Mein erster Monat in Australien, bewegend und verändernd!

Australien .......

Australien …….

Endlose Weite in Australien.

Endlose Weite ….

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Australien, Darwin am 31. August um 6:49 Uhr

Seit drei Stunden bin ich schon in Australien in Darwin. Vor zwei Stunden habe ich kurz mit meiner Tochter Christina telefoniert. Merkwürdig, es fühlt sich überhaupt nicht so weit entfernt an. Dies liegt hauptsächlich daran, dass ich schon seit beinahe 5 Monaten unterwegs bin und hier in Australien Step by Step gelandet bin. Wenn ich daran denke, wie weit weg mir Australien von Deutschland vorgekommen war, besonders als mein Sohn Niclas hier für ein Jahr das College besucht hat.

Darwin erwacht gerade, ich sitze mitten drin in einem Café und warte eine zivile Uhrzeit ab, um bei meiner Airbnb Familie klingeln zu können. Zuerst erwachten vor mir in den Bäumen mit lautem, noch nie gehörtem Getöse die Vögel, die ersten Frühstücksgäste trudeln auch langsam ein.

Eine scheinbar sehr moderne Stadt beginnt lebendig zu werden!

Meine Nacht fiel dieses Mal aus, 4 ½ Stunden Flug, 2 Stunden Zeitverschiebung nach vorne und aktives Flugpersonal hat mich vielleicht eine Stunde schlafen lassen. Dafür geht es mir erstaunlich gut, so früh am Morgen.

Als erstes werde ich mich an die neuen Preise gewöhnen müssen, über drei Monate konnte ich sehr günstig durch Asien reisen, teilweise kosteten meine Übernachtungen um die 15 €, ein Abendessen 5 €. Mein kleines Frühstück hier in Darwin gleich 10 €. Dafür gibt es endlich nach drei Monaten mal wieder einen Supermarkt, zuletzt gesehen in Cape Town. Nicht das ich dies vermisst habe, Streetkitchen habe ich sehr genossen, doch um in Australien einigermaßen zurecht zu kommen, werde ich wohl wieder einen Supermarkt auf suchen müssen, Restaurants jeden Tag werden zu teuer.

Alles ist so aufgeräumt und sauber, auch dies ist für mich gerade sehr ungewohnt. Unglaublich, wie man sich an die Gepflogenheiten Asiens gewöhnen kann, selbst ich, die immer alles sieht, besonders hinter den Kulissen, meist mit meiner Kamera.

Freue mich schon auf das Outback in Australia!

2. Sept, schon wieder am Abend

Zwei Tage bin ich nun in Australia, richtig an dieses eher westlich angehauchte Leben, alles mit einer riesen Portion Gelassenheit gepaart, habe ich mich noch nicht gewöhnt. Ich glaube zu wissen, was mir fehlt, das ist das Staunen über die für mich sehr ans Herzen gewachsene Mentalität vieler asiatischer Gepflogenheiten! Hier fühlt es sich so bekannt an, auch wenn die Menschen, besonders in Darwin ein freundlich gelassenes Leben führen, am Tag herrscht hier die gleiche Business Atmosphäre wie bei uns. Der Feierabend wird völlig anders gestaltet, liegt schon an der Temperatur und den Krokodilen vor der Haustür.

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Nach Feierabend füllt sich die Beachfront.

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Feierabend wird sehr pünktlich um 17 Uhr eingeleitet, die meisten Geschäfte, Museen und jegliches öffentliche Leben schließt um diese Zeit in Darwin. Man geht zum Angeln, Segeln oder mit Freunden und der Familie zum Sonnenuntergang an den Strand, Picknick meist dabei, nur baden kann man hier nicht, obwohl das Wasser herrlich warm ist, Krokodile und kleine sehr gefährliche Jellyfische! Gesehen habe ich sie noch nicht.

Gerade habe ich eine sehr liebe Mail von Arianna erhalten, sie gehört zu der Gruppe meiner Mailand Freunde. Mit ihnen verbrachte ich drei herrliche Tage in Malaysia, besonders unsere gemeinsamen Erlebnisse haben uns verbunden. Wieder einmal erlebe ich auf diesem Wege, wie herrlich einfach es sein kann auf Reisen neue Freundschaften auf der ganzen Welt zu finden, meist wenn man sehr weit weg von zu Hause ist, finden sich Gleichgesinnte zusammen. Es wird spannend, wen ich wieder treffen werde. Viele von ihnen begleiten mich auf meiner Reise durch nette Kommentare weiter. Ich danke Euch allen dafür.

Darwin, eine wirklich sehr moderne Stadt, mein erster Eindruck war der richtige. Wie immer reise ich Step by Step und informiere mich erst vor Ort über das entsprechende Land. So bin ich vormals nie in den Urlaub gefahren, da möchte man von Anfang bis zum Ende die kurze Zeit ausnutzen. Dies ist gerade der Unterschied zu meiner Weltreise. Ein Jahr kann und wollte ich auch nicht durch organisiert haben, so erobere ich mir mit sehr langsamen Schritten jedes Land oder eben einen Kontinent. Dies bedeutet, mit sehr viel Ruhe und „Gelassenheit“ sich den jeweiligen Menschen und ihre Lebensweise anzunähern.

Bisher erging es mir jedes Mal beinahe gleich. Am Anfang fühlte ich mich selten wirklich wohl, meist irritierte mich das Fremde. Im Urlaub ist der persönliche Kontakt zu den Einheimischen ein Nebeneffekt, oft nicht so wichtig, meist genießt man das, was einem diese Land an Schönheiten zu bieten hat. Ich dagegen reise alleine, suche den Kontakt zu den jeweils dort lebenden Menschen, schaue mir genau ihre Gewohnheiten an, beobachte.

Jeder Anfang fiel mir schwer, jedes Ende ebenfalls, weil ich die mir lieb gewonnen Menschen wieder verlassen musste!

Zwei Tage in Australien sind nichts, doch langsam komme ich den Menschen hier näher, das Fremdheitsgefühl noch nicht völlig verschwunden. Um direkten Kontakt zu bekommen, kommt mir die unglaubliche Idee von Airbnb entgegen, hier rüber bucht man Zimmer in privaten Wohnungen oder Häusern, bei Menschen, die gerne mit fremden Menschen ihr Heim teilen möchten. Sicher, einige sind darunter, die dies unbedingt als Ausgleich ihrer Finanzen anbieten, doch bisher habe ich immer nette Menschen kennen gelernt und in besonders ungewöhnlichen Häusern gewohnt. Hier in Darwin wohne ich direkt am Yachthafen mit Steg vor der Terrasse. Dort liegt ein riesiger Katamaran, der Hausherr ist der Bootsmann!

Mein Blick aus meiner Airbnb Bleibe

Mein Blick aus meiner Airbnb Bleibe.

Es gehört schon eine gewisse Toleranz von beiden Seiten dazu, sich sein Haus mit Fremden zu teilen, auch ich muss mich erst langsam daran gewöhnen. Allerdings nach über drei Monaten Guesthouse, Hostel und Hotelleben genieße ich es, eine Waschmaschine selber füllen zu können und mein Müsli mir machen zu müssen. Ansonsten tobt hier ein kleiner süßer Fratz von 2 Jahren meist nackig durch die Gegend, warm ist es hier Tag und Nacht; Familienleben wie bei meiner Enkelin Emma. Auch hier gehen Vater oder Mutter mit dem Sohn gemeinsam ins Bett um zur Ruhe zu kommen.

Alexander und Stephie, nicht nur in Aumühle geht es so zu, auch im weiten Australien herrschen die gleichen Gepflogenheiten!

Darwin eine moderne Stadt, mein erster Eindruck war völlig richtig. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich noch nicht in mein Travelbook hinein gelesen, dann hätte ich die Antwort gleich gewusst. Weihnachten 1974 ist Darwin von einem Zyklon Tracy zerstört worden. Von 11 200 Häusern blieben 400 stehen, 71 Menschen kamen dabei um. Die Stadt wurde nach vielen Vorgaben wieder aufgebaut, inzwischen stetig in die Breite und Höhe. Besonders attraktiv ist die Waterfront, ein neues Hafenviertel geworden. Ein großes geschütztes Becken wurde als Badesee angelegt, ohne Krokodile und den hochgiftigen Jellyfishes. Viele Restaurants, Wohnungen und Geschäfte entstanden, im Kleinformat angelehnt an die Hamburger Hafencity – sehr klein!

Mit meinem gemieteten Fahrrad fahre ich jeden Tag gegen Nachmittag dorthin, um meine tägliche Fischration dort zu verspeisen, den Blick weit über den Pazifik schweifend. In Darwin leben 50 verschiedene ethnische Gruppen, sie alle prägen nicht nur diese Stadt mit, sondern auch die Küche der Restaurants. Von Thai bis Fish and Ships, alles was das Herz begehrt findet man hier.

Einen Tag entschied ich mich für Garnelen auf Thai, den nächsten für ein frisches Fischfilet mit Garnelen von Fish and Ships. Die Ships verfütterte ich an die Möwen und kleinen Seeadlern, die über diesen Hafen ständig kreisen.

Eines der wenigen alten Häuser, hier das Goverment House.

Eines der wenigen alten Häuser, hier das Goverment House.

Die heutige Wharf.

Die heutige Wharft.

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Meinen Start in Australien feierte ich mit einem Gläschen Sekt und Macadamia.

Meinen Start in Australien feierte ich mit einem Gläschen Sekt und Macadamia.

Diese Möwe schaute mir zu.

Diese Möwe schaute mir zu.

Genießen und zur Ruhe kommen kann man hier an jeder Ecke, das Ganze hat leider nur seinen Haken. Ich bin schon ziemlich erschrocken über die Preise hier. Joelle, meine Gastgeberin meinte, dass besonders Darwin wegen seiner exponaten Lage sehr teuer sei.

In Asien hatte ich ständig das Gefühl aus dem Vollen zu leben und trotzdem sparen zu können, hier ergeht es mir genau anders herum, selbst in Deutschland geht es günstiger zu.

Ab Freitag habe ich mich für eine Tour in die Nationalparks entschieden, Kakadu, Litchfield ….! Deshalb bin ich hergekommen. Sie sollen fantastisch sein, sehr ursprünglich und voller Fauna und Flora. Drei Tage Zeltsafari, gemeinsam mit einer Gruppe. An das Zeltleben werde ich mich wohl wieder gewöhnen müssen, anders kommt man gar nicht in diese Parks hinein.

7. September, Flughafen Darwin.

Da sitze ich schon wieder einmal am Flughafen, wartend auf meinen Abflug. Dies wird so langsam zur Routine! Das schöne am Warten ist, ich habe Zeit zum Schreiben, zumindest immer so lange bis mein Akku sich gelehrt hat. Ja ja, ihr Technik Fricks wisst dafür natürlich gleich Abhilfe. Sicher, da gibt es noch Adapter, doch mein ganzes, schweres Gepäck ist schon überfüllt mit Akkus und Adaptern – ist das immer schwer!

Mit diesem Flug entferne ich mich von Hamburg immer weiter, ihr steht alle gerade auf und bei mir ist schon später Nachmittag, allerdings chatte ich gerade mit Niclas, unglaublich, dadurch fühlt man sich wieder nah!

Darwin verlasse ich nun, genau eine Woche habe ich hier verbracht; her geführt hat mich nur mein Bauchgefühl!

War dieses Gefühl nun richtig? Ich muss gestehen, dass mir diese Antwort nicht so einfach fällt. Gefallen hat mir hier nicht alles, liegt es nun an Australien?

Ich befinde mich gerade mal an einem kleinen Zipfel von diesem riesigen Kontinent, der Einzige, der sogar an unserer immer wieder erwähnten 2. Weltkriegs Geschichte beteiligt war, was hier an jeder 2. Ecke erwähnt wird! Die Australier sind besonders stolz auf eine noch so kurz vergangene Geschichte, jeder Tourist bekommt diese sehr ausführlich berichtet.

Darwin wurde im zweiten Weltkrieg als Frontlinie der Alliierten gegen die Japaner genutzt, so wurde Darwin von der Japanern kräftig bombardiert und ziemlich zerstört. 1974 vernichtete der Zyklon Tracy Darwin noch ein weiteres Mal, sodass nun heute diese moderne Stadt mit großem Aufschwung entstanden ist.IMG_6249

Überall in Darwin begegnet man diesen Hinweisen.

Überall in Darwin begegnet man diesen Hinweisen.

Was hat mir nun nicht gefallen? Auffallend waren für mich die Aborigines, die hier in dieser Stadt eigentlich nicht wirklich leben. Begegnet sind sie mir sehr oft an den vielen Buchten, meist unter den Bäumen am Rand der Strände. Hier hausen sie unter freiem Himmel, schwankend, missgestimmt und aggressiv wirkend. Einmal beobachtete ich einen Polizeieinsatz in einem der Parks. Sie wurden auch hier aus dem Gebüsch gejagt, dort hausten sie mit ihren Bierdosen, die ihnen von der Polizei weggenommen wurden. Schimpfend und schreiend verließen sie den Park, wohin auch immer. Erzählt wurde mir, dass die Aborigines zur Schule gehen und alle zwei Wochen Unterstützung vom Staat bekommen. Frage, warum werden sie nicht beschäftigt oder lassen sie sich nicht mit einbinden? Eine Antwort habe ich noch nicht. Diejenigen, die ich gefragt habe gaben mir nur ausweichend Antwort.

Auf der Straße, in den Geschäften und Restaurants begegnete ich ausnahmslos sehr freundlichen Menschen, mit einigen führte ich nette Gespräche. Bei meiner Tour durch die Nationalparks verlor sich diese Freundlichkeit leider komplett, unser Guide war ein gestresster, leicht reizbarer, tief verwurzelter Darwiner, der uns in für mich sehr schwierig verständlichem australischem Englisch seine Geschichte zwar näher brachte, doch Fragen ungerne beantwortete.

Bisher bin auf meiner Reise immer sehr freundlichen und engagierten Menschen begegnet, sicher bin ich daher sehr verwöhnt. Doch auch zwei meiner älteren Mitreisenden aus Italien waren der gleichen Meinung, der Rest unserer Gruppe waren sehr junge Leute. Die meisten von ihnen reisten mit Work and Travel durch Australien, die Busfahrten über schliefen sie und die kurzen Ausflüge über waren sie sehr genügsam. Drei Tage durch National Parks in Australien zu reisen sollte man einfach lassen. Der Kontinent ist einfach zu groß, ein Bus zu langsam, die Strecken endlos, da bleibt kaum Zeit sich etwas in Ruhe anzuschauen. Wieder bin ich um eine Erfahrung reicher. Dies waren nun die Dinge, die mir nicht so gefallen haben.

Die langen Busfahrten führten uns durch eine karge Savannenartige Landschaft, die durch die Kargheit seinen besonderen Reiz hat. September ist für das Northern Territory das Ende einer langen Trockenperiode. Ab Oktober, November beginnt hier die Regenzeit, die viele dieser Dessertebenen überflutet und zu großen Seen verwandelt. Dies ist auch ein Grund, warum sich die Salzwasser- und Süßwasserkrokodile so zahlreich hier ausbreiten und vermehren können.

Mit dem Boot fuhren wir durch das Mary-River-Wetland, jetzt ein Fluss voller riesiger Süßwasserkrokodile, in der Regenzeit ein riesiger See, der zur Brutstätte weiterer Krokodile wird. Direkt einen Meter vor meiner Kamera und mir beäugte mich ein besonders großes Exemplar, instinktiv zog es mich in die Bootsmitte.

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Große Augen direkt am Boot auf mich gerichtet …..

.... unheimlich so dicht vor der Nase ..

…. unheimlich so dicht vor der Nase ..

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Auch in Afrika sind mir ähnliche Krokodile begegnet, die ich hier im Blog schon vorgestellt habe, doch so direkt in die Augen zu schauen, ist schon zum Fürchten.

Weiter ging unsere Tour in den „Kakadu“ National Park, schon am Visitor Center entdeckte ich die ersten weißen Kakadus hoch oben in den Bäumen. Durch ihr hässliches Gekrächze kann man sie sehr gut ausmachen, nur fotografieren lassen sie sich nicht gerne. Entweder verschwand der Kopf oder der halbe Vogel hinter den Blättern. Am dritten Tag sah ich diese Exemplare total in Schwarz, nur das Krächzen klang genau so.

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Kakadus …

 

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Steppenfeuer ...

Steppenfeuer …

trotzdem wachsen die kleinen Palmen weiter.

trotzdem wachsen die kleinen Palmen weiter.

Die Termiten überstehen das Feuer unbeschadet.

Die Termiten überstehen das Feuer unbeschadet.

Immer wieder kamen wir direkt neben der Straße an Steppenfeuer vorbei, völlig unkontrolliert zündelt es vor sich hin. Genauso wie es angeht hört es auch wieder auf, so die Aussage unseres Guides. Erstaunlich mit welch einer Kraft sich die Pflanzen trotzdem weiter entwickeln.

Eine Tour brachte uns nach „Ubirr“, ein Bergmassiv mit zum Teil über 25 000 Jahre alten Aborigines Wandmalereien, die noch im Ursprung erhalten geblieben sind. Die Farben haben sich mit dem Felsen verkieselt, sind somit tief eingezogen. Eine Klettertour hoch hinauf eröffnete uns einen herrlichen Ausblick über diese endlose Landschaft, wunderschön!

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„Ubirr“, ein Bergmassiv

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Aborigines Wandmalereien sind bis zu 25 000 Jahre alt…..

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In Urbirr...

In Ubirr…

An unserem Campground mit fest aufgebauten Zelten kamen wir erst im Dunkeln an. Auch das Versorgungszelt mit eingebauter Kochgelegenheit steht hier immer. Kein romantisches Campfire, nur schnell das Fleisch auf einen Gas Grill zubereitet, Salat und Fertigsaucen – Dinner! Oh, wie habe ich Frank und unser herrlich zubereitetes Wildfleisch am Feuer in Afrika vermisst!

Einer unser Campgrounds.

Einer unser Campgrounds.

5:30 Uhr Aufstehen, dies drei Tage lang, sonst ist das Tagesprogramm nicht zu schaffen. Der zweite Tag führte uns zu einigen Bergmassiven mit großen, klaren Wasserpools zum Baden, angeblich ohne Krokodile, landschaftlich wunderschön. Mich reizten allerdings mehr die Trekkingpfade, die ich in der Badezeit der Gruppe gerne für mich alleine durchwanderte. Den Abend verbrachten wir auf einer riesigen Cattle Farm, die ihr Gelände auch als Campground zur Verfügung stellt. Überall sprangen die kleinen Kängurus umher, in den Mangobäumen krächzten weiße Kakadus über unseren Zelten. Unter Sternenklarem Himmel verbrachten meine beiden Italienerinnen und ich einen herrlichen Abend neben unseren Zelten, während die Jungen sich bei Musik im Kochzelt amüsierten.

Badepools ohne Krokodile !!!

Badepools ohne Krokodile !!!

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Dieses Schild stand hier nicht.

Dieses Schild stand hier nicht.

Der nächste Morgen startete wieder sehr früh. Diese Mal ging es über den wunderschönen Litchfield Park wieder nach Darwin zurück. Zuerst fuhren wir zu einer unglaublichen Landschaft, die überseht war mit riesigen Termitenbauten, die nach oben schon einige Meter hoch gebaut waren, doch unter der Erde etliche Meter tiefer gehen. Sie überstehen Feuer und Flut, ohne Schaden davon zu nehmen.

Ganze Felder von Termitenbauten in unterschiedlicher Größe und Form, abhängig vom Standort.

Ganze Felder von Termitenbauten in unterschiedlicher Größe und Form, abhängig vom Standort.

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Flugfüchse ...

Flugfüchse …

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Ein gerettetes Kängeruhbaby.

Ein gerettetes Kängeruhbaby.

Der nächste Stop waren die Gunlom Falls, wieder große Badepools, doch umringt von riesigen Bäumen, die mit Kakadus und Flug Füchsen überseht waren. Teleobjektiv raus und Fotos über Fotos gemacht.

Noch zwei weitere Pool Stops, jedes Mal in wunderschöner Landschaft und am Abend zurück in Darwin. Beim letzten ging auch ich endlich hinein, herrlich erfrischend.

Den Abend verbrachte ich in Collon Bay ganz in der Nähe meiner Bleibe, abends schlief ich mit meinem Mac und Fotos herunterladend auf dem Bett ein, so müde war ich nach dieser Tour, die trotz der anfänglichen Störungen ein wunderbares Erlebnis waren.

Brisbane wartet nun auf mich, nicht mehr so heiß und die Nächte vor allem kühler, also besserer Schlaf!

Akku ist leer! Tschau bis aus Brisbane, dort lande ich schon in einer Stunde.

15. September in Brisbane

Zum Schreiben komme ich immer seltener, meist fehlt mir die nötige Ruhe dazu. Entweder ich bin unterwegs, mit anderen Menschen zusammen oder einfach nur zu müde.

Über fünf Monate reise ich jetzt inzwischen schon um die halbe Welt, weit, weit weg von Deutschland, auch Gefühlsmäßig bin ich weit weg von meiner Heimat. Momentan stecke ich gerade in einer leichten Travel Ermüdungserscheinung, der Wunsch nach einer Konstante ereilt mir hier in Australien besonders. Gespalten fühle ich mich zwischen dem Wunsch, so viel wie möglich Neues zu entdecken und einfach nur an einem Ort zu verharren. Noch sieben Monate soll dies so weiter gehen?

Ja und nein, die Neugierde überwiegt wie immer, doch fühle ich sehr stark den Wunsch nach einem Platz des Bleibens für eine Weile. Diesen werde ich mir in Neu Seeland suchen. Ähnlich wie in Afrika stelle ich mir eine Farm, ein Weingut oder eine Kaffeeplantage vor. Um wieder etwas Bodenhaftung zu bekommen könnte etwas Arbeit an so einem Platz ganz hilfreich sein, gleichzeitig wird meine Neugierde mit neuen Erfahrungen gefüttert. Die Zeit für eine Recherche werde ich mir wohl bald nehmen müssen.

Hier in Australien werde ich die letzten 2 Wochen meinen Radius etwas kleiner halten, als eigentlich geplant, keine Extraflüge nach Sydney etc. Doch alles der Reihe nach.

Heute saß ich lange an einem herrlichen Platz mit Blick auf eine Marina, mein Mac hatte ich nicht dabei, so schrieb ich meine Gedanken per Hand, die ich jetzt gerne mit einbeziehen möchte.

Mein Marina Blick ....

Mein Marina Blick ….

           Australien wird für mich ein wenig zur Kostenfalle – so wie ich reisen möchte funktioniert hier nur mit einer großen Hand voll Dollars, die man über hat. Busse fahren hier zum Teil sogar umsonst, wenn man an der richtigen Stelle ist, die Bahn stattet einem mit einer „GoCart“ aus, die für viele Möglichkeiten, so wie Schiffstouren gilt und auch erschwinglich und leicht zu verstehen ist. Doch jegliche Unterkünfte schlagen so tief in das Budget hinein, dass dies nur mit einem Hostel im Viererzimmer auszugleichen wäre; dies ist das Einzige, was ich nur im Notfall tuen möchte. Dort schlafen meist die ganz jungen Traveller, selbst sie zahlen noch um die 20€, für mich als Single gleich 54€. Ein einfaches Hotel oder eine Cabin auf einem Campground ab 95€! Eine 2 Tages Tour zum Great Baries Riff mit allem 340€ ….. ! Dafür konnte ich in Asien acht Tage bestens leben und reisen.

Ok, ein kleines Auto habe ich mir ab morgen gemietet, um individueller reisen zu können, übernachten werde ich weiter privat via Airbnb, eine grandiose Idee, zwischen 20€ und 45€ und das schöne ist, man lernt eine Menge über das Leben in Australien kennen.

In NZ werde ich abgesehen von meinem Plan der Konstante wieder etwas mobiler, laut Lonley Planet kann man dort sehr einfach reisen. Auch die Kultur der Maoris zusammen mit den „Neuen Bewohnern“ fügt sich besser zusammen. Hier in Australien bin ich noch etwas irritiert – wie es scheint haben die Aborigines wenig Platz zum Leben, ihre Kunst ist wunderschön überall zugegen.

Aussie – hier und jetzt!

Seit einer Woche lebe ich nun um Brisbane herum und habe noch keine Silbe dazu geschrieben.

Es gefällt mir mit der einen oben beschriebenen Ausnahme hier sehr gut. Überall treffe ich auf freundliche nette Menschen, die Temperaturen sind herrlich angenehm, sonnige 23°-25°.

Durch Australien reise ich mit einem ganz neuen Blick, als zuvor durch Asien.

„Wie lebt es sich hier auf diesem großen Kontinent“?

Mit diesem Blick schaue ich auf die Menschen und ihre Umgebung; es fühlt sich gut an hier zu leben, als Gast bin ich stets willkommen. Doch um dieses angenehme Leben führen zu können, braucht man ein entsprechendes Einkommen, vor allem eine feste Bleibe. Immer wieder komme ich auf den gleichen Punkt.

Vor mir liegt eine der vielen riesigen Marinas, gefüllt mit endlos vielen Booten im „Normalmaß“, Motor- wie Segelboote. Noch ist Frühling in Queensland, alle laufen zwar in Shorts und T-Shirt umher, doch diese Boote werden wohl erst im Sommer bewegt, auf offener See habe ich nur wenige gesehen. Die Häuser an der Küste sehen sehr modern und gepflegt aus, vergleichbar mit unserem Baustil eher in Leichtbauweise gebaut, Isolierung ist nicht von Nöten. Die Verkaufsmargen entsprechen allerdings schon den Hamburger Verhältnissen. So manches Haus würde ich gerne bewohnen natürlich nur mit Seeblick! Der Automarkt richtet sich mehr nach Japan aus, einige deutsche Marken, so wie Porsche Cayenne oder Audi sind dazwischen auch zu finden.

Gepflegt, modern und mit einer herrlichen Natur ausgestattet, so würde ich mit drei Punkten diesen Teil von Australien bezeichnen, gepaart mit Menschen, die es lieben hier zu sein; alle wollen sie Leichtigkeit vermitteln. Akzeptiert, doch auch hier gibt es die gleichen Lebensrealitäten, wie Gesundheit, Stress bei der Arbeit, Häuser, Gärten etc. müssen gepflegt werden; „ lot of work“!

Wäre ich 40 Jahre junger, Australien wäre für mich ein Land, indem ich gerne leben würde! Hey Aussies, ist das nicht eine tolle Aussage!

Vor zwei Tagen traf ich eine junge Frau aus Deutschland, die gerade dies seit 2 ½ Jahren austestet. Sie möchte gerne noch studieren, doch ihr Wunschstudienfach ist zu teuer ( Wieder diese Falle ), daher ist sie noch unsicher. „Eigentlich bin ich hier happy“!

Es fühlt sich aufregend an, Australien mit diesen Augen zu betrachten, als würde man hier leben wollen. Die Idee so zu schauen, kam mir, als mir bewusst wurde, dass mir die Fülle der asiatischen Kulturen fehlte, ständig befand ich mich im „Inspirations- und Überraschungsmodus“. In Australien leben viele Menschen mit einem europäischen Hintergrund, meist der Großeltern, einige kommen aus dem asiatischen Raum, wie China und Vietnam. So kam mir vieles bekannt vor und versetzte mich eben nicht in das großartige Staunen.

Dieser Blick schärft meine Aufmerksamkeit, lässt mich genauer auf die Menschen schauen und mich für sie öffnen. Durch Airbnb begebe ich mich in die Privathäuser, dort treffe ich meist auf besonders offene Menschen, die ihr Leben gerne mit Reisenden teilen, auch ich muss mich für die Familien öffnen. Dies macht das Reisen weit aus interessanter, als wenn man sich in ein anonymes Hotelzimmer zurückzieht.

Noch wohne ich bei Lyn und Lloyd in Lota, einem südlichen Stadtteil von Brisbane. In ihrem wunderschönen Haus, das von Lloyd, ein Architekt selber gebaut wurde. Dort habe ich ein so liebevoll eingerichtetes Zimmer, mit allem was das Herz begehrt. Gerne sitze ich am Schreibtisch und arbeite mit meinen Fotos oder schreibe an meinem Text. Lyn hatte am Wochenende ihre große 60. Birthday Party, wie gut konnte ich ihre Aufregung verstehen. Ich war zwar auch eingeladen, doch wollte ich etwas mehr von dieser wunderschönen Gegend sehen und fuhr ein paar Tage nach Stradbroke Island.

Auch wenn ich auf dieser Party viele Menschen erlebt hätte, ich wollte und brauchte von Brisbane eine Abwechslung, vor allem etwas Zeit für mich.

Diese fand ich nun auf dieser Insel, Straddi liebevoll genannt von den Aussies. Einer Insel an der gerade die Wale gen Süden mit ihren Jungen ziehen, sich unglaubliche Buchten und endlose Sandküsten befinden – ein Naturschauspiel“ für meine etwas angeschlagene Seele.

Warum angeschlagene Seele?

Dazu muss ich noch einmal weit zurück rudern bis nach Indien! Wie ich schon berichtete, hatte ich dort einen Unfall, bin ausgerutscht und auf meinem Kopf und Rücken gefallen. Mein harter Schädel hat dies zum Glück gut überstanden, doch mein Rücken schmerzte mir einen ganzen Monat lang, teilweise sehr. In Kaschmir brachte mich schließlich Macbool, mein hilfsbereiter Guide meiner Trekking Tour im Himalaya in das dortige städtische, „grauenhafte“ Krankenhaus. Wie es mir dort erging habe ich ausführlich berichtet, einen Punkt habe ich allerdings ausgelassen.

Auf dem Röntgenbild, welches mit all meiner Kleidung zusammen aufgenommen wurde (der Glaube erlaubt kein Entkleiden), ergab, dass an meiner Wirbelsäule zum Glück nichts gebrochen war, welch ein Segen! Auf diesem Bild entdeckte ich selber einen schwarzen Punkt in der Mitte meines Bauches; „Was ist das“? Nichts und ein Abwinken.

Ich bekam dieses Röntgenbild in die Hand gedrückt und durfte mit einer Hand voll Schmerzmittel wieder gehen. Vor Augen hatte ich nun fortan diesen schwarzen Punkt! Hätte ich nicht vor fünf Jahren gerade eine schwere Krankheit, die eigentlich auch nur durch Zufall heraus kam, inzwischen gesund überstanden, hätte ich diesen Punkt vielleicht leichter ignorieren können. Eigentlich hatte ich kurz vor meiner Reise einen großen Check Up mit dem Ergebnis, alles ist perfekt und gesund, gemacht habe, doch hat man einmal so eine schwere Diagnose überstanden, wird man sehr hellhörig und sensibel was die eigene Gesundheit angeht, leider macht sich auch leichter die Panik breit, so auch dieses Mal.

Das Abwinken in diesem grauenvollen Krankenhaus nahm ich nicht für voll, ich traute dort niemanden, auch meine Schmerzmittel hatten ihre Wirkung verfehlt. So spukte fast drei Monate dieser Punkt in mir herum. In Asien konnte ich dies gut kompensieren mit den unglaublichen Erlebnissen, doch für Brisbane hatte ich mir fest vorgenommen, dies einem Arzt zu zeigen. In ein asiatisches Krankenhaus wollte ich niemals wieder hinein.

Über drei Monate bildete ich mir immer wieder ein Druckgefühl ein, besonders wenn ich ab und an unter Druck stand. Vielleicht hast du Gallensteine, die dort nun drücken, die können ja zertrümmert werden, weiter mochte ich nicht denken. Tiefes Durchatmen half eigentlich sofort!

Ich war in Brisbane angekommen und mein Vorhaben zum Arzt zu gehen musste ich nun auch durchführen, dies erhöhte allerdings meine Panik weiter! So mancher kann sicher nach empfinden, wie es mir erging.

Dank der großartigen Hilfe von Lyn und Lloyd, die ich doch in mein Problem einweihte, fand ich einen hervorragenden Arzt, der alles an mir durchcheckte, einschließlich eines neuen Röntgenbildes, auf dem nichts als gesunde Organe zu sehen waren, auch kein schwarzer Fleck. Der Punkt erwies sich als „pure Luft“! Meine Blutwerte sind besser als vor fünf Monaten, das Druckgefühl kommt von verspannten Muskeln zwischen den Rippen, wahrscheinlich vom vielen Tragen meiner schweren Kamera unterstützt!

Hallo, kapiere dies endlich: „Du bist kerngesund“. Ein so großes Glück, das ich nur noch annehmen muss!

Was für eine Lehre für mich, zeigt es mir wieder einmal, wie wichtig es ist, für sich selber zu sorgen. Von nun an kann ich wirklich mit „Einer Brise Freiheit“ reisen“!

So weit zu meinem Marina Blick. Nachdem ich dieses herrliche befreiende Ergebnis bekam, ging ich leicht wie auf Federn zum Bahnhof. Da stand gerade ein Zug, welche Richtung hatte ich keine Ahnung. Einsteigen, am nächsten Bahnhof weißt du schon wo es hingeht. Mein Plan am Morgen war genau in die andere Richtung, doch dieser Zug brachte mich wieder in die City von Brisbane.

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Brisbane, eine junge moderne Kulturreiche Stadt…..

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Nepal Tempel …

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South Bank …

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mit seiner Beach.

Ich nahm einfach nur das was kam an und verlebte den schönsten Tag seit langem. Das ist die Freiheit, die ich endlos geniesse!

Der Himmel war bedeckt, also fuhr ich bis zum Museum von Brisbane, ein unglaublicher Komplex. Das ganze Viertel von South Brisbane, es liegt direkt in der City, besteht aus Kunst, Theatern und Museen. Modernste Architektur gepaart mit Kunst wirkt auf mich unglaublich inspirierend, hinzu kommt noch die Tatsache, das die meisten Ausstellungen „for free“ sind. Wo gibt es denn so etwas in Europa? Fazit dieser Tatsache ist, dass ein sehr junges Publikum, einschließlich junger Familien sich in diesen Ausstellungen aufhalten. Ich habe noch nie so viele junge Mütter gesehen, die ihren kleinen Kindern Kultur, Naturereignisse und Geschichte erzählten. Dies alles in herrlich entspannter Atmosphäre in luftigen mit Wasser durchfluteten Gebäuden – ein Muss für jeden Brisbane Besucher.Australia, Brisbane 7

So beschwingt wagte ich mich nochmals in die pulsierende City mit ihren herrlich jungen Shops. Christina und ihr anderen Mädels, ihr würdet hier so viele Kleider finden, ich meine erste neue Hose, eine Jeans für die robusten Momente meiner nächsten Trips. Zwei Hosen haben inzwischen durch das viele waschen und tragen ihre Farbe verloren, T-Shirts lösen sich auf, nur meine heiß geliebte Blümchenbluse, die auf so vielen Fotos zu sehen ist, lässt sich jeden Tag auswaschen und wieder anziehen.

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Brisbanes Moderne.

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Markt mitten in der City….

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Auch Deutsche Einwanderer sind in Australien…

Danach setzte ich mitten in diesem Treiben in ein offenes Lokal, aß wieder einmal Fisch und trank ein Glas Weißwein dazu, es ging mir unglaublich gut, fühlte mich wieder frei für neue Inspirationen.

Es wurde dunkel, normaler Weise habe ich mir auf dieser Reise angewöhnt nicht so spät alleine unterwegs zu sein, doch diesen Abend wollte ich auskosten und alles mitnehmen was sich mir anbot. So fuhr ich wieder mit dem CityCat zum anderen Ufer, Brisbane Festival fand hier gerade statt. Überall befanden sich kleine Bühnen mit unterschiedlichsten Darstellern, die sich so hintereinander präsentieren konnten. Immerhin befinden sich in dieser Stadt einige künstlerische Universitäten, von Schauspiel, Musik und Art, alles in South Brisbane.

Dazwischen konnte man sich auf sehr unterschiedliche Weise etwas zum Essen und Trinken besorgen. Dies alles sehr gepflegt, auf den Wiesen standen Stühle mit Tischen, an denen man sich mit einem Glas Wein, ich betone Glas, setzen konnte. Immer wieder liefen junge Leute umher und sammelten Gläser und Müll ein. Ich staunte nicht schlecht. Wenn wir in Hamburg Veranstaltungen dieser Art haben, sieht es hinter aus wie auf einer Müllhalde voller Plastik. Gläser wären sicher alle am Boden zerbrochen.

Immer weiter schlenderte ich über dieses Fest der Musik und des Theaters und kam an einem riesigen Zelttheater vorbei. Große Reifen wurden über die Gehwege gerollt, zusammen mit sehr schwungvollen jungen Frauen, die damit zu tanzen schienen. Ein Blick auf das Programm ergab gerade einmal drei Minuten bis zum Beginn dieses Spektakels, was auch immer es sein würde.

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Brisbane in der Nacht….

Premiere, gibt es noch Karten? Ja alles Einheitspreise, ok eine bitte! So schnell saß ich noch nie in einem Theater, ziemlich weit oben, dies jedoch war mir völlig egal, die Bühne konnte ich gut erkennen. Wieder war ich einfach nur glücklich über meine Spontanität. Einen herrlichen Abend mit akrobatischen Tänzen, flotter Musik und Gesang, auf dem Boden und hoch oben in atemberaubender Höhe ohne Seil erlebte ich. Eine sehr kreative Aufführung mit jungen Schauspielern, die reinste Multitalente waren.

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Was für ein Tag, der mit großer Anspannung begann und herrlich erfrischend leicht endete. Die Bahnfahrt war ein Kinderspiel, auch mein Fußweg zum Haus von Lyn und Lloyd in Lota, dort gibt es keine Straßenbeleuchtung.

Die heutige Technik ist doch grandios, gerade habe ich drei sehr aktuelle Videos von meiner süßen Enkelin Emma gesendet bekommen! Plötzlich macht sie ihre ersten Schritte. Ich kann dies leider nicht life erleben, doch ein wenig teilhaben kann ich so schon. Emma ist eine so süße kleine Maus, sie kann sich so unglaublich über sich selber freuen, dass einem das Herz aufgeht.

17. September

Schon bin ich wieder am Touren durch Queensland, dieses mal mit einem kleinen weißen Flitzer, der bergauf jemanden zum Schieben braucht. Knapp fünf Monate bin ich kein Auto mehr selber gefahren, zuletzt in Cape Town. Linksverkehr in einem völlig fremden Kontinent – anfangs war ich doch tatsächlich aufgeregt, ich als alte Dauerautofahrerin, die bisher jede Situation gemeistert hat.

Mein Flitzer in Queensland

Mein Flitzer in Queensland

Heute am zweiten Tag flitze ich hier schon ganz selbstverständlich umher, so schnell geht das. Spaß bringt es dazu auch noch, das Gefühl der Freiheit verstärkt sich ebenfalls.

Wo fahre ich jetzt hin? Dahinten regnet es, also fahre ich in die andere Richtung. Wann kann man schon so einfach im „normalen Leben“ seine Richtung ändern.

Mit Sicherheit ist dies ein Weg aus so mancher Sackgasse heraus zukommen, doch –

Die Richtung ändern braucht ein wenig Mut!

Wie oft wird mir gesagt, ich sei so mutig alleine durch die Welt zu ziehen. Ja da ist wieder dieser obige Gedanke. Mit meiner Reise habe ich meine Richtung völlig verändert, Mut brauchte ich nur ganz am Anfang dazu. Jetzt fühle ich mich sofort wohl, wenn ich unterwegs bin. An einem Ort fest sitzen macht mich ziemlich schnell unruhig und unzufrieden. Dies habe ich in der letzten Zeit schon häufig in mir gespürt. In Bewegung bleiben, sinnbildlich oder so wie ich; wirklich weiter ziehen – das fühlt sich großartig an.

Ein kleiner Widerspruch besteht hier schon zu dem oben Geschriebenen, dem Wunsch nach einer Konstante des Bleibens. Richtig, dies schrieb ich im Zustand des Stillstandes. Schon interessant wie sich meine eigene Sichtweise im Unterwegs sein verändert. Unterwegs zu sein überwiegt eindeutig in meinem positiven Denken!

So weit zu meinem Thema: „Was macht es mit mir“. Je länger ich unterwegs bin, spüre ich mich und meine eigenen Gefühle sehr viel deutlicher als je zuvor; endlich!

Den Linksverkehr bewältige ich inzwischen auch, sodass ich zurückkehren kann zu meinen sonstigen Erlebnissen.

In Brisbane hatte ich eine wunderbare Bleibe bei Lyn und Lloyd gefunden. Lyn erwies sich auch als perfekte Travelinformantin. Ihre Anregungen waren ausnahmslos richtig und gut für mich.

Mit der TransLink Bahn fuhr ich die ersten Tage zusammen mit einer „GoCart“ in die Innenstadt. Dort konnte ich damit auch die „CityCat“, schnelle Catamarane, die den Brisbane River befahren, nutzen. So war ich sehr beweglich und unabhängig.

Brisbane ist eine sehr junge und moderne City, mit einer Menge Sky Scraper, die den Himmel ankratzen, durchzogen von dem stark mäandernden Brisbane River. Eine Fahrt mit dem CityCat gibt einem einen großartigen Überblick. Entlang geht es an wunderschönen Wohngebieten mit so manchem Traumhaus in das ich sofort einziehen könnte. Auf der einen Seite ging es bis zur Universität, auf der anderen weit hinaus in Richtung Meer.

Jeden Tag fuhr ich mit der Bahn bis nach South Bank, einer Art Park mitten in der City. Das großartige Kulturzentrum von Brisbane befindet sich darin, genauso ein großes Strandfreibad, wirklich frei. Viele kultige Restaurants, ein Nepal Tempel und endlose Freizeitmöglichkeiten. Das Ganze ist auch noch hübsch anzusehen. Entsprechend gut besucht wird dieses Stadtviertel von allen Altersgruppen, kleinen Babys, spielend im Wasser und Sand, junge Beachboys und Mädels, Kultur interessierte und natürlich auch Touristen.

Australia, Brisbane 4

18.Sept…….. Morgen fahre ich von der Gold Coast, südlich von Brisbane gelegen, an die Sunshine Coast, die nördlich von Brisbane beginnt. Allerdings ist gerade der „Sunshine“ durch Wolken etwas verdeckt.

Zwischen Brisbane und der Gold Coast liegt schon wieder eine Woche angefüllt mit vielen Erlebnissen. In der Sunshine Coast werde ich bei Marisa wohnen, sie war vor gut zehn Jahren die Hostmum von Christina, damals noch in Neu Seeland lebend. Beide warten wir schon lange mit großer Vorfreude auf diesen Moment. Gleichzeitig hat sie Besuch von einem großartigen Künstler aus New Seeland, Paul Radford. Seine Bilder und Skulpturen gefallen mir schon im Internet gut. Spannende und völlig neue Blickwinkel werden sich ab morgen für mich öffnen. Eine längere Fahrt werde ich quer durch Queensland haben, spannend besonders durch Brisbane zu gelangen.

Die fehlende Woche werde ich aus meiner intensiven Erinnerung in den nächsten Tagen von dort hinzufügen, die Zeit werde ich mir eher am Tag nehmen. Es fällt mir gerade leichter im Jetzt zu schreiben als über die Vergangenheit – das wird mir gerade bewusst. Im Hier und Jetzt zu sein gefällt mir besser als zurück zu denken.

23. September, Mt Coolum

Schreibblockade und Facebook posten Blockade!!!!!

Seitdem ich in Australien bin, hat sich mein Tempo im Schreiben sehr verlangsamt. Der Grund, zu viele oder zu wenige Erlebnisse?

Dies zu ergründen versuche ich gerade, möglich ist, dass die hundertprozentige Dauerinspiration in Afrika und Asien hier eine völlig andere ist. Vieles fühlt sich eben nicht so fremd an, eine unglaublich schöne Natur gepaart mit Menschen, die die europäische Kultur in Australien adaptiert haben, sich es damit sehr gut eingerichtet haben und dadurch ein entspanntes Leben führen. Möglich, dass dies auf mich abgefärbt hat. Oft denke ich, ok das wirst du schon alles in Erinnerung behalten, schreibe ich morgen weiter!

Aus Morgen ist inzwischen eine Woche geworden, inklusive der schon nicht aufgeschriebenen vergangenen Woche also zwei. Da gibt es jetzt wirklich kein Aufschieben mehr. Heute habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass mich dies sogar blockiert, zurückhält etwas zu unternehmen. Wenn ich ein wenig zurück lese, spüre ich selber sehr stark eine Unruhe in mir, die ich die letzten fünf Monate nicht kannte. Vieles über mein zukünftiges Leben geht mir durch den Kopf, immer klarer wird mir dabei, dass es einen Wechsel geben wird, alles andere wäre ein Stillstand, dies würde mich sicher unglücklich machen. Gleichzeitig formen sich meine unterschiedlichen Ideen und Visionen zu Konkretem, wie schön, dass ich noch über sechs Monate Zeit habe daraus etwas Wirkliches zu formen!

 

Angekommen bin ich hier in der Sunshine Coast bei Marisa schon vor fünf Tagen, fast scheint es mir auch, ein wenig angekommen zu sein, nicht ständig auf der Suche zu sein, eine neue Bleibe zu finden. Marisa ist eine so offenherzige Gastgeberin, dass mir das Bleiben sehr leicht macht. Heute habe ich auch entschieden meinen Aufenthalt in Australien zu verlängern, Marisas Haus ist für mich eine Art Basis von der ich meine Ausflüge gestalte. Das fühlt sich gut an und lässt mich ein wenig mehr zur Ruhe kommen.

Dies wird allerdings besonders durch das sehr ausgefallene Haus, das Marisa für einige Monate hütet vereinfacht. Schon die Lage, direkt am Fuße des Mount Coolum und zwei Kilometer von der traumhaften Küste entfernt gelegen, ist grandios. Das Haus selber ist ein modernes Kunstwesen, welches mich schon an jeder Ecke je nach Lichteinfall zu neuen Fotos inspiriert. Nur lange schlafen kann ich hier nicht. Kaum wird es gegen fünf Uhr hell, erwachen auch die Vögel, die mit ihrem Gesang nicht mit unseren Zwitschernden zu vergleichen sind. Sie singen wunderschön, doch der Größe dieses Kontinents angepasst ist ihre Lautstärke und Kraft – da ist an Schlafen nicht mehr zu denken.

Marisa arbeitet selbstständig als Architektin und baut sich gerade ein Strandhaus hier in der Nähe. Die Bauweise ist mit unserer komplizierten Art nicht zu vergleichen, hier gibt es keine Heizungen, dafür allerdings Aircondition. Entsprechend einfacher, oft mit Holz wird hier gebaut.

Ja, ich genieße es gerade sehr morgens in dem gleichen Bett aufzuwachen und abends in dieses wieder hinein zu schlüpfen.

Tausendmal Danke an Marisa für diese Möglichkeit!

Soweit der „Ist Zustand“!

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Marisa, meine herzliche Gastgeberin mit dem Künstler Paul, der in Neu Seeland lebt.

Das Haus ein Kunstobjekt für sich....

Das Haus, ein Kunstobjekt für sich….

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Nur der kleine Buddha erinnert mich täglich an Asien.

 

12. September, Straddi Island

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Straddi Island

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endlos ….

Auch diese lustigen Kängerus sieht man auf Straddi...

Auch diese lustigen Kängurus sieht man auf Straddi…

Nachdem ich endlich Gewissheit über meinen positiven Gesundheitszustand hatte, gelangte auch mein Unternehmungsgeist wieder zurück. Gleich am nächsten Morgen startete ich von Lyn und Lloyd südlich von Brisbane meine Tour nach „Sradbroke Island“, liebevoll von den Aussies Straddi Island genannt. Nur mit leichtem Gepäck, mein Fotorucksack umfunktioniert zu Beidem, Kamera mit Schlafsack und sehr wenig Kleidung. Dazu noch ein Leichtrucksack, den ich meistens bei meinen Unternehmungen mit meinen Papieren und Kamera trage.

Zuerst fuhr ich wieder mit der TransLink, dieses Mal in die andere Richtung bis nach Cleveland, gerade einmal eine viertel Stunde. Dort stand auch gleich der Busshuttle bis zur Fähre nach Straddi Island bereit, for free! So war ich in einer halben Stunde schon am Fähranleger. Die Fähre fuhr mit vielen jungen Leuten etwas jonglierend durch ein Inselreiches Gebiet, teilweise sehr langsam, wir hatten gerade Ebbe. Auch dort stand wieder ein Bus bereit uns Gäste auf der Insel zu verteilen. In zwei Stunden war ich bei meiner „Manta Lodge“, einem Hostel angekommen, bezog dort ein Zimmer für mich alleine, dort hätten noch zwei mit übernachten können. Doch besonders auf dieser langen Reise ist es für mich wichtig mein eigenes Reich zu haben, auch in einem Hostel.

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4 X 4 ist an manchen Stellen erlaubt.

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Lifeguard stehts bereit ….

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Die Manta Lodge befindet sich hinter dem „Wetland“ Streifen.

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Raue Küste zum Point Lookout

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Zum Angeln besonders gut geeignet.

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Dramatischer Himmel am Abend …

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oder ein sanfter Übergang.

Hochzeiten werden hier am Strand gefeiert ...

Hochzeiten werden hier am Strand gefeiert …

Einige Bräute bekam ich zwischen meinen Walbeobachtungen auf die Linse ...

Einige Bräute bekam ich zwischen meinen Walbeobachtungen auf die Linse …

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Die Lage war einfach herrlich, direkt an einem langen Strand, nur unterbrochen durch einen kleinen Dschungelstreifen, hier genannt „Wetland“, allerdings weit weg von jeglicher Infrastruktur. Für mein Frühstück brauchte ich eine kleine Ausstattung, Tee, Joghurt und Bananen sind seit meiner Airbnb Zeit alltäglich geworden, so musste ich mich erst einmal auf die Suche begeben. Es dauerte einige Zeit, bis sich ein Mini Supermarkt zeigte, indem es gerade mal die nötigsten Dinge gab. Gerne wollte ich mir für die zwei Abende auch einen Wein kaufen, zwei standen zur Wahl. So nahm ich diese, in der Hoffnung einer würde davon schon schmecken.

Alles auf dieser Insel war einfach grandios, nur nicht diese Weine, die ich am Abend am Strand zum Sonnenuntergang probieren wollte. Ihhhh, was ist das denn? Schmeckt wie Brause ohne Kohlensäure! Der Inhalt der beiden landete in einem Loch im Sand! Erst später entdeckte ich, dass der Alkohol entzogen wurde, dazu noch süßes Zeugs.

Durch meine strammen Märsche am Strand war ich am Abend hungrig. Zum Glück befand sich 500 m weiter ein kleines Restaurant, das sich in der Italienischen Ecke einsortiert hatte, dies allerdings auf Aussie Art. Schon die Portionen waren gigantisch groß. Es war Samstag, es brummte nur so vor Menschen und riesigen Pizzen. Auf einer kleinen Bühne spielte ein junger Mann Gitarre zwischen Jazz und Pop, ich fand nur noch einen Platz an der Bar und bestellte mir erst mal einen richtigen Rotwein und ein Pizzabrot, welches ich nicht einmal schaffte.

Das größte Ereignis auf Stradbroke Island war für mich allerdings etwas völlig anderes sehr Überraschendes. Die Insel liegt weit vorgelagert an der Ostküste im Pazifik. Ich wanderte jeden Tag bis an die äußerste Spitze, genannt Point Lookout, einem wunderschönen felsigen Abschnitt dieser Insel, mit traumhaften Ausblicken auf die gigantischen Strände mit ihren endlosen türkisenen Wellen, ein Paradies für die Surfer Nation Queensland.

Point Lookout, ein Punkt mit Weitblick über den Pazifik bescherte mir das überraschende Ereignis. Seit September bis November ziehen hier in Queensland an der Ostküste die Humback Wale bis in die Antarktis! Ja ist es denn zu fassen, im Dezember sehe ich sie alle wieder in der Antarktis auf meine Expedition. Was für ein Erlebnis, ein Naturschauspiel ohne Gleichen, wovon ich bis dato keine Ahnung hatte.

Inzwischen habe ich mich zum „Whalewatching“ Fachmann entwickelt, auf Straddi wurde dies zu meinem Hauptanliegen. Morgens machte ich mich von meinem Hostel auf und marschierte an langen Stränden bis zum Lookout, setzte mich meist auf den großen Felsvorsprung und wartete zusammen mit meinem Teleobjektiv ab.

Erst erscheint eine weiße Fontäne, danach eine Flosse oder auch zwei und manches Mal die Schwanzflosse oder der große Sprung aus dem Wasser. Von dem Felsen aus war die Entfernung für mein 300 Teleobjektiv meist zu weit, doch einmal sprangen die Wale ganz in der Nähe aus dem Wasser; nur die Ruhe bewahren, im richtigen Moment abdrücken, ein Kunststück, das nicht so leicht gelingt.

Seitdem habe ich viele Wale entdeckt, nicht nur auf Straddi Island, jeder Felsenvorsprung, der etwas weiter ins Meer reicht als der Küstenverlauf gibt einem die Möglichkeit Wale zu entdecken. Über 14 500 ziehen in den antarktischen Sommer, zusammen mit ihren Jungen, die sie im Norden aufgezogen haben. Zurück kommen sie wieder im März/April, wenn in der Antarktis wieder der Winter beginnt.

Nicht nur ich bin fasziniert von diesem Anblick, so manches gigantisch lange Teleobjektiv richtete sich neben mir auf diese Wale. Einige Fachleute dieses Faches befinden sich hier an der Küste. Das Warten verbrachte ich schon mit vielen sehr netten Gesprächen, eine völlig unkomplizierte Möglichkeit mit den Aussies in Kontakt zu kommen.

Walbeobachtung. Erst sieht man die Fontänen ...

Walbeobachtung. Erst sieht man die Fontänen …

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Wenn man Glück hat ....

Wenn man Glück hat ….

kommt ...

kommt …

der große "Jump"

der große „Jump“

Diese drei Tage haben mir wirklich sehr gut getan, endlich konnte ich mich wieder einmal so richtig auslaufen, Felsen klettern und Wale beobachten. Irgendwann fiel mir plötzlich auf, dass auch mein Druckpunkt an den Rippen verschwunden war. Unglaublich, wie wir unseren Körper gedanklich beeinflussen können, leider auch im negativen. Vorbei und glücklich!

Wieder zurück in Lota bei Lyn und Lloyd mietete ich mir am nächsten Morgen mein kleines Auto und machte mich auf den Weg zur Gold Coast bis über die Grenze hinaus nach New South Wales. Die Gold Coast ist hauptsächlich berühmt durch die großen Surfer Strände. So heißt auch ein riesiger Abschnitt „Surfers Paradise“, eine gigantische Sky Scraper Stadt mit endloser Surfer Beach. Ich machte hier allerdings einen großen Bogen herum und fuhr weiter südlich nach Burleigh Heads, ebenfalls ein Surfer Paradise nur im Kleinformat, mit Blick auf die Sky Scraper City.

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Surfers Paradeis an der Gold Coast.

Picknick ....

Picknick ….

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Surfer Girl ....

Surfer Girl ….

Es war Lunchtime, so kaufte ich mir einen Cappuccino mit einem Rosinenbrötchen und machte es den vielen Australiern nach, setzte mich für mein Picknick auf einen Felsen mit Blick auf das Meer, dabei die vielen Surfer beobachtend.

Ich hatte zu meinem neuen Airbnb Ziel noch einige Kilometer vor mir, die ich nicht auf der Highway fahren wollte, sondern mich langsam an der Küste entlang schlängeln wollte. Dies war nicht immer ganz einfach, da sämtliche Straßenhinweise immer über die Highway angezeigt wurden, mein Navi, den ich hier sogar nutze, wollte mich auch immer wieder dorthin bringen. Doch dank meines guten Orientierungssinnes kurvte ich mich langsam südwärts, vorbei an vielen kleinen „Beachvillages“, allesamt an traumhaften, endlosen Stränden gelegen.

In Cabarita, ein Tipp von Lyn machte ich wieder einen längeren Halt, kletterte mal wieder auf einen Felsen und siehe da! Am Horizont zogen die Wale vorbei, jedes mal hüpft mein Herz vor Freude über diesen Anblick der Giganten. Neben den Elefanten in Afrika werden die Wale nun auch zu meinen Lieblingstieren meiner Weltreise.

Mein Weg zum Strand wurde plötzlich herbe unterbrochen. Oh Schreck, eine riesige Schlange überquerte gerade meinen Weg, bestimmt war sie zwei Meter lang. Ich versuchte sie natürlich sofort zu fotografieren, hatte allerdings noch mein großes Teleobjektiv auf meiner Kamera, eine zwei Meter lange Schlange passte da kaum hinein. Laut Marisa war dies keine harmlose Schlange. Sie lebt im schmalen Unterholzstreifen zwischen Strand und dem Hinterland. Überall laufen dort Hunde und Kinder umher. Immer wieder wird mir versichert, dass die Schlangen sich eher verkriechen als angreifen, nur darauf treten sollte man nicht. Weiter laufen hier seltsam wirkende kleine wilde Truthähne umher, so groß wie unsere Hausgänse.

Mitten auf dem Weg ...

Mitten auf dem Weg …

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Wilde Truthähne laufen überall umher.

Nach einem hungrig machenden Marsch am Strand fand ich ein Beachrestaurant mit einer „T-Bone Steak Night“. Eigentlich wollte ich frischen Fisch direkt an der Küste essen, doch ein T-Bone Steak zum Sonderpreis ließ ich mir doch nicht entgehen. Gut gesättigt schaffte ich auch noch die letzten Kilometer im Dunkeln. Dank des Navis fand ich auch meine Bleibe, die ich ohne sicher nie gefunden hätte.

Empfangen wurde ich wieder unglaublich freundlich von Renea und ihrer Familie und zwei kleinen Jack Russels, die mir gleich auf den Schoß sprangen. Bei einem Tee kamen wir schnell ins Gespräch über meine Reise. Wieder konnte ich wahrnehmen wie inspirierend meine Erlebnisse auf andere wirken. Renea arbeitet autodidaktisch als Fotografin, sie zeigte mir ihre wunderschönen Fotos mit sehr viel Gefühl für Licht und Ausdruck. Ein netter Abend nach dieser langen Fahrt, doch machte sich meine Müdigkeit bemerkbar und ich viel zufrieden doch erschöpft ins Bett. Mein Zimmer bestand hier nur aus einem kleinen nicht sehr gemütlichen Bett, doch für zwei Nächte ließ es sich gut aushalten.

Am nächsten Morgen wollte ich mich einmal von der Küste fortbewegen und das Hinterland erkunden. Mein Ziel war eine Art Gallery in Murwillumbah. Viele Namen haben ihren Ursprung aus der Sprache der Aborigines, für mich schwer merkbar, geschweige denn aussprechbar.

Zu meiner Überraschung kam ich an einer Teeplantage „Madura“ vorbei, natürlich hielt ich sofort an und wollte dort einen Spaziergang manchen. Nein, dies ist gerade keine gute Idee, die Schlangen kommen langsam heraus, das ist zu gefährlich. Und wie schneiden sie dann den Tee? Wir haben spezielle Schutzkleidung. Was für einen Unterschied zu den Camerun Highlands in Malaysia, auch wächst der Tee nicht an Hängen, sondern flach wie ganz normale Felder.

Ich kaufte eine kleine Probe und fuhr weiter Richtung Gallery, vorbei an riesigen Feldern mit Zuckerrohr bewachsen, hatte ich hier auch nicht erwartet. Mitten in einer leicht hügeligen Landschaft konnte ich schon von weitem die Tweed Gallery, ein modernes farbiges Gebäude entdecken. Diese Gallery zeigte eine Mischung aus der Australischen Kunst der letzten Jahrzehnte und eine Fotoausstellung zu einem jährlich statt findenden Fotowettbewerb für junge Künstler, eine interessante Portraitfotografie. Diese Gallery war für meine Kulturhungrige Neugierde genau das Richtige neben den vielen Naturschönheiten Australiens.

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Madura, Teeplantage im Hinterland

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Blick von der Artgalerie in Murwillumbah, eine liebliche Landschaft.

Ein nettes Bistro Café mit Blick in die herrliche Landschaft gliederte sich ebenfalls dort mit ein. Das Wetter hatte sich für kurze Zeit in stürmischen Regen verwandelt, sodass ich mir reichlich Zeit für mein Lunch nahm. Am Abend fuhr ich wieder nach Cabarita zu einem Spaziergang am Strand, mit der Überraschung, dass direkt 200 Meter entfernt zwei riesige Wale schwammen!

Am nächsten Morgen am 19. September machte ich mich endlich auf den Weg zu Marisa an die Sunshine Coast. Zuerst fuhr ich zum Frühstücken in ein kleines Gallery Café wieder in den kleinen Ort Cabarita. Ein Fotograf verkauft sich selber und seine Bilder in diesem Café, was mich wieder auf meine Idee brachte, in Hamburg eine Art Gemeinschafts – Workshop Gallery mit kleinem Café zu entwickeln.

An diesem Morgen entlud sich der Himmel mit lang anhaltenden Regenschauern, sodass ich mein Frühstück etwas ausdehnte. Doch irgendwann musste ich schon losfahren, ob nun mit oder ohne Regen, der sich später auf der Highway allerdings zu reinen Ergüssen entwickelte. Immer mehr Autos hielten einfach am Randstreifen an, die Straße wurde langsam zu einem fließenden Gewässer, sodass ich es den anderen gleich tat. Undenkbar auf unseren Autobahnen einfach an den Rand zu fahren.

Bis Brisbane hielt der Regen leider an, so fuhr ich sehr langsam mit meinem kleinen Auto weiter, warten wollte ich nun nicht ewig. Hinter Brisbane pünktlich zum Start der Sunshine Coast kam die Sonne wieder durch und ich konnte mich wieder entspannen. Zuerst wollte ich unbedingt an den Ort, an dem mein Sohn Niclas ein Jahr lang vor fünf Jahren zur Schule ging, Mooloolaba. So verließ ich wieder den Highway und tastete mich langsam an der Küstenstraße bis dorthin vor.

Mooloolaba ist ein wunderschön gelegener Küstenort, natürlich mit einer Surfer Beach, vielen Geschäften und Restaurants. Mein erster Gedanke war, wie soll man sich denn hier in diesem Ferienparadies auf die Schule konzentrieren?

Um nicht hungrig bei Marisa anzukommen setzte ich mich auf die Terrasse eines Restaurants, aß dort eine sehr schmackhafte Minipizza mit viel Rucola, Birnen und Käse, eine Mischung, die ich bisher noch nicht kannte. Es war schon ein merkwürdiges Gefühl hier an diesem Ort zu sein, an dem sich Nici lange sehr wohl gefühlt hatte. Damals war er für mich so endlos weit entfernt, nun bin ich selber so weit weg von Deutschland, allerdings spüre ich selber dies überhaupt nicht, wohl eher die daheim Gebliebenen.

Mooloolaba am Horizont

Mooloolaba am Horizont

Mooloolaba an der Promenade

Mooloolaba an der Promenade

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Überall in Queensland gibt es die Möglichkeit an öffentlichen Grillplätzen zu grillen.

Überall in Queensland gibt es die Möglichkeit an öffentlichen Grillplätzen zu grillen.

Mooloolaba Beach

Mooloolaba Beach

Um 17 Uhr landete ich endlich bei Marisa und wurde mit einem Gläschen Wein von ihr und Paul herzlichst empfangen.

24.September, im Hier und Jetzt!

Ich komme gerade von meinem Ausflug nach Mooloolaba zurück, heute mit etwas mehr Zeit und Ausdauer. Den halben Vormittag habe ich das Obige geschrieben, danach machte ich mich auf den Weg dorthin.

Jede Menge Fisch ....

Jede Menge Fisch ….

Dieser Pelikan wartet auf frischen Fisch ...

Dieser Pelikan wartet auf frischen Fisch …

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Im Fischereihafen von Mooloolaba

Im Fischereihafen von Mooloolaba

Große Fische brauchen große Netze

Große Fische brauchen große Netze

Einen wichtigen Gedanken, der mir auf meiner Rückfahrt in den Kopf kam, möchte ich kurz aufschreiben.

Wenn mich jetzt jemand fragen würde, ob ich hier in diesem Teil von Australien leben möchte, würde ich es ohne mit der Wimper zu zucken bejahen! Meine Ideen, wie ich weiter mein Berufsleben gestalten möchte scheinen sich hier leichter umsetzten zu lassen – nur fragen wird mich hier keiner!

Marisa kam gestern Abend zeitig zurück. Hungrig bereitete ich die „Prawns“, die ich vom Fischmarkt aus Mooloolaba mitgebracht hatte vor. So frisch und roh bekommen wir diese nicht gezüchteten Prawns leider nicht in Hamburg. Gebraten wurden sie von Marisa besonders delikat. Butter mit etwas Olivenöl erhitzen, Prawns hinein und kräftig anbraten, Knoblauch, Petersilie, Salz und Pfeffer hinein, eine kleine Prise Zucker dazu. Der Clou am Schluss, einen guten Schuss Cognac hinein und flambieren! So bleiben die Prawns knackig und der Geschmack verfeinert sich sehr delikat. Bonne Appetite.

Mit langen Gesprächen, skypen mit Manola verbrachten wir wieder einen viel zu langen Abend. So werde ich von Tag zu Tag müder, denn aufwachen tue ich jeden Morgen zur selben Zeit. Ich grüße euch, ihr wunderschön singenden Australischen Vögel!

Wo war ich doch gestern stehen geblieben? Richtig, ich wurde sehr herzlich mit einem Glas Wein von Marisa und Paul empfangen. Ich befand und befinde mich immer noch in einem Kunstwerk an Haus. Kubus artig, mit vielen Fenstern, einschießenden Lichtschächten, Holz und wenig weiße Wände, dazwischen viel Luft und Wasser am Boden – Licht durchflutet, trotzdem ein kühles Architektenhaus. Gabriel Poole, ein Architekt der auch in Übersee studierte hat dieses Kunstwerk geschaffen, leider hat dieses Werk eine schlechte Eigenschaft, es ist nicht lange haltbar. Es steht hier in diesem doch recht trockenen Klima erst seit neun Jahren. Seit heute ist allerdings klar, dass das Holz der Fenster sich auflöst, entweder durch die Termiten, die dort Einzug genommen haben, oder durch Nässe, die auf dem Holz nicht ablaufen kann, der Winkel nach außen fehlt. Marisa, die dieses Haus gerade hütetet, hat nun die glorreiche Aufgabe dies den Eignern mitzuteilen, keine leichte Aufgabe.

Wie heißt es doch so schön bei uns: „ Es ist nicht alles Gold was glänzt“. Umso mehr bin ich gespannt auf Marisas Beachhaus, das fast fertig ist.

Ich fühle mich hier sehr wohl, daher habe ich auch meinen Weiterflug nach Neu Seeland um knapp drei Wochen verschoben und meine Idee an einem Ort länger zu bleiben von Neu Seeland nach Australien verschoben. Die kommende Woche werde ich alles Liegengebliebene nachholen, dabei jeden Tag einen Ausflug in die Umgebung unternehmen und wieder weiter nachholen …..!

So kann es also sein, dass so mancher meiner virtuellen Reisebegleiter plötzlich von mir persönlich etwas hört, besonders meine vielen Kontakte, die ich unterwegs kennen gelernt habe, bei ihnen möchte ich mich melden, bevor sie mir wieder verloren gehen.

Seitdem ich in der Sunshine Coast verweile hat sich mein Reisetempo entschleunigt. Anfangs fehlte mir etwas, beim Aufwachen wusste ich bisher wohin es gehen wird, nun konnte ich den Tag langsamer beginnen und in aller Ruhe entscheiden. Fast fühlte ich mich verunsichert so ohne Plan, immer wieder kam der Gedanke der Langeweile hoch. Inzwischen nehme ich diese Möglichkeit als ein ungeahntes Geschenk dieser Reise an und genieße das zur Ruhe kommen unglaublich intensiv.

Neue Ideen, Gedanken und Kreativität melden sich bei mir mit einer Freude zu Neuem an. Die reiche Inspiration der letzten Monate angefüllt mit unglaublichen Erlebnissen, meinem Mut diese Reise zu starten erfüllen mich mit einem unglaublichen inneren Reichtum. Das unglaublich Schöne daran ist, ich habe noch über sechs Monate vor mir!

Am Sonntag hatte Marisa zu einem „Pottluck“ eingeladen. Pottluck, da kann man so einiges hinein interpretieren. Pott, das verstehen in Hamburg wohl fast alle, luck kommt vielleicht von lucky? Glücklich wenn der „Pott“ gefüllt mitgebracht wird, so interpretiere ich es.

Die Gäste sollten um 12 Uhr kommen. Marisa, die „Gastgeberin“ fuhr mit Paul und mir erst einmal durch das Gelände, zeigte uns eine Geisterstadt, ein Ressort, das seit drei Jahren unbewohnt ist. Restaurant, Geschäfte und die vielen Häuser sehen aus, als seien sie nur kurz geschlossen. In den Geschäften sind die Regale noch gefüllt, Angebote angepriesen, in den Restaurants die Tische eingedeckt, die Häuser scheinen auf Gäste zu warten, doch langsam fangen die Dinge an dort zu verrotten. Was auch immer der Grund ist, einen Investor scheint dafür niemand zu finden – was für eine Verschwendung!

Zum Haus gehört auch ein Golfcar. Paul fuhr uns damit durch das Geister Resort

Zum Haus gehört auch ein Golfcar. Paul fuhr uns damit durch das Geister Resort….

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Geister Resort ...

Geister Resort …

Gegen 11 Uhr schnippelten wir gemeinsam die Zutaten für einen „poisson a la tahitienne“, der pünktlich um 12 Uhr fertig war. Den Tisch hatte Paul inzwischen eingedeckt – fertig, die Party kann beginnen! Das führen wir auch bei uns ein!

Kurz nach 12 Uhr kamen 10 Gäste alle mit einem „Pott“ in der Hand, Marisa und einige andere bekamen ein Champagnerglas in die Hand, die Küche wurde von den Gästen beschlagnahmt und einige Zeit später war alles zum Essen gerichtet.

Die Gerichte waren so unterschiedlich, wie die Herkunftsländer der Gäste. Franzosen, ein Italiener, aus Kroatien und Bosnien, zwei oder drei geborene Australier, Paul aus Neu Seeland, Marisa aus Kambodscha und ich aus Deutschland. Multikulti wie es sich durch ganz Australien durchzieht. Eine Gesprächsreiche Party mit tollen frei denkenden Menschen konnte ich hier erleben. Nicht alle haben eine Arbeit, einige nur Jobs zum Überleben. Es dauert seine Zeit bis man hier wirklich niedergelassen ist, doch meist lohnt sich die Anstrengung, flexibel muss man dafür allerdings sein können.

Pottluck ....

Pottluck ….

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Um 18 Uhr war alles vorbei, aufgeräumt, die Spülmaschine gefüllt und ausgefegt. Alle fielen wir recht früh doch glücklich ins Bett.

Paul ist inzwischen wieder in Neu Seeland, Marisa arbeitet jeden Tag in ihrem Gemeinschaftsbüro und ich erkunde die Umgebung und schreibe endlich wieder.

Am Mittwoch bin ich ins Hinterland zu einem berühmten „Eumundi Market“, der dreimal die Woche stattfindet gefahren, angefüllt mit genau eben diesen unterschiedlichen Kulturen, der in Australien lebenden Menschen. Sie bieten dort ihre traditionellen Gerichte an, genauso wie ihre Kunst und Musik. In Eumundi selber stehen einige sehr schöne alte Häuser aus der Gründungszeit. Typisch sind die verzierten Holzgeländer der Balkone.

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Urige Musiktypen auf dem Eumindi Markt….

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auch hier wieder „German Style“ …

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Buntes Treiben …

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und junge Musik.

Fast jeden Tag zieht es mich zu meinem Aussichtspunkt „Airkwright Point“, natürlich um nach den Walen Ausschau zu halten oder ich mache von dort einen langen Strandsparziergang an den endlosen mit großen Wellen überspülten Strand.

Jetzt am Wochenende wollen Marisa und ich gemeinsam etwas unternehmen, geplant ist auch den Mt Coolum zu besteigen, von dem man einen herrlichen Ausblick über die Sunshine Coast hat.

28. September

Schon wieder Montag!

Wer hat das schon. Auf meinem Aussichtspunkt sitzend, schaue ich auf das Meer in Erwartung zweier Wale, die ich schon in der Ferne ausgemacht habe und schreibe weiter an meinem Blog. Heute ist das Meer seit langem einmal ruhig, nur am Strand ziehen lang auslaufende Wellen heran. Die Sonne scheint klar vom Himmel und lässt das Meer herrlich Türkis erstrahlen.

Langsam kommen die Wale näher, es scheinen mindestens drei zu sein. Jetzt hoffe ich inständig, dass sie mir direkt vor die Nase schwimmen und auf einen spektakulären Jump. Jedes Mal wenn ich sie hier an der Küste entdecke bin ich so aufgeregt und voller Freude angesichts dieser unglaublich gigantischen Tiere. Heute ziehen hier sehr viele vorbei, keiner hat sich bisher in seiner ganzen Pracht gezeigt.

Es ist heute nicht windig, sodass ich zum Schreiben diesen Außenposten bezogen habe. In dem großen Haus sind die Maler eingezogen, um die unzähligen Blessuren in diesem schlecht gebauten, zwar sehr interessanten Architektenhaus zu beseitigen.

Die vergangene Woche unternahm ich weitere Ausflüge in die nähere Umgebung, immer wieder zieht es mich an die Küste mit ihren unendlichen Stränden. Dort fühle ich mich am wohlsten, kann lange aktive Spaziergänge, eher Märsche unternehmen, mir den Kopf vom Wind frei blasen lassen, um gut ausgepowert wieder zurück zukehren. Die Abende verbringen Marisa und ich mit wunderbaren Gesprächen, sehr gutem Essen, dank Marisas Kochkünsten und einem vollmundigen Shirah aus Australien. Leider kommen wir beide dadurch viel zu spät ins Bett, somit haben wir zu wenig Schlaf, die Vögel nehmen darauf leider keine Rücksicht und fangen mit ihrem lauten Gesang trotzdem um fünf Uhr Morgens an.

Nach einer kurzen Cappuccino „tack away“ Unterbrechung bin ich wieder zurück an meinem Aussichtspunkt, nicht mehr alleine auf das Meer starrend. Ein Wal- und Vogelbegeisterter Herr mit einem doppelt so langen Teleobjektiv hat sich hier eingerichtet. Während ich noch genüsslich meinen Cappuccino trank, kam direkt auf uns zu ein Seeadler geflogen, doch bis ich meine Kamera bereit hatte war diese Szene ohne mich vorbei. Mein Telenachbar machte dagegen gleich eine Eagle Portraitaufnahme. Sekunden später Wale, die unaufhörlich aus dem Wasser sprangen, doch auch hier musste ich passen, zu weit weg. Neben mir klick, klick, klick. So sitze ich jetzt wieder auf meiner Bank, die ich heute zu meinem Arbeitsplatz erkoren habe, schreibe und ab und zu schaue ich vor mir auf das Meer.

Zurück zu unserem Schlafmangel, den Marisa gestern, am Sonntag etwas ausgeglichen hat. Ich dagegen habe mir am frühen Morgen den Wind um die Nase blasen lassen; eine Stunde Strandmarsch vor dem Frühstück. Beide waren wir happy und starteten etwas verspätet unseren Ausflug.

Zuerst fuhren wir wieder zu Marisas neuem Haus, das noch auf das letzte Finish wartet, bevor sie dort einziehen kann. Sie nennt es Beachhouse, ein Design, dass sie fast zwei Jahre lang gestaltet und bis ins kleinste Detail ausgefeilt hat. Der Grundriss, die Farbgestaltung und das Material sind sorgfältig ausgewählt worden. Sie wird dieses Haus nicht nur bewohnen, sondern auch als Model für weitere „Clients“, die sich so ein Bild von dem System ihrer Bauweise machen können, nutzen. Eine sehr gut durchdachte Marketing Maßnahme!

Besonders gefallen hat mir ihre Farbgestaltung, viel Weiß, sanftes Grau, zartes Blau an den Wänden, abgestimmt mit einem Holzfußboden, der diese Farben sanft wieder aufnimmt – eben ein Beachhouse. Diese Farben kommen hier alle in der Natur vor, ihr Vorbild, wie sie mir erzählte. Die Bauweise ist leider nicht in unsere Breitengraden zu übertragen, unser Klima braucht stark isoliertere Wände und Dach, was das Ganze sehr viel teurer machen würde und die Leichtigkeit dieses Hause wäre auch verloren.

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Marisas Beachhouse ….

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…. mit vielen Details ausgestattet …

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… kurz vor der Vollendung!

Später fuhren wir in die Berge des Hinterlandes noch Monteville, einer kleinen schmucken Stadt, die sich besonders für die Touristen herausgeputzt hat, doch wie schon am letzten Wochenende fing es an zu regnen. Der Monsum startet dieses Jahr schon einen Monat zu früh, der Sommer ist in Queensland die regenreichste Zeit vom ganzen Jahr. Normaler Weise startet dieses „Dritte“ Jahreszeit erst im November. Es soll am Vormittag sehr sonnig und warm sein und ab Mittag in heftigen Regenergüssen übergehen. An vielen Straßen in dem sanften Gebirge des Hinterlandes befinden sich in den Sänken Schilder, die auf eine starke Flut „Flooded“ hinweisen. Jetzt sehe ich dort nur satte Wiesen, doch wenn ich an den Regenguss auf meiner Autofahrt von der Gold Coast Richtung Sunshine Coast zurück denke, kann ich mir gut vorstellen, dass der starke Monsum einiges überfluten kann.

Unsere gemeinsamen Ausflüge gestalten sich wettermäßig bisher sehr schwierig. Am Samstag Morgen bestiegen wir den Mount Coolum, den ich mir schon lange vorgenommen hatte, schaue ich doch direkt aus meinem Bett auf diesen „großen Berg“! Ein recht steiler Treck aus Steinstufen zieht sich langsam nach oben, gemeinsam mit Marisa und mir an diesem Morgen gefühlte hundert weitere sportive Australier. Die Ferien in Queensland und inzwischen auch in South East Wales ziehen viele Australier an die sonnige Sunshine Coast.

Der Himmel zog sich allerdings an diesem Morgen mit bedrohlichen Wolken langsam zu. Ein heftiger Wind blies uns fast vom Gipfel, sodass wir nur sehr kurz den herrlichen Ausblick genießen konnten, besonders das Leichtgewicht Marisa hatte schwer zu kämpfen nicht um gepustet zu werden, unten angekommen, schien wieder die Sonne. Bewegung hatten wir genug, frischen Fisch kauften wir uns und genossen den weiteren Tag wie immer mit vielen Gesprächen im „One Million House“, so getauft von Manola, Marisas Schwester.

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Aufstieg zum Mt Coolom …

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..dort unten befindet sich das „Kunstwerk Haus“ …

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Diese Wolken brachten den starken Wind zu uns.

Freitag Abend nach einem erfolgreichen Arbeitstag läuteten wir das Wochenende mit einem typischen australischen „After Work Drink“ in einer urigen Jazzbar mit Lifemusik ein, gelegen in der Ocean Street in Maroochydore, Marisas Office City. Durch mein Bleiben an diesem einen Punkt erlebe ich hautnah das Alltagsleben mit. Ein weiterer Pluspunkt, der mir das Beobachten gepaart mit meiner Frage, wie lebt es sich in Australien, erleichtert.

Zuerst schien mir die Atmosphäre nicht viel anders als bei uns zu sein, doch mit der Zeit fiel mir auf, dass sich schon die Arbeitskleidung, die eher als casual zu bezeichnen ist, unterscheidet. Dies konnte ich auch schon in Brisbane wahrnehmen. Lifemusik ist hier allerdings in jeder Bar zu sehen, auch auf den Straßen und Märkten begegnet man vielen Musikern mit unterschiedlichsten Richtungen.

Dies wäre doch auf dem Ise – oder Goldbeckmarkt in Hamburg auch nicht schlecht!

Diese Woche nutze ich für mich besonders für meine Ideen und Kontaktpflege mit neuen und alten Freunden, zum Schreiben und Fotos bearbeiten, diversen Datensicherungen und Technikpflege. Das alles ist seit langem zu kurz gekommen. Ein herrlicher Arbeitsplatz, mal fahre ich an die Küste oder sitze am kleinen See vor dem Haus und wenn es zu kalt wird findet sich drinnen auch ein schöner Platz.

So gelangen meine vielen Ideen und Visionen auf die Zielgerade, wo immer auch mein Ziel sein wird, es fühlt sich alles so lebendig und dynamisch an, nach knapp sechs monatiger Inspiration. Diese Pause ist genau richtig, am richtigen Ort zur richtigen Zeit und genau im „Jetzt“.

Im „Jetzt“ zu leben ist eine großartige Erfahrung für mich geworden, das ewige und lange Nachdenken über Vergangenes oder Zukünftiges in weiter Ferne ist ungemein anstrengend. Immer hatte ich mir vorgenommen im Jetzt leben zu wollen. Gelingen tut mir dies erst seit meiner Reise. Lange im Voraus planen funktioniert nicht, dazwischen liegt viel zu viel Unbekanntes, Step by Step ist so herrlich leicht.

Im „Jetzt“ leben! Auf den Moment reagieren schult die Aufmerksamkeit auf mich selber und das Gegenüber, langes Nachdenken fällt schon aus Zeitmangel weg – herrlich!      Kann ich nur weiter empfehlen.

Eine grobe Reiserichtung steht natürlich schon fest. Wenn Queensland wieder zur Schule geht, ziehe ich weiter gen Norden, mein Wunsch wäre schon das Great Barriere Riff, schaffe ich oder auch nicht, dies entscheide ich erst auf dem Weg dorthin.

Jetzt möchte ich doch erst einmal wieder meinen Blog mit meinen Erlebnissen und Fotos füttern, bevor irgendjemand noch eine Vermisstenanzeige aufgibt. Liebe virtuelle Mitreisende, freut euch auf weitere Erlebnisse, allerdings sind dies völlig andere als zuvor.

Gerade komme ich zurück von meiner zweiten Walbeobachtung, nicht den ganzen Tag habe ich auf meiner Aussichtsbank verbracht. Lunchtime verbrachte ich in dem mit tüchtigen Malern gefülltem Haus. Wale habe ich heute sehr viele gesehen, den perfekten Jump direkt vor meiner Linse gab es nicht, dafür etwas entfernt ganze Rudel die abwechselnd ihre Fontänen oder Flossen zeigten. Sie einfach nur zu beobachten ist schon ein großartiges Erlebnis.

 

  1. Sept. 1:27 Uhr, heißt meine Nacht, die eigentlich zum Schlafen sein sollte ist schon fast vergangen.

Eine Nachricht aus der Heimat lässt mich diese Nacht wohl ohne Schlaf verbringen. Die Nachrichten erreichen mich hier in Australien immer erst sehr spät, da ich acht Stunden früher den jeweiligen Tag verbringe. In Hamburg beginnt gerade der Feierabend, während Australien schon seit einigen Stunden schläft – nur ich heute nicht.

Meine Hunde- und Homesitterin möchte mein Haus aus persönlichen Gründen schon nach dem ersten halben Jahr verlassen. So einfach kann man auch im weiten Australien eben nicht sein Zuhause vergessen. Als ich im April dieses Jahres aufbrach dachte ich alles sei perfekt organisiert, die Verantwortungen jeweils verteilt, viel Kraft und Zeit hatte ich in diese Vorbereitungen gelegt. Nur Unvorhersehbares lässt sich eben nicht organisieren, Flexibilität ist gerade in meiner Heimat sehr gefragt!

Wie gehe ich damit nun um, was macht dies mit mir? Zu erst einmal verbringe ich die Nacht gerade damit Mails zu schreiben, meinen Ärger zu mäßigen und mich wieder auf meine Visionen und Ziele zu konzentrieren! Besonders dieser Teil lässt mich gerade nicht schlafen.

Den Ärger darüber, dass mich die Probleme von Zuhause auf meiner Reise immer mal wieder einholen habe ich sehr schnell umwandeln können in konstruktive Gedanken über Veränderungen, die mich weiter bringen.

Die Vorstellung, in meinem Haus weiter so zu leben wie bisher, ist für mich nicht mehr möglich. Gerade diese heutige Erfahrung, sich nicht auf Vereinbarungen verlassen zu können, zeigen mir, dass ich da einiges aufzuräumen habe in meinem Leben. Ich brauche das alles so nicht mehr, ich brauche eine Basis, aber kein großes Haus mit Garten!

Momentan reise ich unglaublich leicht mit meinem kleinen Besitz von 20 Kilogramm umher, hinzukommen meine 12 Kilo Fototechnik und fertig. Selbst meine große Tasche packe ich hier nicht komplett aus, da ich nicht alles brauche. Tragend fühlt sich mein Gepäck zwar schwer an, doch herrlich leicht ist es zu wissen, dass ich nur dieses bisschen wirklich für ein Jahr brauche. Warum brauche ich dann für die anderen Jahre so viel mehr?

Die Australier wechseln alle paar Jahre ihr zu Hause, bauen keine Keller in den man viel lagern kann. Wie lange ist es her, dass ich meine Sammlungen im Keller in der Hand hatte? Der wird als erstes ausgeräumt!

Mag sein, dass einige diese Gedanken belächeln, doch zu erleben wie einfach es ist mit so wenig täglich auskommen zu können, sich frei zu fühlen, ist schon ein großartiges Erlebnis und wird mich zur Veränderung führen.

Dies allerdings muss nicht sofort geschehen, lebe ich doch lieber im Jetzt. Daher entscheide ich mich doch für ein paar Stunden Schlaf; die Vögel wecken mich schon bald wieder auf.

 Noch ein paar Impressionen ….

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Fazinierende Wellen ….

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die lang am Strand auslaufen …

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für die Surfer ein Paradies. Diese üben noch ein wenig ….

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…. während dieser kleine Flitzer …

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den perfekten Sprung schafft.

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Dieser Leguan saß direkt neben uns im Kaffee …

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zusammen mit seiner kleineren Frau.

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Diese hübschen Vögel wecken mich jeden Morgen auf ….

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Nach einem Bad etwas struppig.

Nach einem Bad etwas struppig.

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Kookaburra, er gehört zu der Familie der Eisvögel.

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dieser wollte nichts von mir wissen.

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Wenn das Meer ruhig ist spielen die Dolphins an der Küste

Wenn man Glück hat ....

Bis bald …………!

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