Ist Cuba eine Reise wert …!

Cuba fehlte mir noch auf meiner Weltreise –  zu kurz war das eine Jahr für so viele andere Traumziele dieser Welt.

Havanna, Kunst und Leben dicht beieinander.

Aus jeder Bar schallt einem die Musik entgegen …

Hier haben sich viele Berühmtheiten verewigt.

Fidel Castro lebt überall auf Cuba weiter …

Das Leben in Havanna …

Genau vor einem Jahr landete ich dieses Mal zusammen mit meiner Schulfreundin Tina im Dunkeln in Havanna. In drei Wochen wollten wir Cuba entdecken – ist das wirklich zu schaffen?

»Schade dachte ich, gerne hätte ich Havanna bei Tage von oben gesehen.«

Lange Passkontrollen hatte man uns prophezeit, doch widererwarten schob man uns schnell durch, wir waren wohl der letzte Flieger für diesen Tag. Erst einmal ging es zu einer Wechselstube direkt auf dem Flughafen. Geldautomaten wie bei uns sind auf Cuba wenig zu finden. Am besten reist man mit einigen Euros an, die direkt in CUC, die Währung für die Ausländer getauscht wird. Natürlich waren wir nicht die einzigen Tauschwilligen, fast das ganze Flugzeug brauchte „Monetas“; daher durfte jeder nicht mehr als 100 € umtauschen! Zum Glück entdeckte ich dort doch einen Geldautomaten, so konnte ich mit meiner Kreditkarte reichlich Bargeld abheben; nur wohin mit all dem Baren? Auf meiner Weltreise hatte ich ein System für zu viel Bargeld entwickelt. Verteilen an verschiedenen Stellen, die nichts mit Wertgegenständen zu tun haben, aber bitte nicht in ein Portmonee, das könnte Beine bekommen.

Wir hatten uns viel zu viele Gedanken um unsere Sicherheit gemacht; Cuba entpuppte sich als eines der sichersten Länder weltweit.

Endlich konnten wir den Flughafen verlassen. Welche Überraschung, wir wurden doch tatsächlich gleich von einem Oldtimer abgeholt.

Da auf Cuba das Internet kaum zu finden ist, hatte wir uns entschlossen schon von zu Hause die Casa Partikulares, typische private Unterkünfte, vor zu buchen, bedeutete allerdings, uns schon für eine Route festzulegen. Wir hatten nur 20 Tage Zeit, die wollten wir nicht mit langem Suchen verbringen. Natürlich klappte nicht alles wie gedacht!

So war auch gleich der Start ein Reinfall. Die erste Casa in Havanna war ein dunkles Loch, kein Fenster, keine Dachterrasse wie so oft prophezeit und die Lage in einer düsteren Gegend, doch wurden wir sehr herzlich empfangen! Nach dem langen Flug, das Prozedere am Flughafen …, waren wir vollkommen ausgehungert – wohin nur?

Wir bekamen auch eine Empfehlung mit, die wir nicht fanden. So liefen wir nicht weit, damit wir später wieder zurück finden würden. Musik schallte uns entgegen, und dort zog es uns hin. Vor uns lag eine kleine Tapas Bar, mit dem sinnigen Namen Café Brown. Einfach ausgestattet, nur vier kleine Tische, eine kleine Steh-Bar und ein Fernseher an der Decke, aus dem amerikanische Videoclips schalten. Glücklich bestellten wir einen Mix aus Tapas und so manchen Mojito, unterhielten uns mit einem Schweizer Paar, den es ähnlich erging wie uns.

Endlich waren wir auf Cuba angekommen.

Havanna

Für Havanna sollte man sich viel Zeit nehmen; soweit vorne weg! Wir hatten leider nicht mal Ansatzweise genügend davon!

Unsere Casa Partikulares und das Auto waren schon von Deutschland aus gebucht. Ein Fehler den wir im Nachhinein bereuten. Am nächsten Morgen schlenderten wir gut gelaunt von unserer Casa entlang des Malecóns, der Uferpromenade von Havanna, bis zum Zentrum. Wir hatten eine Verabredung mit einem Oldtimer, hofften auf ein Cabrio, wie sie hier zu Hauf umher fahren.

Auf meiner Weltreise in Südamerika habe ich viele Malecóns gesehen, doch der von Havanna war schon sehr bemerkenswert. Nüchtern und ohne Schnickschnack verläuft der breite Fußweg direkt am Golf von Mexico entlang. Keine gemütliche Bank lädt zum Verweilen ein, kein Baum liefert Schatten. Alles wirkt grau in grau, wären da nicht auf der Straße die bunten Oldtimer, die meist als Taxen für eine Rundtour durch Havanna gebucht werden können. Alle sind sie auf Hochglanz poliert. Kaum zu glauben, obwohl schon sehr alt, zurückgelassen aus der Zeit der amerikanischen Intervention, die mit der Revolution 1959 durch die Enteignung amerikanischer Firmen und mit einem Embargo der USA zu Ende ging. Zurückgelassen wurden ihre Autos, heute ein großes Potential im Tourismus für Cuba. Wer einen Oldtimer besitzt, kommt auch an die ersehnte CUC Währung heran.

Auszug aus Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Kuba#Intervention_der_USA

»In Kuba gibt es zwei offizielle Währungen, der Peso Cubano (CUP oder MN für Moneda Nacional) als die ursprüngliche Währung, in der die staatlichen Löhne ausgezahlt und die wesentlichen einheimischen Grundnahrungsmittel und einfachen Dienstleistungen bezahlt werden, sowie den Peso convertible (CUC), der als Ersatz-Devisenwährung direkt an den Wert des US-Dollars gekoppelt ist und insbesondere für importierte Waren und höherwertige Dienstleistungen erforderlich ist. Seit dessen Einführung nimmt die Zahl der Artikel des täglichen Gebrauchs zu, die nur noch in CUC und damit zu Preisen verkauft werden, die für Verbraucher ohne direkten Zugang zu Devisen schwer erschwinglich sind. Die Nachfrage nach Waren des täglichen Bedarfs für nationale Währung übersteigt auch nach offiziellen Angaben deutlich das Angebot.

Das seit März 2005 staatlich festgelegte Tauschverhältnis ist 1:24 beim Kauf von kubanischen Pesos für CUC und umgekehrt 25:1 wenn man kubanische Pesos in Pesos convertibles eintauschen will. In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wird jedoch eine Relation von 1:1 zwischen beiden nationalen Währungen angesetzt. Ende Juli 2013 kündigte Raúl Castro an, die beiden Währungen zusammenzufügen, da deren Dualität die Wirtschaftsreformen behindere. Das Kabinett hat am 22. Oktober 2013 dazu einen Zeitplan für einen Übergangsprozess gebilligt.«   …

Bei einem Tauschverhältnis von 1 CUC zu 24 Peso kann man sich vorstellen, dass die Nachfrage der Cubaner an den CUC heranzukommen sehr groß ist, besonders wenn man die Monatsgehälter der Cubaner kennt. Die sehr hoch gebildeten Cubaner, wie Lehrer, Mediziner, Rechtsanwälte …, haben ein durchschnittliches Monatseinkommen von 640 Pesos, bedeutet umgerechnet 26 US Dollar/CUC. Wie oft geben wir Touristen Trinkgelder in ähnlicher Höhe?

So ist es auch kein Wunder, dass wir auf unserer Oldtimer Tour von einem Pärchen begleitet wurden, die sehr gebildet waren. Kaerli war Anwältin, Grey arbeitete in einer Bank, beide miteinander verheiratet. Ihr einziges Kind bleibt bei der Großmutter, während sie mehrmals in der Woche Touristen Havanna zeigen.

Zurück zum Malecón. Beeindruckend waren auf der anderen Straßenseite die alten Fassaden aus der lang vergangenen Kolonialzeit. Sie wurden seit der Revolution vollkommen vernachlässigt, daher fast verfallen. Heute stehen viele Städte in Cuba unter dem Schutz des Weltkulturerbes der UNSECO, in Havanna sind es die gesamte Altstadt Vieja und die Festung.

Durch diesen Schutz ist eine morbide Schönheit entstanden, die mir als Fotografin großartige und ungewöhnliche Motive gab. Nur noch die Fassaden standen abgestützt durch viel Metall, dahinter nichts als Schutt und Staub. Ob diese Gebäude je wieder in ihrer alten Pracht erstrahlen werden, wage ich im Moment zu bezweifeln.

Nur noch Fassaden zeugen von einer alten Pracht entlang des Malecons …

… gehalten von viel Stahl …

UNESCO Weltkulturerbe!

Unser Oldtimer stand bereit, leider kein Cabrio, für mich besonders enttäuschend. Eine Limousine schränkt den Blick nach oben ein, besonders, weil man in der hinteren Sitzbank sehr tief versinkt, weich wie in einem Sofa, vorne saß unser Pärchen Kaerli und Grey.

Eine zweistündige Autofahrt führte uns durch die Stadtteile Havanna Nuova, Miramar, Havanna Vieja. In Miramar vereinen sich die Wohlhabenden aus Kuba. Kaerli und Grey behaupteten, dass hier der ganze Castro Clan leben würde. Auch haben sich hier die ausländischen Vertretungen und einige Nobelhotels angesiedelt. Wirklich viel zu sehen bekommt man als Tourist und Einheimischer nicht. Jede Straße wird durch das Militär bewacht, zu sehen durch kleine bemannte Hütten, die an jeder Kreuzung stehen; Sozialstaat … !

Beeindruckend ist der Plaza de la Revolucion, nicht wegen seiner Schönheit. Ein übergroßes Portrait Che Guevaras ist nicht zu übersehen, das an der Fassade des Innenministeriums prangt und ein gigantisches Monument von dem Nationalhelden Jose Marti ziert diesen riesigen Platz der vielen Aufmärsche aus der Revolutionszeit. Heute ein Ziel für die Touristen, die hier fast alle mit einem der vielen Oldtimer herkommen. So kann man nebenbei diese ganzen heißen „Schlitten“ auf einmal bewundern und die sind beeindruckend.

Plaza de la Revolucion …

und viele Oldtimer; besonders chic waren die pinken Pünktchen …

Manches Mal musste auch nachgeholfen werden.

Am reizvollsten ist die Altstadt, für die man sich sehr viel Zeit nehmen sollte, wir hatten sie leider nicht; die komplette Fehlplanung!

Mindesten drei ganze Tage braucht man in Havanna, um die Sehenswürdigkeiten und das Flair dieser lebendigen Stadt zu erobern. Wir hatten nur einen ganzen Tag zur Verfügung. Am Abend mussten wir auch noch unseren Leihwagen abholen und für den folgenden Tag hatten wir in Vinales eine Casa gebucht.

So ließen wir uns nach unserer Oldtimer Tour einfach nur noch treiben, kamen vorbei am Kapitol, das dem Original in Washington nachempfunden wurde und für Cuba sehr prächtig aussah. Schlenderten durch die vielen kleinen Gassen, kehrten dort ein, wo Livemusik herausschalte und genossen die cubanische Atmosphäre, welche bisher nur in meiner Fantasie vorhanden war. Einfach schön!

Havannas typischen kleinen Gassen sind voller Leben.

Markt mitten in Havanna, die Auswahl ist nicht groß!

Altes Vergessenes …

Prächtige Straße mit dem Kapitol …

Gegensätze treffen in Havanna ständig aufeinander …

Dieses Penthouse liegt tatsächlich in Havanna.

Arkaden und Cafés

Mini Taxis …

Meine Empfehlung für Havanna:, bleibt mindesten vier Nächte, sucht euch eine Casa Partikulares mit Dachterrasse in der Altstadt, Havana Vieja, um alles Fußläufig auch am Abend zu erkunden und den Charme Havannas dabei zu erleben.

Vinales in der Provinz Pinar del Rio, das Tabakland.

Am nächsten Morgen verließen wir etwas traurig diese interessante Stadt mit unserem Leihwagen, neugierig auf das was noch vor uns lag. Diese Karte zeigt, was wir noch alles vor uns hatten!

 

Ganze 190 km an einem Tag sind auf unseren westlichen Straßen kein Problem, doch auf Cuba stets eine Herausforderung. Schon aus Havanna herauszukommen war nicht einfach. Kreuzungen, die nach unserem Verständnis eigentlich keine sein können, weil sie plötzlich mehr Baustelle als Straße waren. Wie oft wir hin und her fuhren, erinnere ich mich nicht mehr; bis wir uns trauten diesen unwirtlichen Weg doch zu nehmen, der uns letztendlich hinaus führte aus Havanna.

Eine cubanische Autobahn führte uns langsam Richtung Westen. Cubanisch deshalb, weil sie zwar vierspurig gebaut war, nur ohne jegliche Randbefestigung, sodass alle Fahrzeuge in der Mitte fuhren; manches Mal auch ein gefährliches Ausweichmanöver vollzogen. Ein Schlagloch musste umlenkt werden.

Unser Leihauto, ein MG, passte so gar nicht in das cubanische Straßenbild, eigentlich hatten wir etwas Kleineres bestellt. Upgrade oder typische Leihwagen? Jedenfalls hätten wir von der Motorleistung schneller fahren können. Nur wie sollte man auf dieser Autobahn überholen? Oldtimer und andere zum Teil undefinierbare Gefährte fuhren für unsere Verhältnisse sehr langsam. Mit einer gewissen Vorausahnung, kein dunkler Fleck auf der Straße voraus sichtbar, gab ich nach einiger Zeit doch Gas und überholte mutig. Einmal nicht aufmerksam sein, strafte mich sofort mit einem Schlagloch; Rumps, bitte keinen Achsenbruch!

Mit einem kleinen Zwischenstopp in „La Terrassa“, ein UNESCO Naturschutzgebiet, deren Ausblick wir mit einem Mojito auf einer der Terrassen genossen, kamen wir nach sechs Stunden endlich in Vinales an.

Vinales, das Tabakland

Vinales, die Stadt, die mitten in den cubanischen Tabakfeldern liegt. Wer verbindet mit Cuba nicht gleich das Bild einer Zigarren rauchenden Schwarzen! Gelandet waren wir in einer lauten touristischen Stadt, die sich entlang einer langen Straße entwickelt hatte. Zigarren rauchende Schwarze bekamen wir hier nicht zu Gesicht, Zigarren rauchende Touristen dafür zu Hauf.

Baustelle vor unserer Terrasse. Unsere gewohnten Lebensbedingungen gelten hier nicht!

Unsere Casa, die Villa la Esquinta war noch eine Baustelle, doch wie überall, waren unsere Gastgeber sehr nett. Langsam dämmerte es uns; auf Cuba herrschen andere Standards und vieles ist im Aufbau. So nahmen wir unsere Unterkünfte von da an mit Humor, wurden später noch mit wunderschönen Casas belohnt.

Die Landschaft des Valle de Vinales mit den sogenannten Mogotes, den mächtigen Kegelkarstfelsen aus der Urzeit, und den satt grünen Tabakfeldern lädt zu leichten Wanderungen zu Fuß oder auf einem Pferderücken ein. Wir wollten mehr über den Tabak erfahren, sodass wir für den kommenden Tag ein „Horsebackriding“ durch die Tabakfelder gebucht hatten.

… entlang der Straße von Vinales

Blick auf die Kegelkarstfelsen Mogotes.

Am späten Nachmittag liefen wir zu Fuß durch die nahe gelegenen Tabakfelder. Vorbei kamen wir an sehr einfachen Hütten, in denen die Tabakbauern wohnten. Meist stand direkt davor ein mageres Pferd angebunden, deren Rippen wir zählen konnten. Dieser Anblick schockierte uns so sehr, dass wir uns sofort entschlossen am nächsten Morgen keine „Horsebackriding“ Tour mitzumachen. Wir wollten uns nicht auf diese armen Pferderücken setzen, sondern unsere eigenen Füße bewegen.

Mit diesen dünnen Pferden wollten wir nicht durch die Tabakfelder reiten.

Markt in Vinales für die Touristen

Kaffeerösterei mitten zwischen den Tabakfeldern.

So leben hier die Familien …

Nach der langen Autofahrt und dem Spaziergang freuten wir uns auf eine schönes Essen und den Mojito, der für diese Reise zu unserem Lebenselixier wurde. Aneinandergereiht konkurrierten auf beiden Straßenseiten ein Restaurant und Bars nach dem anderen. Für welches sollte man sich da nur entscheiden? Wir entschieden uns für einen schönen Blick und bekamen dafür das schlechteste Essen bis dato. Da hielt es uns nicht lange, wechselten in die Bar „Cuba“, tranken an diesem Abend einige Mojitos zusammen mit einem Pärchen aus den USA, Mark und Jennifer. Diese Bar wurde für Vinales zu unserer Stammtreffpunkt.

Am folgenden Morgen wachten wir mit einem Schock auf. In Tinas Haaren hatten sich kleine Moskitos amüsiert; doch viel schlimmer, es goss draußen in Strömen. Hey, wir sind in der Karibik! Trotzdem gingen wir zu unserem Treffpunkt, buchten unsere Tour um und starteten mit einem stark gebauten Guide unseren Weg zu Fuß in die Landschaft. Der Regen ließ zum Glück nach, so konnten wir auf diesem vierstündigen Weg alles über die Tabakfelder, Trocknungsarten und das Zigarrendrehen erfahren. Jeder bekam von einem jungen Bauern seine eigene Zigarre, die wir auch paffend testeten. Ganz wichtig ist es, den Tabakblättern die Blattnähte zu entfernen. Sie besitzen zu 80% Nikotin, welches beim wachsen Insekten abweisend wirkt, rauchend würde uns diese Stärke sofort umbringen. Ich kaufte direkt von dem Bauern noch ein paar Zigarren für 25 CUC, die in ein Palmenblatt eingewickelt wurden – damit sollten die Zigarren auch angezündet werden, niemals mit einem Feuerzeug – ein cubanisches Zigarren-Gesetz!

Aus Cuba dürfen nur Zigarren mit einer offiziellen Banderole ausgeführt werden, die hatte ich schon für die anstehende Hochzeitsfeier meiner Tochter im Juli in Havanna gekauft. Angeblich der einzige Ort, wo man als Tourist Zigarren kaufen darf, wir haben später noch in Trinidad eine Fabrik besichtigt. Auch dort hätten wir Zigarren kaufen können! Diese Informationen werden wohl gerne passend weiter gegeben.

Den Nachmittag verbrachten wir etwas außerhalb von Vinales in einem wunderschön gelegenen Restaurant, „Balcon des Valles“. Dort hatten wir einen herrlichen Blick über das ganze Tal, Val de Mogotes. Das Essen schmeckte auch sehr gut und wir hatten Zeit unsere Tagebücher zu füllen. Am Abend trafen wir uns wieder mit Mark, Jennifer und Mojitos.

Frisch geerntete Tabakblätter werden erst draußen angetrocknet …

später unterm Dach.

Dorfidylle mitten in den Feldern.

Unser Tourguide …

Vorführung, vom Blatt zur Zigarre …

fast fertig.

In Palmenblätter verpackte Zigarren halten länger frisch.

Nicht ganz mein Geschmack!

Vinales bis Cienfuegos

Am nächsten Morgen ging unsere Tour weiter. Erst einmal mussten wir bis Havanna zurück.  Dort hatten wir wieder das selbe Theater mit den Straßen, die einfach mitten drin aufhörten. Auch mein GPS auf meinem Mobil Phone wusste nicht weiter, mehrmals drehen, abbiegen gegen den Verkehr, dann waren wir auf der richtigen Straße. Um sich auf Cuba zurechtzufinden sollte man sich ein Offline Navi App herunterladen. Trotz mancher Irrungen kann ich „maps.me“ sehr empfehlen, auch nutzbar in vielen anderen Ländern auf dieser Welt. Auf Cuba haben die Straßen oft mehrere Namen, in den Städten sucht man lange nach den angegebenen Adressen. Mit dieser App kann man diese Adressen eingeben und wird auch meistens hingeführt.

Trotz 430 km kamen wir nach Havanna schneller an als erwartet, nur die Strecke war langweilig. Die Landschaft ist sehr karg und braun. Früher war fast ganz Cuba mit Zuckerrohr bepflanzt, heute hauptsächlich nur noch der Südosten. Der Zuckerexport ist nach dem Embargo der USA vollkommen zurückgegangen. So soll hier nur noch für den Rum Zuckerrohr angepflanzt werden. Der Boden wurde durch jahrelanger Zuckerrohrbepflanzung ausgebeutet, heute kann dort fast nichts mehr gedeihen.

In Cienfuegos angekommen fanden wir dank maps.me unsere La Casa de Cecilia sehr schnell. Von außen etwas enttäuschend, doch innen wurden wir sehr freundlich von der jungen Dahlia in perfekten Englisch begrüßt. Die ersten beiden Räume, Empfang, Wohnzimmer und Esszimmer waren sehr gepflegt eingerichtet. Dahinter ging es durch einen sehr schmalen hohen Flur mit offenen Fenstern unterm Dach in drei Zimmer, die alle dunkel und ohne eigenes Fenster gebaut waren. Nicht schon wieder ein Zimmer ohne Licht und Luft! Die Luft kam oberhalb unserer Zimmertür durch das Flurfenster, das versöhnte uns ein wenig. Langsam begriff ich, dass diese privaten Casas mit einfachen Mitteln für Gäste gebaut wurden, doch immer wurden wir von sehr freundlichen Menschen empfangen und mit einem interessanten Frühstück versorgt.

La Casa de Cecilia auf der linken Seite …

… von hier gingen die Zimmer ab …

Cienfuegos war einst eine wunderschöne Stadt, geprägt durch die französische Architektur, die durch die damalige Zuckerrohrindustrie zu großem Reichtum kam. Unser Weg führte uns entlang an einst wunderschönen Häusern bis zu dem Plaza Jose Marti, auf dem der einzige Triumphbogen auf Cuba steht und natürlich eine Kathedrale. Durch den bedeckten Himmel wirkte alles noch maroder, doch sehr sauber und aufgeräumt. Da alles zu schlafen schien an diesem Sonntag gingen wir weiter Richtung Punta Gorda, ein Stadtteil direkt an der großen zum Meer geöffneten Bucht. Ein großer Boulevard mit einst prachtvollen Villen und Palästen lässt uns den Reichtum des 19. Jahrhunderts erahnen. Nach einem langen Marsch, nur mit einem Frühstück im Bauch hofften wir auf ein schönes Restaurant. Gefunden haben wir ganz an der Spitze, die Punta, einen riesigen prachtvollen Jachtclub, in den wir erst mit einem Eintritt von 10 CUC hineinkamen. Die Hoffnung auf etwas Essbaren ließ uns dazu hinreißen.

Der Triumpfbogen von Cienfuegos.

Che ist überall dabei.

Cienfuegos, einst eine wohlhabende Stadt …

Das Rathaus …

Oldtimer zum mitnehmen …

Manches ist schon renoviert.

Vor uns öffnete sich eine ganz andere Welt! Es war noch früher Abend, eine Band spielte sich gerade ein. Junge hübsch gemachte Leute fingen verschämt direkt bei ihren Tischen sich nach den Rhythmen zu bewegen, die Tanzfläche blieb lehr. Erst meine Freundin Tina brachte Leben hinein; sie zog lachend einfach ein junges Pärchen mit auf die Tanzfläche und schon lockerte sich die Stimmung.

Dieses noch nicht …

autenticacuba.com … ???

Der Himmel war inzwischen wieder aufgeklart, die Mojitos taten ihre Wirkung, denn etwas zum Essen gab es dort nicht. Etwas selig genossen wir diesen überraschenden Tanzabend mit einem herrlichen Blick über die Bucht, doch irgendwann mussten auch wir etwas zu essen bekommen.

Den Yachtclub gibt es wirklich …

… diese traurige Palme steht wohl nicht am rechten Fleck!

In der Dunkelheit hielten wir ein Bici an. Ein Fahrrad mit drei Rädern, wie ein Tucktuck in Asien, nur ohne Motor. Ein lustiger junger Mann strampelte uns ziemlich angeheiterten Mädels mit Musik aus einem Lautsprecher, montiert an seinem Lenker, direkt bis vor die Tür eines Fischrestaurants, Brisas del Mar. Dort rettete uns eine kräftige Fischmahlzeit vor zu viel Umdrehungen – ein herrlicher Tag mit einigen Überraschungen!

Dahlia bereitete uns am nächsten Morgen ein wie immer sehr süßes Frühstück mit Obst und allerlei süßes Teiggebackenes, für mich oft nur ein fruchtiger Start. Cienfuegos bei Sonne, der Himmel strahlte in herrlichem Blau, das rief meine Fotografin Seele hervor. Diese Stadt wollte ich zu gerne bei strahlendem Licht in meine Kamera einfangen, etwas zum Leidwesen meiner Freundin. Mit einem Fotografen zu verreisen kann für den anderen zur Qual werden. »Sorry Tina!«

Luftige Terrasse einer Casa Particulares …

Lebendige Einkaufsstraße und

ein Frisiersalon …

Bekleindungsgeschäft …

Schaufensterdeko …

Touristenshop …

Haushaltswaren und Stoffe …

Ein wunderschönes Hotel mit passendem Auto.

Cienfuegos nach Trinidad

Heute sollte es nur nach Trinidad gehen, gerade mal 81 km entlang der Südküste. Erst fuhren wir wieder durch karge Landschaft, abgebrannte Flächen und erste Zuckerrohrfelder.

Erst einmal mussten wir tanken, nicht ganz einfach auf Cuba. Hierzu wurde uns genau erklärt, welche Tankstellen wir anfahren dürfen und welche nicht. Denn genau wie mit der Währung gibt es auch hier für die modernen Touristen Leihwagen und den alten kubanischen Gefährten Unterschiede im Sprit. Auch hieß es als Rat, den Tank nicht ganz leer zu fahren, die Tankstellen „Cupet-Cimex oder Oro Negro“ sollten nicht oft vorhanden sein. Wenn man sich daran hält, ist es überhaupt kein Problem. Wir hatten uns angewöhnt den Tank morgens noch in den Städten zu füllen, so konnten wir beruhigt über die oft einsamen Landstraßen fahren.

Die Küstenstrecke war sehr reizvoll, und von der Zeit her konnten wir uns noch eine Mittagspause in Valle de Yanguanabo direkt am Meer gönnen.

In Trinidad angekommen waren wir erst verloren, unser Navi funktionierte hier nicht, und alle engen Gassen sahen für uns gleich aus. Hinzu kam, dass die Gassen sehr schmal, somit Einbahnstraßen waren. Irgendwann standen wir überraschend direkt vor unserer Casa, Hostal la Espanola, denn Trinidad ist eine der kleinsten Städte auf Cuba.

Die engen Gassen waren beidseitig mit bunten Häusern gesäumt, das Pflaster nichts für Stöckelschuhe. Alles wirkte nett restauriert, oft stand auch hier nur noch die Fassade, doch dahinter waren kleine Lokale oder Läden entstanden. Hier tobte das Leben, der Tourismus war hier schon länger angekommen, es strahlte alles und verzauberte uns. Mit viel Kreativität, Kunst, Musik und allerlei Skurrilem ist aus dieser kleinen Stadt ein Juwel geworden. Wir waren froh, hier drei Nächte verbringen zu können. Da hatten wir es einmal richtig getroffen. Unsere Casa hatte mehrere kleine Dachterrassen, auf denen wir uns auch einmal von dem Trubel erholen konnten. Wir erkundeten die ganze Stadt, die uns auch mit viel Livemusik am Abend in kleinen Restaurants rund um den Plaza Mayor verwöhnte.

In Trinidad; hinter verfallenen Mauern entsteht ein neues, modernes Leben.

Endlich hatten wir eine Dachterrasse, hier mit vier stummen Wächtern.

Eine Bicitour führte uns in eine kleine Tabakfabrik. Dort konnten wir hautnah erleben, wie reglementiert das System ist. Am Eingang mussten wir Eintritt bezahlen und versichern keine Zigarren von den Mitarbeitern anzunehmen, dies sei strengstens verboten. Drinnen herrschte ein lautes Treiben, Frauen und Männer drehten sitzend an den Zigarren, unterhielten sich lautstark, und schauten uns aufmerksam an. Diese Aufmerksamkeit hatte zur Folge, dass man immer wieder versuchte uns unter den Tischen Zigarren anzubieten. Plötzlich zog mich eine junge Frau in einen anderen Saal. Etwas verschreckt folgte ich ihr, obwohl mir dabei nicht sehr wohl war. Hier wurden die fertigen Zigarren mit den Papierbanderolen versehen. Die junge Frau wollte mir diese Banderolen schenken, damit wir die Zigarren, die sie uns in der Fabrik verkaufen wollten, auch außer Landes bekommen würden. Sie konnten nicht wissen, dass wir schon reichlich mit Zigarren versorgt waren. Mir tat es etwas leid, denn mit diesem Fabrikbesuch wurde mir klar, wie wenig die Menschen von diesem großen Zigarrengeschäft abbekommen. Soziale Gerechtigkeit?

In dieser Zigarrenfabrik ging es lebhaft zu …

… man vesuchte uns Zigarren unter dem Tisch zu verkaufen.

Hier wurden die Zigarren mit der Banderole versehen.

Eine weitere Tour führte uns in das Trinidad der Cubaner. Kleine offene Geschäfte, wie ein Fleischer werden uns gezeigt. »Unten ist eine Klappe, dort kommt morgens das Schwein lebend hinein, später wird es oben am offenen Tresen verkauft. Alles ganz frisch, Rindfleisch essen wir Cubaner nicht, wichtig für die Milch …,« erfahren wir von unserem Guide. Ein kleines Warenhaus besichtigen wir. Hier können die Cubaner mit den staatlichen Rationsmarken Reis, Seife etc. einkaufen. Den alten Bahnhof, der seine Pracht in der Zeit erhielt, als das Zuckerrohr um 1920 Hochkonjunktur hatte. Heute wird nur noch Melasse für den Rum hergestellt, Zucker nur für den Eigenbedarf. Den Park Cespedes schauen wir uns noch an, für die Cubaner ihr Datingplace!

Schwein kommt morgens unten rein, am Nachmittag oben wieder raus …

Schwein gewesen …

Obst und Gemüse …

… was dieser Cubaner sich wohl denkt?

… hauptsache die Schuhe glänzen …

Hier wurde früher das Zuckerrohr verladen, heute ein Museum mit Livemusik …

und Oldtimer Präsentation …

Gleich nebenan Skulpturen jeglicher Art.

Park Cespedes – Dating place.

In der Casa de Musica entspannen wir bei einem Mojito und schreiben an unseren Tagebüchern. Später versuche ich noch Telefonkarten von „Etesca“ zu bekommen, denn zu Hause weiß keiner wie es uns geht. Rund um den Plaza Major kann man diese Karten für 5 CUC erstehen, doch hier in Trinidad komme ich nicht ins Internet. So rufe ich einmal kurz Zuhause an; man hatte sich schon Sorgen gemacht. Keiner kann sich das Leben heute ohne Internet mehr vorstellen, auf Cuba schon.

Wir hatten Sehnsucht nach Ruhe und Natur und buchten daher eine Pferdekutschenfahrt in das nahe gelegene Val de Ingenios, dachte allerdings unsere Fahrt würde nach Val Colentos gehen. Wie aus der Zeit gefallen, laufen wir zuerst den Berg neben der Kutsche hinauf; für das eine Pferd sind drei Personen zu schwer. Oben ging es via Kutsche durch die Natur über Stock und Stein, durch große Löcher, über tiefe Gräben – aua, unsere Popos mögen dies gar nicht.

Irgendwo im Nirgendwo halten wir an, bekommen eine Vorführung, wie man Zuckerrohrsaft herstellt, diesen vergären lässt und dürfen diesen dann probieren. Tina bekommt dieses Getränk überhaupt nicht und ich nippe nur daran. Nicht wirklich glücklich über diesen Ausflug landen wir mittags wieder erschöpft in Trinidad, immer noch mit einer großen Sehnsucht nach Ruhe.

Dieses Pferdchen zog uns aus Trinidad hinaus in die Natur …

Frischer Zuckerrohrsaft wird extra für uns gequetscht …

Wir fahren mit unserem Auto nach Playa Ancon, nicht weit von Trindad entfernt, dies sollte der schönste Strand der Südküste sein. Ein riesiger Hotelkomplex, grau und hässlich war unser erster Eindruck; da wollten wir auch nicht bleiben. Etwas weiter kamen einige Hütten direkt am Strand zum Vorschein. Die schönste war für uns geschlossen, eine Hochzeit sollte hier stattfinden. Etwas weiter hatten wir Glück, aßen gegrillte Garnelen zusammen mit unserem geliebten Mojito. Unsere Erschöpfung ließ unsere Nerven etwas blank liegen, heißt: wir waren nicht wirklich locker und großzügig, sodass uns der spätere Strandbesuch auf die Palme brachte. Einmal am Straßenrand parken, kam eine Hand, die von uns 2 CUCs haben wollte, für eine Liege an diesem steinigen Strandabschnitt sollte 5 CUC kosten …!

Playa Ancon, der schönste Strand der Südküste … ?

Auf Cuba dürfen alle weiß gekleidet auf eine Hochzeit gehen, das finde ich sehr schön.

Mit etwas Abstand kann ich diese Menschen besser verstehen, irgendwie versucht jeder an die heiß ersehnten CUCs zu gelangen, mit dem Peso kommt niemand weit. Doch hatte ich mir Cuba in meinen Träumen anders vorgestellt!

So hatte uns Trinidad sehr schnell wieder und wir genossen trotzdem den letzten Abend an der Plaza Major in unserem Lieblingslokal hinter der Galeria del Arte, Los con Spirados bei Livemusik, Pasta mit Garnelen und Wein. Wir mussten langsam akzeptieren, dass man auf Cuba kaum Ruhe finden kann, zumindest nicht in den touristischen Hochburgen.

… so sieht es am Tage aus.

Zum Ausklang noch ein paar Trinidad Impressionen …

In Trinidad wurde auf der Straße Domino statt Schach gespielt …

Hier geht es um Frauenrechte, die von dieser jungen Frau mit Begeisterung vertreten wurden!

Pferdestärken …

der kleinste Gemüsehändler …

und noch ein gepflegter Oldtimer.

Trinidad nach Camagüey

Von Trinidad ging es 265 km wieder über Schlaglöcher weiter in den Osten von Cuba hinein. Vorbei führte uns die Fahrt an endlosen Zuckerrohrfeldern, die uns euphorisch werden ließen, endlich wurde die Landschaft karibisch interessanter. Wir hatten Glück, denn die Ernte begann gerade, es war der 9. März. Große Mähdrescher häckseln das Zuckerrohr direkt in einen daneben fahrenden Trecker Hänger oder auch riesige Lastwagenhänger. Später wird es in den uralten Zuckerrohr Fabriken zu Melasse verarbeitet, die wir erst weiter östlich entdeckten.

Endlich Zuckerrohrfelder …

… da hat unser MG einmal Pause …

Mähdrescher für das Zuckerrohr.

und hier wurden die Erntehelfer verpflegt: Cocina- Comedor!

Riesige LKW Hänger warten auf die Ernte …

Mit flotter Musik schafften wir diese Strecke in 5 Stunden. Immer wieder mussten wir kleine Pferdekutschen überholen; je östlicher wir kamen, desto einfacher wurden die Gefährte auf den Straßen. Die Fahrt in die Stadt Camagüey hinein war wie überall erschreckend von baufälligen Gebäuden gesäumt. Umso überraschender war für uns die Innenstadt, die uns mehr als beeindruckte. Endlose Prachtstraßen mit großen Arkaden, gesäumt mit unzähligen Säulen und alten Bäumen – als ob die Zeit hier stehen geblieben wäre. Nur die abgeblätterte Farbe erinnerte uns daran, dass wir auf Cuba waren. In den vielen Eingängen der Arkaden befanden sich hinter den geöffneten Türen mehrere kleine Pizzerien und kleine Handwerksbetriebe; dahinter meist nichts mehr als nackte Wände. Uns gefiel dieser morbide Charme.

Camagüey überraschte uns mit dieser Säulenprachtstraße …

und den innen liegenden kleinen Shops …

… Pizzerien …

kleinen Haushaltswaren Shop …

Bäckerei …

Wie lange werden diese Säulen noch halten?

Alles im Zeichen von Fidel Castro!

Weiter in der Innenstadt kamen wir zu unserer großen Überraschung in eine moderne Fußgängerzone mit kleinen Supermärkten, Modeshops und sehr vielen Geldautomaten. Die Supermärkte waren allerdings nicht wirklich mit vielen Waren gefüllt. Seit 1975 befindet sich in Camagüey eine große Universität, die dadurch zu den kulturellsten und wissenschaftlichsten Städten des Landes zählt. Die reizvolle Altstadt wurde zum UNESKO Kulturerbe ernannt, weil sie besonders gut erhalten geblieben ist. Man schlendert durch die vielen verwinkelten Gassen, landet unwillkürlich auf irgendeinen der vielen Plazas, auf denen es sich meist sehr gut verweilen lässt.

In der Fußgängerzone von Camagüey zeigte sich uns dieses Bild …

… eine Boutique

Unser Café hinten rechts.

Wir setzten uns in eines dieser vielen Cafés, belohnten uns wieder einmal mit einem Mojito und kamen zu unserer großen Überraschung ins Internet. Da wurde gleich auf Whatsapp und Instagram nach Hause gepostet!

Am Abend waren wir gerade auf der Suche nach einem schönen Restaurant, schlenderten laut redend durch die kleinen Straßen. Plötzlich wurden wir in klarem Deutsch von hinten angesprochen. Kaum zu glauben, vor uns stand ein Cubaner in einem Deutschland Trikot und lächelte uns freundlich an. Schnell erfuhren wir woher er so gut Deutsch sprechen konnte. In der damaligen DDR hatte Juan in Jena eine Optiker Ausbildung gemacht und dort vier Jahre lang gelebt. Wieder in Cuba hat er die deutsche Sprache weiter gepflegt und nun spricht er deutsche Touristen an, denen er seine Stadt zeigt. So auch uns!

Unser neuer Freund Juan im Deutschlandtrikot …

 

Schnell saßen wir zusammen mit Juan in einem typischen Restaurant, konnten viele Fragen über das Leben auf Cuba stellen und gut essen. Für den nächsten Morgen organisierte Juan uns mit ihm gemeinsam noch eine Bicitour durch Camagüey. Wir hatten einen sehr fröhlichen Abend, wurden noch zu unserer Casa Miriam Guerra de la Cruz geleitet. Eine Schwindel erregende, frei fliegende Treppe führte in unser Zimmer mit Fenster, dafür hatten wir eine kalte erfrischende Dusche! Nachts wachte ich plötzlich durch ein merkwürdiges Gewicht auf meinen Beinen auf. Ohje, eine riesige Katze lag auf meinem dünnen Lacken, die durch unser geöffnetes Fenster sich einen gemütlichen Platz gesucht hatte. Zu dumm nur, ich mag leider keine Katzen und schon gar nicht in meinem Bett.

Das Frühstück war hier so reichhaltig, süßes Gebäck, dicke Schweinewurst, die wohl den Cubanern besonders gut schmeckt, uns eher abschreckt, Käse und ein Omelett. Gut gestärkt packten wir unser Gepäck schon in das Auto, stiegen aber erst einmal in das bereitstehendes Bici und fuhren zusammen mit Juan zu einem Bauernmarkt. Endlich ein Markt, die sammele ich doch weltweit. Märkte sind für mich die Lebensadern eines jeden Landes.

Auf diesem Markt gab es alles, was zu dieser Jahreszeit wächst und gedeiht, für Cuba eine reichhaltige Fülle. Auch Hüte jeglicher Größe und allerlei Küchengerät konnte hier erstanden werden. Wirklich viele Käufer gab es nicht, dafür ist zu wenig Geld vorhanden.

Zwei Kirchen und den wunderschönen Platz, Plaza del Carmen mit sehr vielen kleinen Galerien, die eher für uns Touristen sich dort angesiedelt hatten, zeigte uns Juan auch noch. Die Galerie der Künstlerin „Martha Jimenez Peres“, gefiel uns besonders gut. Ihr Werk zählt zu der zeitgenössischen Kunst Cubas, ihr Gesamtwerk ist sogar von der UNESCO ausgezeichnet worden. Ein Besuch lohnt sich allemal, auch kauften wir ein paar kleine Kunstwerke. http://www.martha-jimenez.es/

Für diesen Tag hatten wir noch einige Kilometer Autofahrt in die Sierra Meastra vor uns, sodass wir uns von Juan gegen Mittag verabschieden mussten.

Camagüeys Arkaden Shops

Diese Statuen im ersten Stock beeindruckten mich sehr …

Kontraste …

Plaza del Carmen …

Bauernmarkt …

Haushaltswaren …

 

Camagüey nach Sierra Meastra

Schon die Fahrt in die Sierra Meastra wurde zu einem aufregenden Abenteuer. Die Straßen gestalteten sich immer wilder, je weiter wir in den südöstlichen Zipfel der Insel vordrangen, Zuckerrohr wo wir nur hinschauten. Manche Straßen waren Schotterwege, die für unser Auto eigentlich nicht geeignet waren; was wie eine Abkürzung laut unseres Navis aussah, endete mitten in der Pampa – lieber umdrehen!

Bis Bartolome Maso, der letzte Ort der Zivilisation und einer alten Zuckerrohr Fabrik; so schien es uns, gingen die Straßen noch einiger Maßen; danach schoss es ab in die Höhe. Steigerungen, Kurven gepaart mit Schlaglöchern, die ich bis dahin noch nie gesehen hatte. Mit kochendem Motor kletterten wir in die Sierra Meastra hinauf, wieder hinab, wieder hinauf! Das Versteck von Fidel Castro und Che Guevara konnte natürlich nicht leicht erreichbar sein! Trotzdem brachte es mir Spaß in Schlangenlinien die Berge hinaufzufahren.

Dahinten sind die Sierra Meastra vor den Zuckerrohrfeldern schon zu sehen.

Diese Lok hat sicher viele endlose Zuckerrohr Ladungen gezogen.

Eine Zuckerrohrmühle hatte ich mir auch anders vorgestellt …

… da rattert und stampft es kräftig.

Überall findet man derartige Plakatwände …

Santo Domingo mit dem gleichnamigen Hotel, welches aus Holzhütten gebaut wurde, ist der Ausgangspunkt für die Trekking Tour zur „Comandancia de la Plata“. Von hier aus hat Fidel Castro seine Revolution geplant.

Der kleine Ort hat außer dem Hütten Hotel nur noch eine Casa Partikulares zu bieten, wir befanden uns mitten in der Natur, fast wie in einem Dschungel. Endlich hatten wir die ersehnte Ruhe, nur die wunderbaren Laute der Natur klangen in unsere Ohren.

Die Hütten waren sehr schön eingerichtet, hatten eine Terrasse oder Balkon. Von den Mitarbeiterinnen war unser Zimmer liebevoll mit Blumen geschmückt, dies hätten wir nun dort oben in den Bergen überhaupt nicht erwartet. Einzig das Essen war grauenhaft, so lebten wir für zwei Tage von Obst und Mojito; nach der Trekking Tour. Geschlafen haben wir wie die Murmeltiere.

Zweistöckige Hütten mitten in der Sierra Meastra …

Am Morgen, nach einem Frühstück mit trocken Brot und Salz wurden wir mit ein paar anderen Gästen abgeholt, nur geführte Touren sind dorthin erlaubt. Eine Stunde sollte die Tour dauern, doch war dies ein großer Irrtum. Knapp 10 km Auf- und Abstieg zeichnete mein Iphone auf, dies in der Wärme und wenig Wasser. Da war ich auf meiner Weltreise weit aus besser vorbereitet. Hier bekam ich einen leichten Kreislaufkollaps, nur das Studentenfutter einer reizenden Engländerin rettete mich vor dem Absturz. Ähnlich erging es meiner Freundin Tina.

Oben auf der Comandancia angekommen, fühlte man sich mitten in der Revolution. Alle Hütten und Verstecke sind so geblieben, werden gepflegt und gehegt. Man bekommt eine leise Ahnung, was hier in dieser Sierra Meastra vor sich ging, selbst das Bett von Fidel Castro, sein Toilettenhäuschen, sein Schreibtisch, alles tief verwachsen, ist noch vorhanden. Nach den vielen Stadtbesichtigungen war das für mich genau das Richtige. Doch der Abstieg überforderte uns doch ein wenig, es regnete inzwischen die ganze Zeit, machte die Steine rutschig und wir wurden total nass. Unten beim Parkplatz kaufte ich frische Bananen und Grapefruits von einem Jungen, wo auch immer der in dieser Einöde herkam. Beide waren wir glücklich, er bekam einen CUC von mir und ich etwas zum Essen. Ein Cuba Libre wurde uns dort auch noch spendiert.

Hier ging es los …

… wunderschöner Blick …

Fidels Hütte mit Klohäuschen …

… mit Kühlschrank, nur wo kam der Strom her?

Platsche naß kamen wir unten wieder an …

Meine Notfall Ration, gekauft von einem Jungen …

Für den Abend hatten wir schon umdisponiert. Junge Franzosen, die wir auf der Tour kennengelernt hatten, schwärmten von dem Essen in der Casa Partikulares, auf Vorbestellung konnten wir dort mit essen. Nach dieser Wanderung und kaum Essen vom Vortag waren wir so ausgehungert. Wir bekamen hier die typische cubanische Küche serviert. Pollo/Huhn und Gemüse gut gewürzt miteinander gemischt, lecker. Ausklingen ließen wir diesen aufregenden Tag noch mit Taschenlampe lesend auf unserer Terrasse.

Ein herrliches Erwachen mit Dschungelgeräuschen, die Duschen waren wieder einmal kalt, das Frühstück außer ein paar Eiern nicht genießbar und meinen Grapefruits (staatliches Hotel!); man kann eben nicht alles haben!

Unser nächster Stopp sollte in 190 km Santiago de Cuba sein, wir waren sehr gespannt darauf. Doch erst einmal mussten wir die Berge wieder herunter kurven. Von oben wieder ein ganz anderer Blick. So bekam ich einige schöne Fotomotive vor die Linse, dort lebten Menschen rechts und links, die wir auf dem Weg nach oben gar nicht bemerkt hatten. Baseball spielende Kinder, Nationalsport der Cubaner, direkt neben der kurvigen Straße, dahinter standen ihre Häuser. Hier wurde Tina auch ihre vielen kleinen Geschenke los, die sie mitgebracht hatte. Stifte, Seife, kleine Kosmetikproben …! Oft wurden wir nach Seife gefragt, scheint eine Mangelware auf Cuba zu sein, oder zu teuer. So waren sie alle sehr freundlich und glücklich und ich durfte sie fotografieren.

Die Kleine war so glücklich über dieses kleine Geschenk …

… diese Jungs auch …

Baseball am Straßenrand – dies mit großen Eifer!

und die Mamas schauen zu …

Nachdem wir die Berge verlassen hatten, wurde die Landschaft wieder eintönig, erst kurz vor Santiago schien eine Art grüne Lunge mit Obst und Gemüse entstanden zu sein.

Santiago de Cuba

Unsere Ankunft in Santiago verlief so einfach wie bisher noch nie; wir hatten unsere Bleibe sofort gefunden und konnten direkt vor der Tür parken. Die Casa, Villa Maria del Carmen hatte einen grandiosen Blick von einer stets windigen Dachterrasse über die sehr heiße Stadt. Diese Temperaturen kannten wir auf Cuba noch nicht, knapp an die 40 Grad. Unser Zimmer war angefüllt mit unglaublich viel Kitsch, doch ruhig gelegen für diese pulsierende Stadt, die wir erst einmal mit einem köstlichen Mojito auf der Dachterrasse begrüßten. Da fühlten wir uns noch gut und waren glücklich, und mit großer Neugierde endlich in dieser Musik erfüllten Stadt nach zwei Wochen angekommen zu sein.

Unser Traumzimmer in Santiago …

Über den Dächern von Santiago.

Nachdem unsere Pässe kontrolliert waren, bekamen wir unseren geliebten Mojito …

auf dieser Dachterrasse serviert.

noch ein schattiges Plätzchen zum Luft holen.

Patio dieser Casa Maria del Carmen …

Wieder hatten wir einen Sonntag, den Vergangenen verbrachten wir noch in Cienfuegos. Ein Sonntag in einer großen Stadt auf Cuba zeigt nur die halbe Wahrheit. Auch hier in Santiago war es verhältnismäßig ruhig, so gefiel uns die Stadt hervorragend, nichts ahnend wie es wirklich dort zu gehen konnte.

An diesem Nachmittag schlenderten wir trotz Hitze durch die Altstadt, kamen unweigerlich auch zu dem Parque Cespedes, das Herz von Santiago.

Bestimmt wird der Platz von der Kathedrale. Sie thront wie auf ein Podest gehoben über dem Platz, während der Engel über dem Eingang der Kathedrale den ganzen Platz Cespedes überschaut und bewacht. Diese Kathedrale war für mich die schönste aller Südamerikanischen Städte, die ich auf meiner Weltreise besichtigt hatte. Doch genau dort, wo es wunderschön ist und viele Touristen sich hinbegeben, versammelt sich genau das Gegenteil. So viel Armut und bettelnde Menschen hatte ich zuvor auf Cuba noch nicht gesehen. Sozialistischer Staat!?

Gleich gegenüber des Einganges der Kathedrale lag eine Schachschule, die wir besuchen durften. Auch dies war für mich ein Déjà-vu meiner Weltreise durch Südamerika, speziell Santiago de Chile und hier Santiago de Cuba; das Schachspiel auf Cuba hat sicher einen revolutionären Hintergrund, siehe Artikel aus der Zeit:

»Als „Che“ als Elfjähriger 1939 bei der Schacholympiade in seiner Heimatstadt Buenos Aires die fantastischen Erfolge des Kubaners José Raúl Capablanca unmittelbar mitverfolgte, erwachte erstmals sein Interesse an Kuba.

Während des revolutionären Kampfes hatte er immer sein Schachbrett dabei; Fidel Castro erinnerte sich einmal, wie sie im Versteck vor Batista in der Sierra Maestra bei Kerzenlicht miteinander spielten.

Dank Che Guevara fand 1962 das erste Capablanca-Memorial statt, an dem auch ich einige Male teilnahm. Das kubanische Schach erlangte wieder große Popularität, nachdem es mit dem Weltmeister Capablanca (von 1921 bis 1927) glanzvolle Zeiten erlebt hatte.

Heute ist Kuba das bei Weitem stärkste Schachland Südamerikas. Einer seiner Spieler ist Leinier Domínguez, der zur Weltelite gehört und 2008 Weltmeister im Blitzschach wurde.«

ZEITmagazin Nr. 19/2014 30. April 2014, von Helmut Pfleger

Dieses Schachfieber hat sich wohl in weite Teile von Südamerika verbreitet. In dieser Schachschule verbrachten auch Kinder und Jugendliche ihren Sonntag; habt ihr so etwas je in Hamburg gesehen?

Die schönste Kathedrale, die ich in Südamerika bisher sah …

Eine Glockenparade am Rand.

Sonntag in Santiago, da sind die Straßen leer.

Schachschule …

Sie wollte wohl nicht von mir gestört werden.

Nach einigen gefühlten Kilometern mit der Hitze Santiagos diese Stadt zu erkunden, brauchten wir wieder ein schönes und ruhiges Plätzchen zum Ausruhen. Gefunden haben wir diesen nur auf der großen Terrasse des Kolonial Hotels Casa Grande direkt neben der Kathedrale. Hier blieben wir ziemlich lange. Der Blick über den Parque Cespedes bis zum späten Abend war einfach zu schön.

Erst belohnten wir uns wieder mit dem Mojito und später gegrilltem Pollo; die Auswahl war wirklich nicht groß; Schweinefleisch wäre die Alternative gewesen. Später ging direkt über der Kathedrale die Sonne unter und auf dem Platz unter uns baute sich die große staatliche Kapelle auf; jeden Samstag und Sonntag. Da hatten wir doch einmal richtig Glück!

Erst wurden wir von unten mit den schwungvollen Rhythmen beschallt, später standen wir mitten drin. Die mit allen Hautfarben gemischte Musikkapelle hatte inzwischen für gute Stimmung auf dem Platz gesorgt. Besonders die Schwarzen tanzten mit großer Freude, ein Junge schlug Räder im Rhythmus und meine Freundin Tina ließ sich ebenfalls mitreißen, während ich mich mit meiner schweren Kameratasche abmühte. Den schönen Tag ließen wir noch auf unserer Dachterrasse ausklingen, zum Schlafen war es leider viel zu heiß, auch unser Zimmer kühlte sich nicht ab.

Dachterrasse der Casa Grande am Plaza Cespendes …

Hier blieben wir bis zum späten Abend …

… mit herrlichem Blick auf die Kathedrale …

und der Plaza mit Musikkapelle …

Am nächsten Morgen machten wir uns wieder zu Fuß auf den Weg, über etliche Nebenstraßen gelangten wir zum Hafen. Doch heute Morgen war alles anders, die Hitze war das Einzige was geblieben war. Die Straßen waren überfüllt mit laut knatternden, stinkenden Mopeds. »Womit tanken sie die nur«, fragten wir uns ständig. Ganz Santiago schien in dieser Hitze ohne ein einziges Lüftchen unterwegs zu sein. Der Hafen war für diese große Stadt sehr klein, nur ein Schiff lag an der Pier, ein kleiner Malecon führte in einen modernen Park, einige Lagerhallen waren hauptsächlich mit Reis aus China und Korea gefüllt, der einzige Handel in diesem Hafen.

Das einzige Schiff im Hafen von Santiago …

Ein moderner Platz am Hafen …

Diese Lagerhalle war mit Reis aus China gefüllt.

Das Bar Schiff für unseren ersten Drink … statt Cola!

Dringend brauchten wir etwas für unseren Kreislauf, wollten auf einem Bar Schiff eine Cola trinken, bekamen aber nur Mojito, das National Getränk aus dem Havanna Club. Die Zutaten: sehr viel Limonen Saft, Zuckersirup, frische Minze, Sodawasser und kubanischer weißer Rum. Erfrischend schon, doch bei der Hitze geht der Rum schnell in den Kopf. Nicht ganz das, was wir für diesen Tag brauchten.

Weiter erkundeten wir nun mit ein paar Sternchen im Kopf diese Stadt, kletterten in den Stadtteil „Tivoli“ hinauf, um dort ein Haus zu bewundern, indem Fidel Castro zwei Jahre gelebt hatte. Hübsche bunte kleine Häuser und ein paar Bäume säumen diesen Teil der Stadt. Schulkinder in ihren hübschen rotweißen Uniformen klettern dort umher. Eine Bank im Schatten zum Ausruhen fanden wir nicht. Weiter geht es wieder hinab ins Getümmel, auch unsere Nerven klettern auf den Tiefpunkt. Genervt sind wir hauptsächlich von der ständigen Anmache der Schlepper, die etwas erbetteln oder verkaufen wollten. Besonders meine blonde Freundin hatte darunter zu leiden; ich blieb etwas verschonter. Durch meine dunkle Haut und den Haaren falle ich, wie schon auf meiner Weltreise erfahren in Südamerika nicht so als Tourist auf. Doch hier waren einige Schlepper richtig aggressiv, schimpften und hauten sogar Tina einmal auf den Rücken. In jedem Reiseführer kann man von ihnen lesen. Mein Rat; Sonnenbrille auf, so wenig wie möglich sich auf die Anmache einlassen, am Besten ignorieren, Ohren zu und weiter gehen.

In dem rechten Haus, im Stadtteil Tivoli soll Fidel Castro zwei Jahre gelebt haben.

Schulkinder auf dem Weg nach Hause.

Schlüsseldienst im Hausflur …

Schattiges Plätzchen …

Schach spielen mitten in der Stadt …

Auf dem Weg zum Straßenkonzert …

Wir wollten natürlich die Highlights dieser Stadt erkunden, liefen zufällig direkt zu der berühmten „Casa de la Trova“. Hier wurde auch der Grundstein für die cubanische Kulturpflege gelegt. Die Feierstätte der cubanischen Musik ist unter anderem diese Casa de la Trova in der Calle Heredia im Herzen Santiagos. Hier entstand das erste und urtypische afro-cubanische Musik-Haus für den Urtypus der cubanischen Musik, den Son. Er ist die Basis für viele lateinamerikanische Musikrichtungen. Im traditionellen Son wird der spanische Gesang mit den afrikanischen Rhythmen und der spanischen Gitarre verschmolzen.

Casa de la Trova …

… und einige Zuhörer.

Nebenan wird Aerobic getanzt …

Schon von draußen hörte man die Musik, denn alle Fenster waren geöffnet und getanzt wurde auch dazu. Tina wollte mit ihrer ganzen Begeisterung dort gleich hinein, nur meine dünnen Nerven machten mich Übellaunig und meine übliche Spontanität war in den Straßen von Santiago untergegangen. Wir schauten eine Weile von außen zu, doch auch hier war die Anmache der Schlepper unerträglich, sodass wir gestresst von dannen zogen. Schade, denn damit war unser Besuch von Santiago fast beendet. Meine Freundin zog sich völlig erledigt in unsere Casa zurück, ich trieb mich noch etwas in den Straßen umher, immer in der Hoffnung auf gute Motive. Schließlich gab auch ich auf, stieg auf unsere Dachterrasse und blieb dort oben, bis wir gemeinsam unseren Reiseplan besprechen konnten.

Unsere Route sollte noch ganz in den reizvollen Osten bis nach Baracao gehen, noch hatten wir eine Woche auf Cuba. Dies hätte zweimal die gleiche Strecke mit 234 km je auf noch schlechteren Straßen bedeutet und in Baracoa sollten noch von dem Hurrikan des letzten Jahres Zerstörungen zu finden sein. Für die späteren vier Tage hatten wir uns schon für die Erholung ein Hotel mit Meer und Strand gebucht.

Nein, wir wollten nicht mehr stundenlang Auto fahren, wir hatten schon so viel erlebt, aufnehmen konnten wir auch nichts mehr. So entschieden wir uns gegen den Osten, genossen unseren Abend auf der Dachterrasse, bekamen ein leckeres Fischgericht gekocht und organisierten die neue Route direkt Richtung Küste nach Guardalavaca. Nur noch Erholung wollten wir.

 

Santiago de Cuba bis Guardalavaca

Unser Aufwachen am nächsten Morgen begann mit einem Schrecken. Starkregen schoss von dem Himmel und das seit 6 Monaten zum ersten Mal. Die Straßen von Santiago schwammen, an Auto fahren war nicht zu denken, und nun?

Unser Abschiedsbild von Santiago de Cuba. Plaza de la Revolucion.

Unser Frühstück im Patio unter dem Dach unserer Casa dehnten wir sehr lange aus, allerdings hatten wir eine Strecke von 175 km vor uns. Sicher hört das bald wieder auf, dachten wir, doch da irrten wir gewaltig. Also Koffer durch den Regen ins Auto und langsam Richtung Holguin aus der Stadt fahren.

Tatsächlich hörte der Regen nach der Hälfte der Strecke auf und je näher wir an die Küste kamen, strahlte die Sonne wieder vom Himmel. Euphorisch und glücklich mit unserer Entscheidung fuhren wir die letzten Kilometer durch endloses Niemandsland, bis wir das Meer entdeckten. Magisch angezogen hielten wir an der ersten Stelle am Strand an, hinter uns das erste all inklusiv Hotel, ein großer weißer Kasten; anderes als all inklusiv kann man hier auf Cuba nicht buchen.

Unser Hotel das Resort Blau, lag an der Playa Pesquero. Schon der Eingang, der in eine riesige Halle führte, ließ uns erschauern, ein Toilettenbesuch uns vollkommen erschüttern; Baustelle. Der Garten war zum Teil mit Betonblatten statt Rasen oder vielleicht Palmen belegt, etwas weiter noch eine Baustelle …! Am Strand stand eine Bar aus der laute Musik schallte und das all inklusiv Publikum walzte sich mit großen Thermobehältern, gefüllt mit „Bargetränken“ auf den Liegen am Strand oder am Pool herum. Nein, hier wollten wir nicht bleiben.

Das „wunderschöne“ Resort Blau …

… traumhafter Park …

… nur noch die Zuschauer fehlen für die Beschallung; von den Balkonen aus gratis!

Und nun? Wir wussten schon, dass all diese Hotels dem Staat gehörten, nur mit unterschiedlichen Sternen versehen waren und dass wir sie nicht mit unseren Erwartungen vergleichen können. Doch wenigsten einen schönen Strand und keine Ballermann Atmosphäre wollten wir!

Inzwischen schon etwas leidgeprüft, klapperten wir ein Hotel nach dem anderen ab, irgendwo mussten wir doch etwas schönes finden, und landeten dann schließlich beim „Playa Costa Verde“. Auch all inklusiv, doch mit einem schönen Garten, weitläufige Anlage und gepflegt. Nach langem hin und her konnten wir mit einigen CUCs mehr ein schönes großes Zimmer mit Poolblick und großen Balkon beziehen, zum ruhigeren Strand war leider nichts mehr frei. Endlich konnten wir uns fallen lassen, gingen gleich im herrlich klaren Meer schwimmen und genossen in aller Ruhe unseren liebgewonnenen Mojito.

Doch hatte sich die Regenfront von Santiago in unsere Richtung aufgemacht, schon am Abend goss es auch hier in Strömen und es hörte erst am letzten Tag wieder auf, nur zwischendurch gab es etwas blauen Himmel! Ja, wir sind in der Karibik …

… abtrocknen brauchten wir uns eigentlich nicht mehr …

… doch nicht immer war der Ausblick so schön !

Das Abendessen unter einem Terrassendach schmeckte uns trotzdem überraschend gut. An die Lautstärke in der angeschlossenen großen Halle mussten wir uns allerdings erst gewöhnen. So wurde für die nächsten Tage unser Balkon zu unserem Rückzucks Ort, dank all inklusiv und geschmackvollen spanischen Cava und den geliebten Mojito unser Leitsatz: „Wir trinken uns das schön“!

Trotz Regen gingen wir im Meer schwimmen, machten Spaziergänge, lasen in unseren Büchern, schliefen mit Ohrstöpseln, um die Beschallung am Pool auszuschalten und kamen so zur Ruhe.

Drei Tage hatten wir noch unser Auto, fuhren damit zu einem Indianerdorf, wo wir auf die einzigen indigenen Ureinwohner trafen, aßen in einem kleinen Strandrestaurant, „La Maison“ karibischen Lobster, pendelten zu anderen Hotels, konnten auch dort essen gehen und genossen jeden Moment am Strand, wenn für ein paar Stunden die Sonne heraus kam, was eher selten war. Sechs Monate kein Regen, nun jeden der sechs Tage. Cuba hatte vorher Wasserknappheit und wir wollten genau jetzt Strandurlaub machen!

Lobster a la Cuba …

… mit diesem Ausblick.

… und ich ging auch im Regen am Strand spazieren, still sitzen ist nichts für mich.

Am letzten Tag, unser Flug ging erst am Nachmittag, war die Sonne wieder da. So verbrachten wir die letzten Stunden auf Cuba am und im Meer; von Holguin starteten wir mit einem langen Flug und endloser Verspätung wieder Richtung Heimat; empfangen wurden wir in Frankfurt Hahn nachts mit Eis und Schnee.

Drei Wochen erlebnisreiches Cuba ging zu Ende!

 

Fazit dieser Cuba Reise mit einigen Abstand gesehen!

Ja, es war eine Mojito lastige Reise. So bekamen wir dank der vielen Limonen und sehr viel frischer Minze starke Abwehrkräfte; der weiße Rum wurde zum Stressblocker. Bitte nicht nachahmen!

Schon auf meiner Weltreise hatte ich einige Ziele, bei denen ich erst froh war von dort mich verabschieden zu können. Doch mit etwas Abstand gesehen zieht es mich überall wieder hin. Jedes Mal lag es an der Anstrengung, die mich zu dieser Wahrnehmung verführte. Cuba ist ein sehr kontroverses Land. Um sich dort wohl zu fühlen sollte man sich etwas auskennen, die Erwartungen lassen sich darauf besser abstimmen. Heute würde ich gerne diese Reise mit diesem Auskennen wiederholen können, meine Wahrnehmung wäre eine ganz andere. Auch würde ich mir entweder mehr Zeit nehmen wollen oder die Strecke halbieren. Die Straßenverhältnisse sind Zeit- und Energiefresser, man fühlt sich ständig nur halb angekommen, weil man ja gleich wieder weiter muss.

Unsere Reiseroute war einfach zu lang für 20 Tage …

Havanna, Trinidad und vielleicht auch Santiago nicht bei 40 Grad würde ich gerne länger besuchen wollen, Cienfuegos und Camagüey auf der Strecke mitnehmen. Strandnacherholungsurlaub würde ich lieber auf einer anderen karibischen Insel machen wollen und bitte nicht ALL INKLUSIV.

JA, CUBA IST EINE REISE WERT!

Mit der „Granma“ kamen zusammen mit Fidel Castro 82 bewaffnete Männer 1956 nach Cuba – Anfang der Revolution!

Diese Kutschen werden noch heute auf dem Lande als Transportmittel genutzt.

Moderne Kunst ist auf Cuba sehr lebendig.

herrliches Farbenspiel …

gemalte Architektur …

eine Zigarre, ein Pferd und ein Mann … Cuba!

Camagüey lässt grüßen …

spricht für sich …

das ist Cuba in unseren Träumen …

die Oldtimer …

Thats CUBA!

 

Meine Reise geht nicht nur um die Welt – meine Reise geht auch auf dieser Welt weiter! Februar 2018

Hallo da bin ich wieder! Hier gerade in Venedig.

5 Kontinente, 14 Länder und 12 Monate später war ich wieder zurück in Hamburg.

Ich hatte Unglaubliches erlebt, Eindrücke aus den unterschiedlichsten Kulturen gesammelt, war mit großartiger Begeisterung an Neues herangegangen – teilweise bis zur Erschöpfung. Und dennoch steht fest: Für diese Erfahrungen würde ich jeden Tag wieder auf meine Weltreise starten. Dabei konnte ich erleben, dass sich alte festgefahrene Strukturen einfach auflösen, wenn man sich ganz „Neuem“ stellt. Wenn das Neue dann noch ein lang ersehnter Lebenstraum ist, dann stellt man sich gern vor solch große, unbekannte Herausforderungen. Für mich war es die Weltreise. Nur mit mir alleine, 20 kg Gepäck und meiner gut gebrauchten Freundin „Kamera“ – ein perfektes Team.

Wie ist es danach weitergegangen?

Ein letzter Eintrag in diesem Blog, Juni 2016:

»Natürlich brauchte ich fast zwei Monate in meiner alten, neu empfundenen Umgebung, um auch nur annähernd wieder bei mir selber anzukommen. Die Ablenkungen vielfältiger Art waren besonders groß, so viel ist schon passiert in der kurzen Zeit.

Aus meiner 20 kg Tasche ist wieder eine große Familie, Freunde, Sorgen um liebe, mir nahestehende Menschen, neu gefundenen Menschen und ein Haus mit Garten geworden – reichlich mehr Gewicht habe ich wieder bei mir, nur meine Reisefreundin Kamera liegt gut verstaut im Schrank und darf sich ausruhen.

Zwei Monate ist nicht wirklich lange, dafür bin ich schon unglaublich weit. Meine Neugierde und die Leichtigkeit, beides meine Antriebskräfte auf meiner Reise, sind wieder in mir eingezogen, öffnen mich für Neues, machen mich lebendig und begeisterungsfähig, bringen mir meine Kreativität zurück und lassen mich strahlen!

Mit dieser Kraft gehe ich meine vielen Projekte, die sich alle während meiner Reise entwickelt haben, an. Schon kann ich einiges als erledigt abhaken; weil es mir leicht fällt, gelingen die Dinge schneller und einfacher. Das private Vermietungsportal Airbnb, mit dem ich in einigen Ländern großartige Menschen kennengelernt habe, ist eines dieser Projekte. Auch ich möchte drei meiner Privatzimmer für Reisende dieser Welt anbieten, schaut euch meine Airbnb Seite an, dann wisst ihr mehr; freue mich schon auf euch! So werdet ihr wohl bald von mir weiteres hören und zu sehen bekommen, meine nie gezählten Fotos werde ich auch bald sichten und in die Projekte einfließen lassen. Ein Buch! Nein es werden „Bücher“.                                                                                                                            

Ja ich bin wieder in Hamburg angekommen, bleibe ein wenig und fliege wieder davon – komme doch immer wieder zurück! «

Davon geflogen bin ich tatsächlich ein wenig, Kuba, Venedig und Marrakech waren meine kurzweiligen Ziele – in Hamburg geblieben bin ich doch viel länger als geahnt.

Einst war meine Idee:

„Losgelöst“

– auf meiner Reise allein um die Welt von

  • Sicherheiten
  • Gewohnheiten
  • Alter

„Zurückgekommen“ bin ich

– mit Neugierde und Leichtigkeit!

 

So sollte es von da an in meinem Leben weitergehen – doch das Leben lässt sich nicht immer voraus planen.

Inzwischen sind 19 Monate seit meinem letzten Eintrag im Juni 2016 vergangen, den Februar 2018 haben wir jetzt.

Warum habe ich mich solange aus der Öffentlichkeit zurückgezogen?

Die Auswahl und Entwicklung meiner Fotos hat bis jetzt, Ende Januar angedauert. Nein so viele sind es nicht, dass ich dafür 19 Monate brauchte. Zum einen forderten andere Projekte von mir viel Geduld, zum anderen traf ein Schicksalsschlag meine Familie, die von da an meine ganze Aufmerksamkeit benötigte.

Das Lebensgefühl meiner Reise war vorerst verschwunden, doch gemeinsam mit meinen Erfahrungen aus dieser Zeit und den tiefen Gefühlen des vergangenen Jahres, fühle ich mich jetzt um einiges gewachsen und knüpfe nun mit großer Freude an meinen Projekten aus dieser Zeit mit großem Elan wieder an!

Nun sind alle Fotos gesichtet, ein erstes Projekt, eine Geschichte aus der Antarktis, erzählt aus der Sicht der Tiere, schon beim Lektorat und ich habe wieder große Freude von meinen Erlebnissen dieser Weltreise persönlich zu erzählen.

Auch habe ich beschlossen diesen Blog wieder zum Leben zu erwecken. Berichten werde ich über meine weiteren Reisen, Kuba und eine kleine Story über Marrakech werden folgen. Meine Projekte, die alle aus der Weltreise entspringen bekommen hier auch etwas Raum.

Freut euch auf einen Weltreise-Reiseblog und mehr!

 

Dies waren meine Highlights, zuletzt in Ecuador . . . , erinnert ihr euch noch?


  • Ecuador

Das Ende meiner Reise hat mich zu abenteuerlichen Aktionen beflügelt: Rafting am Rande des Amazonas, Trekking im Regenwald, wohnen in einer Bambushütte.

Rafting: mehr unter Wasser als oben drüber.

Trekking im Regenwald: ziemlich matschig …

… üpiges Grün …

… und wunderschöne Pflanzen im Regenwald …

… in dieser Korbseilbahn gings im Freiflug über die Baumwipfel hinweg auf die andere Seite der Schlucht.

Schreiben in meiner Bambushütten-Bleibe, hier befindet sich die Küche.

  • Galapagos

Mein Abenteuer zwischen einer unglaublich bunten Vogelwelt, Riesenschildkröten, Leguanen und Haien, jeden Tag bis zu 4 Stunden Schnorcheln, grandiose Lavaformationen …

Fantastische Vogelwelt, hier ein aufgeplustetes Fregatt-Männchen …

… und ein junges Küken.

Wunderhübsche Rotfusstölpel saßen überall im Gebüsch auf ihren Nestern.

Diese über 100 Jahre alten Riesenschildkröten haben mich tief beeindruckt.

Meer-Leguane saßen gerne auf den Lavafelsen in der Sonne.

Diesen Galapagoshai konnte ich beim Schnorcheln entdecken.

Rote Klippenkrabben beeindruckten mich durch ihre Größe und Farbe.

Faszinierende Lavalandschaften …

… morgens um 6 Uhr, später wäre diese Lavainsel durch die Reflektion der Sonne zum Betreten zu heiß gewesen.

  • Peru

Die indigenen Menschen mit ihrem Kulturreichtum haben mich tief bewegt, die Landschaft der Anden und des Titicacasees fasziniert. Individuell durch Peru zu reisen, hat mir viel Freude bereitet.

Zwischen den Marktfrauen fiel ich kaum auf …

Das Leben der Kinder auf meiner Reise haben mich überall tief bewegt …

Diese Menschen leben auf Grasinseln auf dem Titticacasee

Ein beeindruckender Marktbesuch in den Höhen der Anden …

… wieder eines der vielen Kinder mitten in den Inka Ruinen …

Faszinierende Farbigkeit der peruanischen Trachten.

Machu Picchu von oben, nach einer Kletterpartie und Glück mit dem kleinen Sonnenloch direkt auf die Stadt …

Unglaublich ist diese Bauweise der Inka. Sie hält schon seit Jahrhunderten, alles mit der Hand gefertigt.

Pre Inka Ausgrabungen in der Nähe der Nasca Linien.

Ein typisches Inka Tor, das sich nur durch die Verjüngung der Steine hält, mit Blick auf den Titticacasee.

Pre Inka Grabstätte beim Titticacasee.

  • Chile

San Pedro de Atacama mit der höchsten Wüste der Welt, den Salzseen und grandiose Formationen faszinierten mich. Valparaiso, ein buntes Kunst-Paradies mit tollen Künstlern. Die Schattenseiten und seinen Fischmarkt. Eine verrückte Schiffstour durch die südlichen Schären.

Einer der sehr hoch gelegenen Salzseen der Atacama Wüste in den nördlichen Anden von Chile …

… sie waren für mich unglaublich schön, doch Atem raubend angesichts der enormen Höhe.

Mein „Traumhaus in Valparaiso …

… für mich eine der Kreativsten Städte der Welt …

… mit tollen Künstlern, hier Jose Vazques mit seinen schauenden Händen …

Valparaisos „Funicular“ Tram, schon etwas in die Jahre gekommen.

Der Fischmarkt von Valparaiso ist nichts für empfindliche Nasen – da geht es rau zu.

In der Halle ist der Verkauf, am Meer werden die großen Fische zerlegt, Reste landen wieder im Meer.

Vier Tage mit der Monster-Fähre „Eden“ durch die chilenischen Fjorde.

  • Antarktika mit Falkland Islands und South Georgia

Große Faszination zwischen Eis und Meer, jeder Tag brachte noch ein Highlight, meine Kamera lief heiß, angesichts der unglaublichen Tiervielfalt und Eislandschaften. Die Pinguine erzählten mir Geschichten, die ich zu einer Kinder-Sach-Geschichte, „Pingu Nici verloren in der Antarktis“ verarbeitet habe und bald an die Öffentlichkeit kommt.

 

Antarktische Eisberge in gigantischer Größe …

Wir mussten teilweise weite Umwege machen, um an diesen riesigen Eisbergen vorbei zu kommen, hier ging gerade die Sonne unter.

Königspinguinen Küken kühlen ihre Füße gerne im Modder.

Hier eine Kolonie mit 150 000 Brutpaaren auf Südgeorgien …

… zusammen mit Seeelefanten.

Stolze Königspinguine.

Ein Felsenpinguin-Pärchen „Rockhopers“, sie gehen sehr fürsorglich miteinander um.

Albatross Kolonie mit ihren gerade geschlüpften Küken beeindruckten mich sehr.

In voller Montur gings via Zodiac zur nächsten Anlandung …

… kleine Eisberge versperrten uns den Weg!

Am Strand auf Saunders Island entwickelte ich die erste Idee zu meinem Pinguin-Buch „Pingu Nici – verloren in der Antarktis“! Geschrieben ist die Geschichte inzwischen, nun brauchts noch die öffentliche Umsetzung. Freut euch auf ein Geschichten-Sachbuch über die Antarktis!

Titelbild dieser Geschichte!

 

  • Argentinien

2 Wochen in Buenos Aires und am 10. Dezember 2015, ein denkwürdiger Tag für Argentinien, Regierungswechsel und ich war mitten drin, Sonntags Markt in San Telmo, Buenos Aires, einer der schönsten Märkte der Welt. Die Kraft der temperamentvollen Argentinier und der Tango! Feuerland, die Südspitze Südamerikas mit Ushuaia, Absprung in die Antarktis.

Von Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt, ging meine Antarktis Expedition los.

… Aus der Schiffs-Perspektive.

Vorher hatte ich noch Zeit mir Feuerland bei schönem Wetter zu erwandern.

Zwei Wochen Buenos Aires, meine Südamerikanische Lieblingsstadt,

während des Regierungswechsel aus der langen Kirchner Ära!

Buenos Aires stand Kopf und ich mitten drin!

Der Sonntagsmarkt in San Telmo ist ein muss in Buenos Aires …

… nur auf die Taschen muss man gut aufpassen.

San Telmo PLaza …

… Tango, überall Tango …

Mitten am Tag wird in Buenos Aires Tango getanzt …

ob Profi oder …

… Jedermann.Mit

  • Neuseeland

Meine große Freiheit mit meinem „Backpacker Van“ 6 Wochen über die traumhaften Inseln mit fantastischen Landschaften zu fahren, dabei tolle Menschen kennengelernt.

Mit meinem Backpacker-Van konnte ich überall halten, essen, schlafen oder zu Fuss die Inseln erobern.

Mont Cook erwandern oder …

schreiben in der Natur …

Berge und Seenlandschaft genießen …

… dabei einen Cappucchino trinken …

oder auf dem Wasser mit tollen Menschen Delphine suchen …

… windig und kühl …

oder auf diese netten Herren treffen, die freiwillig ihre Stadt verschönern …

Von diesem Goldgräber das Gold waschen lernen – leider ohne Erfolg.

Heiße Quellen und Geysire im …

Maori Land entdecken …

… oder nur die wunderschöne Landschaft bewundern …, hier habe ich übernachtet …

oder hier …!

Am Schluss genoß ich noch ein paar herrliche Tage auf der Insel Waiheke, bei dem Künstler Olivier Duhamel. Hier kam noch Paul auch ein großartiger Künstler zu Besuch – eine großartige Gastfreundschaft!

  • Australien

Nothern Territory, eine harte Welt und jede Menge Krokodile. Queensland und die endlosen Strände. Wale, die ich jeden Tag vom Felsen aus beobachten konnte. Die liebenswürdige Gastfreundschaft der Multi-Kulti Menschen.

Diesen Krokodilen kam ich ziemlich nah …

… immer gut getarnt.

Buschbrände gehören dort zum Alltag,

so wie diese Schilder.

Natürlich auch die Kängeruhs.

Termitenbauten in jeglicher Größe sind in dieser harten Welt im Nothern Territory häufig zu finden …

… dieser war besonders groß.

Queensland beeindruckte mich mit endlosen Stränden …

… auf Fraser Island …

… nur mit 4×4 Drive zu befahren – oder eben nicht!

Angeln ist nur eine der Lieblingbeschäftigungen der Australia.

Ein Schiffswrack auf Fraser Island.

Ja die Wale haben mich jeden Tag auf die Felsen gelockt …

um von dort ihre Sprünge mit meiner …

… Kamera festzuhalten!

oder eine ihrer Schwanzflossen.

Marisa war für vier Wochen meine wundervolle Gastgeberin – wir hatten eine tolle Zeit, hier klettern wir auf den Mount Colon.

Etwas Heimat konnte ich auch entdecken.

  • Malaysia

Für mich ein Land der großen Widersprüche. Kuala Lumpur mitten im Chinesenviertel, deren Street Kitchen, lecker und eine kleine Revolution, den Berish! Etwas Dschungel und weite Teeplantagen in den Camerun Highlands, Schnorcheln auf der Insel Redang und jede Menge neue Freunde aus Malaysia, Italien und USA.

Chinesenviertel in Kuala Lumpur …

… wo sind hier die Malayen, fragte ich mich öfters.

Fischmarkt und …

… Sreetkitchen. Jeden Tag rollten diese „Küchen“ auf Rollen mitten auf die Straßen. Das Essen, immer frisch zubereitet, hat mir vorzüglich geschmeckt.

Wir lernten uns mitten auf der Straße in Kuala Lumpur kennen und verbrachten dort zwei Tage zusammen. Coli, eine junge Amerikanerin.

Dschungel Tour via Boot zeigte mir Malaysia von einer anderen Seite …

riesige Bäume …

… verbunden mit Hängebrücken in den Baumwipfeln …

ein Waran …

… eine Äffchen Mami …

… Lianen …

… und diese netten Menschen aus Italien – wir hatten viel Spaß zusammen.

Camerun Highlands …

… die Teeplantagen von Malaysia …

endlose Teeplantagen.

Entspannen auf der Insel Redang, jeden Tag Schnorcheln …

zwischen bunten Fischen …

Zurück in Kuala Lumpur. Die Stadt steht Kopf – eine friedliche Demonstration, genannt „Berish“.

Sie erklärten mir bei einem leckeren Essen, worum es ging.

… Um alle Missstände in Malaysia!

  • Myanmar

Große Erlebnisse mit unglaublichen Menschen, mein Schulprojekt, die unsagbaren Schätze der “goldenen Kultur“, die Kreativität ihrer Handwerkskunst, Regen und Überschwemmungen – trauriges und eine Freundschaft.

Eine Freundschaft in Myanmar. May heißt sie, spricht perfekt Deutsch, gelernt im Goethe Institut in Yangon. Inzwischen hat sie mich schon in Hamburg besucht – möchte später noch Maschinenbau in Deutschland studieren.

Eine andere junge Frau wollte gerne ein Foto mit mir machen – wer war hier wohl der Exot?

Swedagon Pagode – Gold, Edelsteine, wo man nur hinschaut. May führt mich herum.

Künstler am Werk …

Junge Nonnen trifft man häufig …

oder diesen jungen Mönch …

… noch Kinder, doch so können sie lernen und bekommen etwas zum Essen.

Überall freundliche Menschen …

Kinder verlassen gerade die Schule …

Sie zeigte mir ihr Haus …

Eine Trekking Tour mit der sehr jungen Carol, 8 Stunden durch matsch und Regen in den Bergen bei Kalau …

… danach mit nassen Hosen mit dem Moped zum Markt …

…  ein anständiges Regencape wurde dort gekauft.

Mein Schulprojekt bei dem Inle Lake machte mir große Freude. Flip Flops, Schulhefte, Medizinische Grundversorgung waren nur einige Dinge, die ich für diese Schulkinder in einem weit entfernten Dorf mitgebracht hatte, ausreichend für die nächsten zwei Jahre.

Sehr ernste Kinder nahmen meine Unterstützung schüchtern an.

Zum ersten Mal in ihrem Leben bekamen sie Schuhe an ihre Füße.

Hier zeigen sie ihre neuen Schulbücher.

Typische Fischer auf dem Inle Lake winkten mir zu …

… sie steuern und treiben ihre Boot mit den Beinen.

Myanmar, das goldene Land mit ihren goldenen Pagoden …

… fast jedes Dorf hat eine Tempelanlage.

  • Ladakh

Mein tibetanisches Traumziel, liebenswerte Menschen mit ihrer Kultur. Abenteuerliche Himalaya Touren in Atemraubender Höhe, die mein Herz höher schlagen ließen, fantastische Landschaft.

Sehr hoch im Himalaya traf ich auf dieses liebenswerte Ladakhi-Pärchen.

Wunderschöne tibetanische Gompas, Tempelanlagen, entdeckte ich in Ladakh …

… auf den Dächern trocknet die Wäsche der Mönche.

Diese Mönche leiteten dort eine Schule für Jungen …

… ich wurde sehr herzlich zum Tee eingeladen.

Dieser Mann kam gerade vom Beten.

Auf dem Weg nach Ladakh musste ich einige abenteuerliche Straßen durch das Himalaya Gebirge überstehen …

… hier wurde mir ziemlich mulmig!

Einen der vielen Pässe, die ich überqueren musste.

Endlich in Ladakh.

Das Himalaya Gebirge mit seiner wunderschönen Landschaft …

und hohen Seen …

… und einer Oase, in der sich ein Dorf angesiedelt hat.

  • Indien mit Kaschmir

Vier Wochen täglich eine Herausforderung als allein reisende Frau in dieser von Männern geprägten Welt. Extreme zwischen Faszination und Entsetzen, hat mir die Augen geöffnet über die unterschiedlichen Glaubensrichtungen. In Kaschmir leben auf einem Hausboot, Trekkingtouren mit Zelt zwischen einer Schafsherde im Himalaya, unfreiwilliger Krankenhausbesuch in Srinagar.

Von Delhi ging es auch zum Taj Mahal

Familienleben in Agra, die Frauen stellen Bürsten her …

ihre Kinder waren sehr freundlich zu mir…

obwohl sie in dieser Armut leben.

Fahrrad-Rikschas in Old Delhi. Jede Fahrt bedeutet für sie etwas zum Essen zu bekommen. Das Gleichgewicht stimmte hier überhaupt nicht!

Mobile Küche …

Eine Basargasse …

Gebetsstunde.

Ali, mein sehr netter Fahrer verwöhnte mich jeden Morgen mit drei Mangos, die ich jeden Tag zum Frühstück aß.

Ein Schulbus vollkommen überfüllt, in Kaschmir keine Seltenheit.

Hausboot-Leben auf dem Dal Lake in Srinagar …

…alles geht nur via Boot …

Abentstimmung auf dem Dal Lake.

Eingang des Krankenhauses, welches ich wegen eines Sturzes unfreiwillig besuchen musste!

Alle rannten umher um Hilfe zu bekommen, doch für viele blieben die Behandlungsräume verschlossen.

Diese Schafsherde weckte mich eines Morgens …

… vor meinem Zelt bei einer Trekking Tour.

Luxus pur – Abendbrot!

 

  • Südafrika

Zweimal Kapstadt mit meinen Besuchen in den Townships, Robin Island, ihren Menschen und das Kap Hope.

Wohnen in den Townships …

… kein einfaches Leben für jung …

und alt.

Diese junge Frau zeigte mir ihr Haus, war aber sehr traurig.

Manche haben in der Stadt Arbeit gefunden …

Diese Kinder haben etwas Glück, sie wurden in einem Kindergarten betreut …

… diese blieben auf der Straße …

Hütte an Hütte in den Townships von Kapstadt.

Ein Besuch auf Robin Island, Nelson Mandelas Gefängnisinsel. Hier der Blick von dort auf Kapstadt.

Dieser stolze Mann hatte mich dort herum geführt; gemeinsam mit Nelson Mandela saß er dort im Gefängnis für viele Jahre.

Blick vom Tafelberg auf Kapstadt.

Beglückende Stimmung am Cape Hope …

Endloser Blick auf das Cape Hope …

… und sein Leuchtturm.

 

  • Namibia & Botswana

Mein Volontariat auf einer Sanctuary Wildlife Farm und die Begegnung mit den Bushman Familien, Namib Wüste, die Elefantenherden auf meiner Zeltsafari zwischen Namibia und Botswana.

Hier war ich ein Teil der Wildlife Sanctuary Farm in Namibia.

Eine der Bushman Familien, die dort in einem eigenen Dorf lebten …

… die Gästelodge …

Diese Nasshörner bekommen dort einen geschützten Lebensraum – hoffen wir, dass dies ewig so bleibt!

John erklärt wie man Fährten liest …

und Feuer im Busch anzündet.

Mit ihnen arbeitete ich täglich zusammen …!

Danach ging es auf eine Safari. Beim Anblick dieser Elefanten bekommt schon Ehrfurcht.

Immer auf der Fotopirsch …

Wenige Wasserlöcher für die Tiere sind dort zu finden.

Mit dieser Familie tauschten wir Schuhe gegen Wassermelone.

Auch bei der Safari begegnete ich Kindern.

Dessert in Namibia; die Namib Wüste …

… herrliche Farben.

Zwischendurch schrieb ich meine Erlebnisse für diesen Blog auch auf dem Zeltplatz auf.

Mein Platz direkt am Okavango River.

 

  • Simbabwe

Afrikanische Grenzerfahrungen und die mich nass duschenden Victoria Falls.

LKW Kontrolle an der Grenze von Simbabwe nach Zambia …

… entweder kommt man zu Fuß auf die andere Seite …

… oder mit der bewachten Eisenbahn …

Die Grenze liegt direkt bei den Victoria Falls …

Mehrere gigantische Wasserfälle „Victoria Falls“ …

…die Gischt flog durch die Luft, ich war nass bis auf die Haut.

. . .   und vieles mehr.

Ja, ich bin wieder in Hamburg angekommen, bleibe ein wenig und fliege wieder davon – komme doch immer wieder zurück!

Back Home HafenMai 10 2016_ 6

Der 13. Juni ist inzwischen schon.

Seitdem ich in Hamburg zurück bin, finde ich keine Zeit meine Weltreise-Geschichte zum Ende zu bringen. Immer wieder lasse ich mich ablenken, finde noch eine andere Möglichkeit dem auszuweichen, mich anderwärtig zu beschäftigen. Nein, liebe Karin, so geht das nicht weiter: zwei Monate bin ich zurück und mein Blog verweilt noch in Ecuador.

Am 24. April in Hamburg,

schrieb ich bereits ein paar Seiten, damit fange ich jetzt erst einmal an …

Nein, meine Geschichte ist noch lange nicht zu Ende, jetzt geht es erst richtig los! Mein Tempo hat sich von nun an allerdings entschleunigt, nichts ist so wie ich es mir erdacht hatte – schon das nach Hause kommen fühlte sich vollkommen anders an, als meine Vorstellung es je zuließ.

Einschub aus meinem kleinen Büchlein, geschrieben am 8. April, 16 Uhr noch im Regenwald von Mindo:

Meinen letzten Tag in Ecuador verbringe ich mit ständigem Power Cut und Dauerregen. Nicht ganz so habe ich mir das Ende meiner Weltreise vorgestellt. Um das Beste daraus zu machen, sitze ich wieder direkt unter der Wassertränke der Kolibris im „Dragon In“ in Mindo, einen Meter entfernt von den unterschiedlichsten Arten dieser unglaublich schnellen und zarten Vögel.

Die Pause nutze ich, um meinen Mac wieder aufzuladen – wie nur ohne Strom. Alles ist vorbereitet um den Blog und Facebook mit den letzten Erlebnissen zu füllen. Wie abhängig sind wir von der modernen Technik nur geworden. Ohne Strom geht auch kein Internet! Irgendwo in dieser Gegend befindet sich ein Feuchtigkeitsleck – Dauerregen in dieser Form erlebe ich zum ersten Mal. Sollte es zu Erdrutschen zwischen hier und Quito im Gebirge kommen, kann meine morgige Bustour problematisch werden.

Nein, nein, eine Zwangsverlängerung brauche ich wirklich nicht mehr!

….. Oh je, ich habe gerade schwere Probleme an mein Zuhause in Hamburg zu denken – Tränen kullern!

„Liana mein Hund empfängt mich nicht mehr, sie ist im Hundehimmel – Hilfe, was für eine Welle überrollt mich hier gerade? Empfinde ich mein bisheriges Zuhause als einen Ort ohne Lebendigkeit, alles sträubt sich in mir bei dem Gedanken, dorthin zurückzukehren. Da muss sich dringend etwas ändern. Entweder muss dort Leben rein oder ich muss raus, ich alleine – niemals“!

Um mich herum sitzen viele Leute, die Kolibris huschen mir um den Kopf; ganz schnell andere Gedanken in den Kopf bekommen ….! Was mache ich jetzt? Kein Strom, kein Internet, kein Posten möglich! Im Regen umher spazieren, auch kein Vergnügen, schlafen in meiner Hütte – zu bewohnt …? Eine stramme Trekking Tour würde mich jetzt zur Ruhe bringen – es gießt in Strömen. Also ein Lernprozess mit diesen Gefühlen trotzdem zurechtzukommen. Eine Änderung meiner häuslichen Lebenssituation muss ich für mich entwickeln; doch eine kleine Wohnung in der Stadt? Licht, Luft und Ausblick muss ich zu meinem kreativen Leben haben – das ist in Hamburg nicht bezahlbar!

…. Soweit mein Eintrag meines letzten Tages im Regenwald von Ecuador in mein kleines Büchlein.

Am nächsten Tag fuhr ich Mittags ohne Probleme mit dem Bus nach Quito, weiter mit einem Taxi zum Flughafen. Beim Verlassen meiner Bambus Unterkunft kam eine große Aufregung in mir hoch: „Jetzt beginnt meine Heimreise. Willi, mein Bambushütten Vermieter; bitte noch schnell ein Foto von mir machen“.

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Zusammen mit meiner Tasche und Kamera starte ich meine Rückreise aus dem Regenwald nach Hamburg.

Der viele Regen macht mir den Abschied leichter. Zuhause erwartet mich der Frühling. Selbst meine Kamera hat nun wirklich unter dieser Feuchtigkeit gelitten, nur noch milchige Fotos macht sie.

  1. April, Abflug von Quito.

Der Weg zum Flughafen verlief ohne Probleme, mein Gepäck war ich auch schnell los und die Warterei verbrachte ich noch mit einer guten Mahlzeit. Schließlich saß ich am späten Abend auf meinem Platz im völlig überfüllten Flugzeug am Gang. Mein Wunsch einen Fensterplatz zu bekommen wurde mir nicht erfüllt. Neben mir saß eine sehr nervöse Frau mit Asthma Spray, im Gang war ständig Bewegung, an Schlaf kaum zu denken. Wie froh war ich über die letzte Nacht in Madrid, die ich am nächsten Tag noch vor mir hatte. So habe ich noch etwas Schönes zu entdecken, bevor ich nach Hause komme.

10 Stunden Flug und Europa hat mich nach einem Jahr wieder!

Inzwischen ist Sonntag, der 10. April am Nachmittag in Madrid. Der Flug verging unglaublich schnell. Die Nacht war kurz und der Tag in Madrid begann um 14 Uhr, dazwischen fehlen mir sieben Stunden. Mit dem Taxi landete ich in einem herrlichen und super sauberen Bett; mein Hostal lag mitten in der City in einer Etagenwohnung.

Trotz Müdigkeit erkundete ich für sechs Stunden, wie immer laufend, die nähere Umgebung der Innenstadt, natürlich viel zu kurz. Doch hat mir dieser Zwischenstopp sehr viel Spaß gemacht, Madrid ist eine schöne, große Stadt. Der spanische Baustil, den ich die letzten Monate in Süd Amerikas Kolonialbauten immer wieder bewundert habe, begegnete mir hier nun im Original, viel größer und prächtiger! Hinter jeder Ecke verbirgt sich ein weiterer „Plaza“, mal klein, mal riesig. Immer angefüllt mit vielen Menschen, die sich trotz Kälte und Nässe in den Cafés oder Restaurants aufhielten, durch die Straßen flanierten oder in einem „Mercado de San Miguel“ es sich gut gehen ließen. Ein normaler Sonntag in Madrid!

Auch ich ließ mich dorthin treiben, hatte ich schon fast ein Loch im Bauch; das Frühstück im Anflug auf Madrid war schon lange her. Diese Markthalle ist ein wahrer Gourmettempel mit Allem, was ein kulinarischer Gaumen gerne verköstigt: von Tapas bis zu Austern, Wein bis zum Bier, Sangria und Cocktails. Madrid lässt es sich gut gehen.

Kleiner Ausflug in die heutige Technik:

Auf meinem Iphone hat mein Sohn Nici eine Liste meiner gelaufenen Schritte auf der Weltreise entdeckt, es hat von ganz alleine mitgezählt. Mein Tagesdurchschnitt sind knapp 11.000 Schritte, seitdem ich zurück bin liegen sie nur noch bei 3.000 – 7.000! Am 8. August bin ich über 33.150 Schritte gegangen. Wo war ich da nur?

Wie gut, dass ich alles aufgeschrieben habe. Ich war in Myanmar in der kleinen Stadt Kalaw. An diesem Tag machte ich eine endlose Wanderung in die Berge um mich herum. Ist das nicht unglaublich, nun weiß ich auch wie viele Schritte ich gelaufen bin, in Kilometern ausgedrückt sind es 24,58 km klettern! In Madrid waren es immerhin 12.700 Schritte, gleich 10 km.

Nach einer durchgemachten Nacht im Flugzeug war dies schon eine kleine Leistung, besonders bei der Kälte und Nässe. So ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass ich zum Abschluss mal wieder einen rasanten Sturz absolvieren musste. Ein seltsames Phänomen meiner Reise. Drei heftige Stürze, jedes Mal auf harten Stein, habe ich ohne dauerhaften Schaden gut überstanden; ein paar blaue Flecke und einige Tage bis Wochen Kreuzschmerzen.

Warum nun noch in Madrid? Müdigkeit war jedes Mal der Hauptfaktor und zweimal Regennasser Untergrund. In Madrid fand ich den Eingang zu meiner Hostal Wohnung nicht, drehte mich abrupt um und landete mit einem Fuß auf einem nassen und schrägen Gully Deckel – Rumps und ich lag rücklinks ohne jeglichen Halt auf dem Boden. Autsch mein Kopf, mein Rücken, nein, das darf doch nicht wahr sein ….! „Geht es ihnen gut“? Kam von sehr hilfsbereiten Menschen die Frage. „Nein, nein“! Ich war völlig geschockt, kann doch nicht wahr sein und dies an meinem letzten Abend, Fluch! Das auch noch 10 m vor meiner Haustür!

So verbrachte ich meine letzte Nacht mit Eisbeuteln, Tigerbalsam und schlechtem Schlaf, bevor ich am nächsten Morgen mein letztes Abenteuer startete – meinen Flug nach Hamburg!

  • Auf nach Hamburg und meine Lieben nach 365 Tagen wieder in die Arme nehmen.

So steht in meinem Büchlein geschrieben:

Hoffentlich halten meine Nerven das heute aus, komme mit reichlich Schlafdefizit zurück. Hatte ich mir das nicht ganz anders vorgestellt? In meinem Bambuszimmer im Regenwald schlief ich unruhig zusammen mit meinen Mitbewohnern, eine Nacht im Flugzeug von Quito nach Madrid und die letzte Nacht in einem herrlichen Bett, indem ich trotzdem nicht tief schlafen konnte, dank meiner Beulen. Die Vorstellung, nun wieder in meinem eigenen Bett zu schlafen, erscheint mir merkwürdig, fühlt sich eher fremd an. Ja, mein ganzes Haus ist mir fremd geworden, nur meine 20 kg Tasche ist mir gerade vertraut und gut genug! Bin selber sehr gespannt, ob sich dies ändern wird.

Eines steht jetzt schon fest, ohne Hunde und Kinder im Haus bin ich völlig unabhängig; dies fühlt sich großartig und frei an. Noch freier wird es allerdings, wenn ich mit meinem riesigen Fundus an Geschichten und Bildern Geld verdienen werde – für weitere Reisen und mein großes Sozialprojekt, dem ich schon einen Namen gegeben habe, „SoLuna“. Was sich dahinter verbirgt werde ich zu einem anderen Zeitpunkt erzählen.

28. April, die Ablenkung hier in Hamburg ist gleich weitaus größer, ich bin seit Tagen mit dem Schreiben nicht mehr weiter gekommen. So halte ich mich erst einmal wieder an meine Einträge in meinem Büchlein, auf diesem Wege komme ich am Besten wieder in meine Erlebnisse hinein. Ich schrieb auf meinem letzten Flug von Madrid nach Hamburg …..

Meine treueste virtuelle Begleiterin Brigitte ist schon ganz traurig, dass sie nun keine Blog Berichte mehr erwarten kann. Liebe Brigitte, stumm wird es auf meinem Blog noch lange nicht werden! Eine Nachlese und Reflektion meines großartigen Jahres wird sicher folgen, später weitere Reisen und vor allem Berichte über die Umsetzungen meiner Ideen! Meine Reise ist noch lange nicht zu Ende!

Schaue mir gerade auf meinem Iphone meine Fotos, die bis zum 30. Mai 2015 zurück gehen, an. Wo war ich nur überall, was für Erlebnisse! Bin ich doch selber so gespannt auf meinen eigenen Blog, den ich selber nie gelesen habe; geschrieben und gepostet, das war’s! Da wissen manche „virtuell Mitreisende“ mehr als ich gerade. Wenn ich allerdings tief in mich hinein horche, kann ich von überall innere Bilder abrufen, die Intensität dieser Reise ist so tief in mir verankert, nur die vielen Namen aller besuchten Orte sind nicht mehr alle abrufbar.

Oh je, bin ich müde – nur noch eine ¾ Stunde von Hamburg entfernt. Brauche dringend etwas Wasser, doch hier an Bord muss man sogar das noch bezahlen; willkommen in Europa!

In 10 Minuten Landung, huh wie aufregend – schon jetzt habe ich feuchte Augen, wie soll das nur gleich werden? Nerven, tief durchatmen, wo habe ich nur meine Sonnenbrille verstaut; kann doch nicht mit Sonnenbrille meine Familie begrüßen. Seit Galapagos habe ich die Sonne nicht mehr strahlen gesehen und hier über Hamburg scheint sie mir zur Begrüßung entgegen. 16 Grad soll es sein, 10 Grad mehr wäre mir lieber; so lange war ich in der Wärme und die tut mir einfach gut.

Wie gerne würde ich jetzt ein Foto von Hamburg machen, doch zwei Spanierinnen sitzen neben mir am Fenster, schauen sich Videos an – ungerecht. Felder kann ich erspähen, Elbe kommt in Sicht, viel Wasser von hier oben, Windräder, waren das immer schon so viele? Juhu, Containerhafen und „Hamburg Süd“ nun direkt in Hamburg; Weltweit gesehen! Bäume sind alle noch so braun, komme doch gerade aus dem üppigen Grün des Dschungels. Eppendorfer Krankenhaus, Metro, Schrebergärten – gelandet – bremsen!

Hamburg, ich bin zurück! Ich zittere am ganzen Leib und habe Pipi in den Augen.

Dies war mein letzter Eintrag in meinem Reisebüchlein!

Der Weg aus dem Flugzeug, durch die mir so bekannten Ankunftshallen in Fuhlsbüttel fühlte sich schon sehr wackelig an. Auf jedem fremden Flughafen marschierte ich zielstrebig zum Ausgang, doch hier tat ich so, als würde mich das alles gar nichts angehen.

Wie soll ich bloß durch diese Tür zur Empfangshalle kommen, mein Herz schlägt mir bis zum Hals, feuchte Augen gehen doch überhaupt nicht. Erst einmal auf die Toilette. Oh je rote Augen, so möchte ich nicht nach einem Jahr meine Lieben begrüßen. Also erst einmal beruhigen und etwas Puder auflegen – Zeit lassen, tief durchatmen …..!

Meine Tasche fährt inzwischen vergnüglich auf dem Gepäckband umher, die anderen Fluggäste sind schon alle gegangen. Es hilft ja nichts, jetzt ist es so weit. Nur mit meiner Tasche und meinem Fotorucksack auf den Rücken gehe ich endlich mit klopfendem Herzen auf die große Schiebetür zu. Plötzlich geht sie auf, mein Herz macht Purzelbäume, ich zittere – dahinter schauen mich erwartungsvolle Augenpaare meiner Familie an.

Stopp, erst mal wieder rückwärts, tief Luftholen und irgendwie ablenken; ich will nicht mit Tränen durch diese Tür! Ja, ich hole mein Iphone hervor und mache ein Video von diesen erwartenden Gesichtern, das lenkt mich ab. Jetzt geht die Tür zum zweiten Mal auf, mit dem Iphone in Hüfthöhe haltend marschiere ich hindurch. Großes Gejohle, wer ist denn alles mitgekommen! Sogar ein Neugeborenes Baby Ida mit Devi, meine Enkelin Emma und Barbara meine Cousine, Tini und Paddy und Nici, die drei hatten sich Urlaub genommen, Stephie meine Schwiegertochter. Gemeinsam halten sie ein großes Plakat hoch: „Welcome coolste Mom der Welt“.

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Genau nach 365 Tagen wieder in Hamburg gelandet!

Ich schwirre von einem zum anderen, bin unglaublich aufgewühlt, freue mich riesig über diesen Empfang, doch gleichzeitig empfinde ich eine Art Unwirklichkeit, weiß nicht recht, wo ich eigentlich bin, schwebe ein wenig über dem Boden – Hilfe, wo ist mein Halt geblieben. Von wegen „Coolste Mom“!

Nein nach Hause möchte ich noch nicht. Die Sonne schien herrlich am Himmel, so zogen wir erst einmal an die Alster. Alles war vorbereitet, der Prosecco und die Gläser zum Anstoßen mit dabei. Wie wunderschön ist doch Hamburgs Alster mit den ersten Segelbooten anzuschauen. Das tat mir richtig gut und ein paar Brezeln von der Alsterperle beruhigten die hungrigen Magennerven.

Mit dem nächsten Schritt fuhren wir nun gemeinsam nach Wohltorf, ich saß bei Barbara im Auto, sie musste schließlich später noch nach Kiel fahren. Auch sie war schon in frühen Jahren eine wahre Weltenbummlerin, besonders durch Südamerika. So war es kein Wunder, dass wir uns sehr schnell über unsere dortigen Erlebnisse austauschten und ähnliche Erlebnisse hatten.

Wir sind da! Sofort stellt sich wieder mein Schwebezustand ein – nicht wirklich möchte ich hier sein, schaue alles mit ungläubigen Augen an. Das ist nun wieder dein Zuhause? Im Garten ist es grün, hauptsächlich vom Gras in den Beeten und Moos im Rasen – tangiert mich überhaupt nicht, wegschauen klappt gut. Das Haus sieht hell und freundlich aus, fühle mich allerdings nicht zuständig für dieses Heim – ist eben nur ein Haus.

Meine Kinder wirbeln in der Küche, zaubern ein ganzes Menu, auch kommen noch zwei Freundinnen dazu – eine große Empfangsrunde. Watte im Kopf und der Schwebezustand halten den ganzen Abend über an. Ich kann mich selber nicht verstehen, alles wirkt unwirklich auf mich. Auf meiner Reise habe ich jeden Tag mit all meinen Sinnen aufgesogen, war mit jedem Teilchen in mir voller Energie und Begeisterung dabei. Hier scheine ich alles auf halber Flamme zu halten, traue mich nicht wirklich anzukommen. Freue mich über meine Familie, doch der Rest interessiert mich nicht.

Hamburg, ich bin nach einem Jahr wieder zurück!

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….. und denke viel an meine großartigen Erlebnisse.

9. Juni auf meiner Terrasse in Wohltorf sitzend.

Schon seit ein paar Tagen haben wir herrliches Sommerwetter, der Garten blüht in seiner vollen Kraft, mein Haus und Garten habe ich mir wieder zurück erobert und zu meinem Heim werden lassen. Knapp zwei Monate brauchte ich dazu, um mich hier wirklich wieder wohl zu fühlen. Nun komme ich wieder bei mir selber an, weiß was ich will, vollende ein Projekt nach dem anderen, schaffe unglaublich viel und bin voller Energie!

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Auch mein schöner Garten gibt mir Kraft und Energie.

„Meine Reise ist noch nicht zu Ende. Nach einem Jahr nach Hause zukommen ist der erste Schritt auf die nächste Reise“!

Die ersten Wochen daheim verliefen vollkommen anders, als ich es von unterwegs erahnen konnte; hatte ich wirklich eine Vorstellung davon? Richtig darüber nachgedacht hatte ich nicht, hatte mir nur immer wieder gesagt, was ich alles ändern möchte, alles was ich nicht mehr tun oder haben möchte. Aus der Ferne lassen sich solch entscheidenden Dinge nicht wirklich planen, völlig andere Voraussetzungen hatte ich so mit meinen 20 kg und meiner Fotoausrüstung. Es gab mir ein so leichtes Lebensgefühl, hatte ich doch nur auf diese paar Dinge achtzugeben, konnte mich so vollkommen auf mich konzentrieren, war deshalb auch so unglaublich klar und in mir selbst ruhend.

Natürlich brauchte ich fast zwei Monate in meiner alten, neu empfundenen Umgebung, um auch nur annähernd wieder bei mir selber anzukommen. Die Ablenkungen vielfältiger Art waren besonders groß, so viel ist schon passiert in der kurzen Zeit.

Aus meiner 20 kg Tasche ist eine große Familie, Freunde, Sorgen um liebe, mir nahestehende Menschen und ein Haus mit Garten und neu gefundene Menschen geworden – reichlich mehr Gewicht habe ich wieder bei mir, nur meine Reisefreundin Kamera liegt gut verstaut im Schrank und darf sich ausruhen.

Zwei Monate ist nicht wirklich lange, dafür bin ich schon unglaublich weit. Meine Neugierde und die Leichtigkeit, beides meine Antriebskräfte auf meiner Reise, sind wieder in mir eingezogen, öffnen mich für Neues, machen mich lebendig und Begeisterungsfähig, bringen mir meine Kreativität zurück und lassen mich strahlen!

Mit dieser Kraft gehe ich meine vielen Projekte, die sich alle während meiner Reise entwickelt haben, an. Schon kann ich einiges als erledigt abhaken, weil es mir leicht fällt, gelingen die Dinge schneller und einfacher. Das private Vermietungsportal Airbnb, mit dem ich in einigen Ländern großartige Menschen kennengelernt habe, ist eines dieser Projekte. Auch ich möchte drei meiner Privatzimmer für Reisende dieser Welt anbieten, schaut euch meine Airbnb Seite an, dann wisst ihr mehr; freue mich schon auf euch! So werdet ihr wohl bald von mir Weiteres hören und zu sehen bekommen, meine nie gezählten Fotos werde ich auch bald sichten und in die Projekte einfließen lassen. Ein Buch! Nein es werden „Bücher“.

Ja, ich bin wieder angekommen, bleibe ein wenig und fliege wieder davon – komme doch immer wieder zurück!

Back Home HafenMai 10 2016_ 16

 

Ecuador ist nicht nur Galapagos. Amazonas und Regenwald, meine abenteurlichen Stationen am Ende der Weltreise.

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Ein Tukan im Regenwald bei Mindo ….

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…. herrliche Naturgewalten …

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und wundersame Pflanzen mit kleinen Haaren an ihren Stengeln.

31. März, im Bus von Quito nach Tena im Amazonas.

Konzentration fällt hier gerade schwer. Zum einen schaukele ich sehr langsam die Berge rauf und runter, zum anderen schaue ich immer wieder hinaus und wie immer läuft in voller Lautstärke ein Film über den Busbildschirm, natürlich in Spanisch.

In Quito bin ich vor zwei Tagen via Flug von den Galapagos angekommen, aus über 35 Grad in die kalte Nässe von Quito mit einem Höhenunterschied von 2850 m.

3. April, in Tena Amazonas!

Schreiben, schreiben und schreiben; die Zeit rennt mir gerade davon. In einer Woche bin ich schon in Madrid und einen Tag später in Hamburg – unglaublich und doch wahr! Mein Plan, mich nicht mit dem Zählen der Tage zu beschäftigen klappt inzwischen so gar nicht mehr. Ständig schaue ich in meinen Kalender, zähle die Tage durch, um zu entscheiden was ich noch unternehmen kann. Notwendig, damit ich auch rechtzeitig am Flughafen stehe.

Noch fehlen mir in meiner Erzählung vier Tage auf Galapagos, die ich durch meinen kleinen Aussetzer dort noch länger verbringen musste. Wo habe ich aufgehört, wo geht es weiter, nicht einfach nach so langer Zeit und die Einträge in meinem kleinen Büchlein sind auch nicht wirklich vollständig. So werde ich zuletzt noch nachlässig.

San Cristobal, viel zu lange musste ich dort bleiben und fing tatsächlich an mich etwas zu langweilen. Einen Tagesausflug unternahm ich mit einem Taxi, das man sich mit ausgehandeltem Preis für die einzige Route auf dieser Insel buchen kann. Zuerst stoppte ich an einem riesigen Ceibo, Kapok Baum, in dem ein ebenso riesiges Baumhaus gebaut war, man könnte darin sogar übernachten. Danach erklomm ich den höchsten Berg, Cerro San Joaquin, mit einem herrlichen Blick über die ganze Insel. Weiter ging es nach Galapaguera, einen Teil des National Parks, indem sich die Giant Turtles befinden; immer wieder grandios diese Tiere sehen zu können. Besonders schön war diese Aufzuchtstation, hier konnte ich zum ersten Mal eine Woche alte Schildkröten sehen, die schon beinahe so groß waren wie meine Handfläche. Danach war es nicht mehr weit bis zur Küste und dem Puerto Chino, der kein Hafen sondern eine große Bucht mit weißem feinen Sand ist. Das Taxi erlaubte mir eine Stunde dort, sonst wäre der Preis noch weiter in die Höhe geschossen. Eine Stunde bedeutete einmal baden und etwas trocknen und schon wieder zurück; nicht gerade das was ich wollte. Galapagos bleibt heute leider eine „Dollarfalle“ und trotzdem sind die Inseln alle wunderschön.

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Die jungen Schildkröten, hier ein Jahr alt, tragen noch eine Nummer, bevor sie mit fünf Jahren ausgewildert werden.

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….über hundert Jahre alt!

Am nächsten Tag machte ich nun endlich den Schiffsausflug, der eigentlich schon vor ein paar Tagen gebucht war. Das Ziel war Cerro Brujo, eine der schönsten Strände mit Zucker feinem Sand und die Kicker Rocks oder auch Leon Dormido genannt. Vor dem Start wurden wir erst einmal als Schnorchler oder Taucher ausgestattet, je nach Wunsch. Drei Taucher hatten wir unter uns, für mich sehr spannend, so hautnah hatte ich dies noch nicht erlebt.

Wieder ging es mit einem Schnellboot, die ich so gar nicht mag hinaus auf die offene See. Drei laute Motoren brachten uns sehr schnell zu der wunderschönen Bucht mit herrlich weißem Sand, eingefasst mit schwarzem Lavagestein und türkisen Wasser.

Nur unsere Schnorchel brauchten wir, doch auch hier kein Vergleich mit den herrlichen Buchten auf der Cruise, nur ein paar kleine Fische bekam ich hier zusehen. So lief ich lieber mit meiner Kamera umher, auch hier wieder Spuren von den Sea Turtles, die ihre Eier am Strand abgelegt haben.

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Cerro Brujo und im Hintergrund die Kicker Rocks, unser späteres Schnorchel Revier.

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Hier hat eine Wasserschilkröte ihre Eier abgelegt.

Weiter ging es quer übers Wasser bis zum Kickers Rock, eine Felsformation, die eine riesige Spalte zwischen den großen Felsen hatte, die schon von weitem einen tiefen Eindruck hinterließ. Schon auf dem rasenden Weg dorthin zogen wir alle unsere Neoprenanzüge an, die Taucher verwandelten sich zu schwarzen Fischen mit schwerem Gerät auf dem Rücken. Angekommen bei den riesigen Felsen hieß es auf Kommando ab ins Wasser, erst die Taucher und dann die Schnorchler. Kein Zodiac begleitete uns, das Boot war zwar zu sehen, doch hielt es sich eher von den Felsen fern, die Wellen schlugen zum Teil kräftig dagegen.

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Fertig zum Schnorcheln bei den Kickers Rocks….

Unter mir befanden sich 200 Meter Tiefe, von den Tauchern war nichts mehr zu sehen. Diese Tiefe war für mich vollkommen neu und etwas unheimlich, auch die raue See um mich herum. Unser Guide schnorchelte zusammen mit meiner Gruppe von sechs Leuten, mal tauchte er einige Meter zusammen mit einer kleinen Kamera unter uns ab. Direkt an den Felswänden schwammen kleiner Fische und sehr schöne Unterwasserpflanzen bekam ich dort zusehen. Immer weiter schwammen wir in Richtung Felsspalte, mein Blick nach oben zeigte eine gigantische Felswand, die sich unter mir in endlos scheinender Tiefe fortsetzte.

Da, eine Wasserschildkröte, die mit Seepocken an ihrem Schild besetzt war und vor uns zwei Seelöwen, die sich neugierig in unsere Richtung aufmachten. Ups, jetzt sind sie direkt unter mir, neben mir, wieder unter mir; wo schwimme ich jetzt nur hin, das ist mir viel zu nahe? Über mir riesige Felswände, unter mir diese Seelöwen und wer weiß was noch alles – spannend, doch mit etwas Bauchgrummeln, so etwas hatte ich noch nicht in meinem Leben. Am Ende der Spalte schlugen die Wellen so hoch, das wir umkehren mussten, wieder vorbei an den Seelöwen, die diese Spalte als ihr Zuhause betrachteten. Jeder Tiefseetaucher wird sicher mein Bauchgrummeln mit einem Lächeln abtun, für mich stellte dieser Schnocheltour schon eine Herausforderung dar.

Wir schwammen für eine kurze Pause zum Boot zurück, das in einem ziemlichen Wellenschwall lag, sodass es nicht ganz einfach war den ersten Schritt auf die erste Leiterstufe zu bekommen. Nach 20 Minuten, alle fertig zum Absprung? „Ja“! Nun waren alle Schnorchler und Taucher darauf aus Sharks zu entdecken. So schwammen wir mehr im tiefen Gewässer umher, hatten jedoch kein Glück einen zu sehen. Da hatten die Taucher mehr zu erzählen. Direkt vor ihnen tauchten mehrere Hammersharks in 80 m Tiefe auf, für sie Faszination und Schreck zugleich, für mich das Bewusstsein unter mir jede Menge Sharks gehabt zu haben und froh wieder im Boot sein zu können. Ja, auch ich hätte gerne einen kurzen Blick auf die Hammersharks geworfen – doch bitte mit entsprechendem Abstand.

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Schnorcheln zusammen mit dieser Wasserschildkröte ….

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Insgesamt waren wir wohl so vier Stunden im Wasser, meine Hände und Haut entsprechend aufgelöst. Im Ergebnis war dies ein weiteres neues Abenteuer in meinem Leben, mit kräftigen Schwimmdistanzen, die mit Schwimmflossen zum Glück gut zu überwinden sind und meiner Beinkraft förderlich waren.

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… und diesem Rochen.

Nach diesem Ausflug freute ich mich auf meine letzten zwei Tage, die ich nur mit meinem eigenen Programm verbringen wollte. Die Hitze auf San Cristobal wurde fast unerträglich, ohne Schwimmen kaum zum Aushalten. Den ersten Tag lief ich zu den Buchten, die ich zu Fuß erreichen konnte und ging schwimmen, wo immer es ging. Die Ebbe verhinderte dies zum Teil vollkommen. Wo vor ein paar Tagen die Sea Turtles zu sehen waren, lagen jetzt nur Felsen und Iguanas oder das Meer ging nur bis zum Bauch. Doch jegliche Abkühlung tat gut und am Nachmittag konnte ich wieder richtig schwimmen. Am zweiten und letzten Tag auf den Galapagos ließ ich mich noch einmal zu der herrlichen Sandbucht Puerto Chino bringen, kletterte lange auf den Felsen umher und konnte einige Blue Fodded Boobies beobachten. Zwischendurch sprang ich in den herrlichen Wellen, die mich ein wenig an die Nordsee erinnerten umher. Vier herrliche Stunden verbrachte ich dort. Übrigens, dies war mein Ostern, auf Galapagos nimmt niemand Notiz davon.

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Cerro Brujo ganz für mich alleine ….

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….. Struppi!

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Zwischen den Felsen erspähte ich diesen Blue Fooded Bobby …

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Sealion beim sandigen Sonnenbaden.

29. März, die letzten Stunden auf Galapagos.

Abschied nehmen muss ich nun von der strahlenden Sonne und der Wärme, Mittags geht mein Flug nach Quito. Dort war gestern Landunter, mein gebuchtes Hostal kann mir kein Zimmer vermieten, es hat durch die Decken geregnet. Trotzdem wollen sie mich vom Flugplatz abholen und eine andere Bleibe besorgen.

Quito liegt schon wieder auf einer Höhe von 2800 m in den Anden, umgeben von Vulkanen. Während des Fluges plante ich meine letzte Woche, auch hier komme ich nicht ums Zählen der Tage vorbei. In Quito möchte ich erst einmal nur einen Tag bleiben, danach ins Amazonas Gebiet, das habe ich bisher ausgelassen und Mindo, ein „Birdwatching“ Paradies, welches in der Nähe von Quito liegt, steht auch noch auf meiner Wunschliste.

In Quito angekommen werde ich sehr schnell von wieder einmal einem netten Jose abgeholt, scheint ein Fahrer Name zu sein. Doch eine Stunde brauchen wir bis in die Innenstadt und zu meinem gebuchten Hostal. Dort werde ich von einem älteren Herren abgefangen, der mit in das Auto stieg: „Meine Schwester vermietet nicht weit von hier auch Zimmer, das ist ruhiger, bei uns wird alles renoviert“! So landete ich bei Monica und ihrem „Big Mama House“, einem sehr einfachen Hostal, doch Monica machte dies mit ihrer Herzlichkeit wett. Auch werden meine Schlafplatz Ansprüche immer genügsamer, setze inzwischen völlig andere Prioritäten. Ein Bett zum Schlafen muss günstig sein, umso mehr kann ich unternehmen und entdecken. Glücklich bin ich inzwischen schon mit Steckdosen, die zum Aufladen auch funktionieren, keine Selbstverständlichkeit und Fenster sind mir wichtiger als totale Ruhe. Gegen Straßenlärm oder Fanlautstärke habe ich Ohrstöpsel und über Internet im Raum freue ich mich auch. Immer wieder bin ich glücklich über mein Tasche in Taschen System, Schränke, wenn vorhanden, benutze ich nie, meist sind sie muffig. Meine Wäschetaschen landen auf einem Bord oder ähnlichem, Reisverschlüsse bleiben verschlossen, so kann mir auch nichts hineinkrabbeln und durch das Netz kommt genügend Luft hinein. Wenn ich meinen Raum verlasse, verteile ich meine Technik in die beiden Rucksäcke und verschließe diese mit drei Schlössern; das reicht um unabhängig zu reisen.

30. März in Quito.

Erste Nacht wie immer in der Höhe habe ich nur mit leichtem Schlaf verbracht. Den Straßenlärm konnte ich bis 6 Uhr ausblenden, danach eine Stunde Ohrstöpsel!

Monica klopfte an meine Tür und erfreute mich mit einer Tasse heißen Tee; das tat gut. Eine große Rundtour durch die Altstadt starte ich gleich an diesem Morgen, noch sah der Himmel gut aus. Zum Frühstück hatte ich noch eine Banane, später fand ich ein Café und trank einen Cappuccino. Mit im Rucksack hatte ich seit Myanmar meinen dort erworbenen Schirm dabei, der ewig tief versteckt war und nun wieder zum Einsatz kam.

Die Altstadt von Quito ist wirklich wunderschön, Plaza Grande, Cathedral, Monastary de San Francisco, Basilika, Palazo del Gobierno im Kolonialstil verteilt auf diversen Plätzen, umgeben von noch höheren Bergen, dazwischen etliche Museen, die Tage bräuchten um sie zu besuchen, so stellt sich die Altstadt von Quito dar. Endlos wandert man durch die Straßen und in die herrlichen Kirchen hinein, die auch hier alle nur von außen zu fotografieren sind; innen verboten. Irgendwann trieb mich mein Hunger in eines der historischen Restaurants, „Vista Hermosa“, schon der alte Fahrstuhl zusammen mit einem livrierten Fahrer war ein Erlebnis.

Ohne den Fahrer wäre ich nicht eingestiegen, Panik hätte mich davon abgehalten angesichts der schweren Eisentür davor. Vor sehr vielen Jahren hat mein Papa mit mir einen Abenteuer Ausflug mit dem Paternoster durch die Katakomben des alten Kontor Hauses Sprinkenhof unternommen, indem er mit mir im Kreis durch die Etagen fuhr. Mit gerade einmal vier Jahren hatte ich die Vorstellung, dass wenn der Paternoster wieder runter fährt auf dem Kopf stehen würde, doch viel schlimmer ist mir die Dunkelheit mit den tausend Rohren oben, wie unten im Gedächtnis geblieben. Seitdem mag ich keine alten Fahrstühle, die vielleicht stecken bleiben könnten und ich durch einen Schacht klettern müsste – Fantasie, die auch noch mit über 60 seine Wirkung hat!      

Oben angekommen zog ein lang andauerndes Gewitter auf, pünktlich um 14 Uhr. Der Blick war auch mit Gewitter sehr schön, das Interieur von dem Restaurant eher international Oldstyle a la NY gemischt mit Beatles- Ringostar Postern und alten Fotos nebst Musikbox und Uralt Radios. Ein Ober bändigt sein Haar mit einem Netz tief ins Gesicht gezogen – eine ziemlich wilde Mischung. Hier ließ ich es mir erst einmal gut gehen, schaute über die Dächer von Quito bis der Regen nachließ.

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Quito mit dem Plaza Grande …

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….

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und der Kathedrale ….

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…Plaza San Francisco …

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und einem der vielen Kolonialhäuser …

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Mein Blick vom Hermosa …

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…..

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und seinem Fahrstuhlfahrer!

Nicht lange hielt es mich in Quito und fuhr am nächsten Morgen nach Tena in das Amazonas Gebiet. Eine Nervenlange Fahrt, überall wurden Leute aufgenommen und angehalten. Um 14 Uhr war ich endlich in Tena angekommen, auch wieder eine Stadt, wie sie in Südamerika überall zu sehen ist – meist als Dauerbaustelle, mit Häusern, die nie fertig werden.

Taxi, Taxi kam es wieder von allen Seiten auf mich zu gerauscht. Inzwischen habe ich mir einen sturen Blick angewöhnt und wandere erst einmal zu den Taxis und suche mir selber einen Fahrer aus und nicht der Taxifahrer mich. Sehr wichtig in Südamerika.

Ein kurzer Weg den Berg hinauf und schon stand ich vor einem großen Tor. Bellende Hunde begrüßten mich, als ich durch das große Tor in das Pakey Hostal hinein ging. Unglaublich, doch befand ich mich so dicht an Tena direkt im Dschungel, ein tief grünes Meer mit hohen Palmen, Bananen, Kakao und Baumgemisch zusammen mit lauten Zikaden Gesang. Toni kam mir schon entgegen, ein indigen aussehender Ecuadorianer mit einem interessanten Gesicht. Zusammen mit Inka, einer deutschen jungen Frau betreibt er dieses Hostal und eine Tour Agentur. So wurde ich tatsächlich in sehr gutem Deutsch angesprochen. Wir stiegen immer weiter hinauf, bis zu einer mit Schilf bedeckten Lodge mit großer Terrasse. Auf der Terrasse unterhielten sich mehrere junge deutsche Mädchen und eine Ecuadorianische Familie. Im Schnelltrap bekam ich alle Gegebenheiten erklärt und weiter ging es nach oben bis zu einem weiteren Holz – Bambushaus, mit vier Zimmern, jeweils mit eigenem Bad. Das Besondere an diesen Bädern sind die Trocken Toiletten, die nur mit Späne statt Wasser gefüllt werden, die später zu Kompost sich wandeln; alles völlig Geruchsfrei.

Diese grüne Oase war angefüllt mit wunderschönen Schmetterlingen und Kolibris, viele Fotos wollte ich hier machen. Erst einmal musste ich doch wieder zurück in die Stadt und meinen Magen füllen, der immer noch nur mit einer Banane und Wasser auskommen musste. Den Markt fand ich schnell, endlich gab es wieder Obst in Hülle und Fülle, nur nicht um diese Zeit. Eine große Hauptstraße führte bis zu dem Rio Napo hinunter, Shop an Shop, meist für Elektronik, kleine Restaurants, die alle völlig leer waren und kleine Kioske mit Getränken, nur wirklich einladend war hier nichts. Selbst am Flussufer sah es eher trist aus, nur ein kleines Minirestaurant mit Barhockern auf denen einige Menschen eine Suppe aßen sah etwas einladender aus. Hier bekam ich ein sehr leckeres Taco mit Hühnerfleisch und Gemüse gefüllt und etwas zu trinken. So kamen langsam meine Lebendgeister wieder zurück.

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Meine Amazonas Oase ….

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Diese Blume stammt von einer Verwandten der Ingwer Pflanze …

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… in der ganzen Pracht.

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Wunderschöne Schmetterlinge ….

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und Blumen …

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Bromelien ..

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Den Abend verbrachte ich mit netter Unterhaltung auf der großen Terrasse. Katharina und Florian waren inzwischen angekommen und eine deutsche Familie saß mit am großen Tisch. Sie erzählte uns von ihren Erlebnissen der letzten Tage im Amazonas und schwärmten von einer Trekkingtour zusammen mit Toni. Doch besonders lebhaft erzählten sie uns von ihrem heutigen Rafting Abenteuer. Unbedingt sollten wir dies auch machen.

1. April, kein Scherz.

Rafting im Amazonas und ich bin mitten dabei! Zusammen mit Kathi und Florian und zwei weiteren sehr jungen Leuten aus Deutschland habe ich mich überzeugen lassen diese 6 stündige Tour mitzumachen. In Neuseeland konnte ich auf einigen Flüssen dies schon beobachten, wäre allerdings niemals auf die Idee gekommen es selber einmal auszuprobieren. Alle fünf waren wir Anfänger, sodass es für uns absolutes Neuland war. Mit einem Kleinbus wurden wir morgens abgeholt, oben auf dem Dach befand sich unser Gummiboot. Knapp eine Stunde lang wurden wir immer tiefer in die Wildnis gebracht, bis zu einer hohen Anhöhe, direkt unter uns ein breiter Fluss mit starkem Strom.

Hier wartete schon eine große Gruppe junger Leute auf den Start, weitere Gummiboote wurden gerade den hohen Abhang an einem langen Seil hinunter gelassen, wie wir dort herunter kommen sollten war nicht abzusehen.

Ausgerüstet mit Helm Paddel und Schwimmweste, Shorts und Sneakers an den Füßen zwecks besserem Halt, bekamen wir eine Verhaltenseinweisung, die später im Boot noch fortgesetzt wurde. Etwas mulmig wurde mir angesichts der vielen Regeln, die wir zu beachten hatten; ach was, da kommst du schon durch!

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Sebastian, Kathi und ich in Rafting Outfit und Marie und Moses …

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… Auf gehts zum nächsten Abenteuer!

Schon der Abstieg wurde zu einer Kletterpartie, bei weitem war ich die Älteste. Die andere Gruppe aus den USA war genauso jung wie meine Vier. Im Boot saß ich in der dritten Reihe, die beiden Jungs mussten nach vorne, hinten saß unser Guide und Steuermann Vladimir. Bevor es los ging übten wir das Boot zu steuern: „Forward, stop, backwards, left side, right side, inside …“. Einen Fuß klemmten wir unter die Sitzkissen als Halt fest, der andere Rückwärts als Balance stabilisieren. Außen verlief eine Leine, die wir notfalls beim Kommando „Inside“ greifen sollten, um nicht rauszufallen.

Na, das kann ja spannend werden und schon ging es los. Begleitet wurden wir von zwei verrückten Kajak Fahrern, die schon vor dem Start Saltos durch das Wasser drehten, sie schienen förmlich über den Fluss zu tanzen. Nach den ersten Metern kamen wir zu den ersten Stromschnellen, die uns durch den kräftigen Strom auf dem Fluss förmlich ansogen. Schaukelnd und mit kräftigem Spritzwasser schossen wir hier hindurch, nass waren wir fortan fünf Stunden lang.

Im ruhigen Gewässer übten wir noch Mann über Bord Manöver, in diesem Fall junge Frau über Bord. Im Wasser sollten wir die Beine immer nach vorne strecken, auf dem Rücken bleiben und uns treiben lassen. Reingezogen wird man über die Schwimmweste. Und schon kam die nächste Stromschnelle, rauf und runter, rechts und links und von allen Seiten wurden wir nass. Forward, stop, forward ….! Und jetzt alle ins Wasser, Rumps und drin war ich; herrlich erfrischend und nass waren wir ja schon. Jetzt wieder alle ins Boot – nicht einfach, der Fluss zieht einem schon die Beine weg.

In einer Bucht machten wir eine kurze Badepause, die allerdings so aussah, dass wir uns alle an einer Stelle ins Wasser begaben und ziemlich schnell treibend bei unseren Booten landeten. Ein komisches Gefühl zu sehen, wie schnell das Ufer an einem vorbei rauscht.

Durch die Eisschmelze eines in der Nähe liegenden aktiven Vulkanes, den Cotopaxi, steigt das Wasser rasant an und erhöht somit auch die Strömung, die an manchen Stellen zu kleinen Wasserfällen wird, in denen es sehr stürmisch zu geht; für uns die Rafting Ziele. Bis zur Mittagspause schossen wir noch durch einige Stromschnellen hindurch, Vladimir hatte sichtlich Spaß daran uns ständig herauszufordern. Mal fuhr unser Boot rückwärts oder seitwärts durch die Schnellen. Der Steuermann war er, somit forderte er dies heraus.

Für die Mittagspause landeten wir an einer großen Sandbucht. Eine Kühlbox, die neben mir auf der anderen Seite stand, wurde an Land gehievt. Unter einem Dach wurde der sehr leckere Inhalt ausgebreitet. Tacos, Guacamole, Gemüse, Saucen …..! Wir waren alle freudig überrascht.

Der Himmel zog sich langsam zu, sodass Vladimir uns empfahl die Regenjacken überzuziehen, das hält euch wärmer. Ok, bisher war uns eher zu warm gewesen. Wieder rauschten wir los, hatten alle das Gefühl, dass der Strom stärker geworden sei. Vor uns fuhren in einiger Entfernung die drei Boote der Amerikaner, laute Jubelrufe schalten uns entgegen.

Schon wieder stand unser Boot quer und rauschte auf und ab, durch die riesigen Wellen. „Inside“, ich flog förmlich nach innen durch den riesigen Schwung einer Querwelle. Doch auf der anderen Seite rauschten Kathi und Florian ins Wasser. Sie waren auf der unteren Seite und konnten sich somit nicht festhalten. Oh Schreck, da trieben sie nun, Kathi hinter uns und Florian vor uns. Vladimir schmiss die Rettungsleine zu Kathi, die wir so zu uns heran ziehen konnten und Florian kam von alleine in die Bootsnähe. Eins zwei drei und drinnen waren sie wieder im Boot. Florian meinte nur, dass er kurzzeitig nicht wusste wo er war – unterm Boot, Kathi blieb ganz ruhig!

Ich glaube, dass ich mich am meisten aufgeregt habe, hätte ja auch mich treffen können. Mit der Zeit ließen auch unsere Kräfte etwas nach, selbst Florian meinte, dass es ihm bald reichen würde. 1 ½ Stunden sollte unsere Tour allerdings noch weiter gehen. Mein anfängliches Berauscht sein von diesem Abenteuer ließ mit der Länge der Tour etwas nach, wollte ich vor allem heil da wieder heraus kommen.

Mehrmals schossen wir auch auf große Steine zu, „Inside“ hieß es dann kurz vorher und wieder schaukelte das Boot von rechts nach links. Puh, das reicht jetzt langsam. Doch weit gefehlt, Vladimirs Vergnügen, Touristen durchzuschütteln war noch nicht zum Erliegen gekommen. Schon sahen wir in einer entfernten Kurve unser Ziel, doch uns dort einfach nur hintreiben lassen, so wie es die Amerikaner taten, ging bei ihm nicht. Noch ein Experiment zur Freude auch meiner Mitfahrer.

Ein langes Seil, von vorne nach hinten gespannt und wir sechs alle hinten sitzend, ich in der Mitte. Mit unserem Körpergewicht sollten wir das „hoch gehobene“ Boot ausgleichen. Weit gefehlt, die Absicht war klar, alle sollten wir mit dem Boot hineinfallen. Rumps, über mir schwimmt jemand und das Boot ist auch noch darüber – tief unter Wasser fluchte ich über diesen Scherz, der mir einiges an Wasser in die Nase trieb. Als ich endlich auch auftauchte lachten sie alle um mich herum. Was blieb mir also übrig, als mit zu lachen; beste Therapie gegen diesen Schreck.

Ecuador_18, Wasserscreens 6

Hier ein paar Schnappschüssee aus einem Video ….! Ecuador_18, Wasserscreens 7 Ecuador_18, Wasserscreens 8 Ecuador_18, Wasserscreens 5 Ecuador_18, Wasserscreens 4Forward ….

Inzwischen goss es in Strömen, doch wen störte dies, an uns war nichts mehr trocken, nur kalt wurden wir langsam. Egal, Boot abbauen und auf das Dach des Kleinbusses hieven, der mit riesigen Folien gegen unsere Nässe ausgelegt war. Jeder hinterließ seine eigene Pfütze. Erledigt, doch auch ein wenig stolz war ich auf mich, dass ich mit den jungen Leuten mithalten konnte und Spaß hat es mir auch gemacht.

So habe ich zwei großartige Wassersportarten auf meiner Weltreise für mich neu entdeckt, Schnorcheln, dies im Tiefwasser und Rafting der Stufe drei. Übrigens, das Nasswerden gehört bis zum Ende meiner Weltreise zu meinem Alltag, in Ecuador regnet es überall.

Am nächsten Tag machten wir zusammen mit Toni eine siebenstündige Regenwald Tour, die uns bis in den „Primärwald“, ein Wald, der von Menschenhand nicht beeinflusst wurde, führte. Toni, der hier aufgewachsen war und mit seiner Familie ein riesiges Stück Wald zu besitzen scheint, kennt sich hier mit seinem ganzen Herzen aus, entsprechend führte er uns in die Biodiversität dieses Waldes ein. Nicht die großen Tiere erhalten den Regenwald, sondern die vielen Kleinstlebewesen auf und in der Erde sind wertvoll für den Erhalt.

Mit Gummistiefeln geht es Bergauf und Bergab durch Schlamm, kleinen Flüssen, Querfeldein, bis wir bei einer Kechwa Familie, die Kakao anbaut, landen und dort Einblick in deren Leben erhalten, die völlig autark ihr Leben im Regenwald ausrichten. Leben tun sie ähnlich wie in Südost Asien in erhöht gebauten Holzhäusern. In der Mitte ein abgeschlossener Raum, der mit Matratzen ausgelegt ist, hier schläft die Familien mit mehreren Generationen zusammen. Die Küche ist draußen, damit der Rauch vom Feuer abziehen kann. Ansonsten eine Art großer Balkon, der Schatten spendet. Die Großeltern kümmern sich gemeinsam um die kleinen Kinder und umgekehrt. Auch hier bleibt der ältere Mensch bei der Familie – eine Selbstverständlichkeit.

Zwischendurch wurde ich noch durch ein Flechtwerk von Toni zur Dschungelkönigin gekürt, geflochten mit dem Palmen artigen Gras, aus dem die berühmten Panama Hüte geflochten werden.

Mit müden Füßen und wieder am Nachmittag einsetzender Regen lässt uns nass zum Auto gelangen, mit Gummistiefeln läuft es sich nicht so bequem. Alle vermissten wir natürlich die großen Vögel oder gar die Affen; es gibt sie, nur haben wir sie nicht sehen können. „Biodiversity“, Tonis Lieblingswort. Ein weiterer schöner Tag ging zu Ende.

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Toni und die Dschungel Königin …

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Diese Raupe sollte man niemals berühren, ihre feinen Härchen sind hoch giftig!

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Kakao Pflanzen wachsen hier fast wild …

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Das weiße der Kerne schmeckt süßlich …

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Tino bei der Ernte.

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Typischer Amazonas Secundär Wald.

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Die zwei Töchter der Ketchwa Familie …

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waren etwas scheu.

Am nächsten Vormittag, dem 3. April, fuhren Kathi und Florian mit dem Bus weiter in Richtung Süden, sie haben noch einige Reisewochen vor sich, die sie genau anders herum als ich machen. Es regnete, sodass ich diesen Tag zum Schreiben nutzte, Fostos konnte ich schon länger nicht mehr herunter laden, mein Cardreader, inzwischen der Dritte war schon wieder kaputt.

Unglaublich, in einer Woche bin ich schon in Madrid, meine Gefühle tendieren in beide Richtungen; nein, ich will noch nicht nach Hause und, ja, es ist genug, mein Aufnahmepegel ist fast übersättigt!

4. April, im Bus auf dem Weg von Tena wieder nach Quito. Nur für eine Nacht, habe wirklich keine Lust mehr auf stinkige Großstätte. Brauche einen neuen Cardreader und dann nichts wie weiter nach Mindo ins Vogelparadies ebenfalls im Regenwald.

Toni gab mir noch einen sehr guten Rat, aussteigen bei einem modernen Einkaufszentrum, dort alles besorgen und mit dem Taxi in die Innenstadt, wo mein Hostal liegt. Perfekt!

Auch Quito empfing mich mit strömenden Regen, nur die paar Schritte vom Bus in das Einkaufszentrum ließ mich nass werden. Bepackt mit dem schweren Fotorucksack und meinen daran baumelnden Trekkingschuhen, zuzüglich eines weiteren kleinen Rucksacks, lief ich mit langsam schmerzendem Kreuz durch das Zentrum. Da ich meine „stinkenden“ Laufschuhe in Tena gelassen hatte, lief ich mit Flipflops umher. Ich wollte mir für meine Rückreise unbedingt neue kaufen, fand diese auch sehr schnell, steckte die Flipflops ein und weiter ging es in einen Fotoladen. Ja, wir haben so ein Gerät für ihre große SD Karte; happy! Forever21, eine Geschäftskette, die ich schon in Asien entdeckt hatte lag direkt vor mir. Dort hatte ich mir damals eine Jeans für wenig Geld gekauft, nur jetzt war diese völlig zerschlissen – so konnte ich nicht zu Hause ankommen.

Und wirklich, die gleiche fand ich wieder für gerade einmal $ 16, sitzt und perfekt. Hunger trieb mich weiter, mehr wollte ich heute nicht mehr. Für meinen schnellen Einkauf belohnte ich mich mit einem Sushi Restaurant; ja, dies in Quito, dem modernen Teil.

Mit dem Taxi kam ich endlich müde bei Monica und meinem Hostal an. Zuerst musste ich irgendwie meine stinkende Wäsche, die im Amazonas nicht trocknen wollte, waschen lassen. Monica sprang trotz Sturzregen mit meiner Wäsche zur nächsten Laundry, am nächsten Morgen sollte ich sie „trocken“ wieder bekommen. Nichts mehr wollte ich, nur noch meine große Tasche für den morgigen Reisetag vorbereiten und ins Bett; Ohrstöpsel gegen die Straßengeräusche und schlafen!

7. April, in MIndo.

Musste ich mir nun unbedingt noch zum Abschluss ein Natur Abenteuer aussuchen! Mein Plan war ein anderer. Für zwei Tage wollte ich hier in Mindo Vogelbeobachtungen unternehmen und danach noch für 2 Tage nach Otavalo, Ecuadors Marktstadt fahren und von dort direkt am Samstag zum Flughafen.

Um nach Otavalo zukommen müsste ich erst wieder nach Quito zurück, um dann wieder in den Norden zu fahren und das Ganze auch wieder zurück. Nein, da würde ich viel zu lange im Bus sitzen und völlig überanstrengt nach Hause kommen. So habe ich entschieden hier mitten in dieser für mich sehr ungewohnten Regenwald Natur zu bleiben und am Samstag direkt mit dem Bus in den Norden von Quito zu fahren, danach mit dem Taxi zum Airport. Mein Flug nach Madrid geht erst am Abend um 21:30 Uhr.

So bin ich nun schon seit zwei Nächten in Mindo, bzw, am Rande von dieser kleinen Stadt. Schon wie Tena im Amazonas, so auch hier beginnt die Oase der Regenwaldnatur sofort hinter der Stadt. Man braucht nur Richtung Wald zu laufen und schon fühlt man sich in den Dschungel versetzt. Doch das Spannende ist das Hostal selber. Der Schweizer Willi hat vor 20 Jahren hier seine neue Bleibe aufgemacht. Das Besondere ist, dass er diese aus dem hier wachsenden Material erbaut hat. Riesige Bambusstangen wachsen hier im Regenwald wie bei uns das Gras. Eine junge Sprosse kann bis zu 20 cm am Tag empor wachsen, nach zwei Jahren kann man sie dann zum Bauen verwenden.

Ja, so lebe ich nun schon seit zwei Tagen in einer Bambushütte, mit allem was dazu gehört! Zwischenräume, die trotz doppelwandigem Bau direkt in die Natur schauen lassen, inklusive lebendigem Leben. Vor meiner Reise hätte ich dort wohl kaum ein Auge zugemacht, habe ich doch schon so allerlei lebendige Wesen auf dieser Weltreise in meinen Räumen oder zelten gehabt; ein wenig abgebrühter bin ich schon.

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Mindo, im Hintergrund lässt sich meine Bambushütte erahnen.

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Und diese fast künstlich wirkende „Ginger Torch“ Blume ….

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….., im Dschungel meiner Bambus Bleibe, “ Las Luciernagas“

Die letzte Nacht hat mich allerdings wenig schlafen lassen. Schon mitten am Tage konnte ich meine Hüttenmitbewohner dahingegen wahrnehmen, dass zwei kleine Bananen neben meinem Bett genüsslich angebissen waren und zu allem Überfluss auch noch meine kleine Seife verschwunden war. „Willi, gibt es hier Ratten“? „Nein, die gibt es hier nicht, dann würden meine Hühner und die Küken nicht so frei umher laufen“.

Ok, die Küken wurden letzte Woche von neun auf eines reduziert, also ließ ich mich nicht sogleich davon überzeugen. Auf meinem Bett fand ich auch so manchen kleinen Puh. Willi vermutet ein anderes kleines Tierchen, dass auch gestern kurz in seiner Küche vorbei geschaut hatte, Name?

Wie soll ich nur die Nacht überstehen? Die Bananen haben wir vor die Tür gelegt, heute Morgen war eine fort und die andere fast ausgehöhlt. Ja und über meinem Kopf hat es am frühen Morgen kräftig gekratzt, sodass ich ständig mit der Taschenlampe hoch geleuchtet habe. Vorher lauschte ich dem Regen, der auf mein Dach trommelte, von außen ein Metallblech. Nach dieser Nacht ist nun auch Willi fest davon überzeugt, dass da etwas nicht stimmt.

Inzwischen ist schon wieder Abend, draußen ist es dunkel und regnen tut es auch wieder aus allen Kannen. Willi ist mit mir überall im Bambus Bungalow, wie er sie nennt, herumgeklettert und ziemlich viel Insektenspray verbraucht. Ein Loch ist mit einem Handtuch zugestopft, doch die Hauptsache sind zwei Fallen, die Willi in seiner Küche aufgebaut hat. Einen Sack, der in die Enge führt und eine Tonne aufgestellt mit einem kleinen Bambusstück verbunden mit einem Faden. Beides gut gefüllt mit leckerer Banane. Willi ist total überzeugt davon, dass dieses Tierchen in diese Falle noch heute Abend geht!

Gerade sitze ich in dem offenen Pavillon, vor mir direkt die Küche, draußen ist es dunkel und es regnet! Willi erledigt seinen Einkauf. Spannend!

Gestern Morgen schien zur Abwechslung einmal die Sonne, laut Willi ein Sommertag. So machte ich mich auf zu einer langen Wanderung bis zum Tarabita, einer Korbseilbahn, die über eine Schlucht mit einer Tiefe von 152 m und 200 m Länge führt, Höhenkrank darf man da nicht sein. Im Sausetempo rauscht man in dem offenen Korb über diese Regenwald Schlucht, ein wenig mulmig wird einem dabei zu Mute. Auch hier bin ich so manches auf meiner Reise gewöhnt, wenn ich nur an die Bahn Tour in Myanmar denke, wird mir jetzt noch schwindelig.

Danach steigt man rauf und runter, erreicht dadurch sieben Wasserfälle mitten in tief grüner Regenwald Natur. Alle Pflanzen haben hier ein gigantisches Ausmaß, entweder an Höhe oder riesige Blätter, endlos lange Bambusstangen und Palmen die den Himmel kratzen.

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Mit dieser Korbseilbahn fuhr ich hin und her …

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152 Meter unter mir …

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… sicher gelandet.

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Wanderung durch den Regenwald ….

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…. nicht alle Wege sind so gut wie dieser ….

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Platsch !…. Diese Trekking Schuhe haben mich perfekt durch mein Jahr getragen!

Auch hier begann es bei meinem fünften Wasserfall an zu regnen, mir reichte es auch, schon vorher war ich sieben Kilometer aufgestiegen, während sich andere mit dem Taxi vorfahren ließen. Schon dabei machte ich eine Kaffeepause in einer wunderschönen Lodge. Auch sie hatte kleine Bungalows, nur waren diese aus Stein gebaut und sicher ohne Hüttenbesuch. Auf der Terrasse sitzend sprangen plötzlich zwei bunte Tucane auf die Balustrade, angelockt durch darauf befestigte Bananen. Ja, Bananen gehören hier überall ins Bild. Ok angelockt, doch so bekam ich sie endlich zu sehen, diese Vögel mit einem riesigen Schnabel, der ihnen schon beim dem Gleichgewicht Probleme bereitet. Bananen lassen sich damit sehr schnell verschlingen.

Auf dem Rückweg wollte ich dort unbedingt wieder vorbei schauen, allerdings war ich trotz dünnem Regencape ziemlich durchgeweicht und dreckig. Egal, ich bin der Gast. Mit großem Hunger nach dieser Wanderung aß ich eine Forelle aus einem der vielen Fischteiche hier in dieser wässerigen Gegend. Es hörte nicht auf zu regnen, so nahm ich doch von dort oben ein Taxi, ganz gegen meine Gewohnheit.

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Mitten im Regenwald …

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blühen auch die Bromelien ….

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Riesige Bambus Stangen prägen den Wald mit.

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Die Tukans, satt und zufrieden mit einer Banane im Bauch.

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Was für ein farbiger Vogel.

Nach der vergangenen Nacht fühlte ich mich trotzdem fit und munter, liegt vielleicht auch an dem Ausnahmslos guten Frühstück von Willi eigenhändig zubereitet. Gestern ein Omelett gefüllt mit sehr viel Gemüse, heute einen großen Teller Bircher Müsli. Nach dem heutigen Nachtregen lief ich in eine andere Richtung aus der Stadt hinaus, auch hier wieder dichter Regenwald. Am Ende lag eine kleine Casa, „Ma Casa, Tu Casa, Gigi“. Ein Paradies für Kinder und Erwachsene und dies mitten in herrlicher Natur, direkt am Rio Nambello. Begleitet haben mich schon auf meiner Tour wunderschöne Schmetterlinge, riesig groß, blaue Flügel oder Orange Gelb, Kolibris und andere mir unbekannte Vogelsorten. Fotografieren unmöglich, keine Sekunde Stilstand.

Wie soll es anders sein, schon gegen 13 Uhr fing es wieder zu regnen an, so machte ich dieses Mal Lunch in der Stadt, meist eine gute Mahlzeit, das reicht mir dann für den Rest des Tages. Seit Galapagos bin ich nicht mehr sehr hungrig.

Nun steht mir wieder eine interessante Nacht bevor, die Fallen sind noch leer, Willi kauft immer noch ein, die anderen Gäste haben sich in ihre Hütten verkrochen und ich sitze hier ganz alleine im Pavillon – Akku ist gleich alle und Stecker sind hier nicht vorhanden, aber Internet!

8. April noch in MIndo, mein letzter Tag in Ecuador. Morgen ist das Datum, welches noch vor kurzem so lange entfernt schien; 9. April, mein Abflugtag aus Südamerika. In Hamburg ist dann schon der 10. April. Eine Nacht verbringe ich in Madrid, sodass ich am 11. April am Nachmittag in Hamburg ankomme. Über die kleine Atempause in Madrid freue ich mich sehr, Europa ja, doch noch nicht zu Hause!

Der Morgen war schon wieder aufregend genug! Willi verpackt gerade das Opossum artige sehr hässliche Tier, was tatsächlich gestern Abend in die Falle gegangen ist. Trotzdem rumorte es heute früh wieder über meinem Kopf und der Blick ins Bad zur Seife bestätigte meine Befürchtung – da wohnt ein anderes Tierchen in meiner Bambushütte. Nicht nur die Seife war fast aufgefuttert, auch das Handtuch, das ein Loch zustopfen sollte, war nach unten gedrückt; raus oder rein ist hier die Frage.

Nach dem Frühstück, dieses Mal ein Riesenrösti mit Spiegelei, nicht zu schaffen für mich, sollte nun das gefangene Tier in den großen Sack befördert weren. Schwupp war es wieder draußen, Willi stoppte es gerade noch mit einem Tritt auf den Schwanz. Ihhhhhh, wie ist das hässlich! Struppiges Fell, lange Nase und stinken tut es auch noch. Wahrscheinlich hat es acht der Hühnerküken auf dem gewissen, sodass Willi nicht gut auf dieses Tier zu sprechen war. Lebendig wurde dieses Vieh nicht entsorgt! Der Gedanke, dass so ein Monster in meinem Dach wohnt lässt mich erschauern. Heute Abend kommt die nächste Falle, so die Aussage von Willi; na dann man gute Nacht!

Eigentlich sitze ich hier gerade im Pavillon zum Schreiben, doch mit dieser Aktion verlässt mich meine Konzentration, nicht zuletzt ist auch noch Stromausfall im ganzen Ort. So mache ich mich erst einmal auf den Weg zu weiteren Naturschönheiten, Kamera wie immer im Rucksack.

Nach 10 Minuten fing es wieder an zu regnen, also zur Schokoladenfabrik. Auch diese hatte keinen Strom, sodass eine Besichtigung unsinnig war. So setzte ich mich dort auf die Terrasse, trank einen Kaffee mit einem Schokoladenkeks und schrieb in mein kleines Büchlein. Nun übertrage ich dies gerade in meine Geschichte; Strom ist auch wieder da.

So stellte ich mir selber eine wichtige Frage:

„Was geht in mir vor, so nach einem Jahr des Unterwegs seins“?

Auch wenn es hier in Mindo viel regnet und ich Mitbewohner in meiner Bambushütte habe, es ist absolut richtig für mich mitten in der Natur zu sein. Meine Abenteuerseele kommt hier zur Ruhe, meine Neugierde immer weiter zuziehen ist zu tiefst gestillt, schaue ich nur noch gerne hinter den nächsten Baum oder die nächste Kurve, könnte ja ein schöner Schmetterling dort fliegen – mehr nicht!

Kein Bummel über einen Markt reizt mich, keine koloniale Kirche zieht mich an, kein neues Land möchte ich erobern. Tief zufrieden bin ich mit all meinen Erlebnissen, Abenteuern, und Erfahrungen. Ja, endlich fühle ich mich ruhig und stark genug, um mit diesem großen wunderbaren „Gepäck“ nach Hause zu fliegen. Ruhig genug, um stark genug zu sein meine Ideen umzusetzen, vor allem für einen „Neustart“ in meinem Leben – was für ein tief erfülltes Ergebnis nach einem Jahr. Eine innere Fülle, Reichtum empfinde ich in mir; das mit fast 62 Jahren.

Lebendigkeit mit jedem Zipfel meines Körpers, meiner Seele, meiner Gedanken, eine tiefe Freude auf das was folgen wird! Da steigen mir glatt die Tränen in die Augen, so sehr bewegt mich dieses Gefühl.

Hey, ich komme mit großer Inspiration zurück – wer lässt sich mitreißen?

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Galapagos, mein Abenteuer zwischen Riesenschildkröten, Leguanen und Haien.

 

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Galapagos, oder Giant Turtle, bis zu 200 Jahre alt werden sie!

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Meeresleguane, über sie kann man an manchen Plätzen stolpern.

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Mitten drin im Galapagos Leben !!!

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Sea Turtle sind meine Lieblinge; diese von einer hohen weit entfernten Klippe entdeckt!

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Hello Shark ….!

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Diese unglaublich farbigen Land Leguane kann man momentan nur in Aufzucht Gehegen beobachten, was sich hoffentlich in einigen Jahren ändern wird.

19. März, Floreana, Galapagos.

Inzwischen erlebe ich schon meinen neunten Tag auf Galapagos, habe meine Schiffstour schon hinter mir und bin jetzt auf eigene Faust seit zwei Tagen on Tour. Heute Morgen mit einem kleinen Motorboot nach Floreana, eine der bewohnten Inseln mit einer sehr kleinen Gemeinde, fast völlig ohne touristische Infrastruktur. Zuvor verbrachte ich zwei herrliche Tage auf Santa Cruise in Puerto Ayora, nachdem ich dort wieder nach meine sieben tägigen Schiffstour gestrandet bin.

Natürlich habe ich wieder so viel erlebt, ja wo fange ich an? Zurück in die Vergangenheit zu gehen fällt mir wirklich nicht leicht, gefällt mir doch das Leben im Hier und Jetzt so viel besser! Gegen das Vergessen werde ich mich nun doch lieber Erinnern, die Erlebnisse sind einfach zu schade, um sie nur mit den Fotos zu erzählen. Der Anfang fällt mir einfach schwer. Schaue ich doch einmal in mein kleines Büchlein.

Zurück zum 10. März.

Ich stehe in einer langen Schlange am Flughafen in Guayaquil an und staune über mich! „Man bin ich schon zu einer coolen Reisenden geworden – was habe ich nur die Ruhe weg! Langes Anstehen halte ich mit einem Lächeln im Gesicht aus, nutze diese Zeit eher zum Unterhalten mit anderen Reisenden!“ Hinter mir stand eine sehr nervöse Schweizerin, die große Angst hatte ihren/unseren Flug zu verpassen. Ich antwortete nur mit einem stoischen Lächeln, dann müssten sie ohne Passagiere fliegen, denn diese standen ja alle hier an.

Um nach Galapagos ein reisen zu können mussten wir uns erst einmal registrieren und unser Gepäck auf Keime checken lassen, das dauerte! Nachdem wir dies geschafft hatten, ging alles sehr schnell und schon war Boarding time. Endlich saß ich in einem halb vollen Airbus 320, der etwas älter aussah und zum ersten Mal verdreckt war. In meiner Vorfreude schrieb ich noch von den Riesenschildkröten, die ich mir auf der Rancho Primicias anschauen wollte, hatte nur noch keine Ahnung, wie ich dort hinkommen sollte.

In Galapagos ankommen heißt in erster Linie erst einmal für mich „Dollar Islands“! 20 $ Airport Gebühr, 100 $ National Park Eintritt, 5 $ Bus, 3 $ Fähre, 18 $ Taxi nach Puerto Ayora; der Gemeinschaftsbus war schon abgefahren, bis ich mich endlich entschieden hatte, wie ich meine nächsten 10 Stunden verbringen möchte, um auf mein Schiff zu können, inklusive meines gesamten Gepäcks, das ich nirgends in der Wildnis lassen konnte.

Wie komme ich jetzt zu meinen Riesenschildkröten, hieß es doch, dort könnte ich ein paar Stunden verbringen? Eigentlich stand ich genau an meinem Schiffsanlegeplatz, nur war mein Schiff noch nicht im Hafen, 9:30 Uhr war es gerade einmal, um 18 Uhr sollte ich erst hier sein.

Jede Menge Taxidriver redeten alle auf einmal auf mich ein, 18 $ bis nach Puerto Ayora …….., ja, da will ich aber nicht hin, Rancho Primicias, bitte schön; 40 $! Wie gesagt Galapagos erschien mir am Anfang das Dollar Archipel zu sein. Warum 40 $, ja in den Bergen, nein ist doch auf der Strecke zu Puerto Ayora …..! Mir reichte es und sagte, ok, ich fahre mit dem Bus! Plötzlich war keiner mehr da, der auf mich einredete. Interessante Erfahrung wieder einmal – stresst mich schon beim Schreiben wieder.

Der Bus stand zwar mit offenen Türen dort, hatte allerdings nicht vor nur mit mir einmal die Insel zu queren und weitere Fluggäste waren erst am Nachmittag zu erwarten. Da hatte ich mich leider verkalkuliert! So trottete ich mit meinem Gepäck wieder in Richtung Taxis, die nun so gar nicht an mir interessiert waren, nur einer kam auf mich zu. Ein netter junger lächelnder Mann, Jose kam somit ins Spiel. Wohin möchte ich denn. Ja eigentlich wollte ich zu den Schildkröten und dort meine Zeit verbringen, nur keiner will mich von dort wieder hierher fahren. Ok, 18 $ bis nach Puerto Ayora, genug Zeit, um dort meinen Tag zu verbringen, heißt auch 18 $ wieder zurück und die Schilkröten?

So saß ich nun endlich in einem der Taxi Pickups, die hier auf den Inseln umher fahren. Können wir auf dem Weg bei den Twins halten? Ja, Los Gomelos, zwei riesige Vulkan Krater, die nach 5 km an der Straße lagen. Jose zeigte mir von hieran alles was auf der Strecke lag, auch die Rancho Primicias mit den Giant Galapagos Schildkröten. Es bereitete ihm sogar ein großes Vergnügen, führte er mich persönlich durch das Gelände. Sein Englisch und mein Spanisch reichte für einen unterhaltsamen Tag, meine große Tasche lag gut verschlossen auf der Rückbank, nur mein Fotorucksack hing mir schwer am Rücken. Selbst diesen nahm Jose mir zeitweise ab. Auch wenn mir klar wurde, dass ich mit 18 $ kein Taxi für mich einen Tag lang haben konnte; Jose machte seine Sache so gut, kein Guide hätte mich besser führen können. Schon mitten auf einer der Straßen begegneten wir einer Riesenschildkröte. Mir fielen plötzlich die Elefanten in Afrika ein, zur großen Freude von Jose. Auch sie liefen direkt vor unser Auto, trotz oder wegen des National Parks. So erwanderte ich auch den vulkanischen Tunnel, ein Tunnel, der ohne menschliche Hilfe vor Millionen Jahren entstanden ist. Nur an einer Stelle muss man über den Boden kriechen, haha und ich mit meinen 12 kg Fotorucksack. Etwas verdreckt erkrabbelten wir diesen Teil gemeinsam, ganz Gentleman nahm Jose meinen Rucksack an sich.

Zu meinem großen Erstaunen wächst im kleinen Hochland auf Santa Cruise Kaffee, tropische Verhältnisse herrschen hier. Riesige Bananenstauden säumen unseren Weg, eine der Haupteinnahmen dieser Insel. „Organik“ Kaffee erwarb ich in einer kleinen Rösterei in Bellavista, einem Ort noch in den Bergen gelegen. Fortan duftet es hervorragend in meiner rückwärtigen Tasche, gut konserviert bis nach Deutschland, sofern mir dies niemand abnimmt. Habe ich nicht gerade 5 1/2 kg nach Hause gesendet, eins ist schon wieder on Top!

Doch am Eindrucksvollsten war der Besuch der Rancho Primicias. Ein Gelände mit Höhen und Tiefen, Wasserlöchern und Mangrovenwald. Überall lagen oder wälzten sich riesige Schildkröten umher. Völlig frei konnte ich ihnen begegnen, ohne Zäune und Abgrenzungen – was für gigantische Tiere, 100 bis 150 Jahre alt zum Teil. So hatte ich nun doch meinen Traum umsetzten können – Galapagos gehört für mich zusammen mit diesen gigantischen Tieren.

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Ja, da sind sie, meine heiß erwartenden Galapagos Giant Turtles.

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Auch sie lieben die Abkühlung …..

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und besonders den Modder…..

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Ja, und dies musste nun auch sein. Karini als Giant Turtle!

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Jose mein Taxi Driver, der sich als hervorragender Guide entpuppte, was leider auf Galapagos mit seinen 500 lizensierten Guides keine Selbstverständlichkeit ist! …. Da ist mir so allerlei zu Ohren gekommen!

Nach Stunden kamen wir in Puerto Ayora an, eine Stadt voller Leben, Schiffen und touristischen Agenturen. Am Hafen ließ mich Jose aussteigen. Ich staunte nicht schlecht über das Türkis klare Wasser. Er fuhr für vier Stunden mit meiner Tasche weitere Taxitouren und ich eroberte den Hafen, fuhr gleich mit einem Boot Taxi für 80 Cent auf die andere Seite und landete in einer kleinen Strandbucht, vorgelagert von einem Luxus Hotel. Gegessen hatte ich bis dahin gerade einmal eine Banane, geschenkt bekommen von der Kaffeeplantage. Da ich in der näheren Umgebung nichts anderes fand, ging ich zur Hotelbar und orderte mir meine Belohnung: „ Hey, ich bin auf den Galapagos“, einen Gin Tonic und Nüsse! Das Hotel lag wunderschön auf einer Halbinsel vorgelagert von Puerto Ayora, Übernachtungen ab 300 $! Einen Gin Tonic in der Hotelbar hatte es auch schon in sich, war dennoch ein Genus.

Direkt vor meiner Nase versuchte ein Fischreiher sich am Wasser dieses nach Chlor riechenden Pools zu erfreuen, umgeben von gut gefütterten Gästen mit ihren Büchern vor der Nase. So stelle ich mir keinen Besuch auf den Galapagos vor!

Ja, ich bekam auch wirklich pures Abenteuer geboten, einschließlich Zicken Alarm meines Guides Graziella, die es am Anfang mit mir wohl nicht gut aushielt, allein reisende ältere Frau ist ihr wohl noch nicht begegnet. Anerkennung meinerseits hat da mal wieder gut funktioniert, inklusive klarer Grenzen setzen. Doch hier greife ich etwas vor!

Um 18 Uhr setzte mich Jose nach herzlicher Umarmung und 50 $ für den ganzen Tag, zwei Taxitouren hätten mich schon 36 $ gekostet, direkt vor dem schon auf mich wartenden Zodiac ab. Graziella schob mich recht unsanft auf den Platz, ungnädig so lange auf mich warten zu müssen. Hola, wer wartet denn hier schon den ganzen Tag? Erst später erfuhr ich von Danny und Chelsea, ein junges Pärchen aus London, dass sie schon den Tag über mit Graziella unterwegs waren; wenn man dies denn gesagt bekommen würde!

Zuerst waren wir statt 16 Leute nur zu Dritt auf dem Schiff „Floreana“, ja mein Schiff hieß genau wie die Insel, die ich gerade besuche. In der Nacht folgten noch Luisa und Bastian aus Berlin, wie alle später folgenden auch sehr jung.

Auf dem Schiff angekommen, war ich natürlich überglücklich eine Kabine für mich alleine zu haben, so unglaublich klein und das Bad sehr offen und direkt.

Die Glocke, sie sollte für die nächsten 7 Tage unser Kommando Ruf werden, läutete zum Dinner. Vor uns stand eine sechs köpfige Crew in blitze weißen Dress, einem kleinen Glas Wein in der Hand um uns „Drei“ zu begrüßen. Graziella meinte nur, dies sei der einzige Moment die Crew so zu sehen. Wieder war es ein junger Jose, der sich als der Freundlichste entpuppte und zu meinem ganz persönlichen Fan wurde. Zuständig war er für uns Gäste im Service, somit bekam er all unsere Vorlieben … mit.

Unser Dinner startete mit einer Art Spargelsuppe, angereichert mit Champignons. Nach meinem Bananen Tagesmenu das Erste was ich wieder zu mir nahm. Prompt gingen wieder meine Bauchkrämpfe los und der unvermeidliche Weg in meine Kabine. Wie gut, dass ich dort alleine schlief.

Am Tage waren wir meist unterwegs oder im Wasser, so entschied ich mich für den ersten Tag erst einmal zu fasten und trank nur meinen Magen Tee, Wasser und nahm eine der Hammertabletten, um überhaupt von Bord zu können. Funktionierte perfekt.

Die Floreana fuhr nachts zu den nördlich gelegenen Inseln, überquerte somit den Äquator und landete auf Genovesa, einer sehr kleinen unbewohnten Insel. Am frühen Morgen machten wir, inzwischen zu Fünft mit Graziella unsere erste Wanderung vom Strand aus durch Lava Felsen und Mangroven. Was für herrliche Vögel bekamen wir hier zu sehen, Frigate Birds, die Männchen mit ihren großen roten Blasen unter dem Schnabel, die blau und rot füßigen Bobbies, Nazca Bobbies und die knallrote „Sally lightfood Crab“, eine große Krabbe, die man überall auf den schwarzen Lava Steinen auf Galapagos finden kann. Das Schönste war, schon wie in der Antarktika, dass die Vögel kleine Küken in ihren Nestern sitzen hatten und wir sie aus nächster Nähe beobachten und natürlich fotografieren konnten.

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Frigate Bird Männchen, der sich mit seiner roten Blase aufmerksam macht und so sein Weibchen finden möchte ….

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…. hier war nur wirklich einer aktiv …

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… dieser dafür beonders schön …

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…. na iwe sieht es aus meine Herren – vielleicht ein rotes Tuch!

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Red fooded Bobby …

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mit seinem gemalten Schnabel ..

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und sein Chick …

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Blue fooded Bobbies Couple …

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….

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Sally lightfood Crab …

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… alles im Blick. Was für eine Farbenpracht auf den Galapagos!

„Nicht näher als 2 Meter heran gehen und nur auf den vorgezeigten Wegen bleiben, kein Flash benutzen ….“, so Graziellas Anweisungen in einem Ton, der nicht freundlich klang sondern zum Befehl wurde. Wir Gäste schauten uns nur an und folgten etwas angesäuert. Nein, das nimmt mir nicht den Spaß an diesem herrlichen Ort.

Zurück zum Schiff mussten wir uns sehr schnell zum Schnorcheln umziehen. Ja, was ziehe ich mir nur über meinen Badeanzug, die anderen hatten sich kurze Taucheranzüge ausgeliehen. Ich entschied mich schon wie in Malaysia nur für ein T-Shirt und die Beine schmierte ich dick mit Sonnencreme ein, sah natürlich nicht so professionell aus.

Mit dem Zodiac wurden wir ans äußere Ende der El Barranco Bucht gebracht. „Ready to go“? Beine rüber und ab ins tiefe Wasser. „Immer zusammen bleiben und wenn ihr nicht mehr könnt, wir folgen euch“! Ok, der erste Blick hinunter in die Tiefe entspannte mich sehr schnell. Wie wunderbar, so viele farbig schillernde Fische unter mir, ja ähnlich wie in Malaysia, doch viel größer. Und ich habe keine Unterwasserkamera und das als Fotografin! Danny besass eine kleine GoPro, mit der er eifrig umherfilmte. Ja, du bekommst Fotos und Videos von mir – noch habe ich sie leider nicht. Wir blieben alle dicht zusammen, die beiden Pärchen hielten sich jeweils an den Händen, ein Gefühl der Sicherheit und ich ….! Plötzlich schwammen zwei Sharks an uns vorbei. Oh je, zwischen Faszination und Schreck kommt bei uns auf, Danny wollte sie unbedingt filmen, so schwammen wir hinterher – zu diesig für die Kamera und ich war froh, sie nicht mehr sehen zu können. Ein Blick nach oben, ja der Zodiac war noch da.

Diese Situation sollte noch so manches Mal folgen, nein ich habe mich nicht daran gewöhnt! Noch eine Nachmittagswanderung durch die wunderschöne Vogelwelt von Genovesa und unser Schiff fuhr weiter nach Isla Santiago in die Sullivan Bay.

Am nächsten Morgen pünktlich zum Sonnenaufgang ging es um 6 Uhr in die Zodiacs zum anlanden auf einem Lavafluss entstanden im 19. Jahrhundert, also noch sehr jung ist, somit noch nicht bewachsen. 6 Uhr Morgens deshalb, weil es später auf dem schwarzen Lavagrund unerträglich heiß wird. Was für unglaubliche Formationen, fast als seien sie gerade erst erstarrt. Wie gerne wäre ich dort länger als gerade einmal eine Stunde geblieben, doch Graziella hatte es eilig, erzählte viel und lief ununterbrochen weiter. Wie soll man dabei gute Fotos machen. So fiel ich immer weiter zurück, hörte ab und zu, ich hätte zu folgen und Danny, der auch gerne Fotos machte versuchte noch etwas zu vermitteln. Garziella interessierte sich überhaupt nicht für meinen Wunsch Fotos zu machen, obwohl ich ihr dies schon am ersten Tag mitteilte. Eine Stunde über diesen herrlichen Platz zu klettern war einfach zu kurz, Frühstück Hunger und die Wärme schienen sie allerdings anzutreiben. Ein National Park Gesetz heißt, man darf nur als Gruppe über diese Wege laufen, meine war 200 m vor mir. Irgendwann schrie Graziella mich an, ich hätte endlich zu folgen.

Tief durchatmen, nicht wütend werden, vernebelt den Kopf; war ich aber. So schritt ich langsam in die Richtung und bekam noch einmal zu hören, dass ich bei der Gruppe zu bleiben hätte. Mit ruhiger Stimme antwortete ich ihr, dass ich nicht in der Lage sei im Laufen Fotos zu machen. Es sei ihre Aufgabe als Guide auf mich als Gast zu achten und nicht umgekehrt. Danach war Ruhe und ich machte weiter in meinem Tempo Fotos.

Mit ziemlichen Grummeln im Bauch dachte ich über diese Situation nach; noch fünf Tage mit dieser Frau als Guide, das verdirbt mir den ganzen Spaß. Ich bekam große Sehnsucht nach den begeisterten Wissenschaftlern, die uns auf der Antarktika Tour begleiteten, auch hier herrschten die gleichen National Park Gesetze, doch keiner gängelte uns derart. Ich entschloss mich zu meiner eigenen Freundlichkeit ihr gegenüber und fand mehr oder weniger mein eigenes Tempo, machte Fotos, blieb zurück, holte wieder auf und hörte manches Mal nicht hin und Graziella ließ mich in Frieden. Die jungen Leute litten mehr darunter, konnten sich nicht so abgrenzen.

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Sullivan Bay, ein Lavafluss aus dem 19. Jahrhundert, somit noch sehr jung …

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…. als ob es gerade erst erstart ist …

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Sonnenaufgang auf schwarzer Lava …

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….

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… schon von unten wurde es morgens um sieben Uhr sehr heiß.

Wir fünf hatten sehr viel Spaß miteinander, teilten unsere Erlebnisse beim Schnorcheln. Inzwischen wurden wir zu Profis, meist ging es zweimal am Tag hinaus. Sea Turtles sind meine absoluten Favoriten. Sie sind meist neugierig auf uns, tauchen etwas auf und schauen uns an, schwimmen weiter und wir folgen ihnen; ein herrliches Vergnügen diese großen Tiere so dahin gleiten zu sehen. Und ich habe keine Kamera und muss auf Fotos der anderen warten.

Eine kurze Tour zur Isla Bartolome, vor dem Pinnade Rock ankerten wir. So ging es wieder am Nachmittag zum Schnorcheln im tiefen Wasser bis an den Strand. Galapagos Shark direkt vor uns, oh nein, I am scary. Kleine Pinguine und große gelbe Rochen bekamen wir zu sehen. Später klettern wir noch den 114 m hohen Felsen hinauf und hatten einen grandiosen Blick über die Lava Landschaft.

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Auf dem Pinnade Rock mit unserer kleinen Gruppe ….

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Gigantische Lava Landschaften eröffnen sich vor uns …

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Vulkan Krater, die teilweise noch sehr jung sind …

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Pinnade Rock

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Unser Zodiac holt uns wieder ab.

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Sehr kleine Galapagos Pinguine zählen nun auch zu meiner Sammlung!

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Mächtig in die Brust geworfen!

Eine kleine abendliche Sonnenuntergangs – Schiffstour zusammen mit einem gemeinsamen Sundowner, brachte uns nach Sombrero Chino, eine kleine Insel vorgelagert von der Insel Santiago, die wie ein chinesischer Hut aussieht.

Den nächsten Morgen begannen wir mit einer Wanderung zu den Sealions und den schwarzen Sea Iguanas. Verwöhnt durch wiederum die Antarktika, beeindruckten mich die paar Sealions zuerst nicht sehr, doch die Iguanas mit ihren Urzeit Gesichtern wurden fortan zu meinem Lieblingsmotiv. Erst meint man sie nur hier zu entdecken, doch überall auf den noch folgenden Inseln bekamen wir sie zu Gesicht.

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Fortan begann genau diese folgende Mischung aus einer Tiervielfalt und Landschaft …

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Galapagos Seals sind kleiner als die in der Antarktis, doch nicht minder putzig anzuschauen.

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Sally Lightfood Crab oft in Gemeinsamkeit mit Leguanen und Seals …

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ein sehr junges Pup …

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in grandioser Landschaft …

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Sea Iguana in immer unterschiedlicher Zeichnung …

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auch neugierig …

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zwei Pups …

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in diesen Farben …

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und einem Urzeit Tier!

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Hola, ich bin auch noch da …

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…. und wir können auch schwimmen …

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und ganz viel Denken ….

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… und wir spielen lieber …

Wieder eine Schnorchel Tour folgte – Shark direkt unter uns und viele farbige Fische in wunderbar türkisen Wasser. Schiffstour bis nach Santa Cruise, „Whales Bay“, auch hier wurde vor langer Zeit auf Wale Jagd gemacht. Wanderung durch tiefes Gebüsch, in denen wir zwei Giant Turtle sehen konnten.

Weiter ging die Tour bis in den Süden von Isla Isabela nach Puerto Villamil, fortan war unser ruhiges Leben vorbei, Luisa und Sebastian verließen uns, dafür kamen 13 weitere junge Leute auf die Floreana, die schon vorher nicht viel Platz für Privatsphäre ließ. Meine Kabinen Mitbewohnerin hieß Alex und kam aus Vancouver, jung und laut! Haha, Humor ist angesagt. Gleichzeitig war dies der Moment an dem ich entschloss an diesen Trip noch eine zweite Woche in Galapagos anzuhängen und auf eigene Faust zu erkunden. Das ständige Umherziehen reicht mir fast und die Südinseln fehlen mir noch.

Gerade ist hier auf Floreana eine Tagestour Schiffsladung Tagestouristen gelandet, mit denen ich nun unweigerlich zurück fahren muss, sie schnorcheln nun direkt mit dem toten Seelöwen vor der Nase – nichts für mich! Ich habe durch schon wieder einsetzenden Regen und einen toten Seelöwen direkt in meiner Bucht beschlossen diese Insel heute schon wieder zu verlasen, sonst müsste ich noch zwei weitere Tage bleiben, morgen fährt kein Schiff. San Cristobal wird somit morgen früh mein nächstes Ziel sein.

Gleich in dieser Nacht lief die Floreana Richtung San Fernandina, Punta Espinoza aus, laut Graziella eine der schönsten Flecken in den Galapagos. Inzwischen wurde es für mich nicht mehr wichtig, wo ich auf Galapagos war, das was ich zu sehen bekam war einfach großartig. Einige Tiere wiederholten sich und beim Schnorcheln musste man jetzt aufpassen nicht mit anderen zusammen zustoßen. Ja, wieder Revolte gegen den ausnutzenden Tourismus wurde in mir wach; dieses Boot war eindeutig zu klein für 16 Gäste und 6 Crewmitgliedern plus Guide, die auch noch eine der besten Oberkabinen bewohnte.

Wie überall finde ich trotzdem meinen eigenen Weg und ruhige Plätze. Die Mahlzeiten konnte ich dank meiner immer noch anhaltenden Bauch Probleme verkürzen, denn die Mahlzeiten waren für meine Ohren unerträglich laut. Bei den Ausflügen blieb ich schon von Anfang an zurück, so konnte ich auch die Geräusche der Natur hören ohne ständiges Geschnatter und beim Schnorcheln löste sich das Problem meist schon durch schnelleres Schwimmen und Danny und Chelsea zählten mit mir zu den schnelleren. Zweimal schwamm ich die lange Strecke zum Schiff zurück, Sport mit super Aussicht am Grund des Meeres und die Anerkennung der Crew on Top.

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Schnorcheln wie hier in der Ankerbucht vor Isla Isabella. Links unser Schiff Floreana.

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Nicht hübsch aber zweckmässig, im Hintergrund Danny und Chelsie.

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Bis zum Schiff geschnorchelt war schon ein langer Weg; das Tempo hielt ich schon alleine bei der Vorstellung, unter mir könnten Sharks schwimmen!

Unsere Route führte mich um die Isla Isabela herum wieder bis nach Santiago zurück. Sea-lions und sehr viele Sea Iguanas, Pinguine und wunderschöne einsame Strände bekamen wir noch zu sehen. Schnorcheln konnte wir reichlich, leider hat mir zusammen mit dem salzhaltigen Wasser und Sonne dies meine Lippen verbrannt, was zum Feuer beim Schnorcheln geworden ist. Den letzten Tag hielt ich mich daher etwas zurück und genoss die Freiheit an einem der schönsten Strände auf Isla Rabida für mich faulenzende Sealions und Nistplätze der Blue footed Bobbies zu beobachten. Mitten am Strand wurde ich von Graziella im Zodiac aufgegabelt ohne ein Wort des Vorwurfs! Am Morgen des letzten Tages fragte sie nach meinem Alter, fortan bekam ich nur noch Gutes über mich zu hören. So fit und noch so gut aussehend, Oh lala, so kann sich das ändern.

In meinem kleinen Büchlein schrieb ich die letzten Tage nur Adressen einiger meiner jungen Mitreisenden hinein, Fotos teilen, mein Facebook sichten ….! Am 17. März morgens um 8 Uhr war unser Cruise zu Ende. Wecken um 6 Uhr, da fährt das Schiff zweimal um die Isla Daphne, eine Insel ohne Anlandungsmöglichkeit herum und einigen Nistplätzen der hiesigen Vögel. Der Sonnenaufgang auf den Galapagos ist unglaublich. Ein roter Ball steigt aus dem Meer empor und beleuchtet um sich herum alles in tiefem Rot.

Um acht Uhr wurden wir ziemlich schnell auf der Seite des Flughafens auf Isla Baltra abgesetzt, sehr umständlich für uns, nur zwei flogen auch gleich ab. Der Rest musste irgendwie nach Santa Cruise kommen, diese wieder queren bis nach Puerto Ayora. Eine Unterkunft hatte ich auch noch nicht. Der Abschied von der Crew war sehr herzlich und Jose umarmte mich endlos lange. Mir war gar nicht bewusst, was ich für einen Stellenwert an Bord hatte. Als einzige Frau und noch in meinem Alter zwischen den Jungen hatte ich mich wohl mehr als behauptet, selbst Graziella verabschiedete mich vor der ganzen Gruppe mit all ihrer Anerkennung, die sie am Ende für mich aufbrachte. So war also meine Strategie, ihr einmal kurz klar zu machen, wer hier Gast ist, danach freundlich aber bestimmend zu bleiben, die Richtige. Ich hatte meine Ruhe und den Frieden.

Besonders wichtig ist hierbei, niemals mit Wut im Bauch jemanden entgegen treten, dem man etwas wichtiges zu sagen hat; es werden bestimmt die falschen Worte und der Ton zu bissig. Irgend etwas Anerkennendes findet man bestimmt über diesen Menschen, dies zu erwähnen sollte nicht schwer fallen und danach kann man seinen Standpunkt viel leichter darlegen.

Erst standen wir brav wartend am Flughafen, Graziella war verschwunden. Der erste Bus ignorierte uns, der zweite ebenfalls. Das reichte mir und so ging ich in den Flughafen, entdeckte dort Graziella mit den anderen Flugästen. Was können wir tun, dass uns endlich ein Bus mit nimmt? Ja, geht einfach hin und sprecht sie an. Das hätte sie uns auch schon gleich sagen können, wieder typisch!

Den nächsten Busfahrer fragte ich somit direkt. Er winkte mir zu, ich solle einsteigen. Die anderen auch, ja ja, ok! Schon brauste er los. Am Kanal, den wir mit einem kleinen Boot überwinden mussten, wartenden schon andere Gäste um umgekehrt zum Flughafen zu kommen, nutzten die vordere Tür um einzusteigen, die hintere blieb verschlossen. Ja, wie sollten vielleicht erst einmal aussteigen können, der Busfahrer ward nicht mehr gesehen. Also schoben wir unsere gesamtes Gepäck gegen die Einsteigenden nach vorne, die somit zurückwichen. Was für ein Stress, doch leider eine typische touristische Unart hier auf Galapagos. Man hat bezahlt, danach kann man sehen wo man bleibt, diese Geschichte habe ich öfters gehört.

Auf der anderen Seite wieder das Gleiche wie bei meiner Ankunft. Taxifahrer schreien uns 3 $ entgegen bis nach Puerto Ayora. Wir alle hatten schon die Erfahrung hinter uns, am Ende kommen 18 $ heraus. Also stiegen wir in den lokalen Bus, Gepäck dieses Mal unten in die Stauräume. Da saßen wir 14 nun in der Sonne und warteten auf den Start. Draußen schrien immer noch die Taxifahrer 3 $. Danny rechnete und meinte, bevor wir hier alle schmoren, können wir uns doch drei Taxis teilen. Ja, nichts wie raus hier – Kofferklappen waren geschlossen, ohne unsere Taschen kamen wir hier nicht weg. Ein Gewirr von Menschen umschloss uns, meist die Taxifahrer und irgendjemand bekam die Klappen dann geöffnet. Nun ging die Schlacht um die Taxis los; hier, nein hier …..! Ein Polizist kam dazwischen und verbot den Taxidrivern fünf Leute auf einmal mitzunehmen. Plötzlich wollten diese mehr Dollars, eine endlose Tirade. Irgendwann saß ich mit Alex aus Vancouver und Jess und Alex aus London im Taxi in Richtung Puerto Ayora, allerdings um mein Leben bangend. 130 km fuhr dieser Taxidriver mit uns über die Landstraße, erlaubt waren 80 km.

Da ich jetzt noch schreibe, bin ich gut angekommen, habe gleich eine Bleibe für 25 $ in der zweiten Reihe vor dem Meer gefunden und genoss die Stille; Geräusch empfindlich war ich etwas geworden. Das Brummen des Motors auf dem Schiff und die lauten Unterhaltungen oder gar Nachts der Fernseher der Crew, wirklich Geräuschlos war es in den letzten Tagen nur beim Schnorcheln.

Nun wollte ich erst einmal Puerto Ayora und die nähere Umgebung erkunden und einfach nur einmal schwimmen gehen ohne Abenteuer. Zuerst wollte ich mir eine Unterwasserkamera leihen, kam in ein Geschäft, dass auch Unterwasser Handytaschen verkaufte. Ja, dies ist vielleicht die bessere Idee. Nicht wirklich, die Tasche ist zwar Wasserdicht, doch unter Wasser nicht einfach zu bedienen.

An dem ersten Tag verbrachte ich meinen restlichen Tag an der kleinen Bucht vor dem teuren Hotel, ging schwimmen und tat nichts. Danny und Chelsea kamen noch vorbei und erzählten mir von einem großen Mehrwasser Pool 2km entfernt. Dahin machte ich mich später auf und lief durch einen Kakteenwald, einer Lagune und erklomm einen Felsen. In dieser Felsspalte befand sich eine Art Fjord indem zig Leute eng umher schwammen – interessant zu sehen, doch nichts für mich.

Einen wunderbaren Abend verbrachte ich auf dieser Seite mit Blick auf den Hafen in einem herrlichen Lokal; richtig Appetit hatte ich nach lange Zeit wieder einmal. Von hier hat man einen Blick auf all die anderen Cruise Schiffe, meist der höheren Klasse. Be- und entladen wurden auch sie über Zodiacs, alle gefüllt bis auf den letzten Platz.

Galapagos hat man leider nicht für sich alleine – trotzdem möchte ich diesen Abschnitt nicht einen Tag missen!

Neben meinem Tisch wurde es lebendig, drei lebenslustige junge Frauen setzten sich an den Nachbartisch. Endlose Fotos, Selfies machten sie mit großem Gelächter, ja und ihre Sprache kam mir bekannt vor. Tatsächlich kamen die Drei aus Hamburg, Andrea, Hilke und Sara, Lehrerinnen aus Blankenese, die gerade ihre Märzferien hier verbrachten.IMG_3530

Oh je, Hamburg kommt jetzt schon so dicht zu mir, dabei habe ich doch noch endlos Zeit hier in Ecuador – ein merkwürdiges Gefühl überkam mich. Plötzlich dachte ich darüber nach, das mein Auto wieder angemeldet werden müsste – nein hat noch Zeit.

Eine herrliche Fischsuppe genoss ich, während die Drei sich dabei meine Reisegeschichten anhörten, Fischsuppe schmeckte auch kalt. Immer mehr wollten sie hören, plötzlich war ich wieder im Kaschmir im Zelt mitten zwischen den 300 Schafen oder kletterte keuchend im Himalaya umher, selber wurde auch ich ganz aufgeregt – dies war doch schon so lange her.

Diese drei Frauen, meine neuen Fans, wie sie selber sagten, sitzen wohl nun schon fast wieder Richtung Hamburg im Flieger und müssen morgen direkt Abiturienten Mathematik beibringen. Ein wunderschöner Abend.

Den nächsten Morgen machte ich mich zur Darwin Station auf, eine Station, die sich für die Giant Turtles und den Land Iguanas stark machen, diese züchten und später wieder auswildern. So bekam ich endlich diese wunderbaren farbigen Land Iguanas zu sehen, die man auf Galapagos in Freiheit kaum noch entdecken kann. Auch sie gehören für mich zum Bild von Galapagos.

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Land Iguanas, die man in Freiheit nicht mehr entdecken kann …

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Unglaubliche Gesichter, hier das Weibchen ….

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und das Männchen!

Es war sehr heiß und ich wollte unbedingt schwimmen und so lief ich genau in die andere Richtung bis zur Tortuga Bay, mitten im National Park. Wieder ging der Weg durch einen Kakteenwald, wunderschöner 2,5 km Schweißtreibender Weg, bis ich auf eine unglaubliche Öffnung zukam. Vor mir lag eine Bucht mit fast weißem feinem Sand und Türkis farbigem Meer. Badeverbot bekam ich schon am Gate zu hören, doch diese kleinen Wellen luden nicht nur mich ein, auch andere sprangen darin herum.

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Schon der Weg dorthin wurde spannend durch diesen Sonnenbadenden Heron …

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und die wunderschönen Kakteenwälder.

Die leichte Abkühlung tat sehr gut und ja, die Strömung ist hier tatsächlich sehr stark. Der weiße Strand wurde durch tief schwarzes Lava Gestein unterbrochen, darauf krabbelten wieder die knallroten Sally Lightfoot Krebse umher. Weiter lief ich am Wasser entlang bis zu einer Mangrovenbucht. Hier wimmelte es nur so von Sea Iguanas jeglicher Größe, die sich im weißen Sand bestens abhoben. Das kleine Türkise Becken lud wieder zum Baden ein.

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Tortoga Bay, da bekomme ich jetzt noch Sehnsucht wieder hin zukommen! …..

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Mongroven …

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und auch diese meiner Lieblinge waren überall zu sehen …

Erst später bemerkte ich, dass die Menschen noch weiter gingen und nicht wieder zurückkamen. Ok, da muss also noch mehr sein. Versteckt zwischen Mangroven lag eine riesige Bucht mit ganz stillem Wasser. Im Schatten verweilten all diese Menschen, meist mit Picknick und Flüssigem. Hier war es mir zu voll, obwohl es nicht wirklich überfüllt war, es zog mich wieder zurück zu dem kleinen Becken. Hier hatte ich ein ruhiges Plätzchen und konnte gleichzeitig das raue Meer mit seinen ins Wasser stürzenden Pelikanen beobachten.

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Pelikan beim Fischfang …

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Und dieser Reiher ließ sich nicht von mir beim Baden stören.

Den Abend verbrachte ich noch einmal bei der leckeren Fischsuppe, dieses Mal heiß und wieder saß eine deutsche Familie neben mir. Diese war allerdings alles andere als fröhlich. Eine Mutter stritt sich mit Sohn oder Tochter, vielleicht ein Pärchen und Mutter hatte immer Recht. Nein war ihr Lieblingswort. Ich konnte mich kaum bezwingen dort nicht einzugreifen! Nein, ich will nicht zurück in das meckernde Deutschland!

Für die letzten Tage auf Galapagos hatte ich mich entschieden noch eine andere Insel zu besuchen, Isla Floreana, wo ich mich jetzt nur noch kurz befinde. Mit einem Schnellboot und kleinem Gepäck fuhr ich gestern Morgen um 7 Uhr ab Puerto Ayora Richtung Floreana. Ein Zimmer hatte ich mir noch nicht gebucht, allerdings war die Auswahl nicht wirklich sehr groß. Gelesen hatte ich über die Historie dieser Insel schon reichlich. 1929 siedelte sich ein Arzt aus Deutschland mit seiner Geliebten dort an, später folgte die Familie Wittmer, die noch heute auf der Insel lebt. Als sich noch eine Baroness mit ihren zwei Geliebten dazu gesellte, wurde es aufregend und ungemütlich auf Floreana, dass noch heute zu wilden Spekulationen führt. Hierzu wurde kürzlich ein Artikel in der Welt veröffentlicht, wer also wissen möchte was aus den Menschen dort geworden ist, kann diesen spannenden Bericht  nachlesen.

Nachdem ich nach zwei Stunden endlich von diesem lauten Schnellboot herunter war, landete ich an einer Pier, die auch hier mehr den Seelöwen und Iguanas gehörte. Nur mit meinem Rucksack bepackt wanderte ich die Sandstraße entlang, irgendwo sollte es doch eine schöne Bleibe für mich geben, nur wirklich einladend sah es hier nicht aus. Schon etwas unwillig kam ich um die Ecke und wurde von einer blonden Frau auf Englisch angesprochen, auch keine Selbstverständlichkeit hier. „Suchen sie ein Zimmer“? „Ja“! So war ich ganz schnell bei der Familie Wittmer gelandet, Erika, die heutige Besitzerin hatte mich angesprochen. Zimmer waren genügend frei und der Blick war einfach herrlich, direkt an der schwarzen Sandbucht aufs Meer. Schon schnell sprach Erika mit mir Deutsch, ebenso ihre 78 jährige Mutter Ingeborg. Beide sind sie auf Floreana geboren, die Deutschen Wurzeln haben sie nie ganz hinter sich gelassen.

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Santa Cruise lasse ich hinter mir …

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um auf der Regenreichen Floreana zu landen …

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Mein Schreibplatz im Hotel Wittmer bei Erika, die heute das Hotel leitet.

Gestern konnte ich gerade einmal einen Kletterspaziergang entlang der Küste machen, danach ergoss sich der Himmel über mir und hörte erst spät wieder auf. Inzwischen scheint wieder die Sonne und ich sitze schon den ganzen Morgen vor meinem Zimmer mit Blick auf die herrliche Bucht – was für einen schönen Platz zum Schreiben.

Trotzdem werde ich heute wieder zurückschippern, die Infrastruktur ist mir zu wenig und Boote, laut Lonely Planet zu den herrlich angepriesenen Plätzen fahren nicht, niemand hat eine Lizenz vom National Park. So hoffe ich heute noch einen Schlafplatz in Puerto Alyora bei meinem Gepäck zu bekommen und morgen früh mit dem Schiff nach Isla Cristobal fahren zu können.

Die Rückfahrt mit dem Schnellboot nach Puerto Ayora war eher ein unfreundliches Vergnügen, eingepfercht zwischen zu vielen Leuten auf diesem kleinen Boot mit zwei riesigen lauten Motoren. Unterhalten und bewegen kann man sich nicht, nur aufs Wasser starren. In meinem Hostal fand ich mein Gepäck in einem Schrank wieder und bekam ein Bett in einem Zimmer, das zwar Fenster hatte, doch dahinter begann nach 10 cm das nächste Haus – Bauvorschriften scheint es hier nicht zu geben.

Am Abend traf ich noch einen weiteren Gast unseres Cruises wieder, Joseph aus London stolperte über meinen Tisch. Er hatte gleich im Anschluss noch eine drei tägige Tour gebucht, ging allerdings mit einem Zodiac dabei unter. Ein Schnellboot hatte sie versänkt, wie ich diese Dinger hasse.

Einmal muss ich noch nach San Cristobal damit fahren. Die Fahrt mit dem Schnellboot, diesmal gleich mit drei Motoren war wieder kein Vergnügen. Um mich herum wurden gleich mehrere Seekrank und hingen entsprechend über ihren Tüten und das Boot hatte auch schon einmal bessere Tage gehabt. Weiter nachdenken habe ich mir verboten.

So manche Bemerkungen (22. März) über meine Rückkehr nach Deutschland befinden sich noch in meinem kleinen Büchlein, sicher interessant, was so die nächsten Tage mir noch so in den Kopf kommen mag. Eines tue ich auf jeden Fall nicht – Tage zählen!

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Wer hat hier wohl das Vorrecht? Noch auf Santa Cruise, kurz vor meinem Trip nach San Cristobal.

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Und auf San Cristobal ist die Sache schon eher eindeutig …

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The Sealions spend there night at the pier of San Cristobal …., a nice spot every evening – but the smell ……………?

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24. März in San Cristobal

Nun habe ich doch die Tage gezählt, unglaublich wie schnell jetzt die Zeit vergeht. Der Familie Wittmer bin ich auf Umwegen treu geblieben, Erikas Schwester Trulli lebt mit ihrem Mann Ivan auf San Cristobal, wo ich mich jetzt befinde. Auch wenn Trulli bei ihrem Sohn in Quito ist, so werde ich besonders nett von Ivan versorgt. Englisch spricht er kaum, so verständigen wir uns wieder einmal mit meinem grausamen Spanisch und dem Übersetzungsprogramm.

Eigentlich hatte ich für heute einen Bootsausflug gebucht, diesen allerdings wieder absagen müssen, da ich mir gestern eine Fischvergiftung eingehandelt hatte, die mich komplett matt gesetzt hatte. Kein Vergnügen, Ivan mein Hostelbesitzer, wollte mich schon ins Hospital bringen! Hilfe, nein – nicht noch so ein Hospital wie in Indien. Mag sein, dass auf Galapagos die Krankenhäuser besser sind? Meine eigene Rezeptur brachte mich inzwischen wieder auf die Beine, zum Teil noch aus den Seglerjahren stammend. Um die Galle wieder zu beruhigen, hilft bei mir ein Schluck warmes Bier, Wasser und Tee nicht. Ist es die Hefe im Bier, keine Ahnung, auch dieses Mal hat es geholfen. Ivan wollte mir erst keines besorgen – Hospitale ….! No ….! Allerdings konnte ich mich danach nicht auf den Beinen halten, also musste der nächste Trick her, eine leichte Brühe. Wieder schwang sich Ivan auf sein Fahrrad, kam mit einer Hühnersuppe, Wasser und einem Energiegetränk zurück. Diese Mischung zusammen mit einer Tablette aus meiner Reiseapotheke hat mich ohne „Hospitale“ wieder auf die Beine gestellt. Heute Morgen freute sich Ivan darüber so sehr, dass er dies gleich jedem erzählte, …. ohne Hospitale! Nun sitze ich im Schatten und habe Zeit zum Schreiben, Zeit auch deshalb, weil ich nochmals meinen Flug nach Quito verschoben habe. Durch diese zwei Tage des Schwächelns habe ich meine Ausflüge verschieben müssen, somit verbringe ich Ostern auf Galapagos.

Auf San Cristobal bin ich schon um 9 Uhr morgens gelandet und wurde von Ivan abgeholt. Zusammen mit meinem ganzen Gepäck zogen wir zehn Minuten an Malecon, so heißen hier die Promenaden entlang, vorbei an grunzenden Seelöwen, die nach ihren Jungen suchten. In dieser Bleibe zählt die Freundlichkeit und seit gestern vor allem die Hilfsbereitschaft und Ruhe habe ich hier auch zum Schlafen.

Leider ist der Regen von Floreana mir hinterher gereist – seit Wochen der erste Regen, so die Aussage eines jungen Mannes von einem Diving Center, wollte mir gerade „Schnorchel Gear“ ausleihen, gerade gut nutzbar als Regenmaske. Stattdessen sitze ich gerade gegenüber bei einem Drink und warte ab. Einmal raus und man braucht keine Dusche mehr.

Die Hauptattraktion sind die vielen Seelöwen, die sich im Hafenbecken und entlang der Malecon von „Puerto Baquerito Moreno“ tummeln. Auch sie hinterlassen hier so manche Duftmarken, die bei diesem Platzregen zum Glück abgewaschen werden. 5 cm hoch fließt gerade das Wasser die Straße entlang. Die Menschen hier sind glücklich darüber, endlich füllen sich die Zisternen wieder.

Durch diese Zwangspause fing ich wieder mit dem Nachdenken an; Nein, nicht die bleibenden Tage errechnen! Ein kurzer Anflug überraschte mich. Mir wird immer mehr bewusst, dass meine Weltreise das Jahr bald „vollendet“, doch gerade dieser Punkt ein „Anfang“ darstellt. Ein Anfang großer Veränderungen, Neuerungen, Umsetzungen meiner vielen auf der Reise gewonnenen Ideen! Ja, für mich beginnt ein „Neues Zeitalter“, Zeitrechnung, mit neu entdeckter Wahrnehmung und reichhaltiger Erfahrung! Mit einem riesigen Geschenk an mich selber kehre ich zurück zu meiner Familie – ob Deutschland mein ständiges Zuhause bleibt, das kann ich mir von hieraus nicht vorstellen, da wird es verschiedene Lösungen geben! Mit reichhaltigem Gepäck, das kein Gewicht hat, werde ich in Hamburg landen. Das Einzige was mir gleich wichtig sein wird, ist meine Beweglichkeit, mein Fahrrad und Auto – der Rest findet sich!

Ja, zum ersten Mal freue ich mich auf diesen Moment des „Neustarts“ und auf meine Familie! Was für ein wunderbares Ergebnis meines Einjährigen Umherziehens durch die südliche Halbkugel unserer Welt. Auf dieser gibt es noch weitere Jahre viel zu entdecken! Hurra, ich liebe das Leben, mit all seinen Facetten!

Nun ist meine Zwangspause der Reflektion zu Ende, die Sonne scheint wieder und ich starte zu meinen Ausflügen.

Die ersten zwei Tage habe ich mich auf eigene Faust an die jeweiligen Seiten um Puerto Baquerizo Moreno aufgemacht. Den ersten Tag stieg ich auf bis zum Berg Tijeretas, der mir einen herrlichen Blick über das Meer bot. Doch besonders schön war die Bucht genau unter mir, mit dem herrlich klaren Wasser. Eine riesige Meeresschildkröte schwamm nach oben und wurde zu einem herrlichen Fotomotiv. Die Fregattvögel hatten ihre Nester direkt unter mir, wenn sie flogen konnte ich sie von oben beobachten, eine Vogelperspektive der besonderen Art! Unten in dieser Bucht wäre ich wirklich sehr gerne geschnorchelt, doch der Luxus einer Schnorchel Ausrüstung, den wir an Bord hatten, lag hier nicht vor und ohne zu wissen was unter mir los ist, gehe ich nicht ins tiefe Wasser – könnte ja ein Shark unter mir schwimmen!

Am nächsten Tag machte ich einen weniger erfolgreichen Ausflug Richtung La Loberia, sollte eigentlich wunderschön sein. Da bin ich doch schon zu verwöhnt, besonders die unbewohnten Teile der Inseln sind weit aus attraktiver. Gerade fünf Minuten hatte ich mich an einem der kleinen Buchten niedergelassen, als auch noch der Regen anfing. So packte ich alles wieder zusammen und lief im strömenden Regen zurück. Meinen Rucksack und zum Teil auch mich schützte ich mit einem sehr dünnen Cape, das ich noch in Hamburg bei Budni gekauft hatte. Seit elf Monaten habe ich dieses kleine Paket im Rucksack mit mir herum getragen, um es nun auf den Galapagos zu nutzen; sehr komisch.

Schnell hatte ich auch hier meinen Lieblingsplatz direkt bei den grunzenden Seelöwen mit entsprechendem Duft gefunden, ein kleines Café-Restaurant am Wasser. Irgendwie erinnerten mich die Seelöwen an mein Erlebnis mit den Schafen im Himalaya, die mich eines Morgens genau so meckernd wie grunzend geweckt haben. Gerade spazierte ein Pup an mir vorbei, noch so klein, es suchte seine Mama, doch ein Zaun zum Strand hinderte es daran. Hoffentlich findet es sein Weg, heute Morgen wurde hier schon eines tot geborgen. Ja, und wer sitzt denn da hinter mir? Die Alex, meine Kabinennachbarin aus Vancouver, jetzt schon zum zweiten Mal treffen wir uns. Herzliche Umarmung angesichts dieser wiederkehrenden Überraschung, immerhin waren wir beide schon auf völlig anderen Inseln gewesen.

Eine lustige junge Truppe hatte sie um sich, mit der ich gleich in ein herzliches Gespräch kam. Zwei kamen aus Deutschland, eine Holländerin und zwei Israelinnen, Chen und May, mit denen ich mich gleich sehr intensiv unterhielt. Nachdem sie ihre Pflichtjahre bei der Israelischen Armee absolviert haben, gingen sie erst einmal auf Reisen. Chen will danach Medizin studieren, May war sich noch unsicher. Beide sind gerade einmal 22 Jahre alt. Als ich meine Bedenken äußerte Israel zu bereisen, obwohl es sehr interessant ist, schilderte mir Chen die Lebenssituation sehr genau. Man muss sich daran gewöhnen vor jedem Einkaufszentrum oder jeglichen öffentlichen Raum seine Taschen durchleuchten zu lassen, doch ansonsten sei das Leben wie überall. Ihre Kontaktadressen sind ebenfalls in meinem Büchlein gelandet.

Nachdem ich heute zum Glück meine Gesundheit wieder erlangt habe, werde ich ab morgen wieder unternehmungslustig sein und eine Boots Tour unternehmen, Schnorcheln inklusive!

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Doch diese einmaligen Bilder möchte ich nicht vor enthalten …

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….. der Kommentar steht eins tiefer!

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Die Flamingos auf Galapagos zeigen eine besonders starke Farbe auf, die nur durch den Kriill, den sie fressen entsteht…

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gesehen auf der Isla Isabela …

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….

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Abendliches Wäsche trocknen an Bord und …

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Sonnenaufgang jeden Morgen um sechs Uhr!

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Auf ein Neues bald – back home!

Meine kulturreichen und großartigen Erlebnisse in Peru werden mich immer bewegen!

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Titicacasee

9. März, inzwischen schon in Ecuador!

Lange blieb es stumm auf meinem Blog. Ja, ich war sehr viel mit dem Reisen durch eine fantastische Kultur in Peru beschäftigt, zahlreich an Erlebnissen und tiefen Eindrücken. Zum Schreiben kam ich kaum, vor allem nicht regelmäßig. So springe ich ein wenig durch meine eigene Geschichte dieser Reise. Mein letzter Monat eines ganzen Jahres bricht bald an – geniessen werde ich diesen, nun schon in Ecuador, aus vollen Zügen!

24. Februar, in Arequipa.

Neun Tage liegen schon wieder zwischen dem letzten Eintrag meiner Reisegeschichte. Umhergezogen bin ich reichlich im südlichen Peru; keine Zeit zum Schreiben. Schnelle Einträge in mein kleines Büchlein, das immer mit mir umher zieht, werden mir bei meinen Erinnerungen helfen die Fülle der letzten Tage aufzuschreiben.

Eine Aussage, die mich gerade hier in Peru beschäftigt: Es gibt auf dieser Erde keinen Platz der uns absolute Sicherheit beschert. In der westlichen Welt versucht die IS mit Terror zu beherrschen, das uns in Europa die tausenden von Flüchtlingen beschert. Naturgewalten, so wie in den Anden, Nepal oder Neuseeland schwere Erdbeben und Vulkanausbrüche, geben uns Grenzen auf, Grenzen die uns immer wieder daran erinnern nicht Unsterblich zu sein. Die Frage bleibt nur, wie gehen wir damit um?

Besonders in Peru, ein hoch kulturelles Land, das noch heute an die Inka Kultur andockt, wie kein anderes Südamerikanisches Land. Armut und Reichtum klaffen hier so unglaublich stark auseinander. Fährt man mit dem Bus in eine dieser vielen Städte hinein, möchte man dort eigentlich gar nicht hin. Doch kommt man in der Mitte an, meist am Plaza de Armaz, wird man angesichts des Kultur Reichtums ganz schweigsam. Noch heute leben die Nachfahren der Inkas diese Kultur, besonders in den Anden nach, zum Glück ohne ihre Kinder zu opfern.

Schockierend, so wie beeindruckend war es für mich in dem „Sanctuaries Anden Museum“ in Arequipa die Geschichte der Kinderopfer und ihre Mumien zu sehen, waren doch die Inka jener Zeit im Glauben, die Götter, die die Vulkane zum kochen brachten, mit diesen unglaublichen Kinderopfern zu besänftigen. Noch bis heute haben sie sich nicht besänftigen lassen. 2001 wurde Arequipa beträchtlich durch ein Erdbeben zerstört, ein Turm der wunderschönen Kathedrale stürzte ein. Die Aussage der Bewohner,: Ja, wir leben täglich damit, irgendwo wackelt es immer.

Juanita, das wunderschöne Mädchen von dem „Vulcano Ampato“ wurde nach einem Ausbruch des Nachbar Vulkans durch dessen warme Asche im Eis frei gelegt. Weitere Ausbrüche legten insgesamt 17 Kinder Mumien frei, die seit 1989 mit dem Projekt „Santarios de Altura del Sur Andimo“ zusammen mit der Catholic University in Arequipa erforscht und weiterhin im Eis konserviert werden. Tief beindruckend!

Die Bauweise der Inka, zylindrisch Türen und Fenster zu errichten, bewährt sich schon seit Jahrhunderten, halten auch größte Erschütterungen stand. In diesem Teil der Anden, im südlichen Peru stolpert man fast über die Inka Kultur. Machu Picchu, Klöster, die zwar von den Spaniern übernommen wurden, alte Terrassenbauten an den endlosen Hängen der Anden, Tempel, Aquädukte, Mauerreste ……! Jede Stadt hat mindestens ein Museum, welches sich mit dieser Zeit auseinander setzt, der Hochkultur der Inka. Wenn man sich tiefer mit Perus Kultur beschäftigt stößt man unweigerlich auf noch viel frühere „Pre Inka“ Kultur, davon werde ich noch viel zu sehen bekommen.

Auch wenn es überall wackelt oder Vulkane tätig sind, die Peruaner bleiben ein fröhliches Volk mit ihrer Musik und den Rhythmus, zusammen mit ihren farbigen Trachten, denen man überall begegnet, trotz oder wegen der Moderne, die auch hier aktiv Einzug nimmt.

Peru zählt zu einem meiner Lieblingsländer meiner Weltreise!

Seitdem ich Machu Picchu und Cusco verlassen habe, bin ich durch viele unterschiedliche Gebiete in denHochanden gekommen. Meine 10 stündige Bustour von Cusco nach Puno mit seinem Titicacasee führte mich immer weiter hinauf. Dabei konnte ich wunderschöne Kirchen besichtigen, wieder ohne Fotoerlaubnis, San Pedro in Andahuuaylillas, aussprechen kann ich dies nicht. Spanische Wandmalereien vermischen sich mit der indigenen Kultur, wunderschön zusammen gefügt. Prächtige Gold und Silberaltare zusammen mit spanischen Gemälden schmücken diese Kirche aus.

Lange fuhren wir einem Hochtal entlang, begleitet von einem reißenden Fluss, der auch bis Machu Picchu fließt, bis dahin seinen Namen dreimal wechselt. Neben dieser Straße fährt auch der PeruRail mit seinem Luxuszug von Cusco nach Puno. Bei diesem Bau waren auch die Engländer beteiligt, die gleichzeitig dieses Tal mit Eukalyptuswäldern bepflanzten, heute ökonomisch für Peru sehr wichtig.

Weiter führte unser Weg zu der Inka Tempelanlage Raqchi, die direkt am Inka Trail liegt. Der Inka Trail ist 5300 km lang, startet in Kolumbien führt über Ecuador nach Peru und Bolivien, streift dabei Teile von Chile und Argentinien. Die Inkas waren seiner Zeit nur ein Teil des gesamten indigenen Volkes, dargestellt in einer Pyramide. Der höchste Teil, das der Könige, danach kamen die Noebelos, Geologen, Astrologen, auch Frauen und Kinder …., danach kamen die Pueblos, Farmer und Handwerker, die Erbauer der Inka Stätten. (Vollständigkeit dieser Geschichte folgt später, dies waren die Erklärungen unseres Guides)

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Inka Tempelanlage „Raqui“, hier noch einer der Türme, der das Dach hielt.

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Heute steht hier noch eine 100 m lange Wand.

Die Fahrt führte uns immer höher die Anden hinauf bis zu einem kurzen Stopp in 4335 m, Abra la Raya. Ein kleiner Markt der Anwohner dieser Hochanden befand sich hier oben – an einem kleinen Vikunja, die Wildform eines Lamas, für meine Enkelin Emma mit echtem Fell konnte ich nicht vorbei gehen. Plötzlich aufkommender Regen ließ uns dieses Vergnügen schnell beenden. Folien flogen in Windeseile über die Marktstände und wir stiegen ganz schnell wieder in den Bus. Nun wird dieses kleine Tierchen noch 2 Monate mit mir reisen müssen.

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Auf 4335 m Höhe fand ich ein Vicuna Kuscheltierchen für mein Enkelkind, in der Mitte! unten.

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Plötzlicher Regen ließ alles ganz schnell verschwinden.

Höhenkrankheit zog leider in unseren Bus ein. Es muss schrecklich sein, der Kopf platzt einem fast von ständigen Übergeben begleitet. Die junge Frau wurde sofort mit Sauerstoff behandelt, doch wirklich geholfen hat es ihr nicht.

Puno selber liegt in 3835 m Höhe. Ich merke diese Höhe hauptsächlich daran, dass ich keinen Tiefschlaf finde und meine Augen brennen und rot werden. Beim Klettern, in den Anden keuche ich nach einigen Höhenmetern, muss für eine Weile stehen bleiben; mein Alibi: fotografieren!

Puno, auch diese Stadt hat beim Hineinfahren ein großes Potential an Hässlichkeit. Die alten Städte waren einst sehr schön, doch heute wird ziemlich wild gebaut, hoch wie breit und nichts scheint fertig zu werden. Müll und Bauschutt liegt überall dazwischen, die Hunde fressen sich durch die Müllberge, sowie in Indien die heiligen Kühe. Peru ist Kultur, sind seine Menschen, ist ihre Musik, Pre Inka Zeit, Inka Zeit, farbig, künstlerisch, fröhlich, ausgestattet mit einer wunderschönen Natur; daher trotzdem wunderschön!

Bisher kenne ich hauptsächlich die Hochanden, morgen werde ich zum ersten Mal in die Wüstenlandschaft eintauchen. Amazonas, Dschungel und die Küste bleiben mir noch. Temperaturunterschiede herrschen dazwischen, die man bei uns mit den vier Jahreszeiten vergleichen kann; hier könnte man sie an einem Tag erleben.

Puno liegt in einem Gebiet, indem es nur zwei Jahreszeiten gibt, Regenzeit und Trockenzeit, in der ersten befinde ich mich. Heftige Ergüsse fließen zum Teil vom Himmel, je nach Höhe als Eis oder Wasser, ohne Regenzeug geht man nicht vor die Tür.

Den ersten Abend schlenderte ich trotz Regen ein wenig durch die Stadt, die Lage meiner Bleibe konnte nicht direkter sein. Mein Blick aus dem Fenster ging direkt auf die Kathedrale. Erstaunlicher Weise war es gerade zur Nacht hier besonders leise, befürchtet hatte ich es gerade anders herum. Schlaf ist wirklich nicht das, was ich auf meiner Reise in Fülle habe. Trotzdem geht es mir gut – eben der vielen Eindrücke und Erlebnisse, sie geben mir genügend Kraft! Schlaf ist nicht immer die beste Kraftquelle – ein wenig ja, ein Zuviel kann noch müder machen.

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Mein grandioser Blick aus dem Fenster in Puno.

Nicht wirklich viel Lust hatte ich lange zu suchen, so kehrte ich in eine Art Pizzeria ein, in Peru hat fast jedes Restaurant einen steinernen Ofen, so passt meist auch Pizzeria dazu. Nach 10 Minuten erschien etwas tropfend nass eine 4 köpfige Musikgruppe, Gitarre und traditionelle Flöten, wie Panflöten und eine Art Pauke. Sie stellten sich mitten im Restaurant auf und spielten herrliche Andenklänge – ich liebe diese Musik!

Am nächsten Morgen wollte ich nicht lange herum probieren, über Lonley Planet fand ich eine Travel Agentur, zufällig gegenüber und ließ mich über die Möglichkeiten beraten. Puno liegt am Titicacasee, den ich kurz von oben gesehen hatte, vom Stadtzentrum lag er einige Kilometer weiter weg. Gelesen hatte ich von den vielen ursprünglichen Dörfern auf den einzelnen Inseln dieses größten und höchsten Sees der Welt.

So buchte ich tatsächlich zwei Touren, die eine wäre ohne Gruppe nicht zu erreichen. Also biss ich in den gedachten sauren Apfel und ließ mich schon am Nachmittag mit einem Kleinbus zu den Sallustani Grabtürmen fahren. Die ersten stammen noch aus der Pre Inka Zeit, gebaut mit kleinen Steinen, lange nicht so haltbar wie die späteren Inka Türme. Die Menschen wurden damals mit dem Glauben hier bestattet, dass sie das Morgenlicht aus Osten brauchten, um auf die Reise gehen zu können. So hatten die Türme im Osten eine Öffnung. Gleichzeitig wurde den Verstorbenen Grabbeilagen, wie Essen und alles nötige mit auf den Weg der Reise durch diese Öffnung gegeben.

Heute sieht man die Türme in unterschiedlicher Verfassung und Höhe, einige der hier gefundenen Mumien wurden in Museen verteilt. Natürlich lagen diese Türme in grandioser Landschaft am Umayosee. Dunkle Wolken und ferner Regen unterstützten die Stimmung dieser Grabtürme um einiges mehr.

Auf dem Rückweg hielten wir an einem Haus der indigenen Menschen, wurden mit gebackenem Brot empfangen. Sie zeigten uns ihr Leben, wie sie kochen und schlafen und wovon sie leben; vom Herstellen Kunsthandwerklicher Produkte. Natürlich hatte dies einen touristischen Beigeschmack, doch diesen Menschen gibt es eine Chance zum besseren Leben. Ich wurde von einer jungen Frau aufgefordert mit ihr in ihre Hütte zu kommen. Sie bestand aus einer großen Matratze, Gegenstände hingen an den Graswänden und hinter mir lag ein Knäul Stoff. Das Knäuel entpuppte sich als ein kleines Baby, das seelenruhig weiterschlief. Natürlich sollten wir auch etwas kaufen, bei den Preisen für uns eine Kleinigkeit. Mein Rucksack füllt sich zusehends, wenn ich etwas kaufe dann nur direkt bei den Menschen, die dies selber hergestellt haben.

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Grabtürme am Umayosee …

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Auch Regen kann wunderschön aussehen.

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Diese Andenfamilie ließ uns in ihr Reich schauen.

Am Abend ließ ich es mir nach langer Zeit einmal wieder richtig gut schmecken im Mojsa Restaurant, eine Empfehlung von LP. Lomo, ein Steak, mit Süßkartoffeln und Minze Sauce, zu Hause müsste ich das Dreifache dafür bezahlen. Wieder brach ein junges Mädchen mit Höhenkrankheit zusammen, dieses Mal half der Sauerstoff. Jedes Restaurant, vielleicht auch Geschäfte haben so eine Flasche im Hintergrund stehen. Wie froh kann ich sein, dass ich mit der Höhe fast gut zu Recht komme.

Am nächsten Morgen ging es wieder sehr früh los auf meine zwei Tagestour zu den Inseln des Titicacasees, Isla Amantani und Tequile, vorher noch zu den Floating Islands, Islas Uros. 90 Inseln, die schwimmend auf Schilferde gebaut wurden.

Unsere Gruppe war zum Glück sehr klein, fünf junge Frauen aus Australien und Neuseeland und ein Ehepaar aus Schottland; wir sollten nun die nächsten zwei Tage miteinander verbringen.

Nach einer Stunde auf dem Boot erreichten wir eine dieser Inseln, empfangen wurden wir sehr herzlich von vier Familien, die hier geboren waren und seitdem auf diesen Inseln leben. Gekleidet waren sie wieder in den wunderschönen farbigen Trachten, die Frauen mit ihren mehrfach geschichteten Röcken während die Männer weiße Hemden mit Bordüren trugen. Jede Familie bewohnt eine eigene Schilfhütte, verwandt sind diese hier nicht. Jedes Jahr wird einer von ihnen zum „King“ bestimmt, dies können auch Frauen sein. Dieser King hat das Sagen über diese Insel und wenn es zum unüberwindlichen Streit kommt, wird die Insel ganz einfach mit einer sehr langen Säge geteilt. Das Leben auf diesen Inseln geht sehr demokratisch zu, jeder hilft jedem, die einen verstehen etwas von der Naturmedizin, der andere mehr vom Handwerk oder Fischfang, alles wird geteilt. Die Frauen verbringen die meiste Zeit damit die Kunsthandwerklichen Dinge herzustellen. Der Tourismus ist für sie zum Überleben geworden, ohne diesen könnten sie dieses Leben nicht schaffen. Fast jede Hütte hat ein Solarpanel stehen, genutzt wird diese Energie für Licht, monatlich müssen sie dies mit 10 Soles an den Staat bezahlen.

Umgeben sind diese Inseln von dem schnellwachsenden Schilf. Mit dem Schilf wird zuerst der Boden aufgebaut, danach daraus die Hütte bebaut. Der helle junge Teil wird als Gemüse meist roh gegessen. Ich habe es probiert, schmeckte eher nach nichts, wässerig und etwas bitter. Soll sehr gesund sein. Während unseres Besuches kauen sie ständig an diesen Stangen. Auch ihre Boote, Totora genannt, werden aus diesem Schilf gebaut, unglaublich was diese Menschen mit nur einer Pflanze alles anfangen können.

Diese Inseln besitzen eine Pre- und eine Primary School, unterrichtet werden die Kinder von Lehrern aus Puno in Spanisch, zu Hause sprechen sie Aymara, eine alte Sprache von Teilen der Anden Menschen. Die Inka sprachen Quechua, dass noch heute von Teilen der Landbevölkerung gesprochen wird.

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Ticketkontrolle von der ich nichts bemerkt habe.

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Isla los Uros …

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Unser Empfang!

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Die Kleine ließ mich zusammen mit ihrer Mama in ihr Haus schauen, dort schlief tief verpackt noch ein kleines Baby.

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Bitte probieren, getrocknetes Huhn ….

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Das Weiße des Schilfs isst man.

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Wie soll ich daran nur vorbei kommen?

Weitere drei Stunden ging es noch über den Titicacasee zu der ersten Insel auf der wir Übernachten sollten, Amantani, eine gemütliche Überfahrt mit netten Gesprächen. In Amantani wurden wir von den „Mamas“ unserer Familien, die uns in ihre Häuser eingeladen haben, empfangen. Drei Mamas waren für uns acht gekommen, aufgeteilt wurden wir somit in drei Gruppen. Die Mädels zu Zweit und Dritt und das schottische Ehepaar mit mir zusammen.

Eine besonders sympathische und hübsche junge Mama wurde unsere Familienmutter, Lucile so ihr Name. Begrüßt wurden wir mit Küsschen rechts und links, sehr Französisch, doch mitten im Hochplateau der Anden. Danach mussten wir noch einen kleinen Hügel erklimmen, nicht ganz einfach, befanden wir uns inzwischen auf über 4000 Meter. Während Lucile voranschritt, webte sie laufend einen Faden auf eine Spindel, ein Knäul unter dem linken Arm, in Windeseile wurden aus drei Fäden einer, dies alles frei schwebend. Gestern habe ich dieses Verfahren im Museum der Inka Mädchen gesehen, also eine uralte Technik, die noch heute praktischer Weise im Laufen genutzt wird.

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Meine Fahrt auf dem Titicacasee.

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Diese Familien holten uns beim Schiff ab.

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Lucile schreitet mit ihrer Spindel flott voran.

Mittagessen ……

  1. Februar, noch 2 Stunden in Nasca.

Mittagessen, schrieb ich vor vier Tagen, damit ich gleich weiß wo ich gestoppt habe. Inzwischen habe ich schon wieder drei intensive Tage in Nasca, hauptsächlich in großartiger Pre Inka Zeit verbracht, sodass mein Denken ans Mittagessen bei meiner netten Familie auf Amantini mitten in der indigenen Welt von heute, mir jetzt sehr schwer fällt. Wieder einmal erlebe ich so viel Geschichte, dies zusammen mit unglaublich netten Menschen, dass ich zum Schreiben nicht komme.

Wow, gerade hat Remy mir einen Spezial Pisco, Cocktail Time um 13:30 Uhr, gemixt. Pisco mit Lemon Gingerale, Eis und Lemonensaft. Nachdem ich heute auf dem Sonntagsmarkt bei gleisender Hitze die erste Tageshälfte verbracht habe, sitze ich nun auf der Hollywood Schaukel im Schatten meiner vergangenen Bleibe, El Jardin in Nasco bei der Familie Remy und Natalia. Schon vor vier Tagen wurde ich hier am frühen Morgen mit einer Dusche und großartigen Frühstück empfangen und jetzt mit diesem Pisco verabschiedet. Das nennt man großzügige Gastfreundschaft mit Leib und Seele. Remy kommt aus Holland, die Liebe hat ihn schließlich hier in Peru stranden lassen, Natalia ist eine besonders strahlende hübsche junge Frau und Fabian ihr 11- jähriger Sohn, der besser Holländisch als Englisch spricht, ein sehr wissbegieriger Junge. Drei Gästezimmer im oberen Stockwerk mit Bädern und einer Küche, Frühstück im Garten, ein kleiner Pool ohne Wasser, dahinter eine Bar. Auf der anderen Seite des Garten lebt Natalias Vater David. Dazwischen ein paar Hühner, Tauben ein Hase und zwei drollige Mini Hunde mit platter Schnauze. Eine rund um nette Familie, bei der man sich zu Hause fühlt. Leider werde ich diesen netten Platz heute noch gegen einen touristischen Küstenort eintauschen, Paracas mit den Inseln Ballestas, wie immer muss ich weiterziehen, um irgendwann in Quito zu landen. Dort wird mein Flug nach Hause starten.

Mittagessen auf Amantani! Mit Lucile, meiner „Mama“ für diese Nacht, liefen wir, Mavine und Kerry aus Schottland den Berg weiter hinauf, Lucile drehte ständig ihre Spindel und der grüner Faden wickelte sich darauf auf, so schnell, dass ich es kaum nachvollziehen konnte. Durch einen kleinen Garten in dem Blumen, wie Gladiolen und Dahlien neben Gemüsebeeten blühten, gelangten wir zu einem sehr kleinen Innenhof. Eine Treppe führte nach oben, wo sich drei Türen befanden.

Lucile führte uns zu zwei Zimmern, in denen mehrere Betten standen. Das erste, kleinere nahmen sich Mavine und Kerry, ich als einzelne Person bekam das Zimmer, indem drei Betten standen, viel zu groß für mich. Welches Bett nehme ich jetzt für diese Nacht? Ich wählte leider das Falsche aus, die Matratze war mir am sympathischsten. Wie sich nachts herausstellte, wanderte sie unter mir, mein Bett stand nicht in der Waage. Auch die schweren Decken rutschten mir ständig herunter und die Laken von oben und unten verschwanden durch mein Gewühle völlig.

Unten im Hof befanden sich tatsächlich zwei Toiletten mit einem Waschbecken. Draußen davor eine Regentonne mit Wasser, eine kleinere Tonne mit einem Hahn, Seife und ein Handtuch. Ach ja, und eine kleines Bord auf dem etliche Zahnbürsten und ein Rasiermesser lagen.

Die Toilettenspülung funktionierte nur beim ersten Mal, danach schöpfte ich aus der Regentonne das Wasser zum wegspülen. Das Waschbecken hatte zwar einen Hahn, allerdings genau wie die Toilette keinen Wasseranschluss. Um sechs Uhr wird es hier dunkel, ohne Taschenlampe ging gar nichts. Was für uns abenteuerlich ist, für die Familie ist dies Normalität, ja sie sind sogar sehr stolz darüber im Besitz dieser „modernen“ Gegenstände zu sein, auch wenn sie nicht angeschlossen sind. Wie auch, das Wasser holen sie sich noch von weit her!

Lucile rief uns schon nach fünf Minuten zum Mittagessen in ihr Reich, eine Küche mit einem Feuerofen in der einen Ecke und schon sehr fortschrittlich, zwei Gasplatten in der anderen. Ansonsten gab es einen Esstisch mit vier Stühlen, Waschwannen zum Abwaschen des Geschirrs standen am Boden und ein „Sideboard“. Das Ganze befand sich in einem Raum, der aus Lehmwänden gebaut war.

Die Herzlichkeit von Lucile, später noch mit ihren drei Kindern zusammen, überstrahlte alles; man konnte sich nur Wohl fühlen. Die Quinoa Gemüsesuppe schmeckte hervorragend, alles mit selbstangebautem Gemüse. Leider waren wir drei Gäste des Spanischen nicht mächtig. Mit meinem kleinen Wissen konnte ich mich trotzdem mit Lucile unterhalten, einige Englische Wörter kannte sie und mit Hilfe von allen möglichen Geesten verstanden wir uns prächtig. Sam ihr zwei Jahre alter Sohn tat dieser Sympathie noch einiges oben drauf. Seine Augen blickten sehr direkt, doch eine leichte skeptische Frage stand immer dahinter; wer sind diese Leute, mag ich sie ….? Meine Kamera und ich freuten sich über diese Augen sehr.

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Das Badezimmer ….

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….

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Sam beobachtete mich genau.

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Lucile hat mal eben unser Abendbrot ausgebuddelt. Die Wäsche trocknet auch ohne Leine.

Diese zwei Tage waren gut ausgefüllt mit interessanten Informationen über das Leben dieser Menschen, gepaart mit einer Portion Mystik, ausgehend von den beiden Bergen rund um dieses Dorf, Pacha Mama und Pacha Tatta, beide über 4100 Meter. Pacha Tatta wurde der Berg, den wir zum Sonnenuntergang besteigen wollten. Eigentlich schien der Höhenunterschied nicht wirklich dramatisch zu sein, in dieser Höhe allerdings eine Herzklopfende und Atemraubende Angelegenheit. Mein Alibi Fotos zu machen funktionierte perfekt, gleichzeitig das Herz wieder beruhigen und zu Atem kommen. Unser Kletterweg war gesäumt mit Frauen und Kindern dieses Ortes, die ihre handgefertigten Dinge anboten, nicht leicht daran einfach vorbei zu gehen. Die Handwerkskunst dieser indigenen Menschen ist großartig und sehr farbig.

Oben angekommen hatte ich einen unglaublich schönen Blick über den Titicacasee, einige Wolken verzauberten das Licht noch mehr. Drei Mal sollte man um die Bergspitze laufen, erste Runde einen Wunsch innerlich äußern, zweite Runde einen Zweiten, dritte Runde sich wünschen, dass sie in Erfüllung gehen. Für meine Wunschrunden brauchte ich besonders lange, entweder machte ich Fotos mit meiner Kamera oder wurde gebeten ein Foto von jemand anderen zu machen, nette Gespräche mit eingeschlossen. Besonders mit einer jungen Spanierin vertiefte sich das Gespräch bei jeder Runde etwas mehr. Meine Wünsche bekamen nur ab und zu einen Platz zum Denken – klar gehen sie in Erfüllung.

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Wir bekamen auch gezeigt wie Quinoa hier zu Pulver wird …

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Gewebt wird noch wie zur Inka Zeit.

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Mein Blick vom Pacha Tatta auf den Titicacasee…..

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….

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Beim Abstieg kam ich bei ihr vorbei und kaufte noch eine Mütze.

Auf der Hälfte unseres Abstiegs wurden wir wieder von unserer Familie, dieses Mal von Danny, dem ältesten Sohn von Lucile abgeholt. Halb rennend kamen wir in der Dämmerung wieder zu unserer Bleibe. Empfangen wurden wir von einer kleinen Prinzessin, Mia, die vierjährige Tochter, die vergnügt in ihrem weißen Kleidchen umher tanzte. Lucille schälte zusammen mit ihrer Mutter fast im Dunkeln einen Berg Kartoffeln in der kleinen Küche.

Kann ich helfen; Si und schon hatte ich einen Hocker geformt aus einem Baumstamm, ein stumpfes Messer in der Hand und jede Menge kleiner und großer Kartoffeln auf meinem Schoss. Während Lucile in Windeseile, nicht hinschauend die Kartoffeln schälte, mühte ich mich mit diesem stumpfen Messer ziemlich ab, vor allem im Dunkeln. Wieder gab es Suppe, gekocht von diesen Kartoffeln und Gemüse. Dazu tranken wir viel Tee mit Kräutern aus dem Garten, besonders gut gegen diese Höhe hieß es.

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Kartoffeln schälen in Luciles Küche, nur der Blitz erhellte sie.

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Mia und Sam …

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und Danny, Luciles ältester Sohn. Robin, der Papa war nur einmal kurz zu sehen. Ein herzliche Familie!

Gleich nach dem Essen erschien Lucile mit einem großen Bündel ihrer typischen Kleidung. Party heute Abend, dies müsst ihr anziehen, wir tanzen alle zusammen. Dies machte sie uns in Spanisch klar, gehört hatten wir schon davon. Also gut, der erste Rock, ein Zweiter oben drüber, noch ein gesticktes Hemd mit in den Bund und fast fertig war die Wurst, darunter trug ich meine Jeans und Trekkingschuhe. Verbunden wurde dies noch mit einer breiten Schärpe, die über den Rippen begann und in der Taille aufhörte, Luft zu bekommen ging jetzt noch weniger. Das Ganze wird noch mit einem großartig bestickten schwarz grundiertem Schal, den die Frauen hier um den Kopf und Schultern hängen, abgerundet. Nun war ich endlich fertig angezogen. Die Männer hatten es etwas einfacher, einen großen Poncho über den Kopf und fertig.

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Lucile sieht eindeutig hübscher damit aus.

So zogen wir, das Schotten Pärchen und ich im Dunkeln zusammen mit Lucile zum Gemeindesaal. Dort trafen wir auf etliche weitere schwer bekleidete Leidensgenossen, zusammen mit ihren „Mamas“, die viel hübscher darin aussahen als wir. Eine Kapelle, bestehend aus mehreren Flötenspielern, Gitarren und rhythmischen Gegenständen wartete auf uns. Eine kleine Bar, bestehend aus einigen 1 Liter großen Bierflaschen, Cola und Wasser stand daneben. Wir saßen alle rund herum um die große Tanzfläche und schon ging es los. Keiner hatte eine Chance sitzen zu bleiben, irgendeine Hand streckte sich entgegen, zu greifen und mittanzen. Mit den Füßen ging es flott im Takt über den Boden, dies bitte schön mit Trekkingschuhen. Dabei kräftig mit der Hüfte drehen und noch vorwärts laufen. Ziemlich schnell wurde uns kochend heiß mit unseren Schichten an Röcken und etlichem mehr. Wasser bitte schön, Bier traute sich erst keiner zu kaufen, dies löste sich nach etwa einer Stunde, nachdem unsere Kapelle Durst bekam und dies mit Bier löschte, natürlich ausgegeben von uns Gästen. Ein Liter Bier, nein danke, doch was ist mit den jungen Mädels, wollen wir uns eine Flasche teilen? So kamen wir alle zu einem genussvollen Becher, der besonders gut in dieser für uns so fremden Welt schmeckte.

Lucile war eine besonders freudige Tänzerin und forderte uns nacheinander auf, zum Sitzen kamen wir für zwei Stunden nicht. Schnaufend und Schwitzend hatten wir alle gemeinsam großen Spaß, eine gelungene Veranstaltung, auch wenn sie extra für uns ausgerichtet wurde.

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Die Mädels aus Australien und Neuseeland, die sich mit mir ein Bier teilten.

Um 22 Uhr stolperten wir quer Feld ein zu Luciles Haus, schnell raus aus diesen schweren Kleidern, die von den Einheimischen täglich getragen werden, egal was für eine Temperatur draußen herrscht und ab ins Bett. Zähne putzen fiel bei uns allen aus, ohne Licht und fließend Wasser keine freudige Sache. Endlich lang machen und bitte schlafen – so müde!

Nach zwei Stunden des Wühlens wurde ich langsam ärgerlich mit mir. Oh sind diese Lama Decken schwer, wo ist denn mein Lacken geblieben, hätte ich doch nur meinen Schlafsack mit genommen, jetzt hängen die Decken alle am Boden ….., Wucht, alle wieder oben, irgendwie steht meine Bett schräg.

Am sehr frühen Morgen, 5:45 Uhr Frühstück, bemerkte ich erst mein ganzes Dilemma, meine Matratze war ebenfalls mit gewandert und hing gerade noch auf dem Bettgestell. Egal, diese Nacht war eben nicht zum Schlafen da! Zähne putzen mit meinem restlichen Wasser aus der Trinkflasche, Klöchen mit Regenwasser nach spülen und zum frühen Frühstück zu Lucile in die Küche. Viel geschlafen hat sie wohl auch nicht können, der kleine Sam wirbelte auch schon umher. Wieder lächelte Lucile uns freundlich entgegen, brachte uns die typischen Pappbrötchen, die wohl auf unserem Schiff mitgebracht wurden, Andenkäse und Omelette, ein sehr kontinentales Frühstück.

Sie selber backte irgendeinen Teig in Öl auf ihren Feuerplatz aus, die viel besser schmeckten. Gleichzeitig wurde es dadurch langsam etwas wärmer. In der Nacht hatte es zudem noch kräftig geregnet, trommelnd auf das Metalldach über uns. Nein dies waren Hagelkörner, die in weißen Haufen noch im Innenhof zu sehen waren. Auf über 4000 Metern regnet es auch im Sommer nicht sondern hagelt es. Das Gleiche erlebte ich ein weiteres Mal noch in Puno mit seinen 3800 m.

Um 8 Uhr sollten wir wieder am Anlegesteg sein. Schnell packen und los ging es, inzwischen wieder bei Sonnenschein und Wärme – was für Temperatur Schwankungen.

 

Eine Stunde Schifffahrt und wir landeten auf der nächsten Insel des Titicacasees, Taquille. Hier kommen viele Tagesausflügler von Puno, doch waren wir so früh fast noch alleine. Elvis, unser Guide hatte uns schon vorgewarnt, Fotos von den Leuten kann man nur mit Fragen und einem Soles je Fotos machen. Oh wie schrecklich, doch gerade hier tragen die Menschen wunderschöne Trachten und Kopfbedeckungen, die allesamt auch noch eine bestimmte Bedeutung haben. große Bommels, gleich „Single“, Kappen mit weiß das Gleiche, bunt „Verheiratet“, …..! Erst hielt ich mich mit Fotos zurück, doch mit der Zeit fand ich mein eigenes Prinzip, sodass sich meine Motive gerne für mich präsentierten. Gesäumt waren unsere Wege mit Kunsthandwerklichen Dingen, die von den Inselbewohnern gefertigt werden. Eine wichtige Einnahmequelle, sogar strickende Jungen laufen einem entgegen. Auch hier geht alles wieder in das „Kollektivo“ der Inselbewohner, doch an ihren Ständen bleibt es direkt für sie selber.

So manche Kleinigkeit erwarb ich auf meinem Streifzug, gab noch ein paar Bonbons, erhaschte ein Strahlen und durfte Fotos machen. Doch auch die Natur dieser Insel ließ so manchen Spot zu, besonders von ganz oben durch die typischen Torbögen dieser Gegend, verziert mit indigenen Köpfen. Klettern in großer Höhe wurde langsam zu meinem neuen Sport.

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Dieser hübsche junge Mann ist schon verheiratet, zu sehen an seiner Mütze.

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Große Bommels, an der Seite, Single!

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Sie zeigte uns wie man mit einer Pflanze schmutzige Wolle weiß bekommt.

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An diesen Beiden kam ich auch nicht ohne einen kleinen Einkauf vorbei.

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Ein – und ….

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wunderschöne Ausblicke, Isla Taquille.

Nach einem köstlichen Mittagessen mit einem Blick über die Landschaft wurden wir noch zwei Stunden über den Titicacasee bei herrlichem Sonnenschein geschippert, entspannend und rund herum zwei herrliche, interessante Tage.

Am Abend schlenderte ich etwas lustlos durch Puno, eine nicht wirklich attraktive Stadt, doch der Ausgangspunkt um auf den Titicacasee zu kommen. Plötzlich entdeckte ich die Spanierin, mit der ich mich schon auf Amantani unterhalten hatte. Hola, so sieht man sich wieder. Sie war mit einer bunt zusammen gewürfelten Gruppe unterwegs, die ich schon auf der Insel gesehen hatte, nur konnte ich sie dort nicht zu ordnen.

Gemeinsam kehrten wir zu einem gemeinsamen Drink ein. Die jungen Leute, wohl zwischen 30 und 40 Jahre alt trafen sich alle auf dieser Tour und hatten nun beschlossen zusammen nach Bolivien zu reisen. Die meisten kommen aus dem Norden und machen meine Route genau umgekehrt.

Es entfachte sich ein ungemein lebhaftes Gespräch zwischen uns, dies mit mindestens vier Sprachen. Drei Franzosen, ein Belgier und die Spanierin. Spanisch konnten außer mir alle, Englisch vier und Deutsch ein wenig zwei der Franzosen, die eine Online Sprachenschule entwickelt haben, bei der man gleichzeitig mehrerer Sprachen lernen kann. Fast and Fluent!

Auch hier konnte ich wieder durch meine Reise junge Menschen inspirieren, besonders als sie mein Alter erfuhren, welches sie mir nicht glauben wollten – was für ein herrliches Gefühl mitten zwischen diesen anregenden Menschen in Peru zu sein. Die Sprachler werde ich wohl im Mai in Berlin wieder treffen, die anderen vielleicht irgendwann einmal in ihrem jeweiligen Land.

Mit tiefer und erfüllter Freude verließ ich am nächsten Morgen sehr früh Puno mit dem Bus nach Arequipa.

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Wir verbrachten einen Gesprächsreichen Abend miteinander und werden uns zum Teil bald in Berlin wiedertreffen.

4. März in Colan!

Wie an dem Datum zu erkennen ist, habe ich lange den Anschluss zum Schreiben verloren. Wirklich sesshaft war ich wirklich nicht mehr in der letzten Zeit. So bleibt mir wieder einmal nur mein kleines Büchlein, indem ich täglich die Ereignisse in Kurzform einfüge, um sie jetzt in meine Geschichte einzureihen.

So fuhr ich also von Puno sehr früh am Morgen bis nach Arequipa mit einem Bus, der uns zusätzlich zu den Attraktionen auf dieser Strecke brachte, inklusive eines Guides. Diese Form des Weiterkommens habe ich in Peru einige Male mitgemacht, unterbricht die lange Fahrt und man bekommt noch etwas zu sehen, sogar etwas zu essen.

Aus der Höhe von Puno fuhren wir noch einige Kilometer durch die Hochanden, vorbei an kleinen Farmen, die Menschen leben dort oben sehr karg zusammen mit ihren Schafen und Lamas. Hoch oben am Himmel zogen die großen Andengänse mit uns, auch sie leben in dieser extremen Höhe.

In Arequipa hatte ich mir eine Bleibe aus der vergangenen Welt gebucht, Casa del Melgar, ein typisches spanisches Gebäude. Von außen kaum erkennbar, innen riesig mit verschiedenen Innenhöfen, Treppen und dicken Mauern an denen herrlich blühende Blumen wuchsen. Mein Zimmer lag ganz hinten, tief verschachtelt, zum Verlaufen versteckt. Fenster und Türen lassen sich nur mit roher Gewalt öffnen, die Wände sind einfach weiß getüncht, das Bett quietscht – trotzdem ist alles da, was man braucht.

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Casa del Melgar, meine Bleibe in Arequipa.

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Mein Zimmer …

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Einer der Innenhöfe.

Leider regnete es in Strömen, sodass ich mich auf den nahe gelegenen „Plaza de Armas“, hier in Arequipa begeben habe. Er ist besonders groß und umgeben von dreiseitigen Arkaden Gebäuden mit großen durchgehenden Balkonen. Die vierte Seite nimmt die weiße Kathedrale komplett ein, alles in weißem Vulkangestein erbaut, oft heißt es daher „die weiße Stadt“. Dies trifft aber wirklich nur für den historisch alten Teil zu, die heutige Stadt scheint wie in allen Peruanischen Städten eine Dauer-Großbaustelle zu sein.

Auf den Straßen versuchen, auch mit Erfolg Frauen laut rufend: Poncho, Poncho, zu verkaufen. Eine praktische dünne Plastikhaut gegen den Regen. Ich dagegen bin noch von der Antarktis gut gegen Feuchtigkeit ausgerüstet. Hungrig habe ich mich auf einen der „Balcony“ Restaurants zurückgezogen, auf denen auch wieder eine Gruppe Musiker traditionelle Musik spielte, diese Klänge gefallen mir sehr.

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Arequipa, Plaza de Armas mit den Balcony Arkaden ….

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Kathedrale …

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……..

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Hunderte von Tauben werden hier gefüttert …

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Blank poliert!

Warum nur vernachlässigen die Peruaner ihre Städte außerhalb der historischen wunderschönen Bauten so unglaublich? Jede Einfahrt mit dem Bus in eine dieser Städte versetzte mich ins Grauen, verschmutzt ist gar kein Ausdruck, Häuser, die nie fertig werden, Bauschutt vermengt mit anderem Müll, Hunde, die darin herum wühlen, alles grau, schwarz und kaum zu glauben. Auch entlang der Wüstenstraßen hier im Norden fliegen Mülltüten durch die Luft, ganze Müllhalden am Rande der Straßen.

Die Menschen sind meist liebenswürdig und stolz auf ihre große Geschichte, der kleinste Bauarbeiter erzählt stolz über seine Teilnahme an einer der vielen Restaurierungen. Warum gehen sie so fürchterlich ignorant mit ihrer und unserer Umwelt um? Erwachsene mit ihren Kindern habe ich beobachtet, wie sie ihren Müll einfach liegen lassen oder gar fallen lassen, weg kicken sogar. Mir juckte es fürchterlich in den Fingern, sie darauf hinzuweisen, doch wäre ich sicher kläglich mit meinem Spanisch gescheitert.

Peru ist mein drittes Südamerikanisches Land, überall herrscht nicht der Standard unserer Welt, in Peru geht es auch auf den Straßen fast wie in Indien zu. Abgas Richtlinien hat man hier noch nicht gehört, ja und wir zahlen jedes Jahr höhere Steuern dafür. In Peru leben sehr viele arme Menschen, ein Auto zu besitzen ist schon ein großer Vorteil, ganz egal, ob dieses Auto fast auseinander fällt. Hauptsache es fährt noch und man kann etwas damit transportieren; Menschen, Touristen oder Dinge zum Leben. Besonders in den letzten Tagen habe ich in so manchem dieser Gefährte gesessen, immer froh heil dem entkommen zu sein.

Am 16. März soll in Peru eine neuer Präsident gewählt werden, Plakate und etliche laut schreiende Veranstaltungen konnte ich miterleben. Die Armut und der viele Dreck ist sicher nur über die Politik zu lösen, die Menschen müssen erst einmal lernen, am Besten schon in der Schule, was sie mit ihrem Land anstellen, wenn sie es so verschmutzen.

Zurück nach Arequipa mit seiner wunderschönen Altstadt. Am nächsten Morgen strahlend blauer Himmel, Kamera geschultert und in das schönste Kloster unserer Welt ging es, Monesterio de Santa Catalina. Ganze vier Stunden verbrachte ich in diesen farbenprächtigen Gebäuden, besonders das tiefe Blau neben dem Weiß und dem tief Dunkelrot herrscht hier vor, immer wieder aufgelockert durch üppig blühende Geranien. Meine Kamera lief heiß, Motive, die eher für Postkarten und Kalender aus Spanien passen würden als nach Peru.

Das dominikanische Kloster wurde natürlich von den Spaniern 1580 erbaut. Jede zweite Tochter einer gehobenen Familie musste in diesen Orden eintreten, bezahlt wurde dies mit vielen Goldtalern. Es gehörte zum guten Ruf einer Familie; sicher war dies auch ein Brauch von Spanien kommend. Die vielen Goldtaler ermöglichten den Bau dieses Klosters, das einen ganzen Straßenzug einnimmt. Jede dieser Nonnen lebte in einer eigenen Wohnung, selbst Personal und die Lebensmittel wurden von der Familie gestellt.

Erst nach 3 Jahrhunderten änderte Papst Pius IX mit seinem strengen katholischen Glauben diese Privilegien. Die Nonnen mussten im großen Saal zusammen leben und schlafen, die Wohnungen verwaisten seitdem. Heute leben noch 20 Nonnen versteckt hinter einer verschlossenen Mauer, stellen dort Lebensmittel wie Kuchen her, die in der Cafeteria verkauft werden. Kein Arequipa ohne einen Besuch dieses Klosters!

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Monesterio de Santa Catalina, einer der vielen Klostergänge ..

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Klosterkirche …

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Der Eingang einer der Wohnungen …

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Eine unglaubliche Farbenpracht …

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Die Wäscherei!

Den letzten Abend bevor ich in den Nachtbus stieg, ging ich in ein Restaurant direkt neben meiner Casa del Melgar, der Name etwas ungewöhnlich Zig Zag. Das Essen war etwas für Gourmetzungen, Lammkrone auf heißen Lavastein! Doch das interessanteste war die Rundtreppe in der Mitte. Durch nachschlagen im Lonley Planet erfuhr ich, dass der Eiffelturm Erbauer, Gustave Eiffel diese Treppe entworfen hat, somit schon vor mir hier war! Genügend mehr Historie an diesem Ort, nicht alles beschreibe ich jetzt hier, später!

In der Nacht zum 25. Februar saß ich mal wieder im Bus. Die Fahrt ging von Arequipa bis nach Nasca, bekannt durch die „Nasca Linien“, Glyphen, die von Menschenhand vor ungefähr tausend Jahren angelegt wurden.

Meine Nacht verlief etwas ruhiger und wohl auch mit etwas Schlaf, sodass ich am Morgen der frühen Ankunft zwar nicht fit war, doch mein Kopf denken konnte. Wichtig hier, denn schon der Temperaturunterschied könnte einen umhauen. Gelandet war ich nun langsam in der Dessertgegend von Peru, die sich an der Küste von Süden bis zum Norden erstreckt, 32 Grad im Schatten!

Wieder hatte ich einen guten Riecher mit meiner Bleibe, El Jardin. Hier wurde ich schon an so einem frühen Morgen warmherzig empfangen, durfte als erstes Duschen und bekam ein herrliches Frühstück im Garten, mit frischen Früchten. Remy und Natalia sind die Eigentümer. Remy ist Holländer, seit 12 Jahren mit Natalia verheiratet, zusammen leben sie mit ihrem Vater David und den gemeinsamen Sohn Fabian. Alle vier waren unglaublich herzlich und nahmen mich wie eine Freundin auf.

Sie vermieten gerade einmal 3 Zimmer im ersten Stock in ihrem Haus, selber leben sie unten und David am anderen Ende des Gartens. Alles ist liebevoll eingerichtet, eine Küche kann man benutzen und im Salon einen riesigen Esstisch. Remy ist für die Gästebetreuung ein fabelhafter Gastgeber. Der Flug über die Nascalinien ist gleich gebucht, zusammen mit einem weiteren jungen Paar aus Holland, Eline und Maarten. Herrlich, so brauchte ich mich gar nicht erst um die Tarvel Agenturen kümmern.

Am nächsten frühen Morgen ohne Frühstück ging es für uns Drei los. Frühstück bekommt ihr hinterher, besser, so die Aussage von Remy. Der Flug in der kleinen Propeller Maschine soll recht schwankend sein. Zu Fünft gingen wir in die Lüfte über die Wüste von Nasca. Sehr sanft fühlte es sich in dieser kleinen Maschine an. Ich war nicht ganz entspannt, hatte von so einigen Abstürzen gelesen, soll natürlich jetzt alles anders sein! Auch ließ sich die Sonne nicht blicken, sodass die riesigen Linien, die von oben überhaupt erst richtig zu erkennen sind, sich nicht so schön abhoben wie ich es als Fotografin gerne gehabt hätte.

Wie diese Linien wirklich entstanden sind, wird heute immer noch erforscht, obwohl eine deutsche Mathematikerin, Maria Reiche sie fast fünfzig Jahre hier vor Ort entdeckt und vermessen hat. Für Nasca ist sie eine Heldin, verhalf sie dadurch noch heute diesem Ort zu seinem Ruhm, obwohl sie seit 1996 mit 95 Jahren hier verstorben ist.

Riesige Mengen dunkler Steine wurden von den zu zeichnenden Linien entfernt, sodass sie so kenntlich wurden. Man sieht Zeichnungen von einem Kondor, Hund, Kolibri, einen Wahl, eine Spinne und Linien die in bestimmte Richtungen zeigen; ihre Bedeutungen haben sicher mit der Pre Inka Zeit, der hier genannten Nascazeit zu tun, doch wirklich gedeutet hat sie noch niemand, alles Vermutungen und ein wenig wie Legenden.

Der Flug hier rüber war sehr beeindruckend, ohne jegliche Probleme setzten wir wieder sehr sanft auf dem Boden auf und bekamen danach gemeinsam von Remy ein fürstliches Frühstück im Garten serviert.

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Nasca Linien aus der Vogelperspektive, hier ein Baum und die Hand …

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der Kondor…

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Kolibri …

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Blick auf die Anden der Wüste …

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und der Wal.

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Bin glücklich wieder gelandet!

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Der Frühstücksplatz im El Jardin.

Gleichzeitig wurde für uns weiter geplant. Am Nachmittag teilten wir uns ein Taxi plus dem Guide und fuhren tiefer in die Wüste hinein Richtung Cahuachi. Vorbei kamen wir an einem Pre Inka Friedhof, der allerdings vor 60 Jahren von Grabräubern geplündert wurde.

Ein Friedhof aus dieser Zeit hat mit den unseren nichts gemeinsam. Die frühen Völker hier in Südamerika mumifizierten ihre Toten, gaben ihnen Lebensmittel und Getränke, gefüllt in besonders schönen verzierten Tontöpfen mit in die Grabstätte. Höher gestellte bekamen meist Dinge und Figuren aus Gold, Silber und Kupfer mit in die Gräber gelegt. Die Grabräuber waren ziemlich gründlich, zerstörten fast alles, was einige Meter unter dem Wüstensand vergraben war.

Heute läuft man über herum liegende Knochen, uralten Geweben und zertrümmerten Tontöpfen umher. Erst erstarrt man angesichts dieser tausend Jahre alten Knochen. Erstaunlich sind die Fetzen der Mumientücher, ja selbst Haare sind erhalten geblieben. Zwischen Staunen und ein wenig Gruseln lief ich hier zwischen herum, machte Fotos, gleichzeitig auch wieder ungläubig, dass dies hier einfach so herum lag. Unser Guide Lui hat Archäologie studiert, sicher nur den hiesigen Teil, doch versicherte er mir, dass sie noch tausend weitere Funde dieser Art hätten, in denen noch ganze Mumien gefunden wurden und werden.

Plötzlich pinselte Lui Sand beiseite, bis ein kleiner Fuß zum Vorschein kam. Immer weiter, zuletzt konnte ich ein ganzes Bein, ein Kinderbein entdecken. Oh wie schaurig, gleichzeitig hoch interessant. Selbst die Nägel waren noch zu sehen, die Fußsohle und das Band, das einmal zu einer Sandale gehörte. Ja auch dies habe ich fotografiert. In ganz Peru, in den Anden hoch oben auf den Bergen fand man Eismumien, in der Wüste durch die Trockenheit lange konservierte Sandmumien. Für Archäologen ist Peru ein großartiges Land für ihre Forschungen, ganze Camps soll es hier bisweilen geben.

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Auf dem geplünderten Friedhof in Cahuachi stolpert man über Knochen …

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Lui hat dieses 1000 Jahre alte mumifizierte Kinderbein entdeckt ….

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schaurig, doch auch ungemein interessant, wie lange die Wüste konserviert …

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Reste einer Sandale sind noch zu erkennen …

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Diese Haare fanden wir ein Stück weiter entfernt.

Nach diesem Friedhof gelangten wir an unser eigentliches Ziel, den Pyramiden Cahuachi, die erst vor einiger Zeit entdeckt und ausgegraben wurden. Es ist wirklich unglaublich, was die Menschen in jener Zeit an riesigen Anlagen bauen konnten. Hier in der Wüste meist aus Lehmziegeln, die alle sehr lange unter dem Sand konserviert waren. Die nächsten Tage sollte ich noch einiges zu sehen bekommen.

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Die Pyramiden von Cahuachi …

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Sind erst 1996 gefunden worden …

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In dieser Nasca Umgebung befinden sich noch ungeahnte archäologische Kulturschätze!

Gerade fällt es mir angesichts dieser Fülle schwer, jede einzelne Anlage zu beschreiben, es purzelt ein wenig durcheinander in meinem Kopf. Wichtig ist mir nur, dass Peru einen unglaublichen Schatz an Kulturstätten hat, diese auch touristisch beinahe erschlossen sind. Manche erreicht man nur sehr abenteuerlich, manche werden von vielen Travel Agenturen angefahren – nicht meins!

Am nächsten Tag fuhren wir gemeinsam zu den Cantallo Aquädukten aus der Nasca Zeit, die noch heute für die Bewässerung der Felder rundherum genutzt werden. Erstaunliches wurde auch hier wieder geleistet. Um in einem Tal eine große Hazienda zu bewässern, wurden die unterirdischen Quellen so geleitet, dass sie mit Gefälle auch dort ankamen. Zusätzlich wurden riesige Labyrinthe, Ventanas darüber errichtet, um diese als Tank zu nutzen und über den spiralen Weg nach unten das Wasser in großen Töpfen nach oben zu befördern. Was für ein intelligentes Volk muss hier schon gelebt haben, ungefähr 200 vor und bis 800 nach Christi.

Also in Nasca kommt man aus dem Staunen nicht raus und nicht nur hier.

Zusammen mit Natalia und Remy versuchte ich Kontakt zu einem sozialen Hilfsprojekt zu bekommen. Eine Französin hat in einem kriminellen Viertel von Lima etliche Kinder zu einem Agra Projekt von der Straße geholt. Sie lernen sich dadurch selbst zu versorgen, werden schulisch weitergebildet und etliches mehr. Auch dies wäre ein sehr engagiertes Projekt für meinen Sozial Pass, Glaube, Liebe, Hoffnung gewesen, wenn nicht gerade die Französin in Frankreich weilen würde. Die großen Ferien hier in Südamerika machen es mir schwer, meinen Pass zu füllen.

Am Sonntag fand in Nasca ein riesiger Markt statt, fast jede Straße war in dieser kleinen Stadt mit Ständen aus dem Umland mit frischem Gemüse und frischen Fisch von der Küste gefüllt. Daneben wird so ziemlich alles verkauft, was ein Haushalt und die Menschen brauchen, alles kunterbunt gemischt und mit fotogenen Gesichtern. Leider lassen diese sich nicht gerne fotografieren und meine Energie war durch schlechten Schlaf etwas verzögert.

Paracas, eine Halbinsel etwas nördlicher gelegen, war mein nächstes Ziel. So arbeite ich mich langsam Richtung Norden vor; in Süd Peru halte ich mich schon sehr lange auf. Ich hatte inzwischen ein wenig genug von kulturellen Städten und wollte gerne etwas Natur erleben. Vorgelagert von Paracas liegen die kleinen Ballestas Inseln, die mit einer reichen Vogelwelt besetzt sind, betreten darf man sie nicht.

…… Einschub meiner Gedanken zwischendurch.

„Nun bin ich seit langem wieder am Meer, dort zieht es mich immer hin, besonders wenn ich Ruhe brauche. Ja, nun bin ich in Paracas, direkt vor den Isla Ballestas und dem Nature Reservat de Paracas.

Mein B&B liegt direkt an der Promenade, mein Zimmer mit Blick auf die rückwärtigen Mauern – glücklich bin ich gerade nicht hier. Sofort macht sich in mir meine innere Revolte breit. Wollte ich unbedingt aus den Höhen der Anden heraus, schon wegen meiner brennenden Augen, so fehlt mir hier die großartige Kultur dieser Region schon nach zwei Stunden. Allerdings muss ich zugeben, dass ich im Dunkeln angekommen bin, doch meistens täuscht mich mein Inneres seit Monaten nicht.

Hey Karin, Abwechslung ist die Würze der Inspiration. Ok, also werde ich morgen früh um acht Uhr eine Bootstour zu den Ballestas Islands unternehmen, so wie es hier alle machen, in schnellen Booten, die uns zu den Humboldt Pinguinen und Seelöwen führen. Ja, weiß ich doch, hatte ich alles in völlig unberührter Natur in der Antarktis, die Humboldt Pinguine fehlen noch in meiner Sammlung. Statt eisige Temperaturen läuft mir jetzt der Schweiß herunter, hohe Feuchtigkeit und in der Sonne kann es glatt um 40 Grad werden. Den National Park werde ich privat organisieren, damit ich nicht mit einem Bus durch gefahren werde, so die Aussage eines Einheimischen.

Wirklich zufrieden bin ich nur, wenn ich mit einer fremden Kultur in Berührung komme und diese kennenlerne, touristische Attraktionen im Massenformat schrecken mich zurück, machen mich schnell unzufrieden. Den morgigen Tag über stelle ich mich diesen Attraktionen, vielleicht kommt ja etwas ganz anderes dabei heraus – habe ich auch schon erlebt und bei Tageslicht sieht alles ganz anders aus“.

 

Beides zieht leider eine Menge Touristen an, Paracas selber ist eigentlich nur eine Hotel und Restaurant Meile mitten in der Wüste, einige Fischerboote davor. Doch die Haupteinnahmequelle sind die Schnellboote zu den Ballestas. Um 8 Uhr morgens strömen die Touristen zu deren Anleger. Jedes Boot wird bis auf die letzte Lücke gefüllt und ab geht es mit Gebraus!

Ich saß dummerweise zu weit hinten, bekam daher laufend Duschen ins Gesicht gepeitscht, meine Kamera musste ich tief unten vor diesem Wasser schützen. Ein zweistündiger Ausflug an wunderschöner Küste vorbei bis zu den Ballestas ging somit schnell vorbei. Eigentlich sollten dort die Humboldt Pinguine zu sehen sein, doch die hatten sich ins Innere der Inseln zum brühten verzogen. Große Kormorane, und jede Menge Pelikane und weitere Vogelarten und Seelöwen konnte man hier beobachten – doch auch hier nur im rasenden Tempo.

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Meine rasende Bootstour zu den Ballestas …

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gefüllt bis auf den letzten Zentimeter!

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Noch eine wundersame Formation in dieser Wüste, die nicht wirklich erforscht ist.

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Isla Ballestas mit seiner Vogelwelt …

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Guanotölpel. Guano, ein Düngemittel ist hier eine große Einnahmequelle.

Am Nachmittag ließ ich mich noch auf eine Bustour durch den National Park, eine wunderschöne Wüstenlandschaft ein, eigentlich mit einem Englisch sprechenden Guide. Statt dessen saß ein unglaublich dicker Mann in seinem Kleinbus und erzählte alles auf Spanisch, aussteigen konnte er nicht mehr. Keine Ahnung wie er am Abend dort herausgekommen ist?

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Bustour durch den Paracas National Park …

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Wüste, die bis an die Küste reicht …

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Mitten darin eine Restaurant Oase in der Fischer zusammen mit den Pelikanen leben …

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Start – und Landeplatz …

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Paracas Strandmeile.

Wie schon so oft, wenn ich mich auf solche Touren einlasse, verspüre ich eine große Revolte in mir und möchte ganz schnell wieder weg. Klar, man kann auch alles alleine organisieren, doch hierzu Lande muss man das teuer bezahlen.

Das war eigentlich schon der Auslöser mich nicht mehr so lange in Peru aufhalten zu wollen, hatte ich hier doch eine so schöne Zeit. Plötzlich zog es mich Richtung Ecuador. Von Paracas war es nicht mehr weit bis nach Lima, dort wollte ich allerdings nicht noch einmal übernachten, hatte mir auch schon einen Flug nach Trujillo im Norden gebucht.

Am 1. März fuhr ich morgens mit dem Bus von Paracas direkt zum Flughafen und landete spät Abends in Trujillo, auch wieder eine alte Kolonial Stadt. Mit einem rasenden Taxifahrer landete ich in meinem Hostal Colonial, wieder eine alte Villa mit großen Innenhof, dieser mit wunderschön verzierten Gittern vor den Fenstern, so wie überall in Trujillo. Die ganze Altstadt war mit farbigen Häusern und Villen bebaut, man fühlte sich wie in Spanien.

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Trujillo mit seinen farbigen Häusern, hier die Kathedrale.

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Blick in den Innenhof meines Hostal Colonial.

Durch mein vieles Reisen der letzten Tage war ich doch etwas mürbe geworden, meine Neugierde kam fast zum Erliegen. Doch hierhin bin ich vor allem wegen der Chan Chan Kultstätte gekommen, eine riesige Pre Kolumbianische Stadt, die einst von dem Chan Volk aus Lehm erbaut wurde. Nur einen kleinen Teil restauriert man noch heute, deckt die Verzierungen auf und versucht dies mit großen Überdachungen vor dem El Nino, ein starker Regen zu konservieren. Dies war noch nicht alles an Kultur in dieser Region. Vorher ließ ich mich, dieses Mal ohne Tourigruppe zu den „Huacas del Sol y de la Luna“ Pyramiden bringen, erbaut in der Moche Kultur noch 700 Jahre vor den Chan Chan. Auch dies wurde mit Lehmziegeln erbaut, die durch die Trockenheit lange konserviert waren. 1500 Jahre hielten sie verborgen unter Sandbergen stand. Huaca bedeutet Grabmal, gleichzeitig waren dies wohl Tempelanlagen, die jeweils auf einer Seite des großen Mocha Valleys erbaut wurden. So wurden hier im Huaca de la Luna etliche Mumien von jungen Frauen entdeckt – eine grausame Zeit des Glaubens ließ sie opfern.

Hier darf man nicht alleine durchlaufen, so hatte ich zusammen mit ein paar jungen Leuten eine sehr nette Führung auf Englisch. Staunend kann man die verschiedenen Etagen mit noch zum Teil erhaltenen Figuren betrachten. Ganz bis in die unterste Etage kann nicht ausgegraben werden, damit würde alles zusammen brechen, so wie leider die Huaca del Sol, die von Grabräuber fast zerstört wurde. Heute nur noch ein großer Sandhügel.

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Chan Chan aus der Chan Kultur, konserviert im Sand seit 1300  …

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Die Reste der Mauern werden geschützt vor dem „Ninos“ Regen.

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Huaca de la Luna aus der Moche Kultur, Pyramiden, die 700 Jahre vor Chan Chan erbaut wurden.

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10 Stockwerke wurden hier aus Lehmziegeln errichtet. Nur an dieser Wand kann man sie noch erahnen.

Den Rückweg fuhr ich gemeinsam mit den jungen Leuten in einem Collectivo Bus, er hält fast an jeder Ecke und die Menschen stapeln sich mehr oder weniger. Interessant und sehr günstig!

Langsam hatte ich das Stadtleben völlig über, ich hatte mir zu viel angeschaut, manches purzelt sogar in meiner Erinnerung durcheinander. Vor Ecuador wollte ich nun wirklich noch ein paar Tage ausspannen und buchte mich zusammen mit den Tipps von Lonley Planet in Colan an der Küste ein, nichts ahnend wie es hier wirklich ist.

Schon 3.März, nachts.

Individuell zu Reisen erfordert eine unglaubliche Eigenlogistik, die man erst im Laufe so einer Weltreise erlernt. Will man es bequem haben, muss man kräftig dafür bezahlen. Will man es individuell haben, muss man dies mit viel Engagement und Eigeninitiative tun, was sehr viel Zeit „kostet“. Will man es bequem haben und verzichtet dabei auf Individualität, braucht man sich nur in eine Travel Agentur zu begeben, die buchen alles, allerdings zusammen mit mindestens 25 anderen und in einem Zeitlimit von wenigen Stunden – Guide inklusive, nicht immer English spoken!

Die zweite Variante ist mir die Liebste, doch nicht immer durchführbar, die letzte am wenigsten – löst bei mir immer eine Revolte aus; die erste war notwendig für die Antarktis, anders kommt man als nicht Wissenschaftler dort nicht hin – und war trotz alledem großartig wegen der vielen Wissenschaftler, die mit uns reisten!

So reise ich meist mit dem Bus in ein Zentrum und von dort je nach Gepäck und Preis mit dem Taxi zur Bleibe. Ohne Gepäck gibt es hier in Südamerika oft die Kollektivo Busse, sie sammeln bis der Bus voll ist, dies für wenig Geld. Für mich mit meiner Fototechnik hat zuerst die Sicherheit eine Priorität, das manches Mal belastend sein kann, selbst Taxis muss man sich sehr genau vorher anschauen. Registriert und dies sichtbar müssen sie sein.

 1. März in Colàn an der Nordküste von Peru.

Wieder habe ich noch viel zu erzählen von meinen letzten Wegen durch Peru, kurz vor dem Absprung in mein letztes noch zu entdeckendes Land Ecuador. Gebucht habe ich eben gerade meine endlose Bustour für den 6. März in der Nacht, ganze 12 Stunden werde ich im Dunkeln durch die Gegend schaukeln. Richtig, irgendwo zuvor schrieb ich, nicht nachts in Peru mit dem Bus fahren zu wollen. Bei diesem Beschluss wusste ich noch nicht, dass die Busse am Tag nicht fahren, so bin ich auch heute Nacht von Trujillo um 1:30 Uhr gestartet. Erst ging es mit dem Schlafbus 7 Stunden nach Piura, eine am Besten nicht zu erwähnende Stadt. Dort mit einem irrwinzigen und irrwitzigen Taxi zur lokalen Busstation, 50 km nach Colan mit einem lokalen Bus, der uns irgendwo in der Pampa aussteigen ließ, den Rest mit einem Motortaxi. Angekommen bin ich mit großer Enttäuschung und völlig erschöpft in einer Bleibe, die wohl einmal bessere Zeiten hatte. Die Lage direkt am Meer war das Einzige was stimmte und das die Wellen ständig an die Terrasse donnern. Mein Zimmer mit Meerblick musste ich mir auch noch erkämpfen.

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Colan mit Blick von meinem kleinen Balkon ….

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Kein Starnd zu sehen, auch die Hunde gehen auf dem Dach spazieren!

Eigentlich wollte ich hier vier Tage ausspannen, am Strand laufen und endlich einmal schwimmen gehen. Strand finde ich hier keinen, die kleinen halbfertigen Häuser stehen direkt am steinigen Meer, ja fast im Meer. Das wiederrum ist sehr fotogen. Laufen und schwimmen, nur im trüben Pool, angefüllt mit 20 Peruanern am Wochenende, laufen auf der staubigen Wüstenstraße!

Ein kleiner Balkon zum Meer ersetzt nun für nur noch zwei Tage das Fehlende. Hier genieße ich das Rauschen des Pazifiks und für ein paar Stunden auch die Sonne. abends und am Morgen zieht der Himmel sich zu. Dabei treffen die Wärme aus dem Hinterland auf die feuchte kältere Luft vom Meer aufeinander.

So habe ich mich jetzt arrangiert, werde mit Meeresrauschen einschlafen und wieder aufwachen, nicht jedermanns Sache; ich liebe es! Über mir schweben Pelikane und riesige Albatrosse, mit einer Flügelbreite, die ich von der Antarktis nur kenne. Den Namen muss ich noch herausbekommen.

 

Einschub meiner sozialen Ideen.

„Nach einem kleinen Balkon Nickerchen kam mir meine adaptierte Idee der Ninos Hotels in den Sinn. Es sprudelte nur so in meinem Kopfe herum. Die Ninos Idee wird wohl nur ein kleiner Teil meiner eigentlichen Idee werden, doch zusammen mit Allem was mir durch den Kopf geht, kann dies ein tolles Projekt werden.

Im Großen und Ganzen wird aus Allem zusammen wohl eine Art Foundation entstehen, damit dies auch rechtlich Hand und Fuß hat. Das ist allerdings nur der äußere Rahmen, den ich vorerst nur im Hinterkopf haben möchte, rechtliche Dinge verhindern oft jegliche Ideen!

Myanmar und Kambodscha, vielleicht nehme ich auch noch Kapstadt mit einem Teil der Township hinein. Jeweils habe ich persönliche Kontakte und Menschen die vor Ort leben. Ich selber sehe mich als Mittler zwischen meinen Projekten. Mit dabei werden sich hoffentlich viele engagierte Menschen beteiligen. Menschen, die mit entwickeln, mit den unterschiedlichsten Wissen. Menschen, die sich finanziell beteiligen, Menschen vor Ort, die durch Weiterbildung diese Projekte durchführen können…….!

Meine Aufgabe wird jetzt erst einmal sein, alles inspirierende, Gesehene an Ideen zu einem Ganzen werden zu lassen. Eines steht auf jeden Fall fest, der Nutzen gehört den Menschen der jeweiligen Projekte“!

Wenn ich an einem Ort weile, ohne auf Entdeckertouren zu gehen, habe ich Zeit meinen vielen Gedanken freien Lauf zu lassen. Einige davon gehören mit in meine Geschichte, stellte ich doch einst die Frage:

Was macht es mit mir“? ….

  1. März, 22:35 in Colan an der Küste von Nord Peru, 2 Tage Auszeit!

Denke die ganze Zeit darüber nach, warum es mir so schwer fällt mich auf mein nach Hause Kommen zu freuen. Was hindert mich daran?

Vor diesen fragenden Gedanken war ich mit meinen ganzen Ideen beschäftigt, die ich alle so in der nächsten Zeit in die Tat umsetzen möchte. Große Dynamic in mir, voller Kreativität und dem Drang es zu verwirklichen. Kaum denke ich an mein Zuhause wird mir ganz anders zu Mute. Kein Hund begrüßt mich und begleitet mich an meiner Seite. Arbeiten wie bisher, nein nicht alleine! Ich brauche um mich herum aktiv denkende Leute, die ich mit reißen kann und die mich inspirieren. Dies war einer meiner Fehler der letzten Jahre, zu viel alleine gearbeitet!

Also raus aus diesen vier Wänden und ein Team zusammenstellen! …… Wer ist mit im Team?

Doch der Schlüsselgedanke kam mir gerade eben. Hier und jetzt auf meiner Reise bin ich weit entfernt genug, um Abstand zu Allem zu haben, frei genug um mich auch frei zu fühlen, von all den Verpflichtungen, die ich die letzten Jahrzehnte gerne ausgefüllt habe, doch für mich persönlich heute so nicht mehr funktionieren.

So empfinde ich heute Respekt davor und traue mir noch nicht so recht, auch vor Ort wirklich frei mich zu fühlen, kenne ich mich doch zu gut!

Es ist mir sehr wichtig, dass ich meine Ideen auch in die Umsetzung bringe. Es hat lange in meinem Leben gedauert, mein Eigenes soweit zu bringen, dass ich genau weiß was mir wichtig ist. Das ist natürlich meine Familie, das wird immer so bleiben, doch sind alle inzwischen erwachsen. Jetzt entwickele ich meine ganz eigenen Dinge in dieser Welt!

Meine Ziele und Visionen sind klar – Verhinderungen werden beseitigt!

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8. März, in Guayaquil Ecuador.

Seit gestern Morgen bin ich nun in meinem letzten Land der Weltreise angekommen. Wieder wohne ich hinter sehr alten Gemäuern, nur sind diese Mauern aus Holz gebaut. Ein ganzes Viertel, San Penas, wird hier vom „Ministerio Cultura“ geschützt, gelegen auf einem Hügel über der sonst eher modernen Stadt. Die Villa „Cino Fabiani“ wird auch als Theater und für Ausstellungen genutzt. Beschreiben kann man diesen Ort kaum, da reicht die Vorstellungskraft kaum aus. In der Mitte wieder ein Innenhof, zu einer kleinen Bühnenseite offen, der Blick geht direkt auf einen riesigen Wassertropfenden Felsen mit tropischen Bewuchs. Mein riesiger Raum geht davon ab, gebaut eigentlich wie ein Holzverschlag in gigantischer Höhe. An den Wänden hängen große Fotos und Plakate unter anderem von James Dean, zwei große Fans sorgen für etwas Wind und ein kleiner Balkon zur Straße für den Romeo und Julia Effekt – wie schon gesagt, es lässt sich nicht wirklich beschreiben!

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Der Innenhof, gleich Theatersaal der Casa Cino Fabiani …

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Mein Fenster von aussen …

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San Penas, ein wunderschönes Viertel,

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….. von dem man alles in Guayaquil herrlich erreichen kann …

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und diese Urtiere Leguane begegnen einem manches Mal auf dem Fussweg.

Auch hier wurde ich nach meiner Höllen Nacht Busfahrt herzlich am frühen Morgen empfangen von Analdo, einem perfekt Englisch sprechenden Ecuadorianer. Höllen Bustour, weil ich schon am letzten Tag in Colan zum ersten Mal auf meiner Reise mit den Magen und Darm durch etwas Essbarem verdorben habe. Die letzte Nacht verbrachte ich nicht im Bett, sondern auf dem stillen Örtchen. Wie soll ich nur die Nacht im Bus überstehen? So holte ich meine kleine nie genutzte Apotheke hervor und schluckte „Hammertabletten“ dagegen. Eine Lösung, die mich Reisefähig machte, doch die Bauchschmerzen blieben.

Am Nachmittag startete ich meine Tour wieder mit Collectivo, lokal Bus, Taxi etc. bis ich zur internationalen Busstation kam. Hier wurde ich meine großes Gepäck los und begab noch einmal zum Plaza del Armaz, dieses Mal von Piura. Gegessen hatte ich bis dahin noch nichts. Eine Suppe würde mir jetzt gut tun, dachte ich. Tatsächlich fand ich ein Lokal, die mir eine Sopa de Pollo servieren konnte, mit Genuss löffelte ich die Brühe – was für ein herrliches Gefühl nach der Tortur.

Unser Bus startete um 20 Uhr, wie immer hatte ich einen bequemen Schlafsessel, nur fehlten bei diesem Unternehmen eine Decke und das Kissen, doch die Klimaanlage war sehr aktiv. Aktiv war ebenfalls der Fernseher, 80 cm vor meiner Nase, beschallend von oben mit einer Lautstärke für Schwerhörige. Auch mein mehrmaliges Bitten, dies doch abzustellen verhallte im Nichts, hinter mir schaute und hörte man zwei Actionfilmen schließlich zu. Gegen 23 Uhr wurde es endlich still, nur wie wird mir bloß wieder warm, meine Jacken waren im Bauch des Busses verstaut.

Schlafmaske auf, Ohrstöpsel und selbstumarmen und tief durchatmen war meine versuchte Methode. Mitternacht, alle müssen ihre Pässe vorzeigen, an der Grenze waren wir allerdings noch nicht? Eine Stunde später ging es weiter bis 2:30 Uhr – Grenze zu Ecuador. Nun mussten wir zwei Stunden auf unseren Beinen stehen, ich immer meinen schweren Fotorucksack auf dem Rücken. Etliche Leute hatten ihre Papiere nicht in Ordnung, dies dauerte ewig und war schon Nervenzerrend.

Die letzten Kilometer schaffte ich es wohl aus völliger Erschöpfung auch ein wenig zu schlafen, um acht Uhr am Morgen war ich in Guayaquil – Höllentour!

Arnaldo gab mir alle nötigen Informationen, brachte mich sogar noch ein Stück des Weges und erklärte mir die Stadt von hier oben aus, no go Viertel und Viertel, die ohne Probleme zu begehen sind.

Ich hatte schon vorher beschlossen mich direkt von hier aus zu den Galapagos Inseln aufzumachen, Guayaquil ist der beste Ausgangspunkt dort hinzufliegen. Auch bekam ich zwei Agenturen für die Organisation genannt. Mein Plan war es, die Inseln zum Teil alleine zu erobern und vor Ort ein Schiff für eine Rundreise zu finden. Ja, das ist schwierig, wirklich nicht vertrauensvoll und alleine kann man nur auf die drei bewohnten Inseln gelangen. Die Tagestouren kosten meist so um die 100 $ ……!

Die Galapagos sind genau wie die Antarktis geschütztes Gebiet, somit wird jeder Schritt dorthin mit sehr vielen Auflagen und Geld belegt. Somit habe ich tatsächlich gestern schon von hier eine achttägige Schiffstour auf einem recht kleinen Boot gebucht und danach bleibe ich noch auf eigene Faust ein paar Tage dort. Somit werde ich also am 10. März eines meiner großen Abenteuer dieser Reise starten!

Danach fliege ich nach Quito, allerdings nur als Zwischenstopp, möchte ich noch einiges mehr von Ecuador sehen, dies allerdings im Zeitluppen Tempo. Zum Glück ist Ecuador nicht so groß wie Peru.

 

Im Inka Reich – von Cusco bis zum grandiosen Machu Picchu, eines meiner größten Erlebnisse.

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Cusco hat nicht nur Vorzeigegassen ….

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Des Schusters Arbeitsplatz ….

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Türwächter ….

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Getragen wird hier alles in großen Tüchern gewickelt.

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Außerhalb der Touristenpfade.

10. Februar in Cusco

Die Nacht war dank der „Attitude“ von 3450 m nicht gerade der Hit, an Tiefschlaf war nicht zu denken. Der Körper muss sich erst langsam daran gewöhnen. Deshalb bin ich in Indien über Kaschmir langsam nach Ladakh gereist, Leh die Hauptstadt liegt 3500 m hoch.

In Cusco muss ich nun auch noch einige Hügel erklimmen um alles zu erkunden, etwas besser als gestern Abend ging es schon, der Kopf hämmert nicht mehr so. Nun nahm ich auch wieder meine große Kamera mit, in Lima traute ich mich nicht. So machte ich mich gleich Bergauf durch kleine nicht touristische Gassen auf. Da bröckelt es kräftig an den Fassaden und Dächern. Ich hatte schon gelesen, dass sich die Bevölkerung die Mieten im Centrum der Attraktionen nicht mehr leisten können.

Später besichtigte ich die riesige Kathedrale, die schönste bisher, überladend mit Gold und Silber, Gemälden und Schnitzereien. Totales Fotoverbot herrschte dort, selbst als ich verstohlen zwei Fotos mit meinem Iphone machte, wurde ich sofort aufgefordert diese im Beisein zu löschen und das mir!

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Die prächtige Kathdrale von Cusco!

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Plaza de Armas.

Müsst ihr halt selber vorbei kommen, der Machu Picchu ist nicht weit von hier.

Gestern Abend hatte ich durch Zufall den Central Markt entdeckt, die meisten Stände waren allerdings schon geschlossen, so wollte ich heute dorthin. Wo lag er nur, gestern darüber gestolpert, heute musste ich lange suchen. Mit einigen Umwegen gelangte ich auch dorthin. Eine große offene überdachte Halle, gefüllt mit den typischen, sehr bunten Andenstickereien, Alpakawolle und anderen Andenken. Weiter in der Mitte wurde es schon typischer, Obst, ganze Schweine, Hühner, Gemüse, Brot, Käse und Getreide, alles was zu einem Anden Lebensmittelmarkt gehört, dazwischen thronten oder hockten in Andenkleidern Frauen und Kinder, beim Fleisch eher die Männer. Herrliche Motive für mich, doch nicht jeder wollte fotografiert werden. Auch hier besteht ein großer Unterschied zu den Ostasiatischen Menschen, die sich begeistert lächelnd der Kamera stellen. Allerdings denke ich auch, dass die Menschen hier von zu vielen Touristen fotografiert werden, einige halten schnell die Hand auf und wollen dafür Geld nehmen. Mein Wunsch ist nun um so größer noch in die umliegenden Dörfer zu gelangen und auf unverfälschte Landbevölkerung zu treffen.

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Zentral Markt in Cusco ….

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Farbig ist nicht nur das Obst…..

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Ein freiwilliges Lächeln ….

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…..

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Farbenfroh!

Inzwischen sitze ich in meiner Oase, dem kleinen Ninos Hotel, das noch eine ganz besonders großartige soziale Komponente hat. Vor 20 Jahren kam Jolanda, eine Holländerin nach Cuzco, entdeckte die vielen armen und hungernden Kinder auf der Straße. Kehrte nach einem halben Jahr mit gesammeltem Geld zurück, entwickelte eine großartige Idee die Kinder von der Straße zu holen und lebt seitdem hier.

Zuerst nahm sie selber die Kinder in ihre Obhut, bis sie auf die Idee kam sogenannte Kinderrestaurants aufzubauen. Gleichzeitig baute sie ein erstes kleines Hotel auf, das die Finanzierung sicherstellen sollte. Ihre Idee hat sich inzwischen großartig weiter entwickelt. Zwei kleine Hotels und seit kurzem eine Hazienda außerhalb finanzieren einen Teil ihrer fünf Kinderrestaurants, in denen sie inzwischen 600 Kinder versorgt, sie weiterbildet, mit Sport und medizinisch und mit anderen Dingen versorgt, alles gestaltete sich als ein Non Profit Unternehmen.

In einer viertel Stunde kann ich dies alles selber erleben und mir anschauen – endlich wieder ein Projekt für meinen Sozial Pass, „Glaube; Liebe, Hoffnung“! Gleichzeitig denke ich darüber nach diese Idee zu adaptieren und nach Myanmar oder/und Kambodscha zu übertragen, in beiden Ländern habe ich persönliche Kontakte. Erst einmal anschauen!

13. Februar in Ollantaytambo

Ollantaytambo befindet sich wenige Kilometer von Machu Picchu entfernt, jeder der dort hin möchte muss hier durch. Entweder 43 km den Inka Trail wandern oder mit der Perurail, der berühmten Eisenbahn mit Glasdach 1 ½ Stunden fahren, anders ist Machu Picchu nicht zu erreichen. Der Inka Trail wird jedes Jahr im Februar gesperrt, Regen weicht ihn zu sehr auf und er wird wieder hergerichtet um diese Zeit.

Gestern Nachmittag bin ich in Ollanta, so die offizielle Abkürzung, angekommen, es regnete in Strömen, enttäuscht war ich zu erst – also doch die falsche Jahreszeit!

Erst noch einmal wieder zurück nach Cuzco und das Ninos Projekt, welches ich drei Tage zuvor besichtigt habe. Ruth, eine Peruanerin mit einem deutschen Namen, selber hatte sie keine Ahnung davon, führte mich zu einer dieser Kinderrestaurants zwei Straßen weiter. Zu meiner großen Enttäuschung stand gerade alles Kopf, wegen Renovierungsarbeiten. Erst jetzt erzählte mir Ruth, dass die langen Ferien vom Dezember bis März dafür genutzt werden, alles wieder auf Vordermann zu bringen. So standen die Möbel aufgetürmt herum und es wurde alles in wunderschönen Farben gestrichen.

Ja, und wo sind die Kinder jetzt? Meist gehen sie in den Ferien zu den Großeltern …..! Straßenkinder die zu ihren Großeltern gehen passte irgendwie für mich nicht zusammen. Immer wieder trifft man Kinder auf der Straße, die selbstgefertigte Dinge verkaufen wollen oder auch nur herumlungern. Fast drei Monate lang sind nicht nur die Schulen geschlossen, sondern auch alle anderen Institutionen für die Kinder, so auch die Ninos Küchen. Meine Enttäuschung war groß. Ohne Kinder, die ich hier fotografieren wollte, um das Projekt mit in meinen Pass aufzunehmen, kann ich dies nicht mit nach Hause nehmen. Wie soll ich dieses Projekt vorstellen, leere Küchen und mit Baustellen?

Trotzdem versuchte ich zu Jolanda Kontakt aufzunehmen, letztendlich ist es mir nicht gelungen, da sie nirgends zu sehen war. Als Antwort bekam ich von Ruth, dass sie großen Stress hat, nicht nur die Küchen werden renoviert, sondern auch das zweite Hotel; ich habe es mit eigenen Augen gesehen. In 2 Wochen soll das eine wieder eröffnet und das andere, in dem ich wohnte, renoviert werden. Vielleicht morgen, dachte ich mir so neben bei.

Den Abend verbrachte ich in eben diesem kleinen Hotel, dass auch ein nettes Restaurant mit einem Kamin hatte, saß dort lange mit Laptop und kleinem Abendbrot. Plötzlich wurde ich vom Nebentisch angesprochen, ein älteres Ehepaar mit ihrer Tochter saßen dort. Sie waren Amerikaner, deren Tochter in Lima verheiratet ist und machten mit ihr zusammen Urlaub in Peru.

Wir kamen in ein sehr nettes Gespräch, unterhielten uns über Peru, über meine Eindrücke, meine Reise und vieles mehr. Meg, ihre Tochter lebt schon seit 5 Jahren in Lima mit ihrer kleinen Familie, zwei kleine Kinder. Das kleine Mädchen ist genau einen Tag älter als meine Enkelin Emma. Für den nächsten Morgen vereinbarten wir uns zu einem gemeinsamen Ausflug in die Umgebung von Cusco.

Meg, die perfekt Spanisch sprach, organisierte uns ein Taxi, das uns für wenig Geld umher fuhr. Dennis, so unser junger Fahrer, brachte uns zu einem kleinen typischen Craft Market. Dort wurde uns zuerst gezeigt wie die Frauen die Alpakawolle verarbeiten, bevor sie zu Stoffen gewebt werden. Alle Frauen waren in der traditionellen Tracht gekleidet, wunderschön farbig. Für mich dankbare Motive hier mitten in der Natur. Danach führten sie uns so wie überall zu den Verkaufsständen, in der Hoffnung, dass wir kräftig zu schlagen. Jan, die Mutter von Meg ist zwar auf Shopping Tour, doch auch sie fand nur Kleinigkeiten. Ich kaufte kleine wunderbar weiche Handschuhe für meine Emma.

Noch ein Foto gemeinsam mit den Frauen bitte. Schon hatte ich einen Hut auf dem Kopf und ein großes Tuch um die Schultern, wurde in die Mitte genommen und Dennis unser Fahrer machte eine Reihe Fotos mit meiner Kamera. Inzwischen habe ich dieses Foto auf Facebook gepostet, die Kommentare: „Du fällst gar nicht auf dazwischen“. Stimmt, Hautfarbe und Haare passen gut nach Peru, nur nicht mein schmales Gesicht.

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Craft Market außerhalb von Cusco ….

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Färben der Alpaca Wolle mit natürlichen Pflanzen …

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WEben ohne Webstuhl ….

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nur mit Fingerfertigkeit!

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Im Hintergrund Inka Ruinen.

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Hut auf den Kopf und schon werde ich zur Peruanerin.

Das eigentliche Ziel waren die „Inka Salinen“ bei der kleinen Stadt Maras. Es ist unglaublich, was das Inka Volk hier um 1540 erbaut hat. Eine kleine heiße Salzquelle speist eine riesig erbaute Terrassenlandschaft, die sich talwärts erstreckt. Die Mauern sind inzwischen mit den Salzkristallen hart verkrustet und halten schon seit so vielen Jahrhunderten. Wie kleine Teiche, die sich an den Hang schmieden schimmert das flache Wasser auf diesen Salinen bis es trocknet und so das Salz gewonnen werden kann. Ich konnte aus der Ferne einen Mann erkennen, der einen großen Salzsack auf den Rücken tragend nach oben transportierte, eine mühsame Angelegenheit.

Staunend und tief begeistert von dieser Schönheit und der Bauweise dieser historischen Inka Kultur, machten meine Kamera und ich kletternd einen Ausflug durch dieses Gelände.

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Inka Salinen …

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Sie werden schon seit 1540 genutzt ….

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Schwerstarbeit hier die Salzsäcke herauf zutragen.

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Diese kleine Salzquelle füllt die gesamten Salinen.

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Sehr salzig, ich habe es probiert!

Nach ein paar kleinen Abstechern brachte uns Dennis wieder zu unserem Ninos Hotel, auch begann es zu regnen. Gemeinsam gingen wir noch in ein wunderschönes Restaurant und füllten unsere hungrigen Mägen mit peruanischen Köstlichkeiten. Für mich war es sehr interessant, da Meg mich mit sehr vielen Informationen und Tipps ausstattete, auch weiter bleibt sie mir als Ratgeberin via Mail erhalten. Ja, und in Washignton habe ich jetzt auch eine Adresse, umgekehrt natürlich auch! Was für herrliche Erlebnisse ich immer wieder durch meine Reisekontakte habe.

Cusco hat für mich einen einzigen Fehler, es liegt einfach zu hoch. In 3400 m finde ich auch in der dritten Nacht keinen tiefen Schlaf und nicht nur ich, auch die Amerikaner. Inzwischen fühlte ich mich ziemlich ermattet, trotzdem machte ich mich noch nach dem Essen in das Inka Museum auf, von dieser faszinierenden Zeit möchte ich noch mehr verstehen.

Das Museum gab mir zwar einige Informationen, doch erschien es mir nicht sehr gut durchdacht, mehr eine Sammlung aus vielen Dingen dieser Zeit. Erschöpft ging ich zurück ins Hotel. Dort empfing mich Meg mit der Einladung auf ein Glas Wein, ich musste mich erst einmal etwas ausruhen. Völlig erledigt raffte ich mich nach zwei Stunden noch einmal auf, da waren auch sie inzwischen auf ihren Zimmern. Wie ich am Morgen erfuhr, erging es ihnen wie mir.

Auch diese Nacht schlief ich nicht wirklich tief, nur die Erschöpfung ließ mich etwas mehr versinken. So entschied ich sehr spontan, Cusco erst einmal zu verlassen und eben nach Ollantaytambo zu fahren.

Dennis, unser Taxifahrer von gestern hatte mir schon ein günstiges Angebot gemacht, nur anrufen! Erst brauchte ich eine Unterkunft, jedes Mal wieder eine Herausforderung. Wo ist die beste Lage, ruhig, trotzdem in Zentrum Nähe, wo ist das Zentrum, wo die Sehenswürdigkeiten …..? Langsam bin ich geübt darin, Karten zu entziffern und mir etwas entsprechendes herauszusuchen. Alles, was sich in der Nähe von Machu Picchu befindet ist überteuert. Ich wollte mir etwas Günstiges suchen, da alles Nötige drum herum schon seinen Preis hat. Ab Ollanta muss man die Bahn nehmen und die wissen wie sie an ihr Geld kommen, als einzige Möglichkeit momentan dorthin zu kommen.

17. Februar, schon wieder zurück in Cusco.

Vier wunderbare Tage in Ollantaytambo liegen hinter mir, ereignisreich und tief bewegend. Da blieb mir keine Zeit zum Schreiben und Fotos bearbeiten. Wieder wohne ich für zwei Nächte im Ninos Hotel, ein Gefühl nach Hause zu kommen kam kurz bei mir auf.

Seit dem Frühstück sitze ich in dem kleinen Restaurant zusammen mit meinem Mac, bearbeite meine Peru Fotos und fange jetzt endlich an zu schreiben an, inzwischen ist es Mittag. Da ich morgen zum Titicacasee nach Puno weiterziehe, werde ich heute einen Schreibtag einlegen, in dieser netten Bleibe ein Vergnügen.

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So konnte ich heute auch die Gründerin des Ninos Projektes Jolanda als sehr taffe Geschäftsfrau bei einer geschäftlichen Besprechung erleben. Dabei habe ich entschieden, dass sie nicht zu unserem kleinen Glaube, Liebe, Hoffnung Projekt passt. Ihre Idee ist großartig, ich kann nur jedem empfehlen sich in Cusco in eines der Ninos Hotels zu begeben und sich das Projekt mit eigenen Augen anzusehen.

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Ich selber nehme diese Idee mit nach Hause und versuche dies in Kambodscha oder/und Myanmar zu adaptieren, suche schon jetzt nach kräftiger Unterstützung und einem engagierten Team! Bitte melden unter karin.falk@onlinehome.de

So fuhr ich also am 12. Februar mit Dennis nach Ollantaytambo, fühlte mich allerdings so alleine mit diesem etwas undurchsichtigen Burschen nicht ganz wohl. Es sprach kaum ein Wort Englisch, was mir am Tag zuvor durch Megs Spanisch nicht auffiel, sie meinte zu mir, er sei ein guter junger Mann. Am Morgen hatte ich mich sehr schnell wegen meines Schlafmangels zu diesem nächsten Schritt entschieden, hatte dabei völlig vergessen, dass ich nicht genügend Bargeld mehr besitze. In Ollantaytambo soll es laut Travel Guide keinen Automaten geben.

So sagte ich zu Dennis, er möge mich bitte zu einem ATM Automaten bringen, er verstand es erst nicht, so zeigte ich ihn meine Visa Karte – er verstand. Kurz darauf kamen wir zu einer alltäglichen Polizeikontrolle, Dennis drehte mitten auf der Straße um. Jetzt kam bei mir Panik auf; wie bescheuert konnte ich nur sein, ihm auch noch meine Visa Karte zu zeigen, warum dreht er jetzt um, hält an und grient mich auf meine Fragen nur an – bist doch wirklich selbst Schuld, wenn du jetzt ausgeraubt wirst!

Kurze Zeit später drehte Dennis noch einmal und fuhr an der Polizei vorbei; verstehen konnte ich es nicht. Sehr angespannt saß ich neben ihm, schaute auf meinem Iphone in meine Galileo App, ein offline Kartensystem und verfolgte so unsere Strecke, ließ dies auch Dennis wissen. Die ganze Zeit war er sehr freundlich und wir versuchten uns mit meinem kleinen Spanisch Verständnis zu unterhalten, langsam entspannte ich mich wieder.

In der nächsten Stadt brachte er mich zu einer ATM Maschine, bewachte mich aus dem Auto und alles war in Ordnung. Diesen Vorgang kannte ich schon aus Indien, Ali mein Driver in Delhi tat das Gleiche. Es regnete inzwischen in Strömen, auch nicht gerade erheiternd – nach zwei Stunden stand ich wohl behalten vor meiner sehr einfachen Bleibe in Ollantaytambo, Dennis trug noch meine große Tasche die Treppe hinab und wollte mich gerne in vier Tagen wieder abholen. Diese kleine Panikattacke war absolut unnötig, doch gleichzeitig auch ein Warnschuss an meine Aufmerksamkeit nicht leichtsinnig zu werden.

In meiner günstigen Bleibe buchte ich dank der großartigen Hilfsbereitschaft von Carlos, der das Casa de Mama leitete, mein Perurail Ticket nach Aguas Calientes, die letzte Stadt vor Machu Picchu, ein schwieriges Unterfangen. Jegliche Buchung um zum Machu Picchu zu kommen geht nur mit großen Formalitäten, ohne Pass darf man dort kaum umher laufen! Nun noch das Machu Picchu Eintrittsticket, noch schwieriger, doch gelang es mir später selber. Carlos meinte, dies sei in Cusco mit einer der vielen Agenturen um einiges einfacher, doch ohne Aufpreis bestimmt nicht zu haben. Alles in allem kommt man nur mit $ 210 dorthin, es sei denn man ist nicht im Februar hier und läuft die 43 km auf dem Inka Trail, dann bleibt nur noch der Eintritt von $ 65 übrig.

Diese ganze Prozedur nimmt trotzdem nicht den Zauber dieser unglaublichen, fast mystischen Anden Gegend. Schon in Ollantaytambo ist man umgeben von Inkabauten, die an den Andenhängen kleben. Vier Tage lang bin ich fast nur geklettert und das Schönste, bei fast strahlend blauem Himmel. Die Wolken dazwischen haben diesem Ort noch mehr Erstaunliches gegeben.

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El Valle Sagrado de los Incas, das heilige Tal.

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Inka Ruinen in Ollantaytambo

So wie jede noch so kleine Stadt, gab es auch hier den „Plaza de Armas“, immer der Mittelpunkt des Lebens. Am Nachmittag kam auch die Sonne wieder heraus, mein Hunger trieb mich erst einmal in ein kleines Restaurant, auf diesem Platz gab es eine große Auswahl. Zu ersten Mal probierte ich ein Alpaca Steak in pfeffriger Sauce, sehr lecker, zart und nicht teuer. Auf dem nahe liegenden Markt kaufte ich mir etwas Obst und vertrieb mir die Zeit mit dem Beobachten der Menschen auf diesem Platz. Ein buntes Bild mit vielen in den Andentrachten gekleideten indigenen Menschen, die hier in Ollantaytambo und Umgebung zahlreich leben. Kleine Mädchen verkaufen Armbänder und Schlüsselanhänger, auch ich ließ mich von ihrem Charme erweichen und kaufte zwei Armbänder. Dafür wurde ich kräftig umarmt und Fotos durfte ich auch von ihnen machen.

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Auf diesem Platz traf ich immer zu auf interessante Reisende, natürlich alle auf dem Weg zum Machu Picchu. Einen Abend war es ein Pärchen aus Kanada, die sich begeistert meine Geschichte anhörten oder ein Pärchen aus Ecuador mit perfektem Englisch. Sie gaben mir reichlich Tipps über ihr wunderschönes Land, so ihre Aussage. Einen anderen Abend war es ein Honeymoon Pärchen aus Virginia, wir saßen zusammen im Zug auf der Rückfahrt von dem Machu Picchu. Es macht mir immer wieder großen Spaß mit eigentlich fremden, fast immer jungen Menschen so einfach in Kontakt zu kommen, so erfährt man vieles mehr von dieser Welt.

Da mein Zugticket mir den Termin für meinen Besuch zum Machu Picchu auf den 15. Februar vorgab, erstaunlich wie viele Menschen in der sogenannten Regenzeit sich hierher begeben, hatte ich zwei Tage Zeit mir die Ollantaytambo Ruinen und die wunderschöne Anden Natur anzuschauen.

Ollantaytambo liegt in dem sogenannten El Valle Sagrado de los Incas, dem heiligen Tal, das bis nach Machu Picchu und weiter führt, geformt durch verschiedene Flüsse besonders rauschend ab Ollantaytambo bis Machu Picchu hinaus. Seitlich erheben sich maistätisch die hochragenden Anden, die noch in großer Höhe grün bewachsen sind. Von allen Seiten rauschen kleiner Flüsse aus den Bergen hinab, die Talränder bewachsen mit Eukalyptus Bäumen, einst gepflanzt von den Spaniern. Heute dienen sie der zum Teil sehr armen Landbevölkerung als Heilmittel und Lebensunterhalt.

Den ersten Morgen erstieg ich schon früh am sonnigen Berghang die Inka Ruinen von Ollantaytambo noch bevor die Busse hier einfielen. Immer wieder habe ich mich gefragt, wie die Inka diese Steine so behauen konnten, dass sie noch heute so perfekt aufeinander passen. Erzählt wurde mir, dass sie diese nur mit Steinen bearbeitet und am Ende mit kleinen Kieseln poliert haben. Nachgelesen habe ich, dass die Inka natürliche Brüche und Steinlawinen nutzten. Transportiert sollen sie nur mit viel Körperkraft und Seilen worden sein. Die Steine, die oft ein Gewicht von mehreren Tonnen hatten, wurden erst nur grob behauen, weitere Arbeiten führten sie an Ort und Stelle aus.

Vor diesen riesigen Steinwänden stehend, kann ich dies kaum glauben, auch ist das Gelände der Anden nicht gerade eine einfache Fläche zum Transportieren. Staunend erkletterte ich fast jeden Winkel, immer wieder durchbrochen mit wunderschönen Ein- und Ausblicken. Auf den Terrassen, die für den Gemüseanbau genutzt wurden, entdeckte ich so manche Pflanze aus der Heimat, hier überraschend wildwachsende Dahlien zusammen mit den hier beheimateten Kakteen, auch der Ginster hat sich hier angesiedelt.

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Die Ruinen in Ollantaytambo ….

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Llamas halten Wache….

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Bis zu den höchsten Bauten bin ich geklettert.

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Wilde Dahlien in Gemeinschaft mit Kakteen.

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Ein – und Ausblicke

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Klettern ist zu meinem neuen Sport geworden.

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Unglaublich wie diese Steine ineinander passen.

Den Nachmittag wanderte ich in ein Seitenvalley, das ich von oben entdeckt hatte, direkt an einem dieser rauschenden Flüsse entlang. Wie gut tat mir dieser Naturausflug, tief durchatmen und frische Eukalyptus durchsetzte Luft in die Lungen bekommen. Abgaswerte kennt man in Peru nicht, teilweise sollte man mit dem Atmen aufhören! Immer wieder kam ich an einigen kleinen Häusern vorbei, typisch mit Lehmziegeln und Steinen erbaut. Beeindruckend große Agaven säumen den Wegesrand, einige davon tragen endlos lange Blütenstände. Zu meiner Überraschung sind diese die Futterstände der Kolibris, die ich zum ersten Mal hier entdeckte und mit großer Schwierigkeit versuchte sie zu fotografieren. Ihre Flügelschläge sind so rasend schnell, dass sie nur als Wedel zu erkennen sind. Das ich an diesem Abend sehr müde ins Bett fiel, glaubt mir wohl jeder, auch schlafe ich in dieser Höhe von 2500 m schon etwas besser.

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Ein Seitenvalley mit Eukalyptusbäumen gesäumt

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Eine Inka erbaute Mauer trennt den Weg von kleinen Häusern ab.

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Kolibris an den Agaven Blütenständen.

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Den nächsten Morgen kletterte ich wieder munter auf der anderen Seite zu den „Pinkuyllama“ Ruinen hinauf. Nach ein paar steilen Metern hörte ich einem Gespräch eines Guides zu, der versuchte einem Paar einen Trip in ein Dorf mit Sonntagsmarkt zu verkaufen. Indigene Farmer, die auf einer Höhe von 4000 m leben, man könne auch in die Häuser hinein. Ja, so etwas ist doch genau das was dich interessiert, will ich doch auch erleben, wie diese Menschen hier wirklich leben, nicht nur wie sie Touristen das Geld aus der Tasche ziehen. Das Paar schüttelte nur den Kopf, gut für mich. Was soll das kosten? Mit einer Gruppe ein Schnäppchen, doch gab es keine Gruppe; so wurde aus dem Schnäppchen eine größere Summe, doch für mich war es eine einmalige Gelegenheit, eine Investition für einmalige Fotos.

So fuhr ich also am Mittag mit einem privaten Fahrzeug und Guide hoch hinauf bis zum höchsten Dorf „Patacauche“, höchster Punkt 4200 m. Ich war erstaunt, dass ich mich hier noch bewegen konnte, noch in der Wüste Atacama platzte mir der Kopf.

Der Sonntagsmarkt war gefüllt mit herrlich farbig gekleideten indigenen Anden Bewohnern, die alle nur in ihrer Quechua Sprache sprachen. Auch mein Guide ist hier geboren, hat in der Schule Spanisch und Englisch gelernt, was den wenigsten hier wohl gelingt.

Es war für die meisten gerade Mittag und wie auf jedem Landmarkt wird hier am Boden gekocht und gegessen. Einige tranken auch das typische Anden Getränk „Chicha“, ein selbstgebrautes Maizbier, nicht für jeden Magen geeignet, ich verzichtete auf einen Test. Natürlich freute ich mich auf großartige Motive, doch auch hier ließen sich die Menschen nicht alle gerne fotografieren; so völlig anders als in Asien. Mein Guide ließ mich vorher eine große Tüte Bonbons kaufen, die er erpresserischer Weise nun verteilte. Nicht ganz die Art, die mir Freude bereitet, mein Hinweis auf die kaputten Zähne, die ich vieler Orts schon wahrgenommen hatte, wurde von Onecarlos, so der Guidename und sicher nicht der richtige, abgewunken.

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Einige Marktportraits ….

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Wir unternahmen noch eine Kletterpartie durch den Ort, doch die meisten Häuser, an dessen Tür wir klopften waren leer, auch sie waren auf den Markt. In eines kam ich direkt in der Nähe des Marktes hinein. Eine ältere Frau öffnete ihren Hof und gleichzeitig breitete sie ihre Waren auf dem Boden vor mir aus. Nur durch einen kleinen Einkauf kam ich hier wieder heraus, für meine Neugierde gebe ich gerne etwas diesen armen Menschen, die sehr stolz sind und nur gegen Wahre etwas annehmen. Hier kaufte ich eine kleine typische Andenmütze und gab den doppelten Preis, der für unsere Verhältnisse noch sehr niedrig war.

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Hofbesichtigung

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Die Schule in diesem hohen Andendorf.

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Hier wird noch mit Lehm gebaut.

Überraschend entdeckte ich eine große Schule in diesem hohen Dorf, die bis zur Sekundärstufe geht, auch hier keine Kinder – Ferien. Auf der Fahrt hinunter nahmen wir einen der Männer aus dem Dorf mit. Beide saßen wir hinten, die Sonne schien mit voller Kraft, sodass wir alle Fenster geöffnet hatten. Gehört hatte ich, dass es der letzte Karnevaltag war und ich sicher einige verkleidete Menschen treffen würde. Diese traf ich nicht, dafür traf mich ein Eimer voll Wasser durch die offene Fensterscheibe meines Nachbarn, dem dieser Eimer gegolten hatte. Das Ziel wurde gründlich verfehlt und ich samt meiner Kamera war klitsche nass. Mein Guide beschimpfte diese „Karneval feiernden Menschen“, zu mir meinte er nur, ja heute spielen die Leute mit Wasser.

Haha, meine Kamera trocknete ich so gut es ging mit einem trockenen Zipfel meiner Jacke, setzte mich nach vorne und überlies meinem Guide den durchnässten Platz. Kamera hat es überstanden und ich blieb erstaunlich ruhig bei dieser unfreiwilligen Dusche, nur ein Trinkgeld gab es von mir nicht!

Nachdem ich mich umgezogen hatte und praktischer Weise gleich meine nassen Sachen wusch, machte ich mich etwas müde schleppend noch einmal auf zu meinem morgigen Ziel, dort hatte ich eine blühende Agave entdeckt und hoffte auf weitere Kolibris, die ich auch zu sehen bekam. Nur ein kurzes Vergnügen, um fünf Uhr wurde das Tor von einem rüde schimpfenden Wächter geschlossen, der schreiend versuchte die Menschen aus größerer Höhe hinunter zu bekommen.

So beschloss ich den Abend mit der Happy Hour und zwei Picos und Guacamole, morgen musste ich früh aufstehen, mein Zug in Richtung Machu Picchu fuhr um 6 Uhr morgens.

15. Februar auf dem Weg nach Machu Picchu.

Endlich und wie aufregend! Erst jetzt habe ich bemerkt, dass Machu Picchu ein großes Ziel meiner Süd Amerika Reise war. Im Bus, der letzten Etappe dort hinauf wurde mir am frühen Morgen ganz ungläubig rührig zu Mute; ja, gleich bist du in Machu Picchu, erst da wurde mir diese Besonderheit bewusst.

Obwohl außerhalb der Saison, eigentlich Regenzeit, der Zug und die Busse waren bis auf den letzten Platz besetzt. In Aguas Calientes, der Ort, bevor die Busse den Berg hinauf klettern, war mit tausenden Touristen aller Couleur gefüllt. Da kann man von Glück sagen, dass die Zahl der täglichen Besucher sich nicht mehr als auf 1200 beschränkt und diese verteilen sich auch noch durch Zeit und Größe des ganzen Gebietes.

Erhebend, grandios und hoch emotional, ich bin wirklich in Machu Picchu! Hatte ich zuvor reichlich Bilder und auch Videos von diesem Ort gesehen – so weit weg schien mir dieser Platz von meiner eigenen Welt entfernt zu sein und nun war ich mitten drin, zusammen mit Sonne und mystisch wirkenden Wolken, die an den Anden klebten – mitten im hochliegenden Dschungel!

Meine spätere Fotodurchsicht zeigte mir plötzlich all die Bilder, die ich vorher nur vom Fernsehen kannte, doch diese Fotos hatte ich alle selber gemacht und war sieben Stunden mitten drin. Habe mir stundenlang die Beine müde geklettert, zum Teil völlig Atemlos gewesen, zu wenig Wasser dabei gehabt und nur mit einem Apfel ausgerüstet, eindeutig zu wenig für diese Kletterei. Doch die Großartigkeit dieses Ortes und die Gewissheit hier wohl nicht noch einmal herzukommen, ließ mich immer weiter klettern – grandios, überwältigend, staunend über diese Architektur!

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Immer weiter ging es hinauf …

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Noch schwebten einige Wolken umher.

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Am Morgen ….

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viele Treppenstuffen …

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Trapezförmige Bauweise, eine sehr stabile Konstruktion….

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Inka Wohnungen …

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Im Hintergrund der Waynepicchu, der kleine Picchu. Auch ihn kann man besteigen, dazu muss man allerdings Monate vorher ein Ticket kaufen.

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Hier kommt man sich ganz klein vor.

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Die Terrassen gehen steil in die Tiefe….

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Was für eine Passgenauigkeit, als ob es gerade erbaut wurde …

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…..

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Ringsherum dunkle Wolken, doch die Inka Stadt ist von der Sonne erleuchtet!

Endlich musste ich mich losreißen und nach unten klettern, ich konnte einfach nicht mehr – Donner grollen über den Anden. Passender ging nun wirklich nicht. Noch hatte ich gute zwei Stunden Zeit um den Zug zu bekommen. So ganz wollte ich aus dieser Welt noch nicht hinaus, so bestellte ich mir auf einer Terrasse mit Blick auf die Anden eine große Empanada, Happy Hour Pisco Sour und eine große Flasche Wasser. Wie in einem Kino mit Panorama Leinwand saß ich hoch oben und schaute mir den Film: „ Die Anden im Gewitter“ an, was für ein Abschluss!

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Danach folgte ein Gewitter.

Unten in Aguas Calientes hatte ich noch Zeit durch die Straßen zu schlendern, die besonders durch die Bahn Perurail geprägt wird. Mitten durch die engen Gassen fährt dieser Zug, laut hupend mit der Geräuschkulisse des rauschenden Rio Vulcanes, der ebenfalls Ohren betäubend durch die Stadt zieht. Auch hier eine Filmreife Bühne!

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Bühne frei für den Perurail ….

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mitten durch Aguas Calientes….

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Ohne diesen Zug wäre diese Stadt von der Welt abgeschnitten.

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Plaza ….

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mit seinem Monument!

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Adios Machu Picchu!

Neben den Einheimischen prägen die Touristen, allesamt mit Rucksäcken und Trekkingschuhen, gut behütet und mit Wasserflaschen ausgerüstet, das Bild dieser kleinen „Vorstadt“ der Machu Picchu Großstadt, die sie einmal um 1540 war.

Was hatte ich für ein unbeschreibliches Glück mit dem Wetter, seitdem ich hier bin scheint meist bis zum späten Nachmittag die Sonne. Noch vor ein paar Tagen soll es hier den Tag über durchgeregnet haben.

Glück zu haben verfolgt mich schon sehr lange auf meiner jetzigen, über zehnmonatigen Reise und wird mich weiter begleiten!

Auch die fast nächtliche Zugfahrt in dem beinahe luxuriösen Perurail, jeder hatte einen Tisch eingedeckt mit Sets und Besteck vor seinem Platz. Was auf den Teller kam, war weniger berauschend – dies war mir völlig egal, die Unterhaltung mit dem Pärchen aus Virginia hat die Zugfahrt viel mehr bereichert.

Ein Resümee Rotweinglas trank ich noch auf dem Plaza de Armas, traf dabei auf das Pärchen aus Ecuador – was für eine Fülle an diesem einen Tag!

Gestern wurde zu einem Organisationstag, alles fiel mir schnell und leicht. Via Minibus fuhr ich dieses Mal zurück nach Cusco, für ganze $ 2,50, wurde per Zufall direkt vor meinem Ninos Hotel rausgelassen. Wie schön wieder hier zu sein, die erste warme Dusche genoss ich aus vollen Zügen, den Luxus hatte ich in Ollantaytambo nur in Lauwarm. Morgen fahre ich mit dem Bus zum Titicacasee, zehn Stunden mit einigen Sehenswürdigkeiten unterbrochen, also Transport zuzüglich einer Guidetour, super Idee.

Ja, und heute sitze ich immer noch am gleichen Platz, inzwischen knackt der kleine Kamin und jazzige Musik spielt im Hintergrund. Mit einigen Bechern Tee und einem Cappuccino mit Rüblikuchen, den es merkwürdiger Weise überall in Peru gibt, habe ich mein Schreiben tatsächlich für heute geschafft, bleibt noch die Korrektur, die ich meistens kaum wirklich schaffe und Fotos hochladen, damit auch meine virtuellen Reisebegleiter etwas davon haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lima, die Hauptstadt von Peru – nicht gerade meine Lieblingsstadt.

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Limas gigantischer Küstenstreifen.

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Barranco, ein alter historischer Stadtteil von Lima.

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Lima aus der Sicht des berühmten Restaurants La Rosa Nautica …..

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7. Februar in Lima, Hauptstadt von Peru.

Schon so viel erlebt, warum auch immer habe ich gerade keine Lust dies aufzuschreiben? Ein Phänomen, dass mir schon öfter passiert ist. Verstand sagt, jetzt musst du langsam anfangen deine Erlebnisse zu erzählen, sonst gehen sie dir abhanden, doch mein innerer Schweinehund stellt sich dagegen. Wenn es denn plötzlich geht, erzählt sich meist alles von ganz alleine. So warte ich noch etwas auf diesen Moment!

9. Februar noch in Lima, allerdings nur noch für 4 Stunden.

Meinen Schweinehund muss ich nun endlich überwinden. Ein wenig Zeit bleibt mir noch im herrlichen blühenden Patio, Hostel del Patio ist auch der Name, mitten im rasenden Lima. Rasendes Lima – es ist unglaublich laut und verstopft, knapp 9 Mio. Menschen leben hier, 3327 Ew./km², in Hamburg sind es immerhin auch schon 2300!

Südamerikanische Hauptstädte, Buenos Aires, Santiago de Chile und nun Lima, habe ich fürs Erste genug, Buenos Aires war bei weitem mein Highlight dieser Metropolen. Eines haben sie alle gemeinsam, eine große Anzahl an wunderschönen Kolonialbauten, die als Regierungssitze, Museen, Kirchen und Kathedralen oder Gerichtsgebäude prächtig dargestellt werden. In den Straßenzügen dagegen, werden sie leider vernachlässigt und verfallen.

Lima hat von diesen Gebäuden jede Menge im alten „Central“, das ich gestern besichtigt habe. Museen, in denen man sich Tage lang aufhalten könnte, Restaurants mit delikaten Speisen, Hochhäuser und Straßenzüge, die diese Pracht kräftig nach unten ziehen, ja, diese Stadt hässlich machen und trotzdem gehört sie mit zu einem Besuch von Peru, fast ein Drittel der Bevölkerung lebt hier.

Im Stadtteil „Miraflores“ wohnt man sehr schön, ist von meiner Bleibe in 10 Minuten an der gigantischen Steilküste, Lima schwebt mit 161 m über dem Meeresspiegel, entsprechend steil fällt es an dem Pazifik ab. Das Meer rauscht mit aller Wucht grollend an die steinige Küste, einige moderne Bauten kleben an den Felsen und lassen von dort einen herrlichen Blick zu, der Wind kühlt ein wenig die heiße Luft. Für mich war dies der Ort des Durchatmens geworden, nicht wirklich ruhig, trotzdem erholsam nach den stickigen Besichtigungstouren.

Gelandet bin ich vor vier Tagen sehr spät, hinzu kam eine endlose Schlange an der Passkontrolle, große Maschinen aus Paris, Miami, Santiago etc. waren alle gleichzeitig gelandet. Zum Glück hatte ich ein Taxitransfer über das Hostel gebucht, sodass ich von Fernando empfangen wurde. Schon der Flughafen war völlig überlaufen, dies um 22 Uhr. Fernando stellte mich mit meinem Koffer an einen Pfosten ab, er musste sein Parkticket bezahlen, doch nicht nur er, 20 Minuten stand ich dort wie festgewachsen und beobachtete diese Szene.

Endlich war ich völlig ausgehungert im Hostel angekommen, fragte nach einem kleinen Lokal in der Nähe. Ja, 3 Häuserblocks weiter sind viele kleine Bars, da kannst du beruhigt hingehen, was ich ganz gegen meine sonstige Gewohnheit auch tat.

Tomaten-Bruscetta und ein Glas Rotwein zum Runterkommen. Im Reiseführer hatte ich zuvor gelesen, dass man als Frau nicht alleine in eine Bar gehen soll – man wird als leichte Beute angesehen. Nicht ich, hier sind nur junge fesche Leute, die mich vielleicht etwas schief anschauen oder ich bilde mir dies vielleicht auch nur ein! Sehr laut und stylisch ist es hier, Peru?

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Meine Oase mitten im lauten Lima.

Auf meiner Reise bin ich schon so mancher Großstadt zum ersten Mal im Dunkeln begegnet; jedes Mal etwas verwirrend, doch gleich in einer Bar bin ich wirklich noch nicht gelandet. In meinem netten Hostel bin ich wieder sicher angekommen und schlief prächtig in meinem netten Zimmer ein.

Den ersten Tag verbrachte ich damit, wie immer zu Fuß Miraflores zu erobern, wanderte durch die großen Straßen und kam an der Steilküste an. Vor mir lag ein Abgrund von 160 Metern, eine breite viel befahrene Straße trennte den steinigen Strand von dem Pazifik. Große lang auslaufende Wellen donnerten auf die Steine, die mit lautem Grollen darauf antworteten.

Farbige Mosaik geschmückte Mauern trennten den Abgrund ab, einige Zeit brauchte ich um diesen Platz in deren Mitte eine Skulptur stand zu verstehen, dargestellt wurde ein sich küssendes Liebespaar. Plaza de Amore! Es war Samstag, entsprechend viele „Amore“ Pärchen hielten sich dort auf den Mauern sitzend auf. Viel zu viele Touristen störten sie bei ihrem Date.

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Plaza de la Amore …

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Gleitschirmfliegen an dieser Küste muss ein großes Erlebnis sein. Mein innerer Schweinehund hat leider gestreikt.

Immer wieder schwebten Gleitschirme am Rand der Steilküste an mir vorbei, dies wollte ich mir genauer anschauen. Von einem grünen Plateau starteten sie im Tandem Flug immer mit einem Profi und einem zahlenden Gast. Lange stand ich fasziniert dort, das möchte ich einmal machen, aber traue ich mir das auch wirklich? Mein Nachbar kam mir in den Sinn, der sich dabei beide Beine gebrochen hatte und lange im Rollstuhl saß. Solche Gedanken sind nicht gerade Mut machend, also erst einmal beobachten, wie sie wieder landen. Ups, Beine hoch und hart auf dem Hintern landen. Das muss ich mir noch einmal überlegen, morgen ist auch noch ein Tag.

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Inzwischen sitze ich ohne Gleitschirmflug in Cuzco, den Schweinehund hätte ich gleich überwinden sollen, am nächsten Tag war ich am ganz anderen Ende von Lima und am Abend flogen sie nicht mehr.

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Das Einkaufszentrum an die Felsen geheftet, von oben hat man traumhafte Ausblicke über den Pazifik.

An diesem Samstag lief ich eine lange Strecke an dieser Steilküste entlang, vorbei an Tennisplätzen in schwindelnder Höhe, etlichen Baustellen, die es zu Hauf in dieser Stadt gibt, gearbeitet wird auch am Wochenende, bis zu einem an der Steilküste angeheftetem Einkaufszentrum „Larcano“. Die Lage natürlich grandios, entsprechend überfüllt war es dort, doch mein hungriger Magen und der grandiose Blick zog mich in ein Balkon Restaurant, unter mir die freifliegende Steilküste. Ein Platz zum Verweilen und Entspannen beim Blick über den Pazifik mit seinen langgezogenen Wellen und den Surfern. Ja, es zieht mich immer wieder ans Meer!

Am nächsten Morgen wollte ich in den historischen Badestadtteil Barranco mit dem Bus fahren, fand leider nicht die richtige Linie, stieg daher in ein Taxi. Der Fahrer brachte mich mit Spanisch – Englischen Erklärungen zum Marktplatz, zu dem ziemlich herunter gekommenen Stadtteil von Lima.

Wieder erforschte ich alle Gassen und Gemäuer, lief durch revolutionäre Straßenzüge, die mit Plakaten an großartige Zeitgenossen erinnerten und gelangte durch ein talwärts gezogenen Treppenweg direkt ans Meer. Sonntag, 9 Millionen Menschen genießen ihr Wochenende, davon gefühlt eine Mio. an diesem Küstenabschnitt mit ein wenig Sand. Mit eigenen Augen hatte ich so eine stehende Fülle im Wasser noch nicht erlebt. An einer Stelle ragte der Rettungsschwimmer Turm über den tausend Schirmen heraus, nur das Meer konnte man nicht mehr sehen. Etwas weiter schalte laute Musik zu mir herüber, natürlich wollte ich wissen was dort los war. Fünf Mädels tanzten nach rockiger Musik auf der Bühne gymnastische Formen vor, während unten meist Frauen versuchten es ihnen nachzumachen. Gymnastik im Massenformat! Lima macht sich fit! Die meisten Menschen sind Übergewichtig, nur die ganz Jungen scheinen Wert auf eine gute Figur zu legen.

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So kann man auch Hüte verkaufen, braucht nichts als sich selbst.

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Wo ist eigentlich das Wasser?

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Immer mehr wollen noch an diesen überfüllten Strand….

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Lima wird flott gemacht….

Mir wurde es nach einiger Zeit zu viel, entschied mich für den Küstenweg, wollte ich vor allem die Jetty mit einem berühmten Lokal, so wurde es mir erzählt, darauf, erkunden. Es war ziemlich heiß an diesem Sonntag, sodass ich einige Pausen am steinigen Strand einlegte, nicht zuletzt um ein paar Spritzer Wasser als Erfrischung abzubekommen.

Die Jetty war wunderschön anzusehen, doch das Lokal zu teuer und abgehoben, entsprechend war auch der Fuhrpark auf dem Parkplatz davor. Also erklomm ich wieder die Steilküste, die ich in langsamen Schritten trotzdem schneller erkletterte als so mancher junger Mensch. Mit den Kauf neuer Flip Flops, mit den alten rutschte ich schon wieder aus, genoss ich an diesem Abend die Ruhe meines kleinen Zimmers.

Montag, mein letzter Tag in Lima, wollte ich mich dem kulturellen Teil dieser Stadt widmen. Dazu musste ich das historische Zentrum in der Mitte der City aufsuchen. Den passenden Bus fand ich zwar, doch war dieser so überfüllt, dass ich mich für ein Taxi frei winkend von der Straße entschied. So saß ich in einem ziemlich heruntergekommenen Auto, fühlte mich auch hier nicht wirklich wohl, signalisierte dem Fahrer, dass ich genau weiß wo ich bin und welche Richtung er zu fahren hat. Gelesen hatte ich genug von Taxifahrern, die Touristen gerne entführen und ausrauben. Doch dieser Taxifahrer entpuppte sich als sehr hilfsbereit und duldsam; Stau ohne Ende. Eine Stunde brauchten wir für diesen Weg, heute 10 Minuten!

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Wachwechsel mit einem Konzert, jeden Tag um 12 Uhr.

So landete ich auf dem Plaza de Armas in Front des Palastes Gobierno, dem Präsidenten Palast. Pünktlich um 12 Uhr startete die Wachübergabe, ein Konzert mit Bläsern, Pauken und Trompeten, Soldaten in weißroten Uniformen marschierten über den Platz, während das Orchester ein wahres Konzert gab. Ein Schauspiel, das von vielen Menschen beobachtet wurde. Danach besichtigte ich die herrlichen Bauten, wie Santo Domingo, La Catedral und von außen diverse prächtige Paläste aus vergangenen Blütezeiten.

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Wieder nahm ich mir vor mit dem Metrobus zurück zufahren und lief durch eine endlose und hässliche Einkaufsstraße mit tausend Billigläden, entsprechende Menschen begleiteten meinen Weg. Centralstation hatte ich zwar erreicht, doch wieder warteten hunderte von Menschen auf den Einstieg, sodass mir ein Taxi die bessere Idee erschien. Ich wollte nur weg aus diesem lauten und stinkenden Gewirr, das mich kaum atmen ließ. So zog es mich wieder an die Steilküste. Mit hungrigem Magen begab ich mich wieder an den gleichen Punkt wie am ersten Tag, genoss die frische Luft und ein kleines Dinner.

Nun sitze ich in Cuzco, eine weitaus kleinere Stadt, doch nicht gerade mit weniger Leben und Autoabgasen, dazu noch diese Höhe. Meine Bleibe ist wieder einmal eine kleine Oase, scheine eine wahre Spürnase für diese Unterkünfte entwickelt zu haben. So werde ich jetzt auch erst einmal meine Nacht mit Schlaf genießen.

 

Ein Zwischenstopp, Santiago de Chile mit Prachtbauten aus der Kolonialzeit.

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Palacia de la Moneda, das Goverment von Chile.

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Ein Erdbeben in 2010 hat die Galeria de Arts sehr beschädigt.

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…. nicht das Weiße Haus!

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Im Visier das National Museum.

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Mac Museum in der Academia Bellas Artes, ebenfalls ein Museum!

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Lebendige Kunst!

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Plaza de Armes mit der „Catedral“

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Portrait Malerei – Obama war wohl auch schon einmal hier!

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Schachspiel nach Feierabend ….

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auf dem Plaza de Armas!

4. Februar, mein zweiter Tag in Santiago de Chile neigt sich schon dem Ende zu.

Kaum bin ich unterwegs komme ich nicht mehr zum Schreiben, ein Fotoeintrag auf Facebook mit meinen ersten Eindrücken von Santiago habe ich gestern allerdings geschafft.
Den heutigen Tag verbrachte ich zuerst mit der Suche nach neuen Laufschuhen, die letzten hatten in der Wüste ihren Rest bekommen, Sohle abgelaufen, verdreckt und muffig. In Santiago befinden sich endlose Straßenzüge mit günstigen Schuhgeschäften, im Sportbereich, so wie Highhills und Plateausohlen…..! Zu meinen Trekkingschuhen brauche ich leichte Laufschuhe, mit denen ich in der Stadt und auf leichten Touren laufen kann. In der Wärme mag ich meine Trekkingschuhe überhaupt nicht, sie werden schwer und fangen an zu drücken. In den 10 Monaten habe ich auf diesem Weg schon fünf Paare durchgelaufen, wüsste gerne wie viele Kilometer ich schon hinter mir habe. Nach langem Suchen bin ich tatächlich pfündig geworden; die Alten sind gleich im Mülleimer gelandet.
Mein weiteres Ziel war heute der Central Market zur Lunchzeit, eine absolute Empfehlung für jeden Besucher in Santiago. In einer wunderschön, verzierten Halle aus dem Jahre 1872 befinden sich hauptsächlich Fischstände, eher ein Fischmarkt. Dazwischen und in der Mitte haben sich zahlreiche Fischküchen und Restaurants angesiedelt; Santiago isst hier zur Lunch Zeit, dazwischen verteilen sich einige Touristen, so auch ich.

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Central Market in Santiago ..

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und sein Fischmarkt …

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mit kleinen Fischküchen ….

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direkt neben den Verkaufständen …

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Mein Blick von meinem Essplatz!

Welchen dieser mir fremden Fische suche ich mir nur aus, die Namen versuchte ich zusammen mit meinem Übersetzungsprogramm herauszubekommen. Nicht wirklich gelungen, so nahm ich das Risiko auf mich und bestellte mir ein Filet vom Albacora, mein Gaumen und Google gaben mir die erlösende Antwort, ein weißer Thunfisch; sehr saftig und zart.
Morgen verlasse ich nach langer Zeit, fast einen Monat Chile und fliege am Abend nach Lima in Peru. Chile war so überhaupt nicht geplant, eigentlich dachte ich von zu Hause aus, Patagonien zu bereisen, dabei einen Teil von Chile mit hinein zu nehmen, doch dann kam alles ganz anders.
Durch die naturereignisreiche Zeit meiner Antarktistour wählte ich schließlich eine andere Route, wollte ich mehr Kultur als Natur erleben. Die Mischung ist mir nach einer Weile gut gelungen, nicht zuletzt die Abwechslungsreiche Zeit zwischen der als UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichneten Stadt Valparaiso und der höchsten Wüste der Welt Atacama mit San Pedro, dazu noch die 2 ½ Tage Chiles Hauptstadt Santiago!
Mit großer Vorfreude auf Peru starte ich nun morgen nach Lima, gebucht habe ich ein nettes Hostel mit einem großen Blumenpatio laut Internet. Wieder ein neuer Schritt und ein Schritt höher in Richtung Quito in Ecuador, meinem Abflughafen nach Europa am 9. April! In den Anden und dem Amazonasgebiet herrscht gerade Regenzeit, an der Küste Sommer. Machu Picchu mit Cuzco und Reserva Nacional Pacaya-Samiria im Amazonas stehen trotzdem hoch oben auf meiner Wunschliste. War ich nicht auch in der heftigsten Regenzeit in Myanmar, einschließlich heftiger Überflutungen! Inka Kultur in Cuzco und die Desert Ruinen von Chan Chan, genug für meine nächsten Abenteuer!

Mein großer Sprung in die höchste Wüste der Welt, San Pedro de Atacama!

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Mein Flug über die chilenischen Anden ….

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in die höchste Wüste dieser Welt …

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San Pedro de Atacama – El Quitor!

28. Januar in San Pedro Atacama.
Schon der Flug über diese grenzenlose Wüste war ein großes Vergnügen. Der Blick aus dem Fenster fantastisch, die Entscheidung zu fliegen, war schon allein deshalb die Richtige.
Vom Flughafen fuhr ich mit dem Shuttle Bus 100 km tiefer in diese hochliegende Wüste bei knallrotem Sonnenuntergang hinein, wurde direkt inzwischen im Dunkeln an meinem Hostel Quinta Adele abgesetzt und herzlich von Jose empfangen.
Taschen in mein Zimmer ausgestattet mit allem was man braucht abgestellt und erst einmal den Ort erkunden. Nicht weit von meiner Bleibe entfernt gelangte ich schnell in die sogenannte Hauptstraße, die Caracoles. Ein spärlich gelblich warmes Licht beleuchtete diese schmale, staubige Lehmstraße, auf der hunderte junger Menschen flanierten, sich unterhielten oder Musik machten. Ich war in einer völlig anderen Welt gelandet, das komplette Kontrastprogramm. Jeden dem man begegnete warf man lächelnd ein Hola zu, was für eine Wohltat. Die Häuser sind hier alle aus einem Lehm- Stroh- und Sandgemisch erbaut. Aus jeder Tür oder Fenster halten typische Anden Klänge, unzählige kleine Shops, Restaurants und Hostels reihten sich aneinander.
Eingekehrt bin ich im „Lola“, ein offenes Feuer direkt hinter der Tür hat mich hinein gezogen. Ein unglaublich „reizender“ junger Mann sehr „liebevoll“ bestimmend. Nein, 2 Emapanadas gehen nicht, nur 4 oder 8! Also gut, dann bitte die 4 Empanadas und ein Dogybag gleich dazu und ein Glas Rotwein bitte. Alles sieht hier nach Spaß und Partyleben aus, doch mit dem großen Unterschied angepasst an ein „Pures Adventure“ Leben. Die jungen Leute wollen am nächsten Tag fit für jegliches sportive Abenteuer sein. Sehr zufrieden doch müde schlief ich die erste Nacht tief und fest, trotz dieser großen Höhe.

29. Januar in Atacama.
Gestern bin ich mit dem Erzählen nicht mehr sehr weit gekommen, mein Nachmittagsausflug startete pünktlich um 16 Uhr in die Valle de la Luna. Alles der Reihe nach, sonst gerate ich wieder durcheinander.
Am 27. Januar, meinen ersten Tag in San Pedro Atacama, ließ ich es sehr langsam angehen. Endlich konnte ich einmal ruhig ausschlafen, kein Termin der mich jagte, nur meine Neugierde auf diesen Ort, den ich bisher nur aus der Nacht kannte. Während ich frühstückte, durchstöberte ich einen Guide über Atacama mit der unglaublichen Umgebung. Alle Ausflüge waren darin sehr gut beschrieben, einschließlich Preise und Angaben, wie man sich zu kleiden hat und wie viel Wasserflaschen nötig sind. Welche Agentur man dafür nun nehmen möchte, bleibt einem selbst überlassen.
San Pedro de Atacama ist historisch ein besonderer Ort, auch wenn die vielen Adventure Touren dies vielleicht in den Hintergrund schieben. In dieser unglaublichen Oase, die sich in ein langgestrecktes Tal entlang des Rio San Pedro zieht, kann man über tausend Jahre alte Terrassen der Ayllus, so nennen sich hier die kleinen Farmen, entdecken. Einst erbaut von der indigenen Kultur, die in dieser Wüste gelebt hat und heute noch lebt. Später wurden auch hier die Einflüsse der Spanier seiner Zeit sehr prägend.
Nachdem ich fast alles durchstöbert hatte und wieder unter Entscheidungsnot stand, setzte sich Jose, mein Hostel Eigner zu mir und zeigte mir die verschiedenen Möglichkeiten für meine Woche hier auf.
Für meinen ersten Tag hatte ich mir schon einen Ort, Pukara de Quitor, ausgesucht. 3 km entfernt, das ist doch leicht zu schaffen, so dachte ich. Auf dieser Höhe von 2500 m knallt die Sonne besonders stark auf ein nieder, ohne Hut geht hier überhaupt nichts. Keine feuchte Luft schützt einen vor den starken Strahlen und die Luft ist auch sehr dünn.
Die Anden im Süden von Süd Amerika haben eine Höhe zwischen 2500 und 3000 m. Hier im Norden von Chile fangen sie gerade erst einmal in dieser Höhe an. Mehrere Sechstausender umgeben diesen Teil.
So marschierte ich mit Wasser, Kamera und Sonnenschutz los. Die drei Kilometer waren wirklich gut zu schaffen, danach ging es in den National Park, 3000 Pesos und zwei Möglichkeiten standen mir offen. Quitor ist ein ehemaliges militärisches Dorf, vor hunderten Jahren erbaut auf einem Berg, der einen offenen Blick in das Tal hat.
Man besichtigt also die alten Steinmauern, die ohne Mörtel seit Jahrhunderten halten, indem man hinaufklettert. Oben angelangt konnte ich verstehen, warum diese Stätte hier entstanden ist, der Blick ist grandios. Auf dem Weg nach oben habe ich schon meine ganze Wasserflasche ausgetrunken. An die Höhe musste ich mich erst gewöhnen, eine leise Erinnerung stieg in mir auf, als ich im Himalaya auf Trekking Tour mit dem 10 jährigen Jungen war.
Die zweite Möglichkeit nannte sich „Mirador“, Ausblick auf sicher noch großartigere Vulcane und Berge, allesamt im rötlichbraunen Farbklang. Zum Glück konnte ich unten gleich zwei Flaschen Wasser erwerben und kletterte Serpentinenartig hinauf, immer mit der Option stehen bleiben zu können um tolle Fotos machen zu können.
Die Mühsal hat sich wirklich gelohnt, die Ausblicke gingen in alle Richtungen und haben mich vollkommen begeistert. Vor allem war ich unglaublich glücklich über meine Entscheidung, doch noch den Norden von Chile zu erobern. Genau hier finde ich die Ruhe in einer unglaublichen und mir bisher völlig fremden Natur, gepaart mit einem voller Lebensfreude und Andenkultur geprägtem Ort.
Für diese Momente ließ ich mir sehr viel Zeit, machte einige experimentelle Fotos unter anderem beschwor ich meine Technik, auch mich mal wieder ohne Stativ auf die Linse zu bekommen. Zum Glück gab es einen kleinen Pavillon aus Bambus, der mir etwas Schatten brachte. Vereinzelt gesellten sich andere Kletterer zu mir, so auch ein junger Mann, wieder aus New York kommend, mit dem ich mich lange unterhielt.
Da hatte ich endlich wieder meine Freiheit!

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Pukara de Quitor.

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Das Tal des Rio San Pedro ….

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und San Pedro gesehen von Quitor.

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Vulcano San Pedro …..

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und Vulkan Formationen von unglaublicher Schönheit ….

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Mirador El Quitor….

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Anden Kultur begegnet man hier überall …

Gerade jetzt sitze ich mitten auf dem Marktplatz von San Pedro, habe nebenbei zwei kleine Tacos gegessen und um mich herum spielen junge Leute Andenklänge. Allerdings saß ich am Anfang im Schatten, inzwischen erreicht mich wieder die Sonne mit ihrer ganzen Pracht, 18:10 Uhr ist es gerade hier und sehr heiß.
Meine Freiheit zog sich bis in den Abend hinein, zuletzt schlich ich nur noch in meine Bleibe unter die Dusche. Den Abend verbrachte ich mit großen Hunger mit einem Steak und Salat. Die Nacht ließ mich leider nicht einschlafen, das Ergebnis des „Zu Viel“ am eigentlich ersten Tag. Trotzdem war ich tief zufrieden!
Gestern Morgen ließ ich mir wieder viel Zeit, plante an meinen weiteren Trip. Von Santiago nach Lima gestaltet sich das Weiterreisen komplizierter als ich es mir wünsche.
Gerade mal 6 ½ Stunden mit dem Bus entfernt bin ich hier vom Süden Perus. Wie gerne würde ich diese Rute nehmen, doch alle Rechnerei hat leider ergeben, dass ich viele Kosten für nichts hätte, bei Stornierungen zweier Flüge. So bleibe ich also bei meiner bisher geplanten Route, die ich noch von Hamburg aus vorbereiten musste und fliege Dienstag wieder nach Santiago, bleibe dort etwas, um danach mit großer Neugierde nach Lima und Peru zu reisen.
Die Sonne auf dem Marktplatz hat mich vertrieben, mit einem kleinen Einkauf sitze ich jetzt in meinem Hostel auf der schattigen Veranda, mit der Hoffnung, dass die handwerklichen Tätigkeiten, wie lautes Sägen eingestellt werden.

Ja, Baustellen bin ich so einigen auf dieser Reise begegnet. Zur Seite steht mir gerade ein 12 Jahre alter Huski mit seinen weißblauen Augen, in der Hoffnung etwas von meinem Rüblikuchen, den ich gerade in einem kleinen Biolädchen erstanden habe, abzubekommen. Rüblikuchen im Norden von Chile. Die junge Bäckerin habe ich auch gleich kennengelernt, sie lieferte ein großes Tablett in den Shop. Pumpernickel und Baguette, Ziegenkäse und allerlei anderes aus der Heimat konnte ich dort finden. Das Baguette backt ein Franzose, der hier lebt, sowie die junge Frau eben den Kuchen. Die europäischen Spuren lassen sich auch in dieser indigenen Kultur nicht verleugnen.
Nachdem ich gestern Morgen meine Planung weiter ausgestaltet hatte, ging ich mit meiner Kamera in den Ort. Manche Themen, die ich mir auf dieser Reise gestellt hatte, konnte ich sehr gut einfangen. So sammele ich seit Beginn besondere Haustüren jeglicher Art. Alt, schön, hässlich, verrückt, ausgefallen, ….. endlose Möglichkeiten finde ich unterwegs. Nach meiner Fotopirsch besorgte ich mir ein einfaches Lunch, bestehend aus Avocado und Tomaten, die ich auf dieser Veranda mit großem Genuss verspeiste. Fotobearbeitung folgte, bis ich endlich zu meinem Nachmittagsausflug in die Valle de la Luna aufbrechen konnte.

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San Pedro de Atacama …

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mit seinen aus Lehm gebauten Häusern ….

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und Kirche.

Mit etwas Unwohlsein stieg ich in den Kleinbus, der mich hier direkt abholte. Noch einige andere stiegen zu und weiter ging es hinaus aus der kleinen Stadt, mitten in die unterschiedlichsten Bergformationen, alle in Richtung der großen Salzlagunen, die diese besondere Wüste ausmacht. Vor 22 Millionen Jahren war das ganze Gebiet noch von dem Meer überspült, bis die Vulkanverschiebungen hier alles zu Land werden ließen; Kurzform dieses Wunders hier.

Atacama, Valle de Luna_Jan. 28 2016

Valle de la Luna ….

Die Berge mit ihrem roten oder schwarzen Sand sind umgeben mit großen weißen Flächen, die von weitem alle wie Schnee aussehen, doch in Wirklichkeit aus Salz, Lehm, Gips und Chlorat sind, also ein hoch chemischer Prozess. Früher wurde hier in sehr vielen Minen Kupfer abgebaut. Heute kann man durch fünf Erdbeben in fünf Jahren keine Mine mehr betreten.
Ja, so konnte ich auf dieser touristischen Tour, die von einer sehr engagierten Frau begleitet wurde, eben viel mehr erfahren, als wenn ich alleine umher ziehe.

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Zum Sonnenuntergang ging es auf die Gipfel …

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umgeben von dieser unglaublichen Düne …

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Gratwanderung zum Sonnenuntergang!

Um sieben Uhr wurden wir und zahlreiche andere Busse zu der höchsten Düne in diesem Valley gebracht. Dort kletterten alle gemeinsam hinauf, oben angekommen konnte man eine sogenannte Gradwanderung machen, entlang der Bergketten. Das Gebiet war so riesig, dass sich die vielen Menschen gut verteilten und nur die wenigsten kletterten weiter hinauf, ich war natürlich dabei. Auch hier gab es wieder einmal grandiose Ausblicke über diese „Mondlandschaft“, Valle de la Luna!
Spät abends nach dem Sonnenuntergang wurden wir in der Stadt abgesetzt. Ich gönnte mir danach zwei Glas Wein und Guacamole, eine Avocadocreme. Zurück in meinem Zimmer wurde ich von einer sehr freudigen Nachricht überrascht, ein kleines Mädel ist auf die Welt gekommen, gerade ein paar Stunden alt, Freudentränen kamen mir in die Augen. Meine Kinder, ihre Freunde und die Kinder meiner Freunde schenken uns laufend neue kleine Babys, eine neue Generation wächst heran. Mit diesen schönen Gedanken schlief ich besonders gut und tief ein.
Für den heutigen Tag hatte ich mir keine Tour gebucht, wollte lieber wieder ganz nach meinem Freiheitsprinzip mich alleine auf machen, dieses Mal mietete ich mir für ganze 4,50 € ein Mountain Bike. Mein Ziel war die Garganta del Diablo, laut Übersetzung, die kehle des Teufels.
Schon auf meinem ersten Ausflug nach Quitor konnte ich das lang gestreckte Tal, die Ayllur de Catarpa, entlang des Rio San Pedro von oben sehen. Dort wollte ich heute hin.
Ich machte einen herrlichen sehr staubigen Ausflug über 6 Stunden, erst auf gerader Strecke, mein Ziel hatte ich viel zu schnell erreicht, fuhr noch etwas weiter bis zu einer kleinen Kapelle in Cartarpe. Auf dem Rückweg entdeckte ich einen weiteren Weg, der sich El Tunnel nannte. da schaue ich doch einmal hinein, bis zum Tunnel werde ich es schon schaffen. Stetig bergauf auf rumpligem Untergrund, dies machte meine Puste nicht lange mit in dieser Höhe. El Tunnel hieß auch diese enge Schlucht, die hier Bergauf führte, wie immer wunderschön. Nach einiger Zeit stieg ich vom Rad und schob nach oben, auch nicht leicht gewesen. Belohnt wurde ich wieder von einer traumhaften Landschaft und der enge Weg hatte auch seinen Reiz. Mit einigen Fotostopps erreichte ich fast den Gipfel, ein besonders schöner Blick ließ mich stoppen und pausieren. Auf diesem Weg runter zu fahren, war auch nicht gerade eine einfache Angelegenheit.
Mein Hinterteil meldete sich inzwischen reichlich, Mountain Bikes haben vornämlich harte Sattel. Völlig verstaubt und dreckig landete nicht nur ich unter der Dusche, auch meine Wäsche wurde hier gewaschen. Sehr zufrieden mit meinen heutigen Erlebnissen brachte ich mein Rad zurück und schreibe seitdem meine Erlebnisse auf.
Morgen früh um 7 Uhr begebe ich mich wieder auf touristischen Ausflug mit sehr vielen unterschiedlichen Stationen. Anders würde ich diese unbeschreibliche Landschaft nicht kennenlernen. Also bis morgen oder eher übermorgen!

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Meine Bike Tour in „The Tunnel“!