Meine erste große „Abenteuer Zelt Safari“ in Afrika!

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Nach 6 Tagen traffen wir plötzlich auf Tropenlandschaft am Okavango.

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Papyrusgras wunderschön in der Abendsonne.

25.Mai.

Ein Stromanschluss ermöglicht es mir, aus meiner Kladde der letzten Tage etwas Gesamtes für Euch zusammenzufügen. Die Erinnerungen der vergangenen, intensiven Tagen fallen sehr schwer, da alle Erlebnisse im Kopf durcheinander purzeln.

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Momentan sitze ich an unserem Camptisch und versuche mich zu konzentrieren. Nebenbei lade ich 1.003 Fotos herunter. Unser Campground befindet sich in Botswana am Okavango Delta. Zum ersten Mal erleben wir einen Fluss mit fliesendem Wasser. Die Vegetation hat sich aus dem Dessert mit viel Staub in üppige Tropenlandschaft verwandelt. Pytonranke, Palmen und viele hohe Bäume, deren Namen ich noch nicht erforscht habe, stehen hier, Bananenstauden und vieles mehr spenden uns Schatten. Daneben zwitschert und grillt es um uns herum. Wir sind alle tief beeindruckt von diesem plötzlichen Wechsel. Ein wenig Luxus begegnet uns hier auch immer mal wieder in Form von warmen Duschen, WCs und Strom.

8. Juni.

Trotz Stromanschluss bin ich mit meinem Bericht von den vielen Erlebnissen nicht sehr weit gekommen. Täglich kamen so viele neue Eindrücke hinzu, die ich nur noch kurz mit wackeliger Schrift bei den Touren im Auto festhalten konnte.

Seit 2 Tagen ist die Safari zu Ende. Ich erhole mich gerade auf einer wunderschönen Lodge kurz vor Windhoeck, der Immanuel Lodge bei Sabine und Stephan.
Ich fühle mich wie in den Ferien – Reisen ist gerade zu meinem neuen Berufsleben geworden. Ist das nicht fantastisch!
Reisen bedeutet für mich unterwegs zu sein, viele Eindrücke zu sammeln, Informationen zu erhalten, Fauna und Flora kennenzulernen, die unterschiedlichsten Menschen zu beobachten, mit ihnen zu sprechen, ihre Geschichte zu studieren, ihre Freude und Nöte zu erfahren und so Vieles mehr und natürlich Fotos, Fotos und nochmals Fotos!
Urlaub heißt für mich, den Standort nicht all zu weit verlassen, nicht schon mit dem ersten Sonnenstrahl auzufstehen, zu lesen und Energie zu schöpfen für den nächsten Schritt – mein Weg nach Indien ist fast schon geebnet, das Visa beinahe Druckreif.

10 Tage werde ich noch in dem mir ans Herz gewachsene Afrika verweilen. Ein Stück Heimat ist daraus mittlerweile geworden. Denn „Heimat ist überall dort, wo man sich wohl fühlt“.
Ich habe so viel in Südwestafrika kennengelernt. Ich habe sogar das Gefühl, mich gut auszukennen, wenn in Relation gesehen natürlich nur ein ganz klein wenig.

In mir fühle ich Ruhe und Frieden, vor allem aber Gelassenheit! So bin ich doch tatsächlich ganz unbemerkt schon ein Stückchen mehr bei mir selber angekommen – ein tiefes befriedigendes Gefühl.

Afrika wird auf jeden Fall weiter in meinem Leben eine Rolle spielen.

Bevor ich in 10 Tagen in eine völlig andere Kultur aufbreche, möchte ich doch die letzten drei Wochen festhalten, sonst gehen die Erinnerungen bis zum nächsten Jahr verloren.

Safari durch Namibia, Botswana bis zum Zipfel von Simbabwe, den Vic Falls.

Das heißt endlose Kilometer Fahrstrecke mit 2 Landrovern, über viele Gravelroads, die hier Pads heißen, gleich Sandwegen mit viel Staub, mit faszinierenden Eindrücken. Ein Auto für die Reise-Ausstattung, der andere für den Transport der Reisegruppe.

Zeltsafari heißt meist: jeden Abend Zeltaufbau und am Morgen Abbau, nach 3 Tagen kann man dies auch im Dunkeln, besonders, wenn man mit einer geübten Safari Gruppe unterwegs ist. Für mich eine neue Erfahrung, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Auf meiner Reise werde ich dies sicher noch einige Male praktizieren, vielleicht in New Zealand. Man wird dadurch so frei und unabhängig. Eigentlich braucht man nur einen geschützten Raum zum Schlafen, der Rest findet sich von selbst. Eine wichtige Voraussetzung allerdings für mich: eine vernünftige Unterlage zum Schlafen. Nicht meine Blümchen Matratze, das einzige Stück, das ich in Windhoek erwerben konnte. Denn nach drei Wochen war diese so durchgelegen, dass mir jeder Knochen weh tat.

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Meine Traum Matratze für 3 Wochen!

Mit Frank unserem Tourguide waren wir 10 bunt zusammen gewürfelte, sehr individuelle Leute, davon mindestens 9 Fotografen, Paparazzis an jeder Ecke.

Erst musste ich mich daran gewöhnen, nicht nur meine Kamera machte Verschluss Geräusche. Um mich klickten die Spiegel der Kameras meist gemeinsam mit meiner, manches Mal auch in meine Richtung. Nach einiger Zeit gab es nur noch Spaß und viel Lachen zwischen uns, besonders wenn wir das gleiche Motiv Sekunden schnell entdeckten. Die Begeisterung unserer Erlebnisse hatte uns alle zu einer eingeschworenen Gemeinschaft gemacht, doch jeder hatte auch einen anderen Blick auf die vielen Motive.

Safari heißt auch, man geht auf „Game Drives“. Südwestafrika hat davon einiges zu bieten, fast sammelt man die unterschiedlichen Tierarten via Kamera oder Notizbuch: „ Welche Antilope war das gerade“? „Die Pferdeantilope, nein die Impalas“…….. „Wie hieß der große Vogel eben noch“? Frank war sehr geduldig mit unserer Fragerei und hatte auch immer eine Antwort. Nur manches Mal, wenn wir zu viel dazwischen redeten und alles besser wissen wollten, bekam er Schwierigkeiten, war er schließlich auch unserer Fahrer der ganzen Tour.

Frank, wie viele Kilometer sind wir eigentlich unterwegs gewesen?

Gestern habe ich Tausende von Fotos herunter geladen, aber noch nicht einmal angeschaut, sehr untypisch für mich. Viel wichtiger sind mir gerade meine Gedanken, Erinnerungen und Movements aus dieser Zeit.

Gerade sitze ich im Restaurant dieser Lodge, draußen ist es schon dunkel. Sabine und Stephan haben heute Abend Freunde zu Besuch, auch ich werde mit am Tisch sitzen und wieder einmal interessante Menschen kennenlernen. Auch sie sind nach Namibia ausgewandert und haben sich hier eine neue Existenz aufgebaut – alles Menschen mit großem Pioniergeist und viel Mut!

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Nach langer Zeit mal kein Game Fleisch. Meine Lieblingssuppe von Stephan gekocht!

……Ich habe heute Abend tolle Geschichten von den hier lebenden Menschen und den Freunden von Sabine und Stephan erfahren. Autos, die man im River in der Regenzeit ganz schnell versenken kann, vorher Party feiert, doch der Regen eine Flutwelle von ganz woanders her los treiben kann. Oder Löwen, die von klein auf aufgezogen wurden, doch später ihre Betreuer fressen, Steppenfeuer, das von den Schwarzen nicht gestoppt wird, weil ein Feuer von selber ausgehen soll, so der Glaube ……!  

Meine Fotos, sie sind ein Teil von mir, drücken meine tiefen Eindrücke aus. Alle sind sie mit großer Begeisterung entstanden und zeigen auch meine eigene Lebendigkeit dieser letzten Wochen.
Doch was waren nun die tiefsten Erlebnisse für mich, welche Tiere haben mich am meisten beindruckt? Oder waren es die San, Hereros, ……alles Menschen, die am liebsten leben möchten, wie es Jahrtausende von Jahren ihre Vorfahren getan haben? Die Schönheiten der unterschiedlichsten Landschaften zwischen Trockenheit im südlichen Teil des Landes und den unterschiedlichen Feuchtgebieten im Norden mit ihren Flüssen wie den Okavango, Kwando und Chobe….? Es scheint mir fast die Gesamtheit des Ganzen zu sein, die mich so fasziniert und begeistert und mich sicher zur Rückkehr „bringen“ wird. Um allerdings diese Safari in Erinnerung behalten zu können, werde ich nicht um einen Reisebericht herum kommen. So werde ich also anknüpfen an den 25. Mai, an dem ich noch am Okavango auf unserem Campground gesessen habe.

9. Juni (Bericht über den 25.Mai)

Morgens kurz nach dem Frühstück sitze ich noch an meinem Frühstücksplatz, halb in der Sonne, gerade so, dass ich den geschriebenen Text lesen kann. Im Schatten friert man momentan in Südwestafrika; der Juni ist hier der kälteste Monat. Während des Frühstücks habe ich mir meine Kladde Berichte der Tour durchgelesen, Bilder steigen dabei auf, die ich nun zu einem gesamten Gemälde zeichnen möchte.

19 Tage führte uns die Safari ab Windhoek in den Nordwesten von Namibia und den nördlichen Zipfel von Botswana bis zu den Vic Falls in der Grenzregion von Simbabwe und Sambia. Namibia ist knapp dreimal so groß wie Deutschland mit einer Bevölkerung von 2.1 Mio, Hamburg alleine hat schon 1,84 Mio. Bewohner.
Endlose Weite, umgeben von unterschiedlichster Landschaft, lange Strecken der Savanne sind zu sehen, wunderschöne Bergketten, die wie sanfte Hügel wirken, meist befindet man sich schon auf einer Höhe von 1500 m, ohne dies wirklich wahrzunehmen. Durchzogen wird diese Landschaft mit vielen ausgetrockneten Flussläufen, die allerdings in der kurzen Regenzeit teilweise zu reißenden Flüssen werden können. Nur regnet es hier nicht unbedingt jedes Jahr!

Im Nordwesten, der Caprivistreifen verändert die Landschaft völlig. Flüsse, wie der Okavango Delta, Cuando, Chobe und Zambesi durchziehen diese Region. In der Regenzeit überfluten sie ganze Landschaftsstriche. Tropische Pflanzen verändern das Bild völlig, viele unterschiedliche Tiere können hier besonders gut leben.
Der erste Tag führte uns gleich weit weg von jeglicher Zivilisation. Schon bald verließen wir die Asphaltstraßen, um endlos auf Sandpads durch das Hereroland, eines der vielen Stämme der Schwarzen, zu fahren. Die sehr stolzen Hererofrauen sind besonders farbig und mit auffälligem Kopfschmuck gekleidet, eine Art Stoff Hut, der quer auf dem Kopf gebunden ist.

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Eine stolze Hererofrau.

Sie leben hier als Farmer in einfachen Grashütten, bewirtschaften diese mit Rindern, Schafen, Pferden und Eseln, die alle neben der Straße grasen und uns teilweise auch vors Auto liefen. Der Staat stellt ihnen je 40 Hektar zur Verfügung.
Am Nachmittag bauten wir nach langem Suchen unser erstes Wildcamp zwischen stacheligem Gras auf. Das heißt: sieben Zelte aufbauen, Buschtoilette: Frauen links, Männer rechts und Zähne putzen hinterm Zelt mit Wasser aus der Flasche.
Frank entfachte meist während wir die Zelte aufbauten schon ein Feuer und bereitete das Essen vor- Er selber schlief mit einer dicken Matratze auf dem Dach des einen Landrovers.

30 kg bestes Wild Fleisch, hier genannt Gamefleisch, lagen im Tiefkühler unseres Versorgungsautos, zwei weitere Kühlboxen waren mit frischen Lebensmitteln und Getränken gefüllt. Andere Metallboxen mit Geschirr und Gewürzen und eine große Gasflasche zum Kochen. Tische ganz oben auf dem Dach und für jeden einen Campingstuhl. Die Zelte und unser Gepäck wurden jeden Morgen ein- oder am Abend ausgepackt. Jedes Teil hatte seinen bestimmten Platz auf und in den Landrovern – alles von Frank bestens organisiert.

Am ersten sehr kalten Abend gab es Kudusteak und typisch afrikanische Würstchen, Salat und Maiskolben gegrillt auf der Kohle unseres Campfires.
Die erste, sowieso schon spannende Nacht war auch gleich die Kälteste. Alle haben  gefroren. Welch eine Überraschung am nächsten Morgen: Raureif auf den Zeltdächern und der Tischdecke, minus 1°C! Daunenjacke an, im Stehen Frühstücken, Zelte schnell einpacken und weiter fahren bis zum Kaudum Game Nationalpark, Sikereti Campsite.

Nach zwei Tagen staubiger Autofahrt und Wildcamp hofften wir alle auf warme Duschen und Toiletten. Schon die Rezeption war unbesetzt und wirkte zerfallen. Frank: „Wir suchen uns trotzdem einen schönen Platz“. Unsere Zelte waren schnell aufgestellt, man brauchte keine langen Bänzel spannen, sie standen schon durch lange Stangen und zwei Heringen fest. Doch oh Schreck, die Duschen und Sanitäranlagen befanden sich in offenen Bretterverschlägen mit vielen Gucklöchern nach draußen oder eben umgekehrt.
Die ersten Mutigen gingen sich den Staub mit kaltem Wasser abduschen. Meine Haare standen mir durch den neuen „Haarfestiger“ Staub vom Kopf ab und ließen sich nicht mehr durchbürsten; also nix wie runter unter die Dusche. Zuerst den Kopf, falls das Wasser ganz verschwindet, dann den Rest. Patrizia und ich jauchzten jeweils vor Kälteschock um die Wette, doch danach fühlten wir uns wie neu geboren.

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Baden haben wir nicht versucht.

Schon erstaunlich, wie schnell man mit so wenig Luxus glücklich sein kann – wir standen ja noch ganz am Anfang unserer Tour.
Am nächsten Morgen um 7 Uhr fand unser erster „Gamedrive“ in dem Kaudum Park statt. Wir waren alle sehr aufgeregt, denn vielleicht entdecken wir dort unsere ersten Elefanten?!
An der ersten Wasserstelle sahen wir viele Pferdeantilopen, zur Zweiten mussten wir lange durch wildes Gelände fahren – dort war nichts. Beide Autos parkten unter einem Baum in der Nähe. Frank:“ Geht nicht so weit weg von den Autos, die Elefanten können auch von hinten kommen, wir machen hier unseren „Brunch“, mit Eiern und Speck!“

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Pferdeantilopen am 1. Wasserloch

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Blaue Gabelracke, einer unserer Lieblingsvögel.

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Der erste Elefant

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…. der Dritte.

Schweigend warteten wir, ausgerüstet mit Ferngläsern und Teleobjektiven auf die Elefanten. Plötzlich tauchte vor uns der erste riesige Elefant im Gebüsch gegenüber auf. Wir waren alle total fasziniert, nichts ahnend, dass wir auf der Tour noch ganz viele sehen werden, doch der erste Elefant in freier Natur hatte schon etwas sehr Besonderes. Während des Brunches folgten noch zwei weitere, sie erschienen uns immer größer werdend. Auf der Rückfahrt lernten wir auch noch sehr unterschiedliche wunderschöne Vögel kennen. Auch diese sahen wir noch einige Male auf der Safari.

Nach zwei Tagen ging unser Weg wieder ein Stück über Tsumkwe zurück zu einem ganz besonderen Platz. Direkt unter einem gigantischen Boabab (Affenbrotbaum) bezogen wir unser zweites Wildcamp. Auf dem Weg dorthin besuchten wir vorher ein „Buschmann Dorf“, das gleichzeitig auch ein Museum war. Dort leben einige San Familien, die durch das Museum ihren Lebensunterhalt verdienen. Gefördert wird dies durch die „Living Cultur Foundation Namibia“.
Uns führten sie auf Spurensuche, gekleidet in ihrer Originalkleidung mit Lederschurz, durch ihren Lebensraum. Die Frauen können sehr gut in der Natur lesen, sie wissen welche Wurzeln sie essen können, wenn es kein Wasser weit und breit gibt und sie zeigten uns essbare und medizinisch nutzbare Pflanzen. Die Männer führten uns ihre Jagdmethode mit Pfeil und Bogen vor, einige Pfeile waren mit Gift versehen. Die Frauen tragen ihre kleinen Kinder immer in Tüchern bei sich. Später haben wir von ihnen selbstgefertigten Schmuck erworben. Besonders auffällig war, dass die jungen Männer sehr gut Englisch sprachen.  Einen Kilometer weiter war ihre Schule – dort lernen sie die Sprache.

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Unser Nachtwächter, ein Boabab Baum – wie klein sind dagegen unsere Zelte!

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„Living Cultur Foundation Namibia“. Die Sans zeigen uns mit Begeisterung ihren Lebensstil aus einer noch nicht so lange vergangenen Zeit …

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In traditioneller Kleidung zeigen sie uns ihren  Jagdstil.

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Spurenlesen ist heute nicht anders.

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Er hatte besonders viel Spaß.

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Die älteren Frauen zeigen es den Jüngeren.

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Geschützt!

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Die Kinder werden auch heute noch am Körper getragen, während ihre Mütter arbeiten.

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Feuer entfachen!

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pusten …

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und selber rauchen!

Den nächsten Tag hatten wir eine sehr lange Fahrt bis nach Botswana vor uns, mit langwierigen Grenzformalitäten und persönlicher Desinfektion! Autoreifen werden mit einer stinkigen Flüssigkeit abgespritzt und wir mussten mit allen sichtbaren Schuhen durch eine Wanne steigen. Unser Versorgungsauto wurde auf „Fleisch“ untersucht. Frank zeigt ihnen die Kühlbox mit den Grundnahrungsmitteln. Eine offene Milch und unser Müll wurde uns weg genommen! Die Zweite Kühlbox war tief vergraben unter den Zelten und Gepäck.

Schon auf der Fahrt dorthin veränderte sich die Landschaft, alles wurde grüner und üppiger. Neben der Straße verlief das Okavango Delta, ein großes Feuchtgebiet des Okavango Flusses. Gleichzeitig begann hier auch das Malariagebiet, schon am Abend zuvor haben wir ausführlich darüber diskutiert, ob wir die Malaria Profilaxe einnehmen wollen oder müssen oder nicht. Jeder musste dies für sich selber entscheiden.
Für mich war ausschlaggebend, wie sich die Menschen hier vor Ort verhalten. Die Regenzeit war schon so lange vorüber, so dass es kaum Mücken zu sehen gab, schon gar nicht die „Anopheles“. Soweit ich es mitbekommen habe, hat in unserer Gruppe kaum einer diese Tabletten genommen, auch ich nicht. Wir haben uns abends gut mit Mückenmitteln eingesprüht, gestochen hat mich auf dieser Reise keine einzige Mücke.

Kurz vor der Dunkelheit erreichten wir endlich unser Camp „Drotzki“.
Wow entfuhr es uns allen, direkt am Okavango Fluss, das Ufer umgeben von großen, subtropischen Bäumen und Pflanzen, sowie das wunderschöne Papyrusgras. Dazu warme Duschen, WCs und Strom direkt am Platz. Hier blieben wir gleich drei Nächte! Eine Kabeltrommel mit Mehrfachsteckern hatte reichlich zu tun, endlich konnten wir alle die zahlreichen leeren Akkus laden.
Hier verbrachten wir zwei herrliche ganze Tage, am dritten ging es wieder Richtung Namibia.
Gleich am ersten Morgen fuhren wir mit einem Boot auf den Okavango. Was für ein Artenreichtum uns dort begegnete! Gleich am Ufer Grünmeerkatzen, eine Primatenart, die auf den tropischen Bäumen am Ufer leben, wunderschöne leuchtend grüne Vögel, Bienenfresser, die an Lehmlöchern zu kleben schienen. Gleich daneben Krokodile, die sich in der Sonne aalten und so taten, als ob sie uns gar nicht sehen. Malachit Eisvogel, die unseren ein wenig ähnlich sehen, Schlangenhalsvögel, ein riesiger Vogel ähnlich wie unsere Kormorane. Rotrücken Fischeulen saßen stolz und mit weisem Blick auf uns herab schauend, hoch oben in einem Baum und viele weitere noch nie gesehene Vogelarten.

Immer tiefer ging es hinein durchs Schilf, vorbei an wunderschönen Wasserlilien, dahinter stand eine Kuhherde im Wasser, einige Kühe lagen sogar darin. Bis wir plötzlich kleine Erhebungen auf der Wasseroberfläche wahrnehmen konnten. Beim langsamen Heranfahren entdeckten wir, dass es die langersehnten „Hippos“, Flusspferde waren, die wir bisher nur nachts gehört hatten. Ganz vorsichtig versteckte Otto, unser Bootsfahrer, das Boot hinter einer kleinen Schilfgruppe.
Ganz harmlos wirkten die Hippos mit ihren runden Ohren und großen Nasenlöchern über der Wasseroberfläche, viel mehr zeigten sie nicht von sich. Unvorstellbar für uns, dass sie sehr gefährlich werden und sehr schnell laufen können. Unsere Kameras standen nicht still, jeder versuchte so viel wie möglich von den Hippos zu erwischen. Zu dritt, Elke, Andreas und ich, lagen wir mit unseren Teles bäuchlings am Bug des Bootes – was für ein Erlebnis. Diese scheuen Tiere zu erwischen ist wirklich nicht leicht.

Glücklich und mit vielen Fotos kamen wir gegen Mittag zurück zum Camp.

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Bienenfresser

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Malachit Eisvogel

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Papyrusgras mit Schlangenhalsvogel

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Rotrücken Fischeule

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Hübsche Zähne ….

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und immer alles im Blick, auch uns!

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Dieses Hippo hatte uns genau im Blick!

Am Nachmittag hatten wir zum ersten Mal frei. So machten wir mit einigen von uns einen Spaziergang durch den angrenzenden Wald bis zur Lodge. Dort begegneten uns seltsame Bäume, Knopfdornakazie und Leberwurstbaum, Kipelia africana! Der eine hatte lauter kleine spitze Hügel an seiner Rinde, an dem anderen hingen tatsächlich Würste.

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Knopfdornakazie

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Wurstbaum

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Leberwürste Baum, allerdings ungenießbar auch für die Tierwelt!

In der Lodge angekommen, versuchten wir alle gleichzeitig mit unseren Iphones ins Wlan zukommen! Wollten wir doch alle mit unserem Zuhause die Begeisterung teilen und Fotos von Elefanten, Krokodilen und Hippos senden. Nur „gleichzeitig“ war eben schwierig, befanden wir uns doch trotzdem weit weg von der Zivilisation. Nebenbei tranken wir einen sehr leckeren Sundowner, der Name ist mir leider wieder entfallen.
Am nächsten Morgen erwachte ich sehr früh, geweckt von den tropischen Geräuschen. Nach einer heißen Dusche frühstückten wir zum ersten Mal mit Zeit und im Sitzen. Wir mussten kein Zelt abbauen und auch nicht gleich auf den nächsten Game Drive. Doch die Grünmeerkatzen haben unseren Platz entdeckt und klauten uns einen ganzen Sack Äpfel. Mit lautem Getöse sprangen sie in die Bäume damit.

Unser heutiger Ausflug ging zu den „Tsolido Hills“, einen Park in dem vor tausenden von Jahren Sans gelebt und gejagt haben. Sie haben dort wunderbar erhaltene Felszeichnungen hinterlassen, gemalt aus Tierblut vom Eland = Rot, Pflanzensäften und Knochenmark, Fischgräten und Straußeneiern = Weiß. Dargestellt haben sie Tiere, wie Giraffen, Elefanten, Felle und Karten, wohl als Hinweise für die Nachkommen.

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Tsolido Hills, Felszeichnungen, die 3000 Jahre alt sind.

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Wir sind dann noch in zwei tiefe Höhlen geklettert, eine war die Küchenhöhle, die Zweite die Schlafhöhle. Da die Sans sehr kleine Menschen waren, mussten wir sehr auf unsere Köpfe achten.

Am Nachmittag machten wir nochmals eine Bootstour bis in das Abendlicht hinein. Die Krokodile erschienen uns immer größer, Warane, Schreiseeadler, Schlangenhalsvogel und der Sonnenuntergang waren dieses Mal sehr beeindruckend.
Otto setzte uns bei der Lodge zum Abendessen ab, zum ersten Mal braucht Frank nicht für uns zu kochen. Doch alle waren wir uns einig, direkt am Feuer und von Frank zubereitet schmeckte uns weitaus besser!

Am nächsten Morgen, unser 8. Camptag, packen, Zelte abbauen, noch schnell warm duschen – wer weiß was als nächstes kommt. Die Fahrt ging wieder über die Grenze nach Namibia mit endloser Warterei beim Ausreisen, wie beim Einreisen. Unsere Pässe füllten sich weiter mit Stempeln; Oh, schon wieder eine neue Seite, hoffentlich reicht mein Pass für die vielen anderen Länder dieser Welt auch aus?

Direkt hinter der Grenze fuhren wir in den Park „ Mahango Care Area“, unseren nächsten Game Drive. Mit Ingo saß ich ganz hinten, dachte schon, so ein Mist, hier sieht man kaum etwas. Aber nein! Wir öffneten die Dächer unseres Autos, Cabrio fahren, nur steht man auf den Sitzen, muss sich kräftig festhalten, um sich nicht zu stoßen und in den Knien weich bleiben. Manchmal fliegt man wie auf einem Trampolin durch die Luft, wenn das Schlagloch zu tief ist. Was für ein Spaß wir hatten, den wir von nun an noch öfter erleben sollten. 12 Elefanten, eine Giraffenfamilie, Impalas, Reste eines Kudus hängt hoch oben im Baum, also gibt es hier Leoparden!
Mittag machten wir an einer Wasserstelle. Frank wieder: “Geht nicht so weit weg vom Auto“! Keinen Leoparden, doch weitere Giraffen und Impalas bekamen wir zu sehen.

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Immer auf Absprung bereit

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Nach einem kurzen Einkauf in Begani, ganz oben im Norden von Namibia, direkt an der Grenze zu Angola, ging Frank auf die Suche nach unserem Campground, der sich einfach nicht zeigen wollte. Die ganze Gruppe versuchte mitzuhelfen, doch das machte Frank eher noch nervöser. Also hielten wir endlich den Mund.

Irgendwann fuhren wir vorbei an einem Gefängnis mit anschließendem endlosen Stacheldrahtzaun, was unsere Stimmung noch mehr sinken lies. Endlich kam ein Eingang mit einer Rezeption, Frank meldete uns an. „Geht schon mal zu Fuß vor, Platz 2 ist unserer“! Immer noch etwas mürrisch stapften wir los, leichtes Rauschen war zu hören. Platz 2, hier gleich um die Ecke! Was für eine Überraschung, der Platz lag direkt an den „Popa Falls“, kleine Stromschnellen in einer Biegung des Kwando Flusses.

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Popa Falls am Tag …

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und am Morgen!

Was für ein berauschender Ausblick. Ganz schnell waren wir dabei, uns bei Frank für diesen bisher schönsten Platz zu bedanken. Die Zelte wurden immer schneller von uns aufgebaut. Danach tranken wir alle unseren Sundowner sitzend auf einem Baumstamm direkt am Wasser – einfach nur genießen!
Frank machte im ersten Schritt immer das Feuer an, damit wir später genügend Glut für unser Fleisch hatten.

Nach einer „berauschenden Nacht“ fuhren wir weiter im Caprivi Gebiet Richtung Osten bis nach Kongola und weiter entlang am Kwando Fluss bis zu dem „Nambwa Camp“.

Wir dachten schon bei den Popa Falls, dies sei der schönste Platz, doch hier direkt am Kwando Fluss befand sich nun endgültig der Schönste. Hier blieben wir gleich für zwei Nächte. Wieder baute ich mein Zelt nah am Wasser auf, ein kleiner Steg davor und geschützt durch einen Baumstamm. Hippos konnten wir direkt von dort aus sehen. Das Camp liegt in dem „Babwata National Park“. Ein National Park nach dem anderen schließt sich hier im Caprivi Bereich an.

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Viel Platz für jeden.

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Diese Duschen brachten richtig Spaß.

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Beim Abwaschen konnte man aus dem Fenster schauen

Wir fuhren gleich bis zum Sonnenuntergang tief in den Park hinein, immer mit geöffneten Dach. Hippos, Elefanten, Impalas, alles was unser Fotoherz begehrte. Sehr lustig war kurz vor Sonnenuntergang die Beobachtung einer riesigen Pavian Kolonie. Sie stritten sich um einen Nachtplatz auf einem der Bäume ringsherum.

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Paviane am Abend.

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Am nächsten Morgen wollten wir ganz früh in den Park fahren.
Mit dem ersten Vogelgezwitscher, so um 5:20 Uhr stand ich auf. Nebel stand über dem Kwando, dahinter kam langsam die Sonne durch – was für ein Traum! Kamera raus und alles festhalte.

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Mein Zelt direkt am Kwando.

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Nebel, wie ein Gemälde von Kaspar-David Friedrich

Es folgte ein gigantischer Morgen, mit Johanna stand ich wieder hinten auf der Bank im „Cabrio“. Wir sahen an diesem Morgen so viele Tiere; Wasserböcke, Marabus, Storche, Hammerkopf, Waffenkibitze, Hippos, Ibisse, Paviane…….!

Auf dem Rückweg kam plötzlich aus dem Gebüsch eine riesige Herde Elefanten direkt auf uns zu und wollte zum Kwando Fluss. Frank parkte das Auto hinter einem Busch an dem sie sowieso vorbei mussten. Dies war ein unglaublicher Moment, vor uns, hinter uns, von der Seite, überall kamen die Elefanten an uns vorbei. Mit klopfendem Herzen hielten wir dies meist auch mit den Kameras fest. Johanna und ich schauten gebannt nach hinten, als plötzlich einer der Bullen stehen blieb und in unsere Richtung schaute. Frank setzte den Wagen auch noch ein Stück zurück. Zehn Meter zwischen uns und dem Elefanten, Johanna und ich waren direkt davor. Das war diesem Bullen dann aber zu viel. Er plusterte sich auf, die riesigen Ohren hin und her schwenkend, trampelnd und zuletzt noch trompetend kam er auf uns zu. Schnell den Motor an und nichts wie weg. Puh, das war aufregend!

Insgesamt waren es fast vierzig Elefanten, die an uns direkt vorbei zogen – ein tolles Erlebnis!

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Von überall kamen die Elefanten auf uns zu.

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Kleine mit ihren Eltern.

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Dieser war nicht ganz mit uns einverstanden und …..

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verjagte uns!

Spät am Abend wollte ich das Erlebte noch Revue passieren lassen. Alle anderen waren schon in ihre Zelte gekrochen, es war auch nicht so kalt. So legte ich mich rücklings auf den Steg vor meinem Zelt und schaute in den wunderschönen afrikanischen Sternenhimmel. Atemberaubend schön! Am liebsten hätte ich mir meinen Schlafsack geholt um dort zu schlafen. Hippos und Krokodile in der Nähe!? Steg gerade mal 80 cm hoch; oh nein, da krabbel ich doch lieber in mein gerade mal fünf Meter entferntes Zelt!

Nach diesen wunderschönen Tagen fuhren wir weiter im Caprivi Streifen wieder in Richtung Botswana, dies zum dritten Mal.

Unser Ziel für den nächsten Tag waren die Vic Falls in Simbabwe. Unsere Übernachtung sollte zum ersten Mal in einer Lodge für 2 Nächte sein. Wir freuten uns doch alle sehr auf etwas mehr Komfort.
Einreise in Botswana direkt an einem der größten National Parks, dem „Chobe Park“, bestand wieder aus einer langen Prozedur. Diesmal nahmen sie uns auch das gerade frisch gekaufte Obst weg. Direkt an der Grenze im großen trockenen Chobe Flussbett sahen wir über 30 Elefanten gemeinsam mit Kühen und Büffeln weiden, am Rand Krokodile, alles friedlich vereint – sehr kurios!
Abends kamen wir endlich an der Lodge „Chobe Bush Camp“ an. Es bestand aus 6 Hauszelten gebaut auf hohen Stelzen und einem Haupthaus. In der Mitte einen hohen Ausguck auf ein Wasserloch, das Ganze eben mitten im Busch.

Ich ließ mir nicht viel Zeit mit Auspacken, ging stattdessen schnell zum Ausguck der Wasserstelle. Duschen und umziehen kann ich auch noch im Dunkeln. Eine andere kleine Gruppe trank dort gerade ihren Sundowner, während am Wasserloch mehrere Elefanten eine Sonderration Futter, gespendet von der Lodge, ein paar Meter entfernt fraß. Auch wenn diese Tiere durch das extra Futter an diesen Platz gelockt werden, war es sehr beeindruckend, diese großartigen Tiere so aus der Nähe beobachten zu können. Hinter ihnen schlich sich noch eine sehr hässliche Hyäne herum.

In der Lapa bekamen wir unser Dinner, dass lange nicht so gut schmeckte wie unser täglich von Frank gegrilltes Game Fleisch.
Früher Aufbruch am nächsten Morgen; wir hatten noch einen langen Weg bis zu den Vic Falls vor uns. Dieses Mal fuhren wir ohne Frank mit einem offenen Buschwagen auf einer Pad, die direkt an der Grenze von Botswana und Simbabwe verlief, nur durch einen unsichtbaren Zaun getrennt. Wir scherzten natürlich mit unserem Guide: „Warum fährt er nicht gleich hier über die Grenze“? Auf der anderen Seite kam uns ebenfalls ein Fahrzeug mit Gästen entgegen, zehn Meter zwischen uns nur Sand und doch zwei verschiedene Länder.

An dem Grenzübergang angekommen, stiegen wir in einen Kleinbus mit neuem Guide um. Er betreute uns den ganzen Tag über in Simbabwe. Die Grenzformalitäten dauerten wie immer sehr lange, waren interessant zu beobachten. Für Simbabwe bekamen wir in unsere Pässe sogar ein Visum; noch eine Seite in meinem Pass gefüllt!

Endlich waren wir in Simbabwe, schon von weitem konnte man die Gischt erkennen.

Aufregung machte sich in unserem Bus breit. Elke, Ingo und Andreas wollten einen Heliflug über die Vic Falls machen; unser erster Anlaufpunkt. Zwei Helikopter warteten schon auf die Gäste, Formalitäten folgten, sogar das Gewicht wurde getestet. Plötzlich sprang Patrizia voller Freude auf uns zu: „Ich fliege auch mit“! Kurz entschlossen und schon waren sie nur noch als Biene am Himmel zu erkennen.

Gegen 11:30 Uhr waren wir endlich direkt bei den Vic Falls angekommen; 30 US$ Eintritt, Regenjacken gab es kurz davor, Leihgebühr 3 $, ich hatte meine eigene dabei. Ein Rundweg mit 16 Aussichtspunkten erwartete uns. Noch blieben wir trocken. Traumhafte Blicke von oben auf die Falls, die mit ihren 110 m nicht so hoch sind wie die Niagara Falls, doch auf einer Breite von 1.708 m quer zum Flusslauf des Zambesi liegen. Sie gehören zu dem Weltkulturerbe der UNESKO.

Mosi-oa-Tunya, donnernder Rauch, so nennen die Einheimischen die Fälle. Der Name verweist auf den Wasser-Sprühnebel, der von den Fällen in bis zu 300 m Höhe aufsteigt und noch in bis zu 30 km Entfernung zu sehen ist.

Diesen Wasser-Sprühnebel bekamen wir auch kräftig zu spüren.

Als erste erreichte ich den Punkt 12 und lehnte mich gerade über die Brüstung, um ein Foto von dem Regenbogen unter mir zu machen, die Regenjacke hing über meinem Arm, als sich eine Dusche von oben auf mich ergoss. In Sekunden war ich bis auf die Unterwäsche klatsch nass, die Regenjacke funktionierte ich schnell als Kameraschutz um – ich war schon nass, da gab es eh nichts mehr zu schützen.

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Vic Falls Point 13.

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Naß bis auf die Haut….

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Dusche gratis!

Als alte Seglerin machte mir das natürlich nicht viel aus, Sonne und Wind werden mich schon trocknen. Das allerdings dauerte noch etwas, schließlich war ich ja noch nicht an Punkt 16 angelangt und der Rückweg kam auch noch. Zur gleichen Zeit kam auch Patrick dazu, der ebenfalls klatsch nass wurde. Gegenseitig fotografierten wir uns mit viel Spaß dabei.
Auf dem Weg begegneten mir sehr viele Schwarze ohne Regenjacke, schick angezogen, nass und lachend. Sogar ein Wedding Paar kam mir entgegen, wir klatschten uns lachend in die Hände – wie es scheint ist der „Donnernde Rauch“ ein Glücksbringer! Dann habe ich an diesem Tag tausende von Glücksbringern erduscht!

Reicht sicher für den nächsten Schritt meiner Weltreise! Ein großartiges Erlebnis!

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„Donnernde Rauch“ ein Glücksbringer!

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Zwei Regenbögen erst recht!

Die Vic Falls liegen allerdings auch genau im Grenzgebiet zwischen Simbabwe und Sambia, eine Brücke verbindet beide Länder direkt an den Vic Falls. Endlose LKW Schlangen warten dort auf Abfertigung, um meist ihre Fracht bis nach Walvis Bay in Namibia zu bringen und von dort per Schiff vielleicht bis Europa. Auch eine Eisenbahn verkehrt über diese Brücke. Wir haben sie uns zu Fuß erorbert und auch ein paar Schritte in Sambia vollbracht.

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Diese Brücke verbindet Sambia mit Simbabwe.

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Dazwischen die Vic Falls.

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Endlose LKW Schlangen warten auf Abfertigung.

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Auch die Eisenbahn fährt hier über die Grenze!

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Hoffnung …

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oder man geht zu Fuß!

Inzwischen war nun schon der erste Juni, noch sechs Tage sollte unsere Safari dauern. Wir befanden uns am äußersten Zipfel unserer Reise, so mussten wir uns nun langsam auf den Rückweg machen. An diesem Tag fuhren wir nur auf den Pads, zuerst durch die äußerste Spitze des Chobe Parks, natürlich mit Cabrio Dach. Auf wilden Padwegen ging es wieder hinten auf dem „Trampolin“ direkt an dem Chobe Fluss entlang. Elefanten, Hippos und viele Vögel begleiteten uns dabei.

Frank plötzlich: “Da sind Löwen“! Wirklich Löwen, kam es aus aller Munde?

Fünf Löwinnen konnten wir lange Zeit beobachten, eine stand sogar auf und lief zum Wasser. Was für Tiere, majestätisch! Schon wieder ein Höhepunkt, mehr war eigentlich nicht mehr zu verkraften.

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Wow, eine Löwin und nicht einmal im Etosha Park. Dort begegnet man ihnen öfter.

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Sie war ein wenig Angriffs lustig.

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Blick über unser Versorungsauto.

Unsere Fahrt, eigentlich nur 150 km, dauerte noch bis zur Dunkelheit, gepaart mit viel Staub in der Kehle, gelandet waren wir im „Kwando Lodge Camp“. Unser Trinkwasser war auch zur Neige gegangen, sodass wir an diesem Abend den Staub mit Bier und Rotwein hinunter spülten. Bei mir zeigte sich sehr schnell eine unliebsame Wirkung in meinem Sprachvermögen – natürlich zu aller Belustigung!

„Hottentottenstottertrottelmutterbeutelrattenlattengettrwetter ……………..“, richtig Ingo?

Mit diesem Wort hatte ich allerdings auch am nächsten Morgen noch meine Probleme.
Am nächsten Morgen, wie es sich für eine Safari gehörte, starten wir wieder zu einem Game Drive in den Manili Park (umbenannt in Nkassa Rupula).

Vorher hielten wir zu meinem Glück an einem Kindergarten. Nicht nur die Kinder hatten Spaß an unserem Besuch, besonders Hans-Peter spielte mit großer Freude Fußball mit ihnen. Er war später ganz gerührt über die Freude dieser Kinder, als er ihnen seine Fotos zeigte.

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Alle sollten sich aufstellen …

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doch eigentlich wollten sie lieber Fussball spielen.

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Die Kleine war sich noch nicht ganz sicher, ob sie bleiben oder doch lieber bei ihrer Mama sein wollte.

Unser Game Drive unterschied sich sehr von den anderen. Flussläufe mussten wir durchqueren, stecken bleiben inklusive. Die Landschaft war hier besonders schön, endlose Weite durchsetzt mit fantastischen alten Bäumen.

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Flußläufe mussten wir durchqueren.

Überraschend war für uns ein Wasserloch, zuerst standen dort ein wunderschöner Sattelstorch und ein paar Marabus. Kaum hatten wir unsere Teleobjektive bereit, flogen die Nächsten direkt auf uns zu. Am Ende waren es über 30 Stück dieser Aasfresser. Unterhalb ihres Schnabels hängt ein roter Beutel, der je nach Füllung unterschiedlich groß ist. Dort sammeln sie ihr Futter, vermischen diesen mit Sand und horten so ihr Fressen.

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Marabus und ein Sattelstorch

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Marabus im Anflug, hübsch sind sie nicht, aber trotzdem gigantisch zu beobachten.

Nach diesem erlebnisreichen Tag ging es am 3. Juni über 450 km weiter an der Grenze von Angola – zum Glück auf Asphalt – weiter westwärts bis nach Rundu.
Mir ging langsam die Puste aus; so viele Eindrücke, endlose Fahrstrecken, schlechte Nächte im Zelt, jeden Abend frieren – da kommen dann schon Zweifel auf.

Bin ich wirklich auf dem richtigen Weg; ein Jahr so in diesem Tempo; kann ich dabei wirklich alles genießen und auch noch wahrnehmen, was um mich herum geschieht?“ Klar wurde mir bei diesen Gedanken, dass ich mein Tempo um einiges herunter schalten musste, um mein Inneres auch zur Ruhe zu bringen.

Diese Erkenntnis tat mir sehr gut, die Umsetzung findet inzwischen statt und es gelingt mir gerade sehr gut.
Als Trost habe ich die kleine Zeitung, mein Reisebegleiter meiner Kinder, gelesen. Es tat mir sehr gut wieder einmal wahrzunehmen, was sie mir alles auf meiner Weltreise mitgegeben haben. Dass sie an ihre Mutter glauben und auch wissen, dass ich wieder heil zurückkomme. Danke meine Lieben, dass Ihr so mitreist!

Unser Campground kurz vor Rundu, Nkwasi River Lodge, lag wunderschön in der Sonne und mal wieder an dem Kwando. Das andere Ufer war schon Angola. Mit einem sehr seltsamen Katamaran, auf dem Holzstühle standen, fuhren wir am Nachmittag zum Sonnenuntergang hinaus. Das größte Highlight dieser Tour war eine illegale Landung am Ufer von Angola.

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Was für ein Katameran – Holzstühle an Bord!

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Volle Fahrt voraus!

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Kühe in Angola ….

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Sonnenuntergang in Angola.

In drei Wochen habe ich somit fünf verschiedene afrikanische Länder betreten: Namibia, Botswana gleich 3 mal Ein- und Ausreise, Simbabwe und illegal Angola und Sambia, von einer Brücke in Simbabwe aus.

Der nächste Morgen startete wieder sehr früh und mit Eiseskälte bauten wir unsere Zelte ab. An den Eisenstangen erfroren unsere Hände, nur eine warme Teetasse weichte sie wieder auf. Der Weg führte uns inzwischen nach Süden bis Grootfontein, hinüber durch den Veterinärzaun, der den Norden von dem Süden Namibias abspaltet. Die Maul und Klauenseuche ist der Trennungsgrund. Fleisch aus dem Norden darf nicht in den freien Handel und nicht in den Süden gelangen.

In der Nähe von Grootfontein besuchten wir als erstes den größten Meteorit, der bisher auf der Erde gefunden wurde, den „Hoba Meteorit“.

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Nur zum Größenvergleich!!!!

„Die Angaben über das Gewicht schwanken zwischen 50 und 60 Tonnen. Seine ursprünglichen Abmessungen waren 2,70 Meter × 2,70 Meter × 0,90 Meter. Der Meteorit schlug vor etwa 80.000 Jahren auf der Erde ein und liegt immer noch in der ursprünglichen Position. Sein geschätztes Alter beträgt 190 bis 410 Millionen Jahre.

Der Meteorit besteht zu ca. 82 % aus Eisen, zu ca. 16 % aus Nickel und zu ca. 1 % aus Cobalt. Darüber hinaus enthält er eine Reihe von Spurenelementen wie Chrom, Gallium, Germanium, Iridium, Kohlenstoff, Kupfer, Schwefel und Zink. Meteoriten mit Nickelgehalten von über 15 % werden als Ataxite bezeichnet.“ Wikipedia.

Große Ehrfurcht habe ich angesichts dieses hohen Alters empfunden.

Die vorletzte Nacht im Zelt verbrachten wir auf der Farm von Arnold, vor 32 Jahren ist er nach Namibia ausgewandert. Je mehr wir in den Süden fuhren, desto kälter wurde es, inzwischen waren wir auf 1.500 m über dem Meeresspiegel.

Den Abend haben wir lange am Feuer gesessen, zu essen gab es Springbocksteak und Rote Beetesalat. Nachdem alle im Bett waren ging ich noch schnell auf unser „Plumpsklo“ hinterm Haus. Eine Metalltür mit großer Schraube und Riegel verriegelte diesen nicht sehr angenehmen Raum. Stockdunkel verschloss sich die Tür plötzlich hinter mir. Oh Schreck, als ich versuchte sie wieder zu öffnen, hatte sie sich verhakt. Jegliche Versuche sie über die große Schraube aufzuhebeln scheiterten. Mein Finger, der als Hebel funktionieren sollte, tat mir inzwischen schon weh. Leichte Panik stieg in mir hoch, denn die Zelte standen an der hinteren Seite des Hauses. Ich klopfte, donnerte und trat an die Türe, nichts rührte sich. Ich drehte mich um und versuchte mich schon mit dem Gedanken vertraut zu machen auf diesem kalten Steinboden zu übernachten; nein das wollte ich wirklich nicht! Leichte Erkältungsanzeichen meldeten sich auch schon. Also nochmals die Fäuste an die Türe gedonnert, wütend auf mich selber war ich auch; zu dämlich eine Tür aufzubekommen.
Plötzlich, wie aus dem Nichts öffnete sich mit Leichtigkeit die Tür von außen; Andreas war mit einem leichten Schmunzeln mein Lebensretter dieser Nacht.

Am nächsten Morgen, mein Finger war ganz blau geworden, war diese Geschichte natürlich wieder ein großer Spaß für uns alle, inzwischen konnte auch ich darüber lachen. Mir fehlte die Kraft für eine ganz bestimmte Hebelbewegung, vielleicht war ich auch nicht geduldig genug.

Die letzte Fahrt führte uns weiter bis zum Waterberg auf ein wunderschönes Camp „Barnabe de la Bat Camp“. 1908 war dieses Gelände einschließlich seiner Gebäude die Polizeistation der Deutschen Kolonialherrschaft, heute eine Lodge mit Restaurant und Campground mit herrlichen, heißen Duschen, die ich auch sogleich aufsuchte.

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unser letztes Camp am Waterberg.

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Ein letzter Blick aus meiner Bleibe der letzten drei Wochen!

Um uns sprangen die Paviane gefährlich nah herum, sie klauen alles, was nicht fest verpackt ist. Alle versuchten wir sie zu vertreiben, was eher zur Belustigung beitrug. Von dort aus machten wir eine Wanderung auf das Plateau des Waterberges hinauf. Oben angekommen zerplatzte mir fast der Kopf, die Erkältung, wohl schon mit etwas Temperatur, machte mir zu schaffen. Doch der Blick über die endlose Weite entschädigte alles.

Auch wenn es unser letzter gemeinsamer Abend mit leckerem Kudufleisch vom Grill war, verschwand ich frierend als erste in meinem Zelt. Was für eine Nacht, die Nase lief in einem fort, die Augen tränten, der Hals kratzte. Um Mitternacht brauchte ich Taschentuchnachschub, also raus aus dem Zelt in die noch kältere Nacht. Zum Schuhe anziehen war ich zu verfroren, also auf Socken zu den Toiletten; ist doch nur Sand. Autsch, der Sand hatte doch leider einige Dornen. Mit einer riesen Portion Handtuchpapier verschwand ich wieder in meinem Zelt. Raus aus den Dornensocken, rein in die anderen Sandsocken, auch sie waren noch von der Wanderung versandet. So hatte ich mir meine letzte Nacht eigentlich nicht vorgestellt.

Franks Bemerkung am nächsten Morgen bei meinem Anblick: „Oh je“!

Nun mussten wir ein letztes Mal packen, die anderen meiner Gruppe bereiteten sich für ihren Rückflug vor, ich für meinen fünftägigen Lodge Aufenthalt. Oh, wie freue ich mich auf ein richtiges Bett! So wurde ich auch als Erste dort abgeliefert.

Nun war die Safari wirklich zu Ende – ein herzlicher Abschied folgte! Gemeinsam haben wir so viel erlebt. jeder für sich wird diese Erlebnisse erst einmal verarbeiten – doch schön war diese Tour mit allen Höhen und kleinen Tiefen allemal!

Danke Euch allen für die schöne Zeit, danke Dir Frank für die großartige Tour, die Du uns bereitet hast!

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Ein paar Impressionen.

 

10.Juni

Meine Ferien in der „Immanuel Lodge“!

Seit vier Tagen entspanne ich mich auf der herrlichen Immanuel Lodge bei Sabine und Stephan, die mir fast jeden Wunsch von den Augen ablesen. Stephan ist ein begeisterter Gourmet Koch und verwöhnt seine Gäste mit herrlichen Gerichten, das Fleisch auch hier nur von ihm selber erjagtem Wildfleisch, wie Oryx und Kudu. Die Lodge ist mit so viel Liebe in den Details eingerichtet, mit Kunstwerken von hier ansässigen Künstlern oder kleinen Dingen, die die Natur hier direkt bereit hält.

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Danke Sabine und Stephan für die entspannende Zeit in Eurer Lodge.

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Hier kann man herrlich geniessen!

Ich kann wirklich jedem, der in Windhoek landet empfehlen, hier die ersten oder auch die letzten Nächte zu verbringen, oder so wie ich: sich einfach nur verwöhnen zu lassen.

Muss ich hier wirklich morgen schon wieder fort?

Seit sieben Wochen bin ich schon in Namibia, davon die meiste Zeit in der herrlichen Natur. Die Vorstellung auf eine Großstadt wir Kapstadt fällt mir gerade sehr schwer.

Doch, wie war noch meine Erkenntnis dieser Reise?

„Immer wenn ich mich richtig wohl fühle, geht mein Weg weiter um diese Welt“

Bestimmt komme ich zurück nach Namibia!

 

Cape Town am 12. Juni 2015

Genau vor 2 Monaten bin ich auf meine Weltreise gegangen und habe genau hier in Cape Town den Anfang gestartet. Nun bin ich für eine Woche wieder zurück und empfinde so etwas wie ein Stückchen wieder gewonnene Heimat nur aus kompeltt anderen Blickwinkeln.

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Cape Town, I am back since 7 weeks!

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Hier habe ich genau vor 2 Monaten meine Weltreise gestartet, darauf musste ich anstoßen!