben die Behandlungsräume verschlossen.

Diese Schafsherde weckte mich eines Morgens …

… vor meinem Zelt bei einer Trekking Tour.

Luxus pur – Abendbrot!

 

  • Südafrika

Zweimal Kapstadt mit meinen Besuchen in den Townships, Robin Island, ihren Menschen und das Kap Hope.

Wohnen in den Townships …

… kein einfaches Leben für jung …

und alt.

Diese junge Frau zeigte mir ihr Haus, war aber sehr traurig.

Manche haben in der Stadt Arbeit gefunden …

Diese Kinder haben etwas Glück, sie wurden in einem Kindergarten betreut …

… diese blieben auf der Straße …

Hütte an Hütte in den Townships von Kapstadt.

Ein Besuch auf Robin Island, Nelson Mandelas Gefängnisinsel. Hier der Blick von dort auf Kapstadt.

Dieser stolze Mann hatte mich dort herum geführt; gemeinsam mit Nelson Mandela saß er dort im Gefängnis für viele Jahre.

Blick vom Tafelberg auf Kapstadt.

Beglückende Stimmung am Cape Hope …

Endloser Blick auf das Cape Hope …

… und sein Leuchtturm.

 

  • Namibia & Botswana

Mein Volontariat auf einer Sanctuary Wildlife Farm und die Begegnung mit den Bushman Familien, Namib Wüste, die Elefantenherden auf meiner Zeltsafari zwischen Namibia und Botswana.

Hier war ich ein Teil der Wildlife Sanctuary Farm in Namibia.

Eine der Bushman Familien, die dort in einem eigenen Dorf lebten …

… die Gästelodge …

Diese Nasshörner bekommen dort einen geschützten Lebensraum – hoffen wir, dass dies ewig so bleibt!

John erklärt wie man Fährten liest …

und Feuer im Busch anzündet.

Mit ihnen arbeitete ich täglich zusammen …!

Danach ging es auf eine Safari. Beim Anblick dieser Elefanten bekommt schon Ehrfurcht.

Immer auf der Fotopirsch …

Wenige Wasserlöcher für die Tiere sind dort zu finden.

Mit dieser Familie tauschten wir Schuhe gegen Wassermelone.

Auch bei der Safari begegnete ich Kindern.

Dessert in Namibia; die Namib Wüste …

… herrliche Farben.

Zwischendurch schrieb ich meine Erlebnisse für diesen Blog auch auf dem Zeltplatz auf.

Mein Platz direkt am Okavango River.

 

  • Simbabwe

Afrikanische Grenzerfahrungen und die mich nass duschenden Victoria Falls.

LKW Kontrolle an der Grenze von Simbabwe nach Zambia …

… entweder kommt man zu Fuß auf die andere Seite …

… oder mit der bewachten Eisenbahn …

Die Grenze liegt direkt bei den Victoria Falls …

Mehrere gigantische Wasserfälle „Victoria Falls“ …

…die Gischt flog durch die Luft, ich war nass bis auf die Haut.

. . .   und vieles mehr.

Ja, ich bin wieder in Hamburg angekommen, bleibe ein wenig und fliege wieder davon – komme doch immer wieder zurück!

Back Home HafenMai 10 2016_ 6

Der 13. Juni ist inzwischen schon.

Seitdem ich in Hamburg zurück bin, finde ich keine Zeit meine Weltreise-Geschichte zum Ende zu bringen. Immer wieder lasse ich mich ablenken, finde noch eine andere Möglichkeit dem auszuweichen, mich anderwärtig zu beschäftigen. Nein, liebe Karin, so geht das nicht weiter: zwei Monate bin ich zurück und mein Blog verweilt noch in Ecuador.

Am 24. April in Hamburg,

schrieb ich bereits ein paar Seiten, damit fange ich jetzt erst einmal an …

Nein, meine Geschichte ist noch lange nicht zu Ende, jetzt geht es erst richtig los! Mein Tempo hat sich von nun an allerdings entschleunigt, nichts ist so wie ich es mir erdacht hatte – schon das nach Hause kommen fühlte sich vollkommen anders an, als meine Vorstellung es je zuließ.

Einschub aus meinem kleinen Büchlein, geschrieben am 8. April, 16 Uhr noch im Regenwald von Mindo:

Meinen letzten Tag in Ecuador verbringe ich mit ständigem Power Cut und Dauerregen. Nicht ganz so habe ich mir das Ende meiner Weltreise vorgestellt. Um das Beste daraus zu machen, sitze ich wieder direkt unter der Wassertränke der Kolibris im „Dragon In“ in Mindo, einen Meter entfernt von den unterschiedlichsten Arten dieser unglaublich schnellen und zarten Vögel.

Die Pause nutze ich, um meinen Mac wieder aufzuladen – wie nur ohne Strom. Alles ist vorbereitet um den Blog und Facebook mit den letzten Erlebnissen zu füllen. Wie abhängig sind wir von der modernen Technik nur geworden. Ohne Strom geht auch kein Internet! Irgendwo in dieser Gegend befindet sich ein Feuchtigkeitsleck – Dauerregen in dieser Form erlebe ich zum ersten Mal. Sollte es zu Erdrutschen zwischen hier und Quito im Gebirge kommen, kann meine morgige Bustour problematisch werden.

Nein, nein, eine Zwangsverlängerung brauche ich wirklich nicht mehr!

….. Oh je, ich habe gerade schwere Probleme an mein Zuhause in Hamburg zu denken – Tränen kullern!

„Liana mein Hund empfängt mich nicht mehr, sie ist im Hundehimmel – Hilfe, was für eine Welle überrollt mich hier gerade? Empfinde ich mein bisheriges Zuhause als einen Ort ohne Lebendigkeit, alles sträubt sich in mir bei dem Gedanken, dorthin zurückzukehren. Da muss sich dringend etwas ändern. Entweder muss dort Leben rein oder ich muss raus, ich alleine – niemals“!

Um mich herum sitzen viele Leute, die Kolibris huschen mir um den Kopf; ganz schnell andere Gedanken in den Kopf bekommen ….! Was mache ich jetzt? Kein Strom, kein Internet, kein Posten möglich! Im Regen umher spazieren, auch kein Vergnügen, schlafen in meiner Hütte – zu bewohnt …? Eine stramme Trekking Tour würde mich jetzt zur Ruhe bringen – es gießt in Strömen. Also ein Lernprozess mit diesen Gefühlen trotzdem zurechtzukommen. Eine Änderung meiner häuslichen Lebenssituation muss ich für mich entwickeln; doch eine kleine Wohnung in der Stadt? Licht, Luft und Ausblick muss ich zu meinem kreativen Leben haben – das ist in Hamburg nicht bezahlbar!

…. Soweit mein Eintrag meines letzten Tages im Regenwald von Ecuador in mein kleines Büchlein.

Am nächsten Tag fuhr ich Mittags ohne Probleme mit dem Bus nach Quito, weiter mit einem Taxi zum Flughafen. Beim Verlassen meiner Bambus Unterkunft kam eine große Aufregung in mir hoch: „Jetzt beginnt meine Heimreise. Willi, mein Bambushütten Vermieter; bitte noch schnell ein Foto von mir machen“.

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Zusammen mit meiner Tasche und Kamera starte ich meine Rückreise aus dem Regenwald nach Hamburg.

Der viele Regen macht mir den Abschied leichter. Zuhause erwartet mich der Frühling. Selbst meine Kamera hat nun wirklich unter dieser Feuchtigkeit gelitten, nur noch milchige Fotos macht sie.

  1. April, Abflug von Quito.

Der Weg zum Flughafen verlief ohne Probleme, mein Gepäck war ich auch schnell los und die Warterei verbrachte ich noch mit einer guten Mahlzeit. Schließlich saß ich am späten Abend auf meinem Platz im völlig überfüllten Flugzeug am Gang. Mein Wunsch einen Fensterplatz zu bekommen wurde mir nicht erfüllt. Neben mir saß eine sehr nervöse Frau mit Asthma Spray, im Gang war ständig Bewegung, an Schlaf kaum zu denken. Wie froh war ich über die letzte Nacht in Madrid, die ich am nächsten Tag noch vor mir hatte. So habe ich noch etwas Schönes zu entdecken, bevor ich nach Hause komme.

10 Stunden Flug und Europa hat mich nach einem Jahr wieder!

Inzwischen ist Sonntag, der 10. April am Nachmittag in Madrid. Der Flug verging unglaublich schnell. Die Nacht war kurz und der Tag in Madrid begann um 14 Uhr, dazwischen fehlen mir sieben Stunden. Mit dem Taxi landete ich in einem herrlichen und super sauberen Bett; mein Hostal lag mitten in der City in einer Etagenwohnung.

Trotz Müdigkeit erkundete ich für sechs Stunden, wie immer laufend, die nähere Umgebung der Innenstadt, natürlich viel zu kurz. Doch hat mir dieser Zwischenstopp sehr viel Spaß gemacht, Madrid ist eine schöne, große Stadt. Der spanische Baustil, den ich die letzten Monate in Süd Amerikas Kolonialbauten immer wieder bewundert habe, begegnete mir hier nun im Original, viel größer und prächtiger! Hinter jeder Ecke verbirgt sich ein weiterer „Plaza“, mal klein, mal riesig. Immer angefüllt mit vielen Menschen, die sich trotz Kälte und Nässe in den Cafés oder Restaurants aufhielten, durch die Straßen flanierten oder in einem „Mercado de San Miguel“ es sich gut gehen ließen. Ein normaler Sonntag in Madrid!

Auch ich ließ mich dorthin treiben, hatte ich schon fast ein Loch im Bauch; das Frühstück im Anflug auf Madrid war schon lange her. Diese Markthalle ist ein wahrer Gourmettempel mit Allem, was ein kulinarischer Gaumen gerne verköstigt: von Tapas bis zu Austern, Wein bis zum Bier, Sangria und Cocktails. Madrid lässt es sich gut gehen.

Kleiner Ausflug in die heutige Technik:

Auf meinem Iphone hat mein Sohn Nici eine Liste meiner gelaufenen Schritte auf der Weltreise entdeckt, es hat von ganz alleine mitgezählt. Mein Tagesdurchschnitt sind knapp 11.000 Schritte, seitdem ich zurück bin liegen sie nur noch bei 3.000 – 7.000! Am 8. August bin ich über 33.150 Schritte gegangen. Wo war ich da nur?

Wie gut, dass ich alles aufgeschrieben habe. Ich war in Myanmar in der kleinen Stadt Kalaw. An diesem Tag machte ich eine endlose Wanderung in die Berge um mich herum. Ist das nicht unglaublich, nun weiß ich auch wie viele Schritte ich gelaufen bin, in Kilometern ausgedrückt sind es 24,58 km klettern! In Madrid waren es immerhin 12.700 Schritte, gleich 10 km.

Nach einer durchgemachten Nacht im Flugzeug war dies schon eine kleine Leistung, besonders bei der Kälte und Nässe. So ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass ich zum Abschluss mal wieder einen rasanten Sturz absolvieren musste. Ein seltsames Phänomen meiner Reise. Drei heftige Stürze, jedes Mal auf harten Stein, habe ich ohne dauerhaften Schaden gut überstanden; ein paar blaue Flecke und einige Tage bis Wochen Kreuzschmerzen.

Warum nun noch in Madrid? Müdigkeit war jedes Mal der Hauptfaktor und zweimal Regennasser Untergrund. In Madrid fand ich den Eingang zu meiner Hostal Wohnung nicht, drehte mich abrupt um und landete mit einem Fuß auf einem nassen und schrägen Gully Deckel – Rumps und ich lag rücklinks ohne jeglichen Halt auf dem Boden. Autsch mein Kopf, mein Rücken, nein, das darf doch nicht wahr sein ….! „Geht es ihnen gut“? Kam von sehr hilfsbereiten Menschen die Frage. „Nein, nein“! Ich war völlig geschockt, kann doch nicht wahr sein und dies an meinem letzten Abend, Fluch! Das auch noch 10 m vor meiner Haustür!

So verbrachte ich meine letzte Nacht mit Eisbeuteln, Tigerbalsam und schlechtem Schlaf, bevor ich am nächsten Morgen mein letztes Abenteuer startete – meinen Flug nach Hamburg!

  • Auf nach Hamburg und meine Lieben nach 365 Tagen wieder in die Arme nehmen.

So steht in meinem Büchlein geschrieben:

Hoffentlich halten meine Nerven das heute aus, komme mit reichlich Schlafdefizit zurück. Hatte ich mir das nicht ganz anders vorgestellt? In meinem Bambuszimmer im Regenwald schlief ich unruhig zusammen mit meinen Mitbewohnern, eine Nacht im Flugzeug von Quito nach Madrid und die letzte Nacht in einem herrlichen Bett, indem ich trotzdem nicht tief schlafen konnte, dank meiner Beulen. Die Vorstellung, nun wieder in meinem eigenen Bett zu schlafen, erscheint mir merkwürdig, fühlt sich eher fremd an. Ja, mein ganzes Haus ist mir fremd geworden, nur meine 20 kg Tasche ist mir gerade vertraut und gut genug! Bin selber sehr gespannt, ob sich dies ändern wird.

Eines steht jetzt schon fest, ohne Hunde und Kinder im Haus bin ich völlig unabhängig; dies fühlt sich großartig und frei an. Noch freier wird es allerdings, wenn ich mit meinem riesigen Fundus an Geschichten und Bildern Geld verdienen werde – für weitere Reisen und mein großes Sozialprojekt, dem ich schon einen Namen gegeben habe, „SoLuna“. Was sich dahinter verbirgt werde ich zu einem anderen Zeitpunkt erzählen.

28. April, die Ablenkung hier in Hamburg ist gleich weitaus größer, ich bin seit Tagen mit dem Schreiben nicht mehr weiter gekommen. So halte ich mich erst einmal wieder an meine Einträge in meinem Büchlein, auf diesem Wege komme ich am Besten wieder in meine Erlebnisse hinein. Ich schrieb auf meinem letzten Flug von Madrid nach Hamburg …..

Meine treueste virtuelle Begleiterin Brigitte ist schon ganz traurig, dass sie nun keine Blog Berichte mehr erwarten kann. Liebe Brigitte, stumm wird es auf meinem Blog noch lange nicht werden! Eine Nachlese und Reflektion meines großartigen Jahres wird sicher folgen, später weitere Reisen und vor allem Berichte über die Umsetzungen meiner Ideen! Meine Reise ist noch lange nicht zu Ende!

Schaue mir gerade auf meinem Iphone meine Fotos, die bis zum 30. Mai 2015 zurück gehen, an. Wo war ich nur überall, was für Erlebnisse! Bin ich doch selber so gespannt auf meinen eigenen Blog, den ich selber nie gelesen habe; geschrieben und gepostet, das war’s! Da wissen manche „virtuell Mitreisende“ mehr als ich gerade. Wenn ich allerdings tief in mich hinein horche, kann ich von überall innere Bilder abrufen, die Intensität dieser Reise ist so tief in mir verankert, nur die vielen Namen aller besuchten Orte sind nicht mehr alle abrufbar.

Oh je, bin ich müde – nur noch eine ¾ Stunde von Hamburg entfernt. Brauche dringend etwas Wasser, doch hier an Bord muss man sogar das noch bezahlen; willkommen in Europa!

In 10 Minuten Landung, huh wie aufregend – schon jetzt habe ich feuchte Augen, wie soll das nur gleich werden? Nerven, tief durchatmen, wo habe ich nur meine Sonnenbrille verstaut; kann doch nicht mit Sonnenbrille meine Familie begrüßen. Seit Galapagos habe ich die Sonne nicht mehr strahlen gesehen und hier über Hamburg scheint sie mir zur Begrüßung entgegen. 16 Grad soll es sein, 10 Grad mehr wäre mir lieber; so lange war ich in der Wärme und die tut mir einfach gut.

Wie gerne würde ich jetzt ein Foto von Hamburg machen, doch zwei Spanierinnen sitzen neben mir am Fenster, schauen sich Videos an – ungerecht. Felder kann ich erspähen, Elbe kommt in Sicht, viel Wasser von hier oben, Windräder, waren das immer schon so viele? Juhu, Containerhafen und „Hamburg Süd“ nun direkt in Hamburg; Weltweit gesehen! Bäume sind alle noch so braun, komme doch gerade aus dem üppigen Grün des Dschungels. Eppendorfer Krankenhaus, Metro, Schrebergärten – gelandet – bremsen!

Hamburg, ich bin zurück! Ich zittere am ganzen Leib und habe Pipi in den Augen.

Dies war mein letzter Eintrag in meinem Reisebüchlein!

Der Weg aus dem Flugzeug, durch die mir so bekannten Ankunftshallen in Fuhlsbüttel fühlte sich schon sehr wackelig an. Auf jedem fremden Flughafen marschierte ich zielstrebig zum Ausgang, doch hier tat ich so, als würde mich das alles gar nichts angehen.

Wie soll ich bloß durch diese Tür zur Empfangshalle kommen, mein Herz schlägt mir bis zum Hals, feuchte Augen gehen doch überhaupt nicht. Erst einmal auf die Toilette. Oh je rote Augen, so möchte ich nicht nach einem Jahr meine Lieben begrüßen. Also erst einmal beruhigen und etwas Puder auflegen – Zeit lassen, tief durchatmen …..!

Meine Tasche fährt inzwischen vergnüglich auf dem Gepäckband umher, die anderen Fluggäste sind schon alle gegangen. Es hilft ja nichts, jetzt ist es so weit. Nur mit meiner Tasche und meinem Fotorucksack auf den Rücken gehe ich endlich mit klopfendem Herzen auf die große Schiebetür zu. Plötzlich geht sie auf, mein Herz macht Purzelbäume, ich zittere – dahinter schauen mich erwartungsvolle Augenpaare meiner Familie an.

Stopp, erst mal wieder rückwärts, tief Luftholen und irgendwie ablenken; ich will nicht mit Tränen durch diese Tür! Ja, ich hole mein Iphone hervor und mache ein Video von diesen erwartenden Gesichtern, das lenkt mich ab. Jetzt geht die Tür zum zweiten Mal auf, mit dem Iphone in Hüfthöhe haltend marschiere ich hindurch. Großes Gejohle, wer ist denn alles mitgekommen! Sogar ein Neugeborenes Baby Ida mit Devi, meine Enkelin Emma und Barbara meine Cousine, Tini und Paddy und Nici, die drei hatten sich Urlaub genommen, Stephie meine Schwiegertochter. Gemeinsam halten sie ein großes Plakat hoch: „Welcome coolste Mom der Welt“.

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Genau nach 365 Tagen wieder in Hamburg gelandet!

Ich schwirre von einem zum anderen, bin unglaublich aufgewühlt, freue mich riesig über diesen Empfang, doch gleichzeitig empfinde ich eine Art Unwirklichkeit, weiß nicht recht, wo ich eigentlich bin, schwebe ein wenig über dem Boden – Hilfe, wo ist mein Halt geblieben. Von wegen „Coolste Mom“!

Nein nach Hause möchte ich noch nicht. Die Sonne schien herrlich am Himmel, so zogen wir erst einmal an die Alster. Alles war vorbereitet, der Prosecco und die Gläser zum Anstoßen mit dabei. Wie wunderschön ist doch Hamburgs Alster mit den ersten Segelbooten anzuschauen. Das tat mir richtig gut und ein paar Brezeln von der Alsterperle beruhigten die hungrigen Magennerven.

Mit dem nächsten Schritt fuhren wir nun gemeinsam nach Wohltorf, ich saß bei Barbara im Auto, sie musste schließlich später noch nach Kiel fahren. Auch sie war schon in frühen Jahren eine wahre Weltenbummlerin, besonders durch Südamerika. So war es kein Wunder, dass wir uns sehr schnell über unsere dortigen Erlebnisse austauschten und ähnliche Erlebnisse hatten.

Wir sind da! Sofort stellt sich wieder mein Schwebezustand ein – nicht wirklich möchte ich hier sein, schaue alles mit ungläubigen Augen an. Das ist nun wieder dein Zuhause? Im Garten ist es grün, hauptsächlich vom Gras in den Beeten und Moos im Rasen – tangiert mich überhaupt nicht, wegschauen klappt gut. Das Haus sieht hell und freundlich aus, fühle mich allerdings nicht zuständig für dieses Heim – ist eben nur ein Haus.

Meine Kinder wirbeln in der Küche, zaubern ein ganzes Menu, auch kommen noch zwei Freundinnen dazu – eine große Empfangsrunde. Watte im Kopf und der Schwebezustand halten den ganzen Abend über an. Ich kann mich selber nicht verstehen, alles wirkt unwirklich auf mich. Auf meiner Reise habe ich jeden Tag mit all meinen Sinnen aufgesogen, war mit jedem Teilchen in mir voller Energie und Begeisterung dabei. Hier scheine ich alles auf halber Flamme zu halten, traue mich nicht wirklich anzukommen. Freue mich über meine Familie, doch der Rest interessiert mich nicht.

Hamburg, ich bin nach einem Jahr wieder zurück!

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….. und denke viel an meine großartigen Erlebnisse.

9. Juni auf meiner Terrasse in Wohltorf sitzend.

Schon seit ein paar Tagen haben wir herrliches Sommerwetter, der Garten blüht in seiner vollen Kraft, mein Haus und Garten habe ich mir wieder zurück erobert und zu meinem Heim werden lassen. Knapp zwei Monate brauchte ich dazu, um mich hier wirklich wieder wohl zu fühlen. Nun komme ich wieder bei mir selber an, weiß was ich will, vollende ein Projekt nach dem anderen, schaffe unglaublich viel und bin voller Energie!

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Auch mein schöner Garten gibt mir Kraft und Energie.

„Meine Reise ist noch nicht zu Ende. Nach einem Jahr nach Hause zukommen ist der erste Schritt auf die nächste Reise“!

Die ersten Wochen daheim verliefen vollkommen anders, als ich es von unterwegs erahnen konnte; hatte ich wirklich eine Vorstellung davon? Richtig darüber nachgedacht hatte ich nicht, hatte mir nur immer wieder gesagt, was ich alles ändern möchte, alles was ich nicht mehr tun oder haben möchte. Aus der Ferne lassen sich solch entscheidenden Dinge nicht wirklich planen, völlig andere Voraussetzungen hatte ich so mit meinen 20 kg und meiner Fotoausrüstung. Es gab mir ein so leichtes Lebensgefühl, hatte ich doch nur auf diese paar Dinge achtzugeben, konnte mich so vollkommen auf mich konzentrieren, war deshalb auch so unglaublich klar und in mir selbst ruhend.

Natürlich brauchte ich fast zwei Monate in meiner alten, neu empfundenen Umgebung, um auch nur annähernd wieder bei mir selber anzukommen. Die Ablenkungen vielfältiger Art waren besonders groß, so viel ist schon passiert in der kurzen Zeit.

Aus meiner 20 kg Tasche ist eine große Familie, Freunde, Sorgen um liebe, mir nahestehende Menschen und ein Haus mit Garten und neu gefundene Menschen geworden – reichlich mehr Gewicht habe ich wieder bei mir, nur meine Reisefreundin Kamera liegt gut verstaut im Schrank und darf sich ausruhen.

Zwei Monate ist nicht wirklich lange, dafür bin ich schon unglaublich weit. Meine Neugierde und die Leichtigkeit, beides meine Antriebskräfte auf meiner Reise, sind wieder in mir eingezogen, öffnen mich für Neues, machen mich lebendig und Begeisterungsfähig, bringen mir meine Kreativität zurück und lassen mich strahlen!

Mit dieser Kraft gehe ich meine vielen Projekte, die sich alle während meiner Reise entwickelt haben, an. Schon kann ich einiges als erledigt abhaken, weil es mir leicht fällt, gelingen die Dinge schneller und einfacher. Das private Vermietungsportal Airbnb, mit dem ich in einigen Ländern großartige Menschen kennengelernt habe, ist eines dieser Projekte. Auch ich möchte drei meiner Privatzimmer für Reisende dieser Welt anbieten, schaut euch meine Airbnb Seite an, dann wisst ihr mehr; freue mich schon auf euch! So werdet ihr wohl bald von mir Weiteres hören und zu sehen bekommen, meine nie gezählten Fotos werde ich auch bald sichten und in die Projekte einfließen lassen. Ein Buch! Nein es werden „Bücher“.

Ja, ich bin wieder angekommen, bleibe ein wenig und fliege wieder davon – komme doch immer wieder zurück!

Back Home HafenMai 10 2016_ 16

 

Ecuador ist nicht nur Galapagos. Amazonas und Regenwald, meine abenteurlichen Stationen am Ende der Weltreise.

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Ein Tukan im Regenwald bei Mindo ….

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…. herrliche Naturgewalten …

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und wundersame Pflanzen mit kleinen Haaren an ihren Stengeln.

31. März, im Bus von Quito nach Tena im Amazonas.

Konzentration fällt hier gerade schwer. Zum einen schaukele ich sehr langsam die Berge rauf und runter, zum anderen schaue ich immer wieder hinaus und wie immer läuft in voller Lautstärke ein Film über den Busbildschirm, natürlich in Spanisch.

In Quito bin ich vor zwei Tagen via Flug von den Galapagos angekommen, aus über 35 Grad in die kalte Nässe von Quito mit einem Höhenunterschied von 2850 m.

3. April, in Tena Amazonas!

Schreiben, schreiben und schreiben; die Zeit rennt mir gerade davon. In einer Woche bin ich schon in Madrid und einen Tag später in Hamburg – unglaublich und doch wahr! Mein Plan, mich nicht mit dem Zählen der Tage zu beschäftigen klappt inzwischen so gar nicht mehr. Ständig schaue ich in meinen Kalender, zähle die Tage durch, um zu entscheiden was ich noch unternehmen kann. Notwendig, damit ich auch rechtzeitig am Flughafen stehe.

Noch fehlen mir in meiner Erzählung vier Tage auf Galapagos, die ich durch meinen kleinen Aussetzer dort noch länger verbringen musste. Wo habe ich aufgehört, wo geht es weiter, nicht einfach nach so langer Zeit und die Einträge in meinem kleinen Büchlein sind auch nicht wirklich vollständig. So werde ich zuletzt noch nachlässig.

San Cristobal, viel zu lange musste ich dort bleiben und fing tatsächlich an mich etwas zu langweilen. Einen Tagesausflug unternahm ich mit einem Taxi, das man sich mit ausgehandeltem Preis für die einzige Route auf dieser Insel buchen kann. Zuerst stoppte ich an einem riesigen Ceibo, Kapok Baum, in dem ein ebenso riesiges Baumhaus gebaut war, man könnte darin sogar übernachten. Danach erklomm ich den höchsten Berg, Cerro San Joaquin, mit einem herrlichen Blick über die ganze Insel. Weiter ging es nach Galapaguera, einen Teil des National Parks, indem sich die Giant Turtles befinden; immer wieder grandios diese Tiere sehen zu können. Besonders schön war diese Aufzuchtstation, hier konnte ich zum ersten Mal eine Woche alte Schildkröten sehen, die schon beinahe so groß waren wie meine Handfläche. Danach war es nicht mehr weit bis zur Küste und dem Puerto Chino, der kein Hafen sondern eine große Bucht mit weißem feinen Sand ist. Das Taxi erlaubte mir eine Stunde dort, sonst wäre der Preis noch weiter in die Höhe geschossen. Eine Stunde bedeutete einmal baden und etwas trocknen und schon wieder zurück; nicht gerade das was ich wollte. Galapagos bleibt heute leider eine „Dollarfalle“ und trotzdem sind die Inseln alle wunderschön.

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Die jungen Schildkröten, hier ein Jahr alt, tragen noch eine Nummer, bevor sie mit fünf Jahren ausgewildert werden.

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….über hundert Jahre alt!

Am nächsten Tag machte ich nun endlich den Schiffsausflug, der eigentlich schon vor ein paar Tagen gebucht war. Das Ziel war Cerro Brujo, eine der schönsten Strände mit Zucker feinem Sand und die Kicker Rocks oder auch Leon Dormido genannt. Vor dem Start wurden wir erst einmal als Schnorchler oder Taucher ausgestattet, je nach Wunsch. Drei Taucher hatten wir unter uns, für mich sehr spannend, so hautnah hatte ich dies noch nicht erlebt.

Wieder ging es mit einem Schnellboot, die ich so gar nicht mag hinaus auf die offene See. Drei laute Motoren brachten uns sehr schnell zu der wunderschönen Bucht mit herrlich weißem Sand, eingefasst mit schwarzem Lavagestein und türkisen Wasser.

Nur unsere Schnorchel brauchten wir, doch auch hier kein Vergleich mit den herrlichen Buchten auf der Cruise, nur ein paar kleine Fische bekam ich hier zusehen. So lief ich lieber mit meiner Kamera umher, auch hier wieder Spuren von den Sea Turtles, die ihre Eier am Strand abgelegt haben.

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Cerro Brujo und im Hintergrund die Kicker Rocks, unser späteres Schnorchel Revier.

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Hier hat eine Wasserschilkröte ihre Eier abgelegt.

Weiter ging es quer übers Wasser bis zum Kickers Rock, eine Felsformation, die eine riesige Spalte zwischen den großen Felsen hatte, die schon von weitem einen tiefen Eindruck hinterließ. Schon auf dem rasenden Weg dorthin zogen wir alle unsere Neoprenanzüge an, die Taucher verwandelten sich zu schwarzen Fischen mit schwerem Gerät auf dem Rücken. Angekommen bei den riesigen Felsen hieß es auf Kommando ab ins Wasser, erst die Taucher und dann die Schnorchler. Kein Zodiac begleitete uns, das Boot war zwar zu sehen, doch hielt es sich eher von den Felsen fern, die Wellen schlugen zum Teil kräftig dagegen.

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Fertig zum Schnorcheln bei den Kickers Rocks….

Unter mir befanden sich 200 Meter Tiefe, von den Tauchern war nichts mehr zu sehen. Diese Tiefe war für mich vollkommen neu und etwas unheimlich, auch die raue See um mich herum. Unser Guide schnorchelte zusammen mit meiner Gruppe von sechs Leuten, mal tauchte er einige Meter zusammen mit einer kleinen Kamera unter uns ab. Direkt an den Felswänden schwammen kleiner Fische und sehr schöne Unterwasserpflanzen bekam ich dort zusehen. Immer weiter schwammen wir in Richtung Felsspalte, mein Blick nach oben zeigte eine gigantische Felswand, die sich unter mir in endlos scheinender Tiefe fortsetzte.

Da, eine Wasserschildkröte, die mit Seepocken an ihrem Schild besetzt war und vor uns zwei Seelöwen, die sich neugierig in unsere Richtung aufmachten. Ups, jetzt sind sie direkt unter mir, neben mir, wieder unter mir; wo schwimme ich jetzt nur hin, das ist mir viel zu nahe? Über mir riesige Felswände, unter mir diese Seelöwen und wer weiß was noch alles – spannend, doch mit etwas Bauchgrummeln, so etwas hatte ich noch nicht in meinem Leben. Am Ende der Spalte schlugen die Wellen so hoch, das wir umkehren mussten, wieder vorbei an den Seelöwen, die diese Spalte als ihr Zuhause betrachteten. Jeder Tiefseetaucher wird sicher mein Bauchgrummeln mit einem Lächeln abtun, für mich stellte dieser Schnocheltour schon eine Herausforderung dar.

Wir schwammen für eine kurze Pause zum Boot zurück, das in einem ziemlichen Wellenschwall lag, sodass es nicht ganz einfach war den ersten Schritt auf die erste Leiterstufe zu bekommen. Nach 20 Minuten, alle fertig zum Absprung? „Ja“! Nun waren alle Schnorchler und Taucher darauf aus Sharks zu entdecken. So schwammen wir mehr im tiefen Gewässer umher, hatten jedoch kein Glück einen zu sehen. Da hatten die Taucher mehr zu erzählen. Direkt vor ihnen tauchten mehrere Hammersharks in 80 m Tiefe auf, für sie Faszination und Schreck zugleich, für mich das Bewusstsein unter mir jede Menge Sharks gehabt zu haben und froh wieder im Boot sein zu können. Ja, auch ich hätte gerne einen kurzen Blick auf die Hammersharks geworfen – doch bitte mit entsprechendem Abstand.

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Schnorcheln zusammen mit dieser Wasserschildkröte ….

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Insgesamt waren wir wohl so vier Stunden im Wasser, meine Hände und Haut entsprechend aufgelöst. Im Ergebnis war dies ein weiteres neues Abenteuer in meinem Leben, mit kräftigen Schwimmdistanzen, die mit Schwimmflossen zum Glück gut zu überwinden sind und meiner Beinkraft förderlich waren.

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… und diesem Rochen.

Nach diesem Ausflug freute ich mich auf meine letzten zwei Tage, die ich nur mit meinem eigenen Programm verbringen wollte. Die Hitze auf San Cristobal wurde fast unerträglich, ohne Schwimmen kaum zum Aushalten. Den ersten Tag lief ich zu den Buchten, die ich zu Fuß erreichen konnte und ging schwimmen, wo immer es ging. Die Ebbe verhinderte dies zum Teil vollkommen. Wo vor ein paar Tagen die Sea Turtles zu sehen waren, lagen jetzt nur Felsen und Iguanas oder das Meer ging nur bis zum Bauch. Doch jegliche Abkühlung tat gut und am Nachmittag konnte ich wieder richtig schwimmen. Am zweiten und letzten Tag auf den Galapagos ließ ich mich noch einmal zu der herrlichen Sandbucht Puerto Chino bringen, kletterte lange auf den Felsen umher und konnte einige Blue Fodded Boobies beobachten. Zwischendurch sprang ich in den herrlichen Wellen, die mich ein wenig an die Nordsee erinnerten umher. Vier herrliche Stunden verbrachte ich dort. Übrigens, dies war mein Ostern, auf Galapagos nimmt niemand Notiz davon.

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Cerro Brujo ganz für mich alleine ….

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….. Struppi!

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Zwischen den Felsen erspähte ich diesen Blue Fooded Bobby …

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Sealion beim sandigen Sonnenbaden.

29. März, die letzten Stunden auf Galapagos.

Abschied nehmen muss ich nun von der strahlenden Sonne und der Wärme, Mittags geht mein Flug nach Quito. Dort war gestern Landunter, mein gebuchtes Hostal kann mir kein Zimmer vermieten, es hat durch die Decken geregnet. Trotzdem wollen sie mich vom Flugplatz abholen und eine andere Bleibe besorgen.

Quito liegt schon wieder auf einer Höhe von 2800 m in den Anden, umgeben von Vulkanen. Während des Fluges plante ich meine letzte Woche, auch hier komme ich nicht ums Zählen der Tage vorbei. In Quito möchte ich erst einmal nur einen Tag bleiben, danach ins Amazonas Gebiet, das habe ich bisher ausgelassen und Mindo, ein „Birdwatching“ Paradies, welches in der Nähe von Quito liegt, steht auch noch auf meiner Wunschliste.

In Quito angekommen werde ich sehr schnell von wieder einmal einem netten Jose abgeholt, scheint ein Fahrer Name zu sein. Doch eine Stunde brauchen wir bis in die Innenstadt und zu meinem gebuchten Hostal. Dort werde ich von einem älteren Herren abgefangen, der mit in das Auto stieg: „Meine Schwester vermietet nicht weit von hier auch Zimmer, das ist ruhiger, bei uns wird alles renoviert“! So landete ich bei Monica und ihrem „Big Mama House“, einem sehr einfachen Hostal, doch Monica machte dies mit ihrer Herzlichkeit wett. Auch werden meine Schlafplatz Ansprüche immer genügsamer, setze inzwischen völlig andere Prioritäten. Ein Bett zum Schlafen muss günstig sein, umso mehr kann ich unternehmen und entdecken. Glücklich bin ich inzwischen schon mit Steckdosen, die zum Aufladen auch funktionieren, keine Selbstverständlichkeit und Fenster sind mir wichtiger als totale Ruhe. Gegen Straßenlärm oder Fanlautstärke habe ich Ohrstöpsel und über Internet im Raum freue ich mich auch. Immer wieder bin ich glücklich über mein Tasche in Taschen System, Schränke, wenn vorhanden, benutze ich nie, meist sind sie muffig. Meine Wäschetaschen landen auf einem Bord oder ähnlichem, Reisverschlüsse bleiben verschlossen, so kann mir auch nichts hineinkrabbeln und durch das Netz kommt genügend Luft hinein. Wenn ich meinen Raum verlasse, verteile ich meine Technik in die beiden Rucksäcke und verschließe diese mit drei Schlössern; das reicht um unabhängig zu reisen.

30. März in Quito.

Erste Nacht wie immer in der Höhe habe ich nur mit leichtem Schlaf verbracht. Den Straßenlärm konnte ich bis 6 Uhr ausblenden, danach eine Stunde Ohrstöpsel!

Monica klopfte an meine Tür und erfreute mich mit einer Tasse heißen Tee; das tat gut. Eine große Rundtour durch die Altstadt starte ich gleich an diesem Morgen, noch sah der Himmel gut aus. Zum Frühstück hatte ich noch eine Banane, später fand ich ein Café und trank einen Cappuccino. Mit im Rucksack hatte ich seit Myanmar meinen dort erworbenen Schirm dabei, der ewig tief versteckt war und nun wieder zum Einsatz kam.

Die Altstadt von Quito ist wirklich wunderschön, Plaza Grande, Cathedral, Monastary de San Francisco, Basilika, Palazo del Gobierno im Kolonialstil verteilt auf diversen Plätzen, umgeben von noch höheren Bergen, dazwischen etliche Museen, die Tage bräuchten um sie zu besuchen, so stellt sich die Altstadt von Quito dar. Endlos wandert man durch die Straßen und in die herrlichen Kirchen hinein, die auch hier alle nur von außen zu fotografieren sind; innen verboten. Irgendwann trieb mich mein Hunger in eines der historischen Restaurants, „Vista Hermosa“, schon der alte Fahrstuhl zusammen mit einem livrierten Fahrer war ein Erlebnis.

Ohne den Fahrer wäre ich nicht eingestiegen, Panik hätte mich davon abgehalten angesichts der schweren Eisentür davor. Vor sehr vielen Jahren hat mein Papa mit mir einen Abenteuer Ausflug mit dem Paternoster durch die Katakomben des alten Kontor Hauses Sprinkenhof unternommen, indem er mit mir im Kreis durch die Etagen fuhr. Mit gerade einmal vier Jahren hatte ich die Vorstellung, dass wenn der Paternoster wieder runter fährt auf dem Kopf stehen würde, doch viel schlimmer ist mir die Dunkelheit mit den tausend Rohren oben, wie unten im Gedächtnis geblieben. Seitdem mag ich keine alten Fahrstühle, die vielleicht stecken bleiben könnten und ich durch einen Schacht klettern müsste – Fantasie, die auch noch mit über 60 seine Wirkung hat!      

Oben angekommen zog ein lang andauerndes Gewitter auf, pünktlich um 14 Uhr. Der Blick war auch mit Gewitter sehr schön, das Interieur von dem Restaurant eher international Oldstyle a la NY gemischt mit Beatles- Ringostar Postern und alten Fotos nebst Musikbox und Uralt Radios. Ein Ober bändigt sein Haar mit einem Netz tief ins Gesicht gezogen – eine ziemlich wilde Mischung. Hier ließ ich es mir erst einmal gut gehen, schaute über die Dächer von Quito bis der Regen nachließ.

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Quito mit dem Plaza Grande …

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und der Kathedrale ….

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…Plaza San Francisco …

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und einem der vielen Kolonialhäuser …

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Mein Blick vom Hermosa …

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und seinem Fahrstuhlfahrer!

Nicht lange hielt es mich in Quito und fuhr am nächsten Morgen nach Tena in das Amazonas Gebiet. Eine Nervenlange Fahrt, überall wurden Leute aufgenommen und angehalten. Um 14 Uhr war ich endlich in Tena angekommen, auch wieder eine Stadt, wie sie in Südamerika überall zu sehen ist – meist als Dauerbaustelle, mit Häusern, die nie fertig werden.

Taxi, Taxi kam es wieder von allen Seiten auf mich zu gerauscht. Inzwischen habe ich mir einen sturen Blick angewöhnt und wandere erst einmal zu den Taxis und suche mir selber einen Fahrer aus und nicht der Taxifahrer mich. Sehr wichtig in Südamerika.

Ein kurzer Weg den Berg hinauf und schon stand ich vor einem großen Tor. Bellende Hunde begrüßten mich, als ich durch das große Tor in das Pakey Hostal hinein ging. Unglaublich, doch befand ich mich so dicht an Tena direkt im Dschungel, ein tief grünes Meer mit hohen Palmen, Bananen, Kakao und Baumgemisch zusammen mit lauten Zikaden Gesang. Toni kam mir schon entgegen, ein indigen aussehender Ecuadorianer mit einem interessanten Gesicht. Zusammen mit Inka, einer deutschen jungen Frau betreibt er dieses Hostal und eine Tour Agentur. So wurde ich tatsächlich in sehr gutem Deutsch angesprochen. Wir stiegen immer weiter hinauf, bis zu einer mit Schilf bedeckten Lodge mit großer Terrasse. Auf der Terrasse unterhielten sich mehrere junge deutsche Mädchen und eine Ecuadorianische Familie. Im Schnelltrap bekam ich alle Gegebenheiten erklärt und weiter ging es nach oben bis zu einem weiteren Holz – Bambushaus, mit vier Zimmern, jeweils mit eigenem Bad. Das Besondere an diesen Bädern sind die Trocken Toiletten, die nur mit Späne statt Wasser gefüllt werden, die später zu Kompost sich wandeln; alles völlig Geruchsfrei.

Diese grüne Oase war angefüllt mit wunderschönen Schmetterlingen und Kolibris, viele Fotos wollte ich hier machen. Erst einmal musste ich doch wieder zurück in die Stadt und meinen Magen füllen, der immer noch nur mit einer Banane und Wasser auskommen musste. Den Markt fand ich schnell, endlich gab es wieder Obst in Hülle und Fülle, nur nicht um diese Zeit. Eine große Hauptstraße führte bis zu dem Rio Napo hinunter, Shop an Shop, meist für Elektronik, kleine Restaurants, die alle völlig leer waren und kleine Kioske mit Getränken, nur wirklich einladend war hier nichts. Selbst am Flussufer sah es eher trist aus, nur ein kleines Minirestaurant mit Barhockern auf denen einige Menschen eine Suppe aßen sah etwas einladender aus. Hier bekam ich ein sehr leckeres Taco mit Hühnerfleisch und Gemüse gefüllt und etwas zu trinken. So kamen langsam meine Lebendgeister wieder zurück.

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Meine Amazonas Oase ….

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Diese Blume stammt von einer Verwandten der Ingwer Pflanze …

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… in der ganzen Pracht.

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Wunderschöne Schmetterlinge ….

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und Blumen …

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Bromelien ..

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Den Abend verbrachte ich mit netter Unterhaltung auf der großen Terrasse. Katharina und Florian waren inzwischen angekommen und eine deutsche Familie saß mit am großen Tisch. Sie erzählte uns von ihren Erlebnissen der letzten Tage im Amazonas und schwärmten von einer Trekkingtour zusammen mit Toni. Doch besonders lebhaft erzählten sie uns von ihrem heutigen Rafting Abenteuer. Unbedingt sollten wir dies auch machen.

1. April, kein Scherz.

Rafting im Amazonas und ich bin mitten dabei! Zusammen mit Kathi und Florian und zwei weiteren sehr jungen Leuten aus Deutschland habe ich mich überzeugen lassen diese 6 stündige Tour mitzumachen. In Neuseeland konnte ich auf einigen Flüssen dies schon beobachten, wäre allerdings niemals auf die Idee gekommen es selber einmal auszuprobieren. Alle fünf waren wir Anfänger, sodass es für uns absolutes Neuland war. Mit einem Kleinbus wurden wir morgens abgeholt, oben auf dem Dach befand sich unser Gummiboot. Knapp eine Stunde lang wurden wir immer tiefer in die Wildnis gebracht, bis zu einer hohen Anhöhe, direkt unter uns ein breiter Fluss mit starkem Strom.

Hier wartete schon eine große Gruppe junger Leute auf den Start, weitere Gummiboote wurden gerade den hohen Abhang an einem langen Seil hinunter gelassen, wie wir dort herunter kommen sollten war nicht abzusehen.

Ausgerüstet mit Helm Paddel und Schwimmweste, Shorts und Sneakers an den Füßen zwecks besserem Halt, bekamen wir eine Verhaltenseinweisung, die später im Boot noch fortgesetzt wurde. Etwas mulmig wurde mir angesichts der vielen Regeln, die wir zu beachten hatten; ach was, da kommst du schon durch!

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Sebastian, Kathi und ich in Rafting Outfit und Marie und Moses …

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… Auf gehts zum nächsten Abenteuer!

Schon der Abstieg wurde zu einer Kletterpartie, bei weitem war ich die Älteste. Die andere Gruppe aus den USA war genauso jung wie meine Vier. Im Boot saß ich in der dritten Reihe, die beiden Jungs mussten nach vorne, hinten saß unser Guide und Steuermann Vladimir. Bevor es los ging übten wir das Boot zu steuern: „Forward, stop, backwards, left side, right side, inside …“. Einen Fuß klemmten wir unter die Sitzkissen als Halt fest, der andere Rückwärts als Balance stabilisieren. Außen verlief eine Leine, die wir notfalls beim Kommando „Inside“ greifen sollten, um nicht rauszufallen.

Na, das kann ja spannend werden und schon ging es los. Begleitet wurden wir von zwei verrückten Kajak Fahrern, die schon vor dem Start Saltos durch das Wasser drehten, sie schienen förmlich über den Fluss zu tanzen. Nach den ersten Metern kamen wir zu den ersten Stromschnellen, die uns durch den kräftigen Strom auf dem Fluss förmlich ansogen. Schaukelnd und mit kräftigem Spritzwasser schossen wir hier hindurch, nass waren wir fortan fünf Stunden lang.

Im ruhigen Gewässer übten wir noch Mann über Bord Manöver, in diesem Fall junge Frau über Bord. Im Wasser sollten wir die Beine immer nach vorne strecken, auf dem Rücken bleiben und uns treiben lassen. Reingezogen wird man über die Schwimmweste. Und schon kam die nächste Stromschnelle, rauf und runter, rechts und links und von allen Seiten wurden wir nass. Forward, stop, forward ….! Und jetzt alle ins Wasser, Rumps und drin war ich; herrlich erfrischend und nass waren wir ja schon. Jetzt wieder alle ins Boot – nicht einfach, der Fluss zieht einem schon die Beine weg.

In einer Bucht machten wir eine kurze Badepause, die allerdings so aussah, dass wir uns alle an einer Stelle ins Wasser begaben und ziemlich schnell treibend bei unseren Booten landeten. Ein komisches Gefühl zu sehen, wie schnell das Ufer an einem vorbei rauscht.

Durch die Eisschmelze eines in der Nähe liegenden aktiven Vulkanes, den Cotopaxi, steigt das Wasser rasant an und erhöht somit auch die Strömung, die an manchen Stellen zu kleinen Wasserfällen wird, in denen es sehr stürmisch zu geht; für uns die Rafting Ziele. Bis zur Mittagspause schossen wir noch durch einige Stromschnellen hindurch, Vladimir hatte sichtlich Spaß daran uns ständig herauszufordern. Mal fuhr unser Boot rückwärts oder seitwärts durch die Schnellen. Der Steuermann war er, somit forderte er dies heraus.

Für die Mittagspause landeten wir an einer großen Sandbucht. Eine Kühlbox, die neben mir auf der anderen Seite stand, wurde an Land gehievt. Unter einem Dach wurde der sehr leckere Inhalt ausgebreitet. Tacos, Guacamole, Gemüse, Saucen …..! Wir waren alle freudig überrascht.

Der Himmel zog sich langsam zu, sodass Vladimir uns empfahl die Regenjacken überzuziehen, das hält euch wärmer. Ok, bisher war uns eher zu warm gewesen. Wieder rauschten wir los, hatten alle das Gefühl, dass der Strom stärker geworden sei. Vor uns fuhren in einiger Entfernung die drei Boote der Amerikaner, laute Jubelrufe schalten uns entgegen.

Schon wieder stand unser Boot quer und rauschte auf und ab, durch die riesigen Wellen. „Inside“, ich flog förmlich nach innen durch den riesigen Schwung einer Querwelle. Doch auf der anderen Seite rauschten Kathi und Florian ins Wasser. Sie waren auf der unteren Seite und konnten sich somit nicht festhalten. Oh Schreck, da trieben sie nun, Kathi hinter uns und Florian vor uns. Vladimir schmiss die Rettungsleine zu Kathi, die wir so zu uns heran ziehen konnten und Florian kam von alleine in die Bootsnähe. Eins zwei drei und drinnen waren sie wieder im Boot. Florian meinte nur, dass er kurzzeitig nicht wusste wo er war – unterm Boot, Kathi blieb ganz ruhig!

Ich glaube, dass ich mich am meisten aufgeregt habe, hätte ja auch mich treffen können. Mit der Zeit ließen auch unsere Kräfte etwas nach, selbst Florian meinte, dass es ihm bald reichen würde. 1 ½ Stunden sollte unsere Tour allerdings noch weiter gehen. Mein anfängliches Berauscht sein von diesem Abenteuer ließ mit der Länge der Tour etwas nach, wollte ich vor allem heil da wieder heraus kommen.

Mehrmals schossen wir auch auf große Steine zu, „Inside“ hieß es dann kurz vorher und wieder schaukelte das Boot von rechts nach links. Puh, das reicht jetzt langsam. Doch weit gefehlt, Vladimirs Vergnügen, Touristen durchzuschütteln war noch nicht zum Erliegen gekommen. Schon sahen wir in einer entfernten Kurve unser Ziel, doch uns dort einfach nur hintreiben lassen, so wie es die Amerikaner taten, ging bei ihm nicht. Noch ein Experiment zur Freude auch meiner Mitfahrer.

Ein langes Seil, von vorne nach hinten gespannt und wir sechs alle hinten sitzend, ich in der Mitte. Mit unserem Körpergewicht sollten wir das „hoch gehobene“ Boot ausgleichen. Weit gefehlt, die Absicht war klar, alle sollten wir mit dem Boot hineinfallen. Rumps, über mir schwimmt jemand und das Boot ist auch noch darüber – tief unter Wasser fluchte ich über diesen Scherz, der mir einiges an Wasser in die Nase trieb. Als ich endlich auch auftauchte lachten sie alle um mich herum. Was blieb mir also übrig, als mit zu lachen; beste Therapie gegen diesen Schreck.

Ecuador_18, Wasserscreens 6

Hier ein paar Schnappschüssee aus einem Video ….! Ecuador_18, Wasserscreens 7 Ecuador_18, Wasserscreens 8 Ecuador_18, Wasserscreens 5 Ecuador_18, Wasserscreens 4Forward ….

Inzwischen goss es in Strömen, doch wen störte dies, an uns war nichts mehr trocken, nur kalt wurden wir langsam. Egal, Boot abbauen und auf das Dach des Kleinbusses hieven, der mit riesigen Folien gegen unsere Nässe ausgelegt war. Jeder hinterließ seine eigene Pfütze. Erledigt, doch auch ein wenig stolz war ich auf mich, dass ich mit den jungen Leuten mithalten konnte und Spaß hat es mir auch gemacht.

So habe ich zwei großartige Wassersportarten auf meiner Weltreise für mich neu entdeckt, Schnorcheln, dies im Tiefwasser und Rafting der Stufe drei. Übrigens, das Nasswerden gehört bis zum Ende meiner Weltreise zu meinem Alltag, in Ecuador regnet es überall.

Am nächsten Tag machten wir zusammen mit Toni eine siebenstündige Regenwald Tour, die uns bis in den „Primärwald“, ein Wald, der von Menschenhand nicht beeinflusst wurde, führte. Toni, der hier aufgewachsen war und mit seiner Familie ein riesiges Stück Wald zu besitzen scheint, kennt sich hier mit seinem ganzen Herzen aus, entsprechend führte er uns in die Biodiversität dieses Waldes ein. Nicht die großen Tiere erhalten den Regenwald, sondern die vielen Kleinstlebewesen auf und in der Erde sind wertvoll für den Erhalt.

Mit Gummistiefeln geht es Bergauf und Bergab durch Schlamm, kleinen Flüssen, Querfeldein, bis wir bei einer Kechwa Familie, die Kakao anbaut, landen und dort Einblick in deren Leben erhalten, die völlig autark ihr Leben im Regenwald ausrichten. Leben tun sie ähnlich wie in Südost Asien in erhöht gebauten Holzhäusern. In der Mitte ein abgeschlossener Raum, der mit Matratzen ausgelegt ist, hier schläft die Familien mit mehreren Generationen zusammen. Die Küche ist draußen, damit der Rauch vom Feuer abziehen kann. Ansonsten eine Art großer Balkon, der Schatten spendet. Die Großeltern kümmern sich gemeinsam um die kleinen Kinder und umgekehrt. Auch hier bleibt der ältere Mensch bei der Familie – eine Selbstverständlichkeit.

Zwischendurch wurde ich noch durch ein Flechtwerk von Toni zur Dschungelkönigin gekürt, geflochten mit dem Palmen artigen Gras, aus dem die berühmten Panama Hüte geflochten werden.

Mit müden Füßen und wieder am Nachmittag einsetzender Regen lässt uns nass zum Auto gelangen, mit Gummistiefeln läuft es sich nicht so bequem. Alle vermissten wir natürlich die großen Vögel oder gar die Affen; es gibt sie, nur haben wir sie nicht sehen können. „Biodiversity“, Tonis Lieblingswort. Ein weiterer schöner Tag ging zu Ende.

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Toni und die Dschungel Königin …

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Diese Raupe sollte man niemals berühren, ihre feinen Härchen sind hoch giftig!

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Kakao Pflanzen wachsen hier fast wild …

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Das weiße der Kerne schmeckt süßlich …

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Tino bei der Ernte.

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Typischer Amazonas Secundär Wald.

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Die zwei Töchter der Ketchwa Familie …

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waren etwas scheu.

Am nächsten Vormittag, dem 3. April, fuhren Kathi und Florian mit dem Bus weiter in Richtung Süden, sie haben noch einige Reisewochen vor sich, die sie genau anders herum als ich machen. Es regnete, sodass ich diesen Tag zum Schreiben nutzte, Fostos konnte ich schon länger nicht mehr herunter laden, mein Cardreader, inzwischen der Dritte war schon wieder kaputt.

Unglaublich, in einer Woche bin ich schon in Madrid, meine Gefühle tendieren in beide Richtungen; nein, ich will noch nicht nach Hause und, ja, es ist genug, mein Aufnahmepegel ist fast übersättigt!

4. April, im Bus auf dem Weg von Tena wieder nach Quito. Nur für eine Nacht, habe wirklich keine Lust mehr auf stinkige Großstätte. Brauche einen neuen Cardreader und dann nichts wie weiter nach Mindo ins Vogelparadies ebenfalls im Regenwald.

Toni gab mir noch einen sehr guten Rat, aussteigen bei einem modernen Einkaufszentrum, dort alles besorgen und mit dem Taxi in die Innenstadt, wo mein Hostal liegt. Perfekt!

Auch Quito empfing mich mit strömenden Regen, nur die paar Schritte vom Bus in das Einkaufszentrum ließ mich nass werden. Bepackt mit dem schweren Fotorucksack und meinen daran baumelnden Trekkingschuhen, zuzüglich eines weiteren kleinen Rucksacks, lief ich mit langsam schmerzendem Kreuz durch das Zentrum. Da ich meine „stinkenden“ Laufschuhe in Tena gelassen hatte, lief ich mit Flipflops umher. Ich wollte mir für meine Rückreise unbedingt neue kaufen, fand diese auch sehr schnell, steckte die Flipflops ein und weiter ging es in einen Fotoladen. Ja, wir haben so ein Gerät für ihre große SD Karte; happy! Forever21, eine Geschäftskette, die ich schon in Asien entdeckt hatte lag direkt vor mir. Dort hatte ich mir damals eine Jeans für wenig Geld gekauft, nur jetzt war diese völlig zerschlissen – so konnte ich nicht zu Hause ankommen.

Und wirklich, die gleiche fand ich wieder für gerade einmal $ 16, sitzt und perfekt. Hunger trieb mich weiter, mehr wollte ich heute nicht mehr. Für meinen schnellen Einkauf belohnte ich mich mit einem Sushi Restaurant; ja, dies in Quito, dem modernen Teil.

Mit dem Taxi kam ich endlich müde bei Monica und meinem Hostal an. Zuerst musste ich irgendwie meine stinkende Wäsche, die im Amazonas nicht trocknen wollte, waschen lassen. Monica sprang trotz Sturzregen mit meiner Wäsche zur nächsten Laundry, am nächsten Morgen sollte ich sie „trocken“ wieder bekommen. Nichts mehr wollte ich, nur noch meine große Tasche für den morgigen Reisetag vorbereiten und ins Bett; Ohrstöpsel gegen die Straßengeräusche und schlafen!

7. April, in MIndo.

Musste ich mir nun unbedingt noch zum Abschluss ein Natur Abenteuer aussuchen! Mein Plan war ein anderer. Für zwei Tage wollte ich hier in Mindo Vogelbeobachtungen unternehmen und danach noch für 2 Tage nach Otavalo, Ecuadors Marktstadt fahren und von dort direkt am Samstag zum Flughafen.

Um nach Otavalo zukommen müsste ich erst wieder nach Quito zurück, um dann wieder in den Norden zu fahren und das Ganze auch wieder zurück. Nein, da würde ich viel zu lange im Bus sitzen und völlig überanstrengt nach Hause kommen. So habe ich entschieden hier mitten in dieser für mich sehr ungewohnten Regenwald Natur zu bleiben und am Samstag direkt mit dem Bus in den Norden von Quito zu fahren, danach mit dem Taxi zum Airport. Mein Flug nach Madrid geht erst am Abend um 21:30 Uhr.

So bin ich nun schon seit zwei Nächten in Mindo, bzw, am Rande von dieser kleinen Stadt. Schon wie Tena im Amazonas, so auch hier beginnt die Oase der Regenwaldnatur sofort hinter der Stadt. Man braucht nur Richtung Wald zu laufen und schon fühlt man sich in den Dschungel versetzt. Doch das Spannende ist das Hostal selber. Der Schweizer Willi hat vor 20 Jahren hier seine neue Bleibe aufgemacht. Das Besondere ist, dass er diese aus dem hier wachsenden Material erbaut hat. Riesige Bambusstangen wachsen hier im Regenwald wie bei uns das Gras. Eine junge Sprosse kann bis zu 20 cm am Tag empor wachsen, nach zwei Jahren kann man sie dann zum Bauen verwenden.

Ja, so lebe ich nun schon seit zwei Tagen in einer Bambushütte, mit allem was dazu gehört! Zwischenräume, die trotz doppelwandigem Bau direkt in die Natur schauen lassen, inklusive lebendigem Leben. Vor meiner Reise hätte ich dort wohl kaum ein Auge zugemacht, habe ich doch schon so allerlei lebendige Wesen auf dieser Weltreise in meinen Räumen oder zelten gehabt; ein wenig abgebrühter bin ich schon.

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Mindo, im Hintergrund lässt sich meine Bambushütte erahnen.

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Und diese fast künstlich wirkende „Ginger Torch“ Blume ….

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….., im Dschungel meiner Bambus Bleibe, “ Las Luciernagas“

Die letzte Nacht hat mich allerdings wenig schlafen lassen. Schon mitten am Tage konnte ich meine Hüttenmitbewohner dahingegen wahrnehmen, dass zwei kleine Bananen neben meinem Bett genüsslich angebissen waren und zu allem Überfluss auch noch meine kleine Seife verschwunden war. „Willi, gibt es hier Ratten“? „Nein, die gibt es hier nicht, dann würden meine Hühner und die Küken nicht so frei umher laufen“.

Ok, die Küken wurden letzte Woche von neun auf eines reduziert, also ließ ich mich nicht sogleich davon überzeugen. Auf meinem Bett fand ich auch so manchen kleinen Puh. Willi vermutet ein anderes kleines Tierchen, dass auch gestern kurz in seiner Küche vorbei geschaut hatte, Name?

Wie soll ich nur die Nacht überstehen? Die Bananen haben wir vor die Tür gelegt, heute Morgen war eine fort und die andere fast ausgehöhlt. Ja und über meinem Kopf hat es am frühen Morgen kräftig gekratzt, sodass ich ständig mit der Taschenlampe hoch geleuchtet habe. Vorher lauschte ich dem Regen, der auf mein Dach trommelte, von außen ein Metallblech. Nach dieser Nacht ist nun auch Willi fest davon überzeugt, dass da etwas nicht stimmt.

Inzwischen ist schon wieder Abend, draußen ist es dunkel und regnen tut es auch wieder aus allen Kannen. Willi ist mit mir überall im Bambus Bungalow, wie er sie nennt, herumgeklettert und ziemlich viel Insektenspray verbraucht. Ein Loch ist mit einem Handtuch zugestopft, doch die Hauptsache sind zwei Fallen, die Willi in seiner Küche aufgebaut hat. Einen Sack, der in die Enge führt und eine Tonne aufgestellt mit einem kleinen Bambusstück verbunden mit einem Faden. Beides gut gefüllt mit leckerer Banane. Willi ist total überzeugt davon, dass dieses Tierchen in diese Falle noch heute Abend geht!

Gerade sitze ich in dem offenen Pavillon, vor mir direkt die Küche, draußen ist es dunkel und es regnet! Willi erledigt seinen Einkauf. Spannend!

Gestern Morgen schien zur Abwechslung einmal die Sonne, laut Willi ein Sommertag. So machte ich mich auf zu einer langen Wanderung bis zum Tarabita, einer Korbseilbahn, die über eine Schlucht mit einer Tiefe von 152 m und 200 m Länge führt, Höhenkrank darf man da nicht sein. Im Sausetempo rauscht man in dem offenen Korb über diese Regenwald Schlucht, ein wenig mulmig wird einem dabei zu Mute. Auch hier bin ich so manches auf meiner Reise gewöhnt, wenn ich nur an die Bahn Tour in Myanmar denke, wird mir jetzt noch schwindelig.

Danach steigt man rauf und runter, erreicht dadurch sieben Wasserfälle mitten in tief grüner Regenwald Natur. Alle Pflanzen haben hier ein gigantisches Ausmaß, entweder an Höhe oder riesige Blätter, endlos lange Bambusstangen und Palmen die den Himmel kratzen.

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Mit dieser Korbseilbahn fuhr ich hin und her …

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152 Meter unter mir …

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… sicher gelandet.

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Wanderung durch den Regenwald ….

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…. nicht alle Wege sind so gut wie dieser ….

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Platsch !…. Diese Trekking Schuhe haben mich perfekt durch mein Jahr getragen!

Auch hier begann es bei meinem fünften Wasserfall an zu regnen, mir reichte es auch, schon vorher war ich sieben Kilometer aufgestiegen, während sich andere mit dem Taxi vorfahren ließen. Schon dabei machte ich eine Kaffeepause in einer wunderschönen Lodge. Auch sie hatte kleine Bungalows, nur waren diese aus Stein gebaut und sicher ohne Hüttenbesuch. Auf der Terrasse sitzend sprangen plötzlich zwei bunte Tucane auf die Balustrade, angelockt durch darauf befestigte Bananen. Ja, Bananen gehören hier überall ins Bild. Ok angelockt, doch so bekam ich sie endlich zu sehen, diese Vögel mit einem riesigen Schnabel, der ihnen schon beim dem Gleichgewicht Probleme bereitet. Bananen lassen sich damit sehr schnell verschlingen.

Auf dem Rückweg wollte ich dort unbedingt wieder vorbei schauen, allerdings war ich trotz dünnem Regencape ziemlich durchgeweicht und dreckig. E